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Queere Bibelauslegung: Exegese oder Wunschdenken? | Magstrauss

Magstrauss1:39:06 6.780 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 645 Zeilen
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  1. Langes her, ich habe es versprochen. Es kam so viel dazwischen. Nun ist es soweit. Heute kommt der Bibelworkshop zum Thema Queernness in der Bibel.
  2. [musik] [singen] Halleluja.
  3. Hallo und herzlich willkommen zurück auf meinem Kanal. Schön, dass Sie eingeschaltet haben zu diesem Video, in dem ich mit Ihnen gemeinsam ganz viel
  4. anschauen möchte, viel mit Ihnen arbeiten möchte und Ihnen sehr viel mit auf den Weg geben möchte. Wir haben über das Thema Queerness in der Bibel viel
  5. nachgedacht. Unter anderem ging es da natürlich im Zuge des Pride Mons um so bestimmte Themen, z.B. um die sogenannte Merismustese, dass wenn in in der
  6. Genesis es heißt, dass Gott den Menschen schuf nach seinem Bild männlich und weiblich erschuf er ihn da oder schuf er sie die Menschen, dass damit gemeint
  7. sei, dass das ganze Spektrum an ja Geschlechtsidentitäten mit ausgesagt sei. Ich habe dazu ein Video gemacht und Sie da auch so ein bisschen gefragt,
  8. könnten Sie sich vorstellen, das ein bisschen intensiver noch zu durchleuchten und vielleicht in Form eines Zoomgesprächs bzw. Weise in Form
  9. eines YouTube Livestreams, bei dem sie zumindest in Form von Frontalunterricht einfach mal äh das so richtig intensiv mal durchar können. Ich habe das, glaube
  10. ich, auch in Form einer Umfrage in der Community Spalte ähm gepostet und sie haben daraufhin gesagt, wir möchten das Ganze nicht über
  11. Zoom, das ist viel zu kompliziert, macht das einfach als YouTube Stream und da können wir genauso ganz viel darüber nachdenken, ganz viel dazu lernen und
  12. man kann sich das Ganze im Nachhinein dann ja auch noch in Ruhe anschauen. Here we are. Ich freue mich über alle, die jetzt gerade im Stream mit dabei
  13. sind. Heute wollen wir über Bibelauslegung exegetisch nachdenken. Das Ganze wird ein kritisches Studium zentraler Bibelstellen, die dafür immer
  14. wieder herhalten müssen, muss man ja eigentlich sagen. Und bevor wir in die eigentlichen Bibelstellen einsteigen wollen, ich habe hier übrigens, damit
  15. Sie auch schon mal sehen können, womit ich arbeiten werde, unter anderem das hebräische Alte Testament. Ich habe dann hier diese Biblia Hebrik Katensia aus
  16. meinem Studium noch. [schnauben] Ich habe hier das äh Novum Testamentum Gräke, das ist das ähm das ist das Neue Testament, der die kritische Ausgabe von
  17. Lesler Alland. Und dann habe ich noch weitere Tools, die ich Ihnen gerne auch verlinken möchte in der Videobeschreibung. äh gerade für
  18. Menschen, die vielleicht nicht das Hebräischen, also was eben wichtig wäre für das Alte Testament oder des Griechischen, was eben für das
  19. Neutestament wichtig wäre, mächtig sind, gibt es nämlich hervorragende Tools, um z.B. grammatikalische Bestimmungen von Wörtern äh zu machen. Das gibt es auch
  20. als App. Ich kann Ihnen auch das vielleicht bevor wir starten erstmal zeigen. Und zwar habe ich verschiedene Apps auf meinem Handy, wenn ich
  21. unterwegs nämlich etwas in diese Richtung machen möchte. Also, ich habe den Hebrew Bible Reader. Da kann man hier so richtig rein in das äh in in den
  22. Katalog sozusagen. Und dann gehen wir mal z.B. auf Exodus Genesis 1 und dann haben sie hier schon, man kann natürlich jetzt gerade nicht sehen, so ähm kann
  23. man es vielleicht sehen. Da ist dann schon der hebräische Wort äh der Wortlaut. Dann können Sie auf das äh Wort klicken, dass Sie interessiert und
  24. unten steht dann, was das heißt. Es ist allerdings auf Englisch die Übersetzung, es ist also nicht mit dem Deutschen. Ähm, ich habe jetzt nicht recherchiert,
  25. wenn ich noch eine App finde, die das Ganze auch ähm auf Deutsch übersetzt und vielleicht auch bestimmt. Werde ich Ihnen das gerne in die Infobox packen.
  26. Ansonsten auf jeden Fall Internetseiten mit Study Tools, die da ganz gut sind. Ich habe aus außerdem noch ähm das Greek New Testament. Das ist noch mal eine
  27. andere kritische Ausgabe als diese vom Nestler Alland. Und ähm die hat eben einfach das Ganze auch noch mal als ähm App und da kann man dann auch äh hier so
  28. reingehen. Da sind jetzt so die ganzen neutestamentlichen, ich versuche das so, dass ihr was sehen können, die neutestamentlichen Bücher und dann gehen
  29. wir mal auf Matthäus, das ist ja das erste, dann sind da so die Kapitel und dann gehen wir gleich mal auf das erste und dann steht da halt Biblos Geneseosu
  30. Christu, Hy David und so weiter. Und dann können Sie auch z.B. auf Biblos drücken. Gemeint ist natürlich das Buch und also Bibel kommt ja auch davon, ne?
  31. [schnauben] Hier da ist der Text, der ähm Fließtext aus der Bibel und unten steht dann immer, was das ähm übersetzt heißt. Und es gibt dann eine Konkordanz,
  32. das heißt, wo dieses Wort im Neuen Testament sonst noch vorkommt. Also das Wort Biblos kommt in dieser Form zehn mal im Neuen Testament vor. Dann werden
  33. die anderen Bibelstellen hier auch mit einem etwas größeren Kontext gepostet. also mehrere Verse, damit Sie das auch im Zusammenhang erkennen können, in
  34. welcher Bedeutung dieses Wort dort verwendet wird, was auch sehr wichtig ist in der wissenschaftlichen Arbeit. Und äh was ich jetzt auch gerade noch
  35. sehe, dass das Ganze auch biblos äh das da drunter steht auch die grammatikalische ähm Bedeutung. Seit vielleicht ähm für die ganz harten
  36. gibt's auch noch natürlich andere Apps, z.B. wie die Septuaginta, die ist ja das griechische Alte Testament, da kann man genauso auf diese
  37. ganzen Dinge klicken und dann ist hier der griechische Text und unten auch genauso wie bei dem Greek New Testament, ich glaube, das ist derselbe Macher, äh
  38. die Bestimmung und die Übersetzung des Wortes. Was ich sonst noch empfehlen kann, wenn wir schon dabei sind, ich habe eine App, die heißt Kathena. Ähm,
  39. das gibt es auch als ähm Internetseite, wenn Sie jetzt nicht mit Smartphone sowas gerne machen, sondern das auch mal größer haben wollen. Und da können Sie
  40. auf verschiedene Bibelstellen klicken. Ähm, nehmen wir jetzt mal, ich habe jetzt gerade Matthäus 24 hier auf, das ist das letzte, was ich da aufgerufen
  41. habe. Und wenn Sie dann auf einen Vers klicken, dann kriegen sie sämtliche, na ja, ich weiß nicht, ob das so ähm sämtliche sind, aber sehr viele äh
  42. Auslegungen dieser dieses Verses bei den Kirchenvätern. Also, wie eine Kathäene eben funktioniert, die Anreihung, die
  43. Ankettung, muss man ja sagen, von ähm Auslegungen durch die Kirchenväter, was für uns Katholiken ja besonders interessant ist. Was sagen die
  44. Kirchenväter zu einer bestimmten Bibelstelle? Das Ganze ist leider auch auf Englisch. Die meisten guten Sachen gibt's eben auf Englisch, leider. Ich
  45. kann es Ihnen aber wirklich sehr empfehlen. Ich nutze das schon seit Jahren und es ist nicht immer ganz optimal, denn manchmal merkt man sich
  46. natürlich, dass ein Kirchenvater dies oder das zu einer bestimmten Bibelstelle gesagt hat. Dann geht man auf die Bibelstelle und dann wird er nicht mit
  47. aufgeführt. Das heißt, es ist nicht vollständig. Da muss man dann natürlich auch noch weitere Tools dafür verwenden, um ein vollständiges Bild zu bekommen.
  48. Also soweit erstmal einige Apps und Tools, mit denen ich selber arbeite, mit denen wir jetzt vielleicht auch arbeiten werden oder können. Ich lade Sie dazu
  49. ein, sich diese Dinge auch mal zu installieren. können sie in Ruhe im Nachgang machen und dann können sie sich das ja noch mal Schritt für Schritt
  50. angucken oder die Stellen, bei denen sie es ihnen jetzt zu schnell ging und dann können sie das in echt Zeit vielleicht aufrufen auf der App. So, das war auf
  51. jeden Fall erstmal eine praktische ähm Ausrichtung und nun wollen wir uns ähm ein paar Vorklärungen widmen, hermenutische Vorklärungen, denn wir
  52. müssen wissen äh wovon wir ausgehen, was ist unsere Grundlage, auf der wir basierend unsere Bibelauslegung betreiben wollen und so weiter. Wenn Sie
  53. grundsätzlich Interesse daran haben, wie geht man mit der Bibel um, wie ist die Bibel auszulegen, was sind die was sind die Werkzeuge?
  54. Was sagt die Kirche über diese Werkzeuge? Wie soll man diese Werkzeuge angemessen anwenden und so? Wie geht man mit schwierigen Bibelstellen um?
  55. Empfehle ich Ihnen meinen Bibelkurs. Ich habe ein Kurspaket, das heißt Abenteuer Bibel und da kriegen Sie die ganzen Grundlagen der Bibelhermenutik, so nennt
  56. sich das. Also wie die Bedeutung der Bibel ist, wie man die Bibel auslegt, aber auch wie man das Schritt für Schritt vorgeht, um dahinzukommen. Äh,
  57. ich habe diesen Kurs auf meiner Website auch, das kann ich Ihnen unten verlinken, falls Sie da mal ein bisschen grundsätzlicher einsteigen wollen. Was
  58. gibt es zu klären, bevor wir in die Bibelstellen einsteigen? Es geht zunächst einmal um die Methodik. Die Frage ist nicht, was fühle ich beim
  59. Lesen? Was kommen mir für Gedanken? Das ist alles wichtig und man muss das auch vielleicht aufschreiben und so weiter, aber äh das Ganze ist nicht rein
  60. subjektiv, möchte ich damit sagen. Man muss viel mehr fragen, was sagt der Text und mit welchem Recht kann man behaupten, er sage etwas bestimmtes.
  61. Vielleicht kann man das so ganz gut zusammenfassen. Wenn wir uns einer Bibelstelle widmen, wollen wir uns immer zunächst einmal dem Literalsinn
  62. zuwenden. heißt, was ist der Wortsinn dieser Bibelstelle? Und damit ist nicht gemeint, dass man alles wortwörtlich
  63. verstehen muss, was in der Bibel steht, sondern wörtlich. Es gibt einen Unterschied zwischen wörtlich und wortwörtlich. Kurzer Crashkurs. Was ist
  64. der Unterschied? Der Wortsinn einer Bibelstelle bedeutet, ich berücksichtige, was der Autor damit gemeint hat, was er damit aussagen
  65. möchte. Das heißt, ich muss natürlich berücksichtigen, was ist der kulturelle Hintergrund, was ist der sprachliche Kontext, was ist der historische Kontext
  66. und so weiter und so fort. Je nach äh je nach Gattung kommen dann auch noch wichtige Fragen hinzu. Z.B. bei Briefen ist es jetzt Humor.
  67. Verstehen Sie? Bei Briefen, da kommt es vor, dass man dann persönlicher schreibt. Das heißt, es kann sein, dass man etwas sarkastisch meint oder
  68. ironisch meint. Es kann sein, dass man Andeutungen macht und so etwas, das vielleicht in einer Geschichtsschreibung, es gibt ja
  69. Geschichtsbücher in der Bibel, so vielleicht nicht vorkommen wird. Das heißt, wenn vom von vom Humor des Autors ein bisschen mehr zum Vorschein kommt,
  70. da muss ich auch diesen Humor berücksichtigen und kann dann nicht, sagen wir mal, Paulus schreibt etwas und meint es ironisch, dann kann ich nicht
  71. hingehen und die Ironie einfach mal ausblenden und das dann wortwörtlich nehmen, was er sagt, weil ich dann vielleicht zu einer Aussage komme, zu
  72. einer Bedeutung, die genau das Gegenteil von dem ist, was er meinte, weil er das ironisch meinte, ne? Und dieses diese Ironie wahrzunehmen und diese zu
  73. berücksichtigen, das nennen wir Wortsinn der Bibel. Das andere wäre wortwörtlicher Sinn. Und das ist ein ganz wichtiger Unterschied zwischen der
  74. Bibelauslegung, wie sie gegeben sein sollte, denn man muss die Heilige Schrift auslegen mit derselben Autorität, mit der sie geschrieben ist.
  75. Das heißt, durch den Heiligen Geist. Es ist der, der die äh Kirche inspiriert hat, einzelne äh Glieder der Kirche äh und die Kirche auch inspiriert hat bei
  76. der Zusammenstellung der Bibel biblischen Bücher zu erkennen und zu unterscheiden, was ist heilige Schrift und was nicht. Also die Kanonisierung
  77. der Bibel, das heißt auch durch dieselbe Autorität, also der Kirche ist die Heilige Schrift auch auszulegen. Und der Wort in der Bibel, wie ich ihn gerade
  78. vorhin erklärt habe, mit Ironie ignorieren und Ironie äh berücksichtigen. Dieser Wortsinn, das ist was die Kirche sagt und das
  79. unterscheidet uns von wortwörtlichen Auslegungen fundamentalistischer Gruppierungen, radikalen Bibelisten, die aber ihr
  80. eigenes Ding daraus gemacht haben und vor allem dann auch die Bibel auslegen gegen die Kirche, obwohl die Kirche die Bibel ihnen gegeben hat. Die könnten
  81. ohne die Kirche diese Bibel überhaupt gar nicht hernehmen, um sie als Waffe gegen die Kirche zu verwenden. Klammer zu. Ich habe zu viel geredet, sorry.
  82. Also, sie verstehen hoffentlich, was ich meine. Das ist der Unterschied zwischen Wortsinn und wortwörtlichem Sinn. Und wenn wir beim Wortsinn der Bibel sind,
  83. dann müssen wir uns also auch anschauen, was ist denn der historische Kontext? Was ist der der sprachliche Kontext? Was sind die sprachlichen Eigenarten, was
  84. ist die Gattung dieses biblischen Buches? Was ist das für eine Person, die den Brief geschrieben hat? In welchem geographischen Rahmen bewegen wir uns
  85. hier? äh was wie ist das Ganze eben einzuordnen und davon ausgehend verstehen wir dann auch, was der Text sagen soll. Diese ganzen Dinge zu
  86. berücksichtigen, dafür gibt es ein Samsurium an Methoden. Wir nennen es die historisch kritische Methode, die fragt nach der ursprünglichen Aussageabsicht
  87. des menschlichen Autors. Des menschlichen Autors, ne? Denn die Heilige Schrift ist ja Gottes Wort in Menschenwort. Gott inspiriert den
  88. Menschen, aber äh bindet die Fähigkeit des Menschen auch ein. Das heißt, das was die historisch kritische Methode tut, ist der den diesen Wortsinn zu
  89. rekonstruieren und kann deshalb auch alles menschliche, alles irdische untersuchen. Und das ist ihr einziger Untersuchungsgegenstand. alles darüber
  90. hinaus, wenn es um den geistlichen Sinn geht, wenn es um das geht, was zwischen den Buchstaben ist, um den Heiligen Geist, das lässt sich durch die
  91. historisch kritische Methode nicht erfassen. So haben wir also ein bisschen abgegrenzt, wie es ist mit den Methoden und mit den Kompetenzen. Zu der
  92. historischkritischen Methode gibt es äh verschiedene Arten von Methoden. Es gibt die Textkritik, das heißt, man guckt, was ist der ursprüngliche Text? Es gibt
  93. ja ganz viele Manuskripte, äh Papyri CODCs und alle möglichen durch die Jahrhunderte hindurch Abschriften. Und man muss dann natürlich versuchen
  94. herauszufinden, was ist der ursprüngliche Text, also bei Abweichungen, was ist das frühere, was ist das vielleicht spätere, also durch
  95. Abschriftfehler oder so hineingekommende? Vielleicht ein wichtiger Fun Fact, denn es gibt keine andere antike Schrift, die so gut
  96. textkritisch erforscht ist und dokumentiert ist durch verschiedene Manuskripte wie die Bibel. Und das, was wir an Abweichungen sehen in Schriften,
  97. also in verschiedenen Manuskripten, die sind so gering, dass man ziemlich gut rekonstruieren kann, was der ursprüngliche Text ist. Und das was
  98. durch die textkritische Arbeit entsteht, also der möglichst ursprüngliche Text, denn man hat nicht die ursprünglichen Texte, was Paulus geschrieben hat im
  99. Original noch erhalten, sondern alles, was wir haben, sind Papyri, die auch wiederum Abschriften sind von diesen Schriften. Und das, was wir haben, was
  100. hier dann was dann zusammengefasst wird, das wird dann in diesen kritischen Ausgaben äh veröffentlicht. Also das, was ich hier im in Händen halte, ist ja
  101. dieses griechische Neue Testament. Und Abweichungen gibt's dann immer hier unten auch noch zu lesen, falls dann irgendwie etwas nicht ganz klar ist.
  102. Also, das ist die Textkritik. Es gibt doch viele weitere Methoden, also z.B. die Semantik, die Syntax, da geht's um den Satzbau, die Gattungskritik,
  103. Traditionsgeschichte, es gibt alle möglichen ähm Methoden und natürlich ist es so wie mit allem anderen. Man kann diese Methoden
  104. anwenden, um etwas zu zerstören oder man kann sie anwenden, um etwas erbauliches damit zu gestalten. Das heißt, die historisch kritische Methode ist erstmal
  105. neutral und sie ist nicht pauschal zu verurteilen, also auch nicht zu verteufeln. Deshalb hat auch z.B. Papst Benedikt in seinen Jesusbüchern sich
  106. ganz intensiv am Anfang mit den mit dieser historisch kritischen Methode auseinandergesetzt und auch gesagt, ähm wenn sie richtig angewandt wird, kann
  107. sie hilfreich sein. Aber sie hat natürlich sie birgt auch immer die Gefahr zu einer Steinbruchexegese zu führen, was leider auch immer passiert
  108. ist. Immer wieder wichtig ist aber mit Hilfe dieser Methoden den Textsinn so weit wie möglich aus den sprachlichen und kulturellen Gegebenheiten der
  109. Entstehungszeit zu erheben. Das ist aber wichtig, denn wenn wir die heilige Schrift dann geistig aus geistlich auslegen wollen, es gibt ja auch eine
  110. geistliche Schrifttauslegung, dann kann diese nicht komplett das Gegenteil von dem sagen oder von dem abweichen, was der Textsinn sagt, der Literalsinn, der
  111. Wortsinn, der Fuß auf den Wortsinn. Der Heilige Thomas von der Queen hat das auch noch mal ganz deutlich gesagt, alle anderen Sinne und es der der geistliche
  112. Sinn, ich ich habe das ja in meinem Blog gemacht 3 Jahre lang täglich nach der Leseordnung der Bibel die Bibelstellen, die jeweils am Tag, also Werktags und
  113. auch Sonnen und Feiertags dran sind nach dem vierfachen Schriftsinn auszulegen auch im Zusammenhang zu lesen. Ähm und vierfach heißt, zuerst kommt immer der
  114. Wortsinn und dann kommt der geistliche Sinn und der ist dreifach zu entfalten. Es gibt da drei Arten von geistlicher Auslegung. die moralische, die
  115. allegorische und die anagogische. Das ist alles, das geht jetzt zu weit, aber dass sie einfach wissen, es gibt verschiedene
  116. Arten eines spirituellen Zugangs und dieser kann sich nicht komplett unterscheiden von dem Wortsinnen, sondern der muss fußen auf dem Wort
  117. Sinn. Das sagt auch Thomas von der Queen. Sie merken, ich springe in diesem Video heute sehr, aber ich möchte einfach so viel wie möglich an
  118. Informationen hier auch einbauen und das ist jetzt auch nicht einfach ein YouTube Video, sondern das ist heute mal Unterricht, den ähm sie heute bekommen.
  119. Äh und deshalb hoffe ich, dass Sie nicht schon längst abgesprungen sind. Danke, dass sie bis hierhin immer noch schauen. Also soweit vielleicht einige Dinge, um
  120. zu verstehen, worüber wir hier sprechen. Zunächst einmal geht's immer darum, den Wortsinn zu erarbeiten und dann kann man darauf fußend den geistlichen Sinn ähm
  121. auch herausarbeiten, herausbeten muss man auch sagen, denn alles geschieht natürlich immer in einer Gebetshaltung. Und dem wollen wir jetzt
  122. noch einmal eine andere Hermenutik entgegenstellen, denn das ist ja was wir wollen. Wir wollen heute die Lesart der Bibel kritisch unter die Lupe nehmen.
  123. Und die quiere Hermenutik, also die Art und Weise, wie wir die Bibel auslegen, äh die Art der Interpretation, die fragt komplett anders. die fragt eben nicht
  124. danach, was ist der Wortsinn und der ursprüngliche Sinn des Autors in einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten historischen ähm in einem in bestimmten
  125. historischen kulturellen und sprachlichen Kontext, sondern die Queere Hermenutik fragt, was bedeutet dieser Text für queere Menschen heute? Wir
  126. müssen immer danach fragen, was bedeutet eine Bibelstelle für mich heute? Das ist, das ist aber schon der Schritt, den wir dann in der geistlichen Auslegung
  127. machen, gerade bei der moralischen Bibelauslegung. Also, was sagt es für mein Handeln heute beispielsweise oder die allegorische Bibelauslegung, was
  128. sagt das über die Kirche und über Christus im neuen Bund und wir sind ja in dieser heilsgeschichtlichen Epoche. Was bedeutet das für das Ende der Welt?
  129. Deshalb die anogische Auslegung. Das heißt, natürlich muss man auch immer das auf sich selbst beziehen, aber bei der queren Hermenutik geht's um die äh
  130. Bezugnahme auf queer Menschen und dabei liest diese que Hermenutik oft gegen den Strich. Sie füllt Lehrerstellen ganz ganz prominent. Ich habe das ja an der
  131. am Beispiel von Genesis 1 gemacht, klar gemacht, aber das kann man an vielen vielen verschiedenen Beispielen auch noch mal klar machen. Sie liest gegen
  132. den Strich, sie füllt Lehrerstellen, sie schreibt Texte kreativ weiter und das will ich nicht pauschal verurteilen. Wie gesagt, kann das ein legitimer
  133. spiritueller Zugang sein, denn wir alle müssen uns fragen, was sagt der Text mir heute? Ja, aber es ist eben nicht dasselbe wie Exegese.
  134. An dieser Stelle empfehle ich Ihnen wirklich den Text von Ludkar Schwenhorst Schönberger in Comunio. Da hat er diese diese Methodik kritisch
  135. unter die Lupe genommen. Das ist aber auch ein bisschen äh also nicht kompletter Verriss, sondern er er wertschätzt, dass man das macht. Aber
  136. die Schlussfolgerung kann natürlich auch verherend sein und er erklärt, was das für eine Art von Auslegung ist. Man nennt das Rezeptionsästhetik, was das
  137. aber eben auch für Folgen haben kann. Also, es ist nicht dasselbe wie Exegese. Und wenn queere Ausleger behaupten, ihre Lesart sei das, was der Text
  138. ursprünglich bedeutet oder meint, was der Autor ursprünglich damit aussagen will, dann müssen sie sich ihre Aussagen an der historischkritischen Exegese
  139. messen lassen und sie können es immer und immer wieder machen, die die die historisch kritische Methode hernehmen und das Ganze auf den Prüfstand stellen,
  140. das Ganze zer fällt sofort wie ein Kartenhaus. Ich will es Ihnen anhand von verschiedenen Beispielen aufzeigen. Noch ein letzter Begriff, bevor wir starten,
  141. weil das auch in dem Video damals wichtig war und auch gleich noch mal wichtig wird, der Begriff des Merismus. Der Merismus ist eine rhetorische Figur,
  142. bei der zwei gegensätzliche Pole eine Gesamtheit bezeichnen. Himmel und Erde z.B., spielt, die für das ganze Universum stehen natürlich. Also auch
  143. das dazwischen. Jung und alt steht für alle Menschen, ne? Ist ja klar, nicht nur jung und alt und die Mittelalten haben dann Pech gehabt, sondern alle
  144. sind mit einbezogen. Ein Merismus schließt das, was zwischen den Polen liegt, also nicht aus. Aber er qualifiziert es auch nicht. Das
  145. muss dazu gesagt werden. Er qualifiziert es nicht. Er sagt nichts spezifisches darüber aus. Und was das dazwischenliegende bedeutet, ergibt sich
  146. aus dem Kontext meistens und aus dem aus der Funktion des Merismus, nicht aus der Figur selbst. Mit diesen Werkzeugen gehen wir jetzt
  147. also nun an die Texte. Sie haben lang genug gewartet, nun geht es los. Schauen wir uns erstmal die Schöpfungstexte an. Genesis 1 26 bis 28. Das ist jetzt noch
  148. einmal diese Stelle, in die ich auch in dem Video damals behandelt habe. Da ging es ja gerade um einen Aufsatz von Frau Brockmöller von der dem katholischen
  149. Bibelwerk. Das war der Anlass, weshalb ich überhaupt darüber gesprochen habe, glaube ich. Und dann sprach Gott: "Lasst uns Menschen machen, als unser Bild uns
  150. ähnlich. Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf
  151. der Erde kriechen. Gott erschuf den Menschen als sein Bild. Als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. Gott segnete sie und
  152. Gott sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehr durch und füllt die Erde und unterwerft sie." Also, sie können sich übrigens für die
  153. ähm für die Übersetzung jegliche Bibelausgaben hernehmen, was ihnen geradezuagt. Also, es macht natürlich immer Sinn, die Einheitsübersetzung
  154. herzunehmen. Ich habe Ihnen zu dieser Stelle auch das Hebräische damals, glaube ich, vorgelesen und da stand auch wirklich, also es ist sehr wörtlich,
  155. also sehr nah am Wortlaut, wenn man wirklich auch übersetzt männlich und weiblich und das ist wirklich nicht gemeint als
  156. Aushöhlung des Begriffs oder sowas, ganz und gar nicht. Also, da hatte ich Ihnen auch, glaube ich, die Angst genommen. Katrin Brockmöller und Thomas Hieke hat
  157. das auch schon vor Jahren in einem anderen Aufsatz behandelt. die sagen: "Männlich und weiblich sei ein Merismus. Wie Licht und Finsternis
  158. die Dämmerung einschließe, so schließe männlich und weiblich alle Geschlechtsidentitäten zwischen diesen Polen ein." Das ist ihre These Text
  159. lehre also ein Spektrum und keine Binarität. Quere Identitä se integraler Bestandteil des Schöpfungsdesigns. Hi beruft sich auf ihrem Traut Fischer.
  160. Äh, die sagt, der Merismus verweise darauf, dass alle Facetten des Geschlechtlichen im Schöpfungsdesign enthalten sind und Brockmöller spricht
  161. von Lehrstellen, die neu gefüllt werden können und wechselt am Ende ihres Beitrags dann von der Exegese in ein que poetisches Gedicht.
  162. Schauen wir uns doch den hebräischen Text einmal genau an. Ich werde Ihnen wie immer alles auch einblenden. Das heißt, wenn Sie nicht sowas hier bei
  163. sich haben und sich nicht die Mühe machen wollen, jetzt diese ganzen Websites gleichzeitig aufzurufen, die ich Ihnen in der Videobeschreibung alle
  164. verlinkt habe, können [schnauben] Sie das im im Video selbst jetzt in der Einbung auch sehen. Ich muss Ihnen das erstmal aufschlagen.
  165. Elohim Adam bezalmo bezem Elohim Bara Otto nach seinem Bildruf er ihn und dann kommt Sachar
  166. Baram noch mal Sachare un bara utam und diese Wörter Sachar und heißen männlich und weiblich und die
  167. können im Hebräischen sowohl als Hauptwort Wort, ein männliches, so unbestimmter Artikel, ein männliches, ein weibliches übersetzt werden oder
  168. eben als Adjektiv, männlich und weiblich. In Genesis 127 stehen sie als sogenannte prädikative Adjektive. Das heißt, ähm, sie werden mit einem
  169. Verbunden, mit dem Verbschaffen und beschreiben die Art oder das Ergebnis des Erschaffens. Ähnlich wie im Deutschen: Erschuf sie männlich und
  170. weiblich. Die revidierte Einheitsübersetzung von 2016 gibt das korrekt mit männlich und weiblich wieder. Ich hatte dazu ja auch in meinem
  171. Video gesprochen, ältere Übersetzungen schrieben als Mann und Frau, was den adjektivischen äh Charakter verdeckt, inhaltlich natürlich nichts ändert. Äh
  172. damals war es einfach ein bisschen schöner vom von der deutschen Sprache. Jetzt in der neuen Einheitsübersetzung hat man sich bemüht, gerade im Alten
  173. Testament, wo viele Sachen gar nicht so nah am Wortlaut waren, näher an Wortlaut zu sein, auch wenn dafür dann die schöne deutsche Sprache darunter leidet.
  174. Entscheidend ist, die Wortart ändert nichts an der Bedeutung. Sachare und Nückkear bezeichnen im gesamten Alten Testament eine binäre Klassifikation.
  175. Eine binäre Klassifikation. Ich kann Ihnen jetzt mal diese App nebenbei noch aufmachen, damit Sie das einmal sehen. Ich lese jetzt einfach mal über die App
  176. weiter. Das geht schneller, als dass ich im Buch immer hin und her ähm immer hin und her blättern muss. Sachar. Also, das Ganze wird immer als binäre
  177. Klassifikation, also verstanden in Genesis 6, in Genesis 7 da, das ist so diese ganze Erzählung der Sinnflut. Ich hatte das alles in dem
  178. Video schon gesagt, das muss ich jetzt nicht alles noch mal so ausführlich machen. Da sind es dann z.B. die Tiere männlich und weiblich, die auf die Arche
  179. gehen. Eindeutig Paare zur Arterhaltung, ne? Das ist ganz wichtig und deshalb ist diese Binarität auch entscheidend. In Levitikus gibt es dann eine Stelle 12, 2
  180. und 7. Levitikus 12. Da geht es um die Frau, die ein Kind gebirt. Also, wenn sie einen Knaben gebirt, dann ist sie 40
  181. Tage unrein. Äh, kultisch unrein ist gemeint und 80 Tage unrein, nachdem sie ein Mädchen geboren hat. Und dann wie das Ganze eben
  182. durch ein Reinigungsopfer wieder, dass sie wieder Gottesdienstfähig wird. Das kennen wir ja auch aus der Geschichte der Darstellung des Herrn.
  183. Jedenfalls wird dort unterschieden, ob eine Frau ein Sacharar oder eine Nevar geboren hat. Also 40 Tage oder 80 Tage unrein und nichts dazwischen. Das ist
  184. nicht als Merismus zu verstehen. Das ist klar binär verstanden, denn ähm da gibt's nichts dazwischen, wenn nicht klar ist, was für ein Kind das ist, wie
  185. es sich identifiziert, dass man da irgendwie dann 60 Tage unre ist. Nein, entweder Junge oder Mädchen. Und in Numeri, in Numeri 5 heißt es: Herr
  186. sprach zu Mose: "Gebiete den Israeliten jeden aus dem Lager zu schicken, der an Aussatz oder an einem Ausfluss leidet und jeden, der sich an einer Leiche
  187. verunrei nicht hat." Also es geht darum, wenn jemand kultisch unrein geworden ist durch verschiedene Faktoren. Ob Mann oder Frau schickt sie hinaus aus dem
  188. Lager sollt ihr sie hinausschicken. Sie dürfen das Lager nicht verunreinigen, in dessen Mitte ich wohne. Also ist gemeint ähm das Offenbarungszelt in dem
  189. Allerheiligste ist. Das heißt, es ist hier als polare Formulierung gemeint. Also durch den Kontext wird klar, hier ist kein Spektrum gemeint. Nirgendwo im
  190. Alten Testament äh bezeichnen diese Begriffe ein Kontinuum, eine dimensionale Abstufung oder ein Spektrum
  191. von Geschlechtsidentitäten. Das sind einfach Standardbegriffe für die biologische Geschlechtszugehörigkeit im Sinne einer binären Unterscheidung.
  192. Und doch ist es ja so, dass sich auch schon die Rabinen äh den Kopf zerbrochen haben über die sprachliche Spannung, die an dieser Stelle in Genesis 1 äh zu
  193. erkennen ist. Der Vers lautet ja in der wörtlichen Wiedergabe: "Und es erschuf Gott den Menschen als sein Bild, den Menschen singular. Als Bild Gottes
  194. erschuf er ihn, aber dann also auch Singular, dann aber männlich und weiblich erschuf er sie. Plural. Zuerst heißt es Oto in
  195. Bezem Elohim Baraut Otto zuerst steht da Oto, das ist Singular und dann aber Sachar und bara Otam, zuerst Oto und dann Otam, also von Singular zu Plural.
  196. Im Hebräischen ist dieser Wechsel auffällig und hat die Ausleger seit jeher beschäftigt. Aber was bedeutet das? Was meint der Autor damit? Der
  197. Autor denkt bei den Menschen, also Akkusativ Singular, den Menschen Adam, zuerst an die Menschheit als kollektiv. Mit Sie, also im Plural macht er dann
  198. klar, dass diese Menschheit aus konkreten, geschlechtlich unterschiedenen Wesen besteht. Der Wechsel von Einzahl zu mehrzahl ist
  199. das sprachliche Mittel, um die Einheit der Menschheit und ihre Differenzierung in zwei Geschlechter zugleich ausdrücken zu können. Es gibt
  200. so etwas, das nennt sich kanonische Bibelauslegung und das ist immer ganz besonders interessant, weil man dann das die Bibel
  201. als also in ihrem gesamten Kanon betrachtet. Und in der Zusammenstellung der Bibel Bibel Bücher der biblischen Bücher wird das Ganze finde ich auch
  202. noch mal deutlicher, denn es ist ja nicht umsonst so, dass wir zwei Schöpfungsberichte haben. Zuerst kommt dieser Sieben Tage Bericht, das Sieben
  203. Tagewerk, das ist priesterschriftlich wahrscheinlich und dann kommt eben das dieser jawistische Text, der ursprünglicher sein soll, der älter sein
  204. soll, wo es darum geht, dass Adam erstmal alleine ist, Gott ihm die Tiere zuführt. Er merkt immer zunehmend immer mehr, dass er alleine ist und dass
  205. niemand ihm entspricht und Gott ihn dann in einen tiefen Schlaf fallen lässt aus seiner Seite die Frau formt und so, wo dann eben dieses Gegenüber kommt, dass
  206. du dass er dann entdeckt und dann ausruft, das endlich ist Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Bein, ne? Also diese sehr romantische äh
  207. Schöpfungserzählung, sage ich mal. Und während das eine aus der Vogelperspektive ist, sozusagen, wie alles geschaffen wird äh und bis zur
  208. Krone der Schöpfung des der Mensch und so ist das andere so aus der herangezoomten äh Perspektive,
  209. wie es zu dieser Zweigeschlechtigkeit kommt. Es sind zwei verschiedene Perspektiven und beide ergänzen sich wunderbar, ne? Also der Mensch schlecht
  210. hin, also die Menschheit würden wir sagen und dann die Menschen in ihrer unterschiedlichen Geschlechtlichkeit. Also, es gab natürlich verschiedene
  211. Theorien. Ich habe über eine Theorie auch gesprochen in einem Video, da ging es um diesen Androgyos äh also, dass es ein androgynes
  212. Doppelwesen gib gebe, das also ursprünglich das beide Geschlechter in sich vereint. Da gibt's so verschiedene äh Varianten
  213. dieser Theorie, aber es sind alles Theorien, die auch innerhalb der rabbinischen Bibelauslegung nicht repräsentativ sind, muss man sagen. Das
  214. sind immer wieder auch verschiedene Vorschläge, wie man eben diese diese grammatikalischen Brüche im hebräischen Text zu verstehen hat. Aber die selbst
  215. im im rabbinischen Kontext beanspruchen die jetzt nicht die einzigbare Auslegung und die höchste Autorität oder sowas und umso weniger bei uns in der
  216. christlichen Bibelauslegung. Also, das ist eine Idee, dieser dieses androgüne Wesen, bevor es dann eben zu den zwei Geschlechtern kommt. Und das
  217. wiederum ist auch kein kein keine Theorie, die man ähm für die Queere Bibelauslegung verwenden kann, weil es eigentlich das Gegenteil beweist. das
  218. nämlich dann von einer Geschlechtslosigkeit zu oder einer also einer ähm Ganzgeschlechtlichkeit zu einer Zweigeschlechtlichkeit kommt, ähm
  219. weil es dann weil es die Zweigeschlechtigkeit eigentlich betoniert. Die Nennung von männlich und weiblich in 1 Genesis 127 steht
  220. unmittelbar vor dem Fruchtbarkeitssegen in Vers 28, wo es heißt: "Seid fruchtbar und mehr euch." Und diese Anordnung ist kein Zufall. Diese Anordnung ist ganz
  221. bewusst gesetzt, denn der Text interessiert sich für Generativität, für Fortpflanzung, für die Weitergabe Lebens und dafür braucht es die geschlechtliche
  222. Differenzierung. Die Binarität ist also funktional auf Fortpflanzung hingeordnet und deshalb ist diese auch ganz bewusst so
  223. formuliert, die ist dafür gedacht. Ein Spektrum von Geschlechtsidentitäten wäre für diese Aussageabsicht irrelevant. Der Text sagt nicht, ihr seid vielfältig. Er
  224. sagt, ihr seid darauf angelegt, Leben weiterzugeben und dazu seid ihr männlich und weiblich geschaffen. Das Kernargument der Quiren Auslegung lautet
  225. ja, weil Genesis 1 mit Merismen arbeitet, Lichtfinsternis, Himmelde, Land Meer. Und weil diese Merismen Zwischenstufen einschließen, muss das
  226. auch für männlich und weiblich gelten. Dieser Analogieschluss ist, philosophisch gesprochen ein Kategorienfehler.
  227. Licht und Finsternis sind nämlich graduelle Phänomene. Es gibt physikalisch ein Kontinuum von Helligkeitsgraden.
  228. Die Dämmerung ist ein Punkt auf einer Skala. Bei männlich und weiblich geht es aber nicht um graduelle, sondern um
  229. komplementäre Kategorien. Sie bezeichnen die beiden Fortpflanzungstypen, die zusammen neues Leben hervorbringen können. Also keine Skala mit unendlich
  230. vielen Zwischenwerten, sondern eine binäre Komplementarität zueinander hin geschaffen, füreinander, sich ergänzend und in dieser Ergänzung
  231. neues Leben hervorbringend. Also die Eigenschaften eines physikalischen Kontinuums werden hier unzulässigerweise
  232. auf ein biologisches Klassifikationssystem übertragen. Außerdem, dass der Merismus die Gesamtheit der Menschheit bezeichnet,
  233. das bestreitet niemand. Aber er beschreibt diese Gesamtheit durch ihre beiden grundlegenden geschlechtlichen Ausprägungen, nicht
  234. durch ein Spektrum, sondern durch die Pole, die für die Generativität notwendig sind. Die Lehrstellen, von denen Brockmöller
  235. spricht, sind kein Einfallstor für ein quees Schöpfungsverständnis. Sie sind schlicht nicht im Fokus des Textes. Und wir dürfen den Text nicht
  236. überstrapazieren. Wo er etwas nicht hergibt, gibt er etwas nicht her. Punkt. Und kein wissenschaftlicher Standardkommentar zu Genesis vertritt
  237. diese Spektrumstese. Ich habe es auch in meinem Video damals gesagt. Man muss immer bei solchen bei solchen Thesen prüfen, wie wie repräsentativ ist
  238. sowas. Also, wie sieht es aus mit den gängigen Kommentaren? Ja, für jede Bibelstelle gibt es Kommentare, die das Ganze ähm erstmal textkritisch auch äh
  239. darlegt, den Bibeltext äh also mit Arbeitsübersetzungen darlegt und dann eben Vers für Versü Übersetzung wichtige Hintergrundinformationen zu den
  240. verschiedenen ähm ja historisch kritischen Methodenschritten und auch mit in unterschiedlichen Schwerpunkten. Das heißt, es gibt
  241. Kommentare, die haben einen stärkeren Schwerpunkt auf Diakronen, andere wiederum auf synchronen Methodenschritten. Die einen lesen also
  242. das Ganze nach Brüchen und gucken nach den verschiedenen literarischen Schichten. Die anderen schauen sich mehr, die anderen schauen sich mehr so
  243. die Semantik und die Satz, den Satzbau und so weiter, sowas halt an. Und das ist alles okay. Deshalb hilft es auch immer, dass man verschiedene
  244. Kommentare hernimmt mit den verschiedenen Schwerpunktsetzungen. Und nehmen wir doch einfach mal die gängigen Genesis Kommentare her von Klaus
  245. Westermann z.B. oder von Horst Sebas oder von Andreas Schüle oder von Gordon Wenham oder von Bill Arnold oder wie sie alle heißen und egal welche sie
  246. hernehmen, keiner vertritt diese Spektrumstese. Klaus Westermann betont, dass die Geschlechterdifferenzierung im Dienst des Fruchtbarkeitssegens steht
  247. und der Mensch als Gemeinschaftswesen geschaffen ist, aber nur in der Zweiheit von Mann und Frau. Horst Sebas z.B. sagt, dass die Gott Gottesbildlichkeit
  248. allen Menschen zukommt. Ja. Die polare Formulierung ist eine Totalitätsaussage, aber im Sinne der vollständigen Menschheit nicht eines
  249. Spektrums. Und so können Sie alles durchgehen. Z.B. Andreas Schüle, der sagt, der von der geschlechtlichen Differenzierung als Grundbedingung der
  250. Generativität, das wir uns fortpflanzen, spricht die Priesterschrift: "Iessiere sich nicht für individuelle Identität, sondern für die Menschheit als
  251. Gattungswesen." Ja, die Vogelperspektive, über die ich vorhin gesprochen habe, die Vogelperspektive,
  252. die individuelle Ebene wird im zweiten Schöpfungsbericht vor allem behandelt, aber das das möchte die Priesterschrift gar nicht. Die das ist ja ein
  253. priesterschriftlicher Schöpfungsbericht, darum geht es da gar nicht. Gordon Wenham betont das Male and Female, also ist ein englischsprachiger Kommentar,
  254. die beiden Geschlechter bezeichnet, die gemeinsam den Fruchtbarkeitsauftrag erfüllen. Und Bill Arnold sagt, dass die Menschheit geschlechtlich differenziert
  255. ist und dass diese Differenzierung gut und gewollt ist. Das heißt, diese Spektrumsthese, die kursiert nur in bestimmten Kreisen und äh findet sich
  256. auch ausschließlich in Publikationen, die einer explizit queren Hermenutik verpflichtet sind. Sind also keine Mehrheitsmeinung, sind viel mehr eine
  257. Minderheitsposition. Zu dem zu der rabbinischen Auslegung und zu diesem androggynen Adam in Brich Raba, das habe ich im in meinem letzten
  258. Video ja schon behandelt. Das müssen wir jetzt an dieser Stelle nicht noch mal anschauen. Ich verweise darauf gerne. Schauen [schnauben] Sie sich das an.
  259. Auch das finden Sie in der Videobeschreibung. Gehen wir weiter. Jetzt kommt nämlich diese sehr romantische zweite Schöpfungserzählung,
  260. die jawistisch ist, also auch älter und die die individuelle Ebene, also viel mehr so den inside dieser Erschaffung des Menschen
  261. beinhaltet und sich so wunderbar ergänzt mit dem ersten, was eben so die Vogelperspektive betrifft. Lesen wir den Text wieder nach
  262. der Einheitsübersetzung Genesis 2, die Verse 18 bis 25. Dann sprach Gott der Herr: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich
  263. will ihm eine Hilfe machen, die ihm ebenwürtig ist." Gott der Herr formte aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte
  264. sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte sein Name sein. Der Mensch gaben
  265. allem Vieh, allen Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen ebenbürtig war, fand er nicht.
  266. Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.
  267. Gott der Herr baute aus der Rippe, die er vor Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Und der Mensch sprach: "Das endlich ist Bein
  268. von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie genommen genannt werden, denn vom Mann ist sie genommen. Darum verlässt der Mann Vater und Mutter
  269. und hängt seiner Frau an und sie werden ein Fleisch. Beide der Mensch und seine Frau waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.
  270. Die Einheitsübersetzung übersetzt hier immer mit Mensch. Gemeint ist der Begriff Adam. Ha Adam. Ha Adam heißt es immer. Ha Adam. Der Mensch. Der
  271. Mensch. Da sind wir jetzt erstmal wieder bei Thomas Hieke, der nämlich auch zu dieser Stelle was gesagt hat. Er hat
  272. folgendermaßen argumentiert: "Der der Text spreche vom Menschen von Adam, nicht vom Mann. Die Frau werde aus der Seite des Menschen gebaut.
  273. Das betone die ursprüngliche Einheit, nicht die Differenz." die Formulierung Hilfe, die ihm entspricht zer Knegd
  274. Knegd, eine Hilfe ihm gegenüber. Hier heißt es sogar noch in dieser App, man kann es man kann knig do noch
  275. übersetzen als front part opposite counterpart made, also auch als Gefährtin sozusagen over against before. ein ihm ein Gegenüber, also eine Hilfe.
  276. Und zu gibt es auch eine interessante Geschichte. Ich glaube, das geht hier zu weit, aber ich glaube, das werde ich mal in einem Short behandeln,
  277. damit man einfach versteht, was das bedeutet, dass die Frau Hilfe ist. Also, es klingt ja so so herablassend, aber das ist ganz anders
  278. gemeint. Auf jeden Fall eine Hilfe, die ihm entspricht. Er sagt, das sei offen genug für gleichgeschlechtliche
  279. Partnerschaften. Heke schlägt eine queer integrierende Formulierung vor. nur ein menschlicher Partnervermag, echte Gemeinschaft zu schenken. Aber schauen
  280. wir uns doch mal erstmal die Begriffe an, die hier verwendet werden. Also, der Text verwendet nämlich eine gezielte sprachliche Entwicklung.
  281. Es heißt erstmal ha Adam die ganze Zeit auch in Vers 18 noch der Mensch. Als Gott die Frau auf seiner Seite baut und ihm zuführt, spricht der Mensch in Vers
  282. 23: "Diese soll Ischa heißen, denn von Is gekommen." Als Gott die Frau aus der Seite Adams baut und sie ihm zuführt, spricht der Mensch in Vers 23, wo es
  283. heißt: "Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie genannt werden, denn vor Mann ist sie genommen." Wir verstehen
  284. das im Deutschen nicht so, aber das ist ah, ich kriege immer so eine Gänsehaut. Ich finde das so romantisch und gleichzeitig ist es so tiefgründig und
  285. wir können das irgendwie im Deutschen nicht abbilden. Luther hat versucht dein Wortspiel, das Wortspiel so ein bisschen im Deutschen nachzubauen. Ich sage ihm
  286. das gleich. Äh und zwar in Vers 23 sagt Adam: "Isschall sie heißen, denn von Ich ist sie genommen." Aus dem allgemeinen Begriff Adam wird
  287. das allererste Mal ich, aber trotzdem bleibt der Begriff Adam bis zum Ende des Kapitels bestehen für diesen ersten Menschen.
  288. Adam bleibt also, aber trotzdem ist nun die Rede von Ich und Ischa. eine Differenzierung dieses Menschen. Ich und ich ist der Mann und Is die Frau
  289. und Isacha ist nicht einfach irgendein Begriff, sondern da drin steckt, der Mann und die Präposition A. Und dieses A ist die Präposition von etwas her. Also
  290. es kann auch lokal gemeint sein. Ich komme daher. So ne. Isa vom Mann. Das ist eine sprachliche Präzisierung. Also aus Adam, was
  291. allgemein Mensch heißt, wird nun die Geschlechtlichkeit in zwei Personen, in zwei Arten, die zweigeschlechtlichkeit, ich und Isacha. Und das ist natürlich
  292. eine sprachliche Präzisierung, die den erzählerischen Bogen unterstreicht. Also von der ungeschiedenen Einheit zur geschlechtlichen Differenzierung. Ich
  293. habe ja vorhin schon gesagt, äh Luther hat versucht diesen dieses hebräische Wortspiel ähm abzubilden in der deutschen Übersetzung und hat gesagt:
  294. "Männen soll sie genannt werden, weil sie vom Mann genommen ist." Männen hat er gesagt, Männen. Ja, es ist es kann das auch nicht so richtig abbilden, ne?
  295. Aber er hat's wenigstens versucht. Noch mal zu diesem Prozess von der ungeschiedenen Einheit zur geschlechtlichen Differenzierung. Dieser
  296. Prozess wird überspielt durch die Queer Lesart, indem sie auf der Stufe des noch undfferenzierten Adam stehen bleibt und die Poante der Erzählung die
  297. Differenzierung in Mann und Frau ignoriert. Ich glaube, ich muss doch ein bisschen schon hier über Ez Königedon sprechen, gerade überre, wo es sonst
  298. nämlich verwendet wird im Alten Testament. Dieses Wort Ärzere Hilfe Beistand wird im Alten Testament häufig für Gott als Helfer Israels verwendet.
  299. Z.B. in Exodus 18:4 und der Begriff Knegd da das ist eine Zusammensetzung aus verschiedenen Begriffen. Es setzt sich zusammen aus K, was wie oder
  300. entsprechend heißt und neget gegenüber vor. Also deshalb meinte ich vorhin, man kann es ja auch übersetzen mit mir ein Gegenüber, ne? Deshalb ein Du Adam
  301. bekommt, der einsame Adam bekommt ein Gegenüber, ein Du, dass er ansprechen kann und dadurch erkennt er sich als ich,
  302. wie es Martin Buber so schön sagt. Und dieses O, das ist noch ein Pronom. Also äh das steht für ihm, also ihm entsprechend gegenüber, eine Hilfe wie
  303. ihm gegenüber oder eine Hilfe, die ihm entspricht und zugleich gegenüber tritt. So kann man es vielleicht gut übersetzen. Und diese Formulierung
  304. drückt die Gleichwertigkeit und die Gegenüberstellung zugleich aus. Ja, es ist jemand, der ist mir gleich, aber er ist mir zugleich nicht gleich.
  305. Er steht mir gegenüber. Ja, die Frau ist nicht eine beliebige Hilfe. Sie ist ein personales Gegenüber, das dem Mann entspricht, aber gerade in
  306. seiner Andersartigkeit. Ja, das heißt, die Komplementarität ist sprachlich eingewoben. Deshalb ist dieser Text ein Kunstwerk.
  307. Dieser Text ist ein Kunstwerk. Nichts in diesem Ausdruck liegt nahe, dass es sich um einen beliebigen Partner handeln könnte, unabhängig vom Geschlecht. Genau
  308. das Gegenteil von dem, was Hike sagt, ist die eigentliche Poante von diesem Keyword, diesem Schlüsselbegriff in dieser ganzen Erzählung von der
  309. Erschaffung der Frau. Und dann Vers 24 zieht das Fazit der gesamten Erzählung: "Darum verlässt der Mann, jetzt steht da ich nicht mehr Had Adam, sondern dann
  310. ich." Darum verlässt der Ich Vater und Mutter und hängt seiner Isacha an, die von ihm gekommen ist, ne? Isacha vom Mann. Und
  311. sie werden ein Fleisch. Dafür sind Sie schon geschaffen, ein Fleisch zu sein. Sie ist Fleisch von
  312. seinem Fleisch, verstehen Sie? Das heißt, das ist eine ausdrückliche ätologische Gründung der heterosexuellen Ehe. Und das hat die Kirche, das habe
  313. ich auch erklärt in meinem letzten Video, die kirchliche Tradition deshalb auch genauso gesehen. Äh die augustinische Linie, die hat sich in der
  314. Kirche durchgesetzt. Und der Text, dieser Text zielt auf die Verbindung von Mann und Frau und nicht als einen möglichen Fall unter vielen, sondern als
  315. die von Gott gestiftete Grundform menschlicher Gemeinschaft. Und es gibt das es gibt keine Schlupflöcher, die man die man irgendwie
  316. eigentlich nutzen könnte. wirklich rein exegetisch gesehen, rein sprachlich gesehen, die man nutzen könnte, um auf eine andere
  317. Schlussfolgerung zu kommen. Und auch wenn Sie die Standardkommentare einmal anschauen, Klaus Westermann, Gerhard von Rat, genau, den muss man auch unbedingt
  318. in ähm also einbeziehen. Andreas Schüle, die schreiben alle, dass Genesis 2 als ethäologische Erzählung zu verstehen ist, wo er also ein Ursprung gegeben ist
  319. und der Ursprung von einer Sache, die [schnauben] die Macht der geschlechtlichen Liebe erklärt. Die Frau wird als Gegenüber geschaffen, dass dem
  320. Mann entspricht und doch anders ist. So lesen Sie es bei Klaus Westermann und Gerard von Rat betont, dass die Frau aus Z Seite des Mannes genommen wird, um
  321. ihre Wesensgleichheit und zugleich ihre Andlassartigkeit zu zeigen. Und diese Spannung von beidem, sie ist wie er, aber doch nicht wie er.
  322. Diese Spannung darf man nicht einfach über übergehen und wie mit einem Bulldoer drüber gehen zu Gunsten einer
  323. ideologischen Bibelauslegung, die eigentlich eine Gese ist, eine Hineinlegung in die Bibel und Gerhard von Rat sagt, hier wird die Ehe
  324. gestiftet. Deshalb sagt die Kirche, dass der erste Bund, der gestiftet wird mit dem ersten Menschenpaar, ein Ehebund ist. Deshalb beruft sich Jesus auf den
  325. Genesis, wenn er er über Ehescheidung spricht und die Unauflösigkeit der Ehe für allemal auch in göttlicher Vollmacht betont. Und die Kirche beruft sich auf
  326. die Worte Jesu bis heute in ihrer Unauflöslichkeit der Ehe und der Heiligkeit der Ehe auf die Schöpfung. Von Beginn an ist das
  327. Gott gewollt. Und Andreas Schüle, der betont auch noch mal diese zwei verschiedenen Perspektiven der beiden Schöpfungsberichte, dass es in der
  328. Genesis 1, dass es in Genesis 1 vor allem um die Menschheit als Gattung geht, also von oben drauf geschaut und dann geht es um die personale Beziehung
  329. der Inside, ne, dieses sehr individuelle und das Innenleben. Und wie ist die Beziehungsdynamik zwischen Mann und Frau in Genesis 2? Die Quere Lesart, die den
  330. Text für gleichgeschlechtliche Partnerschaften öffnen möchte, findet in den Standardkommentare keine Stütze. Das tut mir leid, aber das kann man
  331. einfach auch sprachlich gar nicht herleiten. Deshalb finden Sie sowas in den Kommentaren auch nicht wieder. Und schauen wir uns nun das Thema
  332. Homosexualität in Levitikus an. Und immer wenn es um äh in der Debatte um Homosexualität und Kritik an der Homosexualität geht, wird
  333. äh werden immer zwei Bibelstellen aus Levitikus angeführt. Erstens Levitikus 18:22 und Levitikus 2013. Da geht's um das Verbot männlicher Homosexualität.
  334. In Levitikus 18 lesen Sie: "Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft. Das wäre ein Greul.
  335. Also, das wird auch kultisch gesehen hier, vor allem natürlich im kultischen Kontext ähm kritisiert. Und dann lesen wir noch im 20. Kapitel diesen Vers, wo
  336. es darum geht. Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Greueltat begangen. Beide haben den Tod verdient. Ihr Blut
  337. kommt auf sie selbst. Über die Strafe und so weiter müssen wir jetzt hier an der Stelle nicht diskutieren. Das ist jetzt auch nicht Thema. wäre natürlich
  338. interessant, aber wir wollen uns jetzt erstmal anschauen, was ist die queer Lesart? Es wird gesagt, das Verbot richte sich nur gegen bestimmte Formen
  339. von Sexualität, Homosexualität. Ich glaube, ich habe das auch in einem Video, ich weiß nicht, ob es dasselbe war wie damals mit dem mit der
  340. Schöpfungserzählung oder in einem anderen, aber ich hatte darüber gesprochen, dass man immer wieder sagt, das das bezieht sich ja nur auf
  341. bestimmte Formen von Homosexualität, etwa kultische Prostitution, deshalb ist ja auch die Rede von Greueltat oder Gewaltakte, nicht einvernehmliche auf
  342. Augenhöhe geschehende ähm Akte, liebevolle Beziehungen oder sowas wie das, was uns ja hier vor allem immer interessiert, z.B. bei den Segensfeiern
  343. und so, da geht's ja nicht um gewaltsame Akte, sondern es geht um äh Beziehungen, treue Beziehungen auf Augenhöhe. Der Begriff Greu war beziehe sich auf
  344. kultische Verunreinigung, nicht auf eine universale Moral und zudem enthaltet das Heiligkeitsgesetz viele Vorschriften. Das ist im Kontext des
  345. Heiligkeitsgesetzes in Levitikus geschrieben und da geht's ja immer um viele Vorschriften, die Christen heute nicht mehr befolgen, z.B. die
  346. Speisegebote, die Kleidervorschriften etc. Warum muss man also ausgerechnet dieses Verbot konservieren? Schauen wir uns
  347. erstmal das Ganze sprachlich wieder an und arbeiten wir uns äh Schritt für Schritt an diesen ein Wänden ab. Erstens Levitikus 18:22.
  348. Ich gucke hier wieder in den hebräischen Text nebenbei. Wörtlich übersetzt lautet Levitikus 18:22 und bei einem männlichen, da steht
  349. wieder Sachar. Sollst du nicht liegen? Tischgaf lotf miske isa. Wie man liegt michwei wie man liegt
  350. Lotigaf mishgewe ich. Also sollst du nicht liegen das liegen einer Frau. Das Verbchaf, was hier verwendet wird in Tischgaf, ist das
  351. normale wertneutrale hebräische Wort für Geschlechtsverkehr. Schaf. Es gibt keinen Hinweis auf Gewalt,
  352. Prostitution oder ein Abhängigkeitsverhältnis. Das Verbot richtet sich gegen die Handlung als solche unabhängig vom
  353. sozialen Rahmen. Sprachlich gibt es nichts anderes her. Die Schaf von Schaf meint ganz normal den Geschlechtsverkehr.
  354. Wie sieht's aus mit diesen Toeva Greuel oder Greueltat? Dieser Begriff bezeichnet im Heiligkeitsgesetz, also in dem Buch
  355. Levitikus, diesem gesamten Heiligkeitsgesetz, Handlungen, die die göttliche Ordnung fundamental verletzen. Es kommt auch bei Götzendienst und bei
  356. Kindesopfer vor. Es handelt sich dabei also nicht um eine bloß kultische Kategorie, vor allem auch ja wesentlich, aber es geht auch um eine ethische
  357. Wertung mit schwerem Gewicht. In Levitikus 2013 wird auf die Übertretung die Todesstrafe verhängt. Das zeigt den hohen
  358. Stellenwert des Verbots im Wertesystem des Textes. Ja, in Levitikus 18:23 folgt unmittelbar das Verbot der Zophilie. Keinem Vieh
  359. darfst du beinen, du würdest dadurch unrein und Ludkar Schwinhaus Schönberger weist auf die Bedeutung dieser Nachbarschaft hin. Also für ihn ist das
  360. auch kein Zufall, dass es nebeneinander steht. Er sagt, wenn die biblische Sexualethik insgesamt als kulturell bedingt und überholt betrachtet wird,
  361. nach welchem Kriterium soll dann noch irgendeine sexuelle Handlung als unzulässig gelten? Die Bibel zieht eine Grenze, die sich an
  362. der Schöpfungsordnung orientiert. Wer diese Grenze für beliebig erklärt, muss ich fragen oder fragen lassen, ob dann überhaupt
  363. noch Grenzen gelten sollen. Warum das eine überholen? Warum soll das eine überholt sein und das andere nicht? Dürfen wir uns an Tieren vergehen? Das
  364. ist eine Katastrophe, wenn wir das auch heutzutage leider immer noch auch in unseren breiten Graden mitbekommen. Das sind unglaubliche Schlagzeilen, die man
  365. da manchmal zu lesen bekommt. Warum soll das ähm weiterhin verpöhnt sein? Verstehen Sie das? Da fragt man sich, warum das eine ja, das andere
  366. nein? Und ja, natürlich ist es ein wichtiges Argument, dass wir das Heiligkeitsgesetz nicht mehr so befolgen wie die Juden.
  367. Wir befolgen die Speisegebote nicht mehr. Wir befolgen viele Reinheitsfortschriften des Alten Testaments nicht mehr, aber das ist kein
  368. Einwand gegen die ähm fortdauernde Geltung des Verbots homosexualer Handlungen. Äh die Kirche hat seit jeher zwischen
  369. dem Zeremonialgesetz, wenn es um Kult, Speise und Reinheit geht und die Moralgesetzunterschieden und die Sexualmoral von Levitikus 18 und
  370. 20 wird im neuen Testament ausdrücklich bekräftigt. Die Speisegebote werden es nicht, sondern im Gegenteil, sie werden aufgehoben. Die selektive Befolgung, die
  371. vermeintlich selektive Befolgung folgt keiner Willkür, sondern einer kanonischen Logik. Was vom neuen Testament rezipiert und
  372. bekräftigt wird, das bleibt verbindlich und das betrifft auch die Homosexualität. Und wenn wir in die Standardkommentare
  373. schauen, beispielsweise Jacob Milgram schreibt in diesem Kommentar, der von Ankerbalbe herausgegeben ist, das ist übrigens einer der, also das ist
  374. eigentlich der bedeutendste Levitikus Kommentar der Gegenwart und also da schreibt Milgrim, dass das Verbot ausdrücklich geschlechtlichen Verkehr
  375. zwischen Männern verbietet und zwar als solchen, nicht als Gewalt, nicht als erniedrigenden Akt, nicht als Tempelprostitution oder also Kult
  376. Prostitution oder sowas und den Grund sieht er in der Verletzung der Schöpfungsordnung und in der altorientalischen Bewertung
  377. der Samenvergeudung. Von daher kann man das nicht irgendwie herunterspielen oder irgendwie nur für eine bestimmte Form von oder eine
  378. bestimmte Situation, in der diese Akte geschehen beziehen und deshalb dann sich daraus reden sozusagen. Und was ich als die Ironie des Tages empfinde, ist, dass
  379. ausgerechnet Hike selbst einen ähm einen Kommentar zu Levitikus geschrieben hat in HTH und da hat er geschrieben, dass das
  380. Verbot homosexueller Handlungen zwischen Männern als solche gemeint ist. Also er diskutiert zwar mögliche historische Begründungen, stellt aber
  381. die Reichweite des Verbots selbst nicht in Frage. Anderen Orts argumentiert er aber jetzt queer integrierend, also der hat da anscheinend selber auch einen
  382. Wandel durchgemacht. Dieser Kommentar ist, glaube ich, von 2014, also es sind schon mehr als 10 Jahre jetzt vergangen [schnauben]
  383. und sein Aufsatz, den ich auf den ich mich jetzt immer wieder beziehe in seinen Argumenten, der ist aber auch schon paar Jahre her, zwei Jahre oder
  384. so. Die quiere These Verbot betreffe nur Gewalt oder Prostitution wird von der wissenschaftlichen Exegese nicht gestützt. Das möchte ich einfach nur
  385. sagen, auch nicht von Auslegern, die einer queeren Hermenutig nahe stehen. Ich habe auch in einem Video, also mindestens in einem Kommentar also habe
  386. ich das schon geschrieben. Ich glaube, ich hatte das aber auch als Video mal dann aufgenommen, diesen zu diesem hartnäckigen Einwand.
  387. Die Bibel kenne keine liebevolle, einvernehmliche auf treue ausgelegte gleichgeschlechtliche Beziehung. Das ist Quatsch. Mose oder Paulus haben nicht
  388. nur erniedrigende gewaltsame Akte oder kultische Prostitution verurteilt. Das ist Quatsch, denn die antiken Quellen belegen dauerhaft gleich geschlechtliche
  389. Liebesbeziehungen. Ich habe auf Platon z.B. verwiesen in seinem Symposium oder auf Plutich in Erotikos oder Martial und Juvenal, die römischen Satiriker des
  390. ersten Jahrhunderts, die über Männer spotteten, die sich mit allen üblichen Hochzeitszeremonien mit anderen Männern verhärteten. Auch eine andere Sache, auf
  391. die ich glaube ich schon eingegangen war, die biblischen Formulierungen zielen nicht auf bestimmte Missbrauchsformen. Also, ich hatte ja
  392. gesagt, in Levitikus werden, also ist der Begriff, der verwendet wird für den Geschlechtsverkehr bei einem Mann liegen, wie man bei einer Frau liegt,
  393. allgemein ohne Einschränkung auf Gewalt, Prostitution oder Pederasti. Hätte der Text nur Vergewaltigung verbieten wollen, hätte er andere Begriffe
  394. verwendet. Er hätte, glaube ich, auch an einer anderen Stelle im Heiligkeitsgesetz gestanden. Er wäre anders, es wäre also durch die Anordnung
  395. auch deutlich geworden. Und Paulus, der im Römerbrief ja ähm über Homosexualität spricht, der spricht von Frauen und Männern, die den natürlichen Verkehr
  396. vertauschen. Und das wiederum schließt die Päerastiehese aus, dass nur Pederastie Beziehungen gemeint sein, weil Päderastie praktisch ein rein
  397. männliches Phänomen gewesen ist. Zwischen Frauen gab es sowas nicht. Paulus verurteilt also die gleichgeschlechtliche Handlung als
  398. solche, weil eben die Frauen, weil er die Frauen mit aufzählt, unabhängig vom sozialen Rahmen. Und die exegetische Forschung bestätigt
  399. das. Armin Baum. Ich habe ihn jetzt schon öfter auch in meinen Kommentaren hier ähm erwähnt. Der hat dazu was geschrieben, der hat mehrere Arbeiten
  400. dazu, verfasst mehrere Artikel und so weiter. Und der hat nachgewiesen, dass antike jüdische und christliche Autoren Homosexualität als Phänomen kannten und
  401. zwar als Phänomen, das über Gewalt und Prostitution hinausging. Robert Ganyan äh der auf über 500 Seiten die antiken Quellen und biblischen Texte analysiert
  402. und auch zu demselben Ergebnis kommt die Vorstellung, die Bibel kenne nur ausbeuterische Homosexualität ist einfach ein moderner Mythos.
  403. Das Argument ist also das Resultat einer, ich muss es jetzt so böse sagen, das Resultat einer Wunschprojektion und nicht das Ergebnis neuer
  404. Quellenfunde oder sowas. Es entschärft den biblischen Befund durch eine historische Hilfskonstruktion, die der Quellenlage einfach nicht standhält.
  405. Switchen wir ins neue Testament, denn dort haben wir, ich habe es ja jetzt gerade schon ein bisschen vorweggenommen, gibt es auch Texte, die
  406. Homosexualität ähm kritisch behandeln. Wir denken an Paulus im Römerbrief. Römer 126 bis 27. Jetzt muss ich dieses Schmuckstück hier hervorholen
  407. und auch eine andere App. Da können wir nämlich gleich auch in das ähm in die Konkordanz schauen. Ich habe nämlich hier im Nestlel Alland keine Konkordanz.
  408. Die kann man dann extra dazu kaufen. Habe ich nicht. Von daher müssen wir gleich mal schauen. Also, der Römerbrief, erstes Kapitel, dort heißt
  409. es nun: "Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem Wiedernatürlichen.
  410. Ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander. Männer treiben mit Männern Unzucht und
  411. erhalten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Vereirrung. Kommen wir zuerst zur queren Lesart. Paulus spreche an dieser Stelle nicht von einvernehmlicher
  412. Homosexualität, sondern von heidnischen Kultpraktiken oder Peteraste. Die Begriffe natürlich, Physik und wieder natürlich paraphysin seien kulturell
  413. bedingt und bezeichneten nur das, was in der jeweiligen Gesellschaft als üblich galt. Paulus habe die moderne Erkenntnis nicht gehabt, dass Homosexualität eine
  414. angeborene Orientierung sein könne. Schauen wir uns das doch mal ein bisschen genauer an. Physikos, das Adjektiv Physikos meint natürlich oder
  415. der Natur entsprechend. Man muss immer auch bedenken, die Wortwahl kann natürlich unterschiedliche Nuancen haben. Und bei Paulus muss man bedenken,
  416. er meint, wenn er Physikos oder physisch verwendet, den Begriff nicht die kulturelle Gewohnheit oder gesellschaftliche Konvention, sondern er
  417. meint die von Gott geschaffene Ordnung. Die von Gott geschaffene Ordnung. Paulus argumentiert in Römer 118, also wenn man noch das ganze also den
  418. das ganze Kapitel mal so ein bisschen im Kontext dann noch mit berücksichtigt. Er argumentiert von der Schöpfung her. Die Heiden erkennen Gott aus den Werken
  419. der Schöpfung. Sie verehren aber das Geschöpf statt des Schöpfers. Die Verkehrung der Sexualität ist eine Konsequenz dieser Verkehrung der
  420. Gottesverehrung. Dass physis mehr ist als Gewohnheit, zeigt Paulus selbst, denn in Römer 1124 spricht er vom wedernatürlichen
  421. Einpropfen der Zweige. Da geht es in dem Kontext um einen Gleichnis Gleichnisse, die Erstlingsgabe vom Teig und der Ölbaum. Und beim Ölbaum
  422. geht es jetzt eben darum, ähm wenn du nämlich aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgehauen und gegen die Natur in den edlen Ölbe eingepropft wurdest, dann
  423. werden erst recht sie als die von naturzugehörigen Zweige ihrem eigenen Ölbaum wieder eingepropft werden. Ein sehr interessantes Gleichnis. Das
  424. ist jetzt auch gar nicht Thema. Ich will damit nur sagen, auch hier geht es um den Eingriff in die gewachsene Ordnung. Es geht nicht um die Frage von
  425. kultureller Üblichkeit, also wenn er den Begriff verwendet, dann wirklich immer von der gewachsenen äh schöpferischen Ordnung her. Interessant ist auch das
  426. Verb, das hier an der Stelle verwendet wird für Vertauschen und zwar Metalasso mit Elaxan steht hier. Das ist ein Begriff, der zweimal in der Heiligen
  427. Schrift vorkommt und zwar tatsächlich nur bei Paulus im Römerbrief zweimal Metalaso. Und dieser Begriff setzt voraus, dass es eine ursprüngliche
  428. richtige Ordnung gibt, die verlassen wird. Paulus denkt von Genesis 127 her. Das muss man immer bedenken. Er ist ein fraer Jude. Er ist ein Pharisäer. Ja, er
  429. ist ein Pharisäer. Er hat eine ganz klassische pharisäische Ausbildung von Gamaliel erhalten und deshalb denkt er natürlich auch wie die Pharisäer von der
  430. heiligen Schrift her, was für ihn die Schrift der Juden meint. Damals gibt's nämlich noch keine Bibel. Er ist ja der Beginn der Bibel. Genesis 1:27, da heißt
  431. es ja, dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. Und diese gleichgeschlechtliche Praxis ist eine Vertauschung dieser Schöpfungsordnung.
  432. Er den ganz klar von der Schöpfungsordnung her inner Genesis im ersten Kapitel in Vers 26 ist dann die Rede von Frauen. Ihre Frauen
  433. vertauschten den natürlichen Verkehr, also nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen. Und das ist aus zwei Gründen entscheidend. Erstens, dass Paulus
  434. nämlich nicht nur männliche Homosexualität kritisiert, sondern ein grundsätzliches Phänomen im Blick hat, dass das also auch beide Geschlechter
  435. betreffen kann. Zweitens, die antike Pederastie war ein männliches Phänomen, ein älterer Mann mit einem jungen Mann meistens. Zwischen Frauen gab es so eine
  436. institutionalisierte Praxis nicht. Und dass Paulus dennoch weibliche Homosexualität erwähnt, beweist, er verurteilt gleichgeschlechtliche
  437. Handlungen als solche und nicht eine bestimmte soziale Konstellation. Und da bin ich auch nicht alleine mit meiner Behauptung. Das sagen auch die
  438. Standardkommentare. Lesen Sie Ernst Käsemann in seinem Römerbrief von 1973 äh in seinem Römerbrief Kommentar HNT. Er ist kein konservativer Exegit ganz im
  439. Gegenteil. Er ist ganz in der Tradition von Bultman und er betont, dass Paulus die Schöpfungsordnung als Maßstab nimmt. Die Vertauschung ist ein Symptom des
  440. gefallenen Zustands der Menschheit, sagt Käsemann. Lesen Sie Michael Volta in seinem Römerbriefkommentar in EKK. Ich liebe die EKK Reihen, auch wenn ich
  441. nicht immer mit allem konform bin, aber die sind sehr gut aufgebaut und ich finde die Schwerpunktsetzungen immer super. Exegetisch gesehen jetzt. Der
  442. aktuell maßgeblichste deutschsprachige Kommentar ist dieser von Michael Wolter und er stellt klar: Paulus kritisiert nicht bestimmte Praktiken, sondern
  443. gleichgeschlechtlichen Verkehr als solchen. Die Nennung von Frauen und Männern zeigt, dass es nicht um Pederastie geht. Es ist mir wichtig,
  444. Ihnen das einfach auch zu zeigen, weil sie von mir jetzt irgendwelche ähm zu, ich sag mal, aufbereitete Informationen bekommen, aber sie haben ja vielleicht
  445. gar nicht im Blick, wie repräsentativ ist das, was die Frau Straust da erzählt. Ich möchte einfach transparent dahingehend sein, weil ich selber das im
  446. Studium nicht machen konnte. Ich musste diese Informationen mir zuführen, ich musste sie mir merken, ich musste sie pauken und dann in der Prüfung
  447. wiedergeben und konnte erst nach dem Studium so richtig, vor allem, weil ich natürlich Exegese dann weitergemacht habe, äh [schnauben] im Selbststudium
  448. das größere Bild mir anschauen und sehen, oh, das ist ja gar nicht so repräsentativ, was der Professor da gesagt hat. Das war halt eine These, für
  449. die er gerade steht, aber [schnauben] das ist eine Mindermeinung, Minderheitsmeinung im großen Forschungsfeld. Deshalb will ich Ihnen
  450. das einfach auch klar zeigen und dass sie auch merken, das was wir in der öffentlichen Debatte immer so mitbekommen, also auch was so in
  451. irgendwelchen Zeitschriften veröffentlicht wird, was auch in Social Media dann so breit getreten wird, womit sich die Leute brüsten und äh womit sie
  452. auch von oben herab auf andere herabschauen und denen die Kompetenz absprechen, wenn die anders denken. sind exotische Einzelmeinungen und oft ist es
  453. ist das nicht mal ja, es wird nicht mal ernst genommen in der Forschungslage. Und das sehen sehen wir an diesen klassischen Kommentaren und die halten
  454. sich nicht umsonst bis heute. Übrigens gibt es noch einen englischsprachigen Kommentar in NCNT und dieser englischsprachige Kommentar ist von 2018
  455. in der zweiten Auflage bereits erschienen und der ist von Douglas Mo und Douglas Mo widerlegt ausführlich die These Paulus habe nur bestimmte
  456. Missbrauchsformen im Blick. Es lohnt sich da reinzuschauen. Jedenfalls sagt er, dass diese Formulierung von Paulus umfassend und allgemein gemeint ist.
  457. Was Paulus nicht diskutiert, was worum es ihm nicht geht, ist ob gleichgeschlechtliches Begehren angeboren sein könnte. Diese Frage war
  458. der Antike natürlich nicht fremd. Also bei Platon wird es z.B. erwähnt, aber für Paulus ist das nicht das Kriterium. Entscheiden ist die objektive Ordnung,
  459. nicht die subjektive Neigung. Und aus der Tatsache, dass ein Begehren als innerer Impuls erlebt wird, folgt für Paulus nicht seine ethische Legitimität.
  460. Das ist eine Zumutung für das moderne Empfinden. Ja, aber es ist nun mal die Position des Textes. Und wenn wir über Exegese sprechen, über die Auslegung
  461. eines Textes, dann müssen wir dabei auch bleiben. Wir dürfen einen Text nicht anachronistisch überdehnen, das heißt mit modernen Augen auf einen
  462. antiken Text gucken. Es geht darum herauszuarbeiten und zu rekonstruieren, was der Wortsinn ist. Und was mich mit Wortsinn meine, habe ich ja ganz am
  463. Anfang dieses Videos erklärt. Schauen wir uns noch eine andere Stelle bei Paulus an, nämlich den ersten Korintherbrief und äh vielleicht auch
  464. den ersten Timotheusbrief. Erstmal einen sehr alten Text. Also, der erste Korintherbrief zählt zu den ältesten äh Texten und der erste
  465. Timotheusbrief gehört zu den Pastoralbriefen. Erstmal 1 Korinther 6, da lesen wir in den Versen 9 und 10: Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte
  466. das Reich Gottes nicht erben werden? täuscht euch nicht. Weder unzüchtige, noch Götzendiener, weder Ehebrecher, noch Lust Knaben, noch Knabenschänder,
  467. noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erb. Bei diesem Lasterkatalog
  468. ähm wird immer also aus queerer Sicht folgendes gesagt und dazu habe ich übrigens einen Artikel geschrieben äh für die Tagespost. Wenn ich den äh
  469. online finde, verlinke ich Ihnen diesen gerne auch unten in der Videobeschreibung. Die Quere lesart sagt jetzt, die
  470. Begriffe Malakoi, wo was mit Lustknaben übersetzt wird und Arsenokiti, Knabenschänder, seien unspezifisch und bezeichneten eher
  471. Prostitution oder bestimmte verpönte Praktiken. Arenokoiti sei ein von Paulus geprägtes Kunstwort, dessen genaue Bedeutung unklar sei, die Begriffe
  472. bezügen sich nicht auf einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen. Und es ist tatsächlich so, nur bei Paulus kommt dieses Wort vor an diesen zwei
  473. Stellen, die ich mit Ihnen lesen möchte. 1 Korinther 69 und 1 Timotheus 11:10. Das Wort Arsenuti, das setzt sich zusammen aus Arsen, was männlich heißt
  474. und Kè Beilager, das Bett oder eben auch der Geschlechtsverkehr. Und Paulus hat es höchstwahrscheinlich aus Levitikus hergeleitet, aus Levitikus 2013.
  475. Und da ist es jetzt gut, dass ich auch die Septu Ginta auf meinem Handy habe, die griechische Übersetzung des Neuen Testaments, äh des Alten Testaments,
  476. Entschuldigung. Und da können wir gleich schauen, was da steht in 2013. Kai hosete metsenos arsenos.
  477. Das sind zwei Begriffe. Arsenosen. Ja, Arsen ist der ist männlich und ist wie gesagt das Bett oder eben auch der Beischlaf. Und oft ist das im
  478. alttestamentlichen Kontext äh negativ gemeint, also negativ konnotiert. Gemeint ist die Promis, das promiskuitive Bett, also eher die
  479. Untreue, die Unzucht, sagen wir es mal so, für unzüchtiges wird im in dem Kontext in Levitikus gemeint oder verwendet. Und Paulus scheint
  480. Arsenos Keute hier zu verwenden aus Levitikus. Und daraus hat er dann einen Begriff gemacht, die Arzeni. Und dort heißt es jetzt wörtlich, wer bei einem
  481. männlichen liegt, das Beilager einer Frau. Meta Arsenus Gnaikos. Die beiden Bestandteile des Kunstworts entsprechen exakt dieser Formulierung. Also das ist
  482. ziemlich eindeutig, dass er das daraus herleitet. Paulus prägt hier ein neues Wort, um das alttestamentliche Verbot aufzugreifen
  483. und in die ethische Unterweisung der Gemeinde zu übernehmen. Und die Bedeutung ist klar, er bezeichnet Männer, die mit Männern verkehren und
  484. zwar allgemein ohne Einschränkung auf Prostitution oder Pederastie. Denn an der Stelle in Levitikus, worauf er sich offensichtlich ähm bezieht, ist ja, das
  485. haben wir vorhin herausgearbeitet, jegliche Art von homosexueller Geschlechtsverkehr gemeint, unabhängig von Gewalt, unabhängig von sozialem
  486. Rahmen, dass da irgendwie so ne Ungleich ähm Beziehung gemeint ist, so wie bei Pederasti ganz und gar nicht. Wie sieht's aus mit diesen Malakoi? Das
  487. Wort bedeutet wörtlich weich, zart, verweichlicht. Im Kontext des antiken Sprachgebrauchs bezeichnet es Männer, die in
  488. gleichgeschlechtlichen Beziehungen die passive Rolle einnehmen. Paulus nennt Malaki und Arsenogute nebeneinander, um beide Rollen abzudecken,
  489. also den passiven und den aktiven Partner. Die Paarung zeigt, dass er die gesamte Praxis männlicher Homosexualität im Blick hatte und deshalb kommen diese
  490. zwei Begriffe hintereinander. Wir müssen vielleicht auch ein bisschen über den Kontext sprechen. Das ist hier ja in dem Kontext des der Lasterkataloge. Und
  491. diese Lasterkataloge, die eben verschiedene Laster aufzählen, nennen eine Reihe von Verhaltensweisen, die vom Reich Gottes ausschließen. Also Unsucht,
  492. Götzendienst, Ehebruch, Diebstahl, Habg, Trunksucht, Lästerung, Raub. Es wäre methodisch unplausibel, ausgerechnet bei Arsenoai eine stark einschränkende
  493. Interpretation vorzunehmen, die bei den anderen Lastern niemand vornimmt. Das wäre irgendwie wiederum sehr selektiv und auch wirkürlich. Die Kataloge
  494. verwenden allgemeine umfassende Kategorien. Warum sollte das an der Stelle nicht umfassend und allgemein gemeint sein? Vom Kontext ergibt sich
  495. also schon auch, dass es so gemeint ist. Was ich sage, ist wiederum nicht ein eine Einzelmeinung. Ich stütze mich hier wieder auf Standardkommentare. Schauen
  496. Sie bei Anthony Thizzleton nach, der umfassendste neuere Kommentar, also von 2000 ist der. Und Thleton zeigt detailliert, dass Arzen den aktiven
  497. Partner im männlichen Geschlechtsverkehr bezeichnet und Malakoi den passiven. Klar, ich will damit nicht sagen, dass es eindeutig ist, denn darüber wird auch
  498. noch diskutiert und deshalb ist z.B. auch diese englische neue, es gibt so eine cool que freundliche Bibelübersetzung, die von den
  499. amerikanischen Bischöfen für die private Lektüre erlaubt wurde. Was hat es damit Aussicht? Das habe ich dann in einem Kommentar auch deutlich gemacht, weil da
  500. ging es genau um diese Stellen, also unter anderem bei Paulus diesen Lasterkatalog in 1 Korinther 69 und was ist mit Arsenokutai gemeint. Das heißt,
  501. da gibt's schon auch Diskussionen ähm bis heute, aber bei diesen klassischen Kommentaren geht's sehr in diese Richtung. Das gemeint ist der aktive
  502. Partner im männlichen Geschlechtsverkehr und Malakoi meint den Passiven und beide zusammen decken das gesamte Spektrum männlicher Homosexualität ab. Wolfgang
  503. Schrage schreibt in seinem Korinther Kommentar in EKK, dass die Begriffe homosexuelle Praktiken als solche bezeichnen. Auch hier nicht irgendwie
  504. der gewaltsame Akt äh Prostitution oder sonst irgendwas. Gordon Fe schreibt in seinem Kommentar in Nic in der zweiten Auflage von 2014
  505. nachzulesen, dass es ganz klar Anspielung an Levitikus 2013 ist auf also eine Anspielung auf die Septuaginta auf das griechische Alte Testament. Ich
  506. habe es Ihnen ja auch vorgelesen. Es ist eindeutig daraus hergeleitet, was übrigens auch bedeutet, dass die alttestamentlichen Stellen damit im
  507. neuen Testament ähm auch weiterhin gelten und Homosexualität deshalb nicht hinfällig geworden ist. Also das, was im Heiligkeitsgesetz steht.
  508. im Gegensatz zu Speisegeboten und so weiter. Das ist hier ein Beispiel dafür, warum es eben was anderes ist als die Speisegebote oder die
  509. Reinheitsvorschriften. Jetzt muss ich gucken, was wir hier noch machen können, weil das doch alles sehr ausführlich ist. Ich habe nämlich noch einen letzten
  510. Teil. Da geht es, ich sehe gerade, ich nehme schon mega lange auf. Ähm, ich hoffe, sie können noch. Es geht nämlich noch um die Eunuchen Texte. Matthäus
  511. 19:12. Sie kennen diesen Text, da geht's um die Eunuchen um das Himmelreiches Willen. Und da sagt Jesus, es gibt Eunuchen, die vom Mutterleib so geboren
  512. sind und es gibt Eunuchen, die von den Menschen dazu gemacht sind und es gibt Einuchen, die sich selbst dazu gemacht haben. Und das Himmelreiches willen, wer
  513. es fassen kann, der fasse es. Die Quirelesart an dieser Stelle ist zu sagen, Jesus erkennt drei Kategorien von Menschen außerhalb der heterosexuellen
  514. Norm an. von Geburt an geschlechts uneindeutige, durch Menschenkastrierte und solche, die freiwillig auf die Ehe verzichten. Und diese Stelle zeige, dass
  515. Jesus selbst eine nicht binäre Anthropologie vertrete. Menschen sein hier ausdrücklich eingeschlossen und wertgeschätzt. Das Wort Einunuchos
  516. müssen wir uns glaube ich erstmal genauer anschauen, denn es bezeichnet einen zunächst einmal einen kastrierten Mann, aber Eunuchos wird auch im
  517. weiteren Sinne für Männer gebraucht, die zur Ehe unfähig sind oder auf Ehe verzichten. Das heißt, diese drei Kategorien, die
  518. Jesus nennt, sind von Mutterleib so geboren. Angeborene Zeugungsunfähigkeit. Es geht um die Zeugungsunfähigkeit, nicht um Transidentität.
  519. Zweitens von Menschen dazu gemacht, Kastration, wie sie im Orient verbreitet war. Drittens sich selbst dazu gemacht um das Himmelreiches Willen.
  520. Freiwilliger Verzicht auf die Ehe aus geistlicher Berufung. Hier geht's um den Zliibat. Hier geht's um eine geistliche Berufung,
  521. was später dann zülliibatär auch geregelt ist. Das heißt, dass man auch nicht mehr heiratet und dadurch enthaltsam ist.
  522. In der frühen Kirche war es nicht so, dass man dann die Ehefrau verlassen musste, äh wenn man dann ähm geweiht wurde, sondern man musste sich in der
  523. innerhalb der Ehe enthalten. Das wurde dann irgendwann abgeschafft, weil es doch zu viele Probleme mit sich bringt und deshalb hat man gesagt, dann dürfen
  524. Geweihte gar nicht erst heiraten. Das ist auch einfacher für sie. Aber es gab vorher auch schon, also in der frühen Kirche, eine Enthaltsamkeit, eine
  525. Kleriker Enthaltsamkeit. Und das ist mit dem dritten, mit der dritten Gruppe gemeint. Schauen wir uns den Kontext an. Warum spricht Jesus über Eunuchen, die
  526. von Natur aus Eunuchen sind, die sich selbst dazu machen oder die so gemacht wurden. Die gesamte Perikope Matthäus 19 1 bis 12. Lesen Sie sich das in Ruhe
  527. durch. Die handelt von der Ehe und der Ehescheidung. Jesus bekräftigt die Unauflöslichkeit der Ehe mit Verweis auf die Genesis,
  528. also genau auf die Texte, die die Zweigeschlechtlichkeit lehren, also 127 und 224, die Texte, die wir am Anfang unseres Bibelworkshops behandelt haben.
  529. Und die Jünger reagieren bestürzt darauf und sagen, wenn das so ist mit dem Mann und der Frau, dann ist es besser nicht zu heiraten. Die haben den Ernst der
  530. Lage verstanden. Heiraten sollte man nicht einfach so ausju und Dollerei. Das sollte man, wenn man wirklich dazu berufen ist, denn das ist für immer, bis
  531. der Tod uns scheidet. Und darauf antwortet Jesus mit dem Eunuchenlogion und erklärt, warum manche Menschen nicht heiraten. Nicht, weil sie eine andere
  532. Geschlechtsidentität hätten. Das ergibt sich aus dem Text überhaupt nicht, sondern weil sie entweder Zeugungsunfähig sind.
  533. Und hier geht es nicht um Unfruchtbarkeit, meine Lieben. Das muss man oh, mir hat jemand gesagt, meine Lieben wäre herablassend. Ich sag das
  534. immer, weil ich uns so als Familie als Freunde, freundschaftlich eigentlich meine, aber ich sollte mir das abgewöhnen. Also, er sagt das nicht im
  535. Sinne von Unfruchtbarkeit. Äh Unfruchtbarkeit und Impotenz sind nämlich zwei unterschiedliche zwei unterschiedliche Dinge. Hier geht's um
  536. die Impotenz. Man ist zur Zeugung unfähig. Man kann den Akt selbst nicht vollziehen. Darum geht es. Und es geht überhaupt nicht um
  537. Geschlechtsidentitäten oder sowas. Ja, sie sind entweder Zeugungsunfähig oder aus geistlichen Gründen möchte man auf die Ehe verzichten. Man ist zur Ehe
  538. nicht berufen. Man ist dazu berufen, Ehelos zu bleiben, um des Himmelreiches Bilden, weil man schon mit einem Bein in der Ewigkeit lebt. Man lebt, wie wir
  539. alle am Ende der Zeiten leben werden. Im Himmel heiratet man nicht mehr, sagt Jesus. Ja, Jesus würdigt also die Ehelosigkeit
  540. als legitime Lebensform. Das ist das Dritte. Aber er tut das ohne die Norm der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau in Frage zu stellen. Im Gegenteil,
  541. er zitiert ja Genesis 1 und 2 als gültige Schöpfungsordnung und fügte Ehelosigkeit als davon unterschiedene Berufung hinzu. Lesen Sie Matthäus,
  542. lesen Sie auch die Markusvion, weil da geht's genau darum, dass man sagt, aber Mose hat ja erlaubt, diesen Scheidungsbrief auszustellen und so. Und
  543. Jesus erklärt, das hat er ja nur, weil ihr so hartnernig herzig seid. Am Anfang war das nicht so. Und dann erklärt er, was der ursprüngliche Plan Gottes mit
  544. den Menschen ist. Was ich jetzt gerade gesagt habe, wie das zu verstehen ist mit diesem Eunuchenlogieron, können Sie nachlesen bei Örich Lutz im EK Kommentar
  545. zu Matthäus und der betont, dass im Kontext hier klar wird, es geht um die Ehefähigkeit, es geht nicht um
  546. Geschlechtsidentität. Der Begriff Eunuch ist funktional zu verstehen. Es geht um die Fähigkeit oder Bereitschaft zur Ehe. Sie können auch
  547. nachlesen den Kommentar von Craig Kina, der denatologischen Kontext betont. Also was ich gerade meinte mit die Ehelosen, die stehen mit einem Bein schon in der
  548. Ewigkeit, ne? Deshalb ist ja logisch. Wir sind schon am in der Endzeit und es gibt Menschen, die leben schon das, was uns alle noch erwartet und die leben
  549. das, um uns ein Mahnmal zu sein, ein Zeichen. Und er er spricht hier über diese dritte Kategorie um das Himmelreiches Willen und bezieht sich
  550. auf bewusste sexuelle Askese. Diese ganze Sache mit den Eunuchen gibt es auch im Alten Testament und da müssen wir bei Jesaja vorbeischauen im 56.
  551. Kapitel, da heißt es: "Der versch der Verschnittene sage nicht, ich bin doch nur ein dürrer Baum, denn so spricht der
  552. Herr den Verschnittenen, die meine Sabbatte halten, die erwählen, was mir gefällt und an meinem Bund festhalten. Ihnen allen gebe ich in meinem Haus und
  553. in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen, der Mehrwert ist als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen gebe ich Ihnen, der nicht ausgetickt wird.
  554. Diese Stelle ist sehr interessant, weil es da auch eine Quirelesart zu gibt. Und zwar ist die Queere Lesart, hier wäre ein Mensch außerhalb der
  555. heterosexuellen Norm ausdrücklich in die Heilsgemeinschaft integriert. Also der Verschnittene wird interpretiert als jemand außerhalb der
  556. heterosexuellen Norm. Das zeige, dass die biblische Tradition selbst die starre Binarität von Genesis 1 überwinde.
  557. Schauen wir uns das Ganze mal exegetisch genau an. Der Text gehört zur Halsprophetie Tretesajas. Also Jesaja wird aufgeteilt in ja den ersten Teil,
  558. dann zweiten Deuter Jesaja und dann Tret Jesaja und nach Deuteronomium 232 war ein Eunuch vom Tempel ausgeschlossen. Er war also Gott nicht
  559. Gottesdienstfähig. Er durfte nicht in die Gemeinde des Herrn eintreten. Er war isoliert. Und Trito Jesaja bricht diese Bestimmung auf und verheißt dem
  560. Eunuchen, dem Verschnittenen. Wir können gerne mal lesen, wie das Ganze in Jesaja 56 in der Septinta formuliert wird, also im griechischen
  561. Alten Testament, in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments. [schnauben] Und da ist auch die Rede von Eunuchos tatsächlich. Also der
  562. Verschnittene ist die Übersetzung hier an der Stelle. Also es ist dasselbe Wort Eunuch Eunuchos, also Trito Jesaja bricht diese Bestimmung auf,
  563. äh dass man eben ausgeschlossen ist vom vom von der Opferung und so weiter. Man kann dem Herrn nicht mehr nahe sein, der ja im Tempel wohnt. Und ähm hier
  564. verheißt der Herr, dem Eunuchen, der Gottesgebote hält, einen Namen, der mehr ist wert ist als Söhne und Töchter. Es geht also um jemanden, der keine Söhne
  565. und Töchter haben kann. Der hebräische Begriff Schem von für Name bedeutet im Alten Testament nicht einfach nur mein Name, wie ich heiße,
  566. sondern er steht für etwa für einen Ruhm der Nachhalt sozusagen, der nach meinem Tod auch weiterhin besteht. Ein bleibendes Andenken, eine fortwährende
  567. personale Existenz. Normalerweise lebt der Name eines Menschen in seinen Kindern weiter, verstehen Sie? Und deshalb ist es für den Juden, für den
  568. Frauen Juden so schlimm, wenn man keine Kinder haben kann, weil man dann nicht weiterlebt. Früher gab es also es gab in Ansätzen schon eine Art
  569. Auferstehungshoffnung, die aber erstmal sehr imanent war. die war sehr diesseitig orientiert und man glaubte, man lebt in den Kindern weiter
  570. und deshalb ist es ein Trost, wenn man sowas als Zusage bekommt. Ja, du du bekommst einen Namen und lebst somit dann auch weiter. Ähm noch viel mehr als
  571. wenn du das weitergibst an Söhne und Töchter. Der Enuch kann keine Kinder haben, also verheißt Gott ihm stattdessen einen ewigen Namen, der nie
  572. ausgetilgt wird. eine ganz große Trostzusage. Diese gnadenhafte Integration dessen, was aus der Norm herausfällt, das ist
  573. entscheidend. Ähm bedeutet nicht, dass die Norm aufgehoben wird. Also das Gesetz wird dadurch nicht aufgehoben. Dass ein Nuch keine Kinder haben kann,
  574. bleibt trotzdem etwas, das aus der Norm fällt. Es wird nicht zur Normalität umgedeutet. Der Enuch wird auch nicht fruchtbar gemacht. Seine Kinderlosigkeit
  575. wird nicht in eine neue Normalität gebracht. Ähm, es gibt sowas natürlich und das ist immer an entscheidender Stelle, dass Frauen, die keine Kinder
  576. bekommen, plötzlich aus der Gnaden Gnade Gottes heraus durch ein Wunder Kinder bekommen und diese Kinder verändern die Welt. Es sind immer die Frauen und ihre
  577. Kinder, die dann kommen, die entscheidend sind. Sei es der Prophet Samuel, sei es Simson, sei es Johannes der Täufer. Und das sind immer Menschen,
  578. die in der Heißgeschichte entscheidende ähm Rollen haben. Also, der Eunuch bleibt aus der Norm gefallen. Gott schenkt ihm einen Segen jenseits der
  579. Norm, aber er revidiert nicht die Norm selbst. Das ist ganz wichtig an der Stelle zu sagen. Und das ist exakt die pastorale Logik, die sich durch die
  580. ganze Bibel zieht, wenn man so will. Es gibt Menschen, die aus der Schöpfungsordnung herausfallen durch Schicksal, durch Gewalt, durch eigene
  581. Entscheidungen. Sie werden nicht verstoßen, sie werden integriert, aber ihre Situation wird nicht zur neuen Norm erklärt. Die Norm bleibt der Maßstab.
  582. Die Gnade tritt ergänzend hinzu. Auch das können Sie nachlesen, z.B. bei Klaus Balzer in seinem Deutero Jesaja Kommentar oder bei John Goldingay.
  583. Ähm, die sagen, also Golding Gay z.B. gesagt, der Name, der Mehrwert ist als Söhne und Töchter ist ein Ersatz, nicht eine Änderung der Norm. Klaus Balzer
  584. sagt, die gnadenhafte Integration des Eunuchen, die die alte Ausschlussbestimmung überwindet, ähm bedeutet nicht, dass die Norm der
  585. Fruchtbarkeit in Frage gestellt wird. Im Gegenteil, es bleibt trotzdem noch so, dass Fruchtbarkeit die Regel ist, der Regelfall. Es bleibt weiterhin so. Und
  586. das sehen wir dann ja auch im neuen Testament. Da ist es ja auch so, dass die Menschen dann leiden, wenn sie keine Kinder haben können.
  587. Soweit vielleicht einige Bibelstellen, die sich ähm also die ganz oft der Queeren, einer queeren Lesart, einer queeren Ace Gese zum Opfer fallen. Ich
  588. lade sie dazu ein, in die Kommentare zu schauen, die ich hier auch jetzt erwähnt habe. Ich kann Ihnen diese Literaturenangaben auch gerne unten auch
  589. noch mal auflisten, dann können Sie das alles in Ruhe anschauen. Und wenn sie Interesse haben daran, dass ich öfter mal sowas mache, zu einem bestimmten
  590. Thema mal so ein Bibelworkshop mache, dann kann ich das gerne mal wieder aufbereiten und mit Ihnen gemeinsam teilen hier auf YouTube. Und wenn Sie
  591. mal etwas haben, wo Sie sagen, bei diesem Thema würde ich gerne mitsprechen, da würde ich gerne auch zwischendurch nachhaken, da würde ich
  592. gerne noch mal paar Fragen stellen, sagen Sie das auch gerne in ähm den Kommentaren gerne mit einem Themenvorschlag. Dann können wir mal
  593. überlegen, das über Zoom zu gestalten. Vorausgesetzt, es ist für sie technisch auch alles ähm so okay, aber es ist auch echt nicht kompliziert. Also, ich finde
  594. Zoom ist eine gute Plattform, also die bei der man sich nicht groß hineinfuchsen muss in die Technik. Man kann es auch ohne die App zu
  595. installieren, ohne das Ganze zu, also auch auf dem Computer zu installieren, über den Internetbrowser, den Sie sowieso verwenden, äh aufrufen, wenn Sie
  596. den Link haben. Von daher müssen wir mal überlegen, ob wir daraus mal so ein ob wir das mal institutionalisieren oder zumindest in
  597. regelmäßigen Abständen mal machen wollen. Vielleicht eine kurze Zusammenfassen Fassung. Ich habe mit Ihnen sieben zentrale Bibelstellen
  598. geprüft und das Ergebnis ist eindeutig. Erstmal die Schöpfungstexte Genesis 1 und 2, die beschreiben eindeutig eine binäre auf Generativität, also
  599. Fortpflanzung hingeordnete Geschlechterstruktur. Die que Merismusthese wird also, dass da das mit männlich und
  600. weiblich ein Spektrum gemeint sei, wird von keinem wissenschaftlichen Standardkommentar gestützt. Sie ist eine moderne Eintragung, die auf einem
  601. Kategorienfehler beruht. Dann die alttestamentlichen Verbote in Levitikus 18 und Levitikus 20, die verbieten männliche Homosexualität als solche und
  602. zwar in einer Formulierung, die allgemein ist, die keine Einschränkung auf Gewalt oder Prostitution erkennen lässt und der wissenschaftliche
  603. Levitikus Kommentar von Thomas Hieke selbst, der was anderes behauptet, bestätigt das. Also, [schnauben] der hat anscheinend wirklich einen Wandel
  604. durchzogen. Und dann schließlich im neuen Testament ähm vor allem die Paulus stellen, Römerbrief, Korinther, erster
  605. Korintherbrief, Paulus rezepiert das alttestamentliche Verbot, benutzt sogar einen einen Begriff, den er anscheinend aus der Septuaginta bezieht, aus dem
  606. alten griechischen Alten Testament und stellt es in den Horizont der Schöpfungstheologie. Die These erhabe nur Pederast oder
  607. Kultprostitution verurteilt wird von den großen Kommentaren absolut widerlegt. Die Nennung beider Geschlechter in Römer 1 schließt die
  608. Peterastetese kategorisch aus. Und schließlich die Eunuchen Texte, also Matthäus 19 und natürlich auch vielleicht mit dem Seitenblick nach auf
  609. Jesaja zeigen eine pastorale Weite für Menschen außerhalb der Norm, ohne die Norm selbst aufzuheben. Es geht hier immer um gnadenhafte
  610. Integration, nicht um die Umdeutung der Schöpfungsordnung. Die kanonische Gesamtlinie ist klar. Es gibt keine Spannungsstruktur zwischen Binarität und
  611. Inklusion. Es gibt eine klare Linie. Schöpfungsordnung, Konkretisierung in der Torah, Bekräftigung durch Paulus, Ergänzung durch die Würdigung der
  612. Ehelosigkeit, aber nirgendwo an keiner Stelle eine Revision. Wenn man irgendwelche Queeren, Ideen, Konzeptionen, wie auch immer verbreiten
  613. möchte, kann man sich nicht auf die Bibel stützen. Punkt. Sie werden kein biblisches Argument dafür finden. Und der exegetische Mehrheitsbefund, ich
  614. spreche jetzt gar nicht als Einzelperson, klar, ich habe ein Doktor in Exegese des Neuen Testaments, aber trotzdem bin ich ein einziges Menschlein
  615. äh im im Kontext von so vielen Menschen, die es gibt, die forschen und die Bücher schreiben und so weiter. Die Mehrheit der Exegeten, der namhaften Exegeten
  616. widersprechen jeglicher queeren Lesart. Egal, welche Stelle sie hernehmen, es gibt keine also namhaften namhaften Personen, die
  617. da wirklich ähm irgendetwas da unterstützen. Das heißt natürlich nicht, das ist ein ganz wichtiger Disclaimer zum Schluss, das heißt nicht, dass
  618. quiere Menschen keinen Platz in der Kirche haben. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil, jeder Mensch ist als Bild Gottes geschaffen und zur Gemeinschaft
  619. mit Christus berufen. Das sind wir alle. Keiner darf für seine Orientierung ähm respektlos behandelt werden, herabgelassen werden, herablassend
  620. behandelt werden. Steht sogar im Katechismus. Wir müssen allen Menschen und auch homosexuell orientierten Menschen mit Respekt begegnen und schon
  621. gar nicht Menschen dafür ähm ja umbringen. Es gibt auch eine Verfolgung und wirklich Kriminalisierung von Homosexualität in anderen kulturellen
  622. Kontexten. Das geht gar nicht. Das geht gar nicht. Aber aber trotzdem bleibe ich dabei und ich kann es nicht anders sagen, wenn ich
  623. rein exegetisch hier sitze. Trotzdem geben biblische Texte nicht das her, was queer Ausleger in sie hinein lesen. Die Bibel kann nicht herleiten
  624. für queere Ideen. Die historisch kritische Exegese ist kein Werkzeug konservativer Ideologie. Sie ist eine methodisch kontrollierte
  625. Disziplin. Sie kann verwendet werden, um Unheil anzurichten. Sie kann aber auch verwendet werden, um wirklich aufrichtig
  626. nach dem Wortsinn der Bibel zu forschen. Und wer diese historischkritische Methodik ernst nimmt, kann die Bibel nicht als Beleg für ein gottgewolltes
  627. Geschlechterspektrum heranziehen. nicht deshalb nicht, weil man Menschen verurteilen will, sondern weil der Text selbst es schlicht nicht hergibt. Das
  628. ist es, was ich, was ich in an diesem heutigen Abend, den sie jetzt schon so lange mit mir zubringen, erklären wollte durch diese Bibelarbeit. Ich glaube, die
  629. Debatte muss ehrlicher geführt werden und ich glaube, dass wir mit dem Anspruch auftreten müssen, ähm wirklich sauber zu arbeiten, methodisch sauber zu
  630. arbeiten und dass wir verstehen, dass das nicht Verengung ist oder irgendwie Bigotterie oder sowas, wenn wir sagen männlich und weiblich zuversie ist ähm
  631. geschlechter Binarität und nicht Spektrum. Es ist keine Verengung, sondern eine Zusage. Und ich glaube, das müssen wir wieder vermehrt auch
  632. kommunizieren, auch in der öffentlichen Debatte. Du Mensch in deiner geschlechtlichen Konkretheit bist gewollt, gesegnet. Du
  633. bist im Bild Gottes geschaffen. Das gilt für jeden Menschen und dafür braucht es keine neue Auslegung. Dafür müssen wir einfach eine genaue ehrliche
  634. Lektüre der heiligen Schrift wieder vornehmen. Dazu lade ich Sie ein. Dazu lade ich uns alle ein und ich danke Ihnen, dass Sie
  635. bis hierhin durchgehalten haben. Wie gesagt, alle wichtigen Links, alle Hinweise auf irgendwelche Apps und Internetseiten bekommen Sie in der
  636. Videobeschreibung auch die Lektüre. Ähm, ich werde Ihnen eine Liste mit allen ähm Kommentaren hier hinterlassen. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit äh
  637. irgendwie mal in so eine Bibliothek reinzugehen. Da finden Sie diese Kommentare, also in eine theologische Bibliothek, denn Kommentare sind
  638. sauteuer. Da werden sie auf jeden Fall nicht unter 90 € wahrscheinlich hinblättern müssen und gerade die alten Kommentare sind besonders teuer.
  639. Von daher würde ich es Ihnen nicht raten, das alles auch zu kaufen und ich möchte sie Ihnen das auch nicht andrehen, aber wenn Sie die Möglichkeit
  640. haben, da vielleicht selber mal reinzuschauen, ich wünsche Ihnen zunächst einmal noch einen schönen Abend. Danke, dass Sie bis hierhin
  641. zugeschaltet, zugeschaut haben, mitgemacht haben und ja, wünsche Ihnen gottesreichen Segen. Seien Sie behütet und beschützt. Machen Sie es gut.
  642. [singen] [musik] O Christ.
  643. [singen] Aleluja. Aleluja. [musik]
  644. Ador Kriste
  645. Aleluja. [singen] [musik] Aleluja. Ah.

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