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Die Dampfmaschine verändert die Welt I DIE INDUSTRIELLE REVOLUTION
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 62 Zeilen
- Ein paar Erfindungen, an denen der Mensch in seiner Geschichte tüftete, waren so großartig, dass sie auch heute noch unser Leben beeinflussen. Wie würde
- unser Alltag heute ohne das Rad aussehen, ohne Telefon, ohne Internet? Und genau diesen Einfluss, die diese Erfindung gerade auf mich und auch auf
- euch haben, hatte die Dampfmaschine und das neue Fabriystem vor ein paar hundert Jahren auch, nämlich mit neuen Energieprodukten, einer neuen
- Arbeitsorganisation von Männern und Frauen und ein neues soziales und ökonomisches System, deren Grundzüge heute noch erkennbar sind.
- [Musik] Hallo, ich bin Felix und willkommen zu Einfach Geschichte. Matis in dieser
- Woche nicht da, deswegen übernehme ich mal. Heute schauen wir uns an, wie die Entwicklung der Dampfmaschine und Erneuerung in der Textilindustrie
- radikale soziale, politische und ökonomische Veränderungen begünstigt haben und die traditionelle Welt auf den Kopf stellten, bis die neuen
- Entwicklungen und Erfindungen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts den Weg zur industriellen Revolution ebneten und nach vorne
- trieben bestimmten traditionelle Werte das Leben. Energie und Kraft schöpfte man eben von dem, was die Natur den Menschen zur Verfügung stellte. Wind,
- Wasser und Tiere, das waren die einzigen Optionen. Nur in deren Nähe wurde z.B. Kohle abgebaut, auch wenn dort eigentlich nicht so viel zu holen war.
- Werfen wir zuerst einen Blick auf die Erfindungen, die durch den Mangel an natürlicher Kraft gewissermaßen erzwungen wurden und auf der Arbeit
- lokale Handwerker und Grubenarbeiter basieren. Wie ihr vielleicht noch aus der letzten Folge wisst, wurde Wolle und Gar mit der Hand meist im eigenen Heim
- oder nur in sehr kleinen Betrieben gesponnen. Vom Lehrling zum Gesellen bis zum Meister Handarbeit war und ist immer noch aufwendig und deswegen auch
- ziemlich teuer. Das änderte sich aber ab 1733, als John K nämlich den sogenannten Schnellschützen erfand. Ein wichtiges Teil für die damaligen Webstühle. Vor
- Case schnell schützen mussten sich die Weber über dem Webstuhl hinweg, Fäden herauspicken, sie wieder einordnen und zurecht zuppeln. Je nach der Größe der
- Textilien brauchte man dafür sogar mehr als eine Person. Durch Caseer Erfindung wurde das automatisiert und vereinfacht. Selbst Lyen konnten die damit gepimppten
- Webmaschinen bedienen. Die Produktivität des modernen Handwerks erhöhte sich dadurch enorm. Die traditionellen Spinner und Weber hingegen wurden von
- dieser Erneuerung überrollt und konnten mit der steigenden Nachfrage nach Textilien nicht mithalten. Das Spinnen war bis dahin in den einzelnen
- Haushalten angesiedelt. Frauen und Kinder lieferten das Garn an die meist männlichen Spinner. Mit der Einführung der sogenannten Spinning Jenny von James
- Haggrey 1764 wurde die Spinnarbeit nochmals erleichtert und vor allem effizienter. Dieser mechanische Webstuhl sponn nicht nur mit einer Spule, sondern
- mit acht. Diese Entwicklung in der Spinnerei nahm mit einer Erneuerung des Erfinders Richard Orchride eine neue Dimension an. Er sorgte dafür, dass die
- Spinning Jenny mit Wasserkraft lief und entwickelte ein neues Arbeitssystem. Orde baute eine der ersten Fabriken, die auf eine organisierte Maschinerie
- setzte. Seine Fabrik in Chrome Derbyshire lag neben den Durvin Driver und ist eines der ersten Beispiele für geregelte Arbeitszeiten. In seiner
- Fabrik wurde sogar nach der Uhr, nicht nach der Sonne gearbeitet. war auch der erste, der in seiner Fabrik einen einheitlichen Produktionsablauf
- etablierte und somit den gesamten Prozess vom Material bis hin zum fertigen Produkt verfolgen konnte. Ende des 18. Jahrhunderts boomte die
- Textilindustrie. Die Nachfrage nach günstigen und haltbaren Textilien stieg enorm an und machte 1820 die Hälfte der britischen Exporte aus. Die Nachfrage
- nach handgesponnen Produkten hingegen ging zurück. Die einst unabhängigen Handwerker und Handweber verloren gegen Überlegenheit und Effizienz der neuen
- Technik und transferierten sich so selbst aus der Hausindustrie in die größere Fabrikindustrie. Durch die neue Dampfkraft wurden auch die Wasserräder
- abgelöst. Fabrikanten wurden nicht mehr gezwungen, ihren Standort nach geeigneten Energieressourcen, wie z.B. einen Fluss für Wasserkraft auszusuchen,
- sondern konnten sich lukrativer platzieren. Die Dampfkraft steigerte die Produktivität und Effizienz und veränderte Transport und die Arbeit wie
- nie zuvor. Viele halten James Watt für den Erfinder der Dampfmaschine, aber da liegt ihr falsch, denn eigentlich gibt es keinen eindeutigen Erfinder. Die
- Dampfmaschine war viel mehr das Produkt vorausgegangener technischer Verbesserung auf dem Weg hin zu einer funktionierenden Maschine und quasi ein
- Zusammenspiel der Erfindungen und Entdeckungen eifriger Tüftler. Durch die Experimente des deutschen Wissenschaftlers Otto von Dyrike
- beispielsweise verstand man das Prinzip und den Zusammenhang von Vakuum und Luftdruck immer besser. Und Thomas Savery fand heraus, wie man mit Hilfe
- eines Teilvakuum Energie produzieren konnte. Schließlich entwickelte Thomas Newcom auf dieser Basis die finale Maschine, die auch in der Praxis durch
- Dampf betrieben wurde. Thomas Newcoman, ein Eisenhändler, der durch das Land reiste und seine Waren verkaufte, wusste, mit welchen Problemen die
- Minenarbeiter zu kämpfen hatten. Die Gruben liefen mit Grundwasser voll und Pferde, die das Wasser in Eimern aus der Grube zogen, kamen einfach nicht
- hinterher. Die erste Maschine von Newcen England 1712 in einer Kohlemiene installiert. 1720 wurde die Maschine salorfähig und um 1750 war sie auch in
- Belgien, Frankreich, Deutschland und Österreich bekannt und in Gebrauch. James Watt, ein Handwerker und Finmechaniker, war ein aushelfender
- Professor an der Universität von Glasgow. Er sollte ein Modell der Newkischen Maschine reparieren und entdeckte einen Weg, die Effizienz der
- Maschine zu verbessern. Einen detaillierten Einblick in die Entstehung der Dampfmaschine könnt ihr euch hier holen. Diese neue Dampftechnologie wurde
- nun auch vermehrt in anderen Feldern eingesetzt und revolutionierte beispielsweise das Transport und Ingenieurswesen. Darauf gehen wir in
- einer anderen Folge näher ein. Es wird also klar, dass sich durch diese Entwicklung die Arbeit an sich radikal veränderte. Erneuerungen wie
- automatisierte Spinnmaschinen oder die Dampfmaschine machten die Arbeit einfacher, schneller und vor allem konstant. Als die Energie der Dampfkraft
- dann auf die Maschinen der Textilindustrie übertragen wurde, wurden auch diese Maschinen ertragreicher. Auch der Transport wurde durch die Kraft des
- Dampfes verbessert auf dem Wasser mit dem Dampfschiff oder auf dem Land mit der ersten Dampflokomotive. Das Verkehrswesen entwickelte sich rapide
- und der Export und Import stieg. Mit einem Überfluss an Arbeitern in den Städten, die nun besser organisiert ihre Arbeit antraten, war das Ergebnis gleich
- um ein Vielfaches effizienter. Zu diesem Zeitpunkt teilte man den Arbeitern unterschiedliche Aufgaben zu und stellte sie unter die Aufsicht des
- Fabrikbesitzes. Diese Veränderungen hatten aber nicht nur auf ökonomischer Ebene fundamentale Folgen, sie führten auch zu tiefgreifenden sozialen
- Konsequenzen. Ganze Familien zogen in die Städte auf der Suche nach einem neuen Job und einem neuen Leben. Die Arbeitsgewohnheiten in den neuen
- Fabriken, Kohlemien, Schiffswerften, Mühen und im Transport veränderten sich. Das Fabrikleben war hart. Frauen und Kinder oft schon ab 6 Jahren waren
- besonders gefragt, da sie beweglicher und untergebener waren und nicht so schnell aus der Reihe tanzten. Zudem zahlte man ihn auch weniger. 1841 war
- Baumwollspinner der Job für Jungs. Die Textilindustrie und die Dampfmaschine sorgt für eine ganze Reihe gesellschaftlicher Neuerungen, die wir
- aber in einer anderen Folge näher erläutern. Aber behaltet schon mal im Hinterkopf. Die gesellschaftlichen Konsequenzen, die im Zuge der
- technischen und wirtschaftlichen Entwicklung einherging, sind ein ebenso wichtiger Aspekt der industriellen Revolution. Insgesamt kann man also
- sagen, dass die Mechanisierung des Handwerks und der Arbeitsprozesse, ihre Koordination und die Arbeitsteilung die wichtigsten Neuerungen für die
- Industrialisierung um 1800 waren. Die neue Dampfkraft verhalft den Fabriken und ihren Besitzern zu einer Unabhängigkeit gegenüber natürlichen
- Ressourcen. Durch die Entstehung neuer Fabriken in den Ballungszentren wurde die Urbanisierung mehr und mehr vorangetrieben, denn immer mehr Menschen
- zogen in die wachsenden Städte, um die neuen Maschinen zu bedienen. Wie bewertet ihr die damalige Entwicklung, die damit einhergehenden fundamentalen
- Veränderungen der Gesellschaft? War es ein Fortschritt oder nur ein Schritt hin zu einer unmenschlichen Gesellschaft? Ich freue mich auf eure Kommentare und
- wenn ihr unser erstes Video über die Epoche der industriellen Revolution verpasst habt, dann klickt doch mal hier und dann könnt ihr euch es ansehen. Und
- mehr historische Fakten gibt's übrigens bei Instagram. Bis dann. He.
Zum Nachlesen
Technik in der IndustrialisierungOtfried Wagenbreth, Helmut Düntzsch, Albert Gieseler: Die Geschichte der Dampfmaschine. Historische Entwicklung – Industriegeschichte – Technische Denkmale.
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