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Die Dampfmaschine verändert die Welt I DIE INDUSTRIELLE REVOLUTION

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  1. Ein paar Erfindungen, an denen der Mensch in seiner Geschichte tüftete, waren so großartig, dass sie auch heute noch unser Leben beeinflussen. Wie würde
  2. unser Alltag heute ohne das Rad aussehen, ohne Telefon, ohne Internet? Und genau diesen Einfluss, die diese Erfindung gerade auf mich und auch auf
  3. euch haben, hatte die Dampfmaschine und das neue Fabriystem vor ein paar hundert Jahren auch, nämlich mit neuen Energieprodukten, einer neuen
  4. Arbeitsorganisation von Männern und Frauen und ein neues soziales und ökonomisches System, deren Grundzüge heute noch erkennbar sind.
  5. [Musik] Hallo, ich bin Felix und willkommen zu Einfach Geschichte. Matis in dieser
  6. Woche nicht da, deswegen übernehme ich mal. Heute schauen wir uns an, wie die Entwicklung der Dampfmaschine und Erneuerung in der Textilindustrie
  7. radikale soziale, politische und ökonomische Veränderungen begünstigt haben und die traditionelle Welt auf den Kopf stellten, bis die neuen
  8. Entwicklungen und Erfindungen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts den Weg zur industriellen Revolution ebneten und nach vorne
  9. trieben bestimmten traditionelle Werte das Leben. Energie und Kraft schöpfte man eben von dem, was die Natur den Menschen zur Verfügung stellte. Wind,
  10. Wasser und Tiere, das waren die einzigen Optionen. Nur in deren Nähe wurde z.B. Kohle abgebaut, auch wenn dort eigentlich nicht so viel zu holen war.
  11. Werfen wir zuerst einen Blick auf die Erfindungen, die durch den Mangel an natürlicher Kraft gewissermaßen erzwungen wurden und auf der Arbeit
  12. lokale Handwerker und Grubenarbeiter basieren. Wie ihr vielleicht noch aus der letzten Folge wisst, wurde Wolle und Gar mit der Hand meist im eigenen Heim
  13. oder nur in sehr kleinen Betrieben gesponnen. Vom Lehrling zum Gesellen bis zum Meister Handarbeit war und ist immer noch aufwendig und deswegen auch
  14. ziemlich teuer. Das änderte sich aber ab 1733, als John K nämlich den sogenannten Schnellschützen erfand. Ein wichtiges Teil für die damaligen Webstühle. Vor
  15. Case schnell schützen mussten sich die Weber über dem Webstuhl hinweg, Fäden herauspicken, sie wieder einordnen und zurecht zuppeln. Je nach der Größe der
  16. Textilien brauchte man dafür sogar mehr als eine Person. Durch Caseer Erfindung wurde das automatisiert und vereinfacht. Selbst Lyen konnten die damit gepimppten
  17. Webmaschinen bedienen. Die Produktivität des modernen Handwerks erhöhte sich dadurch enorm. Die traditionellen Spinner und Weber hingegen wurden von
  18. dieser Erneuerung überrollt und konnten mit der steigenden Nachfrage nach Textilien nicht mithalten. Das Spinnen war bis dahin in den einzelnen
  19. Haushalten angesiedelt. Frauen und Kinder lieferten das Garn an die meist männlichen Spinner. Mit der Einführung der sogenannten Spinning Jenny von James
  20. Haggrey 1764 wurde die Spinnarbeit nochmals erleichtert und vor allem effizienter. Dieser mechanische Webstuhl sponn nicht nur mit einer Spule, sondern
  21. mit acht. Diese Entwicklung in der Spinnerei nahm mit einer Erneuerung des Erfinders Richard Orchride eine neue Dimension an. Er sorgte dafür, dass die
  22. Spinning Jenny mit Wasserkraft lief und entwickelte ein neues Arbeitssystem. Orde baute eine der ersten Fabriken, die auf eine organisierte Maschinerie
  23. setzte. Seine Fabrik in Chrome Derbyshire lag neben den Durvin Driver und ist eines der ersten Beispiele für geregelte Arbeitszeiten. In seiner
  24. Fabrik wurde sogar nach der Uhr, nicht nach der Sonne gearbeitet. war auch der erste, der in seiner Fabrik einen einheitlichen Produktionsablauf
  25. etablierte und somit den gesamten Prozess vom Material bis hin zum fertigen Produkt verfolgen konnte. Ende des 18. Jahrhunderts boomte die
  26. Textilindustrie. Die Nachfrage nach günstigen und haltbaren Textilien stieg enorm an und machte 1820 die Hälfte der britischen Exporte aus. Die Nachfrage
  27. nach handgesponnen Produkten hingegen ging zurück. Die einst unabhängigen Handwerker und Handweber verloren gegen Überlegenheit und Effizienz der neuen
  28. Technik und transferierten sich so selbst aus der Hausindustrie in die größere Fabrikindustrie. Durch die neue Dampfkraft wurden auch die Wasserräder
  29. abgelöst. Fabrikanten wurden nicht mehr gezwungen, ihren Standort nach geeigneten Energieressourcen, wie z.B. einen Fluss für Wasserkraft auszusuchen,
  30. sondern konnten sich lukrativer platzieren. Die Dampfkraft steigerte die Produktivität und Effizienz und veränderte Transport und die Arbeit wie
  31. nie zuvor. Viele halten James Watt für den Erfinder der Dampfmaschine, aber da liegt ihr falsch, denn eigentlich gibt es keinen eindeutigen Erfinder. Die
  32. Dampfmaschine war viel mehr das Produkt vorausgegangener technischer Verbesserung auf dem Weg hin zu einer funktionierenden Maschine und quasi ein
  33. Zusammenspiel der Erfindungen und Entdeckungen eifriger Tüftler. Durch die Experimente des deutschen Wissenschaftlers Otto von Dyrike
  34. beispielsweise verstand man das Prinzip und den Zusammenhang von Vakuum und Luftdruck immer besser. Und Thomas Savery fand heraus, wie man mit Hilfe
  35. eines Teilvakuum Energie produzieren konnte. Schließlich entwickelte Thomas Newcom auf dieser Basis die finale Maschine, die auch in der Praxis durch
  36. Dampf betrieben wurde. Thomas Newcoman, ein Eisenhändler, der durch das Land reiste und seine Waren verkaufte, wusste, mit welchen Problemen die
  37. Minenarbeiter zu kämpfen hatten. Die Gruben liefen mit Grundwasser voll und Pferde, die das Wasser in Eimern aus der Grube zogen, kamen einfach nicht
  38. hinterher. Die erste Maschine von Newcen England 1712 in einer Kohlemiene installiert. 1720 wurde die Maschine salorfähig und um 1750 war sie auch in
  39. Belgien, Frankreich, Deutschland und Österreich bekannt und in Gebrauch. James Watt, ein Handwerker und Finmechaniker, war ein aushelfender
  40. Professor an der Universität von Glasgow. Er sollte ein Modell der Newkischen Maschine reparieren und entdeckte einen Weg, die Effizienz der
  41. Maschine zu verbessern. Einen detaillierten Einblick in die Entstehung der Dampfmaschine könnt ihr euch hier holen. Diese neue Dampftechnologie wurde
  42. nun auch vermehrt in anderen Feldern eingesetzt und revolutionierte beispielsweise das Transport und Ingenieurswesen. Darauf gehen wir in
  43. einer anderen Folge näher ein. Es wird also klar, dass sich durch diese Entwicklung die Arbeit an sich radikal veränderte. Erneuerungen wie
  44. automatisierte Spinnmaschinen oder die Dampfmaschine machten die Arbeit einfacher, schneller und vor allem konstant. Als die Energie der Dampfkraft
  45. dann auf die Maschinen der Textilindustrie übertragen wurde, wurden auch diese Maschinen ertragreicher. Auch der Transport wurde durch die Kraft des
  46. Dampfes verbessert auf dem Wasser mit dem Dampfschiff oder auf dem Land mit der ersten Dampflokomotive. Das Verkehrswesen entwickelte sich rapide
  47. und der Export und Import stieg. Mit einem Überfluss an Arbeitern in den Städten, die nun besser organisiert ihre Arbeit antraten, war das Ergebnis gleich
  48. um ein Vielfaches effizienter. Zu diesem Zeitpunkt teilte man den Arbeitern unterschiedliche Aufgaben zu und stellte sie unter die Aufsicht des
  49. Fabrikbesitzes. Diese Veränderungen hatten aber nicht nur auf ökonomischer Ebene fundamentale Folgen, sie führten auch zu tiefgreifenden sozialen
  50. Konsequenzen. Ganze Familien zogen in die Städte auf der Suche nach einem neuen Job und einem neuen Leben. Die Arbeitsgewohnheiten in den neuen
  51. Fabriken, Kohlemien, Schiffswerften, Mühen und im Transport veränderten sich. Das Fabrikleben war hart. Frauen und Kinder oft schon ab 6 Jahren waren
  52. besonders gefragt, da sie beweglicher und untergebener waren und nicht so schnell aus der Reihe tanzten. Zudem zahlte man ihn auch weniger. 1841 war
  53. Baumwollspinner der Job für Jungs. Die Textilindustrie und die Dampfmaschine sorgt für eine ganze Reihe gesellschaftlicher Neuerungen, die wir
  54. aber in einer anderen Folge näher erläutern. Aber behaltet schon mal im Hinterkopf. Die gesellschaftlichen Konsequenzen, die im Zuge der
  55. technischen und wirtschaftlichen Entwicklung einherging, sind ein ebenso wichtiger Aspekt der industriellen Revolution. Insgesamt kann man also
  56. sagen, dass die Mechanisierung des Handwerks und der Arbeitsprozesse, ihre Koordination und die Arbeitsteilung die wichtigsten Neuerungen für die
  57. Industrialisierung um 1800 waren. Die neue Dampfkraft verhalft den Fabriken und ihren Besitzern zu einer Unabhängigkeit gegenüber natürlichen
  58. Ressourcen. Durch die Entstehung neuer Fabriken in den Ballungszentren wurde die Urbanisierung mehr und mehr vorangetrieben, denn immer mehr Menschen
  59. zogen in die wachsenden Städte, um die neuen Maschinen zu bedienen. Wie bewertet ihr die damalige Entwicklung, die damit einhergehenden fundamentalen
  60. Veränderungen der Gesellschaft? War es ein Fortschritt oder nur ein Schritt hin zu einer unmenschlichen Gesellschaft? Ich freue mich auf eure Kommentare und
  61. wenn ihr unser erstes Video über die Epoche der industriellen Revolution verpasst habt, dann klickt doch mal hier und dann könnt ihr euch es ansehen. Und
  62. mehr historische Fakten gibt's übrigens bei Instagram. Bis dann. He.

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