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Was ist der Zwei-plus-Vier-Vertrag | EINFACH ERKLÄRT
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 39 Zeilen
- Moin und herzlich willkommen. Stellt euch mal vor, die Berliner Mauer ist weg, ganz Deutschland feiert, die Leute liegen sich in den Armen. Ein
- Wahnsinnsmoment der Freiheit, oder? Tja, aber was, wenn ich euch sage, dass diese Freiheit eine Bedingung hatte? Wir klären heute die echt schräge Frage.
- Warum zum Teufel musste Deutschland um Erlaubnis fragen, um wieder eins zu werden? Lasst uns da mal direkt reingehen. Also, stellt euch vor,
- November 1989, die Mauer fällt, Ost und West feiern eine riesige Party. Die Sache scheint doch klar, oder? Aber Moment mal. Bevor Deutschland wirklich
- wieder eins werden konnte, mussten vier andere Länder ihr Okay geben. Die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich. Äh, wie bitte? Warum hatten
- die da überhaupt was zu melden? Ja, genau das ist der Punkt, der einen stutzig macht. Man würde doch denken, die Bundesrepublik und die DDR waren
- beides souveräne Staaten, die das für sich selbst entscheiden können. Die Wahrheit ist aber, na ja, ein bisschen komplizierter. So richtig souverän waren
- sie eben nicht und der Grund dafür, der liegt tief in der Geschichte vergraben. Es gab da nämlich einen gewaltigen Haken, so ein Überbleibsel aus dem
- Zweiten Weltkri. Ein rechtliches Detail, dass man sich wie eine unsichtbare Kette vorstellen kann, die Deutschland daran gehindert hat, einfach so über sein
- eigenes Schicksal zu entscheiden. Und hier ist das Zauberwort die alliierten Vorbehaltsrechte. Klingt super kompliziert, heißt aber im Grunde nur,
- die vier Siegermächte haben sich nach dem Krieg das letzte Wort in allen wichtigen Fragen für Deutschland aufgehoben. Und die allerwichtigste
- dieser Fragen war die Zukunft von Deutschland als Ganzes und damit natürlich auch die Wiedervereinigung. Das Ganze war auch keine spontane Idee.
- Nee, schon 1945 direkt nach dem Krieg haben die Alliierten festgelegt, dass sie bei einer Wiedervereinigung mitreden. Sogar
- als Westdeutschland 1955 mit den Pariser Verträgen quasi souverän, sind diese Sonderrechte einfach geblieben. Und als dann 1990 die Mauer fiel, wurde dieses
- alte Recht plötzlich wieder zu einem riesigen Problem. Und das ist kein Gerücht, ne? Das steht wirklich schwarz auf weiß in den Verträgen. Hört euch mal
- diese Formulierung an. Rechte in Bezug auf Deutschland als Ganzes. Das war quasi die juristische Brechstange, mit der die Siegermächte sich einen Platz am
- Verhandlungstisch gesichert haben. Okay, um dieses Problem also zu lösen, mussten sich alle an einen Tisch setzen und diese Verhandlungsrunde hat einen
- ziemlich einzigartigen Namen bekommen, der eigentlich perfekt beschreibt, wer da miteinander geredet hat. Der Name war Programm 2 + 4 Verhandlungen. Die zwei,
- na klar, das waren die beiden deutschen Staaten, also die BRD und die DDR. Und die vier, logisch, die vier Siegermächte, USA, Sowjetunion,
- Großbritannien und Frankreich. Und diese sechs Parteien mussten jetzt die Zukunft Deutschlands aushandeln. Und wie bei jeder guten Verhandlung gab es am Ende
- einen Deal. Deutschland sollte seine volle uneingeschränkte Souveränität zurückbekommen, mußte dafür aber ein paar sehr, sehr wichtige und
- weitreichende Versprechen machen. Der Deal sah also so aus: Deutschland bekommt die volle Freiheit, aber nicht umsonst. Es musste Garantien geben.
- Erstens, und das war extrem wichtig, die endgültige Anerkennung der oder nice Grenze zu Polen. Damit wollte man den Nachbarn die Angst nehmen. Zweitens, der
- komplette Verzicht auf Atom, Bio und Chemiwaffen und drittens, eine ganz klare Begrenzung der eigenen Armee. Gerade bei der Größe der Armee hat man
- sich auf eine ganz konkrete Zahl geeinigt. eine Zahl, die der Welt zeigen sollte, dass von Deutschland keine militärische Bedrohung mehr ausgeht. Und
- diese Obergrenze lag bei 370.000 Mann. Das war das absolute Maximum für die Bundeswehr. Eine Zahl als Signal an die Welt. Das neue Deutschland ist ein
- friedliches Deutschland. Punkt. Und genau aus diesem Grund hat Deutschland heute anders als z.B. für Frankreich oder Großbritannien keine eigenen
- Atomwaffen. Dieser Verzicht wurde hier vertraglich für immer und ewig festgelegt. Ein klares Bekenntnis zum Frieden, das bis heute gilt. Deutschland
- hatte also seine Versprechen gemacht und im Gegenzug dafür gab es den Hauptpreis, um den es die ganze Zeit ging, die volle uneingeschränkte Souveränität. Mit der
- Unterschrift unter diesen Vertrag war es dann endlich geschafft. Die alten Vorbehaltsrechte der Allien aus dem Jahr 1945 wurden für immer und ewig aus der
- Welt geschafft. Der juristische Spuk war endlich vorbei. Und das war der Moment zum allerersten Mal seit 1945 war Deutschland wieder ein vollständig
- souveräner Staat. Keine Einmischung von außen mehr, keine Sonderrechte für andere. Deutschland konnte endlich wieder komplett selbst über seine
- Zukunft entscheiden. Und jetzt kommt ein Punkt, den viele gar nicht auf dem Schirm haben. Dieser 2 +4 Vertrag ist im Grunde der fehlende Friedensvertrag nach
- dem Zweiten Weltkrieg. Er hat völkerrechtlich ein Kapitel beendet, das über 45 Jahre lang offen war. Ein absolut historischer Moment. Wirklich.
- Die Reihenfolge war also super wichtig. Erst mußte der Vertrag im September 1990 unterschrieben werden. Dadurch wurden die alten Rechte der Alliierten gelöscht
- und erst das hat dann den Weg frei gemacht für den 3. Oktober 1990, den Tag an dem Deutschland als wirklich souveränes Land wieder vereinigt werden
- konnte. Das war er also, der steinige Weg zur vollen Souveränität. Der 2+4 Vertrag war keine kleine Formalität. Er war die Geburtsurkunde des modernen
- Deutschlands. Aber was bedeutet diese Souveränität eigentlich heute für uns in einem Europa, in dem Länder freiwillig Macht an die EU abgeben, um gemeinsam
- stärker zu sein? Spannende Frage, oder? Denk mal drüber nach. Bis zum nächsten Mal.
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