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Demokratie@Geschichte - Der Kapp-Lüttwitz-Putsch

Gesellschaft Erforschung Demokratie-Geschichte7:54 37 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
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  1. [Musik] heute spreche ich mit dr Mark bertuschka Mark batuschka ist Historiker aus Jena
  2. und er arbeitet bei der Gesellschaft zur Erforschung der demokratiegeschichte er beschäftigt sich intensiv mit der wmarer Republik und hier unter anderem mit dem
  3. Kap lütwitzputsch Herr Dr batusch beschreiben Sie doch einmal welche Ereignisse dem K lütwidzputsch vorangingen also im früher des Jahres
  4. 1920 war die politische Situation in Deutschland stark angespannt das lag unter anderem eben an dem versayer Friedensvertrag den die Republik im
  5. Sommer des vorigen Jahres unterzeichnet hatte und dessen Bestimmungen jetzt in Kraft traten unter anderem gehörte dazu eben eine deutliche Reduzierung der
  6. Streitkräfte von etwas über 400000 Mann auf etwas über 100.000 Mann also dreiviertel der Soldaten und Offiziere hätten ihre Beschäftigung verloren und
  7. das eben zusammen mit einigen anderen Bestimmungen des Vertrages na trug eben dazu bei dass insbesondere im offizierscor aber auch in Teilen der
  8. politischen Landschaft insbesondere auf der politischen Rechten eben eine starke Erbitterung herrschte und schon seit längerer Zeit Vorbereitung für einen
  9. Putschversuch liefen ich entnehme ihren Ausführungen dass vor allen Dingen die Frustration der Soldaten ein großes Problem war doch
  10. was waren die Ziele der Putschisten also das Ziel war es in erster Linie eben den Versailler Friedensvertrag rückgängig zu machen ähm insbesondere eben die
  11. Truppenreduzierung und auch die Auslieferung deutscher Kriegsverbrecher das an sich war eben schon ein illusorisches Ziel eine unrealistische
  12. Zielstellung denn äh selbst wenn es ihnen gelungen wäre Deutschland eben einen Umsturz herbeizuführen hätte die kassierung des Friedensvertrages
  13. natürlich sofort wieder den Ausbruch von Kampfhandlungen insbesondere mit Frankreich mit sich gebracht es ging aber eben nicht nur darum es ging auch
  14. darum die Ergebnisse der Novemberrevolution im Land eben rückgängig zu machen das heißt also entweder anstelle der jungen Demokratie
  15. eine Diktatur einzuführen oder aber der Monarchie wieder zur Macht zu verhelfen Herr Dr batuschka berichten Sie uns doch bitte einmal von den Ereignissen des
  16. Putsches im März 1920 in der Nacht vom 12 zum 13 März marschierten die Soldaten der Marinebrigade Erhard in Berlin ein die
  17. Regierung von Reichskanzler Bauer und Reichspräsident Friedrich Ebert sah sich in diesem Augenblick eben vor das Problem gestellt dass sie sich auf ihre
  18. Verteidiger also auf Reichswehr und paramilitärische Polizeitruppen nicht verlassen konnten weil diese den ein Satz gegen ihre muternden Kameraden
  19. verweigerten die Regierung musste also aus Berlin fliehen zunächst nach Dresden und als sie auch dem dortigen militärischen Oberkommandierenden nicht
  20. trauen konnten flohen sie weiter nach Stuttgart die Putschisten übernahmen also in Berlin die Macht führende Vertreter waren eben der leitende
  21. DNVP Politiker Wolfgang Kapp und General weiter Freiherr von lütwitz bevor die die Regierung Bauer aus Berlin geflohen war war in ihrem Namen jedoch ein Aufruf
  22. zum Generalstreik erlassen worden und dieser Generalstreik wurde dann in weiten Teilen des Landes auch tatsächlich von den Arbeitern aber auch
  23. von sehr vielen Beamten und Angestellten aufgenommen und es bildeten sich quasi dezentral in zahlreichen Städten
  24. aktionsausschüsse häufig zusammengesetzt aus den Vertretern der Parteien der Sozialdemokratie der unabhängigen Sozialdemokratie und der Kommunistischen
  25. Partei sowie zum Teil der Deutschen Demokratischen Partei diese aktionsausschüsse organisierten dann das Einsetzen des Generalstreiks am Montag
  26. dem 15 März und stellten zum Teil auch bewaffnete Milizen auf die diesen Streik absichern sollten gegen das Eingreifen von Truppen es war eben vor allem dieser
  27. Generalstreik aber auch die Verweigerung vieler bürgerlicher Politiker mit den poschisten zusammenzuarbeiten die letztlich zum Zusammenbruch des Putsches
  28. innerhalb weniger Tage führte weil es den Putschisten eben weder in Berlin noch in den Landeshauptstädten gelang wirklich eine arbeitsfähige Regierung
  29. aufzustellen was waren denn die Folgen des Putsches und was geschah mit seinen Akteuren also Wolfgang Kapp floh am 17 März zunächst außer Landes er kehrte
  30. später zurück verstarb aber bevor man ihm den Prozess machen konnte Freiherr von lütwitz ging für ein paar Jahre ins Exil und kehrte dann im Rahmen
  31. einer Amnestie wieder zurück und ähnliches muss man eben auch für die anderen poschisten konstatieren kaum einer von ihnen wurde angeklagt und
  32. verurteilt die Regierung setzte eher auf eine Generalamnestie allerdings obwohl eben von dieser Amnestie Verbrechen wie Mord ausgeschlossen waren
  33. wurde trotzdem kaum ein reichswehrangehöriger oder Polizist der eben im Rahmen der Kämpfe Verbrechen begangen hatte eben abgeurteilt die
  34. Auswirkungen waren dann gehend eben obwohl der Putsch wirklich nur wenige Tage gedauert hatte verheren zu nennen weil es einerseits eben eine große
  35. Anzahl von Todesopfern gegeben hat in ganz Deutschland ungefähr 3500 und andererseits eben auch die politische Landschaft sich zunehmend
  36. polarisierte also insbesondere viele Arbeiter sahen sich eben im Stich gelassen von einem Staat der gegen die Putschisten nicht entschlossen vorging
  37. und diejenigen die für eben zahlreiche Morde verantwortlich waren nicht aburteilte eine letzte Frage Herr Dr batuschka welche Bedeutung hat das
  38. Wissen um den K lüwizputsch aus demokratiegeschichtlicher Perspektive für uns heute ich denke es ist einerseits eine Mahnung welche Gefahren
  39. bestehen wenn Teile der Gesellschaft insbesondere wenn das eben Teile der Streitkräfte umfasst sich vom demokratischen Grundkonsens
  40. verabschieden andererseits ist es aber eben auch ein eindeutiger Beweis dass eben die Weimar Republik keineswegs von Anfang an zum Scheitern verurteilt war
  41. sie erwies sich in dieser Krisensituation eben durchaus als whrhaft und auch wenn sie eben Fehler hatte und letztendlich von ihren Feinden
  42. zerstört wurde war dieses Scheitern eben keineswegs unausweichlich zugleich ist K lütwitzputsch eine Erinnerung daran was
  43. erreicht werden kann wenn man sich entschlossen eben gegen Gefahren für die Demokratie einsetzt und dass es eben manchmal auch tatsächlich notwendig ist
  44. im äußersten Fall dafür auch Gewalt einzusetzen Herr Dr batuschka vielen Dank
  45. [Musik]