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Konsumwahn/Konsumgesellschaft und Umweltschutz?Warum unser Konsum der Umwelt schadet-Doku- Schlaumal

Schlaumal - Umwelt, Mensch und Tier9:02 154.089 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 72 Zeilen
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  1. Herzlich Willkommen bei Schlaumal, heute mit dem Thema “Warum unser Konsum der Umwelt schadet"
  2. Das neuste Handy, der hochauflösendste Flachbildschirm, das zwanzigste paar Schuhe? Für viele Menschen in den modernen Industrieländern gehört Shopping zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.
  3. 10.000 Dinge besitzt ein Europäer im Durchschnitt und ständig kommen mehr dazu. Der Bereich des Konsums macht in Deutschland ca. 75 % der Wirtschaftsleistung aus, 50-60%
  4. davon sind privater Konsum. Nun könnte man sich fragen: Ja und, wo liegt das Problem?
  5. Konsum stärkt doch die Wirtschaft und die Wirtschaft muss wachsen! Das ist auch erklärtes Ziel der meisten Regierungen.
  6. Und dafür gibt es gute Gründe: Ohne Wirtschaftswachstum kein Sozialstaat. Die Arbeitslosigkeit würde steigen und die Schulden könnten nicht mehr abbezahlt werden.
  7. Eines der Probleme am Wirtschaftswachstum ist, dass unser Planet nicht mitwächst. In jedem Produkt das wir besitzen steckt ein Stück unserer Erde,
  8. denn bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung eines Produktes werden Energie und natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden, Luft, Wälder und Rohstoffe verbraucht.
  9. Mit dem Konzept des sogenannten Ökologischen Rucksacks, lässt sich sinnbildlich darstellen, wie viele Ressourcen in einem Produkt stecken.
  10. Je schwerer der ökologische Rucksack eines Produktes ist, desto umweltschädlicher ist es.
  11. Für die Berechnung der Gewichtsangaben wird der gesamte Lebenszyklus eines Konsumgutes betrachtet.
  12. Ein T-Shirt wiegt zwar in etwa nur 100 Gramm, hat aber einen ökologischen Rucksack von ca.
  13. 226 Kilogramm. Der Ökologische Rucksack eines Laptops wiegt ca. 743, der eines Handys 75 Kilogramm.
  14. Um besser verstehen zu können wie solche Zahlen zustande kommen, ist es hilfreich sich den Lebenszyklus eines Produktes, z.B. den eines Handys, genauer anzuschauen:
  15. Der Abbau: In einem Mobiltelefon befinden sich ca.
  16. 60 Rohstoffe: Kunststoffe, Glas, Keramik und rund 30 verschiedene Metalle. Von Kupfer, Gold, Aluminium und Zinn über Silber, Eisen und Platin bis hin zu seltenen
  17. Metallen wie Indium, Kobalt, Wolfram und Gallium, ist alles im Handy enthalten. Der Abbau der Metalle ist sehr umweltbelastend.
  18. Wälder werden gerodet und damit Lebensräume zerstört, viele Tonnen Gestein gesprengt, Luft, Wasser und Böden verschmutzt.
  19. Um die Rohstoffe vom Gestein zu trennen werden giftige Chemikalien wie Quecksilber oder Zyanide eingesetzt, die in Flüsse und Meere gelangen können.
  20. Die Produktion: Die einzelnen Produktionsschritte erfolgen in verschiedenen Ländern.
  21. Nach dem Transport und der Aufbereitung der Rohstoffe folgen die Fertigung der zahlreichen Handybauteile von rund 270 Zulieferern,
  22. die Endmontage des fertigen Geräts, dessen Transport zum Zwischenhändler
  23. und schließlich der weltweite Verkauf an den Endkunden. All diese Arbeitsschritte sind sehr energie- sowie ressourcenintensiv.
  24. Es entstehen Abwässer und Abfälle. Giftige Chemikalien werden eingesetzt und große Mengen an Treibhausgasemissionen verursacht.
  25. Die Nutzung: In der darauffolgenden Phase der Handynutzung, wird beim Aufladen des Akkus Strom verbraucht
  26. und mit jedem Anruf und jeder SMS wird das Funknetz – das seinerseits Energie und Rohstoffe benötigt, genutzt.
  27. In Deutschland wird das Gerät durchschnittlich 1,5 Jahre lang benutzt und dann durch ein Neues, vermeintlich besseres Modell ersetzt.
  28. Die Entsorgung: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Althandy nicht richtig entsorgt, denn über 100 Millionen
  29. Handys verstauben derzeit in deutschen Schubladen. In ihnen stecken umgerechnet rund 745 Tonnen Kupfer, 325 Tonnen Kobalt, 22 Tonnen Silber
  30. und 2 Tonnen Gold, die für das Recycling verloren sind. Die wertvollen Rohstoffe für neue Geräte müssen also erneut aufwendig abgebaut und
  31. aufbereitet werden. Am Beispiel eines Handys kann man also gut erkennen, dass im Laufe des Lebenszyklus eines
  32. Produktes natürliche Ressourcen verbraucht werden. Diese Naturgüter bilden allerdings unsere Lebensgrundlage.
  33. Indem wir weiter bewusstlos konsumieren und produzieren sägen wir an dem Ast auf dem wir alle sitzen.
  34. Von dem Wirtschaftswissenschaftler Kenneth Boulding stammt das berühmte Zitat: “Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer
  35. weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Ökonom." Bereits jetzt leben wir über unsere Verhältnisse:
  36. Seit mehr als 40 Jahren nutzen wir Menschen mehr natürliche Ressourcen, als die Erde erneuern kann.
  37. Der Ökologische Fußabdruck, also die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um unseren Lebensstil zu ermöglichen, wächst zusammen mit der Weltbevölkerung.
  38. Die biologische Kapazität hingegen konnte durch technologischen Fortschritt bisher nur geringfügig gesteigert werden.
  39. Die Folgen der Übernutzung des Planeten kann man bereits heute erkennen. Fast 50% aller Wälder sind abgeholzt, Böden und Wasser verschmutzt, Fischbestände und
  40. Artenvielfalt reduziert und in vielen Ländern ist das Wasser knapp. Bereits rund 60% der weltweiten Ökosysteme sind geschädigt oder übernutzt.
  41. Das führt zu immer mehr Klimakatastrophen und Hungersnöten, vor allem in Afrika und Asien.
  42. Es sind jedoch vor allem die reichen Länder, die verantwortlich für den Raubbau sind. Jeder Deutsche verbraucht im Jahr doppelt so viele Ressourcen, wie ihm zustehen würden.
  43. Unseren Lebensstil können wir nur deshalb beibehalten, weil wir auf Kosten anderer Länder leben.
  44. Allein in Südamerika wird auf 2,2 Millionen Hektar Land Soja für Deutschland angebaut. Das sind umgerechnet über 3 Mio.
  45. Fußballfelder. Das Soja wird nicht etwa von unseren Veganern verspeist, sondern von den rund 3,7 Millionen
  46. Rindern, 58 Millionen Schweinen und 680 Millionen Geflügeltieren die jedes Jahr in Deutschland geschlachtet werden um auf unseren Tellern zu landen.
  47. Um Kosten zu sparen wird ein Großteil unserer Konsumgüter in Entwicklungs- und Schwellenländern produziert.
  48. Es kommt zur Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft, was zu sozialer Ungleichheit, Konflikten und Kriegen führt.
  49. Würden alle Menschen so leben wie wir Deutschen, dann würde unsere Erde kollabieren. Trotzdem ist unser Wachstumsmodell zum Vorbild für die Welt geworden.
  50. Laut einer Studie des WWF sind derzeit 1,6 Erden nötig, um den aktuellen Ressourcenverbrauch der Menschheit nachhaltig zu decken.
  51. Und wächst die Weltbevölkerung wie prognostiziert bis 2050 auf 9,6 Mrd. Menschen an bräuchten wir knapp drei Erden.
  52. Nun stellt sich die Frage: Warum konsumieren wir überhaupt so ausschweifend? Die meisten Dinge, die wir kaufen, brauchen wir nicht - ca.
  53. 40 Prozent unserer Kleidung wird selten oder nie getragen. Auf der anderen Seite macht Einkaufen glücklich, zumindest kurzfristig.
  54. Nach dem Kauf wird das Belohnungssystem im Gehirn angeregt und Dopamin wird ausgeschüttet. Das Glücksgefühl des Konsumenten verschwindet jedoch so schnell wie es gekommen ist - immer
  55. mehr kann nie genug sein. Nachhaltig glücklich macht materieller Konsum nicht.
  56. Studien zur Lebenszufriedenheit haben ergeben, dass eine Erhöhung des Einkommens ab einem bestimmten Niveau keinen weiteren Zuwachs an Wohlbefinden mit sich bringt.
  57. Es kommt vermehrt zu Konkurrenzdenken und Druck. Hirnforscher haben herausgefunden, dass glückliche Menschen, seltener unnötige Dinge kaufen
  58. als unzufriedene Menschen. Durch den Kauf eines Produkts verspricht man sich bewusst oder unbewusst Anerkennung, Zugehörigkeit,
  59. Identität oder man will sich von anderen abgrenzen. Eine ganze Industrie lebt von den ungestillten Bedürfnissen der Menschen.
  60. Tausende von Werbebotschaften prasseln täglich auf uns ein und zeigen uns, welche Produkte wir angeblich noch brauchen um glücklicher, schöner, besser zu sein.
  61. Wir befinden uns in einem Kreislauf von kaufen, wegwerfen, kaufen.. Die überflüssigen Güter, die wir anhäufen, kosten nicht nur Geld, sondern unsere Lebenszeit,
  62. die wir aufwenden müssen, um dieses Geld zu verdienen. Deshalb wäre es sinnvoll wenn jeder einmal sein eigenes Konsumverhalten hinterfragen
  63. und darüber nachdenken würde, ob und warum er bestimmte Produkte wirklich braucht. Wenn wir und unsere Kinder glücklich und gesund leben wollen, brauchen wir eine intakte
  64. Erde mit funktionsfähigen Ökosystemen und dürfen nicht so weitermachen wie bisher. Möglicherweise sind wir die letzte Generation, die noch einen Wandel bewirken kann.
  65. Es heißt das Problem sei mit “Grünem Wachstum” zu lösen. Technische Innovationen wie Windräder, Hybridautos und Solarpanels sollen das Ruder in Richtung
  66. nachhaltige Entwicklung herumreißen. Wachstum war bisher jedoch immer mit einem Mehrverbrauch verbunden und wird es wohl auch
  67. bleiben. Selbst für die effizienteste Technik werden Ressourcen benötigt.
  68. Bewusster Konsum und weniger Verbrauch wären der wahre Fortschritt. Wir sollten aber nicht darauf warten, bis Politiker den ersten Schritt gehen.
  69. Sie wollen die Menschen nicht gegen sich aufbringen, indem sie ihnen etwas vorschreiben, was als Freiheitsverlust empfunden werden könnte.
  70. Erst wenn die Verbraucher freiwillig umdenken, wird auch die Politik den Mut aufbringen Gesetze und Maßnahmen einzuführen, die uns helfen den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu gehen.
  71. Infos und weiterführende Links findet ihr wie immer unten in der Infobox. Schreibt gerne in die Kommentare, über welches Thema ihr euch ein Schlaumal Video wünscht.
  72. Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal bei Schlaumal.

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