Das Stauffenberg-Attentat auf Adolf Hitler - Operation Walküre am 20. Juli 1944 Deutsche Fernsehgeschichte https://www.youtube.com/watch?v=p2ECqW3gx4k Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Klaus Schenk Graf von Stauffenberg, 36 Jahre. Nachkomme eines schwäbisch-katholischen Reichsrittergeschlechts. 0:07 Sein Bruder Berthold wurde ebenfalls nach dem 20. Juli hingerichtet. Stauffenberg war ein geistig vielseitiger Mensch 0:14 und er war mit Leib und Seele Soldat. In Polen und in Frankreich ist er noch begeistert mitgestürmt. 0:20 Erst in den Jahren danach kommen ihm schwere Zweifel. Während seiner Tätigkeit im Generalstab erkennt er, 0:27 dass Hitler die Existenz Deutschlands aufs Spiel setzt. Sein Ahnherr war der preußische General von Gneisenau, 0:39 der einen Volksbefreiungskrieg gegen Napoleon vorbereitete. Er wird zum Vorbild für den Verschwörer von 1943. 0:46 In Tunis wird Stauffenberg schwer verwundet. Später rückt er ins Zentrum des Widerstands. 0:51 Als Stabschef beim Ersatzheer hat er Zutritt zu Hitlers Konferenzen. 0:55 Nun muss er den Putsch lenken und auch die Bombe zünden. Auf Befehl des Generalobersten Beck 1:00 darf er sich nicht selber opfern. Sommer 1944. 1:07 40.000 deutsche Kriegsgefangene erheben sich zum Marsch durch Moskau. 1:11 Sie sind die Überlebenden von drei vernichteten deutschen Armeen. Den Geschlagenen voran 1:16 marschieren 20 deutsche Generäle. Über Vielen hängt schon der Schatten des Todes. 1:32 Von über 3 Millionen deutschen Gefangenen sind mehr als 1 Million in Russland gestorben. 1:37 Kommentar der russischen Wochenschau: Ein jeder von ihnen kann deinen Sohn getötet haben. 1:44 Sowjetische Kriegsgefangene. Von fast 6 Millionen sind 3,3 Millionen 1:56 in deutscher Gefangenschaft umgekommen. Nach der Vernichtung der Heeresgruppe Mitte 2:08 suchen die Verschwörer Verbindung mit den deutschen Kommunisten, die seit 1933 aus dem Untergrund gegen Hitler gekämpft haben. 2:15 Mit Zustimmung Stauffenbergs treffen sich die Sozialdemokraten Leber und Reichwein mit Vertretern der KPD. 2:22 Die Träume von der Weltmacht sind zerronnen. Bis an die Wolga und an den Atlantik, 2:27 vom Nordkap bis nach Ägypten haben deutsche Soldaten die Hakenkreuzfahne getragen. 2:31 Nun versetzen die Alliierten Deutschland den Todesstoß. 5 Juli: Leber wird verhaftet. 2:51 Stauffenberg kann nicht länger zögern. Er muss seinen Freund aus der Gestapo-Haft befreien. 3:01 Dr. Julius Leber, 53 Jahre. Einer der kraftvollsten Männer des zivilen Widerstands. 3:07 Stauffenberg hätte den Sozialdemokraten gerne als Reichskanzler gesehen. Lebers letzte Worte: 3:13 Für eine so gute und gerechte Sache ist der Einsatz des eigenen Lebens der angemessene Preis. 3:21 Der Tag X: Hitlers Wolfsschanze in Ostpreußen. Stauffenberg ist zur Lagebesprechung befohlen. 3:27 In der Aktentasche trägt er die Bombe. 20 Juli, 12:50 Uhr: Eine Explosion zertrümmert Hitlers Lagebaracke. 3:36 Sofort wird das ganze Gelände abgesperrt. Stauffenberg und sein Adjudant von Haeften rasen mit dem Auto zum Ausgang. 3:41 Sie müssen zwei Sperren passieren. Sie werden von den Posten aufgehalten und kommen durch. 3:46 Um 13:15 Uhr startet Stauffenberg mit dem Flugzeug nach Berlin. Dort wird er dringend gebraucht. 3:53 20 Juli 1944. Ein historischer Tag. Aber für die Berliner ist es nur ein schöner Sommertag. 4:00 Kein Fliegeralarm stört die Ferienidylle. Noch gestern waren die alliierten Bombergeschwader über der Stadt. 4:08 In England haben die Bomberpiloten auf den Flugplätzen heute eine Ruhepause eingelegt. 4:12 Oberst von Stauffenberg kann ungehindert Berlin anfliegen. Zoologischer Garten. 4:21 Zwei Kilometer entfernt sitzen die Verschwörer im Heeresamt an der Bendlerstraße. 4:24 Sie warten auf Stauffenberg. Auch in Prag, in Wien, in Paris, warten Offiziere auf das Signal. 4:30 Niemand weiß genau, ob Hitler wirklich tot ist. Kostbare Zeit vergeht. 4:34 Erst um 4 geben General Olbricht und Oberst von Mertz das Stichwort: Unternehmen Walküre läuft. 4:41 Ahnungslos sitzen die Menschen am Kurfürstendamm. Ein paar Kilometer weiter entscheidet sich das Schicksal Deutschlands. 4:47 Um halb fünf endlich kommt Stauffenberg in der Bendlerstraße an. Er berichtet Hitler sei tot. 4:53 Generaloberst Fromm, der Befehlshaber des Heimatheeres, weigert sich mitzumachen. Er erklärt Stauffenberg, Olbricht und Mertz für verhaftet. 5:01 "Es fiel mir in diesem Augenblick der schwer erschütterte Eindruck des Generalobersten auf." "Er machte einen schwer erschütterten Eindruck." 5:09 "Jawohl." "Er sagte mit schwerer Stimme: Sabrudzinski, der Führer ist tot." 5:22 "Ich selbst war durch diese furchtbare Mitteilung wie vor den Kopf geschlagen und weiß nicht ob ich irgendetwas geäußert oder gestammelt habe." 5:32 "Halt. Dieser erste Teil des Gespräches, den haben Sie bisher anders dargestellt." "Sie haben gesagt, dass der Generaloberst noch etwas weiteres Ihnen gesagt hat." 5:43 "Sabrudzinski, der Führer ist tot. Man setzt mich oder man will mich unter unerhörten Druck setzen. 5:51 Ich soll irgendwelche Maßnahmen erlassen." "Mann will mich hier unter unerhörten Druck setzen, dass ich irgendwelche Maßnahmen erlasse." 6:01 "Sie haben früher gesagt, worauf Stauffenberg sich halb aufrichtete und eiskalt sagte: Ich habe es getan." "Der Generaloberst rief aus: Stauffenberg, haben Sie eine Pistole?" 6:15 "Stauffenberg, haben Sie eine Pistole?" "Dann wissen Sie ja, was Sie zu tun haben." 6:19 "Dann wissen Sie ja, was Sie zu tun haben." "Stauffenberg antwortete: Das werde ich nicht tun." 6:29 "Das werde ich nicht." "Darauf rief der Generaloberst: Mertz, holen Sie mir eine Pistole." 6:40 "Mertz, holen Sie mir eine Pistole." "Mertz antwortete: Ich bin in Schutzhaft." 6:47 "Ich bin in Schutzhaft." "Dann...?" 6:52 "Darauf rief Stauffenberg aus: Wenn hier einer in Schutzhaft genommen wird, dann sind Sie es, Herr Generaloberst." 7:02 "Wenn hier einer in Schutzhaft genommen wird, dann sind Sie es, Herr Generaloberst." "Herr Generaloberst, Sie sind verhaftet!" 7:12 "Herr Generaloberst, Sie sind verhaftet!" Der Berliner Polizeipräsident Graf Helldorff. 7:18 Als er in die Bendlerstraße kommt, hat sich Generaloberst Beck bereits an die Spitze des Aufstandes gestellt. 7:23 "In der Bendlerstraße merkte ich sofort beim Eintreffen, dass... also... irgendetwas Besonderes passiert sein musste, 7:31 denn das Tor unten war militärisch gesichert." "Ja, nun war es Ihnen ja sonnenklar, was es war." 7:35 "Jawohl." "Darauf bin ich raufgegangen und über das Vorzimmer vom General Olbricht 7:43 in sein Dienstzimmer hineingegangen." "Er nahm mich dort in eine Ecke und sagte mir 7:53 in Gegenwart seines Chefs, dass der Führer tot sei," "Ja." 7:58 "dass die Wehrmacht die vollziehende Gewalt übernommen hätte," "Ja." 8:03 "dass die Befehle an die Truppe bereits rausgegangen seien," "Ja." 8:08 "und dass Ausnahmezustand herrscht." "Ja. Und nun?" 8:11 "Ich habe darauf gefragt ob das der Wahrheit entspräche." "Ob das auch wahr sei?" 8:17 "Dann hat der General Olbricht mir das sehr ernst und feierlich versichert, dass es wahr sei." 8:22 "Ja, so wie er." "Er hatte in dem Augenblick auch eine entsprechende Meldung." 8:28 "Jawohl. Er sagte mir: Fahren Sie zur Polizei und veranlassen Sie das Erforderliche." "...und veranlassen Sie das Erforderliche." 8:35 "Ich habe telefonisch die Polizei alarmiert." "Sie haben die Polizei alarmiert, also alles gut getan, dem Befehl Olbrichts nicht unterstellt." 8:45 "Und?" "Dann bin ich in die Heerstraße gefahren, ins Kommando." 8:50 "Im Kommando fand ich einen Zettel vor von... ich weiß nicht, Dr. Göbbels und dem stellvertretenden Gauleiter," 8:57 "Ja." "dass ich also anrufen möchte." 9:01 Hitler lebt. Wenige Stunden nach dem Attentat empfängt er den Duce. 9:06 Die Explosion hat vier Männer seine Stabes getötet. Er selbst hat nur Prellungen. 9:11 Damit ist der Putsch gescheitert. Hitler schickt Gegenbefehle aus dem Hauptquartier. 9:16 Gegen den lebenden Hitler sind die Verschwörer machtlos. Die Wehrmacht hält den Eid auf den Führer. 9:36 Generaloberst Höppner: "Dann trat der Generaloberst Fromm in den Türrahmen." 9:43 "Zu beiden Seiten von ihm Offiziere mit Maschinenpistolen." "Ja." 9:47 "Was... welches Zimmer war das?" "Das war das Dienstzimmer von Generaloberst Fromm." 9:51 "Ja." "Das Dienstzimmer von Generaloberst Fromm." 9:57 "Er sagte: So meine Herren, jetzt mache ich das ebenso mit Ihnen, wie Sie das heute mittag mit mir gemacht haben. 10:03 Jetzt bitte ich zu handeln." "Daraufhin nahm mir Beck die Pistole und sprach noch ein Wort und setzte dann an und schoß." 10:12 "Die Kugel ging aber oben in die Decke. Er hatte hier bloß eine Wunde." 10:18 "Er sagte... etwas taumelnd: Ist denn das richtig losgegangen? Und... in dem Augenblick sagte Fromm: Helfen Sie dem Herrn." 10:28 "Helfen Sie dem Herrn." "Jawohl." 10:32 "...zu zwei Offizieren, die links von ihm standen." "Ja." 10:35 "Diese beiden Offiziere gingen also auf ihn los und er sackte in den Sessel, der hinter ihm stand." "Dann wurde... dann sagte er: Nehmen Sie ihm die Waffe ab. Sagte Fromm." 10:48 "Dann sagte er: Nein, nein. Die will ich behalten." "Bitte sehr. Sie haben Zeit für den zweiten Schuss." 10:55 "Ich weiß nicht, was ich tun soll." "Wollen Sie den selben Weg gehen wie Beck? 11:02 Sonst muss ich Sie verhaften." "Ja." 11:05 "Daraufhin sagte Fromm: Ich fühle mich nicht in dem Sinne schuldig und als Schweinehund, dass ich jetzt selber mich richten muss. 11:14 Ich will das, was ich getan habe, auch von meiner Familie verantworten." "Ich fühle mich nicht in dem Sinne schuldig und als Schweinehund. 11:24 Ich will das, was ich getan habe, auch vor meiner Familie verantworten." "Jawohl." 11:30 "Sagen Sie mal: Welche zoologische Charakterisierung hätten Sie denn nun als die richtige angesehen 11:37 für das was Sie getan haben, wenn Sie diese ablehnen?" "[unverständliches Geschrei]... denn Ekel ist eine Sache des Intellekts." 11:48 "Schweinehund ist eine Sache des Charakters." "Dann sagte er: So, also im Namen des Führers 11:57 ein Standgericht von mir... - ich kann mich nicht mehr erinnern, ob er sagte berufen oder hat stattgefunden - 12:04 ein Standgericht von mir hat vier Herren zum Tode verurteilt. Und zwar hier diesen Herrn, den Oberst im Generalstab Mertz, 12:15 den General der Infanterie Olbricht, diesen Oberst, dessen Namen ich nicht mehr kenne, damit meinte er Stauffenberg, 12:22 und diesen Oberleutnant hier. Dann sagte noch zu der [...] einen von den Herren, die neben ihm standen: 12:31 Wir nehmen ein paar Leute und werden sofort dieses Urteil unten im Hof vollstrecken." Stauffenberg starb mit den Worten: Es lebe das heilige Deutschland! 12:47 Drei Monate danach: Staatsbegräbnis in Ulm "Unser Führer hat oberster Befehlshaber übermittelt Ihnen durch mich 12:56 seinen tiefgefühltesten Dank und aufrichtigsten Abschiedsgruß. In stolzer Trauer senkt die deutsche Wehrmacht die Fahnen 13:05 und grüßt Sie zugleich mit dem gesamten..." Generalfeldmarschall von Rundstedt verbreitet die Lüge vom Heldentot Rommels. 13:12 Hitler wollte den populären General nicht vor den Volksgerichtshof stellen. 13:16 Darum befahl er ihm den Selbstmord. Rommel hatte um die Putschpläne gewusst. 13:21 "...das Gedenken bewahren. Ihr Heldentot weist uns allen erneut die Parole: Kampf bis zum Siege." Nach dem 20. Juli steigert die Propaganda den Personenkult um Hitler. 13:32 Sein Überleben soll die verlorenen Schlachten wettmachen. Der Führer besucht im Lazarett die bei 13:47 dem Attentat verletzten Mitarbeiter und Angehörigen des Wehrmacht-Führungsstabes. 13:55 "Wenn ich heute zu Ihnen spreche, dann geschieht es aus zwei Gründen. Erstens, damit Sie meine Stimme hören, und 14:02 zweitens, damit Sie aber auch das Nähere erfahren über ein Verbrechen, das in der deutschen Geschichte seinesgleichen sucht. 14:09 Eine Reihe von mir teuren Mitarbeitern wurde sehr schwer verletzt. Einer ist gestorben. 14:15 Ich selbst bin völlig unverletzt. Ich fasse das als eine Bestätigung des Auftrags der Vorsehung auf, 14:21 mein Lebensziel weiterzuverfolgen, so wie ich es bisher getan habe. Ein ganz kleiner Klüngel verbrecherischer Elemente, 14:28 die jetzt unbarmherzig ausgerottet werden." "Nach seiner wunderbaren Errettung sind 14:35 dem Führer aus allen Teilen des deutschen Volkes unzählige Beweise der 14:38 Dankbarkeit und Treue zugegangen." "Im ganzen Raum gab es nur eine einzige 14:53 Stelle innerhalb der enormen Detonationswelle, die davon 14:57 verhältnismäßig unberührt blieb, und das war die, an der der Führer am Kartentisch 15:04 Teilnehmer der Besprechung sind durch die Kraft der Explosion viele Meter weit 15:10 aus dem Fenster herausgeschleudert worden und ihre Uniformen wurden in Fetzen zerrissen. 15:16 Ich kann nur sagen, dass wenn die Errettung des Führers aus 15:21 höchster Lebensgefahr kein Wunder war, es überhaupt keine Wunder mehr gibt. 15:29 Wunderglauben, Durchhalte-Parolen. "[...] an unsere Fahnen heften werden, wie ich 15:34 jeh in meinem Leben an etwas fest geglaubt habe." Totaler Krieg, totale Vernichtung. 15:46 "Und ein Schrei nach Rache wird aus ihren Kehlen emporsteigen vor dem der Feind erblassen wird." 15:56 "Nun Volk, steht auf und Sturm brech los!" Der Sturm bricht los, aber über Deutschland. 16:09 Der Himmel über Deutschland gehört den Alliierten. Das letzte Aufbäumen der Wehrmacht verlängert nur 16:14 noch das Leben der Hitler, Himmler, und Göbbels. Der Aufstand vom 20. Juli hätte 16:43 Deutschland nicht mehr retten können, aber 9 Monate Sterben, 9 Monate Zerstörung 16:49 wären Europa erspart geblieben. Die schönen alten deutschen Städte gehen im Feuerregen unter. 16:55 An den Fronten, auf der Flucht, in den KZs sterben in diesen 9 Monaten mehr Menschen als in den 5 Jahren zuvor. 17:03 Die Prozesse vor dem Volksgerichtshof gehen weiter. Die Henker haben alle Hände voll zu tun.