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Die Sakramente I Firmung I mit Prof. Ralph Weimann
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Transkriptautomatisch erstellt · 403 Zeilen
- Hallo und grüß Gott, liebe Zuschauer aus dem Zentrum der Christenheit aus Rom. Gemeinsam mit Professor Dr. Dr. Ralf We Feimann begrüße ich Sie heute zu einem
- weiteren Teil unserer Katechesenreihe zu den sieben Sakramenten und heute sprechen wir über die heilige Firmung. Herr Professor Weimann, ich freue mich
- sehr, dass Sie da sind und freue mich schon auf dieses Gespräch ebenfalls. Die Firmung ist ein Sakrament, aber ganz
- grundlegend. Was versteht man überhaupt unter einem Sakrament? Das Wort Sakrament leitet sich vom lateinischen Sakrament ab und das
- wiederum vom griechischen Mysterion. Nun wird's ganz kompliziert, nicht? Denn Mysterium bedeutet so viel wie ein Geheimnis. Und genau das ist
- letztendlich ein Sakrament. Im Sakrament gibt es eine sichtbaren Aspekt und einen unsichtbaren Aspekt und das kennzeichnet oder charakterisiert jedes Sakrament.
- Äußerlich geschieht etwas und innerlich geschieht etwas und das ist ein Sakrament. und das wieder neu zu entdecken und beides zusammenzuführen,
- ohne in einen Dualismus zu treten, aber in einer Einheit nämlich dessen, was Jesus Christus uns hinterlassen hat, als er uns mitgegeben hat. Das bedeutet
- gerade zu verstehen, was ein Sakrament ist. Deswegen ist es wichtig, dass man Katechesen macht zu Sakramenten, um eben halt zu verstehen, was ist dieser
- unsichtbare Teil, denn das ist ja der interessante Teil gerade bei jedem Sakrament, wo man sich wirklich lohnt auch zu einem Sakrament hinzutreten und
- es auch zu empfangen. Und genau den wollen wir auch herausarbeiten. Neben der taufende Erstkommunion gehört die Firmung zu den
- sogenannten Initiationssakramenten. Was ist damit gemeint? Muss man in den Glauben erst in gewisser Weise hineinwachsen?
- Genau, der Glaube ist sehr pädagogisch in der Hinsicht. In der Regel gibt es wenige Menschen, die von einem Moment zum anderen sich bekehren und dann
- gleich entsprechend über das komplette Glaubenswissen verfügen. Auch dann läuft in der Regel ein Glaubensprozess ab, z.B. bei Paulus. Paulus hat das
- Bekehrungserlebnis und danach dann widmet er sich erstmal ein paar Jahre dem Studium und der Unterweisung, damit er selber versteht, worum es geht. So
- auch bei jedem Gläubigen. Das heißt, wir sollen hineinwachsen in das Geheimnis des Glaubens. Und wir haben das heute etwas vergessen. Wir sehen das so, als
- wären wir Teil einer Art Verein oder Gemeinschaft würden mit den Sakramenten. Aber die Sakramente sind unglaublich wichtige Stützen, Hilfen auf dem Weg und
- das ganze Leben ist ein Weg und gibt nun Sakramente, die uns besonders dort hineinführen in diesen Weg und es sind vor allem drei und die werden auch die
- Initiationssakramente bezeichnet, also die mit denen wir den Weg des Glaubens beginnen. Als erstes immer die Taufe, weil mit der Taufe werde ich Christ und
- ziehe Christus gleichsam an. Dann kommt die heilige Eucharistie, der Empfang der heiligen Kommunion und das dritte Initiationssakrament, das ist dann die
- Firmung. Nach dem zweiten Vatikanum wurde die Firmordnung allerdings verändert. Papstol VI hat in einer apostolischen
- Konstitution von 1971 geschrieben, dass die Firmung die Taufe vollende. Ist die Taufe etwa unvollständig? Die Taufe ist vollständig, nur der Weg des Christen,
- der endet nicht mit der Taufe, sondern beginnt mit der Taufe. Und weil die Taufe der Startpunkt ist, von dem anfangend ich dann weitergehe, braucht
- es weitere richtungsweisende Punkte in meinem Leben, an denen ich mich orientieren kann. Und dazu gehören grundlegend die Sakramente und dazu dann
- auch die Firmung. Und was in der Taufe bereits grundgelegt ist, das soll in der Firmung vollendet werden, vor allem im Hinblick auf den Heiligen Geist. und
- sein mysteriöses Wirken in dem Inneren in der Seele des Gläubigen. Die sieben Sakramente wurden von Christus selbst eingesetzt. Können wir
- jetzt davon ausgehen, dass Christus seinen Aposteln beigebracht hat, was die Firmung ist und wie sie zu spenden ist? In der Apostelgeschichte wird es schon
- deutlich. Das heißt, im 10 Kapitel oder 18. Kapitel wird deutlich, wie die Apostel nach in verschiedene Teile der Welt gingen, um eben den Geist
- herabzurufen und den Menschen die Hände aufzulegen. Habt ihr schon den Geist Christi empfangen? Hieß es dann. Und dann heißt es, einige waren noch bei
- Johannes im Teuer stehenblieben und andere bei anderen. Das heißt, es ging wirklich darum vom Heiligen Geist beschenkt zu werden und in das tiefe
- Geheimnis Gottes eingeführt zu werden, was eigentlich nur möglich ist durch den Heiligen Geist. Und dazu braucht es eben auch dieses Sakrament der Führung. Von
- daher gibt es durchaus derartige Beispiele im neuen Testament, die uns darauf schließen lassen, dass eben halt es von Anfang an so praktiziert wurde.
- Wieder zurück zum zweiten vatikanischen Konzil. Die Väter haben sich damals gewünscht, dass dem Empfang des Firmsakramentes eine Erneuerung der
- Tauversprechen vorausgehe. Ja, verlieren die Versprechen denn mit der Zeit ihre Gültigkeit? Die Gültigkeit nicht, aber wenn ich mich
- nicht mal mehr daran erinnere, was ich versprochen habe, dann bleibt recht wenig übrig. Und das ist genau was in den letzten Jahrzehnten passiert ist.
- Wir haben also Christen, die größtenteils neue Heiden sind. Die bezeichnen sich als Christen und sagen, ich habe gewisse Rechte, vor allem wenn
- man noch Kirchensteuer zahlt in Deutschland, aber die grundlegende Abläufe und Verläufe des Glaubens gar nicht mehr präsent haben. Die Sakramente
- sind alle Sakramente des Glaubens. Das heißt, ich kann nur dann ein Sakrament verstehen, wenn ich in das Geheimnis des Glaubens eintrete. Andernfalls sehe ich
- nur den äußerlichen Teil und der ist recht kümmerlich. bei der Taufe ein bisschen Wasser, was über den Kopf des Teuflings gegossen wird, aber was soll
- das schon sein? Das große kann ich nur erkennen durch das Licht des Glaubens und das ist immer übernatürlich so wie der Glaube eine übernatürliche Tugend
- ist und dieser Glaube erlaubt mir nun weiterzublicken, tiefer zu sehen. Und im Hinblick auf ihre Frage kommt genau das hier zu tragen. Das heißt, es geht darum
- tiefer zu erkennen, worum es geht. Und in der Taufe haben wir Grundversprechung gemacht. Wir haben Christus angenommen. Wir haben uns bereit erklärt, den Weg
- des Glaubens zu gehen, uns nach seinen Geboten auszurichten. Das ist das eigentliche Ziel dessen auch, was mit der Taufe beginnt. Das heißt, die Taufe
- ist der Beginn eines Weges. Und daran zu erinnern ist ganz grundlegend. Da hat das zweite Vatikanische Konzil genau den richtigen Punkt getroffen. Leider wurde
- das wie vieles andere nachher dann oft nicht umgesetzt und ist in der Praxis auch nicht angekommen. Damit Verbindung stehend ist das fünfte Kapitel von
- Lumengenzium. Da heißt es nämlich, das ist eine Konstitution aus dem zweiten vatikanischen Konzil über die Kirche, dass jeder Christ zur Heiligkeit gerufen
- ist. Und früher hat man gedacht, Heilige, das sind so ganz wenige seltene Menschen, die hin und wieder mal vorkommen, aber ist nichts für mich. Im
- Konzil hieß es, jeder ist aufgrund der Taufe verpflichtet nach Heiligkeit zu streben und ein Leben zu leben, was eben halt
- der Heiligkeit Gottes entspricht oder irgendwie ähnlich wird. Nun, all das verbindet sich auch mit den Taufversprechen, denn die
- Taufversprechen bedeuten nichts anderes, als dass ich Christus annehme und bereit bin auf seinem Weg zu gehen. Und das ist wie gesagt bei vielen Menschen gar nicht
- angekommen. Und wenn das nicht ankommt, dann wird es nachher auch ganz schwer, das Sakrament der Firmung zu verstehen. Von daher ist in dieser Aussage des
- Konzels etwas ganz wesentliches ausgesagt und es wäre schön, das wir erneut zu entdecken, auch in der Pastoral.
- Was ist denn das große der Firmung? Können Sie uns einen Überblick geben? Das was in der Firmung geschieht, ist die Besiegelung mit dem Heiligen Geist.
- Das heißt, was in der Taufe grundgelegt ist, Gott legt etwas in unser Innerstes hinein. Wir nennen das ein unauslöschliches Prägemahl. Das heißt,
- in unsere Seele, unser Geistprinzip, was jeder Mensch hat, wird etwas hineingelegt. Es wird markiert sozusagen. So wie jemand König z.B. Da
- sieht man das sehr schön in den alten Formeln. Jemand dann zum König gekrönt wird. In gewisser Weise so wird das der Teufling. Er wird nun Anteil an Gott und
- dazu wird seine Seele ein Prägemal aufgegeben, womit ausgedrückt wird, er ist jetzt ein Kind Gottes oder wird beschenkt mit der Gnade Gottes in der in
- der Firmung. Nun wird das, was in der Taufe grundgelegt ist, vervollkommen in gewisser Weise oder vollendet, besser gesagt. Insofern als das jetzt ein
- zweites Prägemann hinzutritt, was unauslöschlich ist und in der Seele dessen ist, der das Sakrament enthält und dadurch damit verbunden ist eine
- besondere Gnade, eine Gnade Gottes, die ihn, wenn er dafür bereit ist, hineinführt zu einem tieferen Verständnis des Geheimnisses Gottes. Und
- darum soll es ja gerade gehen und das ist leider sehr oft in Vergessenheit geraten worden. Wir nehmen heutzutage die Firmung vor, als würden wir nachher
- irgendwie Rechte bekommen. Ich darf jetzt dann auch danach dann Firmen sein. Ich darf jetzt heiraten, ich darf im Fahrgemeinderat sein, so unter dem
- Motto, als wären das die eigentlichen Dinge. Nur das eigentlich große, das im Sakrament geschieht, ist das unsichtbare Handeln Gottes im Innersten des
- Menschen. Und mir scheint, in der heutigen Zeit sind wir dafür ein Stück weit blind geworden, gerade dieses unsichtbare Handeln Gottes im und am
- Menschen zu sehen und wahrzunehmen. Da müsste man wieder die Augen des Glaubens öffnen, um das zu erkennen. Dann wird man auch verstehen, wie groß das
- Geschenk ist, dass der Heilige Geist uns macht im Sakrament der Firmen. Ich hoffe, dass Sie Zuschauern die Augen ein wenig öffnen können durch das
- Interview. Nun aber ganz grundsätzlich, darf jeder Priester denn Firmen? Der ordentliche Spender des Firmsakramentes ist der Bischof.
- Es gibt ja eine einzige Weihe. So hat es im zweiten Vatikanischen Konzel die Kirchenfeder damals die die Väter, die da teilgenommen haben, ausgedrückt eine
- Weihe in drei Stufen. Und diese eine Weihe in drei Stufen ist das Diakonates, Pressbüterat und Episkopat, also Diakonpriester, Bischof und für gewisse
- Sakramente hat diesen zu spenden von dem der die Fülle der Vollmacht hat. Und daher ist eben halt in diesem Fall beim Firmensamentabrufen des Heiligen Geist
- der Bischof der ordentliche Spender des Sakramentes. Das heißt aber nicht, dass es nicht delegieren könnt. Er kann eben diese Vollmacht auch an Priester oder
- Pte oder Domkapitulare, also an jeden Priester eigentlich delegieren, sodass dann im Auftrag dieses Bischofs diese Vollmacht delegiert wird und dann könnte
- auch der Priester entsprechend das Sakrament gültig spenden. Und welcher theologische Gedanke liegt jetzt der Tradition, dass nur der Bischof der
- ordentliche Spender ist zugrunde? Eben die Fülle der Weihe Vollmacht, die dem Bischof zukommt. Er hat sozusagen die Fülle über die geistigen
- Wirkkräfte, die der Kirche mitgegeben sind als Nachfolger der Apostel. und so wie der Apostel herumgezogen sind damals und eben halt diese Sakramente gespendet
- haben, so tut es auch der Bischof. Weil das aber in der Praxis nicht immer möglich ist, weil Bischöfe ja viel gefragte Persönlichkeiten sind, die viel
- unterwegs sind und viele Verantwortlichkeiten haben, ist es so, dass man da auch eine Delegationsvollmacht hat. W jetzt
- vielleicht zu vermessen das zu sagen, aber so geht es ja auch bei anderen Sakramentalien z.B. der Exorzist, der Diozöse ist der Bischof, der
- Ordentliche. Er kann das aber auch delegieren. Jetzt muss man das eine nicht vergleichen. Das eine ist ein Sakramental, das andere ist das
- Sakrament. Aber einfach nur, dass man das Grundprinzip versteht, worum es hier geht. Es geht hier um die Vollmacht, die Gott uns durch die Hierarchie gibt. Und
- die Hierarchie ist der heilige Ursprung. Das sind diejenigen, die mit Christus verbunden sind und die deswegen eben halt mit einer geistigen Kraft
- ausgestattet sind. Bei der Firmung wird Krisam verwendet. Warum eigentlich und wo liegen die Ursprünge dieser liturgischen Handlung,
- die Ursprünge jemanden zu salben. Sie haben jetzt schon davon gesprochen, dass auch Könige gesalbt wurden. Es geht zurück ins Alte Testament. Das
- heißt, im Alten Testament wurden in der Regel Könige gesalbt und das hat sich dann noch weiter fortgesetzt. Z.B. Karl der Große ist auch im Jahr 800 noch
- gesalbt vor zum König und nach ihm viele andere, aber im Alten Testament wird schon beschrieben. König David z.B. wird gesalbt. Dann wurden Propheten gesalbt,
- das ist auch ganz wichtig. Das heißt, Propheten wurden zu diesem Dienst gesalbt und das Dritte waren dann auch das die Priester, die Priester wurden
- auch zum Dienst gesalbt. Und diese dreifache Salbung sozusagen, dieses dreifache Bezug nehmend auf eine heilige Salbung hat eine Bedeutung. Es gibt
- nämlich gewisse Dinge, die nur dann wirklich funktionieren, wenn sie mit Gott in Verbindung stehen. Und die Salbung oder diese heilige Weihe, die
- mit der Salbung zum Ausdruck kommt, die soll es verdeutlichen, dass die Person jetzt sich selbst enteignet wird und in das Göttliche hineingenommen wird. Das
- soll damit zum Ausru kommen. Das heiß ein Prophet, der letztendlich nur im eigenen Namen spricht, das wäre ein falscher Prophet, von den ja gewarnt
- wird in der Heiligen Schrift. Ein Priester, der geweiht wird, aber nur nicht selber darstellt, wäre, wenn man so möchte, ein falscher Priester und ein
- König, der eben nicht dieser heiligen Weihe gerecht wird, der würde zum Tyran werden. Das heiß, es gibt immer das eine wie das andere, aber grundsätzlich
- bedeutet diese Salbung, dass eben halt der Mensch herausgenommen wird aus dem eigentlichen und in das Göttliche hineingenommen wird. Und wenn er dem
- Mensch spricht, dann wird er zum Segen für die anderen. Und genau das spiegelt sich dann auch im Sakrament der Firmung wieder. Und deswegen wird diese
- besonderes Öl, nämlich das Kriesamöl verwendet für die Spendung des Sakramentes der Firmung. Welche Öle gibt es darüber hinaus?
- Es gibt drei verschiedene, die alle an Grün Donnerstag dann entsprechend auch geweiht werden. Das eine ist das Katechuminenöl,
- ein Öl, was in der Taufe Verwendung findet als Vorbereitung auf die Taufe. Dahinter steckt eine alte und lange Tradition. Dann gibt es das Krankenöl,
- was eben halt für die Krankensalbung verwendet wird, ein weiteres Sakrament der Kirche und dann das Kriesamöl. Das Kriesamöl wird für verschiedene Anlässe
- verwendet. Es wird verwendet zum einen nach der Taufe zur Salbung, es wird verwendet bei der Firmung, es wird aber auch verwendet bei der Priesterweihe, es
- wird aber auch verwendet bei der Weihe von Alteren, z.B. Auch da wird dieses Öl verwendet, weil es ein besonderes Öl ist, das eben diese dreifache Bedeutung,
- die ich eben schon erklärt habe, dann zum Ausdruck bringt. Wie werden die Öle denn gewonnen? Sind es alles Olivenöle?
- Es sind natürliche Öle. Das dürften keine synthetischen sein, weil eben die Gnade die Natur voraussetzt. So hat das mal der heilige Thomas von der Queen
- formuliert. Das heißt, erst steht die Schöpfungsordnung und auf der Schöpfungsordnung baut dann die Gnadenordnung auf und so auch hier. Das
- heißt, es handelt sich um natürliche Öle, die Verwendung finden. Beim Krisam wird da noch etwas Wohlririechendes dazu gegeben und das sind gewisse Ballsame,
- die eben halt einen sehr schönen Duft auch produzieren. Das hat eben mit der Eigenart des Krisams zu tun, denn es ist nicht nur so, dass die Person gesalbt
- wird mit dem Öl, sondern soll zum Wohlgeruch werden, soll also gesalbt sein zum Wohlgeruch und diesem Wohlgeruch widerspiegeln. Also nicht
- irgendeinen Gestank oder andere Dinge, sondern es soll wirklich darum gehen, dass man im Wohlgeruch, der der Wohlgeruch Gottes sein soll und durch
- eben halt auch diese Salbung zum Ausdruck bringt. Das Krisam wird ja sogar geweiht und nicht nur gesegnet. Wo liegt da der
- Unterschied? Die Weihe ist in der Regel etwas, was einen bleibenden, einen bleibenden und konstituierenden
- ähm Wirkung hinterlässt. Das heißt, ein Segen, der kann einfach so gespendet werden für einen Moment und kann gewisse Gnaden hervorrufen. Die Weihe in der
- Regel ist etwas, was eine lange Wirkung hat. Deswegen ist auch das Kris am Öl geweiht und bleibt eben halt solange es in Verwendung ist immer auch dann
- entsprechend in besonderer Weise aufbewahrt und ist ein heiliges Öl, mit dem man nicht einfach jetzt für andere Sachen verwendet, sondern was wirklich
- nur für die heiligen Handlungen zu verwenden ist. Vor der Liturgiereform der Krismesse hat der Bischof die Öle nicht nur geweih oder gesegnet, sondern
- auch noch zunächst ein Exorzismus gesprochen. Warum war das der Kirche wichtig? Die Kirche hat in der Regel die Dinge,
- die sie verwendet hat, zunächst gereinigt. Das so wie wenn man, ich bin immer gerne bei diesem Bild nicht, wenn man in der Küche ist, auch weil ich da
- nicht so oft bin, einfach, dass man zunächst ein Glas verwendet, das sauber ist, da schmeckt es einfach viel besser draus und so hat man einfach die
- Gegenstände, die man in der Regel für den heiligen Gebrauch heranzog, erst gereinigt und das ist ein Exorzismus, man reinigt von Dingen, die eventuell
- nicht gut sind, die auf dem natürlichen drauf legen könnten und dann wird es gefüllt mit göttlicher Gnade. Und das war halt so üblich vor der
- Liturgirreform. Ich würde jetzt gerade noch bei dem Exkurs der Öle bisschen weitermachen. Wie werden die Öle denn im Laufe des Kirchenjahres aufbewahrt? Die
- kommen ja nur punktuell zum Einsatz. Sie kommen punktuell zum Einsatz, aber sie werden an grünen Donnerstag dann geweiht und zwar vom Bischof. Auch hier
- wieder das klassische Symbol, die Fülle der Vollmacht, die der Bischof ausdruckt, die wird jetzt nun auch da entsprechend auf diese Öle herabgerufen
- und dann werden sie in der Regel in den Kathedralen aufbewahrt, werden aber dann nach der donnerstagsm nach der Krisermesse, wie sie auch genannt wird,
- dann also den Namen halt von diesem Heiligen Öl werden dann den Priestern mitgegeben, damit sie diese eben halt verwenden können für die Spendung der
- Sakramente. Vor allem dann in diesem Fall wäre das für natürlich die Taufe, dann die Spendung der Taufe. Ähm und natürlich die Krankensalibung, das
- Krankenöl und dann natürlich auch für die Dermung, falls ein Bischof das delegieren sollte, ein Priester. Aber diese drei Öle, die hat dann jeder
- Priester bei sich und hat in der Regel kleine Schatulle, wo dann diese drei Öle auch aufbewahrt sind. Es wird ja jedes Jahr, wenn die Öle neu
- geweiht, was passiert denn mit dem, was übrig geblieben ist vom Vorjahr? Ja, im Idealfall kommt das dann das Osterfeuer, weil heilige Dinge, die schmeißt man
- nicht einfach weg oder tut sie so weg, wie man was im Müll schmeißt, da ist man Mülleimer, sondern dadurch, dass das geheiligt war, sollte dann diese dieses
- Öl dann, also nicht Öl ins Feuer gießen im Sinne, aber man sollte schon diese Öle dann entsprechend auf diese Weise entsorgen, indem man sie in das Feuer
- tut, was ja dann auch gesegnet ist. Zurück zum Sakrament der Firmung. Der Firmling wird ja mit dem Krisam gesalbt und der Bischof oder der Delegierte eben
- legt ihm die Hand auf. Was hat, was bedeutet dieser, diese Geste nun? Diese Geste ist schon im neuen Testament immer wieder zu finden, als
- Jesus Christus sie segnete und die Hände auflegte. Das heißt, die Handauflegung, die zeugt von einer Autorität. In diesem Fall wird daran erinnert an die
- Autorität Gottes. Er schafft ja Dinge, erschafft die Schöpfung und die Neuschöpfung. Es ist Gott, der der Handeln ist. Und das wird damit zum
- Ausdruck gebracht, indem dann die Hand zur Segnung eben halt über die Firmlinge dann erhoben wird. Und noch bevor er die Firmlinge salbt und die Hand hebt,
- breitet ja der Bischof oder die delegierte Person, sage ich mal, die Hände aus und bittet Gott Vater, den Heiligen Geist zu senden und den
- Firmlingen die sieben Gaben des Heiligen Geistes zu schenken. Was passiert in dem Moment? Nun, da müsste man jetzt auf den ganzen
- Ritus schauen. Der fängt zunächst an mit dem Glaubensbekenntnis. Zunächst ist das Glaubensbekenntnis die Grundlage, von der alles ausgeht, weil eben der
- Firmlink jetzt alt genug ist, das im Vernunftsalter, wie die Kirche das schön definiert. Das heißt im nach westlicher Tradition wenigstens und in dem Sinne
- weiß er nun, was er tut, anders als z.B. ein kleiner Teufling, der gerade geboren wurde und getauft wurde. Also von daher ist es hier eine klare und definitive
- Entscheidung auch für den Teufling, ich stehe zu etwas so zu wozu ich stehe. Das heißt ja auch Firmung. Firmung bedeutet feststehen inn. Und eben dieses
- feststehen in ist der Glaube der Kirche. Und der Glaube der Kirche, der wird deutlich im Glaubensbekennis. Das ist also der erste Punkt, der hier ganz ganz
- wichtig ist. Und deswegen sollten auch die Firmling des Glaubensbekennis mindestens auswendig kennen und auch dahinter stehen hinter dem Inhalt
- dessen, was sie dort sagen. Sonst wäre es einfach nur eine Art Versprechen, aber nichts, was eine tiefergehende Wirkung hat. Dann das zweite kommt dann
- als nächstes eben die Absage. Ich entscheide mich ganz klar für Gott, ähnlich wie eine Taufe übrigens. Das heißt, erst sage ich dem Teufel ab,
- Satan und all seinen Versuchungen und so weiter. Dann bekräftige ich mein Glauben an Gottvater, an Gott Sohn und Gott Heiligen Geist. Dann lädt der Bischof in
- der Regel dazu ein Moment des stillen Gebetes. Das ist auch interessant, wie das sich verhält. Und dann kommen diese Gebete, von denen Sie gerade gesprochen
- haben. Und die Gaben des Heiligen Geistes, die werden nun herabgerufen und die sollen nun in dem Firmling entsprechend dann auch wirklich ähm
- aufgehen, so wie eine Pflanze, die irgendwie gute Frucht bringt, sodass eben halt dann dieser Firmling jetzt mit der Gnade des Heiligen Geistes seinem
- tieferen Verständnis des Geheimnisses Gottes gelangt, was aber nur möglich wird, wenn er das auch wirklich lebt und wenn er hineingezogen wird zu sagen in
- die Gemeinschaft mit Gott. Der Bischof bittet ja um die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Welche sind das denn?
- Die kann man sich recht gut merken, wenn man sich so ein kleinen Hilfsklausel bedient. Es gibt nämlich von diesen sieben Gaben vier, die unseren Verstand
- betreffen und drei, die unseren Willen betreffen. Ist ganz interessant, denn jeder Mensch hat zwei Fakultäten des Geistes, den
- Verstand und den Willen. Und das macht gerade die Menschen aus. Nun, diese Gaben des Heiligen Geistes richten sich genau an diese demenscheneigenen
- Fakultäten. Fangen wir mit dem ersten an, also mit dem Verstand. Da gibt es die ersten vier Gaben. Wäre
- kann man sich merken, Weisheit, das erste. Die Weisheit ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Soll uns hineinführen in das Geheimnis Gottes. Hagier Sophia,
- der Heilige Weisheit bedeutet letztendlich, dass ich durch die Weisheit Gott finde. Dann das ewige Erkenntnis.
- Ihr werdet erkennen und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, verspricht der Herr. Das ist aber keine Erkenntnis, die einfach nur menschlich ist, sondern eine
- Erkenntnis, die durch das Licht Gottes kommt und die sozusagen unseren Geist erhebt hin zu den Tiefen Gottes. Beispiel dafür für diese Erkenntnis und
- für diese Nichterkenntnis zugleich ist der Apostel Petrus. Als Petrus sein Bekenntnis abgibt, du bist der Sohn des lebendigen Gottes, was im
- Matthäusevangelium 16. Kapitel beschrieben wird, da sagt ihm der Herr: "Nicht Fleisch und Blut haben wir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel
- hat es dir geoffenbart." Das heißt, diese Erkenntnis hier ist ein Geschenk vom Heiligen Geist, die Christus nachträglich noch einmal hier
- unterstreicht und bestätigt. Anders als Petrus dann im Nachgang sozusagen sich auf seine eigene Intelligenz verlässt und daher eben gleich sagt: "Weiche
- Satan". Also man sieht hier schon, wie wichtig die Erkenntnis ist, um eben halt die Geheimnisse Gottes zu verstehen. Die andere, die vierte Gabe, die eben halt
- auch an den Verstand gerichtet ist, ist der Rat, dass ich eben auch Rat geben kann, dass ich Rat geben kann und Rat spenden kann,
- dass ich weiß, wohin der Weg geht. Die Gabe des Rates ist von grundlegender Bedeutung. Wie kann man Kindern raten, was Gut ist, was schlecht ist, wenn man
- selber diese Gabeispielsweise nicht hat? Das sind also die Gaben, die an die Vernunft gerichtet sind. Die Erkenntnis haben wir eben schon gesagt, die
- Weisheit, die Erkenntnis, Rat und dann die Einsicht. Die Einsicht ist die vierte Gabe des Heiligen Geistes, die wiederum an
- unseren Verstand gerichtet ist, dass ich mal halt zu einer tiefen Einsicht dessen komme, worum es im Leben eigentlich geht, dass ich nicht oberflüchtlich von
- Party zu Party laufe und Dingel oder sonst was, sondern dass ich verstehe, was ist im Leben eigentlich das, was zählt, worauf kommt es eigentlich
- wirklich an. Und dann gibt es die drei anderen Gaben, die sich an die Willenskräfte des Menschen richten. Und das sind auch ganz wichtige Gaben, die
- von Bedeutung sind. Und da gehört zunächst dann zu einmal die Gottesfurcht. Heutzutage kaum mehr verständlich zu
- machen, dass man Gott auch fürchtet. Und zwar nicht aus Angst, sondern dass ich weiß, wer ich bin, dass ich weiß, wer er ist. Und erst aus diesem Verständnis
- heraus kann ich auch entsprechend mein Handeln kontrollieren und entsprechend handeln. Die nächste Gabe, die ebenfalls an den Willen gerichtet ist, ist die
- Stärke, dass ich eben halt Starkmut aufbringe. Den Glauben wirklich zu leben, das verlangt viel von einem ab heutzutage. Oft wird man ausgelacht,
- verspottet, wenn man nur zeiligen Messe geht, wenn man das regelmäßig tut, wenn man sagt, nee, ich habe am Glauben der Kirche keine Abstriche zu machen, ich
- stehe dazu. Dann braucht man heutzutage in unserer Gesellschaft viel Stärke eben halt, um dann auch den Weg gehen zu können. Und das Dritte auch, das ist
- heutzutage oft nicht verstanden, ist die Främigkeit. Frömigkeit wird so verlacht, so unter dem Motto, ja, das wohl nichts
- frömelndes sein. Wir brauchen keine fromjungs in der Kirche oder sonst was. Vorsicht muss man sagen, die Främigkeit ist Gabe des Heiligen Geistes. Und wo
- die Gabe des Heiligen Geistes fehlt, da fehlt Gott letztendlich und da fehlt das, was wesentlich ist. So sieht man schon hier, wie Gott in seiner Pädagogik
- mit diesen sieben Gaben auf das Wesen dessen, wer der Mensch ist, mit seinen zwei Fakultäten mit Verstand und Wille antwortet und versucht beide dadurch,
- wer sich dem halt öffnet, so zu beschenken, dass die Person auf dem Weg Gottes geht in einer tiefen Einsicht und Erkenntnis des Geheimnis Gottes und so
- den Weg findet hin zum ewigen Leben. Werden aber bei der Firmung alle Gaben gleichermaßen zu Teil oder erhält eine z.B. viel mehr Gottesnis, der andere
- dafür mehr Frömigkeit. Die Gaben werden insofern zu Teil, wie wir uns Gott öffnen. Wer sich eben Gott nicht öffnet, dem wird gar nichts zu
- teilen, denn es geht hier um keinen Automatismus so dem, ich habe ein Anrecht und jetzt muss Gott mir das geben, sondern Gott gibt und er gibt in
- Fülle. Er gibt in unglaublich großer Fülle, aber er gibt nur dem, der sich ihm öffnet. Das große Problem ist z.B., das auch in der Firmenbereitung
- heutzutage auf diese große Dimension des Göttlichen kaum mehr wertgelegt wird, dass man Menschen hat, denen Gott eigentlich fast egal ist und die das
- dann machen wie eine Art Tradition. Aber da kann es dann durchaus sein, ich sage nicht, dass es grundsätzlich so ist, aber es kann so sein, dass eben das
- Gefäß, was jetzt da ist, was gefüllt werden soll mit den Gaben des Heiligen Geistes verschlossen ist und dass dann Gott eben den Menschen nicht füllen
- kann. Es kann aber auch sein manchmal, dass Gott durch seine Gnade trotzdem handelt. Also Gottes Wege sind unergründlich, das kann auch sein, aber
- in der Regel und das wäre das Ideal hat man eben Firmenlinge, die so vorbereitet sind, dass sie wie ein ganz offenes Gefäß und dass Gott alles in sie
- hineinlegen kann. Und dann schenkt Gott im Überfluss so, wie er will. Dem einen diese Gabe mehr, dem anderen jene mehr, aber er schenkt sie. Er legt sie in das
- Innerste des Menschen hinein und darauf müsste wir neu achten und das schauen, was es bedeutet und was das dann auch mit dem Einzelnen bewirkt und wie der
- Mensch dadurch eben halt auch seine Würde findet, seinen tieferen Sinn im Leben und damit auch eine tiefen Frieden und Erfüllung.
- Welches Ziel verbindet sich mit den Gaben und welche Wirkungen können Sie entfalten ganz konkret im Leben des Einzeln?
- Zunächst die größte aller Wirkung, die entfaltet wird in der Seele im Innersten des Menschen sozusagen, das verbinden wir mit dem Wort Seele, ist, dass wir
- auf Christus, auf Gott hin ausgerichtet werden, dass wir in seiner Gnade erhalten bleiben, dass wir geheiligt sind. Ruf der Heiligkeit, wir haben eben
- schon von gesprochen, das ist das größte, was der Heilige Geist bewirkt. Er führt uns also nein in die Gemeinschaft mit Gott. Und das ist ja
- das Ziel eines jeden Christen, nämlich der Himmel. Und hier wird bereits die Seele so geheiligt in der Firmung, wenn das also dem spricht, was wir gerade
- besprochen haben. Das heißt, wenn die Voraussetzung gegeben sind, dann wird die Seele so geheiligt, dass diese Seele jetzt ganz in die Gemeinschaft und für
- die Gemeinschaft mit Gott entsprechend bereitet ist. Und es gibt's wunderbare Beispiele auch hier in Rom von selbst Jugendlichen, von Kindern, die als
- Meertürer nachher bereit waren auch für ihren Glauben einzustehen und die wirklich ein wunderbares Zeugnis gegeben haben, die es aber nicht getan haben,
- einfach nur so, ich muss jetzt das tun, sondern die innerlich erfüllt und getragen waren, innerlich gefüllt und getragen von der Gnade Gottes.
- Zudem gibt es ja noch vielfältige andere Gaben, Gnadengaben des Heiligen Geistes, auch Charismen genannt. Welche sind es und wo liegt da auch der Unterschied?
- Also, es gibt noch die 12 Früchte auch des Heiligen Geistes, die auch als Gaben bezeichnet werden. Die sind sehr vielfältiger Art. Ich nenne nun mal eine
- davon, weil das ein ganz wichtige Frucht des Heiligen Geistes ist der Friede. Der Friede. Wir leben in einer Welt, die sehr friedlos geworden ist. Der Friede
- ist aber nicht nur ein Friede, der sozusagen sich im großen widerspiegelt, sondern ist vor allem ein Friede im Innersten des Menschen. Es gibt viele
- Menschen heute, die friedlos sind, die unversöhnt sind, die Dinge mit sich tragen und der Heilige Geist ist genau der, der da die den Frieden bewirkt im
- Menschen. Und eine andere Aspekt, vielleicht noch ein zweit, den ich hinzufügen möchte bei diesen eben ähm Früchten des Heiligen Geistes, die
- Liebe. Die Liebe ist sozusagen das Lebensprinzip der Seele. So, wenn der Heilige Geist in einer Seele einwohnt und Gott die Liebe ist, dann bedeutet es
- gleichzeitig, dass hier die innere Verbindung mit Gott stattfindet und zwar auf einer unsichtbar mystischen Weise und das durch das Sakrament der Firmung.
- Das ist ein ganz wunderbarer tieferaspekt, den es sich ebenfalls zu bedenken gibt. Also von da gibt es vielfältige Früchte, die entsprechend
- den Menschen dann hineinnehmen auch in eine tiefere Gemeinschaft mit Gott. Und die Charismen sind besondere Gnadengaben eben, die auch der Geist schenken kann.
- Mhm. Der Katechismus spricht davon, dass man das eine Notwendigkeit besteht, diese Charismen zu prüfen. Die ist notwendig, denn es gibt
- Menschen, die berufen sich auf Charismen und haben die gar nicht. Es gibt aber auch Menschen, die haben gewisse Charismen und von daher ist es immer zu
- prüfen. Das wird schon in der Apostelgeschichte deutlich. In Apostelgeschichte waren schon Menschen da, die meinten oder Vorgaben gewisse
- Gaben zu haben, sie aber nicht hatten und wo dann Petrus und Paulus z.B. eingeschritten sind, also das ist Autorität der Kirche. Von daher gibt es
- aus einer heutigen Zeit, es gibt Menschen, die besondere Gaben haben, also Charismen haben, die Dinge deuten können, die Dinge sehen können, die eben
- halt mit besonderen Gaben beschenkt sind, aber das muss nichtsdestotrotz immer sehr streng geprüft werden. Hier in Italien ist einer der bekanntesten
- Fälle für solche Gnadengaben ist der Heilige Pater Pio gewesen. Der ist ja erst 1968 gestorben und von daher noch recht präsent auch und da ist ja sehr
- vieles überliefert, welche Charismen er gehabt hat. Und das ist aber immer etwas Besonderes. Es muss geprüft werden durch die Kirche. In seinem Fall ist es
- geschehen und diese Prüfung hat standgehalten. Ist einer der bekanntesten Heiligen, die es gibt und die ähm die Kirche gerade in der
- jetzigen Zeit auch verehrt hier, vor allem in Italien. Sie haben zu Beginn davon gesprochen, dass wir durch die Taufe ein Siedel
- erhalten, dann aber auch durch die Firmung. Papst Paul VI hatte durch seine durch die neue Form der Firmung formuliert: "Empfange das Siegel der
- Gabe des Heiligen Geistes". Und ursprünglich entstammte diese Formulierung den Byzantinischen Retus. Inwiefern kann man jetzt den Heiligen
- Geist als Siegel verstehen und was meint es überhaupt diese Siegel? Zunächst einmal wird gerade in der Orthodoxie der Heilige Geist sehr
- verehrt und angerufen. Also nicht nur verehrt wird, angebetet, muss man korrekter sagen. Das ist bei uns im Westen ist diese Tradition etwas
- verloren gegangen. Und vielleicht wollte Papst Paul VI daran wieder erinnern, als er da dann angeknüpft hat. Das heißt, der Heilige Geist hat eine besondere
- Bedeutung, denn er führt uns ein in die tiefere Erkenntnis Gottes. Das heißt, die eigentliche Erkenntnis Gottes, die geschieht nicht basierend auf meinen
- natürlichen Kenntnis. Und das ist der große Fehlschluss der Moderne. Wir meinen durch Philologie, durch Studien der Philosophie, der Theologie
- irgendwelche genialen Erkenntnisse zu haben, basierend auf unseren eigenen Gedanken. Aber das ist nicht die Glaubenserkennis. Die Glaubenserkennis
- eine Erkenntnis, die durch den Glauben geschieht und die dann wiederum vom Heiligen Geist uns geschenkt wird. Papst Paul VI hat genau darauf versucht dann
- entsprechend zu achten, indem er sagte, wir müssen wieder neu den Heiligen Geist und sein mysteriöses Wirken in Menschen im Mittelpunkt rücken. Und in der
- Firmung ist das halt das Siegel, was durch die Besiegelung mit dem Heiligen Krisam dem Menschen zu Teil wird. Ähnlich wie bei der Taufe sozusagen die
- Sünden abgewaschen werden, er Kind Gottes wird. So wird nun der Firmling besiegelt mit einem unsichtbaren Zeichen, was in seine Seele, sein
- Geistprinzip eingeprägt wird. Und das ist sozusagen eine Art Gegenwart des Heiligen Geistes, so könnte man das übersetzen, die auch bleibt und zur
- Entfaltung kommt, wenn wir entsprechend mit dem mitarbeiten, was Gott in uns hineingelegt hat. Das heißt, Gott gibt uns die Sachen nicht immer nur
- automatisch, er gibt sie uns im Sakrament. Da können wir drauf uns verlassen. Es ist objektiv von ihm geschenkt durch die Kirche. Aber damit
- sich das in uns entfalten kann, muss der einzelne mitarbeiten. Wenn er das nicht tut, wenn er einfach das nur tut, weil es seine alte Tradition, dann würde es
- sehr wenig oder gar keine Frucht bringen. Eine Person hat mir mal erzählt, dass sie ein Bild hat für die Firmung und die
- Taufe. Die Taufe sind sozusagen die zweiten Zähne und die Firmung wäre dann die Zahnversiegelung, die noch mal alles instand hält und für
- die Zukunft versiegelt. Der Vergleich hingt dann aber nachdem, was Sie erzählt haben. Ja, weil eben die Firmung die
- Besiegelung ist. Eine Besiegelung, die nicht vergleichbar ist mit einer kleinen kleinen Zahnvorsorge oder sonst etwas, sondern ist eine Besiegelung in dem
- Innersten des Menschen. Etwas, was Gott in uns hineinlegt. Vielleicht kann ein Beispiel helfen, das besser zu erklären oder zu verstehen. Wir sind gewohnt auf
- äußere Dinge zu achten, wie z.B. ein Wunder. Wir tun es auch damit schwer, aber Gott kann Wunder wirken. Es gibt verschiedene Wunder, die auch heute
- geschehen. Es gibt Krankenheilung, es gibt dies, das und jenes. Das sind aber äußerliche Dinge, die wir sehen, die wirklich großen Wunder, die geschehen im
- innersten des Menschen und darauf schauen wir fast gar nicht mehr. Wir sind fast dafür blind geworden. Das große große große, was Gott wirkt, ist
- das im Innersten des Menschen, wenn er jemanden mit sich versöhnt, wenn er jemanden zum Kind Gottes macht, wenn er jemanden beschenkt mit den Gaben des
- Heiligen Geistes und das ist das große und und weil wir dafür fast blind geworden sind äußerlich fixierten Welt, wo wir auf das Äußerliche schauen, fällt
- uns auch schwer diese innere Logik dessen zu verstehen, worum es hier geht. Aber im firm Sakrament geht es eben um das, was Gott in uns hineinlegt. Was
- Gott in uns legt wie ein großer Samen oder mehr als ein Samen und was dann zur Erfaltung kommen soll. Und das ist mehr als nur irgendwie so einen Zahnvorschuss
- oder Schutz, den man bekommt, sondern das ist was relativ Neues, was Neues, was die Menschen aber notwendig ist auf seinem Weg, um eben bestärkt den Weg
- gehen zu können, den Weg des Glaubens. Wir haben viel über die Früchte, über die Gaben des Heiligen Geistes gesprochen. Ich möchte noch mal auf den
- Heiligen Geist selbst zu sprechen kommen. Er wurd jetzt als Siegel bezeichnet. Man kennt dann auch noch das Bild, dass er das Band sei zwischen
- Gottvater und Gott Sohn oder die Darstellung als Taube. Aber wird ihm das alles überhaupt gerecht? Ich denke da gerne an Christen von Kaufbeuren, die er
- dafür eingestanden hat, dass der Heilige Geist auch eine Person ist und auch als Person dargestellt werden soll. Ja, nicht nur sie ist dafür eingestanden,
- sondern auch wichtige Konzilien der Kirche, die eben halt das auch dann als Dogma definiert haben. Es gibt einen Gott in drei Personen und der Heilige
- Geist ist sozusagen die Perikorese. So hat es der heilige Athanasius ausgedrückt. Nun, was ist das schon wieder? Diese griechischen Wörter.
- Perikorese bedeutet sozusagen, dass die drei göttlichen Personen komplett ineinander sind, aber doch getrennt sind. Das heißt, Gott ist ein Gott in
- drei Personen und diese Person ist immer auch natürlich persönlich. Nun, wie kann uns das wie können wir uns das vorstellen? Bild aus dem Peterssturm
- kann helfen, um das zu verstehen. Die Kuppel des Petersturms ist so angelegt, dass in der Regel drei Lichtstrahlen reinfallen. Das ist genial gemacht, wo
- Sie damals drauf geachtet haben. Das heißt, wenn die Sonne scheint und das blauer Himmel ist, so wie es oft in Rom der Fall ist, dann fallen in der Regel
- drei Lichtstrahl rein. Und es ist in der Regel oder nach meinem dafür eine genialsten Erklärung eben auch des Heiligen Geistes und heiligsten gibt
- eine Sonne, ein einziger Gott und drei Strahlen. Nun, der Heilige Geist ist demnach derjenige, der unsichtbar an uns wirkt. Es ist derjenige als Person, der
- im Innersten des Menschen wirken möchte, wenn wir ihnen lassen. Im Innersten. Hier geht es nicht um ein Äußeres. Jesus Christus ist Mensch geworden, als der
- unsichtbare Gott wird sichtbar. Hierun tritt der unsichtbare Gott in das Inners des Menschen hinein und will hineintreten, da wo wir ihn lassen.
- Deswegen sagt ja auch der Herr dann in seinen Abschiedsreden: "Ich werde euch den Heiligen Geist schenken und er wird euch in das Innere dieses Geheimnisses
- einführen." Von daher ist der Heilige Geist durchaus eine Person, aber alle unsere Konzepte, die wir haben, ob es die Taube ist, ob es da Feuerflammen
- sind oder egal was, sind sag mir nur Bilder, die uns irgendwie helfen können, dieses große Geheimnis annährungsweise zu verstehen. Es ist nur nur eine
- Annäherung. Es ist nicht das eigentliche. Das eigentliche ist viel größer und übertrifft unsere menschliche Vorstellungskraft. Aber diese Bilder
- können uns helfen es zu verstehen, denn irgendwie müssen wir ja mit unser begrenzten Verstand in dieses große Geheimnis hineinkommen und das bewirkt
- in der Regel dann vor allem der Heilige Geist. Deswegen darf man und soll man zu ihm ruhig eine Freundschaft pflegen, ihn anrufen als Person, als der Freund der
- Seele, der uns sozusagen in die Geheimnisse Gottes einführt. Wir haben schon über die neue Firmennung gesprochen und ich habe von manchen
- gehört, dass sie doch irritiert waren, dass Elemente des byzantinischen Ritus Einzug erhalten haben in die Firmordnung der lateinischen Kirche. Ist es der
- damaligen Zeit geschuldet und was waren eigentlich die Grundpfeiler der liturgischen Reform? Ich vermute, das weiß keiner so ganz genau, welches die
- Grundfeiler sind. Es gibt da gewisse Anlehnungen. Man sagte, man wollte sich auf die heilige Schrift stützen. Das war ein wichtiger Punkt und dann die frühe
- Kirche. Das war der zweite Punkt. Das ist aber jetzt auch kein, sage ich mal, vollständiger Überblick über die Grundfeiler, die der Liturgiere Reform
- zugrunde gelegen haben. Aber man fragt sich natürlich dann, was passiert mit der ganzen lebendigen Tradition der Kirche diese 1700 Jahre dazwischen
- waren. Ist ja eine lebendige Tradition. Da gibt es also gewisse Diskussionen, die da auch bis heute nicht abgeklungen sind, gerade auch über die
- Konstruktionsprinzipien, eben, nach denen die Reform dann durchgeführt wurde. Wichtig sollte aber ein Prinzip sein, was für die Gläubigen
- von Bedeutung ist, nämlich das, dass man tätig teilnimmt an den Sakramenten. Das ist vielleicht das, was überhaupt der ganzen Reform zugrunde gelegen ist. Was
- heißt denn das schon wieder? Komisches sperriges Wort. Wenn ich jetzt auf Latein sagen würde, aktuosaer noch schweriger. Was ist damit gemeint von
- der Idee her? Gemeint ist, dass wir an den göttlichen Geheimnissen teilhaftig werden und demfolge auch teilnehmen sollen. Das heißt, wir sollen nicht nur
- es über uns ergehen lassen. Z.B. ich empfange jetzt die Firmung, bin jetzt da, der Bischof ist da, er seibt mich und so weiter und das war's. Nein, ich
- soll innerlich eintreten in das Geheimnis, was Gott tut. Ich soll mich innerlich öffnen dem göttlichen Geschehen, das im Sakrament erfahrbar,
- erspürbar und gegenwärtig wird. Das ist eigentlich eines vielleicht dieser Grundprinzipien, die aber leider oft auch falsch verstanden wurden, dann im
- Nachgang, wo eben halt besonderer Wert drauf zu legen ist. Also noch einmal auf das Firmensrament zurückzukommen, es wäre demnach notwendig für die
- Firmlinge, für die, die also das Sakrament empfangen, dass sie sich innerlich ganz der Gnade öffnen, dass sie an diesem Ritus nicht nur passiv es
- über sich ergehen lassen, sondern in dem Moment, wenn sie sich dem nähern, nicht nur dem Moment s ganzen Messfeier darauf vorbereitet sind, sich darauf freuen und
- dann ihr Herz weit machen, so dass eben Gott alles in sie hineinlegen kann. Und wenn das wieder neu entdeckt werden würde, dann würde man auch verstehen,
- dass es beim Glauben nicht um irgendwelche rituellen Vollzügen nur gibt, sondern dass der Ritus dafür da ist, um uns hineinzunehmen in das
- Geheimnis Gottes, das uns offensteht. Gerade im Sakrament. Hat sich die Veränderung des Ritus jetzt aber doch auf die Sakramente ausgewirkt?
- Es hat sich insofern ausgewirkt, als dass auf der einen Seite die Dinge alle verständlicher wurden nach außen, weil man es jetzt hier in der Volkssprache
- macht. auf der anderen Seite aber oft unverständlicher wurden von der Glaubensebene her. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass wir die Dinge des
- Glaubens nicht durch die Sprache verstehen. Und das ist eine Fehlannahme gewesen, gerade in der Liturgiereform und der Umsetzung der Liturgieform. Wir
- meinten, die Leute müssen nur verstehen, was gesagt wird und sie würden automatisch glauben. Das ist aber nicht so. Der Glaube stützt sich auf eine
- andere Quelle der Erkenntnis, nämlich das übernatürliche Licht Gottes des Heiligen Geistes, der in uns ist. Wenn ich aber meine, ich verstehe, aber
- vom Glauben her gar nicht verstehe, dann habe ich nachher ein großes Problem. Und das scheint auch ein bisschen der Grund dafür zu sein, dass eben halt viele
- derjenigen, die gefirmt werden, dann wirklich nur gefirmt werden und danach dann schon wieder entsprechend Abstand nehmen vom Heiligen Geist. Es gibt ja
- einen bösen Witz, den einige Pfarrer da entsprechend auch gerne mal erzählen. Es soll nämlich vorgekommen sein, so wird berichtet, dass sein Pfarrer eine
- Taubenplage hatte in seinem Kirchdach. Also viele Tauben, die er genistet haben, viel Schmutz machten, viel Krachmachten und so weiter. Wenn er sich
- als Ordinariat und fragt, ob man da ein ihm helfen kann, was man da machen kann und dann kam keine Hilfe, dann hat er selber ein Mittel ergriffen und nachher
- fragt dann das Ordinariat nach und sagt er, wie kann es sein, dass jetzt die Tauben weg sind? Wir wollten jetzt doch aktiv werden und so weiter. Ja, ich habe
- die Tauben gefirmt, jetzt sind sie weggeflogen und sind nicht wiedergekommen. Und da spiegelt ein bisschen die Praxis der heutigen Zeit
- wieder, muss man sagen. Das heißt, die Firmlinge kommen dann noch einmal das letzte Mal in die Kirche und gehen dann. Und das ist ein genau ein falsches
- Verständnis dessen, was die Firmung ist. Die Firmung ist ein wichtiger Punkt auf dem Lebensweg, aber ist ja gerade der Punkt, wo ich mich entscheide und zwar
- wissentlich und willentlich den Weg Gottes zu gehen. Wenn ich das aber gar nicht damit verbinde, dann werden auch die Gaben, die in den Firmling
- hineingelegt werden, sich nicht entfalten können. Und letztendlich wird sich dann bewahrheiten, was im Lukasevangelium steht im 12. Kapitel, wo
- es eben heißt, wem viel gegeben wurde, von dem wird viel verlangt werden. Das heißt, auf dieser Weise hilft man den Firmlingen auch nicht. Man müsste sie
- wirklich hinführen zu einem tieferen neuen Verständnis dessen, worum es wirklich geht im Sakrament und diese großen göttlichen Dinge ihn auch wieder
- neu vor Augen führen, dass eben halt Gott handelt und dass Gott handeln möchte und dass Gott uns überreich beschenkt im Sakrament, wenn wir das nur
- zulassen und sie ihm öffnen. Wie könnte so eine Hinführung gelingen? Hätten Sie da einen Tipp für die Praxis? Wenn die Filmvorbereitung qualitativ
- vielleicht nicht so gut verläuft, aber vielleicht gibt es die Tante, die Oma, die da gute Lektüer hätte und es weiterempfehlen könnte. Haben Sie da
- etwas auf Lager? Ja, zunächst musste Glaube einfach gelebt werden und das scheint mir der Knackpunkt überhaupt zu sein, gerade bei
- der Jugend heutzutage. Das heißt, der Glaube muss gelebt werden. Wer nicht mit Gott verbunden ist, dann aber ein Sakrament empfängt, was er die
- Verbindung mit Gott besiegeln soll, der lebt im Widerspruch. Der lebt den Widerspruch zu dem, was er eigentlich tut. Und wir haben in den letzten
- Jahrzehnten viel dieser Widersprüche immer wieder zugelassen, toleriert und manchmal sogar gefördert. Und das müsste behoben werden. Da müsste man wirklich
- anfangen und sagen, schaut, die kriegt hier ein übergroßes Geschenk und das müsste erklärt werden. Das heißt, ein Firmling sollte nicht zu Bastelgruppen
- geführt werden, wo man einfach nur net sich unterhält, wo man irgendwelche besonderen Orte besucht, sondern die müssten im Glauben unterwiesen werden
- über die Gaben des Heiligen Geistes, über die Früchte des Heiligen Geistes, über das Leben in der Gnade, über das Wirken des Heiligen Geistes in der Seele
- des Einzelnen, über die Sakramente, die dem vorausgehen, wie nicht nur die Taufversprechung Erneuerung, sondern auch eben die Beichte und natürlich der
- Besuch, der regelmäßige bei der heiligen Eucharistie. Das heißt, hier müsste ein Umdenken stattfinden, dass man das entsprechend in das Gesamt mit
- hineinbringt. Es gibt aber auch Gruppierungen, Gruppen, die das tun und die das pflegen und die auch auf diese Weise Menschen, gerade Jugendliche und
- junge Leute hineinführen in das Geheimnis Gottes und das auch mit einem Erfolg tun, auch wenn Erfolg nicht unbedingt einer der Namen Gottes ist.
- Ja, zurück zum Firmitus. Es ist zwar nicht mehr vorgesehen, aber gelegentlich lässt es sich der Bischof doch nicht nehmen, die Firmlinge ganz leicht beim
- Friedensgroß zu ohigen. Es ist doch wirkt etwas seltsam. Friedensgroß und Ohrfeige. Können Sie diese Symbolik einmal erklären?
- Ja, ich glaube in der heutigen Zeit wird davon abgesehen in der Regel, weil keiner sich eine Anzeige zuziehen möchte, gerade auch bei dem Ritus und
- der delikaten Situation, in der wir heute sind. Aber das ist ein Brauch, der aus dem Mittelalter stammte, aus dem 13. Jahrhundert ungefähr, wo eben halt die
- Gabe des Heiligen Geistes auch sinnlich bestätigt wurde. Das heißt, wie können wir merken, dass Gott in diesem Moment, indem der The Firmling besiegelt wird
- mit dem Heiligen Geist, wie können wir merken, dass er etwas in sich hat, dass er etwas bekommen hat? Und davor gab es damals diesen kleinen Ohrstreich
- sozusagen. Gab's verschiedene Methoden auch das zu machen, einfach um zu zeigen, so jetzt hat Gott dir das geschenkt, so wie es auch beim Credo
- früher war, wo man niederkniete z.B. beim Credo er ist Mensch geworden und so weiter kniete man nieder, um auf diese Weise eben zu verspüren gleichsam
- Christus ist Mensch geworden, ist einer von uns geworden. So war das auch beim Firmsakrament dieses sinnbare oder sinnliche Zeichen, womit eben der
- Firmling dann auch entsprechend wissen sollte, jetzt hast du dieses Geschenk bekommen, jetzt ist es in dir. Es gibt doch noch eine andere Interpretation,
- etwas allegorisch gedeutet, dass damit auch gezeigt wird, der Ferling muss jetzt feststehen im Glauben, auch gegen die Angriffe, die kommen, dass sich
- andere über ihn eventuell lustig machen, wenn er sagt, ich glaube an Jesus Christus, ich glaube an die Jungfrau Maria, ich glaube an die Dogm, ich
- glaube an das Credo, was ich gerade bekannt habe, dass er da auch dann bereit ist für einzustehen. Aber wie gesagt, dieser Dritus oder dieser
- Gestus, der wird heute oft weggelassen, auch weil er teilweise nicht mehr richtig verstanden wird, weil das Verständnis dahinter abhanden gekommen
- ist und in Teilen auch weil schon wieder zu riskant geworden ist. Was sind die allgemein Voraussetzungen für den Empfang der Firmung?
- Die Grundvoraussetzungen sind, dass der Firmling im Stand der Gnade ist. Was heißt das schon wieder? Nun, der Stand der Gnade bedeutet, dass ich in der
- Gnade Gottes, die in mich trage, dass ich also mit Gott verbunden bin und nicht von Gott getrennt bin. Nun, wie kann ich mich von Gott trennen? Durch
- eine schwere Sünde. Für die schwere Sünde gibt es drei Bedingungen. Wir fassen es immer gern zusammen mit dem www. wie es beim Internet auch ist.
- Wissentlich tue ich etwas, willentlich und wichtige Materie. Nun, ein Firmling, also oder derjenige, der sich Sakrament nähert, das gilt für alle Sakramente
- übrigens. Es gilt für die Krankensalbung im Idealfall. Es gilt für die Ehe, für die Priesterweihe. Es gilt für die Eucharistie. Jeder, der sich am
- Sakrament nähert, nähert sich dem Geheimnis Gottes, dem Heiligen vom Heiligen. Von daher muss er selber in dieser Gemeinschaft mit dem lebendigen
- Gott sein, weil er soll ja durch das Sakrament tiefer hineingenommen werden in das göttliche Geschehen. Nun, von daher ist die Grundbedingung eigentlich
- die, dass der Firmling im Stand der Gnade ist und eben in der Gemeinschaft mit Gott ist. Wenn er das ist, dann können die Gnadengaben, die der Heilige
- Geist dem gibt, der erst richtig Frucht bringen. Heutzutage macht man sehr oft irgendwelche Vorbereitungskurse, in denen alles mögliche behandelt wird,
- aber oftmals nicht dieses wichtigste und dieses grundlegendste. Von daher wäre es wichtig, da wieder neue Wert drauf zu legen, denn Jugendliche wollen nicht
- einfach nur irgend eine Tradition folgen, das ist jetzt fast vorbei. Wenn dann wollen sie wissen, was bringt mir das, was gibt mir das und wir können nur
- dann eine Antwort darauf geben, wenn wir die Augen wieder neu öffnen für das göttliche Geschehen am Menschen, was im Sakrament Wirklichkeit ist.
- Und was bringt das Sakrament der Firmung den Firmlingen? Wozu ermächtigt es sie auch? Es bringt Ihnen die Gaben des Heiligen
- Geistes. Wir unterschätzen das, weil wir kaum mehr etwas vorstellen können uns darunter, was das bedeutet. Aber wenn wir bedenken, dass der Heilige Geist uns
- einführt in das tiefere Verstehen des Geheimnisses Gottes, wenn er mich sozusagen lenkt hin auf dem Weg des Heils, der letztendlich der Weg ist, den
- ich als Christi gehen möchte, deswegen bin ich ja Christ geworden. Ich bin ja nicht Christ geworden, um an irgendeinem V Gemeinderat teilzunehmen, an einer
- Synode teilzunehmen, eine Position zu haben oder sonst etwas. Und ich wer Christ, um an Gott anteilig zu sein, also um sozusagen mit Gott den Weg zu
- gehen. Und der Heilige Geist, der mir nun zu Teil wird, der geschenkt wird im Sakrament der Fung, der führt mich auf dem Weg. Wenn ich das allerdings
- grundsätzlich schon Schwierigkeiten habe zu verstehen oder ablehne, dann wird auch das Sakrament der Firmung in sich ein Stück weit hinfällig. Wenigstens
- Gott kann auf mysteriöse Weise immer irgendwie wirken, aber das grundlegende, das geht an der Panden. Also es wäre wichtig wieder den Horizont zu öffnen
- und zu schauen, was ist das, was Gott eigentlich gibt. Wir sind so fixiert auf unser Leben, auf unsere materiellen Dinge heutzutage, dass wir gar nicht
- mehr den Blick öffnen für das große Göttliche. Und das möchten die Sakramente. Sie lassen das Unsichtbare in gewisser Weise sichtbar werden und
- durch den Glauben können wir das verstehen und durch ein Leben im Glauben und in der Gnade daran teilhaftig werden.
- Hier kenne ich aber das Wirken des Heiligen Geistes in meinem Leben und wie kann ich das unterscheiden zu meinem eigenen inneren Vogel, zu den eigenen
- inneren Stimmen, die es da auch gibt? Nun, Gott führt uns immerhin zu sich. Wenn wir unserem eigenen Vogel folgen, dann ist es nicht unbedingt immer
- gleichzusetzend, das muss man sagen. Und was Gott möchte, ist er möchte nur das Beste für uns. Und das bedeutet aber auch manchmal, dass wir eben halt Dinge,
- die nicht gut sind für uns, dass wir davon Abstand nehmen, dass wir das nicht tun. Und das fällt uns heutzutage sehr schwer, weil wir lieber unserem eigenen
- Vogel folgen, was Gott tut. und sein Heiliger Geistes erleitet uns und führt uns hinein in das Geheimnis Gottes und damit auf dem Weg des Heiles. Und wer
- diesen Weg gehen möchte, den Weg der zur ewigen Gemeinschaft mit Gott im Himmel führt, der sollte besser den Eingebung des Heiligen Geistes folgen, die
- übrigens auch ein klares Fundament haben, nämlich in der heiligen Schrift und der Tradition, also die den Geboten auch entsprechen natürlich und sollte
- dem folgen und nicht dem eigenen Vogel. Wenn wir rauszoomen, jetzt haben wir schon das Wirken des Heiligen Geistes im eigenen Leben betrachtet, aber wie wirkt
- der Heilige Geist in der Kirche? auf mysteriöse Weise, das muss man wirklich sagen, denn der Heilige Geist ist sozusagen das Lebensprinzip der
- Seele und auch gleichzeitig der Kirche. Im Petersum ist es sehr schön dargestellt. Sie sehen das in dem zentralen Heiliggeistfenster.
- Man hätte sich denken können, dass die den Petersm erbaut haben, in die Mitte ein Bild von Petrus setzen, die Petrostatu oder etwas anderes. Da steht
- die leere Kathedra und da drüber der Heilige Geist. Und damit ist gesagt, dass auf mysteriöse Weise Gott immer der Herr seiner Kirche bleibt und die die
- Kirche lenkt, leitet und führt. Und darauf dürfen und müssen wir vertrauen, gerade in Zeiten, in denen es manchmal drunter und drüber geht und wo
- vielleicht man sich manchmal fragen könnte, was ist da eigentlich los in der Kirche? Aber das große Göttliche ist immer da und wird immer da bleiben. Das
- hat Gott zugesagt und an sein Versprechen hält er sich. Mhm. Darauf dürfen wir bauen. Nun möchte ich die Firmparten natürlich nicht
- vernachlässigen. Was sind deren Aufgaben oder beschränkt die sich lediglich darauf, dass sie die Hand auflegen und dem Firmling ab und zu mal ein Geschenk
- machen? Nun, im Firmritus kommen die Tauf und in diesem Fall die Firmenpaten kommt eine besondere Aufgabe zu. Sie begleiten den
- Firmling und halten normal die Hand auf die rechte Schulter des Firmlings und drücken damit aus, dass sie im nahe sein sind und beistehen werden. Nun, ein
- Firmenparte sollte folglich ein PTE sein, der den Firmling auf dem Weg des Glaubens begleitet. Das heißt, hier sollte es nicht um jemanden gehen, der
- vom Glauben keine Ahnung hat und selber den Glauben nicht lebt, sondern jemand sein, der selber den Glauben lebt, um auf diese Weise dem Pfling beizustehen.
- Das heißt, es ist jemand, der zur Seite gestellt wird. Auch hier die Pädagogik der Kirche ist eigentlich sehr sehr einhellig oder eingehend, denn niemand
- geht alleine auf dem Weg des Glaubens. Niemand, niemand kann nur alleine durch den Heiligen Geist. Wir brauchen immer die Führung von anderen. Wir brauchen
- das gute Beispiel, das Zeugnis von anderen. Und der Firmen Partte ist derjenige, der so ein Zeugnis geben soll. Das heißt, der der soll uns
- begleiten auf dem Weg und soll uns vorangehen auf dem Weg. Und eben, wenn wir auch mal vom Weg abkommen, dann sollte der Firmpart auch mal sagen, pass
- mal auf, jetzt musst du mal deinen Weg korrigieren. Das ist ganz wichtig. Und diese Aufgabe sollte der Firmenparte auch nachkommen. Ist heute schwierig
- geworden, weil es immer weniger Menschen gibt, die selber in diesem Glauben tief verwurzelt sind und ihn leben. Aber wer such, der findet, wer anklopft, dem wird
- geöffnet auch in unserer Zeit. Gut, dürfte man jetzt auch den Taufparten noch mal wählen zum Firmparten?
- Gewünscht in der Regel. Das heißt, wenn der Taufparte dann nicht zu alt ist, z.B. dann sollte er durchaus auch oder kann er auch firmenparte sein und vor
- allem sollte es jemand sein, der den Glauben wie gesagt selber lebt und wenn er das tut, dann ist es ein wunderbare Hilfe auf dem Weg und dann weiß auch der
- Firmling, es lohnt sich diesen Weg weiterzugehen. In Deutschland ist es ja üblich, dass Jugendliche gefilmt werden. Sie haben
- auch das Unterscheidungsalter schon angesprochen. Wann wäre das denn erreicht? Was soll überhaupt unterschieden werden? Also nach dem
- Kirchenrecht ist das Unterscheidungsalter, also das Vernunftalter gegeben mit Vollendung des siebten Jahres, also recht früh, weil
- aber das in der heutigen Zeit schwierig ist, denn die Reife fehlt oft nicht nur bei Siebenjährigen, sondern natürlich auch bei anderen, hat man das Alter
- höher gesetzt. In Deutschland ist es üblich, dass es so zwischen 12 und 16 Jahren gespendet wird das Firmensakrament und das scheint mir sehr
- angebracht zu sein, gerade auch weiter nach oben zu rücken. Es wird aber nur dann hilfreich sein, wenn man regelmäßig Unterweisungen im Glauben hat und den
- Jugendlichen, den Firmlingen zeigt, warum es sich lohnt, Christ zu sein. Gerade heute, warum es sich lohnt, wie die Firmung es ausdrückt, festzustehen
- im Glauben, weil eben der Glaube mir Halt gibt für mein ganzes Leben und nicht nur mein Leben, sondern darüber hinaus. Und wenn man das wieder neu den
- Jugendlichen beibringen würde, die sich ja begeistern lassen für große Dinge, für wesentliche Dinge, ich glaube, dann könnte auch daraus ein Ansatz erfolgen,
- der die Sakramente der Firmung nicht nur wieder sag mal erkennbar und die Schönheit des Sakramentes und die Größe des Sakramentes darstellen
- würde, sondern dann würden auch wieder die Menschen und vor allem Jugendliche in der Kirche bleiben und nicht wie die Tauben nachher ausfliegen und nicht
- wiederkommen, nachdem sie das Sakrament empfangen haben. Herr Professor Weimann, ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen rund um das Sakrament der Firmung.
- Gern.
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