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5 Echt Jetzt Gott Folge5 Hans Jonas Theologie nach Auschwitz

Mathilde-Planck-Schule6:29 34 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 43 Zeilen
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  1. Jo jo jo, was geht ab und herzlich willkommen zu unserem Podcast Echt jetzt Gott.
  2. In dieser Folge gehen wir der Theo die Seefrage nach Auschwitz nach. Und zwar berichten Holocaust Überlebende oft: "Seit Auschwitz können sie nicht mehr
  3. religiös sein und vor allem, wer die Nazverbrechen miterlebt hat, kann nicht mehr an den allmächtigen und gütigen Gott glauben." Es werden oft die Fragen
  4. gestellt, warum hat Gott bei den Massenverbrechen zugeschaut? Wo war Jahwe während der Schoa? Diese Fragen rütteln am jüdischen Gottesbild.
  5. Vor allem der jüdische Philosoph Hans Jonas beschäftigt sich mit diesen Fragen. Aber zuerst einmal wollen wir erfahren, wer Hans Jonas war. Hans Jonas
  6. wurde am 10. Mai 1903 in Mönchen Gladbach geboren. Sein Vater war Besitzer einer Textilfabrik und Ortsvorsitzender der deutschen Juden.
  7. Seine Familie selbst war von den Schrecken in Auschwitz betroffen, denn seine Mutter wurde dort ermordet. Im Studium wählte Hans Jonas die Fächer
  8. Theologie, Philosophie und Kunstgeschichte. Am 5. Februar 1993 starb er in New York. Ich bin heute hier mit Micha und Jasmin und die zwei werden
  9. euch auch noch ein bisschen über Hans Jonas und anderen Theologen etwas erzählen. Und wir fangen mit Micha an. Micha, wie verändert sich denn das
  10. Gottesbild im Volk nach den Geschehnissen von Auschwitz? Ja, genau. Also, danke erstmal, dass ich hier sein darf und zu dem veränderten
  11. Gottesbild. Also, man muss ja sagen, dass das jüdische Volk auch schon vor den Geschehnissen von Auschwitz oft unter Leid und Diskriminierung gelitten
  12. hat. Und lange haben die Juden dann die Theodfrage, also die Frage nach dem Leid, damit beantwortet, dass die Juden Gott untreu geworden sind und er die
  13. dann deswegen bestraft hat. Später gab es dann noch eine andere Erklärung dafür, weil gerade viele unschuldige und gerechte Juden am meisten Leid erfahren
  14. haben. Es wurde dann damit erklärt, dass sie dann für Gott gelitten haben und in seinem Namen gestorben sind und dadurch wurden sie dann als Heilige gefeiert.
  15. Und weißt du denn auch noch genaueres zu den Ansichten von Hans Jonas? Hans Jonas war der Meinung, dass die beiden Erklärungen in dem Fall von Auschwitz
  16. nicht mehr ausreichen und die Schreckenstaten auch nicht mehr rechtfertigen können, weil das sind ja unter anderem auch Kinder ermordet
  17. worden und die müssen natürlich weder bestraft werden, noch wollen die im Namen Gottes sterben. Und dass jetzt genau die Juden Opfer der
  18. Nationalsozialisten wurden, bringt so gewisse Schwierigkeiten für den jüdischen Glauben mit, weil die Juden sehen sich ja als das von Gott
  19. auserwählte Volk und jetzt wurden sie halt wieder auserwählt, nur diesmal in einem sehr negativen Sinn und in einem grausamen Ziel und so ist die Erwählung
  20. quasi in den Fluch umgekehrt worden. Und der jüdische Glaube ist auch sehr stark auf das jetzt ausgerichtet und dieser Gott ist in dem Fall aber kaum noch
  21. denkbar. Und um den nicht aufgeben zu müssen, muss der Gottesbegriff und die Hiobsfrage noch mal neu überdacht werden. Und bei der Überdenkung des
  22. Gottesbegriffs ist ein Jonas darauf eingegangen, dass Gott entweder nicht allgütig oder nicht verständlich ist. Da wir aber daran festhalten müssen, dass
  23. wir Gott zumindest bis zu einem gewissen Punkt verstehen können, muss jetzt sein Gutsein vereinbart werden mit der Existenz von Leid. Und es geht laut Hans
  24. Jonas nur, wenn er nicht allmächtig ist. So muss quasi sein Attribut der Allmacht weichen, damit wir Gott weiterhin als verstehbaren Gott wahrnehmen können.
  25. Jonas sagt jetzt quasi, dass Gott bei Auschwitz nicht eingegriff, nicht weil er nicht wollte, sondern einfach, weil er nicht konnte.
  26. Vielen Dank, Michafliche Erklärung. Jetzt kommen wir zu Jasmin. Jasmin, welche Ansichten hatten denn die Theologen?
  27. Vielen Dank, dass ich auch da sein darf. Die katholische Theologie nach Thomas Halik sieht in den Bösen und den Wunden der Welt aber eine Herausforderung für
  28. den Menschen, indem der Mensch innerhalb der Welt Gott suchen muss. Denn wäre eine Welt perfekt, dann wäre Gott überflüssig. Bei der Ausschwitzfrage
  29. muss laut Halik nicht nach Gott gefragt werden, sondern die Rolle des Menschen hinterfragt werden. Zudem war auch Gott in Form von seinen Geboten anwesend, vor
  30. allem in dem Gebot, du sollst nicht töten. Und wir Menschen müssen unsere geschichtliche Verantwortung für unsere Taten selber tragen und wir können sie
  31. nicht einfach auf Gott projizieren. Hierzu haben wir einen Erfahrungsbericht von Eduard Kornfeld, der 1944 in das Vernichtungslager Ausschwitz gekommen
  32. ist und dort direkt verstanden hat, dass dieser Ort sein Todesurteil werden könnte. Ähm er überlebte diesen schrecklichen Ort immer wieder mit
  33. knapper Not, da er selbst oftmals vor der Selektion stand und bis heute weiß er nicht, wie er das überlebt hat und fragt sich, ob es Zufall war, ob Gott
  34. doch dort war oder ob ein Engel ihn beschützt hat. Kornfeld sagt aber auch selber, dass er keine Angst vor ihm hat, also vor Gott,
  35. ihm aber Vorwürfe macht, dass er nicht in Ausschwitz war und im keinen anderen Konzentrationslager. Aber trotz seinen Selbstzweifeln an bzw.
  36. über Gott, hat er seine Religion trotzdem an seine Kinder weitergegeben. Deshalb ist er nun im Zwiespalt, ob Gott ihn nun begleitet hat oder eben nicht.
  37. Vielen Dank auch dir, Jasmin. Und jetzt einfach noch mal zusammengefasst. Hans Jonas beantwortete die Frage der Theode nach den Geschehnissen von
  38. Auschwitz, indem er den Gottesbegriff neu definiert hat und Gott die Allmächtigkeit abspricht und somit aussagt, dass Gott nicht eingriff, weil
  39. er nicht konnte. Harig entgegen war der Meinung, dass Gott da war und eingriff, indem er die Gebote aufstellte und den Menschen die Verantwortung gab. Der
  40. KZ-Überlebende Eduard Kornfeld kritisiert Gott dafür, dass er nicht in den Konzentrationslagern war, ist sich aber auch unsicher, ob er durch Gott
  41. bzw. ein Enge überlebt. Im Endeffekt kommt man nicht auf eine richtige Lösung der Theorie Seefrage nach Auschwitz, da jeder der Betroffenen
  42. eine eigene Ansicht hat und auch eine andere Art und Weise, wie er mit dieser Frage umgeht. Und noch mal einen vielen Dank an Micha und Jasmin für euren
  43. Beitrag und an euch da draußen. Schaut doch auch in den anderen Folgen vorbei. Echt jetzt? Gott.

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