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Der Algorithmus verrät ihnen, was du zahlen kannst.

Salvatore Princi20:31 21.486 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 119 Zeilen
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  1. Du und dein Nachbar kaufen dasselbe Flugticket. Gleiche Route, [schnauben] gleiche Airline und das selbstverständlich zur gleichen Zeit. Er
  2. zahlt 189 € du zahlst 349 €. Das ist kein Missverständnis, sondern der Algorithmus hat analysiert, was er über dich weiß und entschieden, dass du
  3. mehr zahlen kannst als dein Nachbar. Das ist jetzt kein hypothetisches Szenario. Delta Airlines, einer der größten Fluggesellschaften der Welt, hat
  4. öffentlich angekündigt, in diese Richtung zu gehen. Auf dem Investor Day im November 2024 sagte Delta Präsident Glenn Hauenstein, also die Nummer 2 der
  5. Airline. Und der seit ein paar Monaten im Ruhestand ist, der sagte wörtlich: "Das Ziel sei ein Preis, der auf diesem Flug zu dieser Zeit für dich als
  6. Individuum verfügbar ist." Im Juli 2025 auf der Quartalskonferenz bestätigte Hauenstein, dass bereits 3% der Tickets per K bepreist werden und
  7. bis Jahresende 2025 es 20% sein werden. Drei US Senatoren Gallago, Warner und Blumental schrieben daraufhin offiziell an den Delta CEO wörtlich: "Deltas
  8. derzeitige und geplante individualisierte Preisgestaltung wirft nicht nur Fragen des Datenschutzes auf, sie dürfte auch dazu führen, dass die
  9. Ticketreise für jeden einzelnen Kunden bis an dessen persönliche Schmerzgrenze steigen und das in einer Zeit, in der amerikanische Familien ohnehin schon
  10. untersteigenden Kosten leid. Senator Gelogo hat dann auf Ex gepostet, Delta CEO wurde gerade dabei erwischt, wie er damit pralte, KI einzusetzen, um
  11. deine persönliche Schmerzgrenze zu ermitteln, sprich um dir jeden Cent aus der Tasche zu ziehen. Allerdings bezog sich auf Aussagen von Delta Präsident
  12. Hauenstein, nicht auf CEO Bastian. Das war wohl ein kleiner Vertipper seinerseits. Nun jetzt, Delta selbst bestreitet seither persönliche Daten zu
  13. nutzen, aber der Präsident der Airline hat das Ziel bereits öffentlich formuliert und derselbe Präsident Hauenstein lobte zudem Deltas
  14. Partnerschaft mit Thatcher, einem in Israel ansässigen Technologieunternehmen, das laut eigene Website KI einsetzt, um Millionen von
  15. Datenpunkten in Echtzeit zu verarbeiten. Delta ist die erste große Airline, die so offen darüber spricht, die anderen schweigen. Aber Fluggesellschaften sind
  16. nicht der Anfang dieser Geschichte und auch nicht das Ende. Dieselbe Logik, dieselbe Technologie und dieselben Zwischenhändler arbeiten gerade in jedem
  17. Onlineshop, in jeder Fahrzeugapp, in jedem Supermarkt mit digitalen Preisschildern. Delta hat nur lauk gesagt, was alle anderen stillschweigend
  18. tun. Die Frage ist also, in wie vielen Bereichen deines Alltags passiert das bereits, ohne dass du es weißt? Wir alle haben ein Modell im Kopf, wie
  19. Preise funktionieren. Angebot und Nachfrage: Der Markt entscheidet. Ja, wenn viele etwas wollen und wenig da ist, dann steigt der Preis. Das kennen
  20. wir ja, eine solche Preislogik verstehen wir. Aber dieses Modell beschreibt nicht mehr, was heute passiert. Heute gibt es mittlerweile drei Stufen und die meisten
  21. Menschen stecken gedanklich noch immer in Stufe 1 fest. Und Stufe 1, die nennt sich Dynamic Pricing. Das heißt, der Preis ändert sich nach Marktlage. Flüge
  22. werden teurer, je voller das Flugzeug wird. Und Hotels kosten mehr an Feiertagen. Ja, das kennt jeder. Die meisten akzeptieren es, weil es sich
  23. nach Logik anfühlt. Stufe 2: Behavioral Pricing. Das heißt, der Preis ändert sich nicht mehr nach dem Markt. Er ändert sich nach deinem Verhalten. Wann
  24. du suchst, wie oft du suchst, von welchem Gerät, zu welcher Uhrzeit und so weiter. Dann Stufe 3, das ist Surveillance Pricing. Der Preis ändert
  25. sich nach dem, was das System über dich weiß. dein Standort, dein Gerät, deine Kaufhistorie, dein abgeleitetes Einkommen, wie dringend du gerade
  26. brauchst, was du suchst und so weiter. Diese dritte Stufe ist keine Preisgestaltung mehr. Das ist ein Profil von dir übersetzt in eine Zahl und diese
  27. Zahl ist nicht der Marktpreis. Sie ist die Schmerzgrenze, bis zu der das System glaubt, dass du noch zahlst. Der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 3
  28. ist nicht graduell. Er ist grundsätzlich. Ja, bei Stufe 1 fragt das System, was ist dieser Flugwert? Bei Stufe 3 fragt es, was ist dieser Mensch
  29. bereit zu zahlen? Das ist eine ganz andere Geschichte. Das ist keine Preisgestaltung mehr. Das ist ein Urteil gefällt über dich, ohne dass du je
  30. gefragt wurdest. Die Realität sieht so aus. Wer ein iPhone benutzt, in einer teuen Stadt lebt und regelmäßig hochpreisige Produkte kauft, der landet
  31. im Algorithmus in einer anderen Gruppe als jemand mit einem Androidgerät aus einer Kleinstadt. Gleiche Suchanfrage, anderer Preis. Das Gerät in deiner Hand
  32. ist kein neutrales Werkzeug. Es ist ein Signal und es sagt dem Algorithmus, wie viel kannst du dir wahrscheinlich leisten? Und das gilt für Booking.com
  33. genauso wie für Uber. Ja, beide Plattformen zeigen nachweislich andere Preise, je nachdem, ob du vom Smartphone oder vom Desktop buchst. Rewe, Lidl und
  34. Aldi Süd, alle haben digitale Preisschilder, die seit ein paar Jahren an den Regalen auftauchen. Die kleinen Bildschirme, wo früher Papier hing. Ja,
  35. du hast sie gesehen, aber hast wahrscheinlich nicht weiter darüber nachgedacht. Rewi hat bereits 2700 seiner 3800 deutschen Supermärkte
  36. umgerüstet. Lidl hat den Rollout in allen deutschen Filialen abgeschlossen und Aldi Süd hat alle 2000 Filialen umgestellt laut eigener Pressemitteilung
  37. abgeschlossen im Februar 2024. Der Handel erklärt das mit Effizienz. Verderbliche Ware am Abend wird günstiger. Das ist gut für alle. Ja,
  38. natürlich. Das stimmt, das macht völlig Sinn heute, aber die Infrastruktur, die ist jetzt der erste Schritt, Surveillance Pricing in den physischen
  39. Raum zu bringen. Ja, was online bereits passiert, Preise, die sich in Echtzeit nach dir richten, wird damit in den Supermarkt geholt. Der Unterschied ist,
  40. online kannst du den Tab schließen. Im Supermarkt stehst du bereits vor dem Regal. Du gehst natürlich bereits heute schon davon aus, dass Zalando deinen
  41. Preis berechnet oder Uber oder die Airline. Das stimmt, das ist dir bekannt. Aber es ist nicht die ganze Geschichte. Hinter den meisten Pricing
  42. Systemen stehen Zwischenhändler, Firmen, die du als Konsument nie direkt siehst, die aber an deinem Preis mitwirken, bevor du ihn siehst. Die US
  43. Handelsaufsicht FTC hat das 2024 öffentlich gemacht mit einer formellen Untersuchung gegen acht solche Firmen und die Namen auf dieser Liste sollten
  44. jeden aufhorchen lassen, denn es sind keine fragwürdigen Startups. Es sind Mastercard, JP Morgan Chase, McKensey und Aenture. Was macht Mastercard in
  45. dieser Liste, bitteschön? Mastercard ist nicht nur ein Zahlungsdienstleister. Mastercard sieht jede Transaktion, die über sein Netzwerk läuft. Was du kaufst,
  46. wo du es kaufst, wann du es kaufst, zu welchem Preis und das über Jahre hinweg. Laut der FTC Untersuchung verkauft Mastercard aggregierte Verhaltensdaten
  47. an Händler, Informationen, die genutzt werden können, um Zahlungsbereitschaftsprofile zu erstellen, bevor du überhaupt auf
  48. einer Seite landest. Das ist der entscheidende Punkt. Dein Profil wird nicht erstellt, wenn du kaufst. Es existiert bereits aus allem, was du je
  49. gekauft hast. Das FTC Untersuchungsteam hat außerdem festgestellt, dass die Algorithmen dieser Zwischenhändler aus Mikroverhalten lernen, Mausbewegungen
  50. auf einer Website, wie weit jemand auf eine Produkte scrollt, welche Produkte im Warenkorb liegen bleiben, ohne gekauft zu werden und so weiter und so
  51. fort. Ein konkretes Beispiel aus dem FTC Bericht erklärt: Eltern, die mit einem Neugeborenen identifiziert wurden, sehen bei der Suche nach einem
  52. Fieberthermometer auf der ersten Ergebnisseite systematisch teurere Produkte, weil der Algorithmus weiß, Eltern mit Neugeborenen kaufen, egal zu
  53. welchem Preis, das ist Ausnutzung von Dringlichkeit. Die andere Frage ist, warum sind Firmen wie McKenzie und Asenture, also
  54. Unternehmensberater, auch auf dieser Liste? Nun, weil sie sich aktiv gegenüber Händlern, Restaurants und Finanzdienstleister mit genau diesen
  55. Fähigkeiten vermarktet haben. McKinsey hat sogar einen eigenen Begriff dafür geprägt. Digital Pricing Transformations. Das ist das Wort, mit
  56. dem die größte Unternehmensberatung der Welt ihren Kunden Surveillance Pricing verkauft. Die Zwischenhändler haben auf FTC
  57. Anfragen unterschiedlich reagiert. Mastercard bestätigte die Anfrage und kündigte Kooperation an. McKinzie und Asenture antworteten auf Pressefragen
  58. anscheinend nicht. Schauen wir uns mal drei Fälle an. Beginnen wir mal mit Uber. 2016, also hey, schon vor 10 Jahren,
  59. sprach Keith Chen, damals Chefökonom Uber im NPR Podcast This is Your Brain on Uber. über interne Verhaltensdaten und sein Befund lautete: "Einer der
  60. stärksten Prädikatoren dafür, ob ein Nutzer einen erhöhten Preis akzeptiert, ist der Akkustand seines Smartphones." Wer unter 5% Akku hat, wartet nicht. Der
  61. zahlt, weil der keine Wahl hat. Uber sagt bis heute: "Wir nutzen das nicht für Preise", aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass sie es
  62. messen. Sie wissen es, sie haben es intern dokumentiert und ihrem Chefökonomen war es offensichtlich nicht unangenehm, es öffentlich zu erwähnen.
  63. Was ist hier die eigentliche Aussage? Und der US Senator Shar Brown hat das 2024 in einem offiziellen Brief an den Uber CEO direkt angesprochen und dort
  64. geschrieben: Uber nutze Algorithmen, um höhere Preise in Situationen zu verlangen, in denen Konsumenten den größten Bedarf und die wenigsten
  65. Alternativen haben. Dann die Firma Target, eine der größten Einzelhandelsketten der USA. Die musste 5 Millionen Dollar Strafe zahlen,
  66. nachdem nachgewiesen wurde, dass die App Preise erhöhte, je näher ein Kunde dem Store war. Ja, ein Fernseher kostete 100 $ mehr, wenn jemand auf dem Parkplatz
  67. stand, weil die Logik dahinter war, wer auf dem Parkplatz steht, ist bereits entschlossen zu kaufen. Und dann die Firma Instard, eine Untersuchung von
  68. Consumer Report vom Dezember 2025 stellte fest, Instard zeigte hunderten von Kunden unterschiedliche Preise, obwohl sie zurelben Zeit imselben
  69. Supermarkt einkauften. Die Differenz lag bei 23%. Hochgerechnet bis zu 1200 $ mehr im Jahr für dieselben Lebensmittel. Nach dem
  70. Aufstreich stoppte Instcart den Test am 22. Dezember 2025 und die Generalstaatsanwaltschaften von New York und Kalifornien forderten daraufhin
  71. Auskunft und kündigten breitere Untersuchung zu Surveillance Pricing an. Das sind drei Fälle, drei verschiedene Branchen, alle in den USA, weil dort die
  72. Klagen eingereicht werden, die Regulierung greift und die Dokumente öffentlich werden. Aber die Technologie kennt keine Grenzen. Dieselben Pricing
  73. Systeme, dieselben Zwischenhändler und auch dieselbe Logik, sie laufen auf denselben Plattformen, die du und ich täglich nutzen. Booking.com, Amazon oder
  74. die Fahrdienstapp auf deinem Telefon. Der Unterschied zwischen Amerika und demraum ist nicht die Praxis. Es ist die Öffentlichkeit. In den USA wird geklagt,
  75. untersucht und debattiert. Bei uns noch nicht. Nun, manche Ökonomen, die verteidigen dieses Surveillance Pricing und ihr Argument klingt sogar fair. Es
  76. geht so. Wer mehr zahlen kann, zahlt mehr. Wer weniger zahlen kann, zahlt weniger. Der Reiche subventioniert den Armen. Klingt fast so wie ein Robin Hood
  77. als Algorithmus. Die Daten sagen jedoch etwas anderes. Eine Studie über Breitbandangebote an 1,1 Millionen Haushaltsadressen zeigte,
  78. die höchsten Preise gingen an die einkommenschwächsten Haushalte. Ja, bei Instcard zahlten bestimmte Nutzerprofile bis zu 1200$ mehr im Jahr für dieselben
  79. Lebensmittel. Und die FTC hat 225 dokumentiert: Surveillance Pricing trifft systematisch Menschen, die keine Wahl haben. Also Erstkäufer, frisch
  80. gebackene Eltern, Menschen unter Zeitdruck. Das ist nicht Robin Hood, das ist genau das Gegenteil davon. Der Algorithmus belohnt nicht, wer zahlen
  81. kann. Er bestraft, wer keine Alternativen hat, wer wenig Supermärkte in der Nähe hat, wer kein Auto hat, wer nicht stundenlang Preise vergleichen
  82. kann, der kommt sowieso wieder und das System weiß es. Der Abgeordnete Chris Ward aus San Diego hat es direkt formuliert. Diese Praxis trifft am
  83. härtesten einkommenschwache Verbraucher und solche mit begrenzten Einkaufsmöglichkeiten. Ja, und dann ist da noch der Effekt, der
  84. selten erwähnt wird. Wenn der Algorithmus jeden Konsumenten den maximalen Preis berechnet, den ihr da noch zahlt, dann bleibt kein Geld mehr
  85. für alles andere. Ja, 50 € mehr für Lebensmittel im Monat sind 50 € weniger für ein Konzert. dein Buch oder auch ein Abendessen. Multipliziert mit Millionen
  86. von Haushalten wird das zu einer unsichtbaren Steuer. Aber bezahlt wird das nicht an den Staat, sondern an Aktionäre.
  87. Als erstes Gesetz weltweit trat der Algorithmic Pricing Disclosure Acting Kraft. Unternehmen, die personalisierte Preise einsetzen, müssen seither bei
  88. jedem Kauf einen Hinweis anzeigen, der folgendermaßen lautet: Dieser Preis wurde von einem Algorithmus berechnet auf Basis ihrer persönlichen Daten und
  89. wer das nicht tut, riskiert bis zu 1000$ Strafe pro Verstoß. Uber und Doordhörten zu den ersten, die diesen Hinweis anzeigten. Uber Reaktion
  90. ist jedoch ziemlich aufschlussreich. Ein Sprecher nannte das Gesetz schlecht formuliert und mehrdeutig und bestand darauf, dass ihr Pricing nur Geografie
  91. und Nachfrage berücksichtige, nicht persönliche Daten. Das heißt, sie zeigen den Hinweis, aber sie streiten ab, was ihr tatsächlich bedeutet. Seit Mai 2022
  92. gilt durch die EU Omnibusrichtlinie in ganz Europa. Wer personalisierte Preise einsetzt, muss Konsumenten darauf hinweisen. Das Europäische Parlament hat
  93. das beschlossen, verabschiedet im November 2019, in Kraft getreten im Mai 2022. Das ist allerdings kein Verbot, sondern nur die Aufforderung darauf
  94. hinzuweisen. Man darf sich ruhig fragen, wozu man eine Richtlinie erlässt, die die Praxis nicht stoppt, sondern einfach nur ja
  95. benennt. Die USA bewegen sich hier viel schneller als Europa. Innerhalb der letzten Monate haben drei US-Bundesstaaten konkrete Verbote
  96. verabschiedet. Etwa die Hälfte aller Bundesstaaten hat 2026 Gesetzentwürfe eingebracht. Das Land also, das dieses Problem am deutlichsten produziert hat,
  97. reagiert jetzt auch am schnellsten. In der Dachregion ist das Thema noch kaum in der öffentlichen Debatte. Ja, die digitalen Preisschilder, die stehen in
  98. den Supermärkten. Die Algorithmen, die laufen, die Daten, die fließen. Und die meisten wissen nicht einmal, dass es sogar einen Namen dafür gibt. Wir haben
  99. jetzt über Flugtickets gesprochen, über Uberfahrten, über Lebensmittel, Supermärkte. Das sind die sichtbaren Fälle. Ja, weil
  100. Menschen sie womöglich eher vergleichen können, weil ja vielleicht auch ein Screenshot möglich ist. Aber Surveillance Pricing bewegt sich in
  101. Bereiche, in denen keine Screenshots möglich sind, z.B. bei Mieten. Das White House Council of Economic Advisors hat im Dezember 2024 veröffentlicht.
  102. US-Mieter haben 2023 insgesamt 3,8 Milliarden Dollar mehr Miete bezahlt, weil Vermieter eine Software namens Real Page nutzen, die algorithmisch die
  103. maximale Miete berechnet, die der Markt noch toleriert. Im Schnitt 70$ mehr pro Monat pro Wohnung. Das US-Justizministerium hat 224 Klage
  104. eingereicht und 225 einen Vergleich erziäht. Der Vorwurf lautet: "Tausende Vermieter nutzten denselben Algorithmus der ihnen täglich im Fahl, was sie
  105. verlangen sollen, basierend auf den Preisen der Konkurrenz." Da hat sich kein Mensch abgesprochen, aber das Ergebnis ist dasselbe wie ein Kartell.
  106. Und der Chef der Department of Justice Kartellhörte brachte es selbst auf den Punkt, indem er sagte: "Real Page, ersetze echten Wettbewerb durch
  107. abgestimmtes Handeln auf Kosten der Mieter." Tja, und das ist die neue Dimension. Es geht nicht mehr nur darum, dass du für ein Flugticket zu viel
  108. zahlst. Es geht darum, dass Algorithmen systemisch Lebenshaltungskosten erhöhen und dabei niemand existiert, gegen dem man klassisch klagen könnte.
  109. 76% der Amerikaner lehnen laut einer Umfrage von 225 ab, das Unternehmen personalisierte Preise einsetzen. Das ist keine knappe Mehrheit, das ist eine
  110. klare gesellschaftliche Ablehnung. Und trotzdem passiert es, weil es unsichtbar ist, weil du nie den Preis siehst, den dein Nachbar gezahlt hat, weil es keinen
  111. Moment gibt, in dem du merkst, dass du gerade jetzt mehr zahlst als andere. Die Infrastruktur, die ist gebaut, die Daten, die fließen und die
  112. Zwischenhändler, die sind aktiv. Die einzige Frage ist jetzt, in welche Bereiche des Alltags sich das als nächstes ausdehnt? Der Freemarkpreis,
  113. der war ja immer irgendwie eine gewisse Fiktion. Ja, ein bisschen Verhandlung hier, ein wenig Intuition da und ein bisschen Glück. Ja, das spielte immer
  114. eine Rolle, aber es gab zumindest einen gemeinsamen Referenzpunkt. Du konntest nachfragen, du konntest vergleichen und du konntest auch Widerspruch einlegen.
  115. Aber was passiert mit einer Gesellschaft, in der diese gemeinsame Referenzpunkt nicht mehr existiert, in der jeder einen anderen Preis sieht und
  116. keiner weiß, was die Sache wirklich wert ist. in der Bequemlichkeit das neue Wort ist für etwas, das früher Ausbeutung hieß. Der Algorithmus, der optimiert
  117. nicht den Preis, er optimiert den maximalen Betrag, den du noch akzeptierst ohne wegzugehen. Und ihr lernt hinzu, jeden Tag mit jedem Kauf,
  118. mit jeder Suche, mit jedem Mal, dass dein Akku unter 5% fällt. Also bitte schreib mir in die Kommentare, sollten wir uns das gefallen lassen. Abonniere
  119. den Kanal, falls du das nicht schon hast und wir sehen uns beim nächsten Video.

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