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Das Ende des Hellenismus | Martin Hose
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Transkriptautomatisch erstellt · 99 Zeilen
- die in der Schlacht von aktium 31 vor Christus ihren Endpunkt hat das tolle meerreich regiert von Kleopatra wird nun auch
- römisch wir stehen damit in der griechischen Literatur der Kaiserzeit und hier gibt es zunächst einmal eine äußerst ungünstige
- Ausgangsposition für die Literatur und ihre Entwicklung auf der einen Seite steht der Verlust der alten Zentren Athen war bereits unter
- sulla geplündert worden Pergamon war gar vom letzten König an Rom vererbt worden Korinth hatten die Römer zerstört und Alexandria war 30 vor Christus von den
- Römern besetzt worden die Länder ums Mittelmeer herum wurden zudem durch das römische
- steuerpachtsystem ausgeplündert also eine äußerst schwierige ökonomischees Situation für die Städte und die Bevölkerung Griechenland selbst war über
- dieses auch noch Schauplatz verheerender Kriege gewesen die makedonischen Kriege die mitridatischen Kriege ja auch die römischen Bürgerkriege waren in
- Griechenland ausgefochten worden farsalus und Philippi sind Orte in tessalien unausweichlich war deswegen in Griechenland zur Versorgung der mehren
- hertaus Soldaten die dort Jahrzehnte hin und her bewegt worden immer wieder zu Plünderung gegriffen worden eine Beruhigung und eine Besserung der
- Zustände ergab sich erst allmählich durch Augustus und die paxromaner eine Modifizierung des Steuersystems die auch den griechischen Städten im Osten etwa
- ab 50 nach Christus wieder aufiel aufhalf die Konsequenz dieser betrüblichen Umstände ist zunächst einmal ein Schweigen der griechischen
- Literatur in vielen Gattungen bis um die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus und Rom wird in augusteischer Zeit als Zentrum der griechischen
- Literatur bedeutsam hierher zieht es nun Literaten und Literaturkritiker dichter und Historiker die sich von den reich gewordenen römischen Aristokraten
- Zuwendung und Unterstützung erhoffen Ihnen dafür auch ihre Dienste anbieten ein frühes Beispiel hierfür ist etwa der Dichter archias an den cizero herantritt
- mit der Bitte er möge über zizerus Konsulat ein Epos verpassen verfassen archias verweigert sich dem aber andere Literaten haben für ihre römischen
- Auftraggeber gearbeitet so versammelt sich in spätrepublikanischer Zeit eine ansehnliche zah Zahl griechischer
- Literat in Rom wir haben Dionys von halikanas ein Literaturkritiker und Historiker der eine römische Geschichte
- auf griechisch verfasst die von den Anfängen Roms bis zu dem Zeitpunkt an dem das Geschichtswerk des Polybios einsetzt reicht erst zudem Verfasser
- zahlreicher stilkritischer Traktate über Autoren wie demostenes oder tukydides nach Rom zieht es auch Strabon einen großen Universalgelehrter dessen großes
- geographisches Werk wir heute noch besitzen nach Rom zieht es Philodem ein epikurischen Philosoph und epigrammdichter große Teile seiner
- Schriften sind etwa in der berühmten Papyrus Villa in herkulanium wenn auch in stark verkohltem Zustand erhalten aber wie sollte das nun
- langfristig weitergehen griechische Sprache und Literatur waren ohne eigentliches Zentrum eine zentrifugale Entwicklung wäre denkbar gewesen ähnlich
- wie etwa im frühen Mittelalter als aus Latein die romanischen Sprachen und Literaturen entstanden doch dies geschah nicht stattdessen verständigten sich die
- Griechen auf für uns nicht nachvollziehbare Weise auf ein neues auf ein geistiges Zentrum das in der Sprache gegründet war durch einen nicht zu
- rekonstruierenden Zusammenhang beschloss man dass fort an dass attische als Norm für gehobenes griechisch gelten sollle jeder der als gebildet und vornehm
- gelten wollte musste deswegen attisch reden und schreiben können das ist eine sehr merkwürdige Entscheidung bedeutet sie doch dass man sich darauf
- verständigte sich in einem spezifischen griechischen Dialekt in einer Sprachstufe die 500 Jahre zurückliegt unterhalten zu wollen
- das wäre sinngemäß so als würde beschlossen werden dass im Bundestag und in öffentlichen Verlautbarung nur noch in der Sprache Luthers geschrieben und
- gesprochen werden dürfe ein Riesenaufwand ist die Folge um dieses attisch soweit zu lernen dass man damit frei umgehen kann muss man intensiv
- griechische Autoren dieser Epoche Platon demostenes die Tragiker aber auch die Komödie des Aristophanes studieren ein riesenauwand ist erforderlich man muss
- Jahre intensiven literaturstudiums zubringen um sich dann gebildet unterhalten zu können man nennt dieses Phänomen den
- atizismus er hat zur Folge dass natürlich das Schulwesen eine hohe Bedeutung gewinnt und zugleich wird auf diese Weise durch die Sprache eine Art
- von Standeszugehörigkeit erkennt wer attisch sprechen kann gehört zu denjenigen die es sich leisten konnten
- das zu lernen das bedeutet dass soziale Distinktion sich durch die Sprache kenntlich macht man braucht keine Orden oder Uniform das Sprechen allein reicht
- die Literaturproduktion wird selbstverständlich davon gesteuert das was nun entsteht ist azistisch alle Autoren der
- Kaiserzeit fast alle muss ich sagen versuchen attisch zu schreiben es gibt Gegenbewegung es gibt Schriften etwa technischer Art ähm wo man sagt unser
- Vokabular ist nicht attisch nachweisbar der berühmte Mediziner Galen etwa im zweiten Jahrhundert nach Christus schreibt und wir wollen uns dem auch
- nicht als Argument verschließen dass es für einen Arzt wichtiger sei dass er sich auf Medizin verstünde als aufs attische
- auf diesem athzismus ruht nun auf eine Bewegung die wir die zweite Sophistik nennen nachdem die Sprache so schwierig geworden war war der Ort geschaffen für
- Sprachkünstler die mit virtuosem Umgang öffentliche Reden halten konnten Themen über jedes beliebige Thema die Städte und die Menschen waren offensichtlich am
- Ende des ersten und im zweiten Jahrhundert wir schaftlich seit von den drängendsten Fragen entbunden dass eben dieser zweite Sophistik diese zweite
- Sophistik diese große formale Kunst eine Öffentlichkeit fand man hat es als konzertrednertum beschrieben aber es liegt eben hier auch
- eine soziale Distinktion die Protagonisten dieser zweiten Sophistik etwa Herodes Attikus wurden auch durchaus sehr reich man verfasste reden
- man verfasste reden über komplizierte Themen ephrases etwa Beschreibungen von Kunstwerken die formal gehaltvoll sind von Gemälden die
- eine Rolle spielen ein interessanter Fall der zweiten Sophistik ist elius Aristides der im zweiten Jahrhundert lebt und der durch eine berühmte Rede
- auf Rom aus griechischer Sicht die Segnungen der paxromaner feiert er selbst war offensichtlich eine hypersensible Natur er verbrachte viele
- Jahre seines Lebens in einer Art Sanatorium äh bei Pergamon er hat eine Reihe von Aufzeichnungen über seine Krankheit
- hinterlassen die sogenannten hier logoi die heiligen reden in denen er seine Träume in denen ihm der heilgott Asklepios Kuren verordnete und seine
- Reaktion des Körpers darauf mitteilt eine hoch interessante wenn auch sehr schwierige Lektüre dass dieser Betrieb der zweiten
- Sophistik interessant und in gewisser Weise bizarr war zeigt die Existenz von Parodien auf die zweite Sophistik die sich im Werk des Lukian finden hier wird
- alles mögliche karikiert und in Überspitzung gezeigt neben dieser in gewisser weisen aktuellen Strömung der Literatur finden
- sich andere Bewegungen die man als Sammlungsbewegung nennen definieren könnte hier ragt heraus plutarich etwa ein zeitgenusse des tazitus der zwischen
- 50 und 120 nach Christus gelebt haben könnte er versucht einerseits Griechen und Römer systematisch gegenüberzustellen er verfasst
- parallelbiographien in denen er berühmte Griechen und berühmte Römer aufgrund vergleichbarer Schicksale nebeneinander stellt demosenis und cizero etwa auf
- diese Weise weist er implizit die Kompatibilität griechischer und römischer Welten nach das zweite große Korpus das unter dem Namen plutaris
- steht sind die sogenannten moralia das ist allerdings eine Bezeichnung aus späterer Zeit es sind viel eine Vielzahl von Traktaten die sich mit allen
- möglichen Problemen der eheführung der Lebensführung beschäftigen die von der Erziehung über die Ehe über Tischgespräche bis hin zu
- philosophischen Problemen reicht es ist in byzantinischer Zeit sehr geschätzt worden deswegen auch uns so gut erhalten tarch versucht in diesem Werk eine Art
- von Summe griechischer Kultur zu ziehen man wird sich fragen wie in dieses Bild das Christentum hineinpasst Plutarch und Paulus sind Zeitgenossen
- auch Plutarch beschäftigen Probleme die wir bei Paulus finden dies ist natürlich auf der einen Seite ein Problem für den Neutestamentler wenn man es von der
- griechischen Literaturgeschichte herausbetrachtet kann man sagen dass die Briefe des Paulus natürlich formal gesehen Instrumentarien aufgreifen die
- die griechische Literatur längst entwickelt hatte auch etwa Epikur hat Briefe mit Lehrmeinungen verfasst interessant sind die Evangelien eine
- neue Form die wir bisher in der griechischen Literatur so als Form nicht vorfinden können aber auch dies ist in gewisser Weise in der Zeit der zweiten
- Sophistik verständlich es ist eine Zeit von Experimenten mit prosaformen so dass von daher betrachtet nicht erstaunlich ist dass man auch
- diese Form entwickelt hat in Anlehnung an Form wie etwa den Roman und die Historiografie ein anderes Problem ist natürlich die Frage wie weit das
- Christentum mit seiner dezidierten I was denn Glück sei nämlich eine Erlösung durch Christus im Kontext antiker glückskonzepte aussieht hierzu muss ich
- freilich einen anderen Weg gehen als den den ich bisher gegangen bin es ist auch in der griechischen Kultur durchaus erkennbar dass es verschiedene religiöse
- Strömungen gegeben hat die dem Menschen nicht ein schattenhaftes existieren im HDs nach dem Tode in Aussicht stellt sondern stattdessen ihm ein Paradies
- versprachen man spricht in diesem Zusammenhang gerne von Erlösungsreligion oder dezidierter von mysterienkulten der Kult von Eleusis bei Athen gelegen etwa
- versprach dem Eingeweihten ein entsprechendes Weiterleben nach dem Tode es gibt auch Hinweise darauf dass es Mysterien releligionen größeren Umfangs
- gegeben hat die auch heilige Texte hatten wir verbinden dieses mit dem Namen der Orphik das heißt Texte die vorgeben auf
- den mythischen singer Sänger orfeus zurückzugehen ein wichtiges textzeugnis dazu bietet der sogenannte derveni Papyrus ein Papyrus der 1962
- äh nordwestlich von Saloniki in der Stadt der bei der Stadt derveni gefunden wurde es ein soldatengrab wohl um 300 vor Christus dort angelegt eine Art
- Brandbestattung aber durch einen Unfall oder durch ein eine Ungeschicklichkeit bei dieser Brandbestattung ist eine Grabbeigabe eine Papyrusrolle nur zur
- unteren Hälfte verbrannt die obere Hälfte ist erhalten geblieben und ist seit einiger Zeit einigermaßen zugänglich die Restaurierung war relativ
- aufwendig und in diesem Text ist ein Kommentar enthalten der orphische religiöse Praktiken und Verse
- erklärt dieser Kommentar war offensichtlich dem Soldaten so wichtig dass er ihn auf die Reise ins Jenseits mitgenommen hat es ist nun wenn man das
- ganze konsequent weiterdenkt für ihn sicherlich fatal gewesen dass nur die Hälfte des Kommentars mit ihm die Reise angetreten hat
- eine solche Erlösung ist auf diese Weise eben auch in der griechischen Kultur als Angebot immer vorhanden gewesen allerdings nicht als Ausdruck
- äh sozusagen der offiziellen der Hochkultur an dieser Stelle setzt das Christentum an und über Paulus wird zugleich der Versuch unternommen
- philosophisch anspruchsvoll zu argumentieren zu beweisen dass das was die neue Botschaft ist auch kompatibel ist mit dem was etwas dois oder andere
- Philosophien über das höchste Wesen gedacht haben Paulus etwa die Apostelgeschichte zeigt das unternimmt dies in seiner berühmten Rede die er in
- Athen auf dem aropark hält in der der Verfasser der Apostelgeschichte den wir gerne als Lukas identifizieren den Paulus Verse aus arats Lehrgedicht
- zitieren lässt allerdings braucht das Christentum eine Zeit lang bis sie bis es zur
- überragenden zum überragenden Faktor in der antiken Literaturgeschichte werden kann im zweiten Jahrhundert sehen wir große systematische Versuche etwa von
- clemensz von Alexandrien vorgenommen die Ähnlichkeiten herauszuarbeiten auch die besondere Dignität des Christentums des jüdischchristlichen Glaubens gegenüber
- der pagan Tradition zu erweisen dadurch dass man einen sogenannten altersbeweis unternimmt dass man zu zeigen versucht dass Platon oder Pythagoras also andere
- gründergestalten der antiken Philosophie praktisch auf verschlungenen Faden von Mose gelernt hätten mit Konstantin verschieben sich
- die Gewichtungen das Christentum hat nun die Möglichkeit als Staatsreligion aufzutreten und im vierten Jahrhundert stellt sich
- deswegen die Frage was dann mit antiker Literatur zu geschehen habe denn sie basiert ja in weiten Teilen wie wir gesehen haben auch auf paganen
- mythologischen äh Einrichtungen nicht der Götterhimmel der Ilias bleibt immer ein paganer Götterhimmel so gibt es rigurose
- Position die sagen die gesamte nichtchristliche Literatur sollte nicht mehr gelesen werden aus überlieferungsgeschichtlicher Sicht
- natürlich eine Katastrophe wäre aber der Umstand dass ich diesen Vortrag halte zeigt das ein anderer Weg bestritten wurde Basilius der große setzt in einem
- sogenannten Mahnbrief an die Jugend an die Stelle einer rigurosen Verdammung das Prinzip einer klugen Auswahl pagane Literatur soll und kann als
- propedeutische Literatur für das Studium der Christen christlichen Texte gelesen werden dieser Text des Basilius hat eine große Bedeutung für
- die Überlieferung der griechischen Literatur auch in bzanz gehabt denn damit war es nun möglich die Ilias und die Odyssee mit denen wir begonnen haben
- auch weiterhin zu lesen so kommt es dass die griechische Literatur auch in Formen die erst in der Kaiserzeit scheinbar paganen Inhalts entstanden sind noch
- über die Schließung der Philosophenschule in Athen durch Justinian hinaus tradiert und studiert wurde und von Byzanz aus dann in den
- Westen gelangte
Zum Nachlesen
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