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Das Ende des Hellenismus | Martin Hose

uni auditorium – wissen online18:40 2.134 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 99 Zeilen
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  1. die in der Schlacht von aktium 31 vor Christus ihren Endpunkt hat das tolle meerreich regiert von Kleopatra wird nun auch
  2. römisch wir stehen damit in der griechischen Literatur der Kaiserzeit und hier gibt es zunächst einmal eine äußerst ungünstige
  3. Ausgangsposition für die Literatur und ihre Entwicklung auf der einen Seite steht der Verlust der alten Zentren Athen war bereits unter
  4. sulla geplündert worden Pergamon war gar vom letzten König an Rom vererbt worden Korinth hatten die Römer zerstört und Alexandria war 30 vor Christus von den
  5. Römern besetzt worden die Länder ums Mittelmeer herum wurden zudem durch das römische
  6. steuerpachtsystem ausgeplündert also eine äußerst schwierige ökonomischees Situation für die Städte und die Bevölkerung Griechenland selbst war über
  7. dieses auch noch Schauplatz verheerender Kriege gewesen die makedonischen Kriege die mitridatischen Kriege ja auch die römischen Bürgerkriege waren in
  8. Griechenland ausgefochten worden farsalus und Philippi sind Orte in tessalien unausweichlich war deswegen in Griechenland zur Versorgung der mehren
  9. hertaus Soldaten die dort Jahrzehnte hin und her bewegt worden immer wieder zu Plünderung gegriffen worden eine Beruhigung und eine Besserung der
  10. Zustände ergab sich erst allmählich durch Augustus und die paxromaner eine Modifizierung des Steuersystems die auch den griechischen Städten im Osten etwa
  11. ab 50 nach Christus wieder aufiel aufhalf die Konsequenz dieser betrüblichen Umstände ist zunächst einmal ein Schweigen der griechischen
  12. Literatur in vielen Gattungen bis um die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus und Rom wird in augusteischer Zeit als Zentrum der griechischen
  13. Literatur bedeutsam hierher zieht es nun Literaten und Literaturkritiker dichter und Historiker die sich von den reich gewordenen römischen Aristokraten
  14. Zuwendung und Unterstützung erhoffen Ihnen dafür auch ihre Dienste anbieten ein frühes Beispiel hierfür ist etwa der Dichter archias an den cizero herantritt
  15. mit der Bitte er möge über zizerus Konsulat ein Epos verpassen verfassen archias verweigert sich dem aber andere Literaten haben für ihre römischen
  16. Auftraggeber gearbeitet so versammelt sich in spätrepublikanischer Zeit eine ansehnliche zah Zahl griechischer
  17. Literat in Rom wir haben Dionys von halikanas ein Literaturkritiker und Historiker der eine römische Geschichte
  18. auf griechisch verfasst die von den Anfängen Roms bis zu dem Zeitpunkt an dem das Geschichtswerk des Polybios einsetzt reicht erst zudem Verfasser
  19. zahlreicher stilkritischer Traktate über Autoren wie demostenes oder tukydides nach Rom zieht es auch Strabon einen großen Universalgelehrter dessen großes
  20. geographisches Werk wir heute noch besitzen nach Rom zieht es Philodem ein epikurischen Philosoph und epigrammdichter große Teile seiner
  21. Schriften sind etwa in der berühmten Papyrus Villa in herkulanium wenn auch in stark verkohltem Zustand erhalten aber wie sollte das nun
  22. langfristig weitergehen griechische Sprache und Literatur waren ohne eigentliches Zentrum eine zentrifugale Entwicklung wäre denkbar gewesen ähnlich
  23. wie etwa im frühen Mittelalter als aus Latein die romanischen Sprachen und Literaturen entstanden doch dies geschah nicht stattdessen verständigten sich die
  24. Griechen auf für uns nicht nachvollziehbare Weise auf ein neues auf ein geistiges Zentrum das in der Sprache gegründet war durch einen nicht zu
  25. rekonstruierenden Zusammenhang beschloss man dass fort an dass attische als Norm für gehobenes griechisch gelten sollle jeder der als gebildet und vornehm
  26. gelten wollte musste deswegen attisch reden und schreiben können das ist eine sehr merkwürdige Entscheidung bedeutet sie doch dass man sich darauf
  27. verständigte sich in einem spezifischen griechischen Dialekt in einer Sprachstufe die 500 Jahre zurückliegt unterhalten zu wollen
  28. das wäre sinngemäß so als würde beschlossen werden dass im Bundestag und in öffentlichen Verlautbarung nur noch in der Sprache Luthers geschrieben und
  29. gesprochen werden dürfe ein Riesenaufwand ist die Folge um dieses attisch soweit zu lernen dass man damit frei umgehen kann muss man intensiv
  30. griechische Autoren dieser Epoche Platon demostenes die Tragiker aber auch die Komödie des Aristophanes studieren ein riesenauwand ist erforderlich man muss
  31. Jahre intensiven literaturstudiums zubringen um sich dann gebildet unterhalten zu können man nennt dieses Phänomen den
  32. atizismus er hat zur Folge dass natürlich das Schulwesen eine hohe Bedeutung gewinnt und zugleich wird auf diese Weise durch die Sprache eine Art
  33. von Standeszugehörigkeit erkennt wer attisch sprechen kann gehört zu denjenigen die es sich leisten konnten
  34. das zu lernen das bedeutet dass soziale Distinktion sich durch die Sprache kenntlich macht man braucht keine Orden oder Uniform das Sprechen allein reicht
  35. die Literaturproduktion wird selbstverständlich davon gesteuert das was nun entsteht ist azistisch alle Autoren der
  36. Kaiserzeit fast alle muss ich sagen versuchen attisch zu schreiben es gibt Gegenbewegung es gibt Schriften etwa technischer Art ähm wo man sagt unser
  37. Vokabular ist nicht attisch nachweisbar der berühmte Mediziner Galen etwa im zweiten Jahrhundert nach Christus schreibt und wir wollen uns dem auch
  38. nicht als Argument verschließen dass es für einen Arzt wichtiger sei dass er sich auf Medizin verstünde als aufs attische
  39. auf diesem athzismus ruht nun auf eine Bewegung die wir die zweite Sophistik nennen nachdem die Sprache so schwierig geworden war war der Ort geschaffen für
  40. Sprachkünstler die mit virtuosem Umgang öffentliche Reden halten konnten Themen über jedes beliebige Thema die Städte und die Menschen waren offensichtlich am
  41. Ende des ersten und im zweiten Jahrhundert wir schaftlich seit von den drängendsten Fragen entbunden dass eben dieser zweite Sophistik diese zweite
  42. Sophistik diese große formale Kunst eine Öffentlichkeit fand man hat es als konzertrednertum beschrieben aber es liegt eben hier auch
  43. eine soziale Distinktion die Protagonisten dieser zweiten Sophistik etwa Herodes Attikus wurden auch durchaus sehr reich man verfasste reden
  44. man verfasste reden über komplizierte Themen ephrases etwa Beschreibungen von Kunstwerken die formal gehaltvoll sind von Gemälden die
  45. eine Rolle spielen ein interessanter Fall der zweiten Sophistik ist elius Aristides der im zweiten Jahrhundert lebt und der durch eine berühmte Rede
  46. auf Rom aus griechischer Sicht die Segnungen der paxromaner feiert er selbst war offensichtlich eine hypersensible Natur er verbrachte viele
  47. Jahre seines Lebens in einer Art Sanatorium äh bei Pergamon er hat eine Reihe von Aufzeichnungen über seine Krankheit
  48. hinterlassen die sogenannten hier logoi die heiligen reden in denen er seine Träume in denen ihm der heilgott Asklepios Kuren verordnete und seine
  49. Reaktion des Körpers darauf mitteilt eine hoch interessante wenn auch sehr schwierige Lektüre dass dieser Betrieb der zweiten
  50. Sophistik interessant und in gewisser Weise bizarr war zeigt die Existenz von Parodien auf die zweite Sophistik die sich im Werk des Lukian finden hier wird
  51. alles mögliche karikiert und in Überspitzung gezeigt neben dieser in gewisser weisen aktuellen Strömung der Literatur finden
  52. sich andere Bewegungen die man als Sammlungsbewegung nennen definieren könnte hier ragt heraus plutarich etwa ein zeitgenusse des tazitus der zwischen
  53. 50 und 120 nach Christus gelebt haben könnte er versucht einerseits Griechen und Römer systematisch gegenüberzustellen er verfasst
  54. parallelbiographien in denen er berühmte Griechen und berühmte Römer aufgrund vergleichbarer Schicksale nebeneinander stellt demosenis und cizero etwa auf
  55. diese Weise weist er implizit die Kompatibilität griechischer und römischer Welten nach das zweite große Korpus das unter dem Namen plutaris
  56. steht sind die sogenannten moralia das ist allerdings eine Bezeichnung aus späterer Zeit es sind viel eine Vielzahl von Traktaten die sich mit allen
  57. möglichen Problemen der eheführung der Lebensführung beschäftigen die von der Erziehung über die Ehe über Tischgespräche bis hin zu
  58. philosophischen Problemen reicht es ist in byzantinischer Zeit sehr geschätzt worden deswegen auch uns so gut erhalten tarch versucht in diesem Werk eine Art
  59. von Summe griechischer Kultur zu ziehen man wird sich fragen wie in dieses Bild das Christentum hineinpasst Plutarch und Paulus sind Zeitgenossen
  60. auch Plutarch beschäftigen Probleme die wir bei Paulus finden dies ist natürlich auf der einen Seite ein Problem für den Neutestamentler wenn man es von der
  61. griechischen Literaturgeschichte herausbetrachtet kann man sagen dass die Briefe des Paulus natürlich formal gesehen Instrumentarien aufgreifen die
  62. die griechische Literatur längst entwickelt hatte auch etwa Epikur hat Briefe mit Lehrmeinungen verfasst interessant sind die Evangelien eine
  63. neue Form die wir bisher in der griechischen Literatur so als Form nicht vorfinden können aber auch dies ist in gewisser Weise in der Zeit der zweiten
  64. Sophistik verständlich es ist eine Zeit von Experimenten mit prosaformen so dass von daher betrachtet nicht erstaunlich ist dass man auch
  65. diese Form entwickelt hat in Anlehnung an Form wie etwa den Roman und die Historiografie ein anderes Problem ist natürlich die Frage wie weit das
  66. Christentum mit seiner dezidierten I was denn Glück sei nämlich eine Erlösung durch Christus im Kontext antiker glückskonzepte aussieht hierzu muss ich
  67. freilich einen anderen Weg gehen als den den ich bisher gegangen bin es ist auch in der griechischen Kultur durchaus erkennbar dass es verschiedene religiöse
  68. Strömungen gegeben hat die dem Menschen nicht ein schattenhaftes existieren im HDs nach dem Tode in Aussicht stellt sondern stattdessen ihm ein Paradies
  69. versprachen man spricht in diesem Zusammenhang gerne von Erlösungsreligion oder dezidierter von mysterienkulten der Kult von Eleusis bei Athen gelegen etwa
  70. versprach dem Eingeweihten ein entsprechendes Weiterleben nach dem Tode es gibt auch Hinweise darauf dass es Mysterien releligionen größeren Umfangs
  71. gegeben hat die auch heilige Texte hatten wir verbinden dieses mit dem Namen der Orphik das heißt Texte die vorgeben auf
  72. den mythischen singer Sänger orfeus zurückzugehen ein wichtiges textzeugnis dazu bietet der sogenannte derveni Papyrus ein Papyrus der 1962
  73. äh nordwestlich von Saloniki in der Stadt der bei der Stadt derveni gefunden wurde es ein soldatengrab wohl um 300 vor Christus dort angelegt eine Art
  74. Brandbestattung aber durch einen Unfall oder durch ein eine Ungeschicklichkeit bei dieser Brandbestattung ist eine Grabbeigabe eine Papyrusrolle nur zur
  75. unteren Hälfte verbrannt die obere Hälfte ist erhalten geblieben und ist seit einiger Zeit einigermaßen zugänglich die Restaurierung war relativ
  76. aufwendig und in diesem Text ist ein Kommentar enthalten der orphische religiöse Praktiken und Verse
  77. erklärt dieser Kommentar war offensichtlich dem Soldaten so wichtig dass er ihn auf die Reise ins Jenseits mitgenommen hat es ist nun wenn man das
  78. ganze konsequent weiterdenkt für ihn sicherlich fatal gewesen dass nur die Hälfte des Kommentars mit ihm die Reise angetreten hat
  79. eine solche Erlösung ist auf diese Weise eben auch in der griechischen Kultur als Angebot immer vorhanden gewesen allerdings nicht als Ausdruck
  80. äh sozusagen der offiziellen der Hochkultur an dieser Stelle setzt das Christentum an und über Paulus wird zugleich der Versuch unternommen
  81. philosophisch anspruchsvoll zu argumentieren zu beweisen dass das was die neue Botschaft ist auch kompatibel ist mit dem was etwas dois oder andere
  82. Philosophien über das höchste Wesen gedacht haben Paulus etwa die Apostelgeschichte zeigt das unternimmt dies in seiner berühmten Rede die er in
  83. Athen auf dem aropark hält in der der Verfasser der Apostelgeschichte den wir gerne als Lukas identifizieren den Paulus Verse aus arats Lehrgedicht
  84. zitieren lässt allerdings braucht das Christentum eine Zeit lang bis sie bis es zur
  85. überragenden zum überragenden Faktor in der antiken Literaturgeschichte werden kann im zweiten Jahrhundert sehen wir große systematische Versuche etwa von
  86. clemensz von Alexandrien vorgenommen die Ähnlichkeiten herauszuarbeiten auch die besondere Dignität des Christentums des jüdischchristlichen Glaubens gegenüber
  87. der pagan Tradition zu erweisen dadurch dass man einen sogenannten altersbeweis unternimmt dass man zu zeigen versucht dass Platon oder Pythagoras also andere
  88. gründergestalten der antiken Philosophie praktisch auf verschlungenen Faden von Mose gelernt hätten mit Konstantin verschieben sich
  89. die Gewichtungen das Christentum hat nun die Möglichkeit als Staatsreligion aufzutreten und im vierten Jahrhundert stellt sich
  90. deswegen die Frage was dann mit antiker Literatur zu geschehen habe denn sie basiert ja in weiten Teilen wie wir gesehen haben auch auf paganen
  91. mythologischen äh Einrichtungen nicht der Götterhimmel der Ilias bleibt immer ein paganer Götterhimmel so gibt es rigurose
  92. Position die sagen die gesamte nichtchristliche Literatur sollte nicht mehr gelesen werden aus überlieferungsgeschichtlicher Sicht
  93. natürlich eine Katastrophe wäre aber der Umstand dass ich diesen Vortrag halte zeigt das ein anderer Weg bestritten wurde Basilius der große setzt in einem
  94. sogenannten Mahnbrief an die Jugend an die Stelle einer rigurosen Verdammung das Prinzip einer klugen Auswahl pagane Literatur soll und kann als
  95. propedeutische Literatur für das Studium der Christen christlichen Texte gelesen werden dieser Text des Basilius hat eine große Bedeutung für
  96. die Überlieferung der griechischen Literatur auch in bzanz gehabt denn damit war es nun möglich die Ilias und die Odyssee mit denen wir begonnen haben
  97. auch weiterhin zu lesen so kommt es dass die griechische Literatur auch in Formen die erst in der Kaiserzeit scheinbar paganen Inhalts entstanden sind noch
  98. über die Schließung der Philosophenschule in Athen durch Justinian hinaus tradiert und studiert wurde und von Byzanz aus dann in den
  99. Westen gelangte

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