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Der digitale Euro | Digitaler Euro: Deutschlands Wirtschaft sagt Ja
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 400 Zeilen
- Wall Street, Zentralbanken und Privatinvestoren haben eines gemeinsam. Sie haben ein wachsendes Interesse an Kryptowährungen. Laut Coinshares
- erreichten die Investitionen in Kryptofonds und Produkte im ersten Quartal dieses Jahres einen Rekordwert von 4,5 Milliarden Dollar.
- Das Vermögen in den USA beträgt 140 Billionen Dollar, weltweit sogar 400. Ein halbes Prozent des globalen Vermögens ist in Kryptowährungen
- angelegt. Bis zum Ende des Jahres werden wir wohl 1% erreicht haben. [musik] Bitcoin bekommt die meiste Aufmerksamkeit unter seinen
- Kryptokollegen. Doch Kritiker haben Bedenken in Hinsicht der Struktur und ihrer Volatilität. Im Wesentlichen haben wir nur ein weiteres Tauschmittel
- erschaffen, das irgendwo in einem Computer existiert. Es hat keinen echten Wert, keinen Nutzen und liefert keine brauchbaren Dienste. Es ist eine Blase.
- Es ist die zugrunde liegende Technologie einer Blockchain, die das Interesse der Investoren weckt. Laut CB Insights haben Startups, die sich auf Blockchain
- konzentrieren, allein im ersten Quartal dieses Jahres rund 2,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2020.
- In Wirklichkeit sehen wir hier den Aufbau einer Infrastruktur, auf der tatsächlich Transaktionen durchgeführt werden können. Auch die Zentralbanken
- spüren den Druck, eigene Digitalwährungen zu schaffen. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Banken ergab, dass 86% der Zentralbanken
- der Zeit daran arbeiten. 2017 waren es noch 65%. An diesem Punkt frage ich mich, ob Bitcoin nicht teilweise als eine Art
- Finanzwaffe Chinas gegen die USA angesehen werden sollte. Es bedroht nicht nur das Fiatgeld, es bedroht vor allem den US-Dollar.
- Doch wie denkt Europa über Kryptowährungen? Die Digitalisierung ist mittlerweile in allen Bereichen unseres Lebens spürbar
- und hat bereits die Art und Weise, wie wir bezahlen, verändert. Ein digitaler Euro wäre ein Symbol für den Fortschritt in Europa und die europäische
- Integration. Er würde als Geld in elektronischer Form vom Eurosystem [musik] der EZB und den nationalen Zentralbanken des Euroraums
- ausgegeben und könnte gleichermaßen von Privatpersonen und Unternehmen verwendet werden. Das Bargeld würde durch ihnen nicht ersetzt, sondern ergänzt.
- Wer weiß, wie die Zukunft der Banken aussehen wird. Einer, der es vielleicht wissen könnte, ist Ravy Menon. Er war bis 2011 Staatssekretär im Ministerium
- für Handel und Industrie und leitet nun die Zentralbank eines Landes, das als eines der intelligentesten und fortschrittlichsten Finanzzentren der
- Welt gilt. Singapur. Ravi Mennon, vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit genommen haben. Ravi, vor nicht allzu langer Zeit hielten sich die
- Zentralbanken von digitalen Währungen komplett fern, aber die Lage hat sich verändert. Ich meine, wir haben Länder wie Schweden, die Bahamas und China, die
- darüber reden, möglicherweise ihre eigene digitale Währung in Umlauf zu bringen. Wie sollten Zentralbanken in Sachen digitale Währung in Zukunft
- involviert sein? Ja, ich denke, wir sollten hier unbedingt involviert sein. Das heißt, wir müssen mit der Technologie Schritt
- halten, auch wenn wir dabei am Anfang viel Leergeld bezahlen. Durch das Jaz Uben Projekt konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, als wir unsere
- digitale Währung den Singapur Dollar, auf einer Blockchain in Umlauf gebracht haben. Ich denke, es ist wichtig, sich mit dieser Technologie
- auseinanderzusetzen und sich nicht davor zu verstecken. Jesper Ubin war ein Gemeinschaftsprojekt des kanadischen Blockchain Netzwerks
- Corda und des Quumnetzwerks in Singapur. Aus einer Kooperation der Monetary Authority of Singapur und der kanadischen Zentralbank wurde 2016
- untersucht, ob es einfachere und effizientere Zahlungs- und Abwicklungssysteme durch die Ausgabe digitaler Token mit Hilfe der
- Zentralbanken geben kann. In der ersten Phase wurde ein digitales Token Äquivalent des Singapur Dollars ausgegeben. Dieser beruhte auf einer
- Proof of concept basierenden Ethereum Blockchain. Den als Ccoin bezeichneten kanadischen digitalen Dollar entwickelte man, um zu verstehen, wie Blockchains in
- realen Zahlungsabwicklungsszenarien genutzt [musik] werden können. Phase 2 stand für die Einführung von Software Prototypen für Interbankenzahlungen.
- Hauptsächlich war Microsoft damit beauftragt, diese Prototypen in ihrer Azure Blockchain bereitzustellen. In der letzten Phase wurden Möglichkeiten zur
- Integration der Plattform und der digitalen Assets unterwahrung der Privatsphäre der Marktteilnehmer untersucht. J Uben war ein voller
- Erfolg. So konnten die Bank of Canada und die Monetary Authority of Singapur versuchsweise ein schnelleres und kostengünstigeres grenzüberschreitendes
- Zahlungssystem entwickeln. Denn wir müssen unsere Perspektive etwas ändern und uns fragen, zu welchem Zweck, was soll eine digitale Währung leisten?
- Müssen wir unterscheiden zwischen einer grenzüberschreitenden Handelswährung und einer Einzelhandelswährung für Konsumenten. Bei einer [räuspern]
- digitalen Handelswährung würde es sich um genau das handeln, was wir als Blockchain kennen. Es kommt hier nicht auf jeden einzelnen digitalen Token an,
- aber in Summe werden mit ihrer Hilfe die eigentlichen Transaktionen durchgeführt. Nach diesem System würde zumindest Singapur eine digitale Währung in Umlauf
- bringen. Kanada würde gern eine digitale Währung herausgeben, um grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu vereinfachen. [räuspern] Aber sie kommen
- nicht so einfach aus ihrem Bankensystem heraus, weil die Leute immer noch an traditioneller Fiatwährung festhalten. Wenn also Ihr Ansatz nur
- grenzüberschreibende Zahlungen sind, brauchen sie keine digitale Einzelhandelswährung. Unterschiedliche Währungen spielen also in diesem
- Szenario keine Rolle. Das heißt, Zentralbanken geben digitale Währungen direkt an die Öffentlichkeit raus und wir sehen im Moment keinen Bedarf für
- eine separate Einzelhandelswährung. Ein digitaler Euro würde also die Effizienz eines modernen Zahlungsmittels bieten und wäre gleichzeitig sicheres
- Zentralbankgeld. Es würde sich dort anbieten, wo Menschen ungern mit Bargeld bezahlen. Der Schutz der Privatsphäre sollte beim Euro einen hohen Stellenwert
- haben. So kann er dazu beitragen, das Vertrauen in den heutigen Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten. Er könnte den Übergang der Europäischen
- Wirtschaft in die Digitalisierung unterstützen und Innovationen im Massenzahlungsverkehr aktiv fördern. Derzeit prüfen die EZB und die
- nationalen Zentralbanken des Euroraums, welche Vorteile und Risiken ein digitaler Euro hätte. Denn [musik] der Anstieg von Vermögenswerten wie Bitcoin
- ist größer als die damalige Südseeblase oder die niederländische Tulpenblase. Nun wissen Sie, unser Ansatz ist diese Art von Vermögenswerten erstmal genau zu
- prüfen. Für uns ist Bitcoin keine Währung. Es ist für uns klar eine Wertanlage. Es ist ein Vermögenswert, dem nur sehr wenig zugrunde liegt, was
- zu einer Menge Volatilität führt. Sehen Sie, wenn man hier versucht herauszufinden, was der wirkliche Wert des Assets ist, in das man investiert
- hat, stößt man schnell auf Schwierigkeiten. Und das ist genau der Punkt, dass Renditen dieser Art von Kryptowertanlagen nicht mit der Rendite
- anderer Anlagen vergleichbar sind. Deshalb müssen Anleger, die in Kryptovermögenswerte investiert haben, ihr Portfolio so gut es geht streuen.
- Meiner Meinung nach macht es nicht viel Sinn, hier zu investieren, da man das Problem der starken Volatilität hat. Vor ein paar Monaten hatten wir noch die
- Situation, dass die Preise durch die Decke schossen und nun sehen sie ja, wo wir stehen. Das macht das alles sehr schwierig.
- auf Cryptoorsetz. Wenn Sie also Schwierigkeiten haben herauszufinden, was die eigentliche Basis oder Grundlage ihrer Investition
- ist, dann denke ich, haben Sie keine wirkliche Investition getätigt, sondern spekuliert, auch wenn es sich anders anfühlt. Diese starken Preisschwankungen
- zeigen, dass es nur wenig Vertrauen z.B. Coins gibt. Eine Währung sollte somit keine Anlage für Spekulationen sein oder in dieser
- Richtung Anreize schaffen, sondern ein stabiles Element unserer Geldpolitik darstellen. Würde also ein digitaler Euro nicht zu
- den Crypto Assets zählen? Cryptoassets unterscheiden sich grundlegend von Zentralbankgeld. Ihre Preise unterliegen häufig großen Schwankungen, sodass sie
- nur schwer als konstantes Zahlungsmittel zu verwenden sind. Zudem steht hinter ihnen meist keine vertrauenswürdige Institution.
- Der Zahlungsverkehr befindet sich im Umbruch und die Zentralbanken spielen dabei eine wichtige Rolle. Grundlage des europäischen Zahlungsverkehrs muss ein
- wettbewerbsfähiger und innovativer Zahlungsmarkt sein, der die Bedürfnisse der Verbraucherinnen erfüllt und die Souveränität Europas wart.
- Fachleute der EZB und der nationalen Zentralbanken des Euroraums haben eine Reihe grundlegender Anforderungen für einen digitalen Euro festgelegt.
- Beispielsweise muss er leicht zugänglich, robust, sicher und effizient sein. Es gibt also eine Menge Punkte, die bei
- der Einführung einer digitalen Währung zu beachten sind, meint auch der ehemalige CFO von Goldman Sex, Martin Chavez.
- Ich kann leider noch nicht sagen, welche Form genau die Digitalwährung einer Zentralbank annehmen wird. Es ist nicht mal zu 100% klar, ob dieser auf einer
- Blockchain existieren muss oder nicht. Sie muss auf jeden Fall weit verbreitet sein. Die Privatsphäre muss geschützt sein und es sollte eine gewisse
- Fehlertoleranz geben. Wir sehen hier auf diesem Gebiet geopolitische Überlagerungen und dass einige Staaten wie z.B. China dieses Thema sehr
- aggressiv angehen und eine digitale Währung einführen. Ich weiß zwar nicht, wie die Gespräche hinter verschlossenen Türen aussehen, aber natürlich möchte
- man den internationalen Handel gerne in dieser Währung abwickeln, als bisher in Dollar. Auf der anderen Seite ist man noch sehr skeptisch, da vielleicht
- Überwachung eine große Rolle spielt oder sogar seine Souveränität an die Nutzung der digitalen Währung geknüpft ist. Der Schutz der Privatsphäre, die Bekämpfung
- von Geldwäsche und die Transparenz für Kunden. Das ist alles sehr, sehr schwierig in Gleichgewicht zu bringen. Aber ich möchte auf etwas anderes
- zurückkommen, dass ich vor 10 Jahren den früheren Bitcoin CEOs prophezeit habe und ich denke, es hängt damit zusammen. Damals meinte ich, dass ich sehr
- zuversichtlich bin, dass die Fed die Digitalisierung des US-Dollars fortsetzen wird und eines Tages wird er ein digitales Asset sein, quasi eine
- Kryptowährung. Es hieß, das würde nie passieren, aber ich sagte, sag niemals nie. Und nun bin ich sicher, dass es in naher Zukunft passieren wird. Es gibt
- Unterschiede in der Denkweise von Leuten an Ost und Westküste. Die Art und Weise, wie in Silicon Valley an Sachen herangegangen wird, unterscheidet sich
- doch sehr von der in New York oder DC, aber irgendwann wird es auch hier ein Umdenken geben. Wir können die Vorboten bereits sehen.
- Wer die Beratungen des Kongresses in den Tiefen der Pandemie genau verfolgt hat, wurde vielleicht an die früheren Konjunkturgesetze der Federal Reserve
- Bank erinnert, einen digitalen US-Dollar zu schaffen und diesen an die Amerikaner zu verteilen. Ich weiß noch, wie ich dachte, das ist wirklich eine gute Idee,
- aber es ist und bleibt ein wirklich unglaublich riesiges Projekt. Es gibt sowohl für den Groß als auch für den Einzelhandel die Möglichkeit, das
- Zahlungssystem weiter zu modernisieren. Und sie werden mit der Digitalisierung noch lange zu kämpfen haben, bis Ihr Bankkonto ein komplett digitales
- Konstrukt sein wird. Die Frage ist, wollen wir, dass es kontobasiert ist? Soll es genauso funktionieren wie unsere
- Papierdollarscheine, nur eben als digitaler Token? Das sind alles Themen, die im Moment sehr aktiv diskutiert werden. Ich erinnere mich noch, als der
- argentinische Peso an den Dollar gekoppelt war. Das war großartig. Man konnte Pesos am Geldautomaten bekommen und das lag daran, dass die
- Währungsbehörde beide Währungen Dollars und Pesos, gleichermaßen verfügbar machte. Und das ist jetzt die Herausforderung bei den Stable Coins.
- Ich denke, es ist eine absolute Notwendigkeit jetzt einen digitalen Dollar in Umlauf zu bringen. Amerika und die Federal Reserve sind hier in
- Zugzwang und nicht nur wieder so eine Übergangslösung. Nein, ich denke, es ist unvermeidlich, dass wir jetzt Nägel mit
- Köpfen machen, denn wenn wir etwas aus der Politikwissenschaft kennen, ist es Souveränität einzuhalten. Ein souveräner [räuspern]
- Staat kann seine Steuern nur in der Währung verlangen, die er auch ausgibt. Und das ist ja auch gerade das, was die Zirkularität dieser Währung noch
- unterbindet. Was wäre, wenn der gesamte internationale Handel in Ihy bezahlt und alles reibungslos gegen den digitalen
- getauscht werden könnte? Würden ihn die Leute dann tatsächlich verwenden? Vielleicht würde ich ein Konto für Jan eröffnen. Okay, man müsste mich erst
- einmal davon überzeugen, dass meine Privatsphäre geschützt wird und nicht einfach nur sagen, dass es so ist. Es müsste mathematisch kryptografisch
- garantiert sein, dass meine Privatsphäre gewahrt wird. Und ich bin mir vollkommen sicher, dass solche Gespräche gerade stattfinden. [räuspern]
- Martin Chavez spricht hier einen wichtigen Punkt an. [musik] Wie sieht es aus mit der Akzeptanz eines
- digitalen Euros? Es wurden Bedenken geäußert, dass Zentralbanken durch die Einführung einer eigenen digitalen Währung in den Besitz sensibler
- Informationen über die Nutzerinnen gelangen könnten. Bei privat emitierten Zahlungsinstrumenten wie z.B. Stable Coins, ist das Risiko in den Besitz
- sensibler Informationen zu gelangen sehr groß. Die meisten Nutzerinnen und Investorinnen sind auch besorgt, dass neu entstehende private
- Zahlungslösungen, insbesondere, wenn sie unreguliert sind, Cyberrisiken mit sich bringen können. Im Falle eines digitalen Euros könnten solche Risiken durch die
- Beteiligung der Zentralbank gemildert werden. Eine globale Meinungsumfrage zum öffentlichen Vertrauen in monetäre Institutionen, Zahlungsmerkmale und
- digitale Währungen zeigt die Bedeutung des Vertrauens in die zugrunde liegenden Systeme. Während rund 79% aller Zahlungen im Euroraum immer noch
- Bargeldtransaktionen sind, sagt der Anteil dieser Transaktionen zwischen 2017 und 19 allein in den Niederlanden von 41 auf 32%.
- Gerade junge Europäerinnen machen laut jüngsten EZB-umfragen ausgiebig Gebrauch von Bargeld, bevorzugen aber elektronische Zahlungen und erwarten von
- der entsprechenden Infrastruktur, dass sie Sicherheit und Schnelligkeit garantiert. [musik] Auch die Covid-19 Krise hat zu einer
- Verschiebung der Zahlungsgewohnheiten hin zu kontaktlosen Zahlungen und E-Commerce geführt. Diese Verlagerung hin zu kontaktlosen Zahlungen fand
- statt, obwohl Banknoten im Vergleich zu anderen Arten von Oberflächen, mit denen Menschen im täglichen Leben in Kontakt kommen, kein besonders großes Risiko
- einer Coronavirusinfektion darstellen. In der Pandemie beschleunigte sich das Innovationstempo und die Bürgerinnen zeigen eine zunehmende Vorliebe für
- digitale Zahlungen. Vor diesem Hintergrund hat der EZB-Rat im Januar 2020 eine hochrangige Taskforce eingerichtet, um die Arbeit an digitalen
- Zentralbankwährungen im Euroraum voranzutreiben. Würde ein digitaler Euro also von der EZB zentral verwaltet werden? Brian Brooks war lange Zeit Teil
- des Bankensystems und meint, Dezentralität ist der Schlüssel. In meinem letzten Job für die Regierung und Leitung des Bankensystems haben wir
- versucht klar zuumachen, dass wir weder Fanatiker noch Feinde von Kryptowährungen sind, aber wir glauben, dass die Märkte Richtlinien und Klarheit
- brauchen. Ich sage nicht, dass mehr oder weniger Kontrolle eine gute Sache ist, aber eine Reihe von Regeln zu haben wäre für mich gut vorstellbar. Stellen sich
- nur mal vor, Straßen ohne Tempolimit. Niemand weiß, ob man schnell oder langsam fahren soll. Das wäre fahrlässig. Wir haben Tempolimits, an
- die sich jeder halten kann und so etwas brauchen wir auch bei Kryptowährungen. Ich denke, die Anziehungskraft von Krypto liegt eher in der
- Dezentralisierung und weniger in der fehlenden Regulierung, denn hier liegt die wahre Herausforderung. Worum es hier wirklich geht, ist der Aufbau eines
- Finanzsystems abseits dezentralisierung. Leute, die denken, wir versuchen geheimes magisches Internetgeld zu erschaffen, das nicht überwacht werden
- kann, sind wahrscheinlich in der falschen Branche. Es geht um ein dezentrales Finanzsystem, das nicht von Bankern kontrolliert wird. Das wird der
- große Vorteil der Kryptowährungen sein. Und was ist mit der Stabilität? Zumindest wenn man sich andere Märkte anschaut. Stabilität ist oft mit
- Zentralisierung verbunden oder war zumindest eine Folge davon. Schließlich hatten die USA eine dezentralisierte Wirtschaft, bis man sich entschied eine
- Fett zu gründen, um eine Art von Stabilität zu erzeugen. Doch wenn wir hier ein System von Regeln wie z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen
- wollen, gleicht das nicht schon fast einer Zentralisierung? Wir haben die Fedde im 19. Jahrhundert nicht gegründet, weil die
- Dezentralisierung schlecht war, sondern weil wir keine technologische Möglichkeit hatten, den Menschen zu erlauben, direkt miteinander zu handeln.
- Und so musste jemand Dollar in Umlauf bringen, die überall akzeptiert werden konnten. Aber jetzt haben wir eine Technologie, die das für uns tut. Sehen
- Sie, in der Vergangenheit war die Post die einzige Möglichkeit, um Informationen auszutauschen. Es gab für jemanden in New York keine Möglichkeit,
- Nachrichten nach San Francisco zu übermitteln. Jetzt haben wir E-Mail und brauchen die Post nicht mehr. So verdrängen Technologien manchmal ganze
- Institutionen, die wir zuvor aufgebaut haben. Wenn wir also weiterhin nach alter Stabilität suchen, würde ich sagen, ist diese sehr brüchig. Es war
- zwar stabil, aber es wurde alles streng reguliert und kontrolliert. Es war auch unglaublich teuer und hat letztendlich nicht gut funktioniert. Es war lediglich
- das Beste, was wir hatten. Nun haben wir etwas Besseres. Die EZB ist die Hüterin des Euros. Ob es sich um Banknoten und Münzen oder um
- einen Euro in digitaler Form handelt, spielt dabei keine Rolle. Unsere Aufgabe ist es, den Wert unserer gemeinsamen Währung zu erhalten. Unabhängig von
- seiner Form soll ein digitaler Euro letztendlich von der [musik] zuständigen Zentralbank geschützt und reguliert werden. Ein wesentlicher Teil der
- Aufgabe des Eurosystems besteht darin, die Bürgerinnen mit risikolosem Geld für ihre Zahlungen zu versorgen. Spargeld ist zwar immer noch das vorherrschende
- Zahlungsmittel, doch neue Technologien und die zunehmende Nachfrage der Verbraucherinnen nach Unmittelbarkeit verändern die Art und Weise, wie die
- europäischen Bürgerinnen bezahlen. Dies zeigt sich in der rasanten Zunahme elektronischer Zahlungen.
- Es gibt einen guten Grund dafür, dass der Umlauf durch das Bankensystem reguliert wird, weil Banken nämlich aus der monetären Basis ihrer Kreditvergaben
- sozusagen dem Kreditschöpfungsprozess Geld erschaffen. Wenn die Zentralbanken nun direkt digitale Währungen an die Allgemeinheit ausgeben würden, was
- würden dann die Zentralbanken mit diesem digitalen Geld machen? Das Geld der Zentralbanken ist nicht darauf ausgerichtet, Leuten den Kreditrahmen zu
- vergrößern. Das ist die Aufgabe der Banken. Wir müssen also darüber nachdenken, wie das in der Praxis funktionieren soll. Und man muss auch
- fragen, warum überhaupt? Warum sollen die Zentralbanken die digitalen Währungen ausgeben? Weil abgesehen von den grenzüberschreitenden Zahlungen für
- den Einzelhandel. Ich denke, es ist viel mehr eine geldpolitische Frage als eine rein politische.
- Die Menschen haben das Gefühl, ein digitales Äquivalent zu Bargeld zu brauchen, das alle Eigenschaften von Bargeld hat. Also Anonymität und
- vollkommener Akzeptanz, um nur die beiden wichtigsten zu nennen. Wenn ich eine Banküberweisung auf Ihr Konto mache, ist das allenfalls
- vertraulich. Aber wenn die Behörden den Verdacht haben, dass etwas nicht stimmt, können sie die Transaktion aufheben und untersuchen. So verfolgen wir ja
- Geldwäsche oder Steuerhinterziehung und können diese aufdecken, denn es gibt immer eine digitale Spur, die Transaktionsaufzeichnung.
- Wenn wir nun komplett auf einen digitalen Zahlungsverkehr umsteigen, verlieren die Leute genau diese absolute Anonymität des Bargelds. Wenn ich ihnen
- einen Koffer voller Bargeld gebe, gibt es keine Möglichkeit, das zurückzuverfolgen.
- Warum braucht es dann überhaupt Zentralbank Geld bzw. einen digitalen Euro für Haushalte und Firmen? In einer zunehmend verzahnten und vor allem
- digitalisierten Welt hingt der Zahlungsverkehr dem Tempo der Wirtschaft oft noch hinterher. Regulierungen, Sorgfalltspflichten und
- unterschiedliche IT-Systeme zwischen Banken und Währungsräumen können gerade bei Auslandsüberweisungen noch immer Tage dauern. Das ist nicht nur
- ineffizient, sondern erzeugt auch zusätzliche Kosten. Bitcoin oder Facebooks Währung DM beabsichtigen, genau dieses Problem zu beheben. Jedoch
- nicht ganz ohne Risiken [musik] für Nutzerinnen, dafür die Stabilität der Währung schließlich keiner garantiert, wie die hohen Preisschwankungen von
- Bitcoin deutlich machten. Ein digitaler Euro als Wertanlage, der in unbegrenztem Umfang verfügbar ist, wäre daher auch nicht zwecklich. Vorteile würden damit
- nur indirekt entstehen, wenn Transaktionen beispielsweise beim Onlinekauf schneller abgewickelt würden und Firmen direkter und transparenter
- Überblick über Kontostände und Transaktionen hätten. Die immer wieder geäußerte Angst, die EZB wolle damit den Leuten das Bargeld wegnehmen, [musik]
- ist daher haltlos. Die von der EZB initiierte digitale Revolution wäre also für Anlegerinnen und Investorinnen anfangs nicht [musik] spürbar.
- Das bringt uns zu Libra. Wir hatten Visa, Mastercard, die sich zurückzogen. Die G7 Staaten mahn zur Vorsicht, wie stehen sie dazu? Da ja Facebook sagt,
- dass die Regulierungsbehörden die Regulierung hinauszögern und das gleichbedeutend damit ist, Innovation zu deckeln bzw. zu bremsen.
- Wir begrüßen die Innovation. Ich denke, der Ansatz von Facebook hat eine enorme Menge an neuen Ideen und eine neue Art zu denken hervorgebracht.
- was meiner Meinung nach essentiell für die Zukunft ist. Und wie Sie eben gesagt haben, hat das Interesse der Zentralbanken an digitalen
- Währungen durch das Projekt von Facebook einen großen Schub bekommen. Die Kernaussage von Facebook ist, dass es grenzüberschreitende Zahlungen
- billiger, schneller und besser machen will und es will die finanzielle Inklusion verbessern, weil es viel einfacher ist, ein Facebook Konto zu
- haben, als ein Bankkonto. Auf den ersten Blick sind das hochgesteckte Ziele, aber ich denke, Zentralbanken und die Bankengemeinschaft
- müssen hier an Antworten für Firmen wie Facebook arbeiten, denn so etwas brauchen wir. Das wurde in gewisser Hinsicht etwas
- verschlafen und wenn überhaupt nicht gut umgesetzt. Ich will damit nicht sagen, dass Facebooks Ansatz schlecht ist, aber er
- zeigt hier eine echte Lücke auf und ich verstehe die Idee dahinter. Eine weitere Nuance in der ganzen Problematik der Zentralbank und der
- digitalen Währung ist die Frage, geht es hier nur um Zahlungen? Geht es hier nur um Anonymität? Ich denke, der ganze Widerstand hat auch mit der Dominanz des
- US-Dollars zu tun. Ob das eine gesunde Sache für die globale Finanzstabilität ist? Denn wenn zwei Länder miteinander Handel treiben oder zwei Menschen
- Transaktionen durchführen, wird immer auch ein Teil des Dollars umgerechnet. Unsere Wechselkurse, die bilateralen Wechselkurse, beziehen sich alle auf den
- US-Dollar. Ist das nun eine gute oder schlechte Sache? Nun, das System hat bis jetzt
- ziemlich gut funktioniert. Doch für die Zukunft ist es nicht unvernünftig zu fragen, ob das noch der beste Weg ist, hier weiterzukommen oder ob wir nicht
- ein stabileres System von globalen Reservewährungen finden sollten. Es soll sich ja nicht wieder alles um die Vereinigten Staaten drehen,
- aber es scheint, dies wäre die Denkweise der Regulatoren und Zentralbanken. Wir haben hier eine starke Konzentration auf den US-Dollar und das ist ein Risiko.
- Was ist, wenn das schiefgeht? Wollen wir nicht etwas, das ein bisschen mehr diversifiziert ist? Ich denke, das sind die Fragen, mit der sich die
- Zentralbankengemeinschaft auseinandersetzen muss. Bitcoin oder Facebooks Libra haben viele der Zentralbanken zum Nachdenken
- gebracht. Digitale Zentralbankwährungen auf der Blockchain, sogenannte CBDCs sind ein seit 2018 intensiv diskutiertes Thema.
- Viele Zentralbanken der Welt diskutieren bereits ihre Einführung oder planen sie konkret. Wir werden also bald einen digitalen
- Euro haben. Aber was bedeutet das überhaupt? Hinter dem digitalen Euro steht nämlich kein Konzern und auch keine Geschäftsbank,
- sondern die Europäische Zentralbank. Und das wichtigste Ziel der EZB ist Preisstabilität. Einfacher gesagt, ein Proat kostet mit
- dem digitalen [musik] Euro in Zukunft noch genauso viel wie jetzt mit der Mastercard. Und genau das ist seit dem Aufkommen und der immer höheren
- Akzeptanz von Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. So einfach. Über diese Zahlungsmittel, vor allem deren unberechenbare Wertsteigerungen bzw.
- Verluste, haben die Zentralbanken keine Kontrolle. Die EZB möchte dem entgegenwirken und stattdessen eine stabile digitale Währung als
- Weiterentwicklung des klassischen [musik] Euros einführen. Das hieße, dass wir neben den jetzigen Zahlungsmöglichkeiten bar oder per Karte
- eine Dritte bekommen, einen elektronischen Euro, den wir über das Smartphone, aber auch offline über eine Daten nutzen können. Viele
- Finanzexperten halten das für längst überfällig, denn in den meisten skandinavischen Ländern kann kaum noch mit Bargeld gezahlt werden und darauf
- muss die EZB reagieren. Der Zeit prüft die EZB, unter welchen Voraussetzungen dieses digitale Zentralbankgeld sicher eingeführt werden könnte. EZB-chefin
- Lagart betonte in einem Bloomberg Exklusivinterview wiederholt, wie wichtig es sei, die Sicherheit einer digitalen Währung zu garantieren und das
- Vertrauen in diese zu stärken. Okay. Okay. Ich lege jetzt mal meine eigene Überzeugung ab, weil ich die Präsidentin
- der Europäischen Zentralbank bin. Gibt einen Verwaltungsrat, in dem alle Präsidenten der nationalen Zentralbanken sowie die Mitglieder des Direktoriums
- vertreten sind und die Entscheidung, ob wir einen digitalen Euro einführen werden oder nicht, wird von diesem Organ, also dem Direktorium und dem Rat
- der Zentralbanken getroffen. Und das wird Mitte des Jahres 2021 passieren, wenn wir die ersten Ergebnisse vorlegen.
- Dieser Bericht wird eine Analyse von über 8000 Rückmeldungen veröffentlichen, die wir im Rahmen des Beratungsprozesses erhalten haben. Er wird dem Europäischen
- Parlament vorgetragen, einem der Hauptakteure sowie der Kommission und dem EU-Rat, nicht zu vergessen der Eurogruppe.
- Danach wird der EZB-Rat auf Grundlage dieser Beratung und unserer vorangegangenen Arbeit entscheiden, ob wir mit dem Experiment digitale Euro
- weitermachen. Daraufhin wird es eine zweite Entscheidung geben, wahrscheinlich in einem Jahr oder lassen Sie es 6 Monate
- sein, ob aufgrund dieser ersten Bewertung tatsächlich schon ein digitaler Euro eingeführt wird.
- Aber lassen Sie uns das realistisch betrachten. Der ganze Prozess wird meiner Meinung nach noch weitere vier Jahre dauern, vielleicht noch etwas
- länger. Also, ich hoffe natürlich, dass wir es innerhalb von vier Jahren schaffen, aber es bringt eine Menge technische Aspekte als auch grundlegende
- Veränderungen mit sich. Und wir müssen sicherstellen, dass wenn wir einen digitalen Euro einführen, wir es vernünftig machen. Das sind wir den
- Europäern schuldig. Die Europäer und Europäerinnen sollen sicher und unbesorgt damit umgehen können. Sie sollen wissen, dass sie Zentralbank
- gesichertes Geld erhalten. Ich würde sagen, es muss das Äquivalent einer digitalen Banknote sein mit dem gleichen Maß an Sicherheit und
- Rückendeckung durch die Zentralbank. Es muss also wirklich sicher und stabil sein. Wir müssen außerdem sicherstellen, dass
- wir nicht unser Bankensystem zerstören, sondern es verbessern. Ich sage das hier sehr deutlich, da ich weiß, dass bestimmte Finanzinstitute,
- mit denen wir zurzeit arbeiten, sich auf uns verlassen. Einige Banken schauen gerade ziemlich besorgt auf diese Entwicklung am
- Finanzmarkt, aber das brauchen sie nicht, denn keine Zentralbank wird zukünftig als Kundenmanager oder Risikobewerter für die Vergabe von
- Kreditlinien auftreten. Diese Finanzinstitute werden also weiterhin koexistieren und ihre Geschäfte tätigen können. Bargeld wird
- auch weiterhin verfügbar sein, ebenso wie digitale Währungen. Aber man muss sich das auch anschauen, wie sich das Verhalten der Bürgerinnen
- während der Covid-19 Krise geändert hat, wie sie im Internet einkaufen oder die Art und Weise, wie sie ihr Essen bestellen oder bezahlen.
- Dies bewegt sich bereits in einer digitalen Dimension, vor der wir keine Angst haben sollten. Und wie ich schon sagte, wir müssen den
- Europäern und Europäerinnen einen sicheren, stabilen, alternativen Zahlungsmechanismus bieten.
- Also, weitere vier Jahre Entwicklungszeit. Haben wir diese Zeit noch, um ein durchdachtes und technisch ausgereiftes
- digitales Eurosystem einzuführen? Die Ausgabe eines digitalen Euros wäre für fast alle Tätigkeiten des Eurosystems von Bedeutung und hätte
- weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Gleichzeitig sind aber auch Experimente zu den praktischen Aspekten eines digitalen Euros
- notwendig, um die Stärken und Schwächen der verschiedenen Optionen zu untersuchen. Wir haben gehört, dass viele Banken um
- ihre Existenz fürchten. Die Einführung eines digitalen Euros könnte die Transmission der Geldpolitik beeinträchtigen und sich negativ auf die
- Finanzstabilität auswirken. Auch in Krisensituationen, wenn die Sparer weniger Vertrauen in den gesamten Bankensektor haben, könnten
- Liquidemittel sehr schnell in den digitalen Euro umgeschichtet werden. Wenn also das Abheben von digital Geld einfacher wird als das Abheben von
- Bargeld, könnte es die Wahrscheinlichkeit von schweren Bankruns erhöhen und die Finanzstabilität schwächen.
- Diese Beispiele machen deutlich, dass die Ausgestaltung [musik] des digitalen Euros sorgfältig geprüft werden muss. Es sollte vor allem überlegt werden, ob er
- für Haushalte und Unternehmen direkt oder indirekt über Banken zugänglich sein sollte, ob er vergütet und ob die digitalen Eurobestände einzelner
- Nutzerinnen begrenzt oder unbegrenzt sein sollten. Für den Moment halten wir uns die Option offen, ob und wann dies geschehen soll.
- Aufgabe der EZB ist es, das Vertrauen in das Geld zu sichern. Es muss sichergestellt werden, dass der Euro fit für das digitale [musik] Zeitalter ist.
- Die Kommission der EZB hat einige Szenarien beschrieben, die das Eurosystem zur Ausgabe eines digitalen Euros veranlassen könnte und auch
- Anforderungen aufgeführt, die die neue Geldform erfüllen sollte. Szenario 1: Positive Auswirkungen auf Innovation und Autonomie der Eurozone.
- Unabhängigkeit [musik] und Digitalisierung der Europäischen Wirtschaft können von einer digitalen Form des Zentralbankgeldes profitieren,
- die den Bürgern zur Verfügung gestellt wird. [musik] Die Ausgabe eines digitalen Euros kann
- ein Weg sein, die Digitalisierung der Wirtschaft zu fördern und die Entwicklung innovativer europäischer Lösungen in allen möglichen Branchen zu
- unterstützen. [musik] In einem solchen Szenario würde die Ausgabe eines digitalen Euros dazu beitragen, die europäische Autonomie im Bereich des
- Massenzahlungsverkehrs zu erhalten und könnte ein Baustein für eine europäische Lösung für Point of Sale und [musik] Online Zahlungen sein. Szenario 2. Die
- Rolle von Bargeld als Zahlungsmittel nimmt deutlich ab. Die europäischen Bürgerinnen hätten somit Schwierigkeiten auf das einzige Zahlungsmittel
- zuzugreifen, das vom öffentlichen Sektor bereitgestellt wird. Extreme Ereignisse wie [musik] Covid-19 können die Veränderung der Zahlungsgewohnheiten
- beschleunigen. Durch steigende Wartungskosten der Bargeldinfrastruktur könnte der Rückgang der Verfügbarkeit und Akzeptanz von Bargeld zusätzlich
- vorangetrieben werden. Ein ähnlicher Trend wird sich wahrscheinlich aus der rasanten Entwicklung des elektronischen Handels ergeben.
- Szenario 3. Eine andere Geldform als Euro dominiertes Zentralbankgeld oder elektronisches Geld wird zu einer glaubwürdigen Alternative zu
- Werufbewahrungsmitteln in der Eurozone. [musik] Private Akteure wie Bitcoin oder Libra, welche außerhalb der Aufsicht der
- europäischen [musik] Finanzbehörden stehen oder auch Bigtech Unternehmen, die nicht euro dominiert sind, welche eine globale Verbreitung erreichen und
- für große Zahlungen im Euroraum genutzt werden, könnten die Geldpolitik im Euroraum schwächen. Ihr Einfluss hätte auch unklare Auswirkungen auf die
- grenzüberschreitende Kapitalmobilität, was letztlich die Finanzstabilität beeinträchtigen könnte. Unter diesen Umständen könnte die Ausgabe eines
- digitalen Euros die europäische Souveränität und Stabilität unterstützen. [musik]
- Szenario 4. Die EU beschließt, Verbesserungen der Gesamtkosten und des ökologischen Fußabdrucks seiner Geld- und Zahlungssysteme proaktiv zu
- unterstützen. Die Herstellung von Zahlungsinstrumenten und deren Infrastrukturen ist nicht immer [musik] energieeffizient. Ein gut konzipierter
- digitaler Euro kann daher dazu beitragen, die Gesamtkosten [musik] und den ökologischen Fußabdruck der Zahlungssysteme im Euroraum zu
- verringern. In diesem Zusammenhang würde das Eurosystem eine Katalysatorrolle spielen und mit gutem Beispiel vorangehen, [musik] indem es Anreize
- schafft und Druck auf die Anbieter von Zahlungsdienstleistungen ausübt. [musik] Aus diesen vier Szenarien lassen sich folgende Anforderungen ableiten. Der
- digitale Euro sollte so gestaltet sein, dass etweige negative Auswirkungen auf [musik] die Geldpolitik und Finanzstabilität abgeschwächt werden.
- Die übermäßige Nutzung des digitalen Euros als Anlageform und des damit verbundenen Risikos großer Umschichtungen sollten vermieden werden.
- Der digitale Euro sollte im Vergleich zu Alternativen [musik] ein effizienter Weg sein, die ökonomischen und ökologischen Ziele der
- Eurozone zu erreichen. Aber bei all den Visionen und Ideen sehen wir nicht in der technischen
- Umsetzung die größte Herausforderung. Wie kann für den Endverbraucher, den Lieferanten oder den Unternehmer sichergestellt werden, dass ein
- digitaler Euro jederzeit verfügbar ist und überall akzeptiert wird? Und welche Rolle spielt dabei der Faktor Zeit? China testet bereits seine
- staatliche Digitalwährung namens Ehuan. Es kommen bereits Apps zum Einsatz, [musik] mit denen Zahlungen in Ehuan realisiert werden können. Sogar
- staatliche Leistungen werden zum Teil in der neuen Digitalwährung ausgezahlt. Mit dem digitalen Han reagiert China auf Kryptowährungen wie Bitcoin. Dabei setzt
- Chinas Digitalwährung nur teilweise auf eine Blockchain. Es kommen auch traditionelle Verrechnungsmethoden zum Einsatz. Auch Facebooks Libra oder jetzt
- DM sollte Nutzerinnen auf Plattformen wie WhatsApp oder Instagram die Möglichkeit geben, die digitale Währung beim Onlineeshopping zu nutzen. Facebook
- stieß allerdings weltweit in der Politik und bei den Notenbanken auf Widerstand. Viele sahen in dem Projekt einen Angriff des Privatunternehmens auf das
- staatliche Währungsmonopol [musik] und kündigten eine starke Regulierung von privaten Digitalwährungen an. Brian Brooks, der CEO von Binance, befürchtet,
- dass wir ohne Regulierungen unserer Geldpolitik keine digitalen Währungen erfolgreich realisieren können. Nun, nach meiner persönlichen Ansicht
- ist hier in erster Linie der Nutzen zu betrachten. Darüber sollten wir sprechen. Bitte bedenken Sie, dass jede Kryptowährung eine andere Funktion
- repräsentiert. Das sind alles verschiedene Netzwerke, die für unterschiedliche Dinge entworfen werden. Wenn wir also über Bitcoin sprechen, ist
- er im Grunde ein Investment Asset, also eine Art digitales Gold. Und wenn Bitcoin reguliert werden sollte, sollte es ebenso wie Investitionsgüter
- reguliert werden. Es ist natürlich kein Wertpapier, aber es ist etwas, dass die Leute wegen seiner Werterhaltungseigenschaften kaufen und
- halten. Im Gegensatz zu Ethereum. Das ist ein Netzwerk für Zahlungsverkehr oder für Crowdsourcing von Finanzierungen. Wenn es sich also um
- einen Zahlungsmechanismus handelt, würden Sie erwarten, dass die Bankenaufsitzsbehörden darüber sprechen. Das war meine Tätigkeit bei der OCC. Es
- sollte also genau nach Nutzungsklassen reguliert werden, die jetzt auch nach Asset Kategorien reguliert wird. Und wenn es sich um einen
- Zahlungsmechanismus handelt, sollte er wie ein Zahlungsmechanismus reguliert werden. Ich denke, das ist hier der richtige Denkansatz.
- Facebook hat sein Konzept einer digitalen Währung stark [musik] abgewandelt. Um die Volatilität seines Kurses gering zu halten, soll es
- zunächst nur einen sogenannten Stable Coin geben, der [räuspern] jeweils einen US-Dollar abbildet und dessen Preis dynamisch bzw. automatisch gesteuert
- werden kann. Auch den Namen hat Facebook geändert. Der Libra heißt nun DMDAR. Ein Zulassungsantrag für die Europäische Union ist allerdings noch nicht
- eingegangen. [musik] Warum also zögert die EU so mit der Einführung einer digitalen Währung? Christine Lagart meint, es geht nur im
- Zusammenspiel [musik] von Markt und Regulatoren. Wir müssen uns mit Fragen des Datenschutzes befassen und mit vielen
- Fragen, die in gewisser Weise über den Bereich der Zentralbanken hinausgehen. Das heißt, wir sind gezwungen mit anderen Behörden zusammenzuarbeiten,
- z.B. den Finanzministerien und den Parlamenten der Europäischen Kommission, denn wenn der Zeitpunkt kommt, wird es das Leben vieler Menschen auf eine sehr
- intime Weise ändern. Wir hören den Europäerinnen zu und wissen, was ihnen wichtig ist. Sie wollen, dass ihre Privatsphäre geschützt ist, aber
- gleichzeitig müssen wir auch sicherstellen, dass es nicht zu einer Ausweitung von Geldwäsche oder Terrorfinanzierung führt. Wir müssen
- also bei jedem einzelnen Aspekt die richtige Balance finden. Das wird noch ein paar Jahre dauern und wenn diese Arbeit abgeschlossen ist, wird der
- Regierungsrat entscheiden, ob er uns hierfür grünes Licht gibt oder wir die ganze Sache stoppen. Ich vermute, dass wir für die nächsten
- zwei Jahre viel Unterstützung vom EZB-Rad erwarten können und hoffentlich das volle Budget bereitgestellt wird, denn das Ganze funktioniert nicht ohne
- Kosten zu verursachen. Aber in zwei Jahren wird sich dann entscheiden, ob es ein Let's Go ist und wir einen digitalen Euro bekommen oder nicht. Nun, mit Blick
- auf die Märkte haben wir rational versucht, sie zu verstehen oder ihre Gedanken zu verstehen und was ihre Erwartungen sind. Klar, ich als Person
- spreche selbst nicht mit den Märkten und ich denke, das ist auch nicht mein Aufgabengebiet. Es ist sogar meine Pflicht, mich darauszuhalten. Aber wir
- haben natürlich Leute, die den Markt beobachten und ihn kennen. Ich meine, man kann kein großer Einkäufer sein, ohne tatsächlich eine
- gewisse Nähe dazu zu haben, wie Märkte funktionieren und wie sie ticken. Vor allem die Erwartungen sind von entscheidender Bedeutung.
- Wir hören also Marktumfragen durch, an denen die Unternehmen teilnehmen und die wir genau auswerten. Das ist aber nicht die einzige
- Komponente. Wir schauen auf alle möglichen Indikatoren und Umfragen. Wir sind fest entschlossen und vollständig auf unser Ziel fixiert, die
- Preisstabilität zu erhalten, die wir den Europäern und Europäerinnen liefern müssen. Das ist für uns das Wichtigste. Aber die Märkte spielen natürlich auch
- eine Rolle und wir müssen auf sie achten und überlegen, wie sie die Dinge sehen. Aber unser Ziel ist natürlich Preisstabilität.
- Die Finanzminister der größten Eurostaaten, unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, haben sich gegen einen digitalen Schnellschuss
- [musik] ausgesprochen. Eine digitale Währung dürfte nicht eingeführt werden, bevor nicht alle damit verbundenen Risiken auch in der Gesetzgebung
- angemessen berücksichtigt worden sind. Darüber hinaus wirgt die Einschränkung der Verwendung eines digitalen Euros die Gefahr, dass die Konvertierbarkeit zu
- anderen Formen des Euros beeinträchtigt wird. Zinsänderungen oder Märkte, auf denen der digitale Euro wie eine Parallelwährung behandelt wird, stellen
- eine Bedrohung für die Verwendung des Euros als Zahlungsmittel in der Wirtschaft dar. Dass die Einführung einer digitalen Währung durchaus
- positive [musik] Effekte auf die Stabilität eines Landes haben kann, zeigt sich am Beispiel Venezuela. [musik] Das Startup Value hilft den
- Menschen in Venezuela im Kampf gegen die Hyperinflation. Ich heiße Simon Chamero. Ich bin Mitbegründer und CEO von Value. Unser
- Produkt hilft den Venezulanern mit der Hyperinflation umzugehen und ihr Geld vor Wertverlust zu schützen, Überweisungen zu erhalten, vor Ort zu
- bezahlen und um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher sind in der Lage, Waren und
- Dienstleistungen miteinander zu tauschen und in Kryptowährung zu bezahlen. Unsere Vision ist es, die wirtschaftliche Freiheit zu erhöhen.
- Venezuela ist bekannt für seine politische und wirtschaftliche Instabilität. Die Hyperinflation hat dazu geführt, dass der Bou in nur 2
- Jahren 99% seines Wertes verlor. Wohlhabende Familien sahen ihr Vermögen, schwinden und einkommensschwache Menschen wurden noch weiter in die
- Verzweiflung getrieben. Simon Chamoro kennt diese Geschichte nur allzu gut. Venezuela.
- Als ich in Venezuela aufwuchs, ging im Grunde alles, was mein Vater und meine Mutter in ihrem Leben aufbauen konnten, verloren, als die Wirtschaft
- zusammenbrach. Wir hatten z.B. Wasserknappheit oder Stromausfälle im ganzen Land. Das Geld fing an hyperinflationär zu werden.
- Das ist keine traurige Geschichte, die ich hier versuche zu erzählen. Das ist leider die Realität der meisten Venezolaner. Mehr als 99% der
- Venezolaner haben alles verloren, was sie aufgebaut haben, weil das Land gescheitert ist. Alle Ersparnisse aus der Mittelschicht, die sich etwas
- aufbauen wollte, lösten sich in Luft auf. Ich wollte meine Bestimmung finden und wusste immer, dass ich ein Unternehmen gründen und Dinge entwickeln
- wollte, weshalb ich dann auch Industriedesign studierte. Ich glaubte fest daran, in der Lage zu sein, Dinge zu verändern. Letztendlich habe ich
- diese Karriere nicht weiter verfolgt, aber ich habe eine Menge Dinge gelernt, die mir die Technologie näher gebracht haben. Und so bin ich beim Thema Krypto
- gelandet. Ich habe mich dafür begeistert und als ich dann das Potenzial von Krypto verstand, wurde mir klar, dass Venezuela der perfekte Ort ist, um
- solche Ideen in großem Maßstab umzusetzen. Tatsächlich könnte eine Dekonstruierung der Kryptowährung der Mittelschicht
- helfen und dieser hat die Möglichkeit, unsere Gesellschaft, wie wir sie kennen, grundlegend zu verändern.
- Das Hauptproblem der Venezolana ist im Moment die Hyperinflation und diese ist nur das Nebenprodukt einer totalen Misswirtschaft dieses Landes.
- Venezuelas Abstieg in eine verarmte Diktatur hat der Welt die verheerenden Auswirkungen der Hyperinflation vor Augen geführt. Schleppende
- Grundversorgung, extreme Knappheit an Lebensmitteln und medizinischen Mitteln, Bürgerkriege, Gewalt. Venezulaner, die ihre Währung aus Venezuela in andere
- stabilere Währungen wie den US-Dollar transferieren konnten, blieben verschont. Ein Luxus, der meist nur für die Ultraelite in Frage kam. Mittels
- Kryptowährung möchte Simon mit seiner Plattform Value allen die Möglichkeit geben, sich gegen die Hyperinflation zu wehren. [musik] Seiner Meinung nach sind
- die instabilen Verhältnisse in seinem Land der perfekte Nährboden für ein solches [räuspern] Experiment. Niemand traut mehr der Währung oder der
- Regierung. Die Menschen suchen nach Lösungen. An einem Ort, an dem die Menschen versuchen zu überleben, ist die
- Hemschwelle viel niedriger, neue Dinge auszuprobieren. Sei es Dieseldlars, Tischmünzen, Kryptowährungen. Die Leute werden bereit sein, mit wenig Geld zu
- starten und dann langsam versuchen, es irgendwie zu etablieren. Unser Hauptzielemoment als Unternehmen ist es, Händlern zu ermöglichen, den Dito Dollar
- als Zahlungsmittel zu akzeptieren, sodass die Leute immer weniger gezwungen sind, den Bouvard zu benutzen. Wir konzentrieren uns darauf, ein
- Produkt zu entwickeln, das von den reichen, gebildeten und technisch versi Menschen mit den niedrigen Einkommen und geringen technischen Kenntnissen genutzt
- werden kann. In einem Land wie Venezuela, wo der Mindestlohn bei ungefähr einem Dollar liegt, haben Sie die Situation, dass die
- meisten Leute ihr eigenes kleines Geschäft eröffnen, Hotdogs verkaufen oder lokales Essen wie Arepas oder was auch immer, aber sie verkaufen es
- vorwiegend in ihren super riesigen Gemeinden. Also wollen wir den Gemeinden helfen, Zahlungen in Dollar bzw. in Detto Dollar, also Stable Coins zu
- akzeptieren und Nutzer zu erreichen. Je mehr Verbraucher in Dollar zahlen, desto besser für die Händler. Je mehr Händler es akzeptieren, umso besser für die
- Verbraucher. Bis heute haben wir Millionen von Dollar bewegt und haben damit mehr als 150.000 Haushalten geholfen.
- 30.000 aktive Nutzer monatlich und wir sehen, dass es funktioniert. In Wirklichkeit kann wirtschaftliche Freiheit nur direkt durch Innovation
- erreicht werden, was Kryptowährungen sind. Dabei darf man nicht vergessen, dass Venezuela dies bereits versucht hat. El
- Petro war der Versuch eine Kryptowährung zu etablieren, die durch die reichhaltigste Ressource des Landes unterstützt wurde. Öl. Während Elro
- weithin als durchschlagender Misserfolg betrachtet wurde, sind sich viele Experten einig, dass dieses Experiment ein notwendiger Schritt war, um eine
- digitale Währung für die Zukunft zu etablieren. Und Simon ist überzeugt, dass deren Grundlage, nämlich die Blockchain Technologie, nun stärker denn
- je benötigt wird und sein Land bereit ist für einen weiteren Versuch. Die Blockchain Technologie ist tatsächlich eine Art Paradigmenwechsel
- für die Menschheit, eines der bedeutsamsten Dinge unserer Zeit. Man sieht langsam, dass immer mehr Unternehmen damit beginnen, ihre
- Produkte komplett auf einer Blockchain aufzubauen. Es ist fast so, als würde sich eine eigene Wirtschaft entwickeln.
- Wenn es einen Weg ohne Krypto gäbe, den Venezolan ihre Stabilität und wirtschaftliche sowie finanzielle Freiheit zurückzugeben, wäre das
- natürlich ein viel besserer Weg, als mit einem Produkt erfolgt zu haben, das in sich gar keinen Wert besitzt.
- Die Hyperinflation Venezuelas zeigt, dass die Geldpolitik eines Landes nicht immer nach den internationalen Spielregeln funktioniert.
- Unsere Erwartung, die Geldpolitik einer Zentralbank kann uns jederzeit retten, sollte unser Geld in Schieflage geraten, muss also in Zukunft hinterfragt werden,
- wenn sogar ein erdölreiches Land wie Venezuela in eine Hyperinflation geraten kann. Einer, der diese quantitativen Lockerungen in der Geldpolitik schon
- länger in Frage stellt, ist Ravy Menon. Ich denke, das ist falsch und ich denke auch, es ist falsch, wenn Zentralbanken
- diese Erwartung zu quantitativen Lockerungen nähren. Die Geldpolitik bildet die Grundlage für ein nachhaltiges nichtäres
- Wirtschaftswachstum. Sie sorgt für Stabilität und zumindest auf mittlere Sicht für Vorhersagbarkeit. Und auf dieser Basis kann man dann
- wirtschaften. Aber es kann nicht sein, dass jede Abschwächung, jedes Risiko oder jede wirtschaftliche Bedrohung, die am
- Horizont auftaucht, eine Lockerung der Geldpolitik nach sich zieht. Ich denke, dass Fiskalpolitik eine enorm wichtige Rolle spielt und wir es nicht
- ausreichend berücksichtigen. Auch zum Teil, weil der Geldpolitik zu viel Gewicht beigemessen wird. Wir brauchen hier ein besseres Gleichgewicht zwischen
- beiden. Alles andere wäre auch unfair gegenüber der Zentralbankengemeinschaft. Und da sie gerade quantitative Lockerungen ansprechen, Singapur braucht
- diese Lockerungen nicht, weil unsere Geldpolitik an unseren Wechselkurs gekoppelt ist. Wir unterliegen also nicht der Nullzinspolitik, selbst wenn
- man über Negativzinsen und quantitative Lockerungen als Ergänzung zu einer wechselkurs zentrierten Geldpolitik nachdenkt, diese Überlegungen treffen
- für uns nicht zu. Wir können, wenn nötig, den Wechselkurspfahrt wieder auf null absenken. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Wir haben noch nie
- absichtlich eine Politik der Währungsabwertung betrieben. Aber wir können den Wechselkurs jederzeit wieder nach unten korrigieren, was wir in der
- Vergangenheit auch schon getan haben. Wenn wir der Meinung sind, dass der aktuelle Wechselkurs zu eng ist, können wir ihn jederzeit nach unten
- rezentrieren. Und mit dieser Flexibilität gibt es eigentlich keine Einschränkung. Wir haben also einen ziemlich großen geldpolitischen
- Spielraum, ohne dass wir über quantitative Lockerungen nachdenken müssen.
- Während die EZB also der Zeit noch an einem Konzept zum digitalen Euro arbeitet, sind Zentralbanken anderer Staaten meist schon einen Schritt
- weiter. 2018 gab auch das oberste Bankeninstitut der Bundesrepublik Deutschland die Deutsche Bundesbank bekannt, aktiv an
- einer blockchain basierten Lösung zu arbeiten. Das Institut mit Hauptsitz in Frankfurt am Main verwaltet rund 200 Milliarden
- Euro an staatlichen Reserven und ist Teil des europäischen Systems der Zentralbanken. Nach eigenen Angaben intensiviert die Bank nun seine
- Forschung im Bereich der Distributed Ledger Technology und hat bereits einen entsprechenden Partner genannt. Ocean Protocol soll zukünftig mit seiner
- Technologie die Deutsche Bundesbank in ihrem Vorhaben unterstützen. 2017 in Singapur gegründete Unternehmen entwickelt innovative Apps für die
- kommende Datenökonomie und verbindet Datenanbieter und Nutzer mit Hilfe der Blockchain Technologie. Ocean ermöglicht es Dateneigentümern Daten zu
- monetarisieren und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Datenbestände zu behalten. Die Deutsche Bundesbank ruft also ein
- eigenes Blockchain Projekt ins Leben. Der Fokus [musik] dieser Zusammenarbeit liegt hierbei auf einem dezentralen Netzwerk, das Nutzern einen permanent
- symmetrischen Zugriff auf Daten gestattet. Dadurch sollen beispielsweise Echtzeitaktualisierungen von Statistiken unterwahrung der
- Datenhoheit möglich sein. Von der Bundesbank hieß es: Ocean Protocol war als einziges Unternehmen in der Lage, eine technische Lösung für unser
- Vorhaben anzubieten, die bereits funktionsfähig ist. Außerdem soll eine Plattform für die sichere Verwahrung, Übertragung und
- Nutzung öffentlicher und privater Daten entwickelt werden. Offen bleibt, ob das Unternehmen aus Singapur auch bei der Forschung an einem digitalen [musik]
- Euro beteiligt ist. Doch wie sieht es mit den deutschen Unternehmen aus? Wie denken diese im
- Allgemeinen über die Einführung und Nutzbarkeit eines digitalen Euros? [musik] 78% also dreiviertel aller Unternehmen ab 50 Beschäftigten sind für
- die Einführung eines digitalen Euros. Nur jedes fünfte Unternehmen, 20% hält diese Pläne für wenig erfolgversprechend. [musik]
- Das ist das Ergebnis einer jüngsten Umfrage unter 652 Unternehmen aller Branchen in Deutschland aus dem Jahr 2021.
- Vor allem die Möglichkeit, dass sonst andere privater Digitalwährungen zum Einsatz kommen, die europäische Werte untergraben könnten, spricht aus Sicht
- der Unternehmen für einen digitalen Euro. 69% der Unternehmen sehen es als notwendig an, mit tokenisierten
- Wertpapieren nahtlose Zahlungs und Abwicklungsprozesse auf dem Kapitalmarkt zu ermöglichen. Fast genauso viele, nämlich 64%, denken,
- dass es von Vorteil ist, einen digitalen Euro zu haben, sollte die Bedeutung von Bargeld abnehmen. So hätten Bürger im digitalen Zeitalter
- weiterhin direkten Zugang zur Zentralbank. Dass ein digitaler Euro der EZB [musik] in Krisenzeiten ermöglicht, innovative geldpolitische Instrumente
- effektiver umzusetzen, glauben 60% der Befragten. Rund 40% würden gern Zahlungsprozesse zunehmend automatisieren und sehen hier
- den Bedarf für einen programmierbaren Euro in der Industrie. Stichwort: [musik] Momm Payment, also Machine to Machine Zahlungen im Internet. Nur 11%
- sind der Meinung, ein digitaler Euro hätte überhaupt keine Vorteile. Neben den Verfechtern des digitalen Zeitalters gibt es allerdings auch
- Skeptiker rund um die Einführung eines digitalen Euros. 65% also etwa 2 Drittel sehen hier Datenschutzrisiken, sollte die Zentralbank tiefere Einblicke in
- unsere Zahlungsprozesse erhalten. Auch sieht ungefähr jedes zweite Unternehmen dadurch die Finanzstabilität [musik] gefährdet, denn durch die Ausgabe des
- digitalen Euros könnte der Einfluss der Banken in Krisenzeiten sinken. Doch nur 3% der Banken und Finanzdienstleister halten nichts von der Ausgabe [musik]
- eines digitalen Euros durch die EZB. Ca. 8% der Gesamtwirtschaft meint, die Wirtschaft müsste eigene Lösungen für den digitalen Zahlungsverkehr der
- Zukunft entwickeln. 13% geben an, es spreche nichts gegen einen digitalen Euro.
- So sprechen sich 35% des Banken und Finanzgeschäfts [musik] für die Einführung eines digitalen Euros aus. [musik]
- In der Bewertung zur Tendenz würden 46% eher einem digitalen Euro zustimmen und nur 9% sagen klar nein. [musik]
- [musik] Die EZB ist jedenfalls fest entschlossen, einen digitalen Euro einzuführen, den sogenannten E-Euro. Dieser soll parallel zum Bargeld
- ausgegeben werden, das ausdrücklich nicht abgeschafft werden soll. Damit reagiert die EZB auf zahlreiche neue Formen des Bezahlens, wie z.B.
- Cryptoassets, wie etwa [musik] Bitcoin, DM oder Chinas Ehyan. EZB Präsidentin Lagart geht davon aus, [musik] dass der E-Euro schon in 4
- Jahren in den virtuellen Geldbörsen der Verbraucherinnen der Eurozone liegen wird und [musik] dann auch kräftig zum Einsatz kommt. China ist bei der
- Entwicklung einer digitalen Währung weit voraus und auch Schwedens Zentralbank arbeitet an der digitalen [musik] Krone. Wie der E-Euro am Ende genau aussieht,
- wissen auch die Währungshüter noch nicht. Aber so viel ist bereits klar. Der digitale Euro wird wie Bargeld von der [musik] EZB ausgegeben und
- kontrolliert. Es entsteht also wie Münzen, Scheine oder [musik] Buchgeld, das auf dem Girokonto oder Sparbuch liegt durch die Geldschöpfung der IZB
- und der Geschäftsbanken. Im Unterschied zum Bitcoin und anderen Cryptoassets behält also die Notenbank die Kontrolle über die Währung, womit Stabilität und
- Sicherheit des digitalen Euros garantiert werden soll. Der E-Euro soll in einer Art virtuellen Geldbörse aufbewahrt werden und mittels eines
- einfachen Verfahrens, z.B. durch eine App oder einen QR-Code, in die virtuelle Kasse des Verkäufers wandern. Dies wird online, z.B. via Internet als
- auch offline über Bluetooth möglich sein. Eine Zahlung soll in Zukunft also viel einfacher und auch viel schneller möglich sein als bisher über SEPA
- Überweisung. Funktionieren soll das Ganze über ein separates Konto, [musik] sozusagen einem Direktkonto bei der EZB, dennoch
- verwaltet durch die Geschäftsbanken. So ist der E-Euroselt dann nur noch durch die EZB geschützt, wenn private Finanzinstitute durch eine Krise in
- Schlage geraten. Auch der Schutz [musik] der Privatsphäre ist zunehmend gesichert, da im Unterschied zu großen amerikanischen Kreditkartenunternehmen
- bei der Transaktion keine persönlichen Daten übermittelt werden. Am 14. Juli hat der Rat der Europäischen Zentralbank beschlossen, das Projekt digitaler Euro
- einzuleuten. [musik] Es wurden eine Menge Analysen vorgenommen, Feedback von Bürgerinnen sowie aus Fachkreisen eingeholt und eine
- praktische Erprobung durchgeführt mit vermutigenden Ergebnissen. All dies hat den Startschuss für [musik] das Projekt digitaler Euro ermöglicht.
- Und wer weiß, vielleicht werden wir in 4er Jahren mit dem digitalen Euro genauso selbstverständlich einkaufen, wie bisher mit Kredit oder Debitkarte.
- Die EZB und der Euroraum sind auf einem guten Weg, unser Finanzsystem kontrolliert und sicher in das digitale Zeitalter zu führen.
- Der digitale Euro wird ein nächster großer Schritt in die Zukunft für Europa und seine Bürgerinnen sein. M. [musik]
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