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Der digitale Euro | Digitaler Euro: Deutschlands Wirtschaft sagt Ja

The Crypto Vault (Germany)55:36 71 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 400 Zeilen
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  1. Wall Street, Zentralbanken und Privatinvestoren haben eines gemeinsam. Sie haben ein wachsendes Interesse an Kryptowährungen. Laut Coinshares
  2. erreichten die Investitionen in Kryptofonds und Produkte im ersten Quartal dieses Jahres einen Rekordwert von 4,5 Milliarden Dollar.
  3. Das Vermögen in den USA beträgt 140 Billionen Dollar, weltweit sogar 400. Ein halbes Prozent des globalen Vermögens ist in Kryptowährungen
  4. angelegt. Bis zum Ende des Jahres werden wir wohl 1% erreicht haben. [musik] Bitcoin bekommt die meiste Aufmerksamkeit unter seinen
  5. Kryptokollegen. Doch Kritiker haben Bedenken in Hinsicht der Struktur und ihrer Volatilität. Im Wesentlichen haben wir nur ein weiteres Tauschmittel
  6. erschaffen, das irgendwo in einem Computer existiert. Es hat keinen echten Wert, keinen Nutzen und liefert keine brauchbaren Dienste. Es ist eine Blase.
  7. Es ist die zugrunde liegende Technologie einer Blockchain, die das Interesse der Investoren weckt. Laut CB Insights haben Startups, die sich auf Blockchain
  8. konzentrieren, allein im ersten Quartal dieses Jahres rund 2,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2020.
  9. In Wirklichkeit sehen wir hier den Aufbau einer Infrastruktur, auf der tatsächlich Transaktionen durchgeführt werden können. Auch die Zentralbanken
  10. spüren den Druck, eigene Digitalwährungen zu schaffen. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Banken ergab, dass 86% der Zentralbanken
  11. der Zeit daran arbeiten. 2017 waren es noch 65%. An diesem Punkt frage ich mich, ob Bitcoin nicht teilweise als eine Art
  12. Finanzwaffe Chinas gegen die USA angesehen werden sollte. Es bedroht nicht nur das Fiatgeld, es bedroht vor allem den US-Dollar.
  13. Doch wie denkt Europa über Kryptowährungen? Die Digitalisierung ist mittlerweile in allen Bereichen unseres Lebens spürbar
  14. und hat bereits die Art und Weise, wie wir bezahlen, verändert. Ein digitaler Euro wäre ein Symbol für den Fortschritt in Europa und die europäische
  15. Integration. Er würde als Geld in elektronischer Form vom Eurosystem [musik] der EZB und den nationalen Zentralbanken des Euroraums
  16. ausgegeben und könnte gleichermaßen von Privatpersonen und Unternehmen verwendet werden. Das Bargeld würde durch ihnen nicht ersetzt, sondern ergänzt.
  17. Wer weiß, wie die Zukunft der Banken aussehen wird. Einer, der es vielleicht wissen könnte, ist Ravy Menon. Er war bis 2011 Staatssekretär im Ministerium
  18. für Handel und Industrie und leitet nun die Zentralbank eines Landes, das als eines der intelligentesten und fortschrittlichsten Finanzzentren der
  19. Welt gilt. Singapur. Ravi Mennon, vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit genommen haben. Ravi, vor nicht allzu langer Zeit hielten sich die
  20. Zentralbanken von digitalen Währungen komplett fern, aber die Lage hat sich verändert. Ich meine, wir haben Länder wie Schweden, die Bahamas und China, die
  21. darüber reden, möglicherweise ihre eigene digitale Währung in Umlauf zu bringen. Wie sollten Zentralbanken in Sachen digitale Währung in Zukunft
  22. involviert sein? Ja, ich denke, wir sollten hier unbedingt involviert sein. Das heißt, wir müssen mit der Technologie Schritt
  23. halten, auch wenn wir dabei am Anfang viel Leergeld bezahlen. Durch das Jaz Uben Projekt konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, als wir unsere
  24. digitale Währung den Singapur Dollar, auf einer Blockchain in Umlauf gebracht haben. Ich denke, es ist wichtig, sich mit dieser Technologie
  25. auseinanderzusetzen und sich nicht davor zu verstecken. Jesper Ubin war ein Gemeinschaftsprojekt des kanadischen Blockchain Netzwerks
  26. Corda und des Quumnetzwerks in Singapur. Aus einer Kooperation der Monetary Authority of Singapur und der kanadischen Zentralbank wurde 2016
  27. untersucht, ob es einfachere und effizientere Zahlungs- und Abwicklungssysteme durch die Ausgabe digitaler Token mit Hilfe der
  28. Zentralbanken geben kann. In der ersten Phase wurde ein digitales Token Äquivalent des Singapur Dollars ausgegeben. Dieser beruhte auf einer
  29. Proof of concept basierenden Ethereum Blockchain. Den als Ccoin bezeichneten kanadischen digitalen Dollar entwickelte man, um zu verstehen, wie Blockchains in
  30. realen Zahlungsabwicklungsszenarien genutzt [musik] werden können. Phase 2 stand für die Einführung von Software Prototypen für Interbankenzahlungen.
  31. Hauptsächlich war Microsoft damit beauftragt, diese Prototypen in ihrer Azure Blockchain bereitzustellen. In der letzten Phase wurden Möglichkeiten zur
  32. Integration der Plattform und der digitalen Assets unterwahrung der Privatsphäre der Marktteilnehmer untersucht. J Uben war ein voller
  33. Erfolg. So konnten die Bank of Canada und die Monetary Authority of Singapur versuchsweise ein schnelleres und kostengünstigeres grenzüberschreitendes
  34. Zahlungssystem entwickeln. Denn wir müssen unsere Perspektive etwas ändern und uns fragen, zu welchem Zweck, was soll eine digitale Währung leisten?
  35. Müssen wir unterscheiden zwischen einer grenzüberschreitenden Handelswährung und einer Einzelhandelswährung für Konsumenten. Bei einer [räuspern]
  36. digitalen Handelswährung würde es sich um genau das handeln, was wir als Blockchain kennen. Es kommt hier nicht auf jeden einzelnen digitalen Token an,
  37. aber in Summe werden mit ihrer Hilfe die eigentlichen Transaktionen durchgeführt. Nach diesem System würde zumindest Singapur eine digitale Währung in Umlauf
  38. bringen. Kanada würde gern eine digitale Währung herausgeben, um grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu vereinfachen. [räuspern] Aber sie kommen
  39. nicht so einfach aus ihrem Bankensystem heraus, weil die Leute immer noch an traditioneller Fiatwährung festhalten. Wenn also Ihr Ansatz nur
  40. grenzüberschreibende Zahlungen sind, brauchen sie keine digitale Einzelhandelswährung. Unterschiedliche Währungen spielen also in diesem
  41. Szenario keine Rolle. Das heißt, Zentralbanken geben digitale Währungen direkt an die Öffentlichkeit raus und wir sehen im Moment keinen Bedarf für
  42. eine separate Einzelhandelswährung. Ein digitaler Euro würde also die Effizienz eines modernen Zahlungsmittels bieten und wäre gleichzeitig sicheres
  43. Zentralbankgeld. Es würde sich dort anbieten, wo Menschen ungern mit Bargeld bezahlen. Der Schutz der Privatsphäre sollte beim Euro einen hohen Stellenwert
  44. haben. So kann er dazu beitragen, das Vertrauen in den heutigen Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten. Er könnte den Übergang der Europäischen
  45. Wirtschaft in die Digitalisierung unterstützen und Innovationen im Massenzahlungsverkehr aktiv fördern. Derzeit prüfen die EZB und die
  46. nationalen Zentralbanken des Euroraums, welche Vorteile und Risiken ein digitaler Euro hätte. Denn [musik] der Anstieg von Vermögenswerten wie Bitcoin
  47. ist größer als die damalige Südseeblase oder die niederländische Tulpenblase. Nun wissen Sie, unser Ansatz ist diese Art von Vermögenswerten erstmal genau zu
  48. prüfen. Für uns ist Bitcoin keine Währung. Es ist für uns klar eine Wertanlage. Es ist ein Vermögenswert, dem nur sehr wenig zugrunde liegt, was
  49. zu einer Menge Volatilität führt. Sehen Sie, wenn man hier versucht herauszufinden, was der wirkliche Wert des Assets ist, in das man investiert
  50. hat, stößt man schnell auf Schwierigkeiten. Und das ist genau der Punkt, dass Renditen dieser Art von Kryptowertanlagen nicht mit der Rendite
  51. anderer Anlagen vergleichbar sind. Deshalb müssen Anleger, die in Kryptovermögenswerte investiert haben, ihr Portfolio so gut es geht streuen.
  52. Meiner Meinung nach macht es nicht viel Sinn, hier zu investieren, da man das Problem der starken Volatilität hat. Vor ein paar Monaten hatten wir noch die
  53. Situation, dass die Preise durch die Decke schossen und nun sehen sie ja, wo wir stehen. Das macht das alles sehr schwierig.
  54. auf Cryptoorsetz. Wenn Sie also Schwierigkeiten haben herauszufinden, was die eigentliche Basis oder Grundlage ihrer Investition
  55. ist, dann denke ich, haben Sie keine wirkliche Investition getätigt, sondern spekuliert, auch wenn es sich anders anfühlt. Diese starken Preisschwankungen
  56. zeigen, dass es nur wenig Vertrauen z.B. Coins gibt. Eine Währung sollte somit keine Anlage für Spekulationen sein oder in dieser
  57. Richtung Anreize schaffen, sondern ein stabiles Element unserer Geldpolitik darstellen. Würde also ein digitaler Euro nicht zu
  58. den Crypto Assets zählen? Cryptoassets unterscheiden sich grundlegend von Zentralbankgeld. Ihre Preise unterliegen häufig großen Schwankungen, sodass sie
  59. nur schwer als konstantes Zahlungsmittel zu verwenden sind. Zudem steht hinter ihnen meist keine vertrauenswürdige Institution.
  60. Der Zahlungsverkehr befindet sich im Umbruch und die Zentralbanken spielen dabei eine wichtige Rolle. Grundlage des europäischen Zahlungsverkehrs muss ein
  61. wettbewerbsfähiger und innovativer Zahlungsmarkt sein, der die Bedürfnisse der Verbraucherinnen erfüllt und die Souveränität Europas wart.
  62. Fachleute der EZB und der nationalen Zentralbanken des Euroraums haben eine Reihe grundlegender Anforderungen für einen digitalen Euro festgelegt.
  63. Beispielsweise muss er leicht zugänglich, robust, sicher und effizient sein. Es gibt also eine Menge Punkte, die bei
  64. der Einführung einer digitalen Währung zu beachten sind, meint auch der ehemalige CFO von Goldman Sex, Martin Chavez.
  65. Ich kann leider noch nicht sagen, welche Form genau die Digitalwährung einer Zentralbank annehmen wird. Es ist nicht mal zu 100% klar, ob dieser auf einer
  66. Blockchain existieren muss oder nicht. Sie muss auf jeden Fall weit verbreitet sein. Die Privatsphäre muss geschützt sein und es sollte eine gewisse
  67. Fehlertoleranz geben. Wir sehen hier auf diesem Gebiet geopolitische Überlagerungen und dass einige Staaten wie z.B. China dieses Thema sehr
  68. aggressiv angehen und eine digitale Währung einführen. Ich weiß zwar nicht, wie die Gespräche hinter verschlossenen Türen aussehen, aber natürlich möchte
  69. man den internationalen Handel gerne in dieser Währung abwickeln, als bisher in Dollar. Auf der anderen Seite ist man noch sehr skeptisch, da vielleicht
  70. Überwachung eine große Rolle spielt oder sogar seine Souveränität an die Nutzung der digitalen Währung geknüpft ist. Der Schutz der Privatsphäre, die Bekämpfung
  71. von Geldwäsche und die Transparenz für Kunden. Das ist alles sehr, sehr schwierig in Gleichgewicht zu bringen. Aber ich möchte auf etwas anderes
  72. zurückkommen, dass ich vor 10 Jahren den früheren Bitcoin CEOs prophezeit habe und ich denke, es hängt damit zusammen. Damals meinte ich, dass ich sehr
  73. zuversichtlich bin, dass die Fed die Digitalisierung des US-Dollars fortsetzen wird und eines Tages wird er ein digitales Asset sein, quasi eine
  74. Kryptowährung. Es hieß, das würde nie passieren, aber ich sagte, sag niemals nie. Und nun bin ich sicher, dass es in naher Zukunft passieren wird. Es gibt
  75. Unterschiede in der Denkweise von Leuten an Ost und Westküste. Die Art und Weise, wie in Silicon Valley an Sachen herangegangen wird, unterscheidet sich
  76. doch sehr von der in New York oder DC, aber irgendwann wird es auch hier ein Umdenken geben. Wir können die Vorboten bereits sehen.
  77. Wer die Beratungen des Kongresses in den Tiefen der Pandemie genau verfolgt hat, wurde vielleicht an die früheren Konjunkturgesetze der Federal Reserve
  78. Bank erinnert, einen digitalen US-Dollar zu schaffen und diesen an die Amerikaner zu verteilen. Ich weiß noch, wie ich dachte, das ist wirklich eine gute Idee,
  79. aber es ist und bleibt ein wirklich unglaublich riesiges Projekt. Es gibt sowohl für den Groß als auch für den Einzelhandel die Möglichkeit, das
  80. Zahlungssystem weiter zu modernisieren. Und sie werden mit der Digitalisierung noch lange zu kämpfen haben, bis Ihr Bankkonto ein komplett digitales
  81. Konstrukt sein wird. Die Frage ist, wollen wir, dass es kontobasiert ist? Soll es genauso funktionieren wie unsere
  82. Papierdollarscheine, nur eben als digitaler Token? Das sind alles Themen, die im Moment sehr aktiv diskutiert werden. Ich erinnere mich noch, als der
  83. argentinische Peso an den Dollar gekoppelt war. Das war großartig. Man konnte Pesos am Geldautomaten bekommen und das lag daran, dass die
  84. Währungsbehörde beide Währungen Dollars und Pesos, gleichermaßen verfügbar machte. Und das ist jetzt die Herausforderung bei den Stable Coins.
  85. Ich denke, es ist eine absolute Notwendigkeit jetzt einen digitalen Dollar in Umlauf zu bringen. Amerika und die Federal Reserve sind hier in
  86. Zugzwang und nicht nur wieder so eine Übergangslösung. Nein, ich denke, es ist unvermeidlich, dass wir jetzt Nägel mit
  87. Köpfen machen, denn wenn wir etwas aus der Politikwissenschaft kennen, ist es Souveränität einzuhalten. Ein souveräner [räuspern]
  88. Staat kann seine Steuern nur in der Währung verlangen, die er auch ausgibt. Und das ist ja auch gerade das, was die Zirkularität dieser Währung noch
  89. unterbindet. Was wäre, wenn der gesamte internationale Handel in Ihy bezahlt und alles reibungslos gegen den digitalen
  90. getauscht werden könnte? Würden ihn die Leute dann tatsächlich verwenden? Vielleicht würde ich ein Konto für Jan eröffnen. Okay, man müsste mich erst
  91. einmal davon überzeugen, dass meine Privatsphäre geschützt wird und nicht einfach nur sagen, dass es so ist. Es müsste mathematisch kryptografisch
  92. garantiert sein, dass meine Privatsphäre gewahrt wird. Und ich bin mir vollkommen sicher, dass solche Gespräche gerade stattfinden. [räuspern]
  93. Martin Chavez spricht hier einen wichtigen Punkt an. [musik] Wie sieht es aus mit der Akzeptanz eines
  94. digitalen Euros? Es wurden Bedenken geäußert, dass Zentralbanken durch die Einführung einer eigenen digitalen Währung in den Besitz sensibler
  95. Informationen über die Nutzerinnen gelangen könnten. Bei privat emitierten Zahlungsinstrumenten wie z.B. Stable Coins, ist das Risiko in den Besitz
  96. sensibler Informationen zu gelangen sehr groß. Die meisten Nutzerinnen und Investorinnen sind auch besorgt, dass neu entstehende private
  97. Zahlungslösungen, insbesondere, wenn sie unreguliert sind, Cyberrisiken mit sich bringen können. Im Falle eines digitalen Euros könnten solche Risiken durch die
  98. Beteiligung der Zentralbank gemildert werden. Eine globale Meinungsumfrage zum öffentlichen Vertrauen in monetäre Institutionen, Zahlungsmerkmale und
  99. digitale Währungen zeigt die Bedeutung des Vertrauens in die zugrunde liegenden Systeme. Während rund 79% aller Zahlungen im Euroraum immer noch
  100. Bargeldtransaktionen sind, sagt der Anteil dieser Transaktionen zwischen 2017 und 19 allein in den Niederlanden von 41 auf 32%.
  101. Gerade junge Europäerinnen machen laut jüngsten EZB-umfragen ausgiebig Gebrauch von Bargeld, bevorzugen aber elektronische Zahlungen und erwarten von
  102. der entsprechenden Infrastruktur, dass sie Sicherheit und Schnelligkeit garantiert. [musik] Auch die Covid-19 Krise hat zu einer
  103. Verschiebung der Zahlungsgewohnheiten hin zu kontaktlosen Zahlungen und E-Commerce geführt. Diese Verlagerung hin zu kontaktlosen Zahlungen fand
  104. statt, obwohl Banknoten im Vergleich zu anderen Arten von Oberflächen, mit denen Menschen im täglichen Leben in Kontakt kommen, kein besonders großes Risiko
  105. einer Coronavirusinfektion darstellen. In der Pandemie beschleunigte sich das Innovationstempo und die Bürgerinnen zeigen eine zunehmende Vorliebe für
  106. digitale Zahlungen. Vor diesem Hintergrund hat der EZB-Rat im Januar 2020 eine hochrangige Taskforce eingerichtet, um die Arbeit an digitalen
  107. Zentralbankwährungen im Euroraum voranzutreiben. Würde ein digitaler Euro also von der EZB zentral verwaltet werden? Brian Brooks war lange Zeit Teil
  108. des Bankensystems und meint, Dezentralität ist der Schlüssel. In meinem letzten Job für die Regierung und Leitung des Bankensystems haben wir
  109. versucht klar zuumachen, dass wir weder Fanatiker noch Feinde von Kryptowährungen sind, aber wir glauben, dass die Märkte Richtlinien und Klarheit
  110. brauchen. Ich sage nicht, dass mehr oder weniger Kontrolle eine gute Sache ist, aber eine Reihe von Regeln zu haben wäre für mich gut vorstellbar. Stellen sich
  111. nur mal vor, Straßen ohne Tempolimit. Niemand weiß, ob man schnell oder langsam fahren soll. Das wäre fahrlässig. Wir haben Tempolimits, an
  112. die sich jeder halten kann und so etwas brauchen wir auch bei Kryptowährungen. Ich denke, die Anziehungskraft von Krypto liegt eher in der
  113. Dezentralisierung und weniger in der fehlenden Regulierung, denn hier liegt die wahre Herausforderung. Worum es hier wirklich geht, ist der Aufbau eines
  114. Finanzsystems abseits dezentralisierung. Leute, die denken, wir versuchen geheimes magisches Internetgeld zu erschaffen, das nicht überwacht werden
  115. kann, sind wahrscheinlich in der falschen Branche. Es geht um ein dezentrales Finanzsystem, das nicht von Bankern kontrolliert wird. Das wird der
  116. große Vorteil der Kryptowährungen sein. Und was ist mit der Stabilität? Zumindest wenn man sich andere Märkte anschaut. Stabilität ist oft mit
  117. Zentralisierung verbunden oder war zumindest eine Folge davon. Schließlich hatten die USA eine dezentralisierte Wirtschaft, bis man sich entschied eine
  118. Fett zu gründen, um eine Art von Stabilität zu erzeugen. Doch wenn wir hier ein System von Regeln wie z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen
  119. wollen, gleicht das nicht schon fast einer Zentralisierung? Wir haben die Fedde im 19. Jahrhundert nicht gegründet, weil die
  120. Dezentralisierung schlecht war, sondern weil wir keine technologische Möglichkeit hatten, den Menschen zu erlauben, direkt miteinander zu handeln.
  121. Und so musste jemand Dollar in Umlauf bringen, die überall akzeptiert werden konnten. Aber jetzt haben wir eine Technologie, die das für uns tut. Sehen
  122. Sie, in der Vergangenheit war die Post die einzige Möglichkeit, um Informationen auszutauschen. Es gab für jemanden in New York keine Möglichkeit,
  123. Nachrichten nach San Francisco zu übermitteln. Jetzt haben wir E-Mail und brauchen die Post nicht mehr. So verdrängen Technologien manchmal ganze
  124. Institutionen, die wir zuvor aufgebaut haben. Wenn wir also weiterhin nach alter Stabilität suchen, würde ich sagen, ist diese sehr brüchig. Es war
  125. zwar stabil, aber es wurde alles streng reguliert und kontrolliert. Es war auch unglaublich teuer und hat letztendlich nicht gut funktioniert. Es war lediglich
  126. das Beste, was wir hatten. Nun haben wir etwas Besseres. Die EZB ist die Hüterin des Euros. Ob es sich um Banknoten und Münzen oder um
  127. einen Euro in digitaler Form handelt, spielt dabei keine Rolle. Unsere Aufgabe ist es, den Wert unserer gemeinsamen Währung zu erhalten. Unabhängig von
  128. seiner Form soll ein digitaler Euro letztendlich von der [musik] zuständigen Zentralbank geschützt und reguliert werden. Ein wesentlicher Teil der
  129. Aufgabe des Eurosystems besteht darin, die Bürgerinnen mit risikolosem Geld für ihre Zahlungen zu versorgen. Spargeld ist zwar immer noch das vorherrschende
  130. Zahlungsmittel, doch neue Technologien und die zunehmende Nachfrage der Verbraucherinnen nach Unmittelbarkeit verändern die Art und Weise, wie die
  131. europäischen Bürgerinnen bezahlen. Dies zeigt sich in der rasanten Zunahme elektronischer Zahlungen.
  132. Es gibt einen guten Grund dafür, dass der Umlauf durch das Bankensystem reguliert wird, weil Banken nämlich aus der monetären Basis ihrer Kreditvergaben
  133. sozusagen dem Kreditschöpfungsprozess Geld erschaffen. Wenn die Zentralbanken nun direkt digitale Währungen an die Allgemeinheit ausgeben würden, was
  134. würden dann die Zentralbanken mit diesem digitalen Geld machen? Das Geld der Zentralbanken ist nicht darauf ausgerichtet, Leuten den Kreditrahmen zu
  135. vergrößern. Das ist die Aufgabe der Banken. Wir müssen also darüber nachdenken, wie das in der Praxis funktionieren soll. Und man muss auch
  136. fragen, warum überhaupt? Warum sollen die Zentralbanken die digitalen Währungen ausgeben? Weil abgesehen von den grenzüberschreitenden Zahlungen für
  137. den Einzelhandel. Ich denke, es ist viel mehr eine geldpolitische Frage als eine rein politische.
  138. Die Menschen haben das Gefühl, ein digitales Äquivalent zu Bargeld zu brauchen, das alle Eigenschaften von Bargeld hat. Also Anonymität und
  139. vollkommener Akzeptanz, um nur die beiden wichtigsten zu nennen. Wenn ich eine Banküberweisung auf Ihr Konto mache, ist das allenfalls
  140. vertraulich. Aber wenn die Behörden den Verdacht haben, dass etwas nicht stimmt, können sie die Transaktion aufheben und untersuchen. So verfolgen wir ja
  141. Geldwäsche oder Steuerhinterziehung und können diese aufdecken, denn es gibt immer eine digitale Spur, die Transaktionsaufzeichnung.
  142. Wenn wir nun komplett auf einen digitalen Zahlungsverkehr umsteigen, verlieren die Leute genau diese absolute Anonymität des Bargelds. Wenn ich ihnen
  143. einen Koffer voller Bargeld gebe, gibt es keine Möglichkeit, das zurückzuverfolgen.
  144. Warum braucht es dann überhaupt Zentralbank Geld bzw. einen digitalen Euro für Haushalte und Firmen? In einer zunehmend verzahnten und vor allem
  145. digitalisierten Welt hingt der Zahlungsverkehr dem Tempo der Wirtschaft oft noch hinterher. Regulierungen, Sorgfalltspflichten und
  146. unterschiedliche IT-Systeme zwischen Banken und Währungsräumen können gerade bei Auslandsüberweisungen noch immer Tage dauern. Das ist nicht nur
  147. ineffizient, sondern erzeugt auch zusätzliche Kosten. Bitcoin oder Facebooks Währung DM beabsichtigen, genau dieses Problem zu beheben. Jedoch
  148. nicht ganz ohne Risiken [musik] für Nutzerinnen, dafür die Stabilität der Währung schließlich keiner garantiert, wie die hohen Preisschwankungen von
  149. Bitcoin deutlich machten. Ein digitaler Euro als Wertanlage, der in unbegrenztem Umfang verfügbar ist, wäre daher auch nicht zwecklich. Vorteile würden damit
  150. nur indirekt entstehen, wenn Transaktionen beispielsweise beim Onlinekauf schneller abgewickelt würden und Firmen direkter und transparenter
  151. Überblick über Kontostände und Transaktionen hätten. Die immer wieder geäußerte Angst, die EZB wolle damit den Leuten das Bargeld wegnehmen, [musik]
  152. ist daher haltlos. Die von der EZB initiierte digitale Revolution wäre also für Anlegerinnen und Investorinnen anfangs nicht [musik] spürbar.
  153. Das bringt uns zu Libra. Wir hatten Visa, Mastercard, die sich zurückzogen. Die G7 Staaten mahn zur Vorsicht, wie stehen sie dazu? Da ja Facebook sagt,
  154. dass die Regulierungsbehörden die Regulierung hinauszögern und das gleichbedeutend damit ist, Innovation zu deckeln bzw. zu bremsen.
  155. Wir begrüßen die Innovation. Ich denke, der Ansatz von Facebook hat eine enorme Menge an neuen Ideen und eine neue Art zu denken hervorgebracht.
  156. was meiner Meinung nach essentiell für die Zukunft ist. Und wie Sie eben gesagt haben, hat das Interesse der Zentralbanken an digitalen
  157. Währungen durch das Projekt von Facebook einen großen Schub bekommen. Die Kernaussage von Facebook ist, dass es grenzüberschreitende Zahlungen
  158. billiger, schneller und besser machen will und es will die finanzielle Inklusion verbessern, weil es viel einfacher ist, ein Facebook Konto zu
  159. haben, als ein Bankkonto. Auf den ersten Blick sind das hochgesteckte Ziele, aber ich denke, Zentralbanken und die Bankengemeinschaft
  160. müssen hier an Antworten für Firmen wie Facebook arbeiten, denn so etwas brauchen wir. Das wurde in gewisser Hinsicht etwas
  161. verschlafen und wenn überhaupt nicht gut umgesetzt. Ich will damit nicht sagen, dass Facebooks Ansatz schlecht ist, aber er
  162. zeigt hier eine echte Lücke auf und ich verstehe die Idee dahinter. Eine weitere Nuance in der ganzen Problematik der Zentralbank und der
  163. digitalen Währung ist die Frage, geht es hier nur um Zahlungen? Geht es hier nur um Anonymität? Ich denke, der ganze Widerstand hat auch mit der Dominanz des
  164. US-Dollars zu tun. Ob das eine gesunde Sache für die globale Finanzstabilität ist? Denn wenn zwei Länder miteinander Handel treiben oder zwei Menschen
  165. Transaktionen durchführen, wird immer auch ein Teil des Dollars umgerechnet. Unsere Wechselkurse, die bilateralen Wechselkurse, beziehen sich alle auf den
  166. US-Dollar. Ist das nun eine gute oder schlechte Sache? Nun, das System hat bis jetzt
  167. ziemlich gut funktioniert. Doch für die Zukunft ist es nicht unvernünftig zu fragen, ob das noch der beste Weg ist, hier weiterzukommen oder ob wir nicht
  168. ein stabileres System von globalen Reservewährungen finden sollten. Es soll sich ja nicht wieder alles um die Vereinigten Staaten drehen,
  169. aber es scheint, dies wäre die Denkweise der Regulatoren und Zentralbanken. Wir haben hier eine starke Konzentration auf den US-Dollar und das ist ein Risiko.
  170. Was ist, wenn das schiefgeht? Wollen wir nicht etwas, das ein bisschen mehr diversifiziert ist? Ich denke, das sind die Fragen, mit der sich die
  171. Zentralbankengemeinschaft auseinandersetzen muss. Bitcoin oder Facebooks Libra haben viele der Zentralbanken zum Nachdenken
  172. gebracht. Digitale Zentralbankwährungen auf der Blockchain, sogenannte CBDCs sind ein seit 2018 intensiv diskutiertes Thema.
  173. Viele Zentralbanken der Welt diskutieren bereits ihre Einführung oder planen sie konkret. Wir werden also bald einen digitalen
  174. Euro haben. Aber was bedeutet das überhaupt? Hinter dem digitalen Euro steht nämlich kein Konzern und auch keine Geschäftsbank,
  175. sondern die Europäische Zentralbank. Und das wichtigste Ziel der EZB ist Preisstabilität. Einfacher gesagt, ein Proat kostet mit
  176. dem digitalen [musik] Euro in Zukunft noch genauso viel wie jetzt mit der Mastercard. Und genau das ist seit dem Aufkommen und der immer höheren
  177. Akzeptanz von Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. So einfach. Über diese Zahlungsmittel, vor allem deren unberechenbare Wertsteigerungen bzw.
  178. Verluste, haben die Zentralbanken keine Kontrolle. Die EZB möchte dem entgegenwirken und stattdessen eine stabile digitale Währung als
  179. Weiterentwicklung des klassischen [musik] Euros einführen. Das hieße, dass wir neben den jetzigen Zahlungsmöglichkeiten bar oder per Karte
  180. eine Dritte bekommen, einen elektronischen Euro, den wir über das Smartphone, aber auch offline über eine Daten nutzen können. Viele
  181. Finanzexperten halten das für längst überfällig, denn in den meisten skandinavischen Ländern kann kaum noch mit Bargeld gezahlt werden und darauf
  182. muss die EZB reagieren. Der Zeit prüft die EZB, unter welchen Voraussetzungen dieses digitale Zentralbankgeld sicher eingeführt werden könnte. EZB-chefin
  183. Lagart betonte in einem Bloomberg Exklusivinterview wiederholt, wie wichtig es sei, die Sicherheit einer digitalen Währung zu garantieren und das
  184. Vertrauen in diese zu stärken. Okay. Okay. Ich lege jetzt mal meine eigene Überzeugung ab, weil ich die Präsidentin
  185. der Europäischen Zentralbank bin. Gibt einen Verwaltungsrat, in dem alle Präsidenten der nationalen Zentralbanken sowie die Mitglieder des Direktoriums
  186. vertreten sind und die Entscheidung, ob wir einen digitalen Euro einführen werden oder nicht, wird von diesem Organ, also dem Direktorium und dem Rat
  187. der Zentralbanken getroffen. Und das wird Mitte des Jahres 2021 passieren, wenn wir die ersten Ergebnisse vorlegen.
  188. Dieser Bericht wird eine Analyse von über 8000 Rückmeldungen veröffentlichen, die wir im Rahmen des Beratungsprozesses erhalten haben. Er wird dem Europäischen
  189. Parlament vorgetragen, einem der Hauptakteure sowie der Kommission und dem EU-Rat, nicht zu vergessen der Eurogruppe.
  190. Danach wird der EZB-Rat auf Grundlage dieser Beratung und unserer vorangegangenen Arbeit entscheiden, ob wir mit dem Experiment digitale Euro
  191. weitermachen. Daraufhin wird es eine zweite Entscheidung geben, wahrscheinlich in einem Jahr oder lassen Sie es 6 Monate
  192. sein, ob aufgrund dieser ersten Bewertung tatsächlich schon ein digitaler Euro eingeführt wird.
  193. Aber lassen Sie uns das realistisch betrachten. Der ganze Prozess wird meiner Meinung nach noch weitere vier Jahre dauern, vielleicht noch etwas
  194. länger. Also, ich hoffe natürlich, dass wir es innerhalb von vier Jahren schaffen, aber es bringt eine Menge technische Aspekte als auch grundlegende
  195. Veränderungen mit sich. Und wir müssen sicherstellen, dass wenn wir einen digitalen Euro einführen, wir es vernünftig machen. Das sind wir den
  196. Europäern schuldig. Die Europäer und Europäerinnen sollen sicher und unbesorgt damit umgehen können. Sie sollen wissen, dass sie Zentralbank
  197. gesichertes Geld erhalten. Ich würde sagen, es muss das Äquivalent einer digitalen Banknote sein mit dem gleichen Maß an Sicherheit und
  198. Rückendeckung durch die Zentralbank. Es muss also wirklich sicher und stabil sein. Wir müssen außerdem sicherstellen, dass
  199. wir nicht unser Bankensystem zerstören, sondern es verbessern. Ich sage das hier sehr deutlich, da ich weiß, dass bestimmte Finanzinstitute,
  200. mit denen wir zurzeit arbeiten, sich auf uns verlassen. Einige Banken schauen gerade ziemlich besorgt auf diese Entwicklung am
  201. Finanzmarkt, aber das brauchen sie nicht, denn keine Zentralbank wird zukünftig als Kundenmanager oder Risikobewerter für die Vergabe von
  202. Kreditlinien auftreten. Diese Finanzinstitute werden also weiterhin koexistieren und ihre Geschäfte tätigen können. Bargeld wird
  203. auch weiterhin verfügbar sein, ebenso wie digitale Währungen. Aber man muss sich das auch anschauen, wie sich das Verhalten der Bürgerinnen
  204. während der Covid-19 Krise geändert hat, wie sie im Internet einkaufen oder die Art und Weise, wie sie ihr Essen bestellen oder bezahlen.
  205. Dies bewegt sich bereits in einer digitalen Dimension, vor der wir keine Angst haben sollten. Und wie ich schon sagte, wir müssen den
  206. Europäern und Europäerinnen einen sicheren, stabilen, alternativen Zahlungsmechanismus bieten.
  207. Also, weitere vier Jahre Entwicklungszeit. Haben wir diese Zeit noch, um ein durchdachtes und technisch ausgereiftes
  208. digitales Eurosystem einzuführen? Die Ausgabe eines digitalen Euros wäre für fast alle Tätigkeiten des Eurosystems von Bedeutung und hätte
  209. weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Gleichzeitig sind aber auch Experimente zu den praktischen Aspekten eines digitalen Euros
  210. notwendig, um die Stärken und Schwächen der verschiedenen Optionen zu untersuchen. Wir haben gehört, dass viele Banken um
  211. ihre Existenz fürchten. Die Einführung eines digitalen Euros könnte die Transmission der Geldpolitik beeinträchtigen und sich negativ auf die
  212. Finanzstabilität auswirken. Auch in Krisensituationen, wenn die Sparer weniger Vertrauen in den gesamten Bankensektor haben, könnten
  213. Liquidemittel sehr schnell in den digitalen Euro umgeschichtet werden. Wenn also das Abheben von digital Geld einfacher wird als das Abheben von
  214. Bargeld, könnte es die Wahrscheinlichkeit von schweren Bankruns erhöhen und die Finanzstabilität schwächen.
  215. Diese Beispiele machen deutlich, dass die Ausgestaltung [musik] des digitalen Euros sorgfältig geprüft werden muss. Es sollte vor allem überlegt werden, ob er
  216. für Haushalte und Unternehmen direkt oder indirekt über Banken zugänglich sein sollte, ob er vergütet und ob die digitalen Eurobestände einzelner
  217. Nutzerinnen begrenzt oder unbegrenzt sein sollten. Für den Moment halten wir uns die Option offen, ob und wann dies geschehen soll.
  218. Aufgabe der EZB ist es, das Vertrauen in das Geld zu sichern. Es muss sichergestellt werden, dass der Euro fit für das digitale [musik] Zeitalter ist.
  219. Die Kommission der EZB hat einige Szenarien beschrieben, die das Eurosystem zur Ausgabe eines digitalen Euros veranlassen könnte und auch
  220. Anforderungen aufgeführt, die die neue Geldform erfüllen sollte. Szenario 1: Positive Auswirkungen auf Innovation und Autonomie der Eurozone.
  221. Unabhängigkeit [musik] und Digitalisierung der Europäischen Wirtschaft können von einer digitalen Form des Zentralbankgeldes profitieren,
  222. die den Bürgern zur Verfügung gestellt wird. [musik] Die Ausgabe eines digitalen Euros kann
  223. ein Weg sein, die Digitalisierung der Wirtschaft zu fördern und die Entwicklung innovativer europäischer Lösungen in allen möglichen Branchen zu
  224. unterstützen. [musik] In einem solchen Szenario würde die Ausgabe eines digitalen Euros dazu beitragen, die europäische Autonomie im Bereich des
  225. Massenzahlungsverkehrs zu erhalten und könnte ein Baustein für eine europäische Lösung für Point of Sale und [musik] Online Zahlungen sein. Szenario 2. Die
  226. Rolle von Bargeld als Zahlungsmittel nimmt deutlich ab. Die europäischen Bürgerinnen hätten somit Schwierigkeiten auf das einzige Zahlungsmittel
  227. zuzugreifen, das vom öffentlichen Sektor bereitgestellt wird. Extreme Ereignisse wie [musik] Covid-19 können die Veränderung der Zahlungsgewohnheiten
  228. beschleunigen. Durch steigende Wartungskosten der Bargeldinfrastruktur könnte der Rückgang der Verfügbarkeit und Akzeptanz von Bargeld zusätzlich
  229. vorangetrieben werden. Ein ähnlicher Trend wird sich wahrscheinlich aus der rasanten Entwicklung des elektronischen Handels ergeben.
  230. Szenario 3. Eine andere Geldform als Euro dominiertes Zentralbankgeld oder elektronisches Geld wird zu einer glaubwürdigen Alternative zu
  231. Werufbewahrungsmitteln in der Eurozone. [musik] Private Akteure wie Bitcoin oder Libra, welche außerhalb der Aufsicht der
  232. europäischen [musik] Finanzbehörden stehen oder auch Bigtech Unternehmen, die nicht euro dominiert sind, welche eine globale Verbreitung erreichen und
  233. für große Zahlungen im Euroraum genutzt werden, könnten die Geldpolitik im Euroraum schwächen. Ihr Einfluss hätte auch unklare Auswirkungen auf die
  234. grenzüberschreitende Kapitalmobilität, was letztlich die Finanzstabilität beeinträchtigen könnte. Unter diesen Umständen könnte die Ausgabe eines
  235. digitalen Euros die europäische Souveränität und Stabilität unterstützen. [musik]
  236. Szenario 4. Die EU beschließt, Verbesserungen der Gesamtkosten und des ökologischen Fußabdrucks seiner Geld- und Zahlungssysteme proaktiv zu
  237. unterstützen. Die Herstellung von Zahlungsinstrumenten und deren Infrastrukturen ist nicht immer [musik] energieeffizient. Ein gut konzipierter
  238. digitaler Euro kann daher dazu beitragen, die Gesamtkosten [musik] und den ökologischen Fußabdruck der Zahlungssysteme im Euroraum zu
  239. verringern. In diesem Zusammenhang würde das Eurosystem eine Katalysatorrolle spielen und mit gutem Beispiel vorangehen, [musik] indem es Anreize
  240. schafft und Druck auf die Anbieter von Zahlungsdienstleistungen ausübt. [musik] Aus diesen vier Szenarien lassen sich folgende Anforderungen ableiten. Der
  241. digitale Euro sollte so gestaltet sein, dass etweige negative Auswirkungen auf [musik] die Geldpolitik und Finanzstabilität abgeschwächt werden.
  242. Die übermäßige Nutzung des digitalen Euros als Anlageform und des damit verbundenen Risikos großer Umschichtungen sollten vermieden werden.
  243. Der digitale Euro sollte im Vergleich zu Alternativen [musik] ein effizienter Weg sein, die ökonomischen und ökologischen Ziele der
  244. Eurozone zu erreichen. Aber bei all den Visionen und Ideen sehen wir nicht in der technischen
  245. Umsetzung die größte Herausforderung. Wie kann für den Endverbraucher, den Lieferanten oder den Unternehmer sichergestellt werden, dass ein
  246. digitaler Euro jederzeit verfügbar ist und überall akzeptiert wird? Und welche Rolle spielt dabei der Faktor Zeit? China testet bereits seine
  247. staatliche Digitalwährung namens Ehuan. Es kommen bereits Apps zum Einsatz, [musik] mit denen Zahlungen in Ehuan realisiert werden können. Sogar
  248. staatliche Leistungen werden zum Teil in der neuen Digitalwährung ausgezahlt. Mit dem digitalen Han reagiert China auf Kryptowährungen wie Bitcoin. Dabei setzt
  249. Chinas Digitalwährung nur teilweise auf eine Blockchain. Es kommen auch traditionelle Verrechnungsmethoden zum Einsatz. Auch Facebooks Libra oder jetzt
  250. DM sollte Nutzerinnen auf Plattformen wie WhatsApp oder Instagram die Möglichkeit geben, die digitale Währung beim Onlineeshopping zu nutzen. Facebook
  251. stieß allerdings weltweit in der Politik und bei den Notenbanken auf Widerstand. Viele sahen in dem Projekt einen Angriff des Privatunternehmens auf das
  252. staatliche Währungsmonopol [musik] und kündigten eine starke Regulierung von privaten Digitalwährungen an. Brian Brooks, der CEO von Binance, befürchtet,
  253. dass wir ohne Regulierungen unserer Geldpolitik keine digitalen Währungen erfolgreich realisieren können. Nun, nach meiner persönlichen Ansicht
  254. ist hier in erster Linie der Nutzen zu betrachten. Darüber sollten wir sprechen. Bitte bedenken Sie, dass jede Kryptowährung eine andere Funktion
  255. repräsentiert. Das sind alles verschiedene Netzwerke, die für unterschiedliche Dinge entworfen werden. Wenn wir also über Bitcoin sprechen, ist
  256. er im Grunde ein Investment Asset, also eine Art digitales Gold. Und wenn Bitcoin reguliert werden sollte, sollte es ebenso wie Investitionsgüter
  257. reguliert werden. Es ist natürlich kein Wertpapier, aber es ist etwas, dass die Leute wegen seiner Werterhaltungseigenschaften kaufen und
  258. halten. Im Gegensatz zu Ethereum. Das ist ein Netzwerk für Zahlungsverkehr oder für Crowdsourcing von Finanzierungen. Wenn es sich also um
  259. einen Zahlungsmechanismus handelt, würden Sie erwarten, dass die Bankenaufsitzsbehörden darüber sprechen. Das war meine Tätigkeit bei der OCC. Es
  260. sollte also genau nach Nutzungsklassen reguliert werden, die jetzt auch nach Asset Kategorien reguliert wird. Und wenn es sich um einen
  261. Zahlungsmechanismus handelt, sollte er wie ein Zahlungsmechanismus reguliert werden. Ich denke, das ist hier der richtige Denkansatz.
  262. Facebook hat sein Konzept einer digitalen Währung stark [musik] abgewandelt. Um die Volatilität seines Kurses gering zu halten, soll es
  263. zunächst nur einen sogenannten Stable Coin geben, der [räuspern] jeweils einen US-Dollar abbildet und dessen Preis dynamisch bzw. automatisch gesteuert
  264. werden kann. Auch den Namen hat Facebook geändert. Der Libra heißt nun DMDAR. Ein Zulassungsantrag für die Europäische Union ist allerdings noch nicht
  265. eingegangen. [musik] Warum also zögert die EU so mit der Einführung einer digitalen Währung? Christine Lagart meint, es geht nur im
  266. Zusammenspiel [musik] von Markt und Regulatoren. Wir müssen uns mit Fragen des Datenschutzes befassen und mit vielen
  267. Fragen, die in gewisser Weise über den Bereich der Zentralbanken hinausgehen. Das heißt, wir sind gezwungen mit anderen Behörden zusammenzuarbeiten,
  268. z.B. den Finanzministerien und den Parlamenten der Europäischen Kommission, denn wenn der Zeitpunkt kommt, wird es das Leben vieler Menschen auf eine sehr
  269. intime Weise ändern. Wir hören den Europäerinnen zu und wissen, was ihnen wichtig ist. Sie wollen, dass ihre Privatsphäre geschützt ist, aber
  270. gleichzeitig müssen wir auch sicherstellen, dass es nicht zu einer Ausweitung von Geldwäsche oder Terrorfinanzierung führt. Wir müssen
  271. also bei jedem einzelnen Aspekt die richtige Balance finden. Das wird noch ein paar Jahre dauern und wenn diese Arbeit abgeschlossen ist, wird der
  272. Regierungsrat entscheiden, ob er uns hierfür grünes Licht gibt oder wir die ganze Sache stoppen. Ich vermute, dass wir für die nächsten
  273. zwei Jahre viel Unterstützung vom EZB-Rad erwarten können und hoffentlich das volle Budget bereitgestellt wird, denn das Ganze funktioniert nicht ohne
  274. Kosten zu verursachen. Aber in zwei Jahren wird sich dann entscheiden, ob es ein Let's Go ist und wir einen digitalen Euro bekommen oder nicht. Nun, mit Blick
  275. auf die Märkte haben wir rational versucht, sie zu verstehen oder ihre Gedanken zu verstehen und was ihre Erwartungen sind. Klar, ich als Person
  276. spreche selbst nicht mit den Märkten und ich denke, das ist auch nicht mein Aufgabengebiet. Es ist sogar meine Pflicht, mich darauszuhalten. Aber wir
  277. haben natürlich Leute, die den Markt beobachten und ihn kennen. Ich meine, man kann kein großer Einkäufer sein, ohne tatsächlich eine
  278. gewisse Nähe dazu zu haben, wie Märkte funktionieren und wie sie ticken. Vor allem die Erwartungen sind von entscheidender Bedeutung.
  279. Wir hören also Marktumfragen durch, an denen die Unternehmen teilnehmen und die wir genau auswerten. Das ist aber nicht die einzige
  280. Komponente. Wir schauen auf alle möglichen Indikatoren und Umfragen. Wir sind fest entschlossen und vollständig auf unser Ziel fixiert, die
  281. Preisstabilität zu erhalten, die wir den Europäern und Europäerinnen liefern müssen. Das ist für uns das Wichtigste. Aber die Märkte spielen natürlich auch
  282. eine Rolle und wir müssen auf sie achten und überlegen, wie sie die Dinge sehen. Aber unser Ziel ist natürlich Preisstabilität.
  283. Die Finanzminister der größten Eurostaaten, unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, haben sich gegen einen digitalen Schnellschuss
  284. [musik] ausgesprochen. Eine digitale Währung dürfte nicht eingeführt werden, bevor nicht alle damit verbundenen Risiken auch in der Gesetzgebung
  285. angemessen berücksichtigt worden sind. Darüber hinaus wirgt die Einschränkung der Verwendung eines digitalen Euros die Gefahr, dass die Konvertierbarkeit zu
  286. anderen Formen des Euros beeinträchtigt wird. Zinsänderungen oder Märkte, auf denen der digitale Euro wie eine Parallelwährung behandelt wird, stellen
  287. eine Bedrohung für die Verwendung des Euros als Zahlungsmittel in der Wirtschaft dar. Dass die Einführung einer digitalen Währung durchaus
  288. positive [musik] Effekte auf die Stabilität eines Landes haben kann, zeigt sich am Beispiel Venezuela. [musik] Das Startup Value hilft den
  289. Menschen in Venezuela im Kampf gegen die Hyperinflation. Ich heiße Simon Chamero. Ich bin Mitbegründer und CEO von Value. Unser
  290. Produkt hilft den Venezulanern mit der Hyperinflation umzugehen und ihr Geld vor Wertverlust zu schützen, Überweisungen zu erhalten, vor Ort zu
  291. bezahlen und um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher sind in der Lage, Waren und
  292. Dienstleistungen miteinander zu tauschen und in Kryptowährung zu bezahlen. Unsere Vision ist es, die wirtschaftliche Freiheit zu erhöhen.
  293. Venezuela ist bekannt für seine politische und wirtschaftliche Instabilität. Die Hyperinflation hat dazu geführt, dass der Bou in nur 2
  294. Jahren 99% seines Wertes verlor. Wohlhabende Familien sahen ihr Vermögen, schwinden und einkommensschwache Menschen wurden noch weiter in die
  295. Verzweiflung getrieben. Simon Chamoro kennt diese Geschichte nur allzu gut. Venezuela.
  296. Als ich in Venezuela aufwuchs, ging im Grunde alles, was mein Vater und meine Mutter in ihrem Leben aufbauen konnten, verloren, als die Wirtschaft
  297. zusammenbrach. Wir hatten z.B. Wasserknappheit oder Stromausfälle im ganzen Land. Das Geld fing an hyperinflationär zu werden.
  298. Das ist keine traurige Geschichte, die ich hier versuche zu erzählen. Das ist leider die Realität der meisten Venezolaner. Mehr als 99% der
  299. Venezolaner haben alles verloren, was sie aufgebaut haben, weil das Land gescheitert ist. Alle Ersparnisse aus der Mittelschicht, die sich etwas
  300. aufbauen wollte, lösten sich in Luft auf. Ich wollte meine Bestimmung finden und wusste immer, dass ich ein Unternehmen gründen und Dinge entwickeln
  301. wollte, weshalb ich dann auch Industriedesign studierte. Ich glaubte fest daran, in der Lage zu sein, Dinge zu verändern. Letztendlich habe ich
  302. diese Karriere nicht weiter verfolgt, aber ich habe eine Menge Dinge gelernt, die mir die Technologie näher gebracht haben. Und so bin ich beim Thema Krypto
  303. gelandet. Ich habe mich dafür begeistert und als ich dann das Potenzial von Krypto verstand, wurde mir klar, dass Venezuela der perfekte Ort ist, um
  304. solche Ideen in großem Maßstab umzusetzen. Tatsächlich könnte eine Dekonstruierung der Kryptowährung der Mittelschicht
  305. helfen und dieser hat die Möglichkeit, unsere Gesellschaft, wie wir sie kennen, grundlegend zu verändern.
  306. Das Hauptproblem der Venezolana ist im Moment die Hyperinflation und diese ist nur das Nebenprodukt einer totalen Misswirtschaft dieses Landes.
  307. Venezuelas Abstieg in eine verarmte Diktatur hat der Welt die verheerenden Auswirkungen der Hyperinflation vor Augen geführt. Schleppende
  308. Grundversorgung, extreme Knappheit an Lebensmitteln und medizinischen Mitteln, Bürgerkriege, Gewalt. Venezulaner, die ihre Währung aus Venezuela in andere
  309. stabilere Währungen wie den US-Dollar transferieren konnten, blieben verschont. Ein Luxus, der meist nur für die Ultraelite in Frage kam. Mittels
  310. Kryptowährung möchte Simon mit seiner Plattform Value allen die Möglichkeit geben, sich gegen die Hyperinflation zu wehren. [musik] Seiner Meinung nach sind
  311. die instabilen Verhältnisse in seinem Land der perfekte Nährboden für ein solches [räuspern] Experiment. Niemand traut mehr der Währung oder der
  312. Regierung. Die Menschen suchen nach Lösungen. An einem Ort, an dem die Menschen versuchen zu überleben, ist die
  313. Hemschwelle viel niedriger, neue Dinge auszuprobieren. Sei es Dieseldlars, Tischmünzen, Kryptowährungen. Die Leute werden bereit sein, mit wenig Geld zu
  314. starten und dann langsam versuchen, es irgendwie zu etablieren. Unser Hauptzielemoment als Unternehmen ist es, Händlern zu ermöglichen, den Dito Dollar
  315. als Zahlungsmittel zu akzeptieren, sodass die Leute immer weniger gezwungen sind, den Bouvard zu benutzen. Wir konzentrieren uns darauf, ein
  316. Produkt zu entwickeln, das von den reichen, gebildeten und technisch versi Menschen mit den niedrigen Einkommen und geringen technischen Kenntnissen genutzt
  317. werden kann. In einem Land wie Venezuela, wo der Mindestlohn bei ungefähr einem Dollar liegt, haben Sie die Situation, dass die
  318. meisten Leute ihr eigenes kleines Geschäft eröffnen, Hotdogs verkaufen oder lokales Essen wie Arepas oder was auch immer, aber sie verkaufen es
  319. vorwiegend in ihren super riesigen Gemeinden. Also wollen wir den Gemeinden helfen, Zahlungen in Dollar bzw. in Detto Dollar, also Stable Coins zu
  320. akzeptieren und Nutzer zu erreichen. Je mehr Verbraucher in Dollar zahlen, desto besser für die Händler. Je mehr Händler es akzeptieren, umso besser für die
  321. Verbraucher. Bis heute haben wir Millionen von Dollar bewegt und haben damit mehr als 150.000 Haushalten geholfen.
  322. 30.000 aktive Nutzer monatlich und wir sehen, dass es funktioniert. In Wirklichkeit kann wirtschaftliche Freiheit nur direkt durch Innovation
  323. erreicht werden, was Kryptowährungen sind. Dabei darf man nicht vergessen, dass Venezuela dies bereits versucht hat. El
  324. Petro war der Versuch eine Kryptowährung zu etablieren, die durch die reichhaltigste Ressource des Landes unterstützt wurde. Öl. Während Elro
  325. weithin als durchschlagender Misserfolg betrachtet wurde, sind sich viele Experten einig, dass dieses Experiment ein notwendiger Schritt war, um eine
  326. digitale Währung für die Zukunft zu etablieren. Und Simon ist überzeugt, dass deren Grundlage, nämlich die Blockchain Technologie, nun stärker denn
  327. je benötigt wird und sein Land bereit ist für einen weiteren Versuch. Die Blockchain Technologie ist tatsächlich eine Art Paradigmenwechsel
  328. für die Menschheit, eines der bedeutsamsten Dinge unserer Zeit. Man sieht langsam, dass immer mehr Unternehmen damit beginnen, ihre
  329. Produkte komplett auf einer Blockchain aufzubauen. Es ist fast so, als würde sich eine eigene Wirtschaft entwickeln.
  330. Wenn es einen Weg ohne Krypto gäbe, den Venezolan ihre Stabilität und wirtschaftliche sowie finanzielle Freiheit zurückzugeben, wäre das
  331. natürlich ein viel besserer Weg, als mit einem Produkt erfolgt zu haben, das in sich gar keinen Wert besitzt.
  332. Die Hyperinflation Venezuelas zeigt, dass die Geldpolitik eines Landes nicht immer nach den internationalen Spielregeln funktioniert.
  333. Unsere Erwartung, die Geldpolitik einer Zentralbank kann uns jederzeit retten, sollte unser Geld in Schieflage geraten, muss also in Zukunft hinterfragt werden,
  334. wenn sogar ein erdölreiches Land wie Venezuela in eine Hyperinflation geraten kann. Einer, der diese quantitativen Lockerungen in der Geldpolitik schon
  335. länger in Frage stellt, ist Ravy Menon. Ich denke, das ist falsch und ich denke auch, es ist falsch, wenn Zentralbanken
  336. diese Erwartung zu quantitativen Lockerungen nähren. Die Geldpolitik bildet die Grundlage für ein nachhaltiges nichtäres
  337. Wirtschaftswachstum. Sie sorgt für Stabilität und zumindest auf mittlere Sicht für Vorhersagbarkeit. Und auf dieser Basis kann man dann
  338. wirtschaften. Aber es kann nicht sein, dass jede Abschwächung, jedes Risiko oder jede wirtschaftliche Bedrohung, die am
  339. Horizont auftaucht, eine Lockerung der Geldpolitik nach sich zieht. Ich denke, dass Fiskalpolitik eine enorm wichtige Rolle spielt und wir es nicht
  340. ausreichend berücksichtigen. Auch zum Teil, weil der Geldpolitik zu viel Gewicht beigemessen wird. Wir brauchen hier ein besseres Gleichgewicht zwischen
  341. beiden. Alles andere wäre auch unfair gegenüber der Zentralbankengemeinschaft. Und da sie gerade quantitative Lockerungen ansprechen, Singapur braucht
  342. diese Lockerungen nicht, weil unsere Geldpolitik an unseren Wechselkurs gekoppelt ist. Wir unterliegen also nicht der Nullzinspolitik, selbst wenn
  343. man über Negativzinsen und quantitative Lockerungen als Ergänzung zu einer wechselkurs zentrierten Geldpolitik nachdenkt, diese Überlegungen treffen
  344. für uns nicht zu. Wir können, wenn nötig, den Wechselkurspfahrt wieder auf null absenken. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Wir haben noch nie
  345. absichtlich eine Politik der Währungsabwertung betrieben. Aber wir können den Wechselkurs jederzeit wieder nach unten korrigieren, was wir in der
  346. Vergangenheit auch schon getan haben. Wenn wir der Meinung sind, dass der aktuelle Wechselkurs zu eng ist, können wir ihn jederzeit nach unten
  347. rezentrieren. Und mit dieser Flexibilität gibt es eigentlich keine Einschränkung. Wir haben also einen ziemlich großen geldpolitischen
  348. Spielraum, ohne dass wir über quantitative Lockerungen nachdenken müssen.
  349. Während die EZB also der Zeit noch an einem Konzept zum digitalen Euro arbeitet, sind Zentralbanken anderer Staaten meist schon einen Schritt
  350. weiter. 2018 gab auch das oberste Bankeninstitut der Bundesrepublik Deutschland die Deutsche Bundesbank bekannt, aktiv an
  351. einer blockchain basierten Lösung zu arbeiten. Das Institut mit Hauptsitz in Frankfurt am Main verwaltet rund 200 Milliarden
  352. Euro an staatlichen Reserven und ist Teil des europäischen Systems der Zentralbanken. Nach eigenen Angaben intensiviert die Bank nun seine
  353. Forschung im Bereich der Distributed Ledger Technology und hat bereits einen entsprechenden Partner genannt. Ocean Protocol soll zukünftig mit seiner
  354. Technologie die Deutsche Bundesbank in ihrem Vorhaben unterstützen. 2017 in Singapur gegründete Unternehmen entwickelt innovative Apps für die
  355. kommende Datenökonomie und verbindet Datenanbieter und Nutzer mit Hilfe der Blockchain Technologie. Ocean ermöglicht es Dateneigentümern Daten zu
  356. monetarisieren und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Datenbestände zu behalten. Die Deutsche Bundesbank ruft also ein
  357. eigenes Blockchain Projekt ins Leben. Der Fokus [musik] dieser Zusammenarbeit liegt hierbei auf einem dezentralen Netzwerk, das Nutzern einen permanent
  358. symmetrischen Zugriff auf Daten gestattet. Dadurch sollen beispielsweise Echtzeitaktualisierungen von Statistiken unterwahrung der
  359. Datenhoheit möglich sein. Von der Bundesbank hieß es: Ocean Protocol war als einziges Unternehmen in der Lage, eine technische Lösung für unser
  360. Vorhaben anzubieten, die bereits funktionsfähig ist. Außerdem soll eine Plattform für die sichere Verwahrung, Übertragung und
  361. Nutzung öffentlicher und privater Daten entwickelt werden. Offen bleibt, ob das Unternehmen aus Singapur auch bei der Forschung an einem digitalen [musik]
  362. Euro beteiligt ist. Doch wie sieht es mit den deutschen Unternehmen aus? Wie denken diese im
  363. Allgemeinen über die Einführung und Nutzbarkeit eines digitalen Euros? [musik] 78% also dreiviertel aller Unternehmen ab 50 Beschäftigten sind für
  364. die Einführung eines digitalen Euros. Nur jedes fünfte Unternehmen, 20% hält diese Pläne für wenig erfolgversprechend. [musik]
  365. Das ist das Ergebnis einer jüngsten Umfrage unter 652 Unternehmen aller Branchen in Deutschland aus dem Jahr 2021.
  366. Vor allem die Möglichkeit, dass sonst andere privater Digitalwährungen zum Einsatz kommen, die europäische Werte untergraben könnten, spricht aus Sicht
  367. der Unternehmen für einen digitalen Euro. 69% der Unternehmen sehen es als notwendig an, mit tokenisierten
  368. Wertpapieren nahtlose Zahlungs und Abwicklungsprozesse auf dem Kapitalmarkt zu ermöglichen. Fast genauso viele, nämlich 64%, denken,
  369. dass es von Vorteil ist, einen digitalen Euro zu haben, sollte die Bedeutung von Bargeld abnehmen. So hätten Bürger im digitalen Zeitalter
  370. weiterhin direkten Zugang zur Zentralbank. Dass ein digitaler Euro der EZB [musik] in Krisenzeiten ermöglicht, innovative geldpolitische Instrumente
  371. effektiver umzusetzen, glauben 60% der Befragten. Rund 40% würden gern Zahlungsprozesse zunehmend automatisieren und sehen hier
  372. den Bedarf für einen programmierbaren Euro in der Industrie. Stichwort: [musik] Momm Payment, also Machine to Machine Zahlungen im Internet. Nur 11%
  373. sind der Meinung, ein digitaler Euro hätte überhaupt keine Vorteile. Neben den Verfechtern des digitalen Zeitalters gibt es allerdings auch
  374. Skeptiker rund um die Einführung eines digitalen Euros. 65% also etwa 2 Drittel sehen hier Datenschutzrisiken, sollte die Zentralbank tiefere Einblicke in
  375. unsere Zahlungsprozesse erhalten. Auch sieht ungefähr jedes zweite Unternehmen dadurch die Finanzstabilität [musik] gefährdet, denn durch die Ausgabe des
  376. digitalen Euros könnte der Einfluss der Banken in Krisenzeiten sinken. Doch nur 3% der Banken und Finanzdienstleister halten nichts von der Ausgabe [musik]
  377. eines digitalen Euros durch die EZB. Ca. 8% der Gesamtwirtschaft meint, die Wirtschaft müsste eigene Lösungen für den digitalen Zahlungsverkehr der
  378. Zukunft entwickeln. 13% geben an, es spreche nichts gegen einen digitalen Euro.
  379. So sprechen sich 35% des Banken und Finanzgeschäfts [musik] für die Einführung eines digitalen Euros aus. [musik]
  380. In der Bewertung zur Tendenz würden 46% eher einem digitalen Euro zustimmen und nur 9% sagen klar nein. [musik]
  381. [musik] Die EZB ist jedenfalls fest entschlossen, einen digitalen Euro einzuführen, den sogenannten E-Euro. Dieser soll parallel zum Bargeld
  382. ausgegeben werden, das ausdrücklich nicht abgeschafft werden soll. Damit reagiert die EZB auf zahlreiche neue Formen des Bezahlens, wie z.B.
  383. Cryptoassets, wie etwa [musik] Bitcoin, DM oder Chinas Ehyan. EZB Präsidentin Lagart geht davon aus, [musik] dass der E-Euro schon in 4
  384. Jahren in den virtuellen Geldbörsen der Verbraucherinnen der Eurozone liegen wird und [musik] dann auch kräftig zum Einsatz kommt. China ist bei der
  385. Entwicklung einer digitalen Währung weit voraus und auch Schwedens Zentralbank arbeitet an der digitalen [musik] Krone. Wie der E-Euro am Ende genau aussieht,
  386. wissen auch die Währungshüter noch nicht. Aber so viel ist bereits klar. Der digitale Euro wird wie Bargeld von der [musik] EZB ausgegeben und
  387. kontrolliert. Es entsteht also wie Münzen, Scheine oder [musik] Buchgeld, das auf dem Girokonto oder Sparbuch liegt durch die Geldschöpfung der IZB
  388. und der Geschäftsbanken. Im Unterschied zum Bitcoin und anderen Cryptoassets behält also die Notenbank die Kontrolle über die Währung, womit Stabilität und
  389. Sicherheit des digitalen Euros garantiert werden soll. Der E-Euro soll in einer Art virtuellen Geldbörse aufbewahrt werden und mittels eines
  390. einfachen Verfahrens, z.B. durch eine App oder einen QR-Code, in die virtuelle Kasse des Verkäufers wandern. Dies wird online, z.B. via Internet als
  391. auch offline über Bluetooth möglich sein. Eine Zahlung soll in Zukunft also viel einfacher und auch viel schneller möglich sein als bisher über SEPA
  392. Überweisung. Funktionieren soll das Ganze über ein separates Konto, [musik] sozusagen einem Direktkonto bei der EZB, dennoch
  393. verwaltet durch die Geschäftsbanken. So ist der E-Euroselt dann nur noch durch die EZB geschützt, wenn private Finanzinstitute durch eine Krise in
  394. Schlage geraten. Auch der Schutz [musik] der Privatsphäre ist zunehmend gesichert, da im Unterschied zu großen amerikanischen Kreditkartenunternehmen
  395. bei der Transaktion keine persönlichen Daten übermittelt werden. Am 14. Juli hat der Rat der Europäischen Zentralbank beschlossen, das Projekt digitaler Euro
  396. einzuleuten. [musik] Es wurden eine Menge Analysen vorgenommen, Feedback von Bürgerinnen sowie aus Fachkreisen eingeholt und eine
  397. praktische Erprobung durchgeführt mit vermutigenden Ergebnissen. All dies hat den Startschuss für [musik] das Projekt digitaler Euro ermöglicht.
  398. Und wer weiß, vielleicht werden wir in 4er Jahren mit dem digitalen Euro genauso selbstverständlich einkaufen, wie bisher mit Kredit oder Debitkarte.
  399. Die EZB und der Euroraum sind auf einem guten Weg, unser Finanzsystem kontrolliert und sicher in das digitale Zeitalter zu führen.
  400. Der digitale Euro wird ein nächster großer Schritt in die Zukunft für Europa und seine Bürgerinnen sein. M. [musik]

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