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Deutsche Grammatik: das Futur (werden) | A2, B1, B2
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 47 Zeilen
- ich werde ich werde werden
- ich werde geworden sein?! Hallo und herzlich willkommen in der Lingster Academy! Ich bin deine Deutschlehrerin Julia
- und du hast vielleicht schon am Intro erkannt, um welches Thema es heute geht: das Futur – das braucht man, wenn man über die Zukunft spricht. Aber so einfach ist es
- im Deutschen natürlich nicht, denn es gibt ein Futur I und ein Futur II. Die gute Nachricht: Du bist hier in der Lingster Academy, das heißt dass du nach diesem Video keine
- Probleme mit diesem Thema haben solltest. Und um noch mehr wichtige Grammatikthemen problemlos zu können, hol dir mein kostenloses E-Book, das 1x1 der Grammatik, denn darin findest
- du jede Menge Regeln mit Übungen und Lösungen. Der Link ist in der Beschreibung unter dem Video. Das heutige Thema gehört übrigens zu meinem kompletten B-Grammatikkurs, für den du dich
- sehr bald wieder anmelden kannst, also schau immer mal wieder auf meinem Kanal vorbei, um informiert zu bleiben, wenn er beginnt! Also, bist du bereit? Dann geht’s los!
- Bestimmt weißt du schon, dass wir meistens das Präsens zusammen mit einer Zeitangabe verwenden, um über die Zukunft zu sprechen. Schau dir diesbezüglich die folgenden Beispiele an:
- Nächsten Sommer findet die Olympiade in Brasilien statt. Herr Michels beginnt am 1. Januar seine neue Stelle als Vertriebsleiter.
- Wir fliegen in zwei Wochen in den Urlaub auf die Kanarischen Inseln. Achtung! Man kann das Präsens für die Zukunft hauptsächlich dann benutzen,
- wenn man eine Zeitangabe dazu macht, z.B. morgen, in den kommenden Wochen, nächstes Jahr, etc. Wenn man das nicht macht, bezieht sich das Präsens auf die Gegenwart,
- also auf das Jetzt. Schau dir zum Vergleich die Sätze ohne die Zeitangaben an (Temporaladverb) Die Olympiade findet in Brasilien statt. Herr Michels beginnt seine neue Stelle
- als Vertriebsleiter. Wir fliegen in den Urlaub. Hier ist die Bedeutung, dass die Aktionen jetzt oder momentan stattfinden.
- Wenn man nicht weiß, wann eine Sache in der Zukunft stattfindet oder wenn diese Information im Satz nicht gegeben wird, dann benutzt man das Futur I:
- Die Olympiade wird in Brasilien stattfinden. Herr Michels wird seine neue Stelle als Vertriebsleiter beginnen. Wir werden in den Urlaub fliegen.
- So ist es eindeutig, dass die Handlungen in der Zukunft und nicht in der Gegenwart stattfinden. Das Futur I zu bilden, ist ziemlich einfach: Es besteht aus dem Hilfsverb werden und
- dem Infinitiv. ich werde du wirst er/sie/es/man wird + arbeiten, verreisen,
- einen Deutschkurs machen (=Infinitiv) wir werden ihr werdet sie werden
- Achtung! Das Futur I wird sehr oft mit dem Passiv verwechselt. Ich werde mit meiner Frau in den Urlaub fliegen. (Futur I + Infinitiv)
- Ich werde im Urlaub von meinem Chef angerufen. (Passiv + Partizip II) Ja, die beiden Formen sehen sich ähnlich, aber während man das Futur I mit einem
- Infinitiv bildet, wird das Passiv immer mit dem Partizip II gebildet, also z.B. bezahlt, gefahren, mitgenommen etc. Das Passiv lernst du ausführlich im 3. Modul.
- Man kann mit dem Futur I aber nicht nur zukünftige Ereignisse beschreiben, sondern es gibt noch zwei andere Möglichkeiten: 2. Erwartungen, Visionen oder Prophezeiungen:
- Eines Tages wird Claudia in Südfrankreich wohnen. Irgendwann werden Computer und Maschinen die Menschheit ersetzen. Ab 2030 wird es kein Bargeld mehr geben.
- Du siehst, das sind keine bewiesenen Informationen, sondern reine Spekulationen darüber, was in der Zukunft passieren wird. Es gibt keine Garantie dafür,
- dass es tatsächlich passieren wird. Und 3. benutzt man es, wenn man eine Vermutung über eine bestimmte Sache hat. Weißt du, wo Claudia ist? Sie wollte schon um 19
- Uhr hier sein, aber jetzt ist es schon 19.30 Uhr. Sie wird im Stau stehen. Weißt du, warum Peter heute nicht im Büro ist? Er wird krank sein.
- Weißt du, welches Auto Marc jetzt fährt? Nein, aber es wird bestimmt ein schnelles Auto sein. Es handelt sich hier, ähnlich
- wie in den Beispielen von Punkt 2, um Vermutungen – aber in der Gegenwart und nicht in der Zukunft. Man glaubt also, dass eine Sache jetzt gerade auf eine bestimmte Art und Weise passiert,
- weil es uns richtig oder logisch erscheint. Man kann das Futur I in diesem Kontext noch mit Adverbialen ergänzen, um damit größere oder geringere Sicherheit auszudrücken:
- Claudia wird sicherlich, sicher oder bestimmt im Stau stehen (größere Sicherheit) Claudia wird wahrscheinlich oder vermutlich im Stau stehen (geringere Sicherheit)
- Kommen wir nun zum letzten Tempus in der deutschen Sprache, dem Futur II. Viele Deutschlerner fragen sich, was man damit machen kann und das ist wirklich eine gute Frage,
- denn das Futur II ist irgendwie eine Mischung aus der Zukunft und der Vergangenheit und das alleine klingt schon merkwürdig, oder? Aber keine Sorge, nach diesem Video wirst
- du das Thema verstanden haben. Huch, das war ja ein Futur II! Du wirst das Thema nach dem Video verstanden haben.
- Das heißt, eine Sache wird in der Zukunft beendet sein. Wie bildet man das Futur II?
- mit dem Verb werden (konjugiert) + Partizip II + Hilfsverb haben/sein (Infinitiv) Ein anderes Beispiel. Sagen wir mal, du bist gerade im 3. Semester deines Bachelorstudiums.
- Insgesamt gibt es sechs Semester, das sind drei Jahre. Das heißt, in eineinhalb Jahren wirst du dein Studium abgeschlossen haben. Du sprichst darüber, was in der Zukunft beendet ist.
- Deine Deutschprüfung ist in 10 Tagen? Sei froh, denn in 11 Tagen wirst du die Prüfung schon geschrieben haben.
- Ganz aktuell: Das Coronavirus wird hoffentlich bald verschwunden sein. Das ist eine Möglichkeit, das Futur II zu benutzen. Diese Variante findet man
- allerdings selten, da man eher darüber spricht, was in der Zukunft passieren wird als darüber, was in der Zukunft abgeschlossen ist. Eine andere Möglichkeit ist ähnlich wie
- das Futur I, man kann es auch für Vermutungen benutzen. Schau dir diese beiden Beispiele an: Weißt du, warum Peter heute nicht im Büro ist? Er wird krank sein. (Futur I)
- Weißt du, warum Peter gestern nicht im Büro war? Er wird krank gewesen sein. (Futur II) Siehst du den Unterschied? Während man das Futur I für Vermutungen in der Gegenwart benutzt,
- kann man das Futur II für Vermutungen über die Vergangenheit verwenden. Hier noch ein Beispiel: Weißt du, warum man Tim und Monika nicht mehr zusammen sieht?
- Sie werden sich getrennt haben. Das heißt, hier wird vermutet, dass die beiden kein Paar mehr sind.
- Weißt du, warum die Straße gesperrt ist? Es wird ein Unfall passiert sein. Woher weiß dein Chef von dem Streit zwischen seinen Mitarbeitern?
- Jemand wird es ihm erzählt haben. Jaa, so funktionieren das Futur und Futur II – ist eigentlich gar nicht sooo schwierig,
- oder? Wenn du noch weitere Fragen zu diesem Thema hast, dann schreib mir einfach einen Kommentar und ich versuche zu helfen! Und das
- war’s auch schon wieder für heute! Ich sag tschüss, bis zum nächsten Video! Deine Julia
Zum Nachlesen
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