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Lange und kurze Vokale | 45 Minuten Unterricht

45minuten7:01 885 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 64 Zeilen
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  1. Bereit. Los. Zehn Ziegenzogen. 10 Zer Zucker zum Zo.
  2. Zeh Ziegenzogen. 10 Zer Zucker zum Zoo. Zehn Ziegenzogen. 10 Zer Zucker zum Zoo. Und
  3. das habe ich natürlich gerade nicht nur gemacht, um mit meinen Zungenbrecher Skills anzugeben. Also nicht nur,
  4. sondern auch, weil dieser Zungenbrecher richtig toll zeigt, wie unterschiedlich man im Deutschen die Vokale aussprechen
  5. kann. Mal kurz, mal lang, mal betont, mal unbetont. Und je nachdem, wie man sie spricht, schreibt man sie auch
  6. anders. Wir schauen uns in diesem Video mal an, woher wir wissen, wie man Wörter schreibt, wenn sie einen kurzen oder
  7. einen langen Vokal haben und was das mit Häusern und Garagen zu tun hat. Was haben diese fünf Dinge gemeinsam?
  8. Paddel, Balken, Bette, Perle, Ampel? Nichts ist eigentlich die offensichtliche Antwort. Aber doch, sie
  9. haben alle etwas gemeinsam. In der ersten Silbe steckt jeweils ein kurzer betonter Vokal. Hört mal, Paddel, nicht
  10. Padel und auch nicht Padell oder Perle, nicht Perle oder Perle, sondern Perle oder Perle, wie die Sachsen sagen. Und
  11. vielleicht habt ihr schon gehört, dass auf kurze Vokale oft ein Doppelkonsonnan folgt, z.B. T, Doppel S oder Doppel F.
  12. Oft, aber nicht immer. Um herauszufinden, wie wir zwei silbige Wörter mit kurzem betonten Vokal
  13. schreiben, können wir sie uns wie Bewohner eines Hauses vorstellen. Die erste betonte Silbe darf im Haus wohnen.
  14. Die zweite mit dem unbetonten Vokal schieben wir in die Garage. Und sowohl das Haus als auch die Garage haben drei
  15. Zimmer, nämlich jeweils das mittlere Zimmer für den Vokal, das erste Zimmer für die Konsanten, die vor dem Vokal
  16. stehen und das letzte Zimmer für die Konsonanten hinter dem Vokal. Und jetzt setzen wir mal das Wort Balken ein.
  17. Balken besteht aus zwei Silben, nämlich Ball und Ken. Die Frage ist, wird die erste Silbe Ball mit einem oder zwei L
  18. geschrieben? Finden wir das mal heraus, indem wir das Wort hier in unsere Immobilie einsetzen. Ins Haus kommt die
  19. erste betonte Silbe und zwar so, dass der Vokal ins mittlere Zimmer zieht, der Konsonant davor ins erste und der danach
  20. das L ins letzte Zimmer. Und in die Garage zieht die zweite Silbe nach dem gleichen Prinzip. Und weil jetzt sowohl
  21. das letzte Zimmer im Haus als auch das erste in der Garage besetzt ist, müssen wir hier keinen Doppelkonsonanten
  22. einsetzen. Balken schreibt man also mit einem L, auch wenn das A kurz gesprochen wird, denn es folgen zwei Konsonanten
  23. darauf, wenn noch zwei unterschiedliche. Wie sieht es mit Paddle aus? Machen wir auch hier die Probe. Wir setzen wieder
  24. erst die Vokale ein, das kurze betonte A ins Häuschen, das E in die Garage. Dann kommt ins erste Zimmer des Hauses das P
  25. und in das erste der Garage das D. Und ins letzte das L. Und jetzt ist noch ein Zimmer unbesetzt, nämlich das letzte des
  26. Hauses. Das muss bei kurzen Konsonanten aber immer besetzt sein, da man sie sonst lang sprechen würde. Padel
  27. sozusagen. Wir müssen hier also noch ein D einsetzen, damit beide Zimmer zwischen unseren Vokalen besetzt sind und wir
  28. somit den ersten Vokal kurz sprechen. Und deshalb wissen wir, Paddle schreibt man mit Doppel D. Müssen eigentlich auch
  29. das Zimmer ganz links und ganz rechts besetzt sein? Nein, das erste Zimmer des Hauses würde beispielsweise bei Ampel
  30. umbesetzt bleiben. Das letzte bei Wette. Beim Beispiel der Ampel sind die zwei Zimmer zwischen den Vokalen bei beiden
  31. Wörtern besetzt, sodass wir wissen, wir schreiben Ampel nur mit einem M. Bei der Wette haben wir nur einen hörbaren
  32. Konsonanten nach dem E. Wir müssen sie also mit doppelt T schreiben. Aus diesem Haus Garagemodell kann man sich jetzt
  33. also folgende Regel ableiten. Ein Wort mit zwei Silben, wovon die Erste einen kurzen und betonten Vokal enthält,
  34. schreibt man entweder mit zwei unterschiedlichen aufeinander folgenden Konsonanten, wie z.B. bei Ampel, Balken
  35. oder Perle. Und wenn keine zwei unterschiedlichen Konsonanten folgen, dann schreiben wir einen
  36. Doppelkonsonanten, wie bei Paddle oder Wette. Das Modell könnt ihr übrigens auch für einselbige Wörter wie Wind,
  37. Pferd oder Hell nutzen, wenn ihr sie einfach verlängert. Aber Achtung, bei gebeugten Werben wie rollt oder
  38. schwimmt, hier müsst ihr den infinitiv nehmen. Rollen oder schwimmen. Und Vorsicht beim Wort hat, das wird mit
  39. einem T geschrieben, hatte aber mit Doppel T. Fies. Übrigens gibt es im Deutschen keine konsonantenverdopplung
  40. bei K und Z. Stattdessen schreiben wir CK oder TZ wie in Hocken oder Katze. Und wenn ihr jetzt sagt, aber Akku schreibt
  41. man mit Doppel K, dann sage ich euch, das ist aber auch kein deutsches Wort. Okay, dann hätten wir die Sachen mit den
  42. kurzen Vokalen geklärt. Fehlt jetzt noch was? Ah ja, stimmt. Die Wörter mit langen
  43. Vokalen, z.B. Fieber oder Besen. Und da wir ja gerade gesagt haben, dass man bei kurzen Vokalen darauf achten muss, dass
  44. auf sie entweder zwei unterschiedliche Konsonanten oder ein Doppelkonsonant folgt, gilt ihr einem Umkehrschluss, das
  45. auf lange Vokale nichts von beiden folgen muss. Übertragen auf das Hausgaragemodell bedeutet das, dass das
  46. dritte Zimmer im Haus unbewohnt ist. Wie am Beispiel Besen erkennt. Das gilt auch für Esel, Wagen, Malen oder Hüten und
  47. für ganz viele andere ein und mehrbegewürter auch. Wir kennen aber drei Ausnahmen im Deutschen, bei denen
  48. der lange Vokal doch noch mal ein bisschen anders geschrieben wird. Die erste ist das I. Das schreibt man, wenn
  49. man es lang ausspricht, in den allermeisten Fällen als IE, z.B. bei Tiere, Biene, Bier, Klavier. Es gibt
  50. wenige Ausnahmen, z.B. wie Biber oder Igel, bei denen man das I, trotz dass es lang gesprochen wird, nur als I
  51. schreibt. Ganz ehrlich, irgendwann werdet ihr euch an diese Ausnahmen gewöhnen und sie automatisch richtig
  52. schreiben. Fehler machen gehört am Anfang dazu. Dann ist da noch die Sache mit den Doppelvokalen, z.B. Zo, Boot,
  53. Leer oder mehr. Ganz ehrlich, keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat, aber auch hier gilt Augen zu und durch.
  54. Es sind nicht so viele und irgendwann werdet ihr sie alle drauf haben. Die dritte Ausnahme ist das Dehnungshaar.
  55. Das hört man nicht, aber es kann einen gewaltigen Unterschied bei Wörtern machen, ob man es mit oder ohne
  56. Dehnungshaar schreibt. Schaut euch z.B. mal die Verben malen mit und ohne Dehnungshaar an. Bei dem einen Wort
  57. bringe ich Bilder auf ein Papier, bei dem anderen mache ich Korn zu Mehl. Diese Wörter müsst ihr euch ebenfalls
  58. merken bzw. euch an sie gewöhnen. Das Dehnungshaar taucht, wenn überhaupt dann vor dem Buchstaben L, M, N und R auf,
  59. wie in Wahrheit, Lah, Bahn oder die Wahl. Und merkt euch, wer nämlich mit H schreibt, ist liegt daneben, denn das
  60. schreibt man ohne Dennungsha. Ich habe jetzt genug geredet und ihr seid dran. Versucht mal das folgende Arbeitsplatt
  61. hier zu lösen. Ihr solltet ungefähr 35 Minuten dafür benötigen zu entscheiden, ob in den bestimmten Wörtern jeweils
  62. kurze oder lange Vokale vorkommen und wie diese dann geschrieben werden. Pass auf, ich habe jetzt noch einen richtig
  63. schweren. Stahlblaue Stretch Jeans Strümpfe strecken, staubige Stretch Jeans, staubige Stretch Jeans strecken
  64. stailblaue Stretchansstrümpfe, den kapiere ich nicht mehr inhaltlich.

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