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Lange und kurze Vokale | 45 Minuten Unterricht
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 64 Zeilen
- Bereit. Los. Zehn Ziegenzogen. 10 Zer Zucker zum Zo.
- Zeh Ziegenzogen. 10 Zer Zucker zum Zoo. Zehn Ziegenzogen. 10 Zer Zucker zum Zoo. Und
- das habe ich natürlich gerade nicht nur gemacht, um mit meinen Zungenbrecher Skills anzugeben. Also nicht nur,
- sondern auch, weil dieser Zungenbrecher richtig toll zeigt, wie unterschiedlich man im Deutschen die Vokale aussprechen
- kann. Mal kurz, mal lang, mal betont, mal unbetont. Und je nachdem, wie man sie spricht, schreibt man sie auch
- anders. Wir schauen uns in diesem Video mal an, woher wir wissen, wie man Wörter schreibt, wenn sie einen kurzen oder
- einen langen Vokal haben und was das mit Häusern und Garagen zu tun hat. Was haben diese fünf Dinge gemeinsam?
- Paddel, Balken, Bette, Perle, Ampel? Nichts ist eigentlich die offensichtliche Antwort. Aber doch, sie
- haben alle etwas gemeinsam. In der ersten Silbe steckt jeweils ein kurzer betonter Vokal. Hört mal, Paddel, nicht
- Padel und auch nicht Padell oder Perle, nicht Perle oder Perle, sondern Perle oder Perle, wie die Sachsen sagen. Und
- vielleicht habt ihr schon gehört, dass auf kurze Vokale oft ein Doppelkonsonnan folgt, z.B. T, Doppel S oder Doppel F.
- Oft, aber nicht immer. Um herauszufinden, wie wir zwei silbige Wörter mit kurzem betonten Vokal
- schreiben, können wir sie uns wie Bewohner eines Hauses vorstellen. Die erste betonte Silbe darf im Haus wohnen.
- Die zweite mit dem unbetonten Vokal schieben wir in die Garage. Und sowohl das Haus als auch die Garage haben drei
- Zimmer, nämlich jeweils das mittlere Zimmer für den Vokal, das erste Zimmer für die Konsanten, die vor dem Vokal
- stehen und das letzte Zimmer für die Konsonanten hinter dem Vokal. Und jetzt setzen wir mal das Wort Balken ein.
- Balken besteht aus zwei Silben, nämlich Ball und Ken. Die Frage ist, wird die erste Silbe Ball mit einem oder zwei L
- geschrieben? Finden wir das mal heraus, indem wir das Wort hier in unsere Immobilie einsetzen. Ins Haus kommt die
- erste betonte Silbe und zwar so, dass der Vokal ins mittlere Zimmer zieht, der Konsonant davor ins erste und der danach
- das L ins letzte Zimmer. Und in die Garage zieht die zweite Silbe nach dem gleichen Prinzip. Und weil jetzt sowohl
- das letzte Zimmer im Haus als auch das erste in der Garage besetzt ist, müssen wir hier keinen Doppelkonsonanten
- einsetzen. Balken schreibt man also mit einem L, auch wenn das A kurz gesprochen wird, denn es folgen zwei Konsonanten
- darauf, wenn noch zwei unterschiedliche. Wie sieht es mit Paddle aus? Machen wir auch hier die Probe. Wir setzen wieder
- erst die Vokale ein, das kurze betonte A ins Häuschen, das E in die Garage. Dann kommt ins erste Zimmer des Hauses das P
- und in das erste der Garage das D. Und ins letzte das L. Und jetzt ist noch ein Zimmer unbesetzt, nämlich das letzte des
- Hauses. Das muss bei kurzen Konsonanten aber immer besetzt sein, da man sie sonst lang sprechen würde. Padel
- sozusagen. Wir müssen hier also noch ein D einsetzen, damit beide Zimmer zwischen unseren Vokalen besetzt sind und wir
- somit den ersten Vokal kurz sprechen. Und deshalb wissen wir, Paddle schreibt man mit Doppel D. Müssen eigentlich auch
- das Zimmer ganz links und ganz rechts besetzt sein? Nein, das erste Zimmer des Hauses würde beispielsweise bei Ampel
- umbesetzt bleiben. Das letzte bei Wette. Beim Beispiel der Ampel sind die zwei Zimmer zwischen den Vokalen bei beiden
- Wörtern besetzt, sodass wir wissen, wir schreiben Ampel nur mit einem M. Bei der Wette haben wir nur einen hörbaren
- Konsonanten nach dem E. Wir müssen sie also mit doppelt T schreiben. Aus diesem Haus Garagemodell kann man sich jetzt
- also folgende Regel ableiten. Ein Wort mit zwei Silben, wovon die Erste einen kurzen und betonten Vokal enthält,
- schreibt man entweder mit zwei unterschiedlichen aufeinander folgenden Konsonanten, wie z.B. bei Ampel, Balken
- oder Perle. Und wenn keine zwei unterschiedlichen Konsonanten folgen, dann schreiben wir einen
- Doppelkonsonanten, wie bei Paddle oder Wette. Das Modell könnt ihr übrigens auch für einselbige Wörter wie Wind,
- Pferd oder Hell nutzen, wenn ihr sie einfach verlängert. Aber Achtung, bei gebeugten Werben wie rollt oder
- schwimmt, hier müsst ihr den infinitiv nehmen. Rollen oder schwimmen. Und Vorsicht beim Wort hat, das wird mit
- einem T geschrieben, hatte aber mit Doppel T. Fies. Übrigens gibt es im Deutschen keine konsonantenverdopplung
- bei K und Z. Stattdessen schreiben wir CK oder TZ wie in Hocken oder Katze. Und wenn ihr jetzt sagt, aber Akku schreibt
- man mit Doppel K, dann sage ich euch, das ist aber auch kein deutsches Wort. Okay, dann hätten wir die Sachen mit den
- kurzen Vokalen geklärt. Fehlt jetzt noch was? Ah ja, stimmt. Die Wörter mit langen
- Vokalen, z.B. Fieber oder Besen. Und da wir ja gerade gesagt haben, dass man bei kurzen Vokalen darauf achten muss, dass
- auf sie entweder zwei unterschiedliche Konsonanten oder ein Doppelkonsonant folgt, gilt ihr einem Umkehrschluss, das
- auf lange Vokale nichts von beiden folgen muss. Übertragen auf das Hausgaragemodell bedeutet das, dass das
- dritte Zimmer im Haus unbewohnt ist. Wie am Beispiel Besen erkennt. Das gilt auch für Esel, Wagen, Malen oder Hüten und
- für ganz viele andere ein und mehrbegewürter auch. Wir kennen aber drei Ausnahmen im Deutschen, bei denen
- der lange Vokal doch noch mal ein bisschen anders geschrieben wird. Die erste ist das I. Das schreibt man, wenn
- man es lang ausspricht, in den allermeisten Fällen als IE, z.B. bei Tiere, Biene, Bier, Klavier. Es gibt
- wenige Ausnahmen, z.B. wie Biber oder Igel, bei denen man das I, trotz dass es lang gesprochen wird, nur als I
- schreibt. Ganz ehrlich, irgendwann werdet ihr euch an diese Ausnahmen gewöhnen und sie automatisch richtig
- schreiben. Fehler machen gehört am Anfang dazu. Dann ist da noch die Sache mit den Doppelvokalen, z.B. Zo, Boot,
- Leer oder mehr. Ganz ehrlich, keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat, aber auch hier gilt Augen zu und durch.
- Es sind nicht so viele und irgendwann werdet ihr sie alle drauf haben. Die dritte Ausnahme ist das Dehnungshaar.
- Das hört man nicht, aber es kann einen gewaltigen Unterschied bei Wörtern machen, ob man es mit oder ohne
- Dehnungshaar schreibt. Schaut euch z.B. mal die Verben malen mit und ohne Dehnungshaar an. Bei dem einen Wort
- bringe ich Bilder auf ein Papier, bei dem anderen mache ich Korn zu Mehl. Diese Wörter müsst ihr euch ebenfalls
- merken bzw. euch an sie gewöhnen. Das Dehnungshaar taucht, wenn überhaupt dann vor dem Buchstaben L, M, N und R auf,
- wie in Wahrheit, Lah, Bahn oder die Wahl. Und merkt euch, wer nämlich mit H schreibt, ist liegt daneben, denn das
- schreibt man ohne Dennungsha. Ich habe jetzt genug geredet und ihr seid dran. Versucht mal das folgende Arbeitsplatt
- hier zu lösen. Ihr solltet ungefähr 35 Minuten dafür benötigen zu entscheiden, ob in den bestimmten Wörtern jeweils
- kurze oder lange Vokale vorkommen und wie diese dann geschrieben werden. Pass auf, ich habe jetzt noch einen richtig
- schweren. Stahlblaue Stretch Jeans Strümpfe strecken, staubige Stretch Jeans, staubige Stretch Jeans strecken
- stailblaue Stretchansstrümpfe, den kapiere ich nicht mehr inhaltlich.
Zum Nachlesen
Dehnungs-hDas Dehnungs-h ist ein Dehnungszeichen der deutschen Rechtschreibung. Es stellt eine Kennzeichnung der Vokallänge dar. Die Vokallänge als solche wird durch …
DehnungszeichenIn der deutschen Rechtschreibung kommen neben der Vokalverdoppelung die Buchstaben e und h als Dehnungszeichen vor, in einigen Eigennamen stehen c, i, u und w.
VokalquantitätIn betonten Silben: lange geschlossene vs. kurze offene Vokale ; [iː], Miete [ˈmiːtə], [ɪ] ; [oː], Polen [ˈpoːlən], [ɔ] ; [øː], Höhle [ˈhøːlə], [œ] ; [uː], Buße [ …
Silbenfugen-hAls Silbenfugen-h (auch: silbeninitiales h, Silbentrennungs-h, Silbengrenzen-h, Verbindungs-h, Hiatvermeidungs-h) bezeichnet man in der Linguistik einen …