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Die mittelalterliche Stadt (Patrizier vs. einfache Bürger) [Geschichte im Überblick]

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 40 Zeilen
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  1. Hallo zusammen. Heute schauen wir uns mal ganz genau an, wie so eine mittelalterliche Stadt eigentlich aufgebaut war. Wir bauen die soziale
  2. Pyramide quasi Stein für Stein nach, von der superreichen Elite ganz oben bis zu den Menschen, die wirklich am absoluten Rand der Gesellschaft standen. Diesen
  3. Spruch, den kennt doch eigentlich jeder, oder? Stadtluft macht frei. Das klingt ja erstmal super, als ob die Stadt ein Ort der Freiheit für alle war. Weg vom
  4. Feudalherren auf dem Land. Aber war das wirklich so? Galt das für jeden? Tja, die Realität, die sah dann doch ein ganzes Stück komplizierter aus. Das
  5. Leben in der Stadt war eine extrem starre Hierarchie. Und der Unterschied zwischen einem einfachen Einwohner und einem vollwertigen Bürger, das war im
  6. Grunde eine unsichtbare, aber sehr massive Mauer, die die allermeisten Leute einfach ausgeschlossen hat. Okay, tauchen wir da mal tiefer ein. Fangen
  7. wir mal ganz oben an der Spitze der Pyramide. Da saßen die Patrizia, die unangefochtene und super mächtige Elite Stadt. Diese Familien, die kann man sich
  8. so ein bisschen wie die Aristokratie der Stadt vorstellen. Das waren die ursprünglichen Big Player, die Nachkommen von Gründungsunternehmern,
  9. manchmal auch zugewanderte adlige oder hohe Beamte. Die haben die politische Macht komplett monopolisiert, oft bis weit ins 14. Jahrhundert hinein. Sie
  10. saßen im Stadtrat, stellten den Bürgermeister, den Kämmerer. Im Grunde haben sie die Stadt wie ihre eigene Firma geführt, die Gesetze und die
  11. Finanzen kontrolliert und damit eben auch die Zukunft. Und jetzt kommt der Hammer. Diese Patriia machten oft nur ein einziges Prozent der gesamten
  12. Stadtbevölkerung aus. Nur 1% der Leute aber, schaut mal hier, sie zahlten unglaubliche 10 bis 12% der Steuern in der Stadt. Das zeigt ganz deutlich, was
  13. für einen irren Reichtum und was für eine wirtschaftliche Macht die hatten. Aber was war mit all den anderen? Schauen wir mal eine Stufe tiefer. Unter
  14. den Patrizi, da finden wir sozusagen den Motor der Stadt, die Bürgerschaft. eine Schicht, die sich über ihre Rechte definierte und was immer wichtiger wurde
  15. über die gemeinsame Stärke in den Zünften. Also, wo war jetzt genau der Unterschied? Na ja, ein Einwohner hat einfach nur in der Stadt gewohnt. Das
  16. war's. Ein Bürger dagegen war ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft mit Rechten und Pflichten. Dieses Bürgerrecht, das war wie eine
  17. Mitgliedschaft in einem ziemlich exklusiven Club und da kam man nicht einfach so rein. Der Aufnahmeprozess war streng geregelt. Man mußte also
  18. beweisen, daß man für die Stadt keine Last sein würde, daß man einen guten Ruf hatte und sich nicht in irgendwelche Fäden von außerhalb einmischte. Und klar
  19. war auch, dieser Club war nicht für alle. Bestimmte Gruppen wie z.B. Juden oder in manchen Städten auch slawische Einwanderer waren von vorne rein
  20. komplett ausgeschlossen. Die größte Gruppe unter den Bürgern, das waren ganz klar die Handwerker und die Kaufleute. Und um ihre Interessen zu bündeln und zu
  21. schützen, haben die sich in Zünften organisiert. Und diese Zünfte haben dann fast jeden Bereich des Wirtschaftslebens kontrolliert. Schaut euch mal diese
  22. Wappen hier an. Das sind nicht nur irgendwelche Symbole. Jedes einzelne Wappen steht für einen organisierten Block aus wirtschaftlicher Macht und
  23. ganz wichtig mit der Zeit auch aus militärischer Macht innerhalb der Stadtmauern. Und das hier, das wurde zu ihrem Schlachtruf. Die Zünfte waren ja
  24. viel zahlreicher und militärisch top organisiert und sie waren es einfach leid, dass die Patrizia die ganze Macht für sich beanspruchten. Sie wollten auch
  25. mitentscheiden, was dann zu den berühmten Zunftrevolutionen führte. So, aber unterhalb der Bürger gab es noch eine riesige Masse an Menschen mit kaum
  26. Rechten und ganz ganz unten standen dann diejenigen, die aus der Gesellschaft quasi komplett ausgestoßen wurden. Hier ist eine Sache ganz wichtig zu
  27. verstehen. Unehrlich bedeutete damals nicht in erster Linie, dass jemand ein Betrüger war. Es bedeutete, dass man als sozial und rituell unrein galt, als ein
  28. Paria, dem die Ehre, also die absolute Grundlage für ein normales gesellschaftliches Leben aberkannt wurde. Und diese Tabelle hier zeigt, wie
  29. breit gefächert das war. Klar, der Henker oder der Totengräber, das leuchtet vielleicht noch ein, aber dazu gehörten auch Müller, denen man ständig
  30. Diebstahl unterstellte oder Schäfer, denen man unmoralisches Verhalten nachsagte und auch fahrendes Volk, den man einfach grundsätzlich misstraute.
  31. Und die Konsequenzen, die waren absolut verheerend. Man war ein sozialer Außenseiter, durfte in keine Zunft, hatte vor Gericht quasi keine Stimme.
  32. Und das Schlimmste, dieser Status wurde vererbt. Deine Kinder waren es auch. Es gab so gut wie keinen Ausweg. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie hat
  33. man dieses komplexe soziale Gefüge überhaupt aufrechterhalten? Das war ja nicht einfach nur so, das wurde aktiv durchgesetzt und zwar durch ein ganzes
  34. Netz an Gesetzen und Verordnungen. Stellt euch das mal vor. Es gab Gesetze, die ganz genau vorschrieben, wer welche Stoffe, Seide z.B. oder welche Farben
  35. tragen durfte. Die Kleidung war also quasi die Uniform, die jedem sofort zeigte, wo man in dieser Hierarchie hingehörte. So wurde verhindert, dass
  36. jemand versucht hat, einen höheren Status einfach vorzutäuschen. Also, was nehmen wir mit? Diese strenge Ordnung hat auf der einen Seite natürlich für
  37. Stabilität gesorgt, für Handel und für Verteidigung, aber der Preis dafür war eine enorme Ungleichheit und der systematische Ausschluss von ganzen
  38. Bevölkerungsgruppen. Eine wirklich komplexe Welt, die uns heute noch viel zu denken gibt. Wenn euch diese Analyse gefallen hat und ihr
  39. Lust auf mehr solche Einblicke habt, dann lasst uns doch sehr gerne ein Like und ein kostenloses Abo da. Das hilft uns wirklich enorm, weiter solche
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