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Gab es Jesus wirklich? | Terra X

Terra X History16:02 4,5 Mio. Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Jesus Christus: ein Mann, ein Name und eine Geschichte. Keiner weiß, wie er aussah, wie er lebte und wer er wirklich war. Erst Jahre später wurde die Geschichte des jüdischen Wanderlehrers und Gelehrten aufgeschrieben.
  2. Und dennoch ist er im kulturellen Gedächtnis geblieben und wurde zur Hauptfigur einer Weltreligion. Aber, hat es ihn wirklich gegeben? Jesus selbst hat keine Schrift verfasst. Die Berichte über ihn stammen immer aus zweiter oder dritter Hand.
  3. Aber es gibt sie, die historischen Dokumente, die über ihn berichten. Sie basieren auf mündlichen Überlieferungen, wie sie damals üblich waren. Der römisch-jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet im 1. Jahrhundert über Jesus und die Ereignisse zu seinen Lebzeiten.
  4. Er erwähnt die Verurteilung und Kreuzigung Jesu durch Pontius Pilatus. Tacitus, ein römischer Historiker und Politiker, berichtet in seinen „Annales“ über „Christus“ dem Namensgeber, der von den Römern „verhassten Chrestianos“.
  5. Es gibt weitere jüdische Quellen aus dem 3. Jahrhundert: Der babylonische Talmud ist eine davon. Hier wird im Traktat Sanhedrin von „Jeschuh“ berichtet, der am Vorabend des Passahfestes getötet wurde.
  6. Neben den antiken Quellen berichten auch die Evangelien im neuen Testament der Bibel über das Leben Jesu. Sie sind in der Zeit zwischen 70 und 120 nach Christi Geburt entstanden.
  7. Wenn man zu Jesu Lebzeiten nicht geschrieben hat, dann waren natürlich die mündlichen Überlieferungen das einzige, was die Leute damals hatten. Das ist nichts Außergewöhnliches, jedenfalls damals nicht. Heute würde und das als ja auch völlig unzuverlässig dünken, das ist damals nicht der Fall gewesen
  8. Das Markusevangelium ist das älteste Evangelium. Die anderen Autoren haben darauf zurückgegriffen, deshalb stimmen wesentliche Passagen überein. Zusätzlich haben die Evangelien weitere Quellen benutzt, darunter eine mit Sprüchen von Jesus,
  9. die wahrscheinlich bereits um das Jahr 50 verfasst wurde; vielleicht ist auch die Passionsgeschichte schon älter als das Markusevangelium. Wir haben vier große Evangelien und diese Evangelien sind ja alle in einem gewissen Sinne geschrieben.
  10. Von Leuten die über den Glauben an Jesus etwas informieren wollten und die natürlich Mission treiben wollen, und deshalb sind wir heute der Meinung - und das ist in der historischen Wissenschaft so, dass wir sagen,
  11. nur das zählt für uns historisch verlässlich – was wir aus zwei unabhängigen Quellen haben, d.h. wir brauchen zu den christlichen Schriftstellern auch die, die nicht Christen waren.
  12. Mit dem Neuen Testament und der Person Jesu beschäftigen sich Theologen heute wissenschaftlich, unter der Verwendung der sogenannten historisch- kritischen Methode.
  13. Sie hat zum Ziel, die Bibel in ihrem damaligen historischen Kontext einzuordnen. Und unter Berücksichtigung anderer historischer Wissenschaften und Methoden ihre Schlüsse über das Leben und Wirken Jesu zu ziehen.
  14. Die Volkszählung ist der Grund, warum sich die schwangere Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem machen. Es ist der Beginn der Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium, die von der Geburt Jesus berichtet.
  15. Aber lässt sich die Geschichte aus dem Lukasevangelium in der Bibel historisch belegen? Und ist Bethlehem wirklich Jesu Geburtsort? An der Stelle, wo sich heute die Geburtskirche befindet?
  16. Die historisch- kritische Methode der theologischen Wissenschaft kommt dabei zu folgenden Ergebnissen: Markus, der älteste Evangelist in der Bibel weiß nichts von Bethlehem als Geburtsort zu berichten.
  17. Hier ist die Quellenlage so, dass vielmehr Nazareth als die „Heimatstadt“ von Jesus genannt wird. Auch Johannes schreibt von: „Jesus aus Nazareth, den Sohn Josefs.
  18. Bethlehem oder Nazareth, das ist eine Frage, die ist einfach nicht zu beantworten historisch. Es ist eine theologische Frage. Ist Jesus der Nachfolger der Davididen, also des großen König Davids oder ist er der Messias und bekenn ich ihn als solchen,
  19. dann muss er in Bethlehem geboren sein. Also es ist eine theologische Frage, die uns nach Bethlehem führt und keine historische und das ist nicht belegbar.
  20. In den Evangelien finden sich jedoch historische Anhaltspunkte, die Hinweise geben auf die zeitliche Einordnung der Geburt und die politischen Umstände. Lukas schreibt vom römischen Kaiser Augustus und von einer Volkszählung, die in seinem Imperium stattfinden sollte.
  21. Augustus regierte von 27 vor bis 14 nach Christus von Rom aus, auch in Palästina. Und tatsächlich lässt sich in der Provinz Syria, wozu Judäa gehörte, eine Volkszählung durch den Statthalter Quirinius im Jahr 6 nach Christus nachweisen.
  22. Davon berichtet der Historiker Flavius Josephus. Nach dem Evangelisten Lukas fand sie jedoch zur Zeit des Königs Herodes statt. König Herodes ist historisch.
  23. Er wird von Flavius Josephus mehrfach erwähnt. Und: Bis heute finden Archäologen Hinweise auf seine große Bautätigkeit, wie den Jerusalemer Tempel. Er starb aber bereits im Jahr 4 vor Christus. Ob es während seiner Regierungszeit auch schon eine Steuereinschreibung gegeben hat, lässt sich historisch nicht belegen.
  24. Und da kennen wir nur die des Quirinius im Jahre 6 nach Christus. Das passt natürlich überhaupt nicht mit den Evangelien zusammen.
  25. Jedenfalls sagt Lukas, dass das ja vor Christus passiert ist – es ist aber eben ein paar Jahre später. Auch wann genau Jesus geboren wurde, lässt sich nicht bestimmen.
  26. Die biblischen Quellen beschreiben, dass Jesus von vielen Menschen als der erwartete jüdische Messias angesehen wurde. Jesus, so die Überlieferungen im Neuen Testament, war vornehmlich als Wanderprediger in Galiläa unterwegs.
  27. Anfang des 1. Jahrhunderts war dieses Gebiet Teil des Römischen Reiches. Jesus nahm Prostituierte und Zöllner in Schutz. Den Entrechteten wollte er eine Stimme geben. Er war für die Kranken da.
  28. Und – sogar für Kinder. Auf diese Weise wollte er das Reich Gottes in dieser Welt errichten, so die Evangelisten. Seitens Rom konnte das auch so verstanden werden, als stelle er das römische Herrschaftssystem in Frage und wolle selbst weltliche Machtansprüche erheben.
  29. Immerhin gehörte er – nach der Überlieferung – zur David-Dynastie, der idealisierten Herrscherfamilie seit den Zeiten des Alten Testaments. Der damalige römische Kaiser Tiberius regierte von 14 bis 37 nach Christus.
  30. Er duldete keine politischen Widerstände im Römischen Reich. Jeder Aufstand wurde verfolgt und niedergeschlagen. Pontius Pilatus machte, der Überlieferung nach, Jesus den Prozess. Er war von 26 bis 36 Präfekt in Judäa. Das lässt sich historisch nachweisen:
  31. Er hat nämlich ein Haus gestiftet und eine Inschrift anbringen lassen. Das Haus ist dann irgendwann zerfallen und hat auch niemanden auch wirklich interessiert
  32. und der große Stein mit seinem Namen ist dann verwendet worden, um es im Theater von Cesarea einzubauen. Es ist eine Sitzfläche geworden. Als man das Theater vor 30 Jahren neu ausgegraben hat, hat man den Stein gefunden.
  33. Im Tempel von Jerusalem musste Jesus immer mehr zum Problem werden, denn der in der Bibel erwähnte Hohepriester Kaiphas war von Rom abhängig. Historische Eckdaten über Kaiphas finden sich bei Flavius Josephus.
  34. Das 1990 gefundene Ossarium, in dem die Knochen des Hohepriesters gelegen haben sollen, bleibt bis heute jedoch archäologisch umstritten. Die Residenz von Pontius Pilatus lässt sich heute rekonstruieren. Sie war ursprünglich der Palast von Herodes.
  35. Dort wohnte Pontius Pilatus, wenn er in Jerusalem Verurteilungen vornahm. Im Falle Jesus konnte er sein Amt nicht aufs Spiel setzten. Letztendlich war er Tiberius verpflichtet. Pontius Pilatus und Tiberius werden auch im Lukasevangelium namentlich erwähnt.
  36. Nach biblischen Quellen waren es religiöse und politische Gründe, die zur Anklage Jesu führten. Dass Jesus unter Pontius Pilatus der Prozess gemacht wurde, darüber schreiben antike, jüdische und christliche Quellen.
  37. Es ist kaum denkbar, dass für die Römer ein religiöser Grund gegolten hätte. Nur Pontius Pilatus und nur die Römer konnten das Todesurteil aussprechen. Das ist ganz anders, wenn es ein religiöses Urteil gewesen wäre.
  38. Wenn der Oberste Rat, also beschlossen hätte aus religiösen Gründen bringen wir den Menschen um, dann wäre aber auch die Todesart eine andere gewesen, das wäre dann die Steinigung gewesen. Und das alles passiert hier gerade nicht.
  39. Nach der Verurteilung war es im Römischen Reich Brauch den Verurteilten durch die Stadt und die Massen zu treiben. Die heutige Via Dolorosa erinnert bis heute an den Leidensweg, den Jesus bis zu seiner Kreuzigungsstätte gegangen sein soll.
  40. Allerdings ist die heutige Lage der Via Dolorosa nicht historisch: Seit dem 18. Jahrhundert laufen wir eine Strecke, die führt über den Norden von Jerusalem und danach haben die Franziskaner,
  41. die diese Strecke festgelegt haben, überhaupt nicht mitgedacht. Sie haben nämlich nicht daran gedacht, dass die Stadt Jesu nicht die Altstadt heute ist.
  42. Die Altstadt heute ist nach Norden gerückt, das heißt auch heute ist Golgatha mitten in der Altstadt. Und mitten in der Altstadt ist die heutige Via Dolorosa. Damals wäre sie aber außerhalb gewesen.
  43. Auf Golgotha wurde Jesus nach Neuem Testament gekreuzigt. Vier römische Quellen, darunter Sueton, belegen, dass die Römer den Brauch hatten den Grund auf einer Tafel bekannt zu machen.
  44. Übersetzt bedeutet INRI: „Jesus von Nazareth, König der Juden“. Überliefert ist auch, wie die Römer damals Kreuzigungen vornahmen: Die Füße wurden angenagelt. Das sagen die Berichte und das kennen wir auch von anderen Fällen und zwar durch den Sprunggelenkknochen.
  45. Das hält. Das tut furchtbar weh, und das war natürlich eine Möglichkeit den Menschen dort zu befestigen und ihn einfach leidend, aber eben auch regungslos zu machen. Zwischen 30 bis 34 nach Christi starb Jesus während des Passa- Festes vor den Toren Jerusalems am Kreuz.
  46. Flavius Josephus gilt als einer der Kronzeugen für die Ereignisse zu Lebzeiten Jesu. Er schreibt im sog. Testimonium Flavianum: Diese Textstelle ist jedoch wissenschaftlich nicht unumstritten. Sie gilt weder als Fälschung noch als Christusbekenntnis:
  47. Da, wo er über Jesus berichtet, da sind wir nicht ganz davon überzeugt: Jesus am 3. Tag auferstanden. Er war so, wie ihn die Propheten des Alten Testaments ihn bezeugt haben- Er hat zu allen Menschen geredet.
  48. Ob da nicht Christen in der Schrift des Flavius Josephus nachgebessert haben? Schade, dass sie das getan haben. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass lediglich der Hinweis auf die Kreuzigung Jesu von Flavius Josephus stammt.
  49. In Jerusalem sind Archäologen bei Ausgrabungen unter der Grabeskirche auf einen Steinbruch gestoßen, der der römischen Besatzungsmacht damals als Kreuzigungsstätte diente.
  50. Rekonstruiert man die Baugeschichte der Grabeskirche, so lässt sich historisch an dieser Stelle eine frühe Gedenkstätte aus dem 1. Jahrhundert belegen. Nach der Überlieferung soll hier Jesus begraben und nach christlichem Glauben 3 Tage später von Gott auferweckt worden sein.
  51. Schaut man heute das Gebiet archäologisch an, dann bleibt einem eigentlich nur die Ausgrabung unter der Grabeskirche und die Ausgrabung unter der Erlöserkirche, die unmittelbar nebenan steht.
  52. Und dort sieht man sehr deutlich wie Golgatha beschaffen war, eben als ein stehengebliebener Kalksteinfelsen, der für das dort gebrochene Gestein bauunfähig war, unmöglich zu verwenden war.
  53. Der Stein, den man nicht verarbeiten konnte, machte einen Sinn für Karfreitag und zwar deshalb weil man nun einen Hinrichtungsort hatte, der keine vierzig, fünfzig Meter von der Stadtmauer entfernt war:
  54. Außerhalb,- also die Reinheitsgebote der Juden beachtet hat, aber so hoch lag, das man von der Stadt aus die Hinrichtung erleben konnte und das man das Schreien dieser gemarterten Menschen auch tatsächlich miterleben konnte.
  55. Die Abschreckung, die genau die Römer und die Oberen der Jüdischen Leute brauchten, um zu sagen: Leute so nicht! Mit dem Tod am Kreuz und dem Glauben seiner Anhänger an die Auferstehung hat die Wirkungsgeschichte Jesu begonnen.
  56. Hat Jesus wirklich gelebt? Ich denke das kann man so sagen: Jesus war eine historische Person. Allerdings ist der Nachweis ziemlich schwierig, denn wir haben beschlossen, dass wir nicht nur die Evangelien als Quellen betrachten können,
  57. das sind natürlich Leute - die Follower von Jesus waren, die Nachfolger waren, die Mission betreiben wollten, wir brauchen dazu auch ganz unabhängig die römischen Schriftsteller
  58. und alle beide zusammen können nur als unabhängige Quellen dienen und dann Jesus als historische Person bezeichnen. Aus der Botschaft des jüdischen Wanderpredigers ist eine Weltreligion geworden.
  59. Welche historischen Begebenheiten fandet ihr am spannendsten und warum? Schreibt es uns unten in die Kommentare und wenn Euch das Video gefallen hat, dann lasst ein Abo da.

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