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Kreatives Schreiben lernen für Autoren 1/9: In den Schreibfluss kommen

epubli27:38 62.448 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 226 Zeilen
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  1. herzlich willkommen zur webinarreihe der autorenschule schreibheim und epubli ich freue mich dass Ihr dabei
  2. seid kurz zum Ablauf es wird insgesamt neun Termine geben in dieser Reihe und alle sind kostenfrei und als
  3. impulswebinare zu verstehen in der ersten halben Stunde werde ich eine Einführung ins Thema geben und dann
  4. schlaglich da auf verschiedene Aspekte legen ja legen wir los für alle die mich noch nicht kennen mein Name ist Tanja
  5. Steinlechner ich habe in Hildesheim kreatives Schreiben studiert bin Autorin freie Lektorin und Gründerin des
  6. schreibhein einer autorenschule in Berlin als ich das Webinar vorbereitet habe habe ich mich zunächst einmal
  7. erinnert welche Dinge mir als Autorin bisher geholfen haben wenn es darum geht einen Einstieg ins Schreiben zu finden
  8. sei es weil ich einen neuen Roman beginnen sei es weil ich nicht so recht in einen schreibbrhythmus komme der aber
  9. unbedingt sinnvoll ist weil ich ja kontinuierlich an einem Projekt arbeiten möchte ich habe mich auch erinnert was
  10. unsere Autoren und Autorinnen während der Ausbildung berichtet haben was sie unterstützt hat und welche Übungen sie
  11. gut ins Schreiben geführt haben ihr seht in dieser kleinen Wolke hier eine Übersicht der Themen die mir als Autorin
  12. aber auch aus meiner Sicht als schreibcoach wesentlich im Bezug auf das Thema heute erschienen sind das Zitat
  13. von Platon ist mir deshalb so sehr ins Auge gefallen weil es so gut veranschaulicht was ich während der
  14. Workshops und den Ausbildungen beobachten kann wenn zwei Knaben jeder einen Apfel
  15. haben und sie diese Äpfel tauschen dann hat am Ende auch nur jeder einen wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken
  16. haben und diese tauschen hat am Ende jeder zwei neue Gedanken Schriftsteller arbeiten ja oft
  17. alleine an ihrem Schreibtisch und das Bild vom zurückgezogenen Autor in seiner Klause ist doch ein sehr
  18. gängiges wie wundervoll ist es dann aber sich mit gleichgesindnen auszutauschen mit Menschen die den Prozess des
  19. Schreibens kennen die ein gutes Gespür für Geschichten haben ihre Ideen ihre konstruktiven Fragen zu den Texten und
  20. der Austausch zu allen Themen rund ums Schreiben bereichern und inspirieren sehr oft unsere Teilnehmerinnen und
  21. letztlich sicherlich alle Autoren und Autorinnen die das untereinander tun jetzt spreche ich zunächst einmal von
  22. Autoren an dieser Stelle aber später wenn es dann ums überarbeiten geht kommen natürlich auch Lektoren und auch
  23. professionelle Leser ins Spiel aber das wäre Thema eines anderen Webinars und ist natürlich auch eine ganz andere
  24. Geschichte Kreativität was ist das denn eigentlich oft ist sie ja mit einem mystischen sagen wir fast schon
  25. alchemistischen Vorgang assoziiert so scheint es mir sinnvoll dieses Wort jetzt mal genauer unter die Lupe zu
  26. nehmen und zu beleuchten abgeleitet ist es vom lateinischen Wort kreare und bedeutet
  27. übersetzt so viel wie erschaffen hervorbringen ins Leben rufen aber auch wählen und ernennen verursachen und
  28. bewirken dieses kleine Wort wirgt also was wir meinen wenn wir davon reden dass ein neuer Roman geboren wird dass eine
  29. Idee ins Leben gekommen ist Kreativität meint das Schaffen von etwas originär neuem von etwas das in dieser
  30. Kombination noch nicht da gewesen ist dazu und das es wiederum ein anderer Aspekt der
  31. ist es ja notwendig eine Auswahl aus der Vielheit der Welt zu treffen Teile daraus zu wählen unseren Blick für diese
  32. zu schärfen und neu zu kombinieren und auf das etwas geschaffen werde dessen Verursacher wir sind michali chck S
  33. mialli hat sich in lang angelegten Studien mit kreativen Menschen befasst er hat Künstler und Wissenschaftler zu
  34. ihrer Arbeit befragt und ist dabei auf ein gestoßen d er später als Flow bezeichnet hat die Interviewten Sprachen
  35. im Zusammenhang mit dem kreativen Prozess immer wieder von einem Moment des Glücks den sie während bestimmter
  36. Phasen ihrer Arbeit erlebten und der es lohnenswert für sie machte zu arbeiten und zwar ganz unabhängig von äußerem
  37. Erfolg in Form von Anerkennung oder finanzieller Belohnung dieser Moment war gekennzeichnet von Gefühl im Fluss mit
  38. ihrer Tätigkeit zu sein und darin zugehen Raum Zeit und eigene Bedürfnisse spielten keine Rolle
  39. mehr als chick s mihali diesen zustrand später untersuchte stellte er fest dass er sehr voraussetzungsreich war und
  40. immer nur dann eintrat wenn der interviewute weder über noch unterfordert war wenn er also weder
  41. Langeweile spürte noch Angst den Anforderungen nicht zu gemügen der Tiefe Flow tritt über dies nur dann ein wenn
  42. er sowohl die anort ungen als auch die eigenen Fähigkeiten auf gleichzeitig hohem Level sind und um solch ein hohes
  43. Level zu erreichen das wisst ihr sicher alle bedarf es natürlich Übung ihr habt sicher alle schon von dieser 10 000
  44. stundenmarke gehört die ein Mensch sich mit einer Tätigkeit befassen muss bis er dann frei damit spielen kann die
  45. Geigerin die 10 000 Stunden üben muss der Maler aber eben auch der Schriftsteller wer mehr über den Flow
  46. wissen will es gibt einen ganz wunderbaren Vortrag von Schi and nihali selbst einen Ted Vortrag ihr seht es
  47. jetzt hier eingeblindet links und es gibt außerdem sehr schöne Gedanken zu dem Thema Flow den die Tanja Ries auf
  48. ihrem Blog veröffentlicht hat ja aber was hilft mir denn letztlich als Schriftsteller dabei in solche Übung zu
  49. kommen und zu bleiben und zu schreiben um dann wenigstens gelegentlich in diesen Flow zu geraten erstens
  50. klare und oft auch gleiche Tagesabläufe sogenannte Routinen die uns ja oft eher als rotes Tuch erscheinen die helfen
  51. ungemein dabei wenn man an einem langen Projekt arbeitet z.B wenn man einen Roman schreiben möchte Haruki morakami
  52. hat in seinem Buch wovon ich rede wenn ich vom Laufen Rede über den Zusammenhang vom marathonlufen und dem
  53. Schreiben gesprochen was beide Tätigkeiten verbindet ist das dranbleleiben das
  54. Durchhalten auch während sogenannter Durststrecken wenn das Schreiben dann eben mal nicht wie von alleine fließt
  55. und damit ist durchaus auch ein körperliches durchhalten gemeint denn das tägliche am Schreibtisch oder wo
  56. auch immer ihr arbeitet sitzen das bedeutet körperliches durchhalten das eingebrannte Körperwissen jetzt sitze
  57. ich hier und schreibe also ich putze jetzt nicht die Wohnung ich checke keine Mails ich telefoniere auch nicht und ich
  58. schalte nicht die Serie ein deren hält mich gerade so sehr fesselt ich schreibe ich recherchiere auch nicht
  59. recherchieren ist ja durchaus wichtig aber vielleicht nicht gerade dann wenn ich schreibe ich prokrastiniere nicht
  60. ich schreibe Routinen sind natürlich individuell verschieden und jeder von euch kann andere erfinden nur ist es
  61. durchaus zu empfehlen sie nicht täglich neu zu definieren denn dann wären es ja schließlich keine Routinen an die wir
  62. uns gewöhnen könnten zweitens findet Inspiration Quellen und zwar ihre ureigenen das müssen jetzt wirklich
  63. nicht die verfaultten Äpfel in der Schublade sein die sollen Schiller inspiriert haben also wenn sie euch
  64. inspirieren wunderbar wenn nicht sucht euch andere Inspirationsquellen vielleicht sind es ja bestimmte Bücher
  65. die euch zum Schreiben anregen vielleicht bestimmte Gerüche jetzt zur Weihnachtszeit vielleicht Zimt oder es
  66. ist der Geruch von ingwe oder Zitrone vielleicht nah beieinander Kardamon vielleicht sind es Bilder jeder
  67. Autor braucht einen Arbeitsort das können wechselnde Orte sein ich kenne Schriftsteller die nur im Café umgeben
  68. von fremden Menschen und stimmen schreiben können und ich kenne auch genau das Gegenteil ich kenne Autoren
  69. die ganz unausstehlich werden sollen wenn sie im Haus oder der Wohnung sind und sich etwas dort bewegt sie bekannte
  70. Stimmen in normal im Ton hören die sich im Nebenzimmer unterhalten während sie arbeiten ich gehöre selbst dieser
  71. Gattung an und ich weiß dass das überhaupt nicht angenehm ist für die Mitmenschen es gibt auch Schriftsteller
  72. die in Abwechslung verschiedene schreiborte aufsuchen weil genau das sie inspiriert wichtig ist aber zu wissen
  73. welche Orte das sind wenn ihr einen heimaththafen eures Schreibens habt dann richtet euch diesen
  74. nach euren Vorlieben ein vielleicht hngt ihr eine Timeline eures Romans in Sichtweite eures Schreibtisches auf oder
  75. Bilder von euren Figuren oder von Orten die euren Roman welelten ähneln Ideen sind Früchte die erst Reifen müssen
  76. bevorevor wir sie zu pflücken können diese Reifung geschieht in der Inkubationsphase wir können in dieser
  77. Zeit nicht sehr viel aktiv tun damit es vorangeht gut Ding will Weile haben während wir anderen Tätigkeiten
  78. nachgehen die uns inspirieren finden uns unsere Figuren und verknüpfen sich mit unser
  79. Themen diesen gedankenblitzen können wir recherchierend nachgehen können z.B Bücher über Australien lesen wenn unser
  80. Held dort wohnt aber uns dann auch fragen wo genau in Australien lebt er denn in der Großstadt oder in der
  81. Einsamkeit und während wir darüber brüten gehen wir schwimmen führen Unterhaltungen Kochen lesen und an
  82. irgendeinem Punkt während wir diese Tätigkeiten ausführen kommt uns vielleicht ein Gedanke der sich mit der
  83. Figur verknüpft und auch mit dem dann haben wir plötzlich auch den Konflikt gefunden und unser Thema steht
  84. wie vor uns inkubationsphasen können wir lernen zu genießen und unterdessen lesen Musik hören
  85. schweigen als ich in Hildesheim studiert habe da hat Hans Joseph orteil ein Seminar gegeben es hatte den Titel
  86. Morgenstunden die Studenten haben sich alle sehr früh zusammengefunden und die Stille des neuen Tages genutzt um ins
  87. Schreiben zu kommen das war wirklich ein ganz wunderbares Seminar aber ich musste mich trotzdem aus dem Bett quälen ich
  88. bin einfach keine Lärche Morgenstunden nützen mir persönlich überhaupt gar nichts und deswegen gibt es in meiner
  89. eigenen autorenschule heute die lange Nacht des Schreibens das ist sozusagen das Gegenkonzept zu den Morgenstunden da
  90. müsste eigentlich drüber stehen eine Veranstaltung nur für een also was ich damit sagen will findet heraus wann eure
  91. kreativste Zeit ist und nutzt diese Stunden der Stille seien sie früh morgens oder in der Nacht sie gehören
  92. nur euch wichtig ist es auch sich klar zu werden welche Themen eure Themen sind mit welchen Ausschnitten der Welt wollt
  93. ihr euch einen ganzen Roman lang befassen vielleicht sogar euer Gesamtwerk damit füllen sind es
  94. bestimmte Orte die euch fesseln und deren Magie euch einfach nicht loslässt sind es eher städtische oder eher
  95. ländliche Räume sind es politische Themen vielleicht die aktuell flüchtlingsdebatte der euch literarisch
  96. näherern wollt oder sind es vielleicht Krankheiten vielleicht der warn einer Psychose ist es der Grenzgang der euch
  97. reizt die Frage nach Wirklichkeit oder nach Wirklichkeiten ich mache diese Übung
  98. sehr sehr gerne in meinen Seminaren jeder sammelt Themen zu denen er Bezüge hat jeder schreibt diese persönlichen
  99. Zugänge zu seinen Themen auf und alle Teilnehmer fragen sich wer sonst noch etwas darüber zu erzählen weiß im
  100. Familien und Freundeskreis gibt es nämlich sehr oft Experten die wiederum persönliche Blicke auf eben dieses Thema
  101. werfen können und das multipliziert dann die Sichtweisen und dann bleibt natürlich die Frage wie wollt ihr davon
  102. erzählen wie könnt ausschließlich ihr darüber erzählen und welche eurer Figuren verbinden sich mit eurem Thema
  103. und welche Zugänge haben sie Recherche ist dafür natürlich gemein bereichernd und inspirierend aber
  104. Recherche ist gleichermaßen auch ein Fluchtpunkt des Schreibens und wann genau sie was ist
  105. das zu spüren und dem weiter nachzugehen das ist natürlich eine wesentliche Frage für ihure Arbeit stehtes notieren das
  106. gehört auch zu jedem Autorenleben dazu weil wir schreibend die Welt erfassen und was können wir nicht alles
  107. festhalten was sich sonst wieder unserer Sicht entzieht und verloren geht in der Welt dieser verschwindenden
  108. Gedanken notieren ermöglicht den konkreten Blick ins Hier und Jetzt ermöglicht die Rückschau zu einem
  109. Zeitpunkt an dem die Gedanken nicht mehr verfügbar sind weil sie dem Augenblick angehören zum Thema notieren hat Hans
  110. Josef orteil ein ganz wunderbares Buch geschrieben und das heißt schreiben dicht am Leben notieren und skizzieren
  111. ist der Untertitel ja mir selbst geht es regelmäßig immer wieder ganz genauso ich
  112. notiere notiere und notiere weiter und dann weil ich es handschriftlich tue und auf verstreuten
  113. Zetteln dann Lager ich die in irgendwelchen Büchern in küchenschubladen und ich finde natürlich
  114. nie wieder genau diesen Zettel den ich suche diesen einen Gedanken diesen einen Kommentar von dem ich weiß dass er da
  115. irgendwo ist das ist eine Unordnung die mir im besten Falle hilft zufällig auf ged zu stoßen zufällig zur rechten Zeit
  116. fündig zu werden seit einiger Zeit bemühe ich mich deshalb um Ordnung um wieder Auffindbarkeit ich ordne also
  117. meine Notizbücher nach ihrer Chronologie des Entstehens es gibt Hefte mit Titeln und solche die diverses beinhalten die
  118. sind überschriftet mit Figuren oder mit Räume oder mit gesammeltes oder manchmal steht da auch drauf einfach Ideen es
  119. gibt Tage und Reisebücher es gibt gemischt wararen und Skizzenbücher findet eure eigene Ordnung ich
  120. persönlich habe da gar keine vorzuschlagen ich bin selbst auf der Suche danach was ich aber weiß
  121. archivieren und ordnen hilft ungemein sei es digital oder analog und von digitalen Inhalten sollte
  122. es auch unbedingt immer Sicherheitskopien geben ja die nächste Folie heißt dran bleiben und da kommt
  123. mir sofort wieder der morakamische Marathonläufer ins Spiel einmal im schreiben heißt es auch weitergehen auch
  124. im zweiten Akt im meistens eher beschwerlichen zweiten Akt denn da erzählen wir ja die Geschichte aus um
  125. die es eigentlich gehen soll wir wollen wissen welche Station der Held durchlaufen muss um sein wahres
  126. Bedürfnis zu finden und wir wollen erfahren wird er sein Ziel erreichen oder wird er scheitern oder findet er
  127. unterdessen ein neues Ziel jetzt habe ich ein paar Punkte aufgelistet die mir wichtig erscheinen in dieser
  128. Phase erstens das Handwerk Schreibens lernst du nur durchs schreiben übe am besten
  129. täglich zweitens Regelmäßigkeit hilft das haben wir vorhin ja schon dein Körper und
  130. Geist weiß was zu tun ist wenn es einfach in einer bestimmten Abfolge immer wieder passiert etwas was die
  131. wunderbare Nina George einmal während eines Vortrags gesagt hat möchte ich hier unbedingt aufnehmen schicke deinen
  132. kritischen Geist während des Schreibens kaffeet trinken er stört Dich nur Überarbeitung darfst du ihn dann wieder
  133. einladen und dann darf die Künstlerin Kaffee trinken gehen viertens versenke dich und schaffe dir
  134. deinen Raum schalte Störungen möglichst aus vom Mailprogramm über Telefonanrufe vom Liebenden Partner über deine Kinder
  135. die haben nämlich letztlich auch überhaupt nichts davon wenn du am Abend unzufrieden ins Nichts starst weil Du
  136. nicht geschrieben hast was du hättest schreiben können weil deine Geschichte dich nämlich auch fordert und zwar nicht
  137. weniger als deine Familie oder deine Freunde deswegen sollte sest du ihr Zeit geben wenn du willst dass sie
  138. gedigt lerne deine schreibbedürfnisse kennen was inspiriert dich wie kommt wie kommst Du persönlich in den Fluss und
  139. was hilft dir am besten welche Rituale schätzt du was motiviert dich dann auch das hatten wir vorhin ja schon tausche
  140. dich unbedingt mit Kolleginnen aus da kannst du wirklich sicher sein die verstehen dich und lasst fast last not
  141. least halte auf jeden Fall durch schreibkrisen gehören einfach auch dazu zu wenn sie auftreten dann frag dich
  142. warum sie da sind braucht deine Geschichte vielleicht eine neue Wendung sind dein Plot und deine Figuren stimmig
  143. hält dich eine Angst gefangen also vielleicht auch die dass es nicht die richtige Geschichte ist dass du nicht
  144. genügst mit der Geschichte dass das Schreiben nicht ausreicht all das ist dann sinnvoll zu fragen und nicht
  145. einfach aufzuhören ja und dann kommt das Überarbeiten der Geschichte und jetzt ist es nämlich an der Zeit die kritische
  146. äh Lektorin oder den kritischen Geist wieder einen Schreibtisch zu bitten und die sensible Künstlerin kaffeet trinken
  147. gehen zu lassen so wie Nina gör das wunderbar gesagt hat ja jeder Schriftsteller arbeitet anders immer
  148. wieder fasziniert es mich deshalb in die Werkstätten verschiedenster Autoren zu schauen und ihre Arbeitsweisen
  149. kennenzulernen über harok marokam habe ich ja heute schon sehr viel gesprochen und das mag natürlich daran liegen dass
  150. ich seine Bücher sehr liebe und auch auf jede seiner Veröffentlichungen aufs Neue gespannt bin er hat mich schon zu meiner
  151. Studienzeit begleitet als einer meiner Lieblingsautoren und letztlich habe ich sogar über ihn meine mündliche Prüfung
  152. abgelegt und mich ganz tief in sein Schreiben vergraben morakani ist einer dieser Autoren die einen sehr sehr sehr
  153. strukturierten Arbeitsalltag haben er ist ganz im Gegensatz zu mir eine lehriche und steht früh auf um zu
  154. schreiben aber wiederum im Gegensatz zur festen Struktur seines Arbeitstages steht seine herangehen Weise ans
  155. Schreiben er sagt nämlich er habe gar keinen festen Plan er Folge seinen Eingebungen und Figuren und deshalb ist
  156. norakami wie wir später noch sehen werden ein strukturschaffer er erschreibt sich seine Struktur der
  157. Geschichte während er schreibt ein anderer Hans Joseph Teil hat in einem Interview gesagt wie wichtig es ist zu
  158. notieren für ihn dieses notieren Fülle seine Tage und begleite ihn er müsse schreiben sagt er sonst ziehe
  159. das Leben vorüber es wird erst greifbar und erfährt seine Bedeutung im aufschreiben ein Tag ohne zu schreiben
  160. sei ein schwieriger Tag für ihn er sei dann unleidlich Jos Simon wiederum das war ein
  161. Vielschreiber er soll seine Romane in kürzester Zeit in intensiven arbeitsschüben geschrieben haben ganz
  162. hoch konzentriert auf diese eine Aufgabe fokussiert Hanspeter Ordner ein Linguist ist hat aus Interviews Tagebüchern
  163. Briefwechsel und ähnlichen mit Schriftstellern zehn Schreibstrategien aufgefunden auf die Autoren besonders
  164. oft zurückgreifen grob unterteilt kann man von Struktur folgern und
  165. strukturchaffern sprechen erstere also die Struktur Folger schaffen sich im Vorfeld eine Struktur
  166. das sind die geborenen Plotter die lieben es sich eine Abfolge der Szenen auszudenken und der Bezüge zueinander
  167. herauszuarbeiten strukturfolger kennen nicht nur ihre Figur sie wissen auch wann Sie welche Entscheidung treffen und
  168. wann genau sie auf andere Figuren stoßen werden kurz sie wissen ganz genau wann was geschieht der Vorteil die
  169. Überarbeitung ist deutlich weniger aufwendig anders die Struktur Schaffer im extremen Fall entsteht während des
  170. Schreibens erst der Plot die Figur kristallisiert sich heraus und ihr Weg entsteht im Gehen der Vorteil das
  171. Unvorhersehbare macht diesen Prozess natürlich viel viel spannender vielleicht langweilig kennt solch ein
  172. Autor eher nicht der Nachteil die Überarbeitung wird aller Voraussicht nach sehr sehr
  173. aufwendig die wenigsten Autoren entsprechen dem einen oder dem anderen Extrem sie bewegen sich irgendwo
  174. dazwischen sie Plotten bevor Sie anfangen zu schreiben aber auf keinen Fall und Detail und es gibt immer noch
  175. Überraschungsmomente die Figuren bekommen manchmal ein Eigenleben und agieren plötzlich anders als die Autoren
  176. erwartet haben und in diesen Augenblicken folgt der Autor dann auch seinen Figuren und überarbeitet
  177. dementsprechend den Plot ja wer mehr über schreibtypen lesen will erike Scheuermann bietet auf ihrer Website
  178. einen schreibtypentest an und mit der schreibfitnessmappe kann man sich an einem genaueren Test
  179. beteiligen letztlich glaube ich aber dass die eigene Beobachtung zunächst einmal ausreicht wie schreibe ich welche
  180. Prozesse durchlaufe ich dabei was hilft mir beim Schreiben und was passiert wenn ich mein Schreibverhalten verändere
  181. darissa Böhning die war neulich in unserer autorenusbildung zu Gast und hat erzählt dass sich ihre Herangehensweise
  182. ans Schreiben im Laufe ihrer Entwicklung als Schriftstellerin verändert hat was vorher war sie eine ganz klare
  183. strukturchafferin heute aber nutzt sie die ode des plottens um sich sehr langwierige Arbeitsprozesse zu
  184. erleichtern deshalb wird sie noch lange keine Struktur folgerin werden aber sie ergänzt so ihre Möglichkeiten hier habe
  185. ich mal drei Schreibübungen für euch versammelt und vielleicht habt ihr ja Lust sie auszuprobieren ich glaube die
  186. eignen sich ganz gut um in so einen Schreibfluss zu kommen die erste heißt mit Musik
  187. schreiben dabei ist es allerdings wichtig sich unterschiedliche Musikstücke auszusuchen und am besten
  188. ohne dass man einen verständlichen Text hat weil der lenkt sicherlich ab und dann geht es darum sich in diese
  189. Musik hineinzuhören sich mal fallen zu lassen und den Klang zu lauschen sich von dem Rhythmus davon tragen zu lassen
  190. und dann irgendwann zu beginnen zu schreiben je nach Stimmung des Stücks werden sich dann natürlich auch die
  191. Texte unterscheiden und am Schluss wenn man dann so verschiedene Texte hat kann man aus den notaten aus dem einzelnen
  192. sich vielleicht anregen lassen und aus dem ein oder anderen entsteht möglicherweise eine
  193. Geschichte ja die zweite Schreibübung ist eher auf Langfristigkeit angelegt da geht es nämlich um ein
  194. Archiv darum sich ein solches Archiv zu erstellen erste Sätze aufzuschreiben die man im Kopf hat Notate zu machen zu
  195. bestimmten Räumen zu Figuren die man im Kopf hat zu Stimmungen ja sammle mal Bilder von Orten die dich inspirieren
  196. oder auch Postkarten das ist auch wunderbar und dann studiere außerdem die Meldungen der Tagespresse oft finden
  197. sich da ganz interessante Begebenheiten die man dann ausschneiden kann und sich auch dafür ein Archiv anlegen kann meine
  198. Anregung zur Schreibübung lass dich von zwei dieser funschstücke zu einer Geschichte
  199. inspirieren meine Idee nimm eine Meldung aus der Presse und eine Figur die dir vor Augen schwebt und daraus baue eine
  200. kleine Erzählung ja und eine dritte Schreibübung beginne ein literarisches Tagebuch was ist denn ein literarisches
  201. Tagebuch im Unterschied zu einem Tagebuch ja ein literarisches Tagebuch ist letztlich auch eine Chronik der Zeit
  202. und zwar eine ganz persönliche Chronik der Zeit es geht darum eigene Gedanken Kommentare und Eindrücke festzuhalten um
  203. später auf sie zurückgreifen zu können stellt euch mal vor ihr hättet Eindrücke für das Jahr
  204. 1999 zum Mauerfall Gesam oder Eindrücke was habt ihr gedacht als sich in Japan Fukushima ereignet hat was war sozusagen
  205. parallel in eurem Leben haltet auch eure Ängste Sehnsüchte und Konflikte fest oft eignen die sich sehr gut dafür sich
  206. später Figuren zu übergeben dadurch verändern sich vielleicht auch die Figuren
  207. weil auch wenn es eure persönlichen Konflikte sind so sind es doch oft Grundgefühle die angesprochen sind also
  208. Eifersucht oder verliebt sein oder Wut all das fühlt sich von Mensch zu Mensch vielleicht gar nicht so sehr
  209. unterschiedlich an und dadurch bekommt es auch etwas überpersönliches das alle angeht ja zuletzt jetzt noch ein paar
  210. Buchtipps für euch z.B von Claudia GKE und Regina nössler das sind die Herausgeberinnen
  211. des wunderbaren kleinen Bandes schreiben also so klein ist der gar nicht der ist sogar recht dick im konkursbuchverlag
  212. erschienen und da haben sich mehrere Autorinnen zum eigenen Schreiben Gedanken gemacht das ist ein sehr
  213. hübsches kleines Buch dann natürlich auch step King das kennen die ein oder anderen das Leben
  214. und das Schreiben da öffnet er uns so ein Stück seine Werkstatt und lässt uns teilhaben auch über Murakami haben wir
  215. natürlich heute jetzt schon eine ganze Menge gered der hat ein Buch geschrieben wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede
  216. da geht's ja um diesen Marathonläufer ja das Buch von Titus Müller vom Abenteuer einen Roman zu
  217. schreiben auch ganz wunderbar auch er öffnet seine Werkstatt und zeigt was für ihn wesentliche Themen sind und dann
  218. wenn es ums notieren und skizzieren geht schreiben dicht am Leben von Hans Josef orteil und was auch ganz wunderschön ist
  219. ist Jon von Düffel Wasser und andere Welten und also er erzählt etwas letztlich Geschichten übers Wasser und
  220. diese Geschichten haben aber oft auch etwas mit dem Schreiben zu tun ja auf der schreibhein Seite gibt es natürlich
  221. auch einen Blog unserer autorenschule da verlinken wir oft Autoren Interviews berichten aus der Werkstatt unserer
  222. Studenten geben auch weiterhin kleine Schreibtipps Posten den ein oder anderen Wettbewerb und versorgen euch mit so
  223. unterhaltsamen neuigkeiten rund ums große Thema schreiben den Blog findet ihr dann unter
  224. wwwschreibhein.com ja und das nächste Webinar findet statt am 19 januar 2016 da wird's dann verstärkt um
  225. Erzählperspektiven gehen von Stimmen die Geschichten lebendig machen ich bedanke mich für eure
  226. Aufmerksamkeit und ich hoffe dass ihr beim nächsten Webinar wieder mit dabei seid und bis dahin sage ich tschüss

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