Kreatives Schreiben lernen für Autoren 1/9: In den Schreibfluss kommen epubli https://www.youtube.com/watch?v=UIihrcNJptM Transkript (automatisch erstellt) 0:00 herzlich willkommen zur webinarreihe der autorenschule schreibheim und epubli ich freue mich dass Ihr dabei 0:06 seid kurz zum Ablauf es wird insgesamt neun Termine geben in dieser Reihe und alle sind kostenfrei und als 0:14 impulswebinare zu verstehen in der ersten halben Stunde werde ich eine Einführung ins Thema geben und dann 0:21 schlaglich da auf verschiedene Aspekte legen ja legen wir los für alle die mich noch nicht kennen mein Name ist Tanja 0:28 Steinlechner ich habe in Hildesheim kreatives Schreiben studiert bin Autorin freie Lektorin und Gründerin des 0:36 schreibhein einer autorenschule in Berlin als ich das Webinar vorbereitet habe habe ich mich zunächst einmal 0:43 erinnert welche Dinge mir als Autorin bisher geholfen haben wenn es darum geht einen Einstieg ins Schreiben zu finden 0:52 sei es weil ich einen neuen Roman beginnen sei es weil ich nicht so recht in einen schreibbrhythmus komme der aber 0:58 unbedingt sinnvoll ist weil ich ja kontinuierlich an einem Projekt arbeiten möchte ich habe mich auch erinnert was 1:05 unsere Autoren und Autorinnen während der Ausbildung berichtet haben was sie unterstützt hat und welche Übungen sie 1:11 gut ins Schreiben geführt haben ihr seht in dieser kleinen Wolke hier eine Übersicht der Themen die mir als Autorin 1:19 aber auch aus meiner Sicht als schreibcoach wesentlich im Bezug auf das Thema heute erschienen sind das Zitat 1:26 von Platon ist mir deshalb so sehr ins Auge gefallen weil es so gut veranschaulicht was ich während der 1:32 Workshops und den Ausbildungen beobachten kann wenn zwei Knaben jeder einen Apfel 1:38 haben und sie diese Äpfel tauschen dann hat am Ende auch nur jeder einen wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken 1:46 haben und diese tauschen hat am Ende jeder zwei neue Gedanken Schriftsteller arbeiten ja oft 1:54 alleine an ihrem Schreibtisch und das Bild vom zurückgezogenen Autor in seiner Klause ist doch ein sehr 2:01 gängiges wie wundervoll ist es dann aber sich mit gleichgesindnen auszutauschen mit Menschen die den Prozess des 2:08 Schreibens kennen die ein gutes Gespür für Geschichten haben ihre Ideen ihre konstruktiven Fragen zu den Texten und 2:15 der Austausch zu allen Themen rund ums Schreiben bereichern und inspirieren sehr oft unsere Teilnehmerinnen und 2:21 letztlich sicherlich alle Autoren und Autorinnen die das untereinander tun jetzt spreche ich zunächst einmal von 2:27 Autoren an dieser Stelle aber später wenn es dann ums überarbeiten geht kommen natürlich auch Lektoren und auch 2:33 professionelle Leser ins Spiel aber das wäre Thema eines anderen Webinars und ist natürlich auch eine ganz andere 2:40 Geschichte Kreativität was ist das denn eigentlich oft ist sie ja mit einem mystischen sagen wir fast schon 2:47 alchemistischen Vorgang assoziiert so scheint es mir sinnvoll dieses Wort jetzt mal genauer unter die Lupe zu 2:53 nehmen und zu beleuchten abgeleitet ist es vom lateinischen Wort kreare und bedeutet 2:58 übersetzt so viel wie erschaffen hervorbringen ins Leben rufen aber auch wählen und ernennen verursachen und 3:07 bewirken dieses kleine Wort wirgt also was wir meinen wenn wir davon reden dass ein neuer Roman geboren wird dass eine 3:15 Idee ins Leben gekommen ist Kreativität meint das Schaffen von etwas originär neuem von etwas das in dieser 3:23 Kombination noch nicht da gewesen ist dazu und das es wiederum ein anderer Aspekt der 3:30 ist es ja notwendig eine Auswahl aus der Vielheit der Welt zu treffen Teile daraus zu wählen unseren Blick für diese 3:39 zu schärfen und neu zu kombinieren und auf das etwas geschaffen werde dessen Verursacher wir sind michali chck S 3:48 mialli hat sich in lang angelegten Studien mit kreativen Menschen befasst er hat Künstler und Wissenschaftler zu 3:56 ihrer Arbeit befragt und ist dabei auf ein gestoßen d er später als Flow bezeichnet hat die Interviewten Sprachen 4:05 im Zusammenhang mit dem kreativen Prozess immer wieder von einem Moment des Glücks den sie während bestimmter 4:12 Phasen ihrer Arbeit erlebten und der es lohnenswert für sie machte zu arbeiten und zwar ganz unabhängig von äußerem 4:19 Erfolg in Form von Anerkennung oder finanzieller Belohnung dieser Moment war gekennzeichnet von Gefühl im Fluss mit 4:27 ihrer Tätigkeit zu sein und darin zugehen Raum Zeit und eigene Bedürfnisse spielten keine Rolle 4:36 mehr als chick s mihali diesen zustrand später untersuchte stellte er fest dass er sehr voraussetzungsreich war und 4:44 immer nur dann eintrat wenn der interviewute weder über noch unterfordert war wenn er also weder 4:50 Langeweile spürte noch Angst den Anforderungen nicht zu gemügen der Tiefe Flow tritt über dies nur dann ein wenn 4:58 er sowohl die anort ungen als auch die eigenen Fähigkeiten auf gleichzeitig hohem Level sind und um solch ein hohes 5:05 Level zu erreichen das wisst ihr sicher alle bedarf es natürlich Übung ihr habt sicher alle schon von dieser 10 000 5:12 stundenmarke gehört die ein Mensch sich mit einer Tätigkeit befassen muss bis er dann frei damit spielen kann die 5:19 Geigerin die 10 000 Stunden üben muss der Maler aber eben auch der Schriftsteller wer mehr über den Flow 5:29 wissen will es gibt einen ganz wunderbaren Vortrag von Schi and nihali selbst einen Ted Vortrag ihr seht es 5:36 jetzt hier eingeblindet links und es gibt außerdem sehr schöne Gedanken zu dem Thema Flow den die Tanja Ries auf 5:44 ihrem Blog veröffentlicht hat ja aber was hilft mir denn letztlich als Schriftsteller dabei in solche Übung zu 5:51 kommen und zu bleiben und zu schreiben um dann wenigstens gelegentlich in diesen Flow zu geraten erstens 6:00 klare und oft auch gleiche Tagesabläufe sogenannte Routinen die uns ja oft eher als rotes Tuch erscheinen die helfen 6:09 ungemein dabei wenn man an einem langen Projekt arbeitet z.B wenn man einen Roman schreiben möchte Haruki morakami 6:18 hat in seinem Buch wovon ich rede wenn ich vom Laufen Rede über den Zusammenhang vom marathonlufen und dem 6:23 Schreiben gesprochen was beide Tätigkeiten verbindet ist das dranbleleiben das 6:29 Durchhalten auch während sogenannter Durststrecken wenn das Schreiben dann eben mal nicht wie von alleine fließt 6:37 und damit ist durchaus auch ein körperliches durchhalten gemeint denn das tägliche am Schreibtisch oder wo 6:43 auch immer ihr arbeitet sitzen das bedeutet körperliches durchhalten das eingebrannte Körperwissen jetzt sitze 6:51 ich hier und schreibe also ich putze jetzt nicht die Wohnung ich checke keine Mails ich telefoniere auch nicht und ich 6:58 schalte nicht die Serie ein deren hält mich gerade so sehr fesselt ich schreibe ich recherchiere auch nicht 7:05 recherchieren ist ja durchaus wichtig aber vielleicht nicht gerade dann wenn ich schreibe ich prokrastiniere nicht 7:11 ich schreibe Routinen sind natürlich individuell verschieden und jeder von euch kann andere erfinden nur ist es 7:20 durchaus zu empfehlen sie nicht täglich neu zu definieren denn dann wären es ja schließlich keine Routinen an die wir 7:25 uns gewöhnen könnten zweitens findet Inspiration Quellen und zwar ihre ureigenen das müssen jetzt wirklich 7:34 nicht die verfaultten Äpfel in der Schublade sein die sollen Schiller inspiriert haben also wenn sie euch 7:39 inspirieren wunderbar wenn nicht sucht euch andere Inspirationsquellen vielleicht sind es ja bestimmte Bücher 7:47 die euch zum Schreiben anregen vielleicht bestimmte Gerüche jetzt zur Weihnachtszeit vielleicht Zimt oder es 7:57 ist der Geruch von ingwe oder Zitrone vielleicht nah beieinander Kardamon vielleicht sind es Bilder jeder 8:06 Autor braucht einen Arbeitsort das können wechselnde Orte sein ich kenne Schriftsteller die nur im Café umgeben 8:15 von fremden Menschen und stimmen schreiben können und ich kenne auch genau das Gegenteil ich kenne Autoren 8:21 die ganz unausstehlich werden sollen wenn sie im Haus oder der Wohnung sind und sich etwas dort bewegt sie bekannte 8:28 Stimmen in normal im Ton hören die sich im Nebenzimmer unterhalten während sie arbeiten ich gehöre selbst dieser 8:36 Gattung an und ich weiß dass das überhaupt nicht angenehm ist für die Mitmenschen es gibt auch Schriftsteller 8:42 die in Abwechslung verschiedene schreiborte aufsuchen weil genau das sie inspiriert wichtig ist aber zu wissen 8:49 welche Orte das sind wenn ihr einen heimaththafen eures Schreibens habt dann richtet euch diesen 8:56 nach euren Vorlieben ein vielleicht hngt ihr eine Timeline eures Romans in Sichtweite eures Schreibtisches auf oder 9:04 Bilder von euren Figuren oder von Orten die euren Roman welelten ähneln Ideen sind Früchte die erst Reifen müssen 9:10 bevorevor wir sie zu pflücken können diese Reifung geschieht in der Inkubationsphase wir können in dieser 9:17 Zeit nicht sehr viel aktiv tun damit es vorangeht gut Ding will Weile haben während wir anderen Tätigkeiten 9:24 nachgehen die uns inspirieren finden uns unsere Figuren und verknüpfen sich mit unser 9:30 Themen diesen gedankenblitzen können wir recherchierend nachgehen können z.B Bücher über Australien lesen wenn unser 9:36 Held dort wohnt aber uns dann auch fragen wo genau in Australien lebt er denn in der Großstadt oder in der 9:43 Einsamkeit und während wir darüber brüten gehen wir schwimmen führen Unterhaltungen Kochen lesen und an 9:50 irgendeinem Punkt während wir diese Tätigkeiten ausführen kommt uns vielleicht ein Gedanke der sich mit der 9:57 Figur verknüpft und auch mit dem dann haben wir plötzlich auch den Konflikt gefunden und unser Thema steht 10:05 wie vor uns inkubationsphasen können wir lernen zu genießen und unterdessen lesen Musik hören 10:12 schweigen als ich in Hildesheim studiert habe da hat Hans Joseph orteil ein Seminar gegeben es hatte den Titel 10:20 Morgenstunden die Studenten haben sich alle sehr früh zusammengefunden und die Stille des neuen Tages genutzt um ins 10:27 Schreiben zu kommen das war wirklich ein ganz wunderbares Seminar aber ich musste mich trotzdem aus dem Bett quälen ich 10:34 bin einfach keine Lärche Morgenstunden nützen mir persönlich überhaupt gar nichts und deswegen gibt es in meiner 10:42 eigenen autorenschule heute die lange Nacht des Schreibens das ist sozusagen das Gegenkonzept zu den Morgenstunden da 10:51 müsste eigentlich drüber stehen eine Veranstaltung nur für een also was ich damit sagen will findet heraus wann eure 10:57 kreativste Zeit ist und nutzt diese Stunden der Stille seien sie früh morgens oder in der Nacht sie gehören 11:04 nur euch wichtig ist es auch sich klar zu werden welche Themen eure Themen sind mit welchen Ausschnitten der Welt wollt 11:12 ihr euch einen ganzen Roman lang befassen vielleicht sogar euer Gesamtwerk damit füllen sind es 11:18 bestimmte Orte die euch fesseln und deren Magie euch einfach nicht loslässt sind es eher städtische oder eher 11:24 ländliche Räume sind es politische Themen vielleicht die aktuell flüchtlingsdebatte der euch literarisch 11:31 näherern wollt oder sind es vielleicht Krankheiten vielleicht der warn einer Psychose ist es der Grenzgang der euch 11:39 reizt die Frage nach Wirklichkeit oder nach Wirklichkeiten ich mache diese Übung 11:46 sehr sehr gerne in meinen Seminaren jeder sammelt Themen zu denen er Bezüge hat jeder schreibt diese persönlichen 11:54 Zugänge zu seinen Themen auf und alle Teilnehmer fragen sich wer sonst noch etwas darüber zu erzählen weiß im 12:02 Familien und Freundeskreis gibt es nämlich sehr oft Experten die wiederum persönliche Blicke auf eben dieses Thema 12:08 werfen können und das multipliziert dann die Sichtweisen und dann bleibt natürlich die Frage wie wollt ihr davon 12:16 erzählen wie könnt ausschließlich ihr darüber erzählen und welche eurer Figuren verbinden sich mit eurem Thema 12:23 und welche Zugänge haben sie Recherche ist dafür natürlich gemein bereichernd und inspirierend aber 12:32 Recherche ist gleichermaßen auch ein Fluchtpunkt des Schreibens und wann genau sie was ist 12:39 das zu spüren und dem weiter nachzugehen das ist natürlich eine wesentliche Frage für ihure Arbeit stehtes notieren das 12:48 gehört auch zu jedem Autorenleben dazu weil wir schreibend die Welt erfassen und was können wir nicht alles 12:55 festhalten was sich sonst wieder unserer Sicht entzieht und verloren geht in der Welt dieser verschwindenden 13:02 Gedanken notieren ermöglicht den konkreten Blick ins Hier und Jetzt ermöglicht die Rückschau zu einem 13:10 Zeitpunkt an dem die Gedanken nicht mehr verfügbar sind weil sie dem Augenblick angehören zum Thema notieren hat Hans 13:19 Josef orteil ein ganz wunderbares Buch geschrieben und das heißt schreiben dicht am Leben notieren und skizzieren 13:26 ist der Untertitel ja mir selbst geht es regelmäßig immer wieder ganz genauso ich 13:31 notiere notiere und notiere weiter und dann weil ich es handschriftlich tue und auf verstreuten 13:39 Zetteln dann Lager ich die in irgendwelchen Büchern in küchenschubladen und ich finde natürlich 13:46 nie wieder genau diesen Zettel den ich suche diesen einen Gedanken diesen einen Kommentar von dem ich weiß dass er da 13:53 irgendwo ist das ist eine Unordnung die mir im besten Falle hilft zufällig auf ged zu stoßen zufällig zur rechten Zeit 14:01 fündig zu werden seit einiger Zeit bemühe ich mich deshalb um Ordnung um wieder Auffindbarkeit ich ordne also 14:09 meine Notizbücher nach ihrer Chronologie des Entstehens es gibt Hefte mit Titeln und solche die diverses beinhalten die 14:17 sind überschriftet mit Figuren oder mit Räume oder mit gesammeltes oder manchmal steht da auch drauf einfach Ideen es 14:25 gibt Tage und Reisebücher es gibt gemischt wararen und Skizzenbücher findet eure eigene Ordnung ich 14:31 persönlich habe da gar keine vorzuschlagen ich bin selbst auf der Suche danach was ich aber weiß 14:37 archivieren und ordnen hilft ungemein sei es digital oder analog und von digitalen Inhalten sollte 14:45 es auch unbedingt immer Sicherheitskopien geben ja die nächste Folie heißt dran bleiben und da kommt 14:52 mir sofort wieder der morakamische Marathonläufer ins Spiel einmal im schreiben heißt es auch weitergehen auch 14:59 im zweiten Akt im meistens eher beschwerlichen zweiten Akt denn da erzählen wir ja die Geschichte aus um 15:06 die es eigentlich gehen soll wir wollen wissen welche Station der Held durchlaufen muss um sein wahres 15:12 Bedürfnis zu finden und wir wollen erfahren wird er sein Ziel erreichen oder wird er scheitern oder findet er 15:19 unterdessen ein neues Ziel jetzt habe ich ein paar Punkte aufgelistet die mir wichtig erscheinen in dieser 15:26 Phase erstens das Handwerk Schreibens lernst du nur durchs schreiben übe am besten 15:34 täglich zweitens Regelmäßigkeit hilft das haben wir vorhin ja schon dein Körper und 15:41 Geist weiß was zu tun ist wenn es einfach in einer bestimmten Abfolge immer wieder passiert etwas was die 15:47 wunderbare Nina George einmal während eines Vortrags gesagt hat möchte ich hier unbedingt aufnehmen schicke deinen 15:53 kritischen Geist während des Schreibens kaffeet trinken er stört Dich nur Überarbeitung darfst du ihn dann wieder 16:00 einladen und dann darf die Künstlerin Kaffee trinken gehen viertens versenke dich und schaffe dir 16:06 deinen Raum schalte Störungen möglichst aus vom Mailprogramm über Telefonanrufe vom Liebenden Partner über deine Kinder 16:15 die haben nämlich letztlich auch überhaupt nichts davon wenn du am Abend unzufrieden ins Nichts starst weil Du 16:19 nicht geschrieben hast was du hättest schreiben können weil deine Geschichte dich nämlich auch fordert und zwar nicht 16:25 weniger als deine Familie oder deine Freunde deswegen sollte sest du ihr Zeit geben wenn du willst dass sie 16:32 gedigt lerne deine schreibbedürfnisse kennen was inspiriert dich wie kommt wie kommst Du persönlich in den Fluss und 16:39 was hilft dir am besten welche Rituale schätzt du was motiviert dich dann auch das hatten wir vorhin ja schon tausche 16:46 dich unbedingt mit Kolleginnen aus da kannst du wirklich sicher sein die verstehen dich und lasst fast last not 16:54 least halte auf jeden Fall durch schreibkrisen gehören einfach auch dazu zu wenn sie auftreten dann frag dich 17:01 warum sie da sind braucht deine Geschichte vielleicht eine neue Wendung sind dein Plot und deine Figuren stimmig 17:06 hält dich eine Angst gefangen also vielleicht auch die dass es nicht die richtige Geschichte ist dass du nicht 17:11 genügst mit der Geschichte dass das Schreiben nicht ausreicht all das ist dann sinnvoll zu fragen und nicht 17:18 einfach aufzuhören ja und dann kommt das Überarbeiten der Geschichte und jetzt ist es nämlich an der Zeit die kritische 17:27 äh Lektorin oder den kritischen Geist wieder einen Schreibtisch zu bitten und die sensible Künstlerin kaffeet trinken 17:35 gehen zu lassen so wie Nina gör das wunderbar gesagt hat ja jeder Schriftsteller arbeitet anders immer 17:41 wieder fasziniert es mich deshalb in die Werkstätten verschiedenster Autoren zu schauen und ihre Arbeitsweisen 17:47 kennenzulernen über harok marokam habe ich ja heute schon sehr viel gesprochen und das mag natürlich daran liegen dass 17:53 ich seine Bücher sehr liebe und auch auf jede seiner Veröffentlichungen aufs Neue gespannt bin er hat mich schon zu meiner 18:00 Studienzeit begleitet als einer meiner Lieblingsautoren und letztlich habe ich sogar über ihn meine mündliche Prüfung 18:06 abgelegt und mich ganz tief in sein Schreiben vergraben morakani ist einer dieser Autoren die einen sehr sehr sehr 18:14 strukturierten Arbeitsalltag haben er ist ganz im Gegensatz zu mir eine lehriche und steht früh auf um zu 18:21 schreiben aber wiederum im Gegensatz zur festen Struktur seines Arbeitstages steht seine herangehen Weise ans 18:29 Schreiben er sagt nämlich er habe gar keinen festen Plan er Folge seinen Eingebungen und Figuren und deshalb ist 18:36 norakami wie wir später noch sehen werden ein strukturschaffer er erschreibt sich seine Struktur der 18:42 Geschichte während er schreibt ein anderer Hans Joseph Teil hat in einem Interview gesagt wie wichtig es ist zu 18:52 notieren für ihn dieses notieren Fülle seine Tage und begleite ihn er müsse schreiben sagt er sonst ziehe 19:02 das Leben vorüber es wird erst greifbar und erfährt seine Bedeutung im aufschreiben ein Tag ohne zu schreiben 19:08 sei ein schwieriger Tag für ihn er sei dann unleidlich Jos Simon wiederum das war ein 19:16 Vielschreiber er soll seine Romane in kürzester Zeit in intensiven arbeitsschüben geschrieben haben ganz 19:22 hoch konzentriert auf diese eine Aufgabe fokussiert Hanspeter Ordner ein Linguist ist hat aus Interviews Tagebüchern 19:31 Briefwechsel und ähnlichen mit Schriftstellern zehn Schreibstrategien aufgefunden auf die Autoren besonders 19:37 oft zurückgreifen grob unterteilt kann man von Struktur folgern und 19:44 strukturchaffern sprechen erstere also die Struktur Folger schaffen sich im Vorfeld eine Struktur 19:52 das sind die geborenen Plotter die lieben es sich eine Abfolge der Szenen auszudenken und der Bezüge zueinander 20:00 herauszuarbeiten strukturfolger kennen nicht nur ihre Figur sie wissen auch wann Sie welche Entscheidung treffen und 20:07 wann genau sie auf andere Figuren stoßen werden kurz sie wissen ganz genau wann was geschieht der Vorteil die 20:14 Überarbeitung ist deutlich weniger aufwendig anders die Struktur Schaffer im extremen Fall entsteht während des 20:23 Schreibens erst der Plot die Figur kristallisiert sich heraus und ihr Weg entsteht im Gehen der Vorteil das 20:31 Unvorhersehbare macht diesen Prozess natürlich viel viel spannender vielleicht langweilig kennt solch ein 20:37 Autor eher nicht der Nachteil die Überarbeitung wird aller Voraussicht nach sehr sehr 20:45 aufwendig die wenigsten Autoren entsprechen dem einen oder dem anderen Extrem sie bewegen sich irgendwo 20:53 dazwischen sie Plotten bevor Sie anfangen zu schreiben aber auf keinen Fall und Detail und es gibt immer noch 21:00 Überraschungsmomente die Figuren bekommen manchmal ein Eigenleben und agieren plötzlich anders als die Autoren 21:06 erwartet haben und in diesen Augenblicken folgt der Autor dann auch seinen Figuren und überarbeitet 21:12 dementsprechend den Plot ja wer mehr über schreibtypen lesen will erike Scheuermann bietet auf ihrer Website 21:19 einen schreibtypentest an und mit der schreibfitnessmappe kann man sich an einem genaueren Test 21:25 beteiligen letztlich glaube ich aber dass die eigene Beobachtung zunächst einmal ausreicht wie schreibe ich welche 21:33 Prozesse durchlaufe ich dabei was hilft mir beim Schreiben und was passiert wenn ich mein Schreibverhalten verändere 21:40 darissa Böhning die war neulich in unserer autorenusbildung zu Gast und hat erzählt dass sich ihre Herangehensweise 21:48 ans Schreiben im Laufe ihrer Entwicklung als Schriftstellerin verändert hat was vorher war sie eine ganz klare 21:56 strukturchafferin heute aber nutzt sie die ode des plottens um sich sehr langwierige Arbeitsprozesse zu 22:04 erleichtern deshalb wird sie noch lange keine Struktur folgerin werden aber sie ergänzt so ihre Möglichkeiten hier habe 22:12 ich mal drei Schreibübungen für euch versammelt und vielleicht habt ihr ja Lust sie auszuprobieren ich glaube die 22:18 eignen sich ganz gut um in so einen Schreibfluss zu kommen die erste heißt mit Musik 22:26 schreiben dabei ist es allerdings wichtig sich unterschiedliche Musikstücke auszusuchen und am besten 22:34 ohne dass man einen verständlichen Text hat weil der lenkt sicherlich ab und dann geht es darum sich in diese 22:41 Musik hineinzuhören sich mal fallen zu lassen und den Klang zu lauschen sich von dem Rhythmus davon tragen zu lassen 22:48 und dann irgendwann zu beginnen zu schreiben je nach Stimmung des Stücks werden sich dann natürlich auch die 22:54 Texte unterscheiden und am Schluss wenn man dann so verschiedene Texte hat kann man aus den notaten aus dem einzelnen 23:02 sich vielleicht anregen lassen und aus dem ein oder anderen entsteht möglicherweise eine 23:08 Geschichte ja die zweite Schreibübung ist eher auf Langfristigkeit angelegt da geht es nämlich um ein 23:16 Archiv darum sich ein solches Archiv zu erstellen erste Sätze aufzuschreiben die man im Kopf hat Notate zu machen zu 23:25 bestimmten Räumen zu Figuren die man im Kopf hat zu Stimmungen ja sammle mal Bilder von Orten die dich inspirieren 23:33 oder auch Postkarten das ist auch wunderbar und dann studiere außerdem die Meldungen der Tagespresse oft finden 23:40 sich da ganz interessante Begebenheiten die man dann ausschneiden kann und sich auch dafür ein Archiv anlegen kann meine 23:48 Anregung zur Schreibübung lass dich von zwei dieser funschstücke zu einer Geschichte 23:54 inspirieren meine Idee nimm eine Meldung aus der Presse und eine Figur die dir vor Augen schwebt und daraus baue eine 24:03 kleine Erzählung ja und eine dritte Schreibübung beginne ein literarisches Tagebuch was ist denn ein literarisches 24:12 Tagebuch im Unterschied zu einem Tagebuch ja ein literarisches Tagebuch ist letztlich auch eine Chronik der Zeit 24:19 und zwar eine ganz persönliche Chronik der Zeit es geht darum eigene Gedanken Kommentare und Eindrücke festzuhalten um 24:28 später auf sie zurückgreifen zu können stellt euch mal vor ihr hättet Eindrücke für das Jahr 24:36 1999 zum Mauerfall Gesam oder Eindrücke was habt ihr gedacht als sich in Japan Fukushima ereignet hat was war sozusagen 24:44 parallel in eurem Leben haltet auch eure Ängste Sehnsüchte und Konflikte fest oft eignen die sich sehr gut dafür sich 24:53 später Figuren zu übergeben dadurch verändern sich vielleicht auch die Figuren 24:58 weil auch wenn es eure persönlichen Konflikte sind so sind es doch oft Grundgefühle die angesprochen sind also 25:06 Eifersucht oder verliebt sein oder Wut all das fühlt sich von Mensch zu Mensch vielleicht gar nicht so sehr 25:13 unterschiedlich an und dadurch bekommt es auch etwas überpersönliches das alle angeht ja zuletzt jetzt noch ein paar 25:22 Buchtipps für euch z.B von Claudia GKE und Regina nössler das sind die Herausgeberinnen 25:29 des wunderbaren kleinen Bandes schreiben also so klein ist der gar nicht der ist sogar recht dick im konkursbuchverlag 25:36 erschienen und da haben sich mehrere Autorinnen zum eigenen Schreiben Gedanken gemacht das ist ein sehr 25:43 hübsches kleines Buch dann natürlich auch step King das kennen die ein oder anderen das Leben 25:50 und das Schreiben da öffnet er uns so ein Stück seine Werkstatt und lässt uns teilhaben auch über Murakami haben wir 25:56 natürlich heute jetzt schon eine ganze Menge gered der hat ein Buch geschrieben wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede 26:01 da geht's ja um diesen Marathonläufer ja das Buch von Titus Müller vom Abenteuer einen Roman zu 26:08 schreiben auch ganz wunderbar auch er öffnet seine Werkstatt und zeigt was für ihn wesentliche Themen sind und dann 26:17 wenn es ums notieren und skizzieren geht schreiben dicht am Leben von Hans Josef orteil und was auch ganz wunderschön ist 26:25 ist Jon von Düffel Wasser und andere Welten und also er erzählt etwas letztlich Geschichten übers Wasser und 26:34 diese Geschichten haben aber oft auch etwas mit dem Schreiben zu tun ja auf der schreibhein Seite gibt es natürlich 26:40 auch einen Blog unserer autorenschule da verlinken wir oft Autoren Interviews berichten aus der Werkstatt unserer 26:46 Studenten geben auch weiterhin kleine Schreibtipps Posten den ein oder anderen Wettbewerb und versorgen euch mit so 26:53 unterhaltsamen neuigkeiten rund ums große Thema schreiben den Blog findet ihr dann unter 27:01 wwwschreibhein.com ja und das nächste Webinar findet statt am 19 januar 2016 da wird's dann verstärkt um 27:09 Erzählperspektiven gehen von Stimmen die Geschichten lebendig machen ich bedanke mich für eure 27:17 Aufmerksamkeit und ich hoffe dass ihr beim nächsten Webinar wieder mit dabei seid und bis dahin sage ich tschüss