Glaziale Serie in Norddeutschland [Erdkunde] - Von der Eiszeit geprägte Landschaften TeacherToby https://www.youtube.com/watch?v=TSwOjINkAN4 Transkript (automatisch erstellt) 0:05 In diesem Video soll es um die glaziale Serie gehen. Glazial bedeutet im Zusammenhang mit Gletschern entstanden und tatsächlich haben Gletscher unsere 0:13 Landschaften im Laufe von Jahrtausenden so geformt, dass sich Landschaftsformen bildeten, die in einer bestimmten Serie bzw. Abfolge angeordnet sind. 0:23 Und seit mindestens 3 Millionen Jahren leben wir in einer Eiszeit, auch wenn das viele Leute immer wieder erstaunt. Ein Eiszeitalter ist per Definition so 0:30 ein Abschnitt der Erdgeschichte, in der Polarregion auf der Erde vergletschert sind. Und seit mindestens 3 Millionen Jahren existieren auf der Nordhalbkugel 0:37 ausgedehnte Eisflächen und auf der Südhalbkugel sogar seit 15 Millionen Jahren. Dabei war es mehrere Male so kalt, dass skandinavisches Inlandeis und 0:45 Eis der Alpen vorgedrungen ist. Während der Saale-Eiszeit ist das Eis sogar bis zum Nordrand der nördlichen Mittelgebirge Deutschlands vorgedrungen 0:53 und während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, immerhin bis weit ins norddeutsche Tiefland. Deshalb prägt die glaziale Serie vor allem das 1:00 Landschaftsbild Norddeutschlands und des Alpenvorlandes, wobei sich die folgende schematische Darstellung auf die glaziale Serie Norddeutschlands beziehen 1:08 soll. Die Gletscher flossen zwar sehr langsam nach Süden, hatten aber eine enorme Kraft. Und das ist auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich 1:14 waren sie bis zu 3 km mächtig. So hoch also, als würde man 19 Mal den Kölner Dom übereinander stapeln. Und dabei zerreibt ein Gletscher zum einen das 1:23 Gestein unter sich, wodurch später dann auch die Ostsee entstanden ist, und nimmt zum anderen auch Gestein aus Skandinavien, z.B. Granit, mit, das er 1:31 auch zum Teil unter sich ablagert, also entstehend eine flache Landschaft. Diese wird als Grundmoräne bezeichnet. Am südlichen Rand des Gletschers wird 1:39 mitgeführtes Gestein immer weiter aufgeschoben. Es entsteht eine sogenannte Endmoräne. Diese Endmoränen sind in Norddeutschland die einzigen 1:47 natürlich vorkommenden Erhebungen in einem sonst unglaublich flachen Land. Hier sind beispielsweise die Helpter Berge dargestellt, mit knapp 180 m über 1:56 dem Meeresspiegel die höchste Erhebung, der höchste Berg Mecklenburg-Vorpommerns. Wenn der Gletscher schließlich nicht mehr weiter 2:02 in Richtung Süden vordringt und es zunehmend wärmer wird, durchbricht Schmelzwasser die Endmoräne an einigen Stellen und führt dabei feinkörnige 2:09 Sedimente mit und lagert sie als sogenannte Sander ab. Das Wasser fließt entlang des Gefälles weiter bis zum Urstromtal. Das ist die idealtypische 2:18 Abfolge der glazialen Serie: Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal. Die Formung der Landschaft ist aber noch nicht abgeschlossen. Das 2:27 Eis der Gletscher kühlt die Luft ab, sodass kalte Fallwinde entstehen, die vor allem im Bereich der Sander feinkörnigen Gesteinsstaub 2:34 mittransportieren und diese am Nordrand vieler deutscher Mittelgebirge ablagern. Der abgelagerte Gesteinsstaub wird auch Löss genannt. In diesen Gebieten 2:42 entwickelten sich die fruchtbarsten Böden in Deutschland, die entsprechend vielfältig für den Ackerbau genutzt werden. In Norddeutschland werden diese 2:49 Gebiete auch als Börden bezeichnet. Die in den Gletschern enthaltenen Steine sanken beim Abschmelzen der Gletscher auf den Boden und so sind heute im 2:57 Bereich der Grundmoränen Steine vorzufinden, die sonst nur in Skandinavien existieren, sogenannte Findlinge. Im 18. Jahrhundert, als man 3:05 noch keine wissenschaftliche Erklärung dafür hatte, stellten die Steine den Menschen vor große Rätsel. Es wurde darüber diskutiert, durch welche Kräfte 3:12 ein Findling über so weite Strecken transportiert werden konnte. Außerdem entstanden Toteisseen, indem sich beim Abtauen der Gletscherzunge ein Eisblock 3:21 löste, dieser durch Schmelzwasser Sedimente konserviert, also haltbar gemacht wurde und die Sedimente nach dem Abschmelzen des Eises zusammenstürzten. 3:31 Grundmoränen prägen heute einen Großteil des flachen Landschaftsbildes in Norddeutschland. Die Lüneburger Heide liegt auf dem Gebiet eines ehemaligen 3:38 Sanders. Unfruchtbare Sandböden prägen auch heute diese Landschaft.