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Geheimarchiv des Vatikans geöffnet: Papst Pius XII. und der Holocaust | Terra X
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Transkriptautomatisch erstellt · 71 Zeilen
- Er wird im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs zum Papst gewählt, zum Stellvertreter Christi auf Erden: Pius XII. Später wird man ihm vorwerfen, er habe zum Holocaust geschwiegen - zur Vernichtung der europäischen Juden. Nicht eindeutig und klar habe er die Verbrechen Hitlers benannt und verurteilt.
- Nein, entgegnen seine Verteidiger: Der Papst habe gesagt, was er sagen konnte. 2020 hat der Vatikan sein Geheimarchiv für Forscher geöffnet. Wie verhielt sich Pius XII. zum Holocaust? Hat ihn das Schicksal der Juden kalt gelassen?
- „Der Papst ist tot, es lebe der Papst.“ Weißer Rauch steigt auf: Habemus Papam. Als zweihundertsechzigster Papst auf dem „Heiligen Stuhl“ ist Eugenio Pacelli gewählt.
- Pius der Zwöflte nennt er sich. Welch ein Anspruch, welch ein Pomp: „Vater der Fürsten und Könige", „Lenker der Welt, „Stellvertreter Christi auf Erden“, so seine Titel - hoch erhoben über allen. Papst Pius der Zwölfte erhebt den Anspruch, als „Stimme Gottes“: "Von der Wahrheit Zeugnis zu geben ohne irdische Rücksicht."
- Wie bemerkte doch sein Vorgänger, Pius der Elfte, zu dem Anspruch, „Stellvertreter Christi auf Erden“ zu sein? "Wenn es ein totalitäres Regime gibt, faktisch und von Rechts wegen, dann ist es das Regime der Kirche, denn der Mensch gehört total der Kirche.“
- Der Pacelli Papst stand voll und ganz in dieser Tradition: „Kein Heil außerhalb der Kirche.“ Heute unvorstellbar: welchen Einfluss der Papst auf viele Menschen hat. Der Papst galt nicht nur für die Katholiken in aller Welt als „moralischer Führer“.
- Aber nicht nur Pius erhebt Anspruch auf totale Herrschaft. Der Faschistenführer Mussolini und Hitler praktizieren sie: mit Gewalt und Terror. Benito Mussolini seit 1922 in Italien. Adolf Hitler seit der Regierungsübernahme 1933 im Deutschen Reich.
- Beide wollen sich mit Krieg Imperien erobern. Und beide sind mörderische Antisemiten. Der Vatikan habe vieles vertuscht, verleugnet, unterschlagen, so der Vorwurf. Die Akten Pius des Zwölften im Vatikanischen Apostolischen Archiv waren bisher unzugänglich.
- Erst Papst Franziskus öffnete sie 2020 für Historiker. „Heilige Geheimnisse“ kamen nach 80 Jahren ans Licht. Es war eine große Überraschung, als wir Abschriften von geheimen Gesprächen des Papstes mit Philip von Hessen fanden. Wir hatten keine Ahnung, dass es so etwas gibt.
- Und niemand hatte es gefunden. Wir fanden sie in den ersten Wochen nach der Öffnung der Archive im Vatikan. Das war ein großer Schock. Ein Schock, denn Hitler forderte, zur Verfolgung der Juden zu schweigen
- Am 11. Mai 1939 kommt ein Unterhändler Hitlers zu Geheimverhandlungen mit dem Papst in den Vatikanstaat. Ihm vertraut der Diktator: Prinz Philipp von Hessen. Da niemand je davon erfahren soll, kommt der prominente NS-Politiker in Zivil, mit dem Decknamen „Marquis Turri“.
- Pius der Zwölfte hat eingewilligt, ihn zu empfangen. Wenn es um die Kirche geht, müsse man auch mit dem Teufel verhandeln. So die Devise des Stellvertreters Christi auf Erden. Den Nazi-Gruß „Heil Hitler“ hat sich der Prinz von Hessen verkniffen. Aber auf Knien hat er den Fischerring des Papstes geküsst.
- Der Prinz richtet aus: "Hitler möchte den Burgfrieden, der seit seiner Machtübernahme 1933 zwischen Kirche und Staat besteht, möglichst erweitern." Ein Vertrauter protokolliert im Nebenzimmer alles mit.
- "Die „grössten Sachen“ die wir lösen müssen: Keine Einmischung der Kirche in die Politik. Und: Umgehen der Rassenfrage." Sprich: Pius soll zur Verfolgung der Juden schweigen.
- Pius lässt ausrichten: Hitler müsse sich keine Sorgen machen, die Kirche halte sich aus der Politik raus. Doch der Papst verlangt dafür eine Gegenleistung. Die Nazis üben Druck auf die Kirche in Deutschland aus. Schließen Ordensschulen, verbieten Religionsunterricht.
- Viele Priester sind wegen unbedachter Worte in Gestapohaft oder im Konzentrationslager. Die Kirche sieht sich in ihrer Existenz bedroht. Seine Forderungen für einen Burg-Frieden mit Hitler: wieder katholischer Religionsunterricht in den Schulen. Beendigung der Attacken und der Propaganda gegen das Christentum und die Kirche.
- "Das Erste, was geschehen muss, ist ein Waffenstillstand. Der Heilige Stuhl hat immer Frieden zwischen Kirche und Staat gewollt." Allerstrengste „Geheimhaltung“ ist vereinbart.
- Der Prinz von Hessen verweist auf die Prozesse gegen Priester und Mönche wegen sexueller Delikte, wegen Kindesmissbrauch. "Solche Verfehlungen geschehen überall. Werden sie uns mitgeteilt, wird sofort von uns zugegriffen, und zwar scharf. Bei gegenseitigem guten Willen kann man das alles in Ordnung bringen."
- Es gab Prozesse gegen hunderte katholische Geistliche, die wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt waren. Der Papst war sicherlich sehr darauf bedacht, dass an dieser Front nichts weiter geschah. Missbrauchsfälle, ähnlich wie heute, waren natürlich moralisch aufgeladen. Sehr peinlich für den Vatikan, ähnlich wie heute. Man versuchte da zu mauern, möglichst keine Informationen preiszugeben.
- Papst Pius lässt Hitler noch versichern: "Wenn die Katholiken in Übereinstimmung mit ihrer Religion leben können, werden sie treu sein, mehr als alle anderen." Am 1. September 1939 lässt Hitler Polen überfallen. Das Ziel: Auslöschung der polnischen Nation.
- Die SS liquidiert abertausende Polen. Juden werden zusammengetrieben und erschossen. Aber auch mehr als eintausend national gesinnte Priester und Nonnen werden ermordet. Der Papst weiß davon – doch er schweigt.
- Die Geheimverhandlungen werden im Vatikan trotz des Überfalles auf Polen fortgeführt. Hitler schickt diesmal seinen Reichs-Außenminister Joachim von Ribbentrop. Am 11. März 1940 kommt Ribbentrop - nicht inkognito durch die Hintertür wie der Hessenprinz. Die Nazigröße trifft protokollgerecht ein - zu einer „Privataudienz“.
- Hat der Außenminister etwas mitgebracht, um mit Pius zu einer Übereinkunft zu gelangen? "Hitler hat der Presse Propaganda gegen die Kirche untersagt. Er wird weiterhin die Kirche finanziell bedeutend unterstützen.
- Ich soll ausrichten: Dass die Kirche in Europa noch existiert, ist dem Kampf des Führers gegen den Bolschewismus zu verdanken." Pius sieht das genauso. Auch dieses geheime Gespräch wurde protokolliert.
- "Und was ist mit den Anklagen gegen Priester und Mönche wegen Kindesmissbrauch?" - "Hitler hat sie gestoppt." Es sei ein freundliches Gespräch gewesen, resümiert der Papst. Doch ein Vertrag wird nicht geschlossen.
- Aber Hitler zieht für den Papst und die katholische Kirche eine rote Linie: „Keine Politik“. „Nichts zur Rassenfrage.“ Dann würde er die katholische Kirche weiter bestehen lassen und sie nicht massiv verfolgen.
- Würde der Papst an der roten Linie haltmachen? Würde er nicht wenigstens versuchen sie auszutesten? Denn schließlich beanspruchen die Päpste auch, „moralische Führer der Welt“ zu sein. Doch es gibt einen weiteren Grund für das Schweigen der Kurie.
- Rückblick: Als Hitler im Januar 1933 an die Macht kommt, – damals sitzt noch Pius XI. auf den Stuhl Petri – begrüßt der Vatikan ihn als Gegner ihres gemeinsamen Feindes, des Kommunismus. Da Hitler die Kirche für seine bevorstehenden Kriege braucht, bekräftigt er:
- Auch unter den Bischöfen gibt es Sympathisanten des National-Sozialismus. Zu einem denkwürdigen Treffen kommt es auf dem Obersalzberg, Hitlers Bergresidenz. Am 4. November fährt Erzbischof von Faulhaber zu einer geheimen Unterredung mit dem „Führer“, seinem Führer.
- Sein Urteil lautet: Sicher ist: Pius XII. verabscheut Hitler, er ist entsetzt über den Nazi-Terror, er missbilligt die Verfolgung politischer Gegner und der Juden.
- Aber was sagt die Kirche öffentlich zur sogenannten Judenfrage? Gesetz nach Gesetz wird verabschiedet: Diskriminierung, Verfolgung, Vertreibung, Terror. Geschäfte von Juden werden boykottiert und zerstört. Juden erhalten Berufsverbote.
- Juden und Jüdinnen wird die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Beziehungen mit Juden gelten als „Rassenschande“. Jüdische Betriebe werden enteignet – Juden müssen den Judenstern tragen. Und was sagt der Papst, was sagt die Kirche in Deutschland dazu? Man schweigt.
- Für die Kirche ist die „Blut- und Rassenlehre“ der Nazis eine „Irrlehre“, sie sei „übersteigerter“ Antisemitismus. Kurz: „schlechter Antisemitismus“. Andererseits seien die Juden „Gottesmörder“; sie hätten Jesus gekreuzigt, so der jahrtausendealte christliche Antisemitismus.
- Die ungetauften „Glaubensjuden“, wie sie genannt wurden, werden als ein „perfides“ „treuloses“ „verblendetes“ Volk bezeichnet. Und nicht nur das: Man müsse auch den verderblichen gesellschaftlichen Einfluss des Weltjudentums bekämpfen. Das sei – so wörtlich: „guter katholischer Antisemitismus“.
- Ich denke, der Antisemitismus durchdrang die Kirche. Das negative Bild der Juden war allgegenwärtig. Das musste sich auswirken. Ich glaube, das kam vor allem von den Sonntagspredigten ihrer Pfarrer. Die waren leider oft voll mit sehr negativen Charakterisierungen von Juden.
- Nach dem Überfall auf die katholischen Nation Polen, lässt Hitler im Westfeldzug Holland, Belgien, Frankeich besetzen. Dann am 22. Juni 1941 die Sowjetunion. Auf Forderungen, den verbrecherischen Krieg öffentlich zu verurteilen, verteidigt sich der Papst:
- "Ich bin zutiefst und fest überzeugt, meine Pflicht genau zu erfüllen, niemand zu verletzen, Anspielungen zu vermeiden, wenigstens zu sagen, was möglich ist." Wie immer, sein Dogma ist strikte Neutralität.
- Allgemein hat er den Krieg immer nur sehr pauschal bedauert und verurteilt, nie Deutschland oder Italien als jetzt Kriegstreiber bezeichnet, sondern immer nur den Krieg allgemein als großes Unglück und Leid, das über die Menschheit kommt.
- Jetzt, da der Weltkrieg läuft, will Hitler auch die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“. Im Januar 1942 kommen Nazispitzen in einer Villa am Wannsee zusammen. Auf Befehl von Hitler wird unter strikter Geheimhaltung beschlossen, im Zuge der sogenannten Endlösung alle Juden in Europa - „rund 11 Millionen“ - planmäßig zu ermorden.
- Schon seit Frühjahr 1941 hatten systematische Deportationen begonnen, sie werden zunehmend bekannt. Insbesondere aus katholischen Quellen vor Ort treffen Berichte über Massenerschießungen, Ghettos und Vernichtungslager im Vatikan ein.
- Der Erzbischof von Lemberg schreibt: "Die deutsche Besatzung ist „geradezu diabolisch“. Allein in Kiew sind 130.000 Juden ermordet worden. Alle kleinen Städte der Ukraine haben ähnliche Massaker erlebt."
- Militärkaplan Don Scavizzi erzählt dem Papst: "Es geschehen unfassbare Grausamkeiten und systematische Massaker an den Juden in Polen." Und der polnische Bischof Karol Radonski fragt: "Warum verharrt der Papst angesichts des alltäglichen Gemetzels in Polen in Schweigen?"
- Das sind nur einige von vielen sehr verlässlichen Informationen, die den Papst erreichen. Wie reagiert er auf die Bitten aus der Kirche etwas zu tun, nicht länger zu den Nazi-Gräuel zu schweigen. Es traf ihn, es zerriss ihn, wird berichtet.
- Auch als die Alliierten, die Amerikaner, Briten und die Sowjetunion am 18. Dezember 1942 in einer gemeinsamen Deklaration den Massenmord an den europäischen Juden anprangern, schweigt der Papst. Dabei erhält Pius kurz vor Weihnachten 1942 Informationen von Pater Lothar König aus erster Hand:
- Pius war damit zweifelsfrei über Gaskammern, Verbrennungsöfen und die systematische Ermordung von Polen und Juden informiert. Ende 1942 ist fast ganz Europa unter Hitlers Herrschaft. In den Todeslagern der Nazis werden Juden erschlagen, erschossen und vergast.
- Wie nie zuvor ist der Papst Weihnachten 1942 gefragt. Wird er jetzt Klartext reden? Jedes Jahr zur Geburt Jesus Christi spricht Pius zu den „Völkern der Welt“. Punkt 12 Uhr ist der Papst on air. Er verliest seine Weihnachts-Radiobotschaft an die „Söhne des gesamten Universums“.
- Es wird seine bedeutendste Botschaft werden und die umstrittenste. Mit nur einem einzigen Satz unter fast zweihundert gedenkt er. Zitat:
- „der Hunderttausenden Menschen, die ohne eigenes Verschulden, manchmal nur aus Gründen der Nationalität oder der Abstammung, zum Tode bestimmt sind oder zu fortschreitendem Verfall." Die Täter nennt er nicht. Die Opfer anonymisiert er.
- Pius wehrt sich gegen Kritik: „Es war kurz, wurde aber gut verstanden. Alle Welt hat verstanden, dass ich die Juden meine.“ Die Verteidiger des Schweigens Pius des Zwölften, verweisen oft auf seine Weihnachtsbotschaft. Er habe sich klar gegen den Holocaust ausgesprochen als er passierte. Dies ist jedoch nicht der Fall.
- Bischof Graf Preysing fordert Pius auf, gegen die Deportation von Juden zu protestieren. Pius lehnt das ab! "Wo der Papst laut rufen möchte, ist ihm leider manchmal abwartendes Schweigen geboten. Wenn ich spreche, wird die Situation für Katholiken und Juden schlimmer werden."
- Ich glaube nicht, seine Verteidigung, er sei besorgt, es könne negative Auswirkungen auf die Juden haben, ergibt irgendeinen Sinn. Ich fand es immer fast lächerlich, Hitler würde wütender auf die Juden und sie schlechter behandeln, wenn er Hitler kritisieren würde.
- Aber es ist richtig, dass er befürchtete, die katholische Kirche könnte verfolgt werden und darunter leiden, wenn er sich gegen das Naziregime aussprach. Am 10. September 1943 zieht die Wehrmacht in Rom ein. Himmlers Befehl:
- „sofortige und gründliche Ausrottung der Juden in Italien ohne Unterschied von Nationalität, Alter, Geschlecht.“ Etwa 8.000 Juden werden in der Stadt vermutet.
- Am 16. Oktober 1943, morgens um 5 Uhr 30 umstellt die SS das vormalige Ghetto, und überall in der Stadt sind ihre Schergen unterwegs um Juden zu verhaften. All dies passiert unter den Fenstern des Vatikans. Über Tausend Juden werden im Militärkolleg zusammengepfercht.
- Was das heißt, weiß auch Pius. Viele tausend Bittbriefe von Juden erreichen den Papst. „Der Vater aller“, wie ihn um Hilfe Rufende nennen, lässt antworten: „Man tue, was man kann.“
- Das Gegenteil ist Fakt. Der Papst protestiert nicht, er schweigt. Die SS kann nach Berlin melden: "Judenaktion heute nach büromäßig bestmöglichst ausgearbeitetem Plan gestartet und abgeschlossen."
- Um 14 Uhr ist erst einmal die Jagd auf jüdische Familien beendet. Seit Jahrzehnten hält sich die Behauptung, der Vatikan habe einen Stopp der Judenrazzia bei SS-Führer Himmler erwirkt. Doch dies hat sich als falsch erwiesen.
- Der Befehl, alle jüdischen Mischlinge und Ehepartner von Juden freizulassen, kam aus Berlin. Alle anderen wurden zum Bahnhof Tiburtina transportiert. Erschütternde Szenen spielen sich ab. Die SS prügelt 1020 Juden, Männer, Frauen und Kinder in die bereitstehenden Güter- und Viehwaggons. Hätte sich der Papst nicht vor den Zug stellen können?
- Er hätte zum Bahnhof fahren können, hätte dort verhandeln können mit dem SS-Kommando. Und wenn das SS-Kommando sich nicht auf Verhandlungen eingelassen hätte, hätte er sich auch wirklich demonstrativ vor den Zug stellen können, gesagt:
- „Der Zug fährt nicht ab, die Juden Roms bleiben in Rom“. Hätte er ultimativ sagen können. Fünf Tage und Nächte ist der Todeszug unterwegs. In ihm kommen die ersten Juden aus Italien in Auschwitz an.
- Von den 1.020 Deportierten überleben die Hölle von Auschwitz nur 16. Alle anderen werden wie Millionen andere Juden ermordet. Noch Tausende Juden leben versteckt in Rom und in Italien. Alle, hatte Hitler der SS befohlen, sind zu töten.
- Aber italienische Bürger, Kirchen und Klöster verstecken von sich aus Juden vor den Mordkommandos der SS. Unter Lebensgefahr. Unaufgefordert vom Papst. Jetzt, endlich nimmt auch Pius Juden auf, auch nicht getaufte, im Vatikan und in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo.
- Aber war der Papst, wie seine Verteidiger sagen, „Retter der Juden Roms“? Pius der Zwölfte war nicht Retter der Juden Roms, sondern er hatte eine ganz normale Unterstützungsfunktion zusammen mit den Klöstern und den Pfarrgemeinden ausgeübt.
- Auch der Wehrmachtsgeneral Rainer Stahel ermöglicht, dass 4.000 Juden durch das Kirchenasyl gerettet werden. Eine Woche, nachdem der Todeszug abgefahren war, schützt er Kirchen vor dem Zugriff durch die SS.
- "Bekanntmachung! Dieses Gebäude dient religiösen Zwecken und gehört dem Vatikanstaat. Haussuchungen und Beschlagnahmungen sind verboten." Der General Stahel, der Stadtkommandant, war gegen die Judenrazzia, hat sie als Schweinerei bezeichnet.
- Stahel hat sich bereit erklärt zu sagen: ‚Ja, ich mache ein Plakat, und das ist kirchliches Eigentum und es ist verboten einzudringen.‘ Als Juden dann überall in Rom herumirrten und Schutz suchten, haben sie natürlich von diesen Plakaten oder von diesem besonderen Schutz der Stadtkommandantur profitiert.
- Der Holocaust endet erst bei Kriegsende, als Europa von den Alliierten befreit wird. Das Dritte Reich kapituliert am 8. Mai 1945 bedingungslos. Für 6 Millionen Juden aber kam die Befreiung zu spät.
- Die Geheimnisse des Vatikans sind keine mehr. Jetzt sind auch die Geheimverhandlungen Hitlers und des Papstes aufgedeckt. Hitler zog dem Papst eine rote Linie: “Schweigen zu seiner Politik.” Und: “Schweigen zum Holocaust.“ Pius der Zwölfte, der Stellvertreter Christi, überschritt sie nicht.
- Sein Schweigen war nicht alternativlos. Wenn er sich für die Verfolgten todbedrohten Juden und anderen Verfolgten eingesetzt hätte, wäre das auch moralisch und auch moraltheologisch gedeckt gewesen. Sein Schweigen, während 6 Millionen Juden ermordet wurden, spricht in meinen Augen gegen ihn als eine große moralische Instanz.
- Pius der Zwölfte sicherte aber mit seinem Schweigen den Bestand der Kirche. Und er erkaufte sich, dass Hitler den sexuellen Missbrauch in der Kirche nicht ans Licht kommen ließ. Eine unheilige Tradition bis heute.
- Hätte sich Papst Pius XII. eindeutig gegen die Judenverfolgung aussprechen müssen? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare. Und wenn ihr noch mehr Geschichtsvideos sehen möchtet, abonniert diesen Kanal.
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