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Was sind Sachquellen? | 45 Minuten Unterricht
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 51 Zeilen
- [musik] [musik]
- Schaut mal, was ich vor ein paar Wochen bei Buddeln im Garten gefunden habe. Eine alte [musik] 50 Pennigmünze aus dem Jahr 1920. Die ist also schon über 100
- [musik] Jahre alt. Bezahlen kann ich heute nicht mehr mit ihr, aber sie kann uns was über das Leben der Menschen in der Vergangenheit [musik] erzählen.
- Genauer gesagt über das Leben in der Weimara Republik, also der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg. Relikte, also Überbleibsel aus der Vergangenheit,
- nennt man Quellen. Es gibt verschiedenste Arten von Quellen, die wir uns im Geschichtsunterricht anschauen. [musik] Gegenstände wie
- Münzen, alte Kleidung, Werkzeuge, alte Waffen oder auch Bauwerke nennt man Sachquellen. [musik] Eine ganz bekannte Sachquelle ist
- beispielsweise das Kolosseum in Rom. Das ist [musik] schon beinah 2000 Jahre alt, stammt also aus der Antike. Es wurde zur Unterhaltung der römischen Bevölkerung
- erbaut. [musik] Darin fanden ziemlich brutale Schaukämpfe statt, in denen viel Blut zu sehen war. Z.B. wie die Gladiatorenkämpfe.
- Und obwohl das Kolosseum etwa durch Feuer oder Erdbeben stark in Mitleidenschaft [musik] gezogen wurde, steht es auch heute noch,
- zumindest ein Teil davon. Ein anderes [musik] Beispiel für eine Sachquelle, wenn auch ein sehr makaberes, ist Ötzi.
- [musik] Zzi ist der Name eines mumifizierten Mannes aus der Kupferzeit, der vor etwa 5300 Jahren gelebt hat [musik] und im
- Jahr 1991 von zwei Bergsteigern in den Öztaler Alpen gefunden wurde. Und sowohl sein durch das Eis sehr gut erhaltener Körper als auch die Kleidungsstücke und
- Werkzeuge, die er [musik] bei sich trug, sind für die Forscher der heutigen Zeit wertvolle Sachquellen, weil sie uns viel darüber verraten, wie die Menschen
- [musik] in der Kupferzeit gelebt haben oder welchen klimatischen Bedingungen sie ausgesetzt waren. So war der als Ötzi bekannte [musik] Mann etwa 1,60 m
- groß und ca. 45 Jahre alt. Seine abgenutzten Zähne und die gefundenen Gallensteine verraten uns viel über die [musik] Essgewohnheiten und den
- Speiseplan der Menschen damals, auf dem wohl auch viel Getreide und Fleisch gestanden haben soll. Zudem wurde ein Pfeil in seinem Schulterblatt entdeckt,
- der von einem menschlichen Angreifer stammen musste. Er selbst trug auch Pfeil im Bogen mit sich, dazu noch zahlreiche Werkzeuge, etwa ein Bohrer
- und Feuersteine. Schon spannend, was Sachquellen uns über die Vergangenheit sagen. [musik] Damit wir so viele Informationen aus
- ihnen rausholen wie möglich, analysieren wir sie dazu in drei Schritten. Das habt ihr vielleicht sogar schon [musik] mal im Geschichtsunterricht gemacht.
- Beschreiben, untersuchen und deuten. Beim Beschreiben [musik] schauen wir uns die Sachquelle erstmal genau an und sammeln all ihre äußeren Eindrücke. Was
- genau ist das für [musik] ein Gegenstand? Wie groß ist er? Woraus besteht er? Welche Farbe hat er? Finden wir Schrift darauf oder Bilder oder
- vielleicht auch Gebrauchsspuren? Hier kommt [musik] nur das rein, was ihr mit euren Sinnen wahrnehmen könnt. Keine Vermutungen. Z.B. Bei dieser Sachquelle
- handelt es sich um eine 50 [musik] Pennigmünze, die ungefähr 2 cm im Durchmesser groß ist und gräulig silber [musik] gefärbt. Sie besteht aus Metall
- und jetzt kommt ein bisschen Geschichtsherin wissen, was ihr selber noch nicht haben müsst. Münzen aus dieser Zeit wurden oft aus Nickel oder
- [musik] Kupfernickel hergestellt, auch diese hier. Außerdem ist sie leicht beschmutzt, aber das liegt vermutlich daran, dass sie [musik] aus unserem
- Garten stammt. Auf der Vorderseite der Münze kann man ablesen, dass es sich um eine 50 [musik] Pennigmünze aus dem Jahr 1920 handelt. Zudem finden wir auch die
- Bezeichnung deutsches Reich darüber. Auf der Rückseite ist ein [musik] Ehrenstrauß abgebildet. Davor das Sprichwort sich Regen bringt Segen. Das
- ist alles, was wir auf den ersten Blick rausfinden können. Kommen [musik] wir also jetzt zum zweiten Schritt. Beim Untersuchen versuchen wir das, was wir
- bei der Beschreibung herausgefunden haben, in einen historischen Zusammenhang zu bringen. Wozu wurde [musik] der Gegenstand wohl genutzt? Was
- sagen uns die Inschriften und Bilder darauf? Kurz um, [musik] was verrtet mir dieser Gegenstand über die Vergangenheit? Ich sagte euch ja schon,
- diese 50 Pfennigmünze stammt aus dem Jahr [musik] 1920, also aus der Zeit der Weimaraer Republik. Das wird für euch in Klasse 8 bis 10 eine Rolle spielen. Was
- ihr [musik] aber definitiv selbst daraus ableiten könnt, ist, dass diese Münze über 100 Jahre alt ist und es in dieser Zeit eine andere Währung gab als heute.
- Pennig statt [musik] Cent und Mark statt Euro. Auf jeden Fall wisst ihr auch, wofür man diesen Gegenstand genutzt hat. Zum Bezahlen [musik] natürlich. Die
- Menschen vor 100 Jahren verwendeten also schon Münzen aus einfachem Metall dazu und dass sie so viel einfacher wirkt als ein heutiges [musik] 50 Cent Stück und
- übrigens auch viel leichter ist, zeigt auch, dass früher nicht genug Geld zur Verfügung stand, um wertvollere Münzen [musik] herzustellen. Das lag daran,
- dass das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg wirtschaftlich ziemlich geschwächt war. Ziemlich interessant ist [musik] auch der Spruch auf der
- Rückseite: "Sich Regen bringt Segen oder" oder auch ohne Fleiß kein Preis. Zusammen mit dem Getreidebündel [musik] zeigt das also auch die politische
- Haltung zur Arbeit. Wer viel arbeitet, wird belohnt mit Geld. Und damit sind wir [musik] schon beim dritten Schritt der Sachkrquellenanalyse beim Deuten.
- Deuten heißt, dass wir überlegen, was unsere Untersuchung uns über die Vergangenheit verrätt. Oft schwimmt das schon [musik] ein bisschen mit den
- Untersuchungsergebnissen. Wir erfahren durch diese Münze, dass die [musik] Menschen im Jahr 1920 durch den
- vergangenen ersten Weltkrieg in einer schwachen Wirtschaft lebten und die Einstellung der Menschen war, das Land durch [musik] ihre Arbeit wieder
- aufzubauen. Ganz wichtig beim Deuten ist aber auch, das Ergebnis kritisch zu [musik] hinterfragen. Wie zuverlässig oder seriösquelle?
- Glücklicherweise sind Sachquellen immer ein bisschen zuverlässiger als beispielsweise [musik] Textquellen, denn da können sich die Menschen ja
- theoretisch alles mögliche ausgedacht und aufgeschrieben haben. Aber überlegen wir mal, [musik] wer diese Münze in Umlauf gegeben haben könnte und dadurch
- auch entschieden hat, was darauf [musik] zu sehen ist. Natürlich der Staat und der wollte, dass genau dieses Motto unter die Leute kommt. Sich Regen bringt
- [musik] Segen, ohne Fleiß keinen Preis. Der Staat will also, dass die Menschen gemeinsam anpacken und die Wirtschaft wieder aufbauen. Und dass wir diesen
- Spruch [musik] hier hinten finden, heißt nicht unbedingt, dass die Bevölkerung dahinter stand, sondern dass es der politische Wille war, die Menschen dazu
- [musik] zu bringen, mehr zu arbeiten. Hättet ihr gedacht, dass man aus so einer kleinen Münze so viel [musik] Information rausquetschen kann? Das ist
- die Funktion einer Sachquellanalyse. Testet mal, wie fit ihr nun beim Thema Sachquellanalyse seid, indem ihr die Aufgaben auf diesem Arbeitsplattier
- bearbeitet. Ihr solltet ungefähr 30 Minuten Zeit dafür benötigen. Spielerfolg und vielleicht bekomme ich das Teil auch
- noch ein bisschen sauberer. Ja.
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