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Was sind Sachquellen? | 45 Minuten Unterricht

45minuten6:11 260 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 51 Zeilen
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  1. [musik] [musik]
  2. Schaut mal, was ich vor ein paar Wochen bei Buddeln im Garten gefunden habe. Eine alte [musik] 50 Pennigmünze aus dem Jahr 1920. Die ist also schon über 100
  3. [musik] Jahre alt. Bezahlen kann ich heute nicht mehr mit ihr, aber sie kann uns was über das Leben der Menschen in der Vergangenheit [musik] erzählen.
  4. Genauer gesagt über das Leben in der Weimara Republik, also der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg. Relikte, also Überbleibsel aus der Vergangenheit,
  5. nennt man Quellen. Es gibt verschiedenste Arten von Quellen, die wir uns im Geschichtsunterricht anschauen. [musik] Gegenstände wie
  6. Münzen, alte Kleidung, Werkzeuge, alte Waffen oder auch Bauwerke nennt man Sachquellen. [musik] Eine ganz bekannte Sachquelle ist
  7. beispielsweise das Kolosseum in Rom. Das ist [musik] schon beinah 2000 Jahre alt, stammt also aus der Antike. Es wurde zur Unterhaltung der römischen Bevölkerung
  8. erbaut. [musik] Darin fanden ziemlich brutale Schaukämpfe statt, in denen viel Blut zu sehen war. Z.B. wie die Gladiatorenkämpfe.
  9. Und obwohl das Kolosseum etwa durch Feuer oder Erdbeben stark in Mitleidenschaft [musik] gezogen wurde, steht es auch heute noch,
  10. zumindest ein Teil davon. Ein anderes [musik] Beispiel für eine Sachquelle, wenn auch ein sehr makaberes, ist Ötzi.
  11. [musik] Zzi ist der Name eines mumifizierten Mannes aus der Kupferzeit, der vor etwa 5300 Jahren gelebt hat [musik] und im
  12. Jahr 1991 von zwei Bergsteigern in den Öztaler Alpen gefunden wurde. Und sowohl sein durch das Eis sehr gut erhaltener Körper als auch die Kleidungsstücke und
  13. Werkzeuge, die er [musik] bei sich trug, sind für die Forscher der heutigen Zeit wertvolle Sachquellen, weil sie uns viel darüber verraten, wie die Menschen
  14. [musik] in der Kupferzeit gelebt haben oder welchen klimatischen Bedingungen sie ausgesetzt waren. So war der als Ötzi bekannte [musik] Mann etwa 1,60 m
  15. groß und ca. 45 Jahre alt. Seine abgenutzten Zähne und die gefundenen Gallensteine verraten uns viel über die [musik] Essgewohnheiten und den
  16. Speiseplan der Menschen damals, auf dem wohl auch viel Getreide und Fleisch gestanden haben soll. Zudem wurde ein Pfeil in seinem Schulterblatt entdeckt,
  17. der von einem menschlichen Angreifer stammen musste. Er selbst trug auch Pfeil im Bogen mit sich, dazu noch zahlreiche Werkzeuge, etwa ein Bohrer
  18. und Feuersteine. Schon spannend, was Sachquellen uns über die Vergangenheit sagen. [musik] Damit wir so viele Informationen aus
  19. ihnen rausholen wie möglich, analysieren wir sie dazu in drei Schritten. Das habt ihr vielleicht sogar schon [musik] mal im Geschichtsunterricht gemacht.
  20. Beschreiben, untersuchen und deuten. Beim Beschreiben [musik] schauen wir uns die Sachquelle erstmal genau an und sammeln all ihre äußeren Eindrücke. Was
  21. genau ist das für [musik] ein Gegenstand? Wie groß ist er? Woraus besteht er? Welche Farbe hat er? Finden wir Schrift darauf oder Bilder oder
  22. vielleicht auch Gebrauchsspuren? Hier kommt [musik] nur das rein, was ihr mit euren Sinnen wahrnehmen könnt. Keine Vermutungen. Z.B. Bei dieser Sachquelle
  23. handelt es sich um eine 50 [musik] Pennigmünze, die ungefähr 2 cm im Durchmesser groß ist und gräulig silber [musik] gefärbt. Sie besteht aus Metall
  24. und jetzt kommt ein bisschen Geschichtsherin wissen, was ihr selber noch nicht haben müsst. Münzen aus dieser Zeit wurden oft aus Nickel oder
  25. [musik] Kupfernickel hergestellt, auch diese hier. Außerdem ist sie leicht beschmutzt, aber das liegt vermutlich daran, dass sie [musik] aus unserem
  26. Garten stammt. Auf der Vorderseite der Münze kann man ablesen, dass es sich um eine 50 [musik] Pennigmünze aus dem Jahr 1920 handelt. Zudem finden wir auch die
  27. Bezeichnung deutsches Reich darüber. Auf der Rückseite ist ein [musik] Ehrenstrauß abgebildet. Davor das Sprichwort sich Regen bringt Segen. Das
  28. ist alles, was wir auf den ersten Blick rausfinden können. Kommen [musik] wir also jetzt zum zweiten Schritt. Beim Untersuchen versuchen wir das, was wir
  29. bei der Beschreibung herausgefunden haben, in einen historischen Zusammenhang zu bringen. Wozu wurde [musik] der Gegenstand wohl genutzt? Was
  30. sagen uns die Inschriften und Bilder darauf? Kurz um, [musik] was verrtet mir dieser Gegenstand über die Vergangenheit? Ich sagte euch ja schon,
  31. diese 50 Pfennigmünze stammt aus dem Jahr [musik] 1920, also aus der Zeit der Weimaraer Republik. Das wird für euch in Klasse 8 bis 10 eine Rolle spielen. Was
  32. ihr [musik] aber definitiv selbst daraus ableiten könnt, ist, dass diese Münze über 100 Jahre alt ist und es in dieser Zeit eine andere Währung gab als heute.
  33. Pennig statt [musik] Cent und Mark statt Euro. Auf jeden Fall wisst ihr auch, wofür man diesen Gegenstand genutzt hat. Zum Bezahlen [musik] natürlich. Die
  34. Menschen vor 100 Jahren verwendeten also schon Münzen aus einfachem Metall dazu und dass sie so viel einfacher wirkt als ein heutiges [musik] 50 Cent Stück und
  35. übrigens auch viel leichter ist, zeigt auch, dass früher nicht genug Geld zur Verfügung stand, um wertvollere Münzen [musik] herzustellen. Das lag daran,
  36. dass das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg wirtschaftlich ziemlich geschwächt war. Ziemlich interessant ist [musik] auch der Spruch auf der
  37. Rückseite: "Sich Regen bringt Segen oder" oder auch ohne Fleiß kein Preis. Zusammen mit dem Getreidebündel [musik] zeigt das also auch die politische
  38. Haltung zur Arbeit. Wer viel arbeitet, wird belohnt mit Geld. Und damit sind wir [musik] schon beim dritten Schritt der Sachkrquellenanalyse beim Deuten.
  39. Deuten heißt, dass wir überlegen, was unsere Untersuchung uns über die Vergangenheit verrätt. Oft schwimmt das schon [musik] ein bisschen mit den
  40. Untersuchungsergebnissen. Wir erfahren durch diese Münze, dass die [musik] Menschen im Jahr 1920 durch den
  41. vergangenen ersten Weltkrieg in einer schwachen Wirtschaft lebten und die Einstellung der Menschen war, das Land durch [musik] ihre Arbeit wieder
  42. aufzubauen. Ganz wichtig beim Deuten ist aber auch, das Ergebnis kritisch zu [musik] hinterfragen. Wie zuverlässig oder seriösquelle?
  43. Glücklicherweise sind Sachquellen immer ein bisschen zuverlässiger als beispielsweise [musik] Textquellen, denn da können sich die Menschen ja
  44. theoretisch alles mögliche ausgedacht und aufgeschrieben haben. Aber überlegen wir mal, [musik] wer diese Münze in Umlauf gegeben haben könnte und dadurch
  45. auch entschieden hat, was darauf [musik] zu sehen ist. Natürlich der Staat und der wollte, dass genau dieses Motto unter die Leute kommt. Sich Regen bringt
  46. [musik] Segen, ohne Fleiß keinen Preis. Der Staat will also, dass die Menschen gemeinsam anpacken und die Wirtschaft wieder aufbauen. Und dass wir diesen
  47. Spruch [musik] hier hinten finden, heißt nicht unbedingt, dass die Bevölkerung dahinter stand, sondern dass es der politische Wille war, die Menschen dazu
  48. [musik] zu bringen, mehr zu arbeiten. Hättet ihr gedacht, dass man aus so einer kleinen Münze so viel [musik] Information rausquetschen kann? Das ist
  49. die Funktion einer Sachquellanalyse. Testet mal, wie fit ihr nun beim Thema Sachquellanalyse seid, indem ihr die Aufgaben auf diesem Arbeitsplattier
  50. bearbeitet. Ihr solltet ungefähr 30 Minuten Zeit dafür benötigen. Spielerfolg und vielleicht bekomme ich das Teil auch
  51. noch ein bisschen sauberer. Ja.

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