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SEPA-Lastschrift einfach erklärt: Alles, was du wissen musst

Die Welt verstehen7:02 937 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 47 Zeilen
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  1. Ah, die Sepalastschrift, die benutzen wir doch alle, oder? Für die Miete, das Handy, das Fitnessstudio. Aber mal ehrlich, wer von uns versteht wirklich,
  2. wie das Ganze funktioniert? Denn dieses System ist auf der einen Seite super praktisch, aber auf der anderen Seite wirkt es auch echte Gefahren. Und genau
  3. diese Lücke zwischen Bequemlichkeit und Risiko, die schauen wir uns heute mal genauer an. Puh, das ist ein harter Satz. Das ist nicht nur irgendein Zitat,
  4. das ist ein Gefühl, das leider einige kennen. Es kommt von Uwe Wendel und seine Geschichte zeigt uns ganz brutal, wie schnell diese bequeme Lastschrift zu
  5. einem absoluten Albtraum werden kann. Und das bringt uns auch schon zur Kernfrage des Ganzen. Wie kann es sein, dass eine angebliche Partnerschaft für
  6. einen Walnussbaum einen Mann über 600 € kostet, ohne dass er jemals zugestimmt hat? Genau diese Frage, die führt uns heute durch die Schwachstellen, aber
  7. auch durch die Schutzmechanismen von diesem System. Okay, steigen wir direkt ein in diesem Fall, denn um das System zu verstehen, müssen wir uns erstmal
  8. ansehen, was passiert, wenn es so richtig schief läuft. Und die Geschichte von Uwe Wendel ist da leider ein perfektes, wenn auch ziemlich
  9. erschreckendes Beispiel. Also stellt euch vor, Uwe Wendel lebt von einer Erwerbs-unfähigkeitsrente. Er schaut zufällig auf ein Konto, das er
  10. kaum benutzt und sieht da eine Abbuchung 89,90 Cent. Verwendungszweck Partnerschaft Walnussbaum. Er hat davon noch nie
  11. gehört. [schnauben] Aber der eigentliche Schock kommt erst, als er nachforscht. Das lief schon seit Monaten so. Insgesamt waren über 600 € einfach weg.
  12. Und jetzt kommt der Knackpunkt, die entscheidende Schwachstelle. Die Betrüger brauchten nur seinen Namen und seine I-Bahn. Das war alles. Die Bank
  13. prüft nämlich erstmal nicht, ob es dafür eine Erlaubnis gibt. Das Geld wird einfach abgebucht. Okay, das war jetzt der Schockmoment. Aber wie kann so etwas
  14. überhaupt passieren? Um das zu verstehen, müssen wir das System jetzt mal auseinandermen und uns ansehen, wie es eigentlich funktionieren sollte. Denn
  15. es gibt da ja klare Regel. Das A und O bei der ganzen Sache, das absolute Fundament ist das SEPA Lastschriftmandat. Stellt euch das
  16. einfach vor wie einen offiziellen Erlaubnisschein. Das ist eure schriftliche Genehmigung, mit der ihr Firma erlaubt, Geld von eurem Konto
  17. einzuziehen. Und die Regel ist eigentlich glasklar. Ohne diesen Zettel darf kein Geld fließen. Punkt. Für eine Firma, die Geld von euch haben will,
  18. gibt es einen ganz klaren Prozess. Die können nicht einfach loslegen. Zuerst müssen sie zur deutschen Bundesbank und eine sogenannte gläubiger
  19. Identifikationsnummer beantagen. Das ist quasi ihr offizieller Ausweis als Geldeinzieher. Dann holen Sie sich das unterschriebene
  20. Mandat von euch. Und ganz wichtig, Schritt 3: Bevor Sie abbuchen, müssen Sie euch eine Vorankündigung schicken, eine Preneotification.
  21. Erst dann, wenn das alles passiert ist, dürfen Sie zur Bank gehen. So, und jetzt kommen wir zu einem Punkt, der wirklich entscheidend ist und den die aller
  22. wenigsten kennen. Lastschrift ist nicht gleich Lastschrift. Es gibt zwei komplett verschiedene Systeme und zu wissen, in welcher Welt man sich da
  23. gerade bewegt, ist für uns alle enorm wichtig. Schauen wir uns das mal an. Links haben wir die Basislastschrift. Das ist die, die wir alle kennen für
  24. Verbraucher. Das Hauptmerkmal sehr hoher Verbraucherschutz. Aber und jetzt kommt der Haken, der den Wahnusbaumbetrug überhaupt erst möglich
  25. gemacht hat. Die Bank prüft das Mandat nicht vor der Zahlung. Rechts haben wir die Firmenlastschrift, die ist nur für Geschäfte zwischen Unternehmen. Da ist
  26. es genau umgekehrt. Die Bank prüft das Mandat ganz genau, bevor Geld fließt. Dafür gibt es aber hinterher so gut wie kein Rückgaberecht. Das eine System
  27. setzt also auf Schutz nach der Zahlung, das andere auf Sicherheit davor. Also euer erster und wichtigster Schutzschild als Verbraucher 8 Wochen.
  28. Innerhalb dieser Zeit könnt ihr jede Abbuchung einfach so zurückholen. Egal warum. Falscher Betrag, zu früh abgebucht oder ihr habt es euch einfach
  29. anders überlegt. Keine Fragen, ein Klick, Geld zurück. Aber es wird noch besser. Es gibt da sozusagen noch eine super Waffe. Wenn eine Abbuchung
  30. komplett ohne eure Erlaubnis erfolgt ist, also genau wie bei der Walnussbaumasche, dann habt ihr satte 13 Monate Zeit, um euer Geld
  31. zurückzufordern. Das ist die absolute Absicherung gegen Betrug. Okay, aber auch bei ganz normalen legitimen Zahlungen geht ja manchmal was
  32. schief und dann bekommt man von der Bank diese frustrierenden kryptischen Fehlermeldungen. Schauen wir uns mal an, wie wir die entschlüsseln können. AM4,
  33. AC01, MD01. Das sieht aus wie eine Geheimsprache, oder? Ist es aber nicht. Das ist ein
  34. alltägliches Problem, wenn man verstehen will, warum eine Zahlung fehlgeschlagen ist. Also, was bedeuten diese Codes denn nun wirklich? Im Grunde kann man diese
  35. Codes in drei simple Schubladen stecken. Schublade 1: Fehler in den Kundendaten. Meistens ein Zahlendreher in der I-Bahn. Da müssen Kunde und Firma das Problem
  36. gemeinsam lösen. Schublade 2: Die Aktion liegt beim Kunden. Der Klassiker ist AM04. Heißt nichts anderes als Konto nicht
  37. gedeckt, da müsst ihr handeln. und Schublade 3. Der Fehler liegt beim Unternehmen. Vielleicht stimmt was mit dem Mandat nicht. Da muss die Firma ran
  38. und das Problem lösen. So, das war jetzt eine ganze Menge Info. Fassen wir das Wichtigste noch mal zusammen. Einmal als Schutzschild für euch als Verbraucher
  39. und einmal als Checkliste für alle, die ein Unternehmen haben und selbst Geld einziehen wollen. Also, was ist euer Schutzschild als Verbraucher? Erstens,
  40. und das ist wirklich das Allerwichtigste, prüft eure Kontuszüge und zwar regelmäßig. Zweitens, merkt euch die magischen Fristen. 8 Wochen, um
  41. eine Abbuchung zurückzuholen, die ihr nicht wollt und 13 Monate, wenn es dafür nie eine Erlaubnis gab. Und drittens ein super wichtiger Praxistipp: Ein Mandat
  42. kündigt ihr immer direkt beim Unternehmen, nicht bei eurer Bank. Und jetzt die Checkliste für alle Unternehmer. Holt euch eure gläubige ID
  43. von der Bundesbank. Stellt sicher, dass hinter jeder einzelnen Abbuchung ein gültiges unterschriebenes Mandat steht. Baut eine saubere Verwaltung dafür auf.
  44. versendet immer eine Vorankündigung und ganz wichtig versteht den fundamentalen Unterschied zwischen dem Basis und dem Firmenlastschriftverfahren.
  45. Tja, und das Ganze hinterlässt uns mit einer entscheidenden Frage. Das System ist auf Bequemlichkeit ausgelegt, aber das geht ganz klar auf Kosten der
  46. Sicherheit bei der ersten Abbuchung. Wer ist denn da am Ende verantwortlich? Sind wir es, die unsere Konten ständig überwachen müssen? Oder sind es nicht
  47. vielleicht doch die Banken, die ein System betreiben, das diese eingebaute Schwachstelle hat? Denkt mal drüber nach.

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