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Die Geschichte der EUROPÄISCHEN UNION - kurz & knackig erklärt

EU Made Simple // Deutsch9:50 5.522 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 53 Zeilen
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  1. Die Europäische Union. Sie ist eines der verwirrendsten politischen Gebilde der Welt. Wir gehen heute back to the roots: Warum existiert die EU überhaupt? Was will sie erreichen,
  2. und warum können ihre Mitglieder das nicht einfach alleine schaffen? In der meisten Zeit der Menschheitsgeschichte hat Europa das hier erlebt: Krieg und Konflikte.
  3. Europa war schon immer ein Kontinent, voller unterschiedlicher Kulturen, Völker und Länder. Diese Länder waren ziemlich oft in Konflikte verwickelt,
  4. sei es um natürliche Ressourcen, Territorien oder aus ideologischen Gründen. Die Herrscher gingen fast immer davon aus, dass ihre Nachbarn etwas gegen sie im Schilde führen.
  5. Die Europäer sahen sich gegenseitig eher als potenzielle Feinde - nicht als Freunde. Die Napoleonischen Kriege, der Dreißigjährige Krieg, die Einigungskriege in Deutschland und
  6. Italien, der Österreichische Erbfolgekrieg – die Liste ließe sich ewig fortführen. Ein trauriger Höhepunkt: Der Erste Weltkrieg. Ein weiteres
  7. Kippen des Mächtegleichgewichts. Als die Mittelmächte 1918 kapitulieren, sind viele Länder völlig zerstört. Millionen Menschen sterben - die Überlebenden sind traumatisiert.
  8. Die große Frage zu dieser Zeit: gibt es nicht besseres System für Europa? Irgendwas besseres als ständig um Land zu kämpfen.
  9. Der Völkerbund, eine Art frühe Version der Vereinten Nationen, angestoßen von US-Präsident Woodrow Wilson. Ein Versuch, eine neue Welt aufzubauen – im Mittelpunkt:
  10. friedliche Zusammenarbeit und Selbstbestimmung. Wilson will erreichen, dass ein Volk nur von einer Regierung geführt werden kann,
  11. die es selbst gewählt hat. Doch Europa schenkt diesem halbherzigen Versuch kaum Gehör. Die Kolonialmächte wollen ihre Überseegebiete behalten, um an der Spitze der Nahrungskette
  12. zu bleiben. Als Deutschland 1939 in Polen einmarschiert und damit den Zweiten Weltkrieg auslöst, wiederholt sich Geschichte. Europa wird erneut durch den Krieg völlig verwüstet,
  13. sogar die Bedrohung durch nukleare Vernichtung liegt über dem Kontinent. DER Moment, an dem viele Europäer sag en: „Genug ist genug. Es muss doch einen besseren Weg geben,
  14. unsere Konflikte zu lösen. Dieses System führt nur zu Tod und Zerstörung.“ Diese elf Männer werden als die Architekten der EU bezeichnet. Man könnte sie als die
  15. Gründungsväter Europas sehen! Jeder von ihnen spielt eine Rolle bei der Entstehung der EU, doch einer sticht besonders hervor: Robert Schuman.
  16. Schuman ist 1950 Außenminister Frankreichs. W ährend des Krieges hatte er gegen die Besetzung durch die Nazis protestiert und wäre fast im Konzentrationslager
  17. gelandet. Deshalb ist er entschlossen, endlich Frieden in Europa zu schaffen. Schuman ist überzeugt, dass der einzige Weg, die europäischen Mächte davon abzuhalten,
  18. gegeneinander Krieg zu führen, darin besteht, ihre Volkswirtschaften miteinander zu verbinden, sodass Krieg „…nicht nur undenkbar, sondern auch materiell unmöglich“ würde.
  19. 1950 stellt er den Schuman-Plan vor, ein Vorschlag, die deutschen und französischen Kohle- und Stahlindustrien unter eine gemeinsame, überstaatliche Behörde zu stellen. Frankreich und
  20. Deutschland werden bewusst ausgewählt, da sie praktisch immer Feinde waren. Kohle und Stahl, weil sie die zwei zentralen Materialien für die Herstellung von Waffen sind.
  21. Doch es gibt noch einen weiteren Teil der Vereinbarung: Es sollen keine Zölle auf Stahlimporte zwischen Frankreich und Deutschland erhoben werden,
  22. und die zentrale Behörde würde in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Bergleute investieren. Das wirtschaftliche Potenzial des Freihandels weckt die Aufmerksamkeit
  23. anderer Nachbarländer. 1951 unterzeichnen Frankreich, Westdeutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Italien den Vertrag von Paris und gründen die Europäische Gemeinschaft
  24. für Kohle und Stahl – die Institution, aus der später die Europäische Union hervorgehen sollte. Aber das ist nur der erste Schritt. Sechs Jahre später,
  25. 1957, beschließen die sechs Gründerstaaten, ihre Volkswirtschaften weiter zu integrieren, um ihre Wirtschaft durch Freihandel anzukurbeln und einen Krieg noch unwahrscheinlicher zu machen.
  26. Sie schaffen einen gemeinsamen Markt und eine Zollunion. Das bedeutet, dass beim Handel zwischen diesen Ländern keine Zölle mehr auf Waren
  27. erhoben werden - und dass alle dieselben Zölle auf Importe aus Nichtmitgliedsländern erheben. Wenn Saudi-Arabien also Öl nach Frankreich verkaufen wollte,
  28. zahlte es die gleichen Zölle, als würde es das Öl nach Belgien verkaufen. Im Laufe der Zeit einigen sich die sechs Länder auch darauf,
  29. gemeinsame Richtlinien für Bereiche wie Verkehr und Landwirtschaft einzuführen. Die Organisation wird in Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) umbenannt.
  30. Und mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge offiziell ins Leben gerufen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die EWG ein großer Erfolg! Die Wirtschaften der sechs Länder boomen,
  31. der Lebensstandard steigt überall deutlich an. Bald blicken auch Länder außerhalb der EWG neidisch auf diesen Freihandelsclub und wollen dazugehören.
  32. 1973 treten Dänemark, das Vereinigte Königreich und Irland der Wirtschaftsgemeinschaft bei - inzwischen heißt das ganze Europäische Gemeinschaft (EG).
  33. Im Laufe der folgenden zwei Jahrzehnte sehen immer mehr europäische Nachbarn den Erfolg der Europäischen Gemeinschaft (EG) und bewerben sich um eine Mitgliedschaft. Zunächst Griechenland,
  34. dann Spanien und Portugal, gefolgt von Österreich, Finnland und Schweden. Neben der Erweiterung werden die Verbindungen zwischen den Mitgliedern der Europäischen
  35. Gemeinschaft noch enger geknüpft. Die europäische UNIONSbürgerschaft wird eingeführt, ein Parlament mit gewählten Vertretern geschaffen, die Freizügigkeit im
  36. Schengen-Raum ermöglicht und dem Europäischen Gerichtshof werden mehr Aufgaben übertragen. 1993 unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten den Vertrag von Maastricht,
  37. der die Europäische Gemeinschaft offiziell zur Europäischen Union macht---so, wie wir sie heute kennen. Schumans Vision eines vereinten Europas wird langsam Wirklichkeit.
  38. Doch das ist die Vergangenheit der EU. Was ist mit ihrer Gegenwart, und was sind ihre Pläne für die Zukunft?
  39. Als die erste Version der EU gegründet wurde, sah sie so aus. 1993 sah sie dann so aus. Heute sieht sie so aus. Die EU hat sich seit ihrer
  40. Entstehung massiv erweitert und die Europäer enger miteinander verbunden als je zuvor. Jemand, der in Porto lebt, kann ohne Passkontrollen oder Währungswechsel
  41. nach Helsinki reisen, dank des Euro. Dort angekommen, kann er ohne Visum arbeiten und leben und wird von denselben EU-Gesetzen geschützt wie alle anderen.
  42. Wenn man das einem Franzosen im Jahr 1940 erzählt hätte, DAS hätte er niemals geglaubt. „Europa ist zu zersplittert!“, hätte er gesagt. „Deutschland und Frankreich waren immer Feinde.“
  43. In dieser Hinsicht war und ist die Europäische Union ein enormer Erfolg, doch nicht alles verlief nach Plan.
  44. Die Gründerväter Europas wollten, dass die Mitgliedsstaaten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch miteinander verbunden sind. Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft,
  45. die eine gesamteuropäische Armee schaffen sollte, wurde 1954 von der französischen Nationalversammlung abgelehnt.
  46. Eine EU-weite Verfassung wurde 2004 entworfen, aber von Mitgliedsstaaten abgelehnt, die um ihre nationale Souveränität fürchteten. Und die EU kämpft immer noch mit den
  47. Folgen des Brexits im Jahr 2019 – dem ersten Mitgliedsstaat, der die Union verlassen hat. Doch im Kern lebt die Mission, Europa zu vereinen und durch Zusammenarbeit Kriege zu verhindern,
  48. nach wie vor - auch wenn der Weg zu diesem Ziel alles andere als einfach ist. Warum also existiert die EU? Die EU ist Europas Antwort darauf,
  49. die alten Systeme abzulehnen, als die Großmächte um jedes greifbare Gut kämpften. Die EU existiert, um die Europäer wirtschaftlich, politisch und vielleicht sogar militärisch zu
  50. verbinden, damit die Schrecken der vergangenen Jahrhunderte sich nicht wiederholen - und damit der Kontinent gegen Akteure bestehen kann, die versuchen, Europas Souveränität zu untergraben.
  51. Was denkst du über den Existenzgrund der EU? Erreicht sie ihr Ziel, oder braucht es etwas Neues, das an ihre Stelle tritt? Lass es uns unten in den Kommentaren wissen!
  52. Danke fürs Zuschauen! Wenn du uns noch weiter unterstützen möchtest lass uns gerne ein Like da und abonniere den Kanal. Schau auch
  53. gerne einfach mal in unsere anderen Videos rein. Bis zum nächsten mal.

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