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Antikes Rom I Geschichte Römisches Reich

MrWissen2go Geschichte | Terra X15:20 2 Mio. Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. In diesem Video beschäftigen wir uns mit einer der faszinierendsten Großmächte der Weltgeschichte: dem Römischen Reich.
  2. Ich eklär euch in 7 Schritten, wie Rom groß wird, warum es zu jahrzehntelangen Bürgerkriegen kommt
  3. und wie die Republik untergeht. Nebenbei verrate ich euch das Erfolgsrezept der Römer. Schritt 1:
  4. Rom wächst zwischen 1000 und 800 v.Chr. aus einzelnen kleineren Dörfern zusammen, die auf den Hügeln über dem Tiber liegen.
  5. Das ist keine besonders tolle Gegend, außer man steht auf Sumpf und auf Mücken. Aber: Rom liegt wenigstens strategisch günstig
  6. an wichtigen Handelsrouten. Wir wissen übrigens sogar ganz genau, wann Rom gegründet wurde: Super, oder?
  7. Naja, zumindest berechnete das der römische Historiker Marcus Terentius Varro. Diese Berechnung ist aber ungefähr so sicher wie die Geschichte,
  8. dass Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt wurden. Habt ihr noch nie gehört? Naja, das ist die Gründungssage von Rom:
  9. Ein Mann namens Romulus, der Sage nach ein Sohn des Gottes Mars und einer Priesterin, habe Rom gegründet und im Streit um die Stadtmauern
  10. seinen Zwillingsbruder Remus ermordet. Soviel zur Sage. Sicherer ist dagegen, dass die Gemeinde Rom anfangs
  11. von den Etruskern, einem antiken Volk in Nord- und Mittelitalien beherrscht wird. Das von Königin regierte Rom wird erst nach und nach selbstständig.
  12. Von diesen Etruskern übernehmen die Römer ziemlich viel. Vor allem wie man stabil baut! Und da sehen wir schon ganz früh
  13. eine Zutat zum Erfolgsrezept der Römer: Sie übernehmen vieles von anderen Völkern und entwickeln es weiter.
  14. Aber wann wird Rom eigentlich zu Rom? Naja, merkt euch mal, dass alles, was wir über die Anfangsphase von Rom wissen, ziemlich unsicher ist.
  15. Erst ab dem Jahr 300 v. Chr. wissen wir genauer, also über 300 Jahre nach dem errechneten Gründungsdatum Roms, wie die Geschichte ablief.
  16. Aber ganz grob halten wir fest, dass ab dem Jahr 500 v. Chr. der etruskische Einfluss in Rom und anderswo immer mehr schwindet,
  17. und das um diese Zeit herum die Römische Republik entsteht. Schritt 2: Das Wort "Republik" kommt aus dem Lateinischen:
  18. Die Republik ist etwas Besonderes, denn sie funktioniert nach ihren ganz eigenen Regeln, die sich im Laufe der Zeit zu einer ungeschriebenen Verfassung
  19. entwickeln. Die römische Verfassung vereint verschiedene Elemente, die auf den ersten Blick eigentlich gar nicht so richtig zusammenpassen:
  20. An der Spitze des Staates stehen die beiden Konsuln. Ein Konsul sagt, wo es lang geht, und im Kriegsfall führt er das Heer. Der Konsul wird aus den Reihen des römischen Adels gewählt
  21. und muss schon über Erfahrung in anderen öffentlichen Ämtern verfügen. Damit ein Konsul nicht zu mächtig wird, ist er nur auf ein Jahr gewählt und kann nicht gleich im nächsten Jahr
  22. wiedergewählt werden. Außerdem gibt es 2 Konsuln, damit die sich gegenseitig kontrollieren, aber auch helfen können.
  23. Die Konsuln verkörpern etwas Monarchisches in der römischen Verfassung. Der griechische Geschichtsschreiber Polybios
  24. vergleicht sie mit Königen, denn sie haben den Befehl über das Heer und die Gerichtshoheit. Doch sie haben keine komplett uneingeschränkte Macht.
  25. Neben den Konsuln gibt es eine ganze Reihe weiterer Wahlämter. Es gibt die Versammlung der Adligen, die ein öffentliches Amt ausgeübt haben: den Senat.
  26. Der Senat bringt Gesetze und wichtige Entscheidungen auf den Weg. Er besteht aus ungefähr 300 adligen Senatoren und berät die Amtsinhaber.
  27. Der Senat verkörpert das Aristokratische an der Verfassung, die Adelsherrschaft. Und schließlich gibt es noch die Volksversammlung,
  28. die die Amtsträger wählt und die die Gesetze beschließt. In der Volksversammlung haben die ärmeren Schichten, also Handwerker und Händler, das Sagen.
  29. Ganz unten stehen die Tagelöhner. Meistens tragen sie irgendwelche Sachen für andere Leute gegen Bezahlung.
  30. Dann gibt es die Kleinhändler und Budenbesitzer. Die Adligen schauen auf diese Leute herab, aber sie sind eine politische Größe.
  31. Wenn es Demonstrationen oder Proteste gibt, dann sind die tragende Kraft die Kleinhändler und Handwerker, wie Metzger, Köche, Fischer, Zimmerleute, Schuster,
  32. Färber, Gerber oder Töpfer. Alle diese Bürger müssen auch über den Krieg abstimmen. Denn die meisten Soldaten stammen aus dem einfachen Volk.
  33. Die Volksversammlung steht für das Demokratische an der römischen Verfassung. Schritt 3:
  34. Natürlich hat sich diese Verfassung in einer langen Zeit entwickelt, und nicht immer lief das reibungslos ab. Aber als Rom schon eine starke Macht ist,
  35. blicken die Historiker zurück und fragen sich, wie Rom so erfolgreich werden konnte. Die Antwort:
  36. Wegen der Verfassung, die die Elemente mischt. Und tatsächlich ist das ein Teil des Erfolgsrezeptes: In Rom können fast alle mitbestimmen.
  37. Ich sage fast alle, denn für Frauen und Sklaven gelten diese Privilegien nicht. Aber die männlichen Bürger Roms sind in die res publica eingebunden
  38. und haben was zu sagen. Das System der Republik funktioniert. Der Stadtstaat Rom erobert nach und nach Mittel- und Süditalien.
  39. Die umliegenden Stämme, die besiegt sind, werden mit Verträgen an Rom gebunden. Sie werden Bundesgenossen Roms,
  40. die im Kriegsfall Soldaten stellen und ansonsten Steuern zahlen müssen. Aber grundsätzlich erlauben die Römer den unter ihre Herrschaft gebrachten Städten, Stämmen und Völkern
  41. viel Eigenverwaltung. Und das ist schon wieder ein Teil des Erfolgsrezeptes: Die Römer binden die Eroberten an sich.
  42. Die Führer dürfen sogar römische Bürger werden, und ansonsten "romanisieren" sie allmählich die Eroberten. D.h. sie passen die eroberten Gebiete an die römische Kultur an,
  43. indem sie die lateinische Sprache einführen, die römische Architektur und Literatur, die Lebensart. Schritt 4:
  44. Die Römische Republik breitet sich bis zum Jahr 270 v. Chr. in Italien aus und kommt einer anderen Macht ins Gehege: den Karthagern.
  45. Karthago ist eine selbstständig gewordene phönizische Kolonie. Gegründet wurde die Stadt von Siedlern aus Tyros, das liegt im heutigen Libanon.
  46. Die Karthager sind Händler und sie beherrschen das westliche Mittelmeer. Da, auf dem italienischen Stiefel, breitet sich Rom aus.
  47. Und hier überall herrscht Karthago. Und hier unten, in Sizilien, da kracht es! 3 Kriege werden geführt, bis Rom die Konkurrenz besiegt.
  48. Die Römer nennen die Karthager "Punier". Im ersten Punischen Krieg siegen die Römer, weil ein feindliches Schiff von einem Sturm am Strand angespült wird.
  49. Bisher konnten die Römer auf dem Meer nichts gegen die Seemacht der Karthager ausrichten. Aber jetzt kopieren sie die Technik der kathartischen Schiffe
  50. und fügen noch eine Enterbrücke hinzu. Diese Brücke kann heruntergelassen werden und sich in einem anderen Schiff festkrallen!
  51. So können dann Soldaten auf das gegnerische Schiff, und man kann auch auf See wie an Land kämpfen. Rom gewinnt den Krieg und ist ab sofort nicht nur eine Landmacht,
  52. sondern auch eine Seemacht. Aber weil sie den Karthagern sehr harte Bedingungen für den Frieden auferlegen,
  53. sinnen die auf Rache! Verwirklichen wird sie der berühmte Feldherr Hannibal. Der zieht im Jahr 218 v. Chr. mit seinem Heer,
  54. es waren wohl über 40.000 Soldaten, 9000 Reiter und 37 Kriegselefanten über die Alpen!
  55. Er braucht dafür 16 Tage. Und die meisten Elefanten schaffen es auch über die Alpen. Allerdings sterben sie dann im italienischen Winter, bis auf einen.
  56. Aber das macht nichts, denn Hannibal ist ein großartiger Feldherr. Und besonders mit seiner Reiterei fügt Hannibal den Römern schwere Niederlagen zu.
  57. Die Römer verlieren zehntausende Legionäre. Leider nützt das aber wenig. Hannibal weiß, dass er die Römer nur schlagen kann,
  58. wenn er es schafft, dass sich die Bundesgenossen von Rom abwenden. Aber die meisten stehen fest an der Seite Roms. Vor allem weil die Römer grausame Rache an denen üben,
  59. die sich gegen sie wenden. Damit verändert sich in Italien kaum etwas an den Herrschaftsverhältnissen.
  60. So marschiert Hannibal letztlich 10 Jahre vergeblich mit seinem Heer herum. Die Römer, auch das gehört zum Erfolgsrezept,
  61. sind zäh und halten durch. Sie schicken Armeen nach Spanien und schließlich auch auf das afrikanische Festland.
  62. So zwingen sie Hannibal zur Heimkehr. Und dort schlägt der römische Feldherr Scipio den berühmten Hannibal vernichtend.
  63. Im Kampf mit den Karthagern wird Rom zur Weltmacht und dehnt seinen Herrschaftsbereich immer weiter aus! Schritt 5:
  64. Während die Eroberungen weitergehen, kommt es zu Spannungen innerhalb Roms. Warum?
  65. Grund für die innenpolitischen Spannungen sind vor allem die ständigen Kriege, die Rom führt. Denn die Männer müssen Kriegsdienst leisten.
  66. Und wer auf dem Schlachtfeld steht, der kann logischerweise seinen Acker nicht bewirtschaften. Für die Reichen ist das kein so großes Problem.
  67. Die kaufen sich einfach Sklaven, die auf ihren Feldern schuften. Aber die ärmeren Leute kommen in Schwierigkeiten! Denn sie können sich keine Sklaven leisten.
  68. Sie müssen sich Geld leihen, um ihre Familien ernähren zu können. Das Geld können sie aber nicht zurückzahlen. Und wenn man nicht selbst arbeiten kann,
  69. dann kann man logischerweise auch nichts zurückzahlen. Und deshalb müssen sich immer mehr ärmere und arme Bürger in Schuldknechtschaft begeben.
  70. Sie arbeiten für die adligen Reichen, von denen sie sich das Geld leihen, wie Sklaven, um ihre Schulden zu begleichen. Und so wird die Kluft zwischen dem einfachen Volk
  71. und den reichen Adligen immer größer: Die einen haben Grundbesitz. Die anderen haben Kinder, die sie mühsam ernähren müssen.
  72. Nachkommenschaft heißt auf Lateinisch übrigens: Und die Armen mit vielen Kindern, das sind die "Proletarier". Eine Zutat im römischen Erfolgsrezept fehlt plötzlich:
  73. Die Armen und die Reichen, die Normalos und die Adligen, haben in Rom immer einen Weg gefunden, ihre Unterschiede auszugleichen.
  74. Rom ist deshalb eine ziemlich stabile Gesellschaft. Gewesen! Schritt 6:
  75. Jetzt wird Rom aber immer größer und immer mächtiger. Die Männer Roms sind buchstäblich in der halben Welt unterwegs, um fremde Länder zu erobern.
  76. Damit verschärft sich das alte Problem: Die Reichen übernehmen immer mehr kleine Bauernhöfe und bewirtschaften sie durch Sklaven,
  77. die dank der Eroberungen massenweise zur Verfügung stehen. Immer mehr Normalbürger steigen sozial ab ins Proletariat von Rom, zu den Landlosen und Besitzlosen.
  78. Aber sie sind immer noch Bürger mit Bürgerrechten, und deshalb interessieren sich einige Politiker für diese Leute. Die Politiker, die Macht über die Volksversammlung ausüben,
  79. also für das einfache Volk eintreten, nennen sich: Bekannte populäre Politiker sind die Gracchen, zwei Brüder, die für eine Landreform eintreten.
  80. Aber der ältere Bruder Tiberius wird von den Senatoren umgebracht. Der jüngere Bruder Gaius Sempronius verliert die Unterstützung seiner Anhänger
  81. und lässt sich von einem Sklaven töten! Es scheint so, als hätte der Senat gewonnen. Oder?
  82. Naja, Rom muss in dieser Lage schwere militärische Niederlagen gegen die Kimbern und Teutonen sowie gegen die Numider einstecken.
  83. Der Konsul Marius reformiert das Heer: Vorher hatte Rom eine Milizarmee, d.h. das Heer besteht aus wehrpflichtigen Bauern,
  84. die ihre Ausrüstung selbst bezahlen. Viele der Bauern verlieren aber in den Feldzügen ihr Leben oder müssen aus Geldmangel ihren Hof aufgeben.
  85. D.h. es gibt auch weniger Menschen, die rekrutiert werden können. Also wird die Armee kurzerhand auch für die Besitzlosen, das Proletariat, geöffnet.
  86. Die können sich freiwillig zum Dienst an der Waffe melden und werden vom Staat ausgerüstet und versorgt. Die Milizarmee entwickelt sich zur Berufsarmee.
  87. Viele arme Bürger gehen jetzt zur Armee. Das Problem ist jetzt, dass die Soldaten, die ihre Dienstzeit vollendet haben und sozusagen in Rente gehen,
  88. aber keine Rente bekommen, sich meistens nicht versorgen können. Der Feldherr Marius will deswegen dafür sorgen, dass die ehemaligen Soldaten vom Staat eine Altersversorgung bekommen.
  89. Marius ist ein Vertreter der Popularen, der Volksfront. Den Popularen gegenüber stehen die: Die Vertreter des Adels, die mehr Macht für den Senat
  90. und damit für die Reichen wollen. Bekanntester und mächtigster Optimat ist Sulla. Sulla ist als sehr erfolgreicher Feldherr unterwegs.
  91. Und nachdem er die äußeren Feinde Roms besiegt hat, kehrt er zurück und bekämpft die Popularen, die in Rom damals das Sagen haben.
  92. Sulla lässt sich zum Diktator, also zum Alleinherrscher, wählen. Er regiert mit eiserner Faust! Seine Gegner werden auf Listen geschrieben,
  93. sog. Proskriptionslisten, und werden geächtet. Jeder, der einen, der auf der Liste steht, tötet, erhält eine Belohnung. Über 4000 Bürger werden umgebracht.
  94. Sulla stärkt mit seiner Schreckensherrschaft die Macht des Adels. Nach seinem Tod wird vieles wieder rückgängig gemacht.
  95. Schritt 7: Das einst so stabile Rom ist ziemlich in Unordnung geraten. Zu allem Überfluss muss die schwächelnde Weltmacht
  96. gegen den König Mithridates von Pontos kämpfen. Pontos ist ein Königreich in Anatolien, in der heutigen Türkei.
  97. In 3 Kriegen wird der Gegner schließlich über einen Zeitraum von einem Vierteljahrhundert niedergerungen.
  98. In der Endphase dieses Kampfes kommt es auch noch zu dem berühmten Sklavenaufstand unter Spartacus. Dazu erzähle ich euch ein anderes Mal mehr.
  99. Aber der Krieg wird gewonnen, und der Sklavenaufstand wird niedergeschlagen. Die beiden Heerführer, die Rom wieder
  100. auf die Erfolgsspur zurückgebracht haben, sind die Feldherren: Der ruhmreiche Feldherr Pompeius ist den meisten Senatoren der Partei der Optimaten
  101. ein Dorn im Auge. Sie wollen ihn rechtzeitig politisch erledigen, bevor er zu mächtig wird.
  102. Da tut sich Pompeius mit Crassus zusammen. Crassus ist wesentlich weniger beliebt als Pompeius, aber er ist stinkreich!
  103. Obwohl die beiden sich nicht leiden können, arbeiten sie zusammen, um an der Macht zu bleiben. Außerdem holen sie noch einen dritten Mann an Bord,
  104. einen ehrgeizigen Politiker, der noch nicht so erfolgreich ist wie er gerne sein möchte. Die 3 bilden das sogenannte:
  105. Gemeinsam hebeln sie die politischen Institutionen Roms aus. Und diese Zerstörung der politischen Ordnung ermöglicht es erst, dass Rom zur ultimativen Weltmacht aufsteigt.
  106. Denn die Institutionen haben sich einfach überholt. Um ein Riesenreich zu regieren, braucht man andere Strukturen. Wohin die Reise geht, wird klar,
  107. wenn ich euch den Namen des dritten Mannes verrate: "Kaesar", wie man es richtig aussprechen würde, macht heute nur keiner.
  108. Mit ihm endet die Republik! Wenn ihr mehr zur antiken Geschichte erfahren wollt, bleibt dran und lasst sicherheitshalber ein Abo da, kann ja nicht schaden.
  109. Auch Videos zur jüngeren Geschichte findet ihr natürlich bei uns auf dem Kanal. Einfach mal reinschauen. Wenn ihr Fragen habt: In die Kommentare damit!
  110. Jetzt erst mal vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Untertitel: ARD Text für Funk (2018)

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