🎓 Englisch Fachdidaktik StEX – Folge 20: Mehrsprachigkeit im Englischunterricht zusammengefasst!🌍🗣️✨ 📚 Englisch-Fachdidaktik – Dein Staatsexamen-Kurs! https://www.youtube.com/watch?v=CRcvBOlJrW8 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo und herzlich willkommen. Wenn Sie sich gerade auf Ihr Staatsexamen im Fachenglisch vorbereiten, dann ist dieses Thema hier für Sie absolut 0:07 entscheidend. Mehrprachigkeit in der Grundschule. Und ich sag's gleich vorweg, vergessen Sie diese alte Vorstellung, dass Sprachenvielfalt 0:15 irgendwie ein Problem ist. In den nächsten Minuten zeige ich Ihnen, wie Sie das Ganze als eine echte Superkraft im Klassenzimmer nutzen können. Also 0:22 lassen Sie uns direkt reinstarten. Damit Sie im Examen auch wirklich die nötige Sicherheit haben, folgen wir einer ganz klaren Struktur. Wir fangen an mit dem 0:31 grundlegenden Paradigmenwechsel, also dem großen Umdenken. Dann tauchen wir ein in das Kernkonzept des Translanguaging. Wir schauen uns an, was 0:39 das für Sie als Lehrkraft bedeutet und dann ganz wichtig, wird's richtig praktisch mit konkreten Beispielen für den Unterricht. Und am Ende fassen wir 0:48 die allerwichtigsten Punkte für ihre Prüfung zusammen. Fangen wir also mit dem Kern der Sache an, dem Paradigmenwechsel. 0:56 Und hier geht es um viel mehr als nur eine neue Methode. Es ist ein wirklich fundamentaler Wandel in der Art, wie wir denken. Weg von dieser alten Annahme, 1:06 Mehrsprachigkeit sei ein Defizit, hin zu der Erkenntnis, dass sie eine riesige Ressource ist. Genau diese Haltung ist die absolute Grundlage für einen 1:16 modernen und erfolgreichen Englischunterricht. Schauen wir uns diesen Gegensatz mal genauer an. Auf der einen Seite die veraltete Defizitsicht, 1:24 die hat die sprachliche Vielfalt als eine Art Störfaktor gesehen, den man irgendwie beheben muss. Der ganze Fokus lag auf Fehlern. Der moderne Ansatz 1:32 dagegen, die Ressourcenorientierung, sieht diese Vielfalt als einen echten Schatz. Wir konzentrieren uns also auf die Kompetenzen, die die Kinder ja schon 1:40 mitbringen und wir fördern ganz gezielt ihre plurilinguale Entwicklung. Das heißt, die Fähigkeit, all ihre Sprachen flexibel und vernetzt zu nutzen. Und 1:51 wissen Sie, diese neue Perspektive ist keine abstrakte Theorie. Sie ist eine absolute Notwendigkeit. Schauen Sie sich mal diese Zahl an. 41%. 2:00 Das ist eine offizielle Zahl vom Statistischen Bundesamt aus dem Jahr 2023. Das ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler an unseren 2:08 Schulen mit einer Einwanderungsgeschichte. Diese Grafik hier, die zeigt die Realität in unseren Klassenzimmern ganz 2:15 deutlich und aktuelle Entwicklungen, denken Sie nur an die Zuwanderung aus der Ukraine, verstärken diesen Trend ja noch. Mehrsprachigkeit ist also die 2:24 Norm, nicht mehr die Ausnahme und das erfordert eben zwingend neue pädagogische Ansätze, die dieser Vielfalt auch wirklich gerecht werden. 2:32 Und das hier ist der entscheidende Punkt. All das, was die Kinder bereits können, ist eine Brücke zum Englischen. Denken Sie nur mal an den positiven 2:40 Transfer durch Kognaten, also Wörter, die in verschiedenen Sprachen ähnlich klingen oder an ähnliche grammatikalische Strukturen. Indem wir 2:49 diese Brücken ganz aktiv nutzen, fördern wir nicht nur den Spracherwerb selbst, sondern auch das metalinguistische Bewusstsein der Kinder, also ihre 2:57 Language Awareness. Sie fangen an über Sprache nachzudenken, Systeme zu vergleichen und das ist pures Gold für den Lernprozess. So und jetzt kommen wir 3:07 zum theoretischen Herzstück, das diesen ressourcenorientierten Ansatz in die Praxis übersetzt, das Konzept des Translanguaging. 3:15 Also, was heißt Translanguaging genau? Es bedeutet, dass Kinder flexibel und funktional auf ihr gesamtes sprachliches Repertoire zurückgreifen. Und ganz 3:23 wichtig ist hier, es geht nicht um ein unkontrolliertes Mischen oder einfaches Code Switching. Nein, es ist viel mehr der bewusste und gezielte Einsatz aller 3:32 sprachlichen Fähigkeiten als eine einzige vernetzte Werkzeugkiste. Damit können Sie dann komplexe Inhalte verstehen und sich auch viel besser 3:39 ausdrücken. Und dieses Zitat hier illustriert die Wirkung in der Praxis einfach brillant. Eine zentrale Erkenntnis aus dem Forschungsprojekt 3:48 Sprachen beflügeln zeigt ganz klar, wenn die Sprachen der Kinder im Unterricht wertgeschätzt und sichtbar gemacht werden, dann hat es einen enorm 3:56 positiven Effekt auf ihre Identität, auf Ihr Selbstbewusstsein und auch auf Ihr Zugehörigkeitsgefühl in der Klasse. Tja, und was bedeutet das alles jetzt für Sie 4:06 als Lehrkraft? Nun, dieser Paradigmenwechsel erfordert auch ein ganz neues Selbstverständnis. Weg von der Rolle der monolingualen Autorität 4:15 hin zur Rolle einer multilingualen Lernbegleiterin oder eines Lernbegleiters. Sie müssen nicht alle Sprachen ihrer Schülerinnen und Schüler 4:22 sprechen, darum geht es gar nicht, aber sie müssen eine Haltung vorleben, Offenheit, Neugier und ganz viel Wertschätzung. Indem Sie auch mal ein 4:31 bisschen Kontrolle abgeben und vielleicht sogar selbst zur Lernenden werden, schaffen sie eine angstfreie und positive Lernatmosphäre, in der Fehler 4:39 einfach als Lernchancen gesehen werden. So, und jetzt wird es ganz konkret, wie bringen wir all diese Theorie denn nun in den Unterrichtsalltag? In diesem 4:49 Abschnitt zeige ich Ihnen ein paar praxiserprobte Beispiele, die Sie direkt für Ihre Examensplanung nutzen können. Vier didaktische Prinzipien sind hier 4:57 ganz zentral. Erstens, Handlungsorientierung, das heißt Sprache in echten sinnvollen Kontexten anwenden. Zweitens Schülerorientierung, indem wir 5:07 die Lebenswelten und die sprachlichen Biographien der Kinder mit einbeziehen. Drittens, Scaffolding, das bedeutet, wir stellen gezielte, unterstützende Gerüste 5:17 bereit. Und viertens, Taskbased Learning. Hier steht eine Aufgabe im Mittelpunkt und alle Sprachen dürfen als Werkzeug zur Lösung genutzt werden. Ein 5:26 wirklich wunderbares Beispiel für Schülerorientierung ist das sogenannte Sprachenportrait. Die Kinder visualisieren dabei ihre ganz 5:35 persönliche sprachliche Identität. Das macht nicht nur ihre Ressourcen sichtbar, sondern ist auch ein unglaublich starker Akt der 5:42 Wertschätzung. Und sie können sich vorstellen, was das für die Motivation der Kinder bedeutet. So, jetzt kommen wir zum Abschluss zum Fazit für Ihr 5:49 Staatsexamen. Hier fassen wir jetzt die wichtigsten Punkte noch mal zusammen und ich gebe Ihnen drei ganz entscheidende Tipps für eine erfolgreiche Prüfung mit 5:57 auf den Weg. Im Examen punkten Sie immer mit einer differenzierten Betrachtung. Zeigen Sie die enormen Chancen auf. Gesteigerte Motivation, echte Inklusion 6:06 und nicht zu vergessen die kognitiven Vorteile wie eine bessere Problemlösekompetenz. Aber und das ist entscheidend, benennen 6:13 Sie auch die Herausforderungen und bieten Sie direkt Lösungen an. z.B. gezieltes Scaffolding gegen eine mögliche Überforderung und klare 6:21 funktionale Regeln, damit die Zielsprache Englisch am Ende nicht zu kurz kommt. Das zeigt den Prüfer, dass sie das Konzept wirklich reflektiert 6:28 haben. Okay, und hier sind Ihre drei Toptipps für die Prüfung auf den Punkt gebracht. Erstens, argumentieren Sie konsequent und immer 6:37 Ressourcenorientiert. Zweitens, wenn Sie über Translanguaging sprechen, werden Sie immer super konkret. nennen Sie Praxisbeispiele, das wollen die Prüfer 6:46 hören. Und drittens schlagen Sie immer die Brücke zum Lehrplan. Verknüpfen Sie das Thema mit übergeordneten Zielen, wie z.B. der interkulturellen Kompetenz. Und 6:57 damit entlasse ich Sie mit einer abschließenden Frage, die auch weit über das Examen hinausweist. Es geht am Ende nicht nur darum, sprachliche Vielfalt 7:03 irgendwie zu managen. Die eigentliche, die große Aufgabe für uns als Lehrkräfte ist es doch, sie mit Leben zu füllen und als das zu feiern, was sie ist. Ein 7:12 wirklich unschätzbarer Reichtum.