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Gewissen ignorieren? So weit geht Eric im Selbstversuch | PUR+
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 83 Zeilen
- Das ist fies. Das kann ich nicht machen.
- Ich soll einem Obdachlosen Geld wegnehmen? Also es ist eine Stimme in mir, die jetzt sagt: Eric, das kannst du einfach nicht machen.
- Diese Stimme ist mein Gewissen. Und dagegen kämpfe ich in diesem Video an.
- Ich will herausfinden: Kann ich mein Gewissen ignorieren? Meine Challenge: 4 Aufträge, die ich erfüllen soll.
- An meiner Seite ist Dr. Dr. Rainer Erlinger. Deutschlands bekanntester Gewissens-Experte. Hier kommt meine erste Aufgabe. Mal gucken, ob sich mein Gewissen direkt meldet.
- Aufgabe 1: Sage per Telefon eine Verabredung mit einer Notlüge ab. Oh Gott.
- Wir haben noch eine... so 'ne Redaktionsfeier, die wir einmal im Jahr machen, wo wir uns alle treffen aus der Redaktion von PUR+.
- Das könnte ich noch absagen. Bei meiner Kollegin Conny würde ich das machen.
- Tut weh, oder? Tut weh, und jetzt müsste ich sie auch anlügen. Ich könnte ja sagen, dass meine Nachbarin,
- dass die da einen Hundesitter in der Woche braucht, und sie findet sonst keinen.
- Conny oder Jutta. * Freiton * "Jutta Popp, 'PUR+'." Hi Jutta, hier ist Eric, grüß dich.
- Hi, grüß dich. Du, ich hab grad 'ne Drehpause und wollte dir nur schnell sagen,
- ich kann leider nicht zur Redaktionsfeier kommen. "Oh, schade."
- "Ich hab grad vorhin dran gedacht – jetzt bist du am Drehen, da belästige ich dich nicht,
- dass wir gar nicht drüber gesprochen haben." Ja, tut mir total leid, weil meine Nachbarin,
- die ist in der Woche weg, und die braucht einen Hundesitter und findet einfach keinen. Ich muss auf den Hund aufpassen und kann den nicht mitbringen leider.
- "Oh, nein. Das ist ja blöd." Tut mir leid, wollt ich nur schnell sagen.
- Ja. Okay, wir drehen ... müssen leider weiterdrehen.
- Bis dann. "Okay, danke. Ciao." Und? Ich hab ein mega schlechtes Gewissen.
- Hast du gehört, wie traurig sie auch war? Jaja. "Oh, schade."
- Ich hab total Herzklopfen. Und warum jetzt, weil du gelogen hast, oder weil du sie enttäuscht hast?
- Beides. Die hat die Lüge nicht so wirklich... Ich weiß nicht, ob sie's geglaubt hat oder sie dachte so:
- "Ey wegen so was kommt der jetzt nicht...". Die vertraut dir und gibt dir was Persönliches, Wertvolles von sich selbst,
- nämlich dieses Vertrauen. Und ich hab sie enttäuscht.
- Es ist gut, dass das Gewissen hier sofort sagt: "Halt, stop! Irgendwas stimmt nicht."
- Na dann, mal schauen, wie's mit der nächsten Aufgabe läuft. Aufgabe 2: Bestelle im Café etwas zu essen.
- Lass das Essen dann unangerührt stehen, zahle und verlasse das Café. Das ist halt... Das ist fies.
- Das ist Essensverschwendung. Ja. Einfach Essen wegschmeißen find ich nicht gut.
- Aber ich muss mich dazu überwinden, es zu machen. Dann nehm ich so 'nen Crunchy Nut Burger.
- Menü oder nur den Burger? Nur den Burger. Dankeschön. Guten Appetit.
- Danke. So. Mhm.
- Jetzt haben wir hier einen schönen Burger. Allein das find ich schon 'ne Überwindung, zu zahlen,
- wenn das Essen noch auf dem Tisch steht. 13, bitte. Danke.
- Ach, Mann, ey. Und? Also es hat mich natürlich riesen Überwindung gekostet.
- Die haben das Essen mit viel Mühe zubereitet. Und andere Leute haben nichts zu essen.
- Wir haben schon so viele Sendungen darüber gemacht, dass man Essen nicht vergeuden sollte.
- Das eine, dass Leute zu wenig zu essen und Hunger haben, denen gegenüber ist es wirklich sehr ungerecht und auch eine Unverschämtheit.
- Dann natürlich auch gegenüber den Leuten hier im Lokal, das ist wie so 'ne kleine Ohrfeige, die die bekommen.
- Es ist eine Stimme in mir, die jetzt sagt: "Eric, das kannst du einfach nicht machen."
- Aber ich hab's gemacht. Ich hoffe, die nächste Aufgabe wird nicht ganz so schlimm.
- Aufgabe 3: Drängle dich beim Einsteigen in eine Bahn rücksichtlos vor. Fahre ohne Ticket ein paar Stationen. Nein!
- Ich kann nicht ohne Ticket Bahn fahren. Keine Rücksicht auf die andern Fahrgäste nehmen.
- Irgendwie reinquetschen. Keinen aussteigen lassen. Kein Ticket haben. *Musik*
- Für sich selbst löst Rainer natürlich einen Fahrschein. Ich schaue nur zu.
- Und dann mache ich, was ich bei andern echt furchtbar finde, ich drängle mich einfach vor.
- Immerhin sieht mir keiner an, dass ich heute nicht nur unhöflich bin, sondern auch noch schwarzfahre.
- Es ist natürlich ein Gefühl von Bescheißen, so ein bisschen. Es ist auch ein Bescheißen, daher ist das Gefühl vollkommen richtig.
- Man kann nachdenken: Was wäre, wenn es alle tun? Und alles, was nicht funktioniert, wenn es alle tun,
- ist immer schon sehr verdächtig, dass es dann auch wirklich falsch ist. Wenn alle schwarzfahren würden, ... gäb's keine Einnahmen
- mehr, dann würden die Züge ausfallen. Keine Kohle, um diese Züge überhaupt fahren zu lassen.
- Langsam wird klar: Das Gewissen sorgt dafür, dass das Zusammenleben überhaupt klappen kann.
- Von Kindheit an speichert es alle möglichen Regeln. "Du darfst anderen nicht wehtun."
- "Lügen ist unfair." Oder ganz allgemein:
- Tu nur Dinge, die Du auch dann noch okay fändest, wenn alle sie täten.
- Umso fester die Regeln im Gewissen verankert sind, desto zuverlässiger schlägt es Alarm, wenn wir sie verletzen.
- Man hat's ganz schön gesehen bei dem Burger. Da hast du gesagt,
- dass du sofort ein schlechtes Gewissen hattest, weil ihr schon viele Sendungen drüber hattet.
- Da ist mein Gewissen schon gut geschult. Genau. Man muss das Gewissen durch Nachdenken schulen,
- damit es dann, wenn's mal schnell gehen muss, schnell arbeiten kann.
- Aufgabe 4: Um die Ecke liegt ein schlafender Obachloser. Nimm ihm 20 Cent weg.
- Ich soll einem Obdachlosen Geld wegnehmen. Das mach ich nicht.
- Nee. Das kann ich nicht machen. Ich guck mir die Situation mal an.
- Aber das fühlt sich, allein schon, wenn ich dran denke, fühlt sich das so schlimm an,
- dass ich das nicht machen will. * düstere Musik *
- Der schläft, ne? Der würd das jetzt nicht merken. Experiment hin oder her,
- irgendwo ist auch mal Schluss, das mach ich jetzt nicht. Wir hätten's auch nicht gemacht.
- Ah, ihr hättet's nicht gemacht? Nein.
- Das ist kein Bettler, das ist ein Schauspieler. Nein! Ja.
- Das ist nicht euer Ernst. Doch, das ist ein Schauspieler und wir wollten einfach wissen,
- wie weit du mitmachst. Echt? Ja.
- Nein, das gibt's nicht! Danke sehr. Wir sind durch. Danke.
- Vielen Dank. Alles Gute. Allerdings muss ich gestehen:
- Die andern Sachen hätten mein Gewissen auch schon überschritten. Und deswegen hab ich, ohne dass du's gewusst hast,
- ein Ticket für dich gelöst. Du bist nicht schwarzgefahren. Du hattest ein Ticket, das hatte nur ich in der Tasche.
- Der Burger ist auch nicht weggeschmissen worden, den hat nämlich der Wirt aufgegessen.
- Da gibt's ein Foto, wie er ... Nein! Ihr seid echt verrückt.
- Aber die Redaktionsfeier hab ich abgesagt. Da musst du noch anrufen. Jutta? Hi, hier ist Eric, grüß dich. "Hi!"
- Du, ich muss dir kurz was sagen. Ich komm doch zu unserer Redaktionsfeier.
- *Lachen* "Das ist super!" Ich hatte ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich dir abgesagt habe.
- Und ich muss dir auch sagen, dass das für unsere Gewissens-Sendung war und ich hier von Kameras gefilmt wurde, als ich dir abgesagt habe.
- (lachend) "Echt?" Wie ein innerer Kompass hilft uns das Gewissen dabei,
- wie weit wir gehen können. Bei mir war beim Wohnungslosen Schluss und privat wäre ich nie so weit gegangen.
- Wie ist das bei euch? Wann und warum hattet ihr mal ein schlechtes Gewissen?
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