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Hadsch – warum pilgern Muslime nach Mekka? | Terra X

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 21 Zeilen
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  1. Eine der fünf Säulen des Islam ist die Pilgerfahrt nach Mekka. Einmal im Leben soll jeder Muslim sie vollziehen. In früheren Zeiten waren manche Pilgerkarawanen lange Monate dafür unterwegs.
  2. Aus dem einstigen Knotenpunkt von Karawanen ist ein gigantisches Wallfahrtszentrum geworden mit einer Infrastruktur, die heute mehr als 2 Millionen Menschen während der Hadsch, wie die Pilgerfahrt genannt wird, gleichzeitig durchschleusen kann.
  3. Wer hierher kommt und Allah um die Vergebung seiner Sünden bittet, kann sich sicher sein, dass Gott ihn erhört. So glauben viele. Und auch, dass ihr Gebet eine hundertausendfach größere Belohnung erhält, als ein Gebet in jeder anderen Moschee.
  4. Bei der Hadsch umrunden die Gläubigen mehrfach die Kaaba. Inspiriert ist dieses Ritual von der Geschichte des Stammvaters Abraham. Die Pilgerfahrt ist eine Rekonstruktion des Narratives Abrahams. Abraham, der überhaupt erst mal die Kaaba aufgebaut hat, der sich gedreht hat, siebenmal um die Kaaba.
  5. Angeblich ist auch sein Fußabdruck noch bis heute zu sehen. Da sieht man, dass neben der Kaaba, da gibt es so ein kleines Gebäude. Es geht um die Symbolik und die Symbolkraft dahinter, die ermöglicht eine Erfahrung zu rekonstruieren.
  6. Den Stammvater Abraham hat der Koran aus der jüdisch-christlichen Tradition übernommen. Aber anders als dort überliefert, erzählt der Koran, dass Abraham mit seiner Frau Hagar und dem gemeinsamen Sohn Ismael in die Wüste zieht.
  7. An dem Ort, an dem heute Mekka liegt, habe Gott sich Abraham offenbart. Dieser habe dann das in Trümmern liegende erste Gotteshaus wieder errichtet und Hagar und Ismail auf Gottes Befehl hin hier zurückgelassen.
  8. Diese Erzählung von Abraham zeigt wunderbar, wie Mohammad anknüpft an diese biblischen Erzählungen, sie aber anders erzählt. Abraham als Gründerfigur, auf den sich der Islam bezieht. Dann seine Frau Hagar, die in dieser einen dramatischen Szene um ihr kleines Kind besorgt, dann schließlich göttliche Hilfe erfährt. Also ganz interessant anknüpfen, anders machen, selbst nutzen.
  9. Als Hagar und ihr Sohn in der Wüste zu verdursten drohen, sucht die verzweifelte Mutter nach Wasser. Sieben Mal, so die Legende, läuft sie dabei zwischen den Hügeln Safa und Marwa hin und her.
  10. Dann kommt Gott ihr zu Hilfe. An der Stelle, an der sie ihr Kind abgelegt hat, entspringt eine Quelle.
  11. Das Wasser sprudelt bis heute in dem Brunnen Zamzam, den die Gläubigen im Hof der Großen Moschee in Mekka aufsuchen. Auch die Hügel zwischen denen Hagar hin und hergelaufen sein soll, liegen jetzt unterhalb des riesigen Gebäudekomplexes.
  12. In Erinnerung an Hagars Wassersuche wandern auch die Pilger siebenmal die Strecke hin und her. Wenn ich zwischen den zwei Hügeln hin und her gehe, ist es jedem überlassen, das anders zu konnotieren. Wo bin ich jetzt, was suche ich im Leben?
  13. Worauf kommt es an? Was ist notwendig heute zum Überleben im geistigen Sinne? Und da kommt wieder die Spiritualität ins Spiel. Ich gehe hin und her auf der Suche nach mir selbst und die ganze Pilgerfahrt ist eine Reise in sich selbst.
  14. Am Abend des ersten Tages der Hadsch verlassen die Pilger die Stadt. Wie es die Regeln vorschreiben, ziehen sie in einfache weiße Tücher gehüllt zu Fuß ins etwa 5 Kilometer entfernte Mina, ein Tal östlich von Mekka.
  15. Dort übernachten sie in einer gigantischen Zeltstadt, die bis zu drei Millionen Menschen aufnehmen kann. Am nächsten Morgen ziehen die Pilger zu einem 20 km östlich von Mekka gelegenen Hügel in der Ebene Arafat.
  16. In der islamischen Tradition wird dieses Ritual der Hadsch als ein „Stehen vor Gott“ verstanden. Die Pilger rezitieren Koranverse und Bittgebete. Und ziehen ein Resumée ihres bisherigen Lebens.
  17. Im Volksglauben gibt es ja den Glauben, wenn man gepilgert ist, dann werden alle Sünden gelöscht. Und deshalb verschieben nicht wenige die Pilgerfahrt auf das Alter. Man sagt: jetzt lebe ich, ich will doch nicht verzichten auf Alkohol oder was immer ich jetzt für Geschäfte mache, oder ich habe keine Zeit, jetzt zu beten, das Leben ist zu hektisch.
  18. Aber später fahre ich nach Mekka und fange ein neues Leben an. Kurz vor Sonnenaufgang des 3. Tages ziehen die Pilger zurück, Richtung Mekka.
  19. Die vier bis sechstägige Hadsch, die nur einmal im Jahr stattfindet, zählt zu den größten Menschenansammlungen weltweit. Eine ausgefeilte Logistik sorgt für die nötige Sicherheit. Denn die Pilgerwege haben Engstellen, wie etwa die Dschamarrat Brücke.
  20. Hier vollziehen die Gläubigen den Ritus der symbolischen Steinigung des Teufels, indem sie sieben Steine auf Säulen werfen. Dann kehren sie nach Mekka zurück.
  21. Zum Schlussgebet in der Großen Moschee versammeln sich heutzutage über eine Million Pilger.

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