Die Französische Revolution - Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte [Geschichte im Überblick] Fit durch Wissen https://www.youtube.com/watch?v=9VoY9ZLwtEU Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hey zusammen und willkommen zu diesem neuen Explainer. Heute schauen wir uns ein Thema an, das wir eigentlich alle aus dem Geschichtsunterricht kennen, das 0:08 aber eine echt faszinierende und oft sehr sorgfältig verborgene Schattenseite hat. Wir reden über die französische Revolution und zwar über die versteckten 0:16 Ausschlüsse hinter diesen großen glänzenden Versprechen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Unser Ziel heute ist es, euch allumfassend über die 0:25 Themen in den historischen Quellen zu informieren und am Ende auch ein paar wirklich hilfreiche Tipps für unsere heutige Zeit mitzugeben. Bevor wir aber 0:32 in die Straßen des revolutionären Paris abtauchen, noch ein ganz kurzer Hinweis. Wenn euch dieser Explainer gefällt, lasst doch gerne direkt jetzt ein Like 0:40 und ein kostenloses Abo da. Das hilft uns extrem weiter. Wir haben heute richtig viel vor. Unsere Agenda lautet erstens die Versprechen der Revolution, 0:50 zweitens die Grenzen der Gleichheit, drittens Olympedegusischs Kampf, viertens die haitianische Revolution und fünftens dann unser Fazit mit den 1:00 hilfreichen Tipps. Also verlieren wir keine Zeit und legen direkt los. Abschnitt 1: Die Versprechen der Revolution, die universellen Ideale von 1:09 1789. Wir schreiben das Jahr 1789. Das absolutistische Ania Regime in Frankreich mit seinem extrem starren, ja 1:18 fast schon erstickenden Klassensystem steht kurz vor dem Kollaps. Die Luft auf den Straßen knistert regelrecht vor Aufbruchsstimmung und die universellen 1:26 Ideale der Aufklärung beginnen, ein ganzes Land zu elektrisieren. Die [schnauben] Vorstellung, dass eine gerechtere Welt tatsächlich möglich ist, 1:34 reißt die Menschen einfach mit. Einer der absoluten Funken, der dieses intellektuelle Feuer so richtig entfachte, war dieses berühmte Pampflet 1:42 von Abess. Er stellte darin eine wahnsinnig simple, aber völlig radikale Frage. Was ist der dritte Stand? Seine Antwort: Alles. Was war er bisher? 1:53 Nichts. Was fordert er? Etwas zu werden? Wenn man sich das Titelblatt mal anschaut, das Getreide und das Brot repräsentieren den dritten Stand. Das 2:01 waren die Leute, die die gesamte körperliche Arbeit leisteten und die Gesellschaft ernährten. Si lieferte der Revolution damit einen riesigen 2:08 intellektuellen Antrieb. Seine glasklare Argumentation war: "Die einfache Bevölkerung ist die wahre Nation." Okay, lasst uns da direkt mal eintauchen. 2:18 Schaut euch diesen mächtigen Satz aus dem allerersten Artikel der Erklärung der Menschen und Bürgerrechte vom August 1789 an. Das war stark von der 2:26 amerikanischen Unabhängigkeitserklärung inspiriert und setzte eine völlig neue universelle Basislinie für Freiheit und Gleichheit. Auf dem Papier hieß das: 2:36 "Egal in welche Familie du hineingeboren wirst, egal woher du kommst, deine Rechte sind universell und angeboren." Das Klang nach einem gewaltigen Triumph 2:44 für die gesamte Menschheit, oder? Aber Abschnitt 2, die Grenzen der Gleichheit, das Kleingedruckte der Verfassung von 1791. 2:54 Hier stoßen wir nämlich auf das große Paradox dieses ganzen Fortschritts, denn als es 1791 dann darum ging, diese glühenden Versprechen in eine handfeste 3:03 juristische Verfassung zu gießen, offenbarte sich eine komplett andere, sehr exklusive Realität. Diese wunderschöne universelle Sprache von 3:12 1789 bekam plötzlich extrem viel kleingedrucktes. Der springende Punkt ist dieses sogenannte Zensuswahrecht, 3:21 das wir hier sehen. Die Revolutionäre haben die Gesellschaft kurzerhand in zwei Klassen unterteilt. Aktivbürger und Passivbürger. Aktivbürger durften 3:29 wählen, aber wer war das? Ausschließlich Männer über 25, die eine bestimmte Steuersumme zahlten. Also im Grunde Leute mit Geld. Es ist schon eine 3:39 absolute Ironie der Geschichte. Der Großteil der Bevölkerung, der eben noch auf den Straßen gekämpft und die Bastil gestürmt hatte, die Armen, Frauen, junge 3:47 Männer unter 25, wurde als Passivbürger von jeglicher politischer Mitsprache systematisch ausgeschlossen. Von der großen universellen Gleichheit war in 3:56 der Praxis plötzlich gar nicht mehr so viel übrig. Was uns zu Abschnitt 3 bringt? Olymp de Guges Kampf, die Forderung nach Frauenrechten. 4:06 Historische Quellen zeigen ganz klar, die marginalisierten Gruppen haben diesen Verfassungsbetrug natürlich sofort durchschaut. Vor allem die 4:12 Frauen, die beim legendären Marsch auf Versaill die Revolution extrem aktiv vorangetrieben hatten, wehrten sich wehement dagegen, plötzlich wieder als 4:20 unsichtbare passive Subjekte abgetan zu werden. An vorderster Front stand dabei diese Vordenkerin Olympe de Gou und was sie machte, war strategisch einfach 4:30 genial. Seht ihr den Vergleich hier? Sie schnappte sich die hochgelobte männliche Erklärung von 1789, spiegelte exakt deren Struktur und 4:39 schrieb die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin. Damit hat sie die Heuchelei der männlichen Revolutionäre komplett entlarft. Sie sagte quasi, ihr 4:48 kämpft zwar gegen die Privilegien des Adels, aber eure eigenen Privilegien gegenüber den Frauen, die behaltet ihr völlig unhinterfragt bei, wenn wir uns 4:56 ihre Kernforderungen ansehen. Die waren radikal, detailliert und ihrer Zeit wirklich extrem weit voraus. Sie wollte nicht nur das Wahlrecht, sondern griff 5:06 auch tief in das Zivilrecht ein. Sie forderte rechtliche Gleichstellung in der Ehe und das Recht, die Väter uneherlicher Kinder öffentlich benennen 5:14 zu dürfen, was damals ein absolutes Tabu war. Ihr wohl berühmtestes Argument war extrem logisch. Wenn eine Frau das Recht 5:21 hat, das Schaffot zu besteigen und hingerichtet zu werden, dann muss sie auch das Recht haben, die Rednertribüne zu besteigen und politisch 5:28 mitzubestimmen. Tragischerweise reagierten die Machthaber auf genau diese Logik mit brutaler Repression. Sie wurde 1793 5:37 unter der Guillotine hingerichtet. Gehen wir einen Schritt weiter zu Abschnitt 4. Die haitianische Revolution, der radikale Kampf für universelle Rechte. 5:47 Die universellen Versprechen von 1789 ließen sich nämlich nicht einfach an den Grenzen Frankreichs aufhalten. [schnauben] Sie überquerten den Atlantik 5:56 und lösten in den französischen Kolonien ein gewaltiges politisches und militärisches Erdbeben aus. Wenn wir uns diese historische Karte von Sondoming, 6:05 dem heutigen Haiti anschauen, das war damals die profitabelste Kolonie Frankreichs. Sie generierte unglaublichen Reichtum, basierte aber 6:14 auf gnadenloser, brutaler Sklaverei und einer extremen sozialen Hierarchie. Reiche weiße Plantagenbesitzer, freie Menschen auf Keroller und 6:23 hunderttausende von entrechteten Versklaften. Diese grausame Ordnung stand natürlich in absolutem, nicht wegzudiskutierendem Widerspruch zu 6:32 allem, was in Paris gerade über Menschenrechte gejubelt wurde. Auf dieser Zeitachse sehen wir, was dann passierte und das war explosiv. 6:41 Beflügelt durch die Ideen der Revolution starteten die versklavten 1791 einen massiven Aufstand. Der Druck war bald so enorm, dass der Nationalkonvent in Paris 6:51 1794 faktisch gezwungen war, die Sklaverei formell abzuschaffen. Ein unfassbarer Moment. Die Dynamik vor Ort war nicht mehr aufzuhalten und gipfelte 7:01 schließlich 1804 in der Gründung des unabhängigen Staates Haiti, der allerersten Nation, die von ehemals versklavten geführt wurde. Dieses Bild 7:11 des brennenden CF Français zeigt unfassbar eindrucksvoll, wie gewaltsam und komplex dieser Konflikt war. Es war eben kein gemütlicher Kampf der Ideen in 7:20 europäischen Salons. Es war ein physischer, extrem blutiger Kampf auf den Plantagen. Versklavte und Jean de Couur kämpften buchstäblich um ihr 7:29 Überleben gegen eine Plantagenbesitzerklasse, die die ach so schönen Menschenrechte egoistisch nur für sich selbst behalten wollte. Und 7:37 dieses Banner bringt es brilliant auf den Punkt. Die haitischen Freiheitskämpfer nahmen den Europäischen Universalismus einfach beim Wort: 7:46 Freiheit oder Tod. Während man in Frankreich noch debattierte, für wen das Kleingedruckte gelten sollte, führten die Haitianer die erste erfolgreiche 7:54 Revolte der Geschichte an, die eine Nation dauerhaft ohne das System der Sklaverei gründete. Damit sind wir bei Abschnitt 5: Fazit und hilfreiche Tipps, 8:03 Lektionen für demokratische Wachsamkeit, um unsere Analyse all dieser Quellen zusammenzufassen. Die französische Revolution war definitiv ein 8:12 gigantischer Meilenstein für die Menschenrechte. Gleichzeitig war sie aber auch eine absolute Meisterklasse im systematischen Ausschluss. Was lernen 8:20 wir also aus diesem Paradox für uns heute? Ich habe hier ein paar wirklich hilfreiche Tipps für euch zusammengefasst. Erstens, prüft immer 8:28 das Kleingedruckte. Wenn Gesetze von allen sprechen, fragt sofort, wer genau ist damit eigentlich nicht gemeint? Zweitens, die Geschichte lehrt uns, 8:37 Rechte werden von den Mächtigen fast nie freiwillig verschenkt. Sie müssen hart erkämpft werden, wie bei Olymp de Gou oder in Haiti. Drittens, wir müssen 8:44 aufhören Geschichte rein eurozentrisch zu betrachten und auch die globalen Dimensionen sehen. Und viertens, nutzt dieses historische Wissen einfach mal, 8:52 um heutige demokratische Prozesse viel kritischer zu hinterfragen. Und genau das führt uns zur großen Preisfrage, die ihr gerne mal mit in euren Alltag nehmen 9:01 könnt. Haben wir den Punkt der wahren Universalität der Menschenrechte heute tatsächlich erreicht? oder übersehen wir einfach nur das Kleingedruckte unserer 9:10 eigenen Zeit? Ich hoffe, diese Explainer hat euch neue Perspektiven auf dieses wahnsinnig spannende Thema eröffnet. Wenn ihr heute etwas gelernt habt, 9:18 vergesst bitte nicht ein Like dazulassen und den Kanal kostenlos zu abonnieren. Bleibt wachsam, bleibt neugierig und wir sehen uns beim nächsten Mal.