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Darstellung von Analyseergebnissen - Praktikum Anorganische Chemie

Praktikum Anorganische Chemie11:36 520 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Hallo, schön, dass Sie hier sind. In diesem Video wollen wir uns mit der Angabe von Analyseergebnissen befassen.
  2. Sie werden anschließend in der Lage sein, Ihre Ergebnisse, beispielsweise
  3. die Sie im Rahmen eines Laborexperiments erarbeitet haben, wissenschaftlich begründet mit den entsprechenden Vertrauensbereichen
  4. darzustellen. Allgemein werden Analyseergebnisse
  5. für eine Variable x in der Form x gleich x quer plusminus delta x dargestellt.
  6. Wobei x quer der Mittelwert der erhaltenen Ergebnisse ist. Beispielsweise, wenn diese im Zuge von sich wiederholenden Experimenten derselben Art,
  7. auf statistische Art und Weise verteilt sind, und delta x ist ein Vertrauensbereich,
  8. der auf eine bestimmte Art und Weise ermittelt wurde. Dennoch liegt die Tücke der Darstellung dann häufig im Detail.
  9. Und um das näher zu diskutieren, schauen wir uns ein paar Beispiele an. Nehmen wir an, Sie wollten eine Masse bestimmen
  10. und haben für den Massenmittelwert m quer einen Wert von acht Komma drei vier,
  11. 8,34 Gramm ermittelt. Gleichzeitig ist der von Ihnen ermittelte Vertrauensbereich für diese Masse
  12. null Komma null zwei Gramm. In diesem Fall ist die Darstellung des Ergebnisses eigentlich recht einfach.
  13. Wir schreiben: Die Masse ist gleich der Massenmittelwert, acht Komma drei vier Gramm,
  14. plusminus null komma null zwei Gramm. Die unsichere Stelle in diesem Ergebnis ist sicherlich die vier
  15. mit einem Fehler von plusminus null Komma null zwei Gramm. Soweit also - so einfach.
  16. Schauen wir uns ein zweites Beispiel an und nehmen jetzt mal an, dass Sie ein Volumen bestimmen sollten,
  17. und Sie haben für dieses Volumen einen Volumenmittelwert von einhundert-sechsundzwanzig
  18. Komma zwei drei Milliliter ermittelt. Gleichzeitig ist der Vertrauensbereich für dieses Volumen,
  19. das sie ermittelt haben, sieben Komma vier eins Milliliter
  20. Jetzt ist die Situation etwas anders als in dem ersten Beispiel, weil der Vertrauensbereich selbst mehrere Stellen umfasst.
  21. Für die Angabe des Ergebnisses ist nun wichtig, sich zu vergegenwärtigen, an welcher Stelle des Mittelwerts nun eigentlich die Unsicherheit liegt,
  22. und ganz offensichtlich liegt die auf dieser ersten Stelle vor dem Komma, nämlich, auf der sechs.
  23. Das bedeutet die sechs ist eine unsichere Stelle und es bedeutet gleichzeitig, dass alle danach folgenden Stellen
  24. noch erheblich unsicherer sind. Über die können wir eigentlich gar nichts mehr aussagen,
  25. und das müssen wir bei der Darstellung des Ergebnisses berücksichtigen. Wir schreiben also für das Volumen:
  26. einhundert-sechsundzwanzig Milliliter, so und diese Stelle kennen wir noch mit einer bestimmten Ungewissheit bzw. Unsicherheit,
  27. und die nachfolgenden können wir eigentlich gar nicht mehr quantitativ beschreiben.
  28. Also würde die Darstellung an der Stelle aufhören. Wir schrieben also einhundert- sechsundzwanzig,
  29. und jetzt kommt der Vertrauensbereich: plusminus - so, was haben wir hier - sieben Komma vier eins Milliliter.
  30. Jetzt macht es natürlich auch keinen Sinn, diese vier und diese eins mitzunehmen, weil über die Stellen, haben wir gesagt,
  31. können wir eigentlich wenig aussagen. Um aber dennoch den...
  32. - sozusagen konservativ den Vertrauensbereich zu schätzen - würde jetzt dieser Wert hier aufgerundet - und aufgerundet
  33. wäre das eine Acht. Aufgerundet weil - möglichst konservativ -
  34. um den Bereich nicht kleiner, sondern eher ein bisschen größer zu machen. Also stellen wir das Ergebnis in der Form einhundert-sechsundzwanzig plusminus
  35. - und dann aufgerundet - acht Milliliter dar - und das ist jetzt eine alternative Darstellungsform,
  36. wo wir nicht sozusagen den Mittelwert und den Vertrauensbereich jeweils mit einer Einheit versehen,
  37. sondern beide zusammen in eine Klammer fassen und gemeinsam mit einer Einheit, hier in diesem Fall Milliliter, aufschreiben.
  38. lassen Sie uns im nächsten Beispiel nochmal näher auf das Thema "Runden" in der Darstellung von solchen Ergebnissen eingehen.
  39. Nehmen wir als nächstes an, Sie sollten eine Stoffmenge bestimmen, und diese Stoffmenge
  40. hatte im Mittel einen Wert von acht Komma vier vier Mol
  41. Gleichzeitig haben Sie ein Vertrauensbereich für diese Stoffmenge von delta n gleich
  42. null Komma null drei Mol ermittelt. In diesem Fall ist die Ergebnisdarstellung wieder recht einfach.
  43. Wir würden aufschreiben: Die Stoffmenge ist gleich - und es ist wiedermal die gleiche Darstellung wie hier oben -
  44. acht Komma vier vier - machen wir die Klammer davor - plusminus null Komma null drei
  45. null. Gut!
  46. Es kann aber auch sein, dass Sie Ihr Ergebnis auf eine andere Art und Weise ermittelt haben,
  47. nämlich die, dass der Mittelwert der Stoffmenge acht Komma vier vier drei Mol gewesen ist,
  48. und der Vertrauensbereich wäre null Komma null drei vier Mol, in diesem Fall.
  49. Wie stellen wir das Ergebnis nun dar? Nun,
  50. zunächst haben wir eine Stelle mehr in der Mittelwertsangabe und gleichzeitig eine
  51. Stelle mehr im Vertrauensbereich. Das bedeutet aber, was wir gerade schon gesagt haben, dass wir
  52. eher konservativ schätzen möchten, also eher den Vertrauensbereich etwas größer wählen, um sicherlich
  53. im Rahmen der uns gesetzten Wahrscheinlichkeitvorgaben zu bleiben, dass wir den Vertrauensbereich hier
  54. eher aufrunden müssten auf einen wert von null komma null vier, und das würde bedeuten, dass in diesem Fall
  55. die Stoffmenge darzustellen wäre als acht komma vier vier.
  56. Nach wie vor ist diese vier die erste unsichere Stelle. Das heißt, hierauf beziehen wir uns in der Darstellung -
  57. und dann plusminus null Komma null vier Mol.
  58. Das heißt, bei der Darstellung von diesen Ergebnissen ist es immer wichtig, sich genau die Art und Weise
  59. anzusehen, wie die Ergebnisse ermittelt wurden und mit welchen Stellen denn insgesamt die Rechnung bis zu diesem Punkt abgeschlossen wurde.
  60. Wir haben jetzt verschiedene Beispiele dafür gesehen, wie wir bei der Ergebnisdarstellung
  61. den Mittelwert so weit runden, dass die letzte Stelle die erste mit einer Unsicherheit behaftete Stelle ist.
  62. Sie werden sicherlich einwenden, dass wir dadurch neue Unsicherheiten in die Ergebnisdarstellung einbringen,
  63. denn jeder Rundungsvorgang führt dazu, dass das Ergebnis weniger genau wird.
  64. Das führt dazu, dass zumindest im Normenbereich nach DIN, eine weitere Stelle mit dazugenommen werden kann, sofern
  65. die erste von null verschiedene Stelle des Vertrauensbereichs
  66. eine eins oder eine zwei ist. Das bedeutet, in diesem Fall ist der relative Fehler, der durch das Runden gemacht wird,
  67. größer als in anderen Fällen und kann dadurch, durch die Mitnahme einer weiteren Stelle, entsprechend reduziert werden.
  68. Was bedeutet das? Schauen wir uns dazu wiederum ein Beispiel an. Also, falls
  69. im delta x die erste von null verschiedene Stelle eine eins oder eine zwei ist, dann nehmen wir eine zweite Stelle mit.
  70. Im Beispiel V quer, also wir haben ein Volumen ermittelt, von sechs Komma drei zwei -
  71. sechs Komma drei zwei sieben acht Milliliter, und der entsprechende Vertrauensbereich - delta V - den wir ermittelt haben,
  72. soll sein null Komma eins drei zwei vier - null Komma eins drei zwei vier
  73. Milliliter. So, das bedeutet, dass
  74. von unserem Mittelwert die erste Nachkommastelle hier belegt ist mit einer Unsicherheit,
  75. denn im Vertrauensbereich, ist das die erste von null verschiedene Stelle, und wir müssten diesen Wert eigentlich runden.
  76. Gleichzeitig ist eben diese erste Stelle eine eins, und wenn wir dieser Regel folgen,
  77. dann müssen wir hier noch eine weitere Stelle mitnehmen. Also wäre der Vertrauensbereich
  78. entsprechend mit zwei Ziffern anzugeben. Gleichzeitig bedeutet das für unseren Mittelwert,
  79. dass wir jetzt über diese Stelle hier sprechen, nämlich die zwei, die, weil danach folgt eine sieben und eine acht, also die sieben
  80. muss entsprechend aufgerundet werden. Wir schreiben also für das Ergebnis: V ist gleich 6,33 -
  81. sechs Komma drei drei - also aufgerundet plusminus null Komma eins drei - hier wird jetzt nicht abgerundet, weil wir
  82. den Vertrauensbereich möglichst konservativ schätzen wollen, also in diesem Fall immer aufrunden -
  83. plusminus 0,14 - null Komma eins vier - und das Ganze ist ein Volumen in Millilitern.
  84. Nehmen wir gleich noch ein zweites Beispiel mit und nehmen wir an, dass wir nochmal eine Masse bestimmen wollten,
  85. und für den Massenmittelwert haben wir einen Wert von 15,461
  86. - fünfzehn Komma vier sechs eins - Gramm ermittelt. Der Vertrauensbereich für die Masse,
  87. der gleichzeitig ermittelt werden sollte, ist null Komma zwei neun acht Gramm.
  88. So. Schauen wir uns zunächst den Vertrauensbereich an.
  89. Wir haben null Komma zwei neun acht. Die erste Ziffer, die von null verschieden ist, ist auch hier eine zwei,
  90. würde also unter diese Regel fallen, unabhängig davon, dass beim Runden hier gleich eine drei auftauchen würde.
  91. Das bedeutete, wir schreiben für das Ergebnis - runden hier wieder auf - die sechs - das wäre in dem Fall eine Abrundung
  92. und schreiben auf: m ist gleich 15,46 - fünfzehn Komma vier sechs - und dann plusminus
  93. - wegen der acht wird diese neun - also jedenfalls aufgerundet, und wir haben null Komma
  94. drei und, um eben die höhere Genauigkeit mitzunehmen, null Gramm, also: 15,46 plusminus 0,30 Gramm
  95. für das Endergebnis in diesem Fall. Wir sehen also:
  96. die Regeln, die wir beachten müssen bei der Ergebnisdarstellung, sind eigentlich relativ einfach.
  97. Runden Sie Ergebnisse immer so weit, dass die erste unsichere Stelle wirklich auch dann die
  98. letzte dargestellte Stelle ist, mit dementsprechenden Vertrauensbereich. Es sei denn es ist ein eins oder zwei,
  99. da können wir dann durchaus noch eine zweite Stelle mitnehmen. Bei der Anwendung dieser Regeln
  100. wünsche ich Ihnen viel Erfolg, wie bei der Darstellung ihrer eigenen Analysenergebnisse.

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