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Was Du über den Nahostkonflikt wissen musst | Terra X

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  1. Es ist ein scheinbar auswegloser Konflikt. Geprägt von erbitterten Kriegen, Hass und – immer wieder - Hoffnung. Wenn ihr wissen wollt, wie der Nahost-Konflikt entstanden ist und warum es bis heute keine Lösung gibt, dann bleibt dran.
  2. Der Nahost-Konflikt entsteht Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Region an der östlichen Mittelmeerküste ist Teil des Osmanischen Reiches. Ein Vielvölkerstaat, in dem Muslime und Juden seit Jahrhunderten vergleichsweise friedlich zusammenleben. Anders als in Europa.
  3. Dort werden die Juden seit dem Mittelalter ausgegrenzt, zum Teil verfolgt. Bürgerrechte erhalten sie erst im 19. Jahrhundert. Damals entsteht auch der sogenannte Zionismus. Eine Bewegung, die das Judentum nicht nur als Religion begreift, sondern auch als Nation.
  4. Die Zionisten streben nach einem jüdischen Staat. Er soll Zuflucht für alle Juden werden. Sehnsuchtsort ist das Heilige Land. Ein Landstrich, in dem einst der jüdische König David sein Reich errichtet haben soll. So jedenfalls steht es im Alten Testament.
  5. Als Land der biblischen Überlieferung bleibt die Region religiöser Bezugspunkt der europäischen Juden. Die Idee der Zionisten findet Anhänger. Anfang des 20. Jahrhunderts wandern mehr und mehr Juden in die Region ein, die inzwischen Palästina genannt wird.
  6. Eine Entwicklung, die den Arabern in der Region widerstrebt. Einige von ihnen träumen von einem arabischen Großreich von Damaskus bis Mekka. Dass Zionisten Siedlungsgebiete im Heiligen Land beanspruchen, halten die Araber für illegitim.
  7. "Aus europäischer Perspektive werden die Juden als eine Nation, auch als eine Religionsgemeinschaft, aber auch als ein Volk betrachtet. Aus arabischer Perspektive sind sie eine Religionsgemeinschaft, die plötzlich auf einer religiösen Basis einen eigenen Staat aufmachen möchte.
  8. Und das hat zu erheblichem Widerstand geführt. Je stärker der arabische Nationalismus wurde, der Anspruch auf dieses Gebiet natürlich erhob, desto stärker die Ablehnung, dass eine großenteils aus Europa eingewanderte Gruppe, das arabische Heimatland spaltet."
  9. Der Ausgang des Ersten Weltkriegs macht den Zionisten Hoffnung. Das Osmanische Reich kollabiert. 1920 wird das britische Mandatsgebiet Palästina geschaffen. Das Gebiet östlich des Jordan wird 1923 abgetrennt – als Emirat Transjordanien.
  10. Im Westteil soll nach dem Willen des Völkerbundes eine nationale Heimstatt der Juden entstehen, ohne dass Rechte der nicht-jüdischen Bevölkerung beeinträchtigt werden. Eine kaum lösbare Aufgabe, an der die britische Mandatsmacht schon bald scheitert.
  11. Die arabische Bevölkerung sieht sich durch die wachsende Einwanderung bedroht und reagiert mit Gewalt. Es kommt zu Übergriffen auf jüdische Siedlungen. Die Folge: Die Briten begrenzen in den 1930er Jahren die Zuwanderung.
  12. Doch die jüdischen Siedler organisieren sich mittlerweile in bewaffneten Milizen und attackieren sowohl arabische Palästinenser, als auch die britische Ordnungsmacht. Eine explosive Situation.
  13. Die Ermordung von sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg durch das deutsche NS-Regime schockiert die Welt. Nach dem Grauen dieses beispiellosen Völkermords steigt in vielen Ländern die Sympathie für die Gründung eines jüdischen Staats.
  14. Eine Viertelmillion Holocaust-Überlebender wartet auf Übersiedlung. Die meisten wollen nach Palästina. Doch Großbritannien blockiert die Einreise. London fürchtet eine Eskalation der Gewalt zwischen Juden und Arabern.
  15. Als die Briten merken, dass ihnen die Kontrolle entgleitet, überlassen sie die Palästinafrage den Vereinten Nationen und kündigen das Mandat. Diese erarbeiten 1947 einen Plan zur Teilung Palästinas – in Israel, einen eigenen Staat für die Juden, und Palästina, einen unabhängigen Staat für die Araber.
  16. Jerusalem soll unter internationale Verwaltung kommen. Warum erklären wir euch später noch genauer. Viele Zionisten sehen sich am Ziel. Die arabische Welt dagegen reagiert empört.
  17. Für sie ist der UN-Teilungsplan eine Fortsetzung einseitiger kolonialer Einmischungspolitik. Der Frust entlädt sich in lokalen Kämpfen zwischen Arabern und Juden.
  18. Dennoch: Am 14. Mai 1948 ruft David Ben Gurion den Staat Israel aus. Noch in der Nacht darauf erklären fünf umliegende Staaten Israel den Krieg. Arabische Streitkräfte und Freischärler rücken vor, um den Staat der Juden im Keim zu ersticken.
  19. Der Krieg um Palästina endet mit einem Sieg der Israelis. Ihre Kämpfer halten den zahlenmäßig überlegenen Gegnern nicht nur stand, sie erobern zudem Gebiete, die der UN-Teilungsplan eigentlich den Arabern zugesprochen hatte.
  20. "Die zionistische Bewegung verfügte über gut ausgebildete Militärs und über einen unglaublich stark ausgeprägten Kampfgeist, der natürlich auch mit der Erfahrung des Holocaust und mit der Überzeugung zu tun hatte: Wir können hier nicht weg. Das ist unsere einzige Chance.
  21. Wir haben uns in der Zeit des Zweiten Weltkriegs nicht zur Wehr gesetzt. Wir haben uns abschlachten lassen." Am Ende des Palästinakriegs kontrolliert Israel Dreiviertel des ehemaligen Britisch-Palästina. Darunter auch West-Jerusalem.
  22. Den Arabern bleiben der Gazastreifen, das Westjordanland und Ost-Jerusalem. In der Folge fliehen rund 700.000 arabische Palästinenser aus den eroberten Gebieten oder werden von israelischen Verbänden vertrieben.
  23. Das entspricht mehr als der Hälfte der arabischen Bevölkerung. Was für viele folgt, ist ein Leben in den Flüchtlingslagern der Region. Und das bis heute.
  24. Die Nachfahren zählen mittlerweile rund 5,7 Millionen Menschen. Und die Frage nach ihrem Rückkehrrecht und ihrem Rechtsstatus ist eines der ungelösten Kernprobleme des Nahostkonflikts.
  25. Der israelische Unabhängigkeitskrieg hat auch Folgen für Juden in arabischen Staaten. Dort leben vor 1948 rund 850.000 Juden. Eine Minderheit, der zunehmend auch Hass entgegenschlägt. Es kommt in einigen arabischen Städten zu Pogromen.
  26. Die Folge - ein Massenexodus: Am Ende verlieren fast alle Juden ihre arabische Heimat durch Flucht und Vertreibung. So zementiert der Palästinakrieg die Fronten zwischen Israel und großen Teilen der arabischen Welt.
  27. Einen Brennpunkt im Nahost-Konflikt markiert eine Stadt, die drei Weltreligionen heilig ist: Jerusalem. In ihrem Ostteil liegen bedeutende Heiligtümer von Muslimen, Juden und Christen.
  28. "Jerusalem ist eine, nicht die einzige, aber eine der Geburtsstätten des Islams und auch des islamischen, des ersten islamischen Weltreichs, das heißt, es ist ein ganz, ganz starkes Symbol. Auf der anderen Seite haben wir die letzten Reste des jüdischen Tempels."
  29. Die Juden erkennen im Tempelberg den Berg Moriah. Den Ort, an dem Gott einst Abrahams Treue auf eine harte Probe gestellt haben soll. Der Stammvater der Juden sollte hier seinen Sohn Isaak opfern.
  30. Zudem gilt der Berg als ewiger, symbolischer “Wohnsitz” Gottes. Hier stand der jüdische Tempel. Letzte Überreste der Anlage, die Klagemauer, zählen zu den heiligsten Stätten des Judentums.
  31. Darüber erheben sich der Felsendom und die Al Aqsa-Moschee. Hauptheiligtümer des Islam. Hier hat der Prophet Mohammed – der Überlieferung nach – seine Himmelsreise angetreten.
  32. "Jeder Quadratzentimeter hat einen archäologischen Wert und hat einen Wert für die Legitimation von Machtansprüchen." Machtansprüche, die bis heute unversöhnlich aufeinanderprallen.
  33. Die UN hatten die Stadt – Ihr erinnert Euch - in ihrem Teilungsplan von 1947 deshalb internationaler Kontrolle unterstellt. Doch die Israelis bringen West-Jerusalem im Palästinakrieg unter ihre Kontrolle.
  34. Der Ostteil mit der berühmten Altstadt gerät unter jordanische Herrschaft. Zunächst. Mitte der sechziger Jahre. Palästina kommt nicht zur Ruhe. Die Zeichen stehen wieder auf Krieg.
  35. Die arabischen Staaten sinnen nach dem Trauma ihrer Niederlage im Palästinakrieg auf Revanche. Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser schmiedet Militärbündnisse mit Syrien und Jordanien – und droht offen, Israel auszulöschen.
  36. Doch Israel reagiert am 5. Juni 1967 mit einem Überraschungsschlag gegen ägyptische, syrische und jordanische Ziele. Der Angriff trifft die Gegner völlig unvorbereitet. Nach nur sechs Tagen endet der Krieg mit einem überwältigenden Sieg Israels.
  37. "Der sogenannte Sechstagekrieg war eine unglaubliche Demütigung für die arabischen Nationalisten, für die Führer der arabischen Welt, die als Maulhelden dastanden."
  38. Israel erobert die Golanhöhen von Syrien. Jordanien verliert das Westjordanland und Ost-Jerusalem, Ägypten den Gaza-Streifen und die Sinai-Halbinsel. Damit kommt das gesamte palästinensische Gebiet mitsamt riesiger Flüchtlingslager unter israelische Kontrolle.
  39. Israel ist zur Regionalmacht aufgestiegen und steht nun vor der Aufgabe, die Palästinenser zu verwalten. Eine Bevölkerungsgruppe, mit der Israel seit Jahrzehnten im Konflikt liegt.
  40. Die arabische Welt reagiert mit einer harten Linie. Kein Frieden, keine Anerkennung Israels, keine Verhandlungen. Aber als Ägypten und Syrien Israel in einem weiteren Waffengang, dem Jom-Kippur-Krieg 1973 – nicht besiegen können, bröckelt die Arabische Allianz.
  41. 1978. Camp David. Die USA vermitteln ein Abkommen zwischen Ägypten und Israel. Es folgt ein Friedensvertrag und die Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten. "We need your help..."
  42. Ägyptens neuer Präsident Sadat hoffte, seine Machtinteressen mit dem Westen besser verfolgen zu können als in einer aussichtlosen Konfrontation mit dem hochgerüsteten Israel. "Es war allen Beteiligten klar, dass Israel über Atomwaffen verfügt und ein konventioneller Waffengang, der die Existenz Israel bedroht,
  43. war seitdem für die arabischen Nachbarstaaten keine wirkliche reale Option mehr." Der Friedensvertrag markiert eine Zeitenwende.
  44. Nach Ägypten machen im Laufe der Jahrzehnte weitere arabische Staaten, offiziell oder heimlich, ihren Frieden mit der neuen Regionalmacht Israel. Und aus dem Konflikt Israels mit der arabischen Welt wird nach und nach ein Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in den besetzten Gebieten.
  45. Ihr erinnert euch an die vertriebenen Palästinenser, die in Flüchtlingslagern leben. Mit der israelischen Besatzung verlieren viele die letzte Hoffnung auf eine Rückkehr in ihre alte Heimat.
  46. Auch wegen dieser Perspektivlosigkeit schließen sich viele junge Palästinenser im Exil einer Guerilla-Organisation an: der Fatah. Deren Antwort auf Israels Militärmacht ist bewaffneter Widerstand und Terror. Anführer ist Jassir Arafat.
  47. Schon bald übernimmt er auch die Führung der PLO – der Palestine Liberation Organisation. Eine Art Dachverband, der sich als alleinige Interessenvertretung aller Palästinenser weltweit sieht.
  48. Arafat und seine Fatah geben nun den Ton an. Sie kämpfen für einen unabhängigen Staat Palästina und die Auslöschung Israels. Attentate und Entführungen sollen auf die Lage der Palästinenser aufmerksam machen. Für weltweite Schlagzeilen sorgt das Kommando „Schwarzer September“.
  49. Es nimmt bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München israelische Sportler als Geiseln. Eine Befreiungsaktion scheitert. Die Palästinenser töten elf Israelis.
  50. "Wer keine Armee hat, keine Panzer-Schlachten gewinnen kann, keine Luftwaffe hat, der macht eben Guerilla-Krieg. Da geht es nicht darum, Gebiet zu erobern, sondern da geht es darum, den anderen mürbe zu machen und durch Angst zu Zugeständnissen zu zwingen."
  51. Israel reagiert mit Gegengewalt: staatliche Killerkommandos spüren vermeintliche Drahtzieher des Olympia-Attentats auf und töten sie. Am Ende wird die PLO militärisch besiegt. Die Taktik, Israel durch Gewalt Zugeständnisse abzuringen, scheitert.
  52. Die Lage der Palästinenser hat sich durch den Terror nicht verbessert – ganz im Gegenteil. Seit dem Sechstagekrieg 1967 lassen sich mehr und mehr Juden im Gaza-Streifen, in Jerusalem und im Westjordanland nieder.
  53. Sie gründen Siedlungen in besetztem Gebiet und werden dazu zum Teil von der Regierung ermutigt. Der UNO-Sicherheitsrat hat dies mehrfach als völkerrechtswidrig bezeichnet, doch die Resolutionen sind nicht bindend.
  54. Und Israel sieht sich aus historischen Gründen im Recht. "Die israelische Führung hat ihren Anspruch immer ja darauf aufgebaut, dass sie rechtschaffen ist,
  55. dass die Sache Israels mit der Erfahrung des Holocaust eine legitime Sache ist, aber dass man trotzdem auch moralisch überlegen ist. Darauf haben sie ein Narrativ begründet, dass Israel trotz aller Widerstände und trotz aller Feindseligkeiten der Region ein demokratisches System ist,
  56. ein rechtstaatliches System ist, das die Menschenwürde achtet." Im Lauf der Jahrzehnte entstehen im Westjordanland und Ost-Jerusalem mehr als 200 Siedlungen. Oft gegründet von nationalreligiösen Juden.
  57. Für die Palästinenser ist die Landnahme doppelt bitter: Denn sie zerstückelt das Terrain, auf dem ein palästinensischer Staat entstehen könnte. In dieser Situation tritt eine neue Kraft auf den Plan.
  58. Dieses Mal nicht aus dem linken, sondern aus dem religiösen Spektrum. 1987 entsteht im Gaza-Streifen die islamistische Organisation Hamas. Im gleichen Jahr revoltieren Tausende Palästinenser bei der sogenannten Intifada: Zivilisten, die Steine werfen gegen die Besatzungsmacht.
  59. Und die reagiert mit harter Hand. Mehr als 1.000 Palästinenser und 160 Israelis verlieren ihr Leben. Der blutige Aufstand lässt auch in Israel den Ruf nach einem langfristigen Frieden lauter werden.
  60. Oslo. Hier treffen sich Anfang der neunziger Jahre Israelis und Palästinenser zu Verhandlungen. Im September 1993 dann die Sensation: Jassir Arafat und Israels Premier Yitzhak Rabin unterzeichnen in Washington eine Prinzipienerklärung, bekannt als Oslo-Abkommen I.
  61. Endlich ein Schritt aufeinander zu. Das Abkommen weckt Hoffnung auf einem Abzug Israels aus den besetzen Gebieten und ein unabhängiges Palästina. Beide Seiten verpflichten sich zur Gewaltfreiheit. Man gesteht einander ein Recht auf Sicherheit und Würde zu.
  62. Im Gegenzug sollen sich die Palästinenser in ausgewählten Gebieten künftig selbst verwalten. Es ist die Geburtsstunde der Palästinensischen Autonomiebehörde, einer Art palästinensischer Regierung. Deren erster Präsident wird Jassir Arafat.
  63. Kommt die Region dadurch endlich zur Ruhe? Weit gefehlt, Hardliner auf beiden Seiten torpedieren den Friedensprozess. "Die Osloer Friedensverhandlungen, so defizitär sie auch gewesen sind, sind nicht von selbst gescheitert.
  64. Sie sind systematisch und kaltblütig unterminiert worden von radikalen Kräften." Blutige Attentate von beiden Seiten sorgen für Angst und Schrecken. Zugleich macht die israelische Rechte Stimmung gegen Rabin.
  65. 1995 wird der Premier, der am Versöhnungskurs festhält, von einem nationalreligiösen jüdischen Fanatiker erschossen. Der Friedensprozess stockt. Das führt in eine neue Phase der Gewalt: die zweite Intifada.
  66. Diesmal stehen hinter dem Aufstand nicht nur jugendliche Steinewerfer, sondern bewaffnete Untergrundgruppen. Sie überziehen Israel mit Terror. Und dessen Armee schlägt unerbittlich zurück.
  67. "Die Gewalt und Brutalität, die Israelis und Palästinenser nach dem Scheitern von Oslo erlebt haben, die ist nicht vergleichbar, weil da ging es ans Herz der Bevölkerung. Da wurden keine Panzer-Schlachten geführt, sondern da wurden Menschen in Bussen in die Luft gesprengt und Menschen in ihren Häusern aus der Luft getötet."
  68. In der zweiten Intifada verlieren mehr als 1.000 Israelis und rund 3.500 Palästinenser ihr Leben. Doch Radikale schüren weiter Hass und Gewalt.
  69. In Israel kippt unter dem Eindruck von Selbstmordattentaten die Stimmung. Viele glauben nicht mehr an einen Frieden und wünschen sich eine härtere Gangart.
  70. Die Regierung schottet jüdisches Siedlungsgebiet ab, errichtet militärische Checkpoints und Sperranlagen, die mittlerweile rund 760 Kilometer lang sind. Größter Unruheherd bleibt der Gaza-Streifen. Dort übernimmt die Hamas die Regierung und fordert Israel heraus.
  71. Ihre Kämpfer und sympathisierende Terrorgruppen feuern immer wieder Raketen auf israelische Städte. Israel reagiert mit Vergeltungsschlägen und einer harten Blockade.
  72. Die Folgen für die Bevölkerung: Zerstörung, Unsicherheit und wachsende Armut. Das Beispiel Gaza zeigt: Auch der Autonomieprozess hat die Spannungen nicht wirklich entschärfen können.
  73. Unbefriedigend bleibt auch die Frage der Nationalität. Palästinenser gelten vielerorts auf der Welt als staatenlos. Etwa in Ländern, die ein unabhängiges Palästina nicht anerkennen. Darunter auch Deutschland.
  74. Auch die meisten arabischen Staaten verweigern heimatlosen Palästinensern eine Aufnahme in ihre Staatsangehörigkeit. Eine Misere, die den Betroffenen jede Perspektive nimmt. Selbst nach einem Dreivierteljahrhundert ist eine Überwindung des Nahostkonflikts nicht in Sicht.
  75. Für eine gerechte Zwei-Staaten-Lösung müssten beide Seiten bittere Realitäten anerkennen und Zugeständnisse machen. Doch wie soll das gehen? Manche Beobachter hoffen zunächst, dass der Hardliner Benjamin Netanyahu vom neuen
  76. US-Präsidenten Joe Biden zu Zugeständnissen bewegt werden kann. Eine Fehlannahme. Um an der Macht zu bleiben schmiedet Netanyahu eine ultra-rechtsnationale Koalition. Die will den
  77. Siedlungsbau im Westjordanland sogar weiter vorantreiben, gleichzeitig legt sie Hand an die Verfassung - will das Oberste Gericht als Kontrollinstanz ausschalten. Hunderttausende
  78. Israelis protestieren dagegen. Das Land ist gespalten und mit sich selbst beschäftigt [Musik] bis zum 7. Oktober 2023. Hamas-Terroristen überrumpeln die israelischen Sicherheitskräfte und
  79. durchbrechen die Grenzzäune um den Gazastreifen. Mehr als 1000 Terroristen dringen auf israelisches Gebiet vor, richten Männer Frauen Kinder und sogar Säugling regelrecht hin mit unvorstellbarer
  80. Brutalität. Die Terroristen entführen etwa 200 Geiseln und ermorden rund 1400 Menschen, viele davon Zivilisten. Es ist das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust. Israel steht unter
  81. Schock und holt zum Gegenschlag aus. Der dicht besiedelte Gazastreifen wird zunächst komplett abgeriegelt, die Armee will die Terrororganisation ausschalten und attackiert die dort vermuteten
  82. Stellungen der Hamas inmitten eines Häusermeeres. Die Bomben treffen, töten aber auch Unschuldige, denn die Terroristen verstecken sich hinter Zivilisten, missbrauchen die Bewohner Gazas
  83. als menschliche Schutzschilde. Ihr Tod ist von der Hamas wohl einkalkuliert, auch zu Propagandazwecken, denn im Social Media Zeitalter wird der Krieg auch mit Bildern geführt. Was wahr ist und was falsch
  84. lässt sich - wenn überhaupt - nur schwer verifizieren. Klar ist, es handelt sich um eine humanitäre Katastrophe. Dieses Video wurde am 20. Oktober 2023 aktualisiert. Wie es
  85. weitergeht im Nahostkonflikt ist schwer zu sagen. Eine israelische Bodenoffensive im Gazastreifen gilt als wahrscheinlich, doch die Gefahr lauert für Israel auch
  86. im Norden durch die hochgerüstete libanesische Terrormiliz Hisbollah. Beide - Hamas und Hisbollah - werden massiv aus dem Iran unterstützt, Israels mächtigstem Feind. Eine explosive
  87. Gemengelage, die sich schnell zum Flächenbrand ausweiten kann. Eine friedliche Lösung scheint aktuell jedenfalls weiter entfernt denn je. Der Konflikt braucht sicher nicht noch
  88. mehr Hass! Bleibt in euren Kommentaren also bitte sachlich und respektvoll.

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