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4. Jahrhundert – Wie Europa christlich wurde #jahr100 #4 | MrWissen2go | Terra X

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Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
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  1. Herzlich Willkommen zum Vierten Jahrhundert. Ein Jahrhundert, das wir uns in diesem Video an wichtigen Stellen genauer anschauen und zu dem wir uns hier die Frage stellen:
  2. Wie krempelt man ein ganzes Weltreich um? Naja manchmal reicht dazu ein einziger Traum. Oder genauer gesagt, eine religiöse Vision.
  3. In diesem Video erfahrt ihr, woher Europas christliche Wurzeln stammen, und warum wir sogar noch heute vielerorts das St. Martinsfest feiern. Und wieder starten wir bei den Römern. Aber es sind nicht mehr die gleichen Römer, wie noch in den Jahrhunderten zuvor.
  4. (Dazu findet ihr übrigens hier eine Playlist mit den Jahrhunderten). Sie haben sich verändert, sind durch ihre politische Richtungslosigkeit träge und dekadent geworden.
  5. Längst sind ihre früheren Ambitionen in den Zirkussen und Arenen der Hauptstadt verloren gegangen. Rom? Was ist denn noch Rom? Für viele nicht mehr als ein Ort der Vergangenheit, in der die alten Statuen, Tempel und Triumphbögen vom Ruhm vergangener Zeiten erzählen.
  6. Längst liegt die Zukunft aber in Städten wie Alexandria, Nikomedia, Trier oder Mailand. Dort gehen schließlich die Künstler und Intellektuellen hin, die Wissenschaftler und Wirtschaftsmagnaten.
  7. So verschiebt sich das Machtzentrum des Römischen Imperiums von der italienischen Halbinsel weg. Auch politisch ist das Land gespalten: Ende des dritten Jahrhunderts führte Kaiser Diokletian ein Vier-Kaiser-Prinzip ein.
  8. Es sieht vier Herrscher im Kaiserrang vor: jeweils einen Seniorkaiser – Augustus – in Rom und einen in Nikomedia und dazu je einen Juniorkaiser – Caesar, oder Kaiser wie man ihn richtig aussprechen würde.
  9. Als der Augustus Constantius Chlorus starb, ließ sich sein Sohn Konstantin, der nicht der Caesar war, von den Truppen zum Kaiser des weströmischen Reiches ausrufen.
  10. Konstantin will aber noch mehr. Er will Kaiser über das gesamte Imperium werden. Um sein Ziel zu erreichen zog er 312 nach Rom.
  11. Nach einer Schlacht an der Milvischen Brücke siegt er mit seinen Truppen gegen seinen Konkurrenten Maxentius. Mit der Hilfe eines Traums, soll er zu diesem Sieg marschiert sein.
  12. Der Legende zufolge war es Jesus Christus selbst, der ihm eines Nachts erschien und den Sieg über seine Rivalen prophezeit. Auf den Schildern und Standarten seiner Soldaten prangt stolz das Zeichen seines neuen Glaubens.
  13. Das Chi-Rho - das sogenannte Christusmonogramm. Dabei handelt es sich um die ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes Christos. Früher war es ein Geheimsymbol, mit dem sich die Gläubigen während der Christenverfolgungen untereinander verständigten.
  14. Jetzt ist es das offizielle Symbol des weströmischen Kaisers Konstantin. Jesus soll ihm im Traum zugerufen haben: „In hoc signo vinces“ - “In diesem Zeichen wirst du siegen!” Noch Jahrzehnte zuvor war das Christentum als illegale Sekte verboten gewesen.
  15. Die Gläubigen wurden grausam verfolgt und vor einem jubelnden Publikum im Circus Maximus hingerichtet. Und noch immer folgt die überwiegende Mehrheit des Imperiums den römischen oder hellenistischen Göttern und Traditionen.
  16. Konstantin hat mit dem Sieg an der Milvischen Brücke einen seiner härtesten Konkurrenten besiegt. Mit dem Toleranzedikt von Mailand, wird das Christentum offiziell erlaubt.
  17. So hören auch die Christenverfolgungen erst im Westen des Reiches, dann bald überall auf. Aber Konstantin hat noch größere Visionen. Er wollte die ganze Macht und beginnt mit Kriegsvorbereitungen.
  18. 324 besiegt er auch seinen letzten Konkurrenten. Damit wird Konstantin alleiniger Herrscher des römischen Imperiums. Constantin selbst ist ein Kaiser, der wie viele seiner früheren Amtskollegen, nicht im ursprünglichen römischen Reich geboren wurde.
  19. In der formellen Hauptstadt war er so gut wie nie. Denn der wahre Reichtum - und auch die wahren Bedrohungen des Imperiums - lagen im Norden und Osten des Reiches.
  20. Es war an der Zeit ein neues Rom zu gründen. Ein christliches Rom. Das Rom Constantins. Constantin marschiert im Jahr 324 nach Osten und baut die am Bosporus gelegene Stadt Byzantium zur neuen Hauptstadt des römischen Reiches aus.
  21. Strategisch klug gelegen, hat die Stadt großes Potential ein bedeutendes Machtzentrum des Reiches zu werden. Der Kaiser tauft sie Konstantinopel, die Stadt Konstantins. Heute ist sie das türkische Istanbul.
  22. Im Russischen wurde sie lange noch als Tsargrad bezeichnet. Die Stadt des Zaren - oder eben Cäsars. Das zweite Rom am 11. Mai 330 wird Konstantinopel offiziell als Residenzstadt eingeweiht.
  23. Die Konsequenz dieser neuen, christlichen Hauptstadt, ist ein langsamer, aber unaufhaltsamer Wandel hin zur Christianisierung großer Teile des Reiches. Es bedeutet aber auch den Anfang vom Ende der Antike. Auch in den Gebäuden wird der neue Glaube sichtbar:
  24. Unter Konstantin werden beispielsweise die Grabeskirche in Jerusalem, der Dom in Trier oder die Alte St. Peters-Basilika in Rom, begonnen. Am wichtigsten ist aber, dass sich Kirche und Politik vermischen. Religiöse streitigkeiten innerhalb der Kirche, werden nun auch vom Kaiser entschieden.
  25. Und wenn Constantin ein Urteil fällt, dann hat das natürlich Auswirkungen auf die Gläubigen im ganzen Reich. Die Verbreitung des christlichen Glaubens ist überall gegenwärtig:
  26. immer mehr Christen werden Beamte, Lehrer und Politiker und verbreiten das Christentum durch ihre Entscheidungen. Noch ist es nicht Pflicht, aber man hat definitiv Vorteile in Constantins Herrschaftsgebiet ein gläubiger Christ zu sein.
  27. Heute streiten sich die Historiker noch über Constantins Christlichkeit. Ob er wirklich 100% davon überzeugt war, oder ob er es allein als Machtinstrument genutzt hat.
  28. Das ist schwer einzuschätzen. Denn erst auf dem Totenbett im Jahr 337 lässt sich Constantin taufen. Seine Söhne werden den eingeschlagenen Weg jedoch nicht mehr verlassen.
  29. Das Christentum und auch die christliche Kirche etablierten sich in der römischen Welt. Etwa zur gleichen Zeit als Constantin starb, hatte auch auf der anderen Seite des Reiches, ein Mann namens Martin ebenfalls einen folgenschweren Traum.
  30. Als Soldat der römischen Kavallerie, verweilt er gerade in der Stadt Amiens, im heutigen Frankreich. Dort trifft er mitten im Winter einen frierenden Bettler.
  31. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten, schenkt er ihm die Hälfte seines Mantels. Der Legende zur Folge erscheint auch Martin Jesus in einem Traum.
  32. In der Gestalt des Bettlers dankt ihm Jesus für die gute Tat. Von da an war das Leben des Martin ganz vom christlichen Glauben geprägt.
  33. Er lässt sich sogar Taufen und tritt, so bald es ihm möglich war, aus dem Militärdienst aus. Er wurde Priester und später Bischof von Tours. Laut Legende wird er nicht ganz freiwillig Bischof: Es sind die Gänse, die den heiligen Martin verraten:
  34. Danach war Martin im Jahr 372 dazu ausersehen worden, Bischof von Tours zu werden. Aus Bescheidenheit und aus Respekt vor dem hohen Amt soll er sich jedoch in einem Gänsestall versteckt haben, um der neuen Aufgabe zu entgehen.
  35. Aber das Geschnatter der Tiere ist wohl unüberhörbar. Das erklärt den Brauch der Martinsgans: Seitdem müssen die Gänse büßen.
  36. Aber im vierten Jahrhundert ist von christlichen Traditionen noch nicht die Rede: Noch ist das Christentum in einer etwas misslichen Lage, denn Krieg und Eroberungen stehen bevor. Doch dazu bald mehr.
  37. Was ist sonst noch passiert im Vierten Jahrhundert? Entscheidende Erfindungen bestimmen die Kriegsführung in der Steppe Asiens, von der weder Constantin noch die Reiter Martins etwas wussten.
  38. Der Reitsattel und der Steigbügel. Sie erlauben den berittenen Bogenschützen einen entscheidenden Vorteil im Kampf, da der Reiter nicht nur wortwörtlich sehr viel fester im Sattel sitzt, sondern gleichzeitig auch die Hände zum Kämpfen frei hat.
  39. Bald sollen auch die Menschen Europas von diesen Neuerungen erfahren, denn diese Reiter sind auf dem Weg zu ihnen. Denn der Osten Europas ist bereits in Bewegung.
  40. Die ersten Völker, namentlich Zehntausende Männer, Frauen und Kinder der Visigothen, drängen gegen die römischen Grenzen an der Donau. Sie sind hungrig, erschöpft und verzweifelt. Und die Römer sind nicht darauf vorbereitet.
  41. Dazu kommt, diese Visigothen sind zum großen Teil keine Heiden mehr. Es sind Christen, aber Arianische Christen. Im Gegensatz zu den Katholiken glauben sie nicht an die Einheit von Vater, Sohn und Heiliger Geist.
  42. Sie glauben vielmehr, an die Trennung von Jesus und Gott. Die nächsten Jahrhunderte bleiben spannend.
  43. Religionen waren, sind, und bleiben ein heikles und umstrittenes Thema. Ob im Vierten Jahrhundert oder heutzutage. Die Christianisierung des Römischen Reiches begann auch die Christianisierung Europas.
  44. Unsere Kultur ist noch heute mit dem Christentum verbunden, wenn auch lange nicht mehr so stark wie noch ein Jahrhundert zuvor... Was mich da mal interessieren würde, ist, wie bewertet ihr das Vierte Jahrhundert?
  45. Sagt ihr, das war ein Segen für die Menschen, für die Gesellschaft, oder sagt ihr, nee, eher das Gegenteil ist der Fall? Schreibt es bitte unten in die Kommentare.

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