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Buddha in 60 Minuten

Dr. Walther Ziegler1:00:50 281.834 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 349 Zeilen
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  1. [Applaus] Danke für die herzliche Begrüßung. Wir befassen uns ja heute mit Buddha, dem
  2. großen spirituellen Denker und Begründer einer der fünf Weltreligionen. Die können die kennen Sie alle. Christentum, Islam, Buddhismus, äh
  3. Judaismus und Hinduismus. Aber das ist sehr erstaunlich, weil tatsächlich äh unterscheidet sich Buddha ganz radikal von allen anderen
  4. Religionsstiftern. Z.B. hat Buddha in seinem ganzen Leben kein einziges Wunder bewirkt, ja? Während bei den anderen Weltreligionen die Propheten durchaus
  5. Wunder bewirkt haben. Z.B. Jesus, er konnte, wie Sie alle noch wissen, über Wasser gehen. Er hat Kranke geheilt, also blinde Sehend gemacht und so
  6. weiter. Oder auch Moses, der ganz große Prophet des Judaismus, das kennen Sie vielleicht noch früher aus dem Religionsunterricht, der konnte sogar
  7. das Meer in auseinanderhalten und sein Volk durch das Meer, durchs rote Meer führen. Und hinter ihm ist es wieder zusammengeschlagen. Und Moses hat auch
  8. einmal mitten in der Wüste mit dem Stock auf dem Felsen geschlagen, da ist da eine Quelle entsprungen. Na ja, und natürlich auch Mohammed im Islam konnte
  9. Wunder bewirken. Er hat genau wie Jesus durch Berührung Menschen heilen können. Und hier sehen Sie, sein größtes Wunder ist in der europäisch christlichen Welt
  10. nicht so bekannt, aber er hat einmal den Mond gespalten. Sehen Sie da oben links den Mond? Er hat den Mond gespalten und zwar aus einem einfachen Grund in Meckka
  11. gab es viele Zweifler, Skeptiker, ob er überhaupt der Prophet ist und daraufhin hat er einfach für einige Zeit den Mond gespalten. Ja, und bei Buddha werden sie
  12. gleich sehen, gibt es sowas nicht. Die einzige Geschichte, die wir vom Buddha haben, die habe ich Ihnen auch hier mitgebracht. Es ist Buddha mal gelungen,
  13. einen wilden, nervösen, äh etwas nervösen Elefanten wieder zu beruhigen. Aber das fällt nicht unter Wunder. Er hat tatsächlich ein Leben lang keine
  14. Wunder vollbracht. Und als einmal ein Schüler zu ihm gesagt hat, er soll doch endlich wundervoll bringen, damit die Zahl der Anhänger schneller wächst, hat
  15. ihm Buddha geantwortet, dass wenn er Wunder sehen will, muss er zu den Zaubersramanen oder äh zu den Yogimeistern gehen. Da gab es einige,
  16. die konnten Wunder bewirken. Er selber, Buddha hat nur die reine Lehre zu erzählen von dem achtfachen Pfad zur Erlösung. Und Buddha selbst hat größten
  17. Wert darauf gelegt, dass er kein Prophet ist, sondern nur ein Mensch und ein Lehrer. Davon kündet auch die bekannte Geschichte vom Fluss, dem Mann und dem
  18. Floß. Ein Mann kommt an einen Fluss und der Fluss ist so reißend, dass er niemals durchkommt oder durchschwimmen kann. Also baut er ein Floß und als er
  19. drüben ankommt, ist er so glücklich, dass er denkt, ich könnte das Floß mitnehmen, aber er merkt schon, es ist sehr schwer. Und da stellt er sich die
  20. Frage, wie wäre es, wenn ich dieses Floß im Wasser schwimmen ließe und weiterziehen würde und Budha sagt jetzt: "Natürlich muss der Mann des Floß ziehen
  21. lassen und unbeschwert weitergehen." Und genauso sagt Buddha muss es mit seiner Lehre sein. Er gibt seinen Schülern, den Pictus, den Mönchen, seine
  22. Lehre, damit sie eine neue Dimension überschreiten können, in eine neue Dimension gehen. Aber dann müssen sie seine Lehre zurücklassen und ihren
  23. eigenen Weg gehen. Ich zitiere: "Ebenso wahrlich, ihr Mönche, einem Floß vergleichbar wurde von mir die Lehre gezeigt zum Überschreiten geschaffen,
  24. doch nicht, um sich daran festzuklammern." Ja, äh Fazit m also Buddha hat wie alle guten Lehrer sich sogar gewünscht, dass die Schüler über
  25. ihn hinauswachsen. Fazit: Erstens, Buddha hat sein Leben lang keinerlei Wunder bewirkt. Zweitens, er war kein Prophet. Er war nur Lehrer und äh
  26. Mensch. Und drittens ist das radikalste, Buddha hat nie an Gott geglaubt. Das werde ich Ihnen noch ausführen. Ja, und äh jetzt ist umso erstaunlicher, dass er
  27. der Begründer einer Weltreligion war. Da kommen wir noch drauf. Für uns ist jetzt erstmal nur interessant. Er ist vor allem Lehrer und ein Mensch. Und jetzt
  28. schauen wir uns philosophisch, rational seinen Keranken mal näher an. Ich habe Ihnen den schon mal mitgebracht. Es sind die berühmten vier edlen Wahrheiten, die
  29. Buddha entdeckt hat. Erstens, Leben heißt Leiden. Ja, zweitens, das Leiden ist verursacht durch unsere eigenen Bedürfnisse.
  30. Drittens, dieses Leiden kann überwunden werden, indem wir unsere Bedürfnisse, unser Begehren hinter uns lassen. Und viertens, der achtfache Pfad, der uns
  31. zeigt, wie wir das machen und wie wir letztlich zur Erlösung kommen. Und der achtfache Pfad, der gipfelt im Nirvana, denn das Nirvana, sagt Buddha, ist
  32. letztlich das Ziel äh zu dem wir alle kommen sollten. Ich zitiere es mal, die Erlösung wahrlich hat das Nibana zum
  33. Ziel. Ich habe hier steht Nibana statt Nirvana, also Nirwana ist Sanskrit, Nibana ist der Palyanon. Ich habe sowohl im Buch als auch jetzt die Zitate, die
  34. Sie sehen, den Palyanon genommen, weil Buddha selbst hat genau wie Sokrates nichts aufgeschrieben selbst. Die Schüler haben ein alle Aussagen
  35. mittleren und längeren Reden aufgeschrieben und die erste Niederschrift war der Palyanon und er ist deshalb wissenschaftlich gesehen der
  36. authentischste und der am zuässigste. Später ist immer mehr dazu gekommen. Gut, zurück zum Nirvana. Was, meine Damen und Herren, ist das
  37. Nirvana? Ja, einige lächeln. Als ich zum ersten Mal mit dem Nirvana in Berührung kam, das war noch in der Schule, in der fünften, sechsten Klasse gerade so aufs
  38. Gymnasium gekommen und der Binzer, ein Klassenkamerad von mir, hat im Pausehof das große Wort geführt und hat gesagt, na ja, die Indianer, also damals hießen
  39. sie noch Indianer, die Indianer, wenn die sterben, die kommen in die ewigen Jagdgründe und die Germanen, wenn gestorben sind, die kamen nach Walhall
  40. und saßen mit Odin an der langen Tafel und haben M getrunken. Ja. Und dann hat der Schattenhofer rüber gerufen. Ja. Und die Buddhisten, die die kommen ins
  41. Nirvana. Und dann haben wir alle so bisschen gelacht. Klar, wir wollten ja cool sein und heute weiß ich, wir haben gelacht, weil natürlich keiner von uns
  42. auch noch ein blassen Schimmer hatte, was das Javana überhaupt ist, gell? Klar, ewige Jagdgründe stellt man sich was vor. Oder mit Odin an der Tafel
  43. sitzen und saufen. Ja. Aber das sind Nirvana. Ja. Und äh dann kommt noch dazu, ja, dass ich glaube, wir waren auch verunsichert. Was ist es? Ist es
  44. nichts? Ist man dann noch da oder nicht oder was? Ja, und heute 50 Jahre später, gut 50 Jahre muss ich leider sagen, gut 50 Jahre später möchte ich mit Ihnen im
  45. Saal in das Nirvana vorstoßen. Na ja, ich formuliere es mal bescheid. Ich will versuchen, dass wir eine Vorstellung bekommen von dem, was Buddha mit Nirvana
  46. genau äh gemeint hat. Aber wir fangen ganz einfach an mit seiner Biografie. Buddha wirklich gelebt, anders als etwa Laut C, wo man nicht weiß, ob es ihn
  47. wirklich gegeben hat. Buddha ist dokumentiert. Ähm und er war sogar der Sohn eines Königs, des Königs Sutodana. Er ist im
  48. Norden Indiens, wie Sie auf der Karte sehen, geboren worden etwa zu der Zeit, zu der auch Sokrates gelebt hat. Und seine Mutter hat schon kurz vor
  49. seiner Geburt den Traum gehabt, dass ein weißer Elefant kam zu ihr und hat gesagt, ihr Sohn wird ein großer spiritueller Führer werden. Und
  50. leichtsinnigerweise hat sie es ihrem Mann erzählt, dem König. Und der wollte natürlich nicht, dass der spirituell wird, sondern dass der zum
  51. Kriegshandwerk auf erzogen wird und dann seinen Königsdron übernimmt. Und als die Mutter 7 Tage nach der Geburt von Sidata, also er hieß dann Prinz Sidata
  52. Gautamal, der Vater war Sutodana Gautamal und er hieß dann der der Neugeborene, neugeborene Kind nannten sie Prinz Sidarta. Und äh als er dann äh
  53. geboren wurde m und die Mutter schon 7 Tage nach der Geburt gestorben ist, hat der König seinen Sohn isolieren lassen. Er wurde von einer Pflegemutter immer
  54. aufgezogen und hat Person, also hat Dienerinnen, Diener, alles um sich gehabt, alles was er gebraucht hat und hat in einem eigenen Palast gelebt mit
  55. einem riesigen Garten, einem riesigen Park mit mehreren äh Teichen und Wiesen und also ganz großzügig ausgelegt. Ja. und er äh hat dann mit 16 Jahren eine
  56. wunderschöne Frau geheiratet, später sech Jahre später auch ein Kind bekommen. Die Historiker sagen, dass er wahrscheinlich sogar mehrere Frauen
  57. geheiratet hat, weil das damals äh in dieser Zeit üblich war, um auf jeden Fall die Nachfolge zu sichern. Ja, und Buddha erinnert sich an seine Zeit im
  58. Palast und sagt: "Ich kenne keinen Körper, keine Stimme, keinen Geschmack, keine Berührung, die das Denken des Mannes so fesseln wie Körper, Stimme,
  59. Geschmack und Berührung einer Frau." Ja, also da war er noch ganz in dieser sinnlichen Dimension. Jetzt ist es aber so, dass er mit 29 Jahren einfach wissen
  60. wollte, was außerhalb dieser Mauern ist. und er befahl seinem Kutscher äh ihn durch die vier Tore hinauszubringen. Ganz entgegen der Anweisung des Vaters
  61. hat das dem Kutscher befohlen gegen das Verbot des Vaters. Er ist nach Osten gefahren, dann nach Süden, dann durch das Westtor und dann durch das Nordtor.
  62. Äh beim ersten Ausflug in den Osten sehen Sie hier begegnet Buddha, er sitzt hier in der Kutsche, einem gebückt gehenden alten Mann am Stock und fragt,
  63. was das soll. Und der Kutscher erklärt ihm, dass das Alter, dass es das gibt, weil Buddha war ja nur von jungen Menschen umgeben. Ja, bei der zweiten
  64. Ausfahrt nach Süden äh sieht Buddha sogar einen fieberkranken Mann, der schon da niederliegt und bei der dritten Ausfahrt schließlich in den Westen,
  65. sieht er sogar, wie ein Toter weggetragen wird, als er durchs Westtor rausfährt. Und er fragt wieder den Kutscher, was das zu bedeuten hat. Und
  66. der Kutscher sagt ihn: "Ja, alle sterben." Und er fragt, ob er, der Prinz auch sterben muss. Und der Kutscher sagt: "Ja, ja, das trifft uns alle." Ja.
  67. Und bei der vierten Ausfahrt schließlich begegnen sie einem Samanen, der so eine Ruhe ausstrahlt und nach der Wahrheit sucht. Und wahrscheinlich hat ihn das
  68. auch äh inspiriert, denn m Buddha beschließt nun auch diesen Palast und den ganzen Luxus zu verlassen. Ich zitiere: "In der Blüte
  69. meines Lebens rasierte ich mir Kopf und bat haar ab, zog die gelbe Robe an und ging von zu Hause fort in die Hauslosigkeit." Also er äh er hat quasi
  70. als Bettler gelebt. Hauslose Dieamanen waren Bettler. Die hatten nur das, was ihnen die Menschen in den Dörfern gegeben haben. Ist aber nicht ganz
  71. vergleichbar heutigen Bettlern, weil sie ein gewisses Ansehen genossen haben in Indien, weil sie von weit herkam, gab ja kein Internet, kein Fernsehen, nichts.
  72. Und die haben den Leuten erzählt, was woanders los ist. Es gab auch Heilsramanen, die haben dann Tipps gegeben gesundheitlich, wie man wieder
  73. gesund wird. Es gab auch Wettersramanen. Wettersramanen haben den Bauern Wetterprognosen gegeben. Alles äh was die Ramanen aber gemeinsam hatten, war
  74. erstens, sie hatten keine Familien, keine Familie Bind familiären Bindungen leben lang und äh sie haben das Kasten, das Kastenwesen hinter sich gelassen. Es
  75. gab keine Kasten unter den Sramanen und Buddha hat sich dann erst zwei Erlösungsramanen bisschen angeschlossen, denen ihre Lehre sich angehört, war aber
  76. unzufrieden. Es hat ihn nicht irgendwie befriedigt und er ist weitergezogen und dann hat er fünf Asketen gefunden und hat mit diesen Asketen zusammeng
  77. gefastet. Die hatten ausgemacht, wer als erstes zur Erkenntnis kommt, erzählt anderen das, was er in der Askese an Eingebungen hatte. Und Buddha fastet am
  78. radikalsten von allen. Ich zeig's Ihnen mal. Er sagt: "Weil ich so wenig aß, ragten meine Rippen heraus, so hager wie die
  79. baufälligen Dachsparn einer alten ungedeckten Scheune. Und weil ich so wenig aß, stürzte ich beim Urinieren oder beim Stuhlgang auf das Gesicht."
  80. Und äh Buddha merkt, diese quälende Praxis der Askäse trinkt ihn letztlich nicht wirklich zur Askäese zur Erkenntnis und
  81. er weiß, unter Umständen wird er bald sterben ohne irgendeine Erkenntnis. Er sagt, durch diese quälende Praxis der Askese habe ich keinerlei
  82. übermenschliche Geisteszustände erlangt, keinerlei Klarheit des Wissens und tatsächlich Askese und Erkenntnis, das geht nicht unbedingt zusammen. Ich habe
  83. mal ja in meinem jugendlichen Leichtsinn und vielleicht auch Größen waren im zweiten Semester Philosophie äh bin ich auch in die Askäse gegangen in meiner
  84. Nasszelle und ich habe also ich habe in dem Betronhochhaus gewohnt und es war eh nur so ein 10 m² Zimmer, aber das hatte dann das Badezimmer, das Bad hatte, das
  85. war kein wirkliches Badezimmer, da war alles aus einem Guss. Die Dusche, das Klo, das Waschbecken, das ging ineinander über. Das war so ein
  86. Plastikguss. Ja. Und äh ich habe gefastet, getrunken habe ich, ich habe da aus dem Wasserharn in der Nasszele getrunken und wollte die
  87. erst wieder verlassen, wenn ich wirklich auch mal zu einer richtig guten Erkenntnis gekommen bin. Sie wissen ja, Jesus ging 40 Tage in die Wüste. Äh
  88. Mohammed zog sich immer in seine Höhle zurück und der Philosophekart, der hat im Rückzug, in der Einsamkeit, in der Meditation ist er
  89. auch zu seinen Erkenntnissen gekommen. Ich denke, also bin ich und na ja, aber ich muss ihn sagen, bei mir es ist gescheitert. Die einzige Erkenntnis nach
  90. drei Tagen, die ich hatte, war ich konnte das Plastik nicht mehr sehen, geraannt auf den Gang, habe den ersten Komonen, den ich getroffen habe,
  91. geschüttelt und gebeten, er soll mir was zu essen geben und er hat mir was gegeben, gell? Also so viel dazu und Buddha, das hat mich später beruhigt,
  92. der sagt dann auch, es hat keinen Sinn, wir müssen den mittleren Weg gehen und weder das, was er im Palast hatte, den völligen Überfluss, noch diese Askese,
  93. die er jetzt radikal durchgezogen haben, führen zur Erkenntnis, sondern der mittlere Weg, ich zitiere es, diese beiden Gegensätze vermeidend, also der
  94. Überfluss im Palast und die Askese, führt der mittlere Pfad zur Ruhe, zum Wissen. und zur Erleuchtung. Ja, also man soll gerade so viel essen, wie man
  95. braucht und soll halt vermeiden den völligen Überfluss. Und so zog Buddha weiter, verließ die Askesen 6 Jahre lang durch das Tal des Ganges und dann in
  96. einem kleinen Nebenteil entdeckt er plötzlich einen Ort, der ihn von Anfang an inspiriert. Ich zitiere: "Dort sah ich einen lieblichen Hein mit einem klar
  97. dahin strömenden Fluss. Und ich setzte mich nieder und dachte, dies wird meinen Bemühungen dienlich sein." Und äh unter einer Pappelfige
  98. äh kommt er tatsächlich äh dann zu einer Erkenntnis, zu einer Art Epiphanie. In vier aufeinander folgenden Meditationen
  99. äh erscheinen ihm diese vier edlen Wahrheiten des Buddhismus, die der Kern der buddhistischen Lehre sind. Und in der vierten Meditation gelingt ihm auch
  100. die Nirvana Erfahrung. Ja, äh er überschreitet das eigene Ichbewusstsein und kommt in das objektive bewusst in in die Objektivität des Universums. Äh und
  101. ähm wie soll ich sagen? H er erkennt in dem Moment das gesamte Leiden, die gesamte Problematik des menschlichen Daseins und erkennt, wie man sie
  102. überwinden kann, wie man aus den Fesseln unseres Daseins sich befreien kann. Er sagt: "Ich erlangte unbefleckte letzte Sicherheit vor dem gefesselt
  103. sein. Nirvana, meine Befreiung ist unerschütterlich. Und äh mit äh se mit 35 Jahren äh wird Buddha zum Buddha. Vorher war nur Tata.
  104. Buddha heißt nichts anderes als der Erwachte. Wir sagen immer der Erleuchtete, wörtlich übersetzt aus dem Palikanon heißt es der Erwachte. Und ab
  105. dann wird er mit dem Ehrentitel Buddha bezeichnet. Ja, und er geht dann zurück zu den Asketen und verkündet diese Lehre der vier großen Wahrheiten, die wir uns
  106. jetzt anschauen. Die erste Wahrheit heißt Leben heißt Leiden. Und da sagt Buddha: "Geburt ist leidvoll, Alter ist leidvoll, Krankheit ist leidvoll, von
  107. Lieben, getrennt sein ist leidvoll, der Tod ist leidvoll, kurz. Die Daseinsfaktoren sind alle leidvoll." Und das schauen wir uns jetzt mal an. Wir
  108. fangen mal oben an. Geburt ist leidvoll, das ist klar, muss ich nicht viel dazu sagen. Die Frauen wissen es. Und auch für den Säugling, für den Neugeborenen
  109. ist eine Geburt, ja, ein dramatischer Vorgang. Ja, und dann Krankheit ist leidvoll, ist auch selbsterklärend. Alter ist leidvoll,
  110. muss ich auch nicht viel dazu sagen. Ich meine, im Alter wird auch die Liste der Ärzte im Telefon immer länger. Kennen wir alle. Und was ich
  111. besonders interessant finde von lieben getrennt sein ist leidvoll. Da meint er nicht nur, dass einmal eine Beziehung kaputt geht und
  112. man allein äh da meint auch nicht nur, dass was weiß ich, die Kinder studieren in Amerika, sind plötzlich einfach weg. Nein, von lieben getrennt sein meint er
  113. auch, dass liebe Menschen, geliebte Menschen sterben und einfach ja Geschwister kann auch sein, die Eltern sie sterben und dann ist man für immer
  114. getrennt und deswegen ist äh das Leben prinzipiell erstmal leidvoll und es macht auch keinen Sinn, es zu verdrängen, weil das sind
  115. Daseinsfaktoren. Das Altern, die Krankheit, Sterben, das gehört zu unserem Dasein. Drum dürfen wir es nicht verdrängen. Und er sagt wahrlich, diese
  116. edle Wahrheit vom Leiden muss erkannt werden. Und äh zusätzlich sagt er, m ne, man könnte jetzt auch sagen, ja, der Bruder, klar leiden wir im Leben, aber
  117. wir haben ja auch Freude und Glück. Und da sagt Bud: "Ja, ja, schon, aber das Glück, das ist immer nur kurze Zeit. Das kann man nicht wirklich festhalten. Und
  118. viele äh jung verliebte Paare, die dieses Glück der Verliebtheit haben, die schwören sich ewige Treue. Äh aber 40% der Ehen in Deutschland werden wieder
  119. geschieden. Aber selbst wenn die Paare zusammen bleiben, das hat eine schöne andere Dimension wahrscheinlich dann, aber es ist ja dann doch so, dass man
  120. diese Verliebtheit, die man damals hatte, die kann man nicht konservieren. Ja, und Budha sagt, vieles, was wir an Glückserlebnissen haben, ist flüchtig.
  121. Und umso mehr Dinge wir lieben, umso mehr Dinge äh sind da, an denen wir leiden können, wenn wir sie verlieren. Wer 100 Liebe Dinge hat, hat 100 Leiden.
  122. Wer 90 10 F Liebe Dinge hat, hat 90 10 Leiden. Ja, und dann kommt noch eine Dimension dazu. Es ist nicht nur der Verlust von Dingen, unter denen wir
  123. leiden, sondern auch manche Dinge, die wir begehren, bekommen wir nie. Es gibt Schauspielschüler, die machen die Schauspielschule ganz bravös und kriegen
  124. ja ganzes Leben lang, kein Engagement, keine Rolle, wo sie ihre Passion ausleben können. Bei manchen bleibt der Kinderwunsch unerfüllt wieder. Andere
  125. haben nicht den Beruf, den sie sich wünschen. Andere finden nie den Traumpartner. Also das Leiden besteht auch darin, dass wir Dinge, die wir uns
  126. wünschen, nicht bekommen. Drum sagt er: "Nicht bekommen, was man sich wünscht, heißt Ducka." Also Ducker heißt Leiden. Und jetzt
  127. kommt das Spannendes. Also, die erste edle Wahrheit lautet: Leben heißt Leiden. Ist eigentlich klar. Die zweite edle Wahrheit, zu der wir jetzt kommen,
  128. ist interessant. Da sagt er, die Ursache von dem Leiden, m eigenen Bedürfnisse. Das ist nicht unbedingt die Todesfälle und so weiter, sondern wie wir damit
  129. umgehen, das macht das Leiden, weil wir es nicht wahrhaben wollen. Und da bringt er das schöne Beispiel von der Frau mit dem Kind. Eine Frau hat sich ganz lang
  130. gewünscht und es wurde dann geboren, aber leider ist es kurz nach der Geburt gestorben und sie rennt mit dem Kind schreiend und weinend durchs Dorf und
  131. bittet alle das doch wieder gesund und lebendig zu machen. Und einer im Dorf sagt ihr dann: "Ja, wenn ihr überhaupt noch jemand in der Situation helfen
  132. kann, dann Buddha, der gerade zufällig zwei Dörfer weiter ist und sie geht zu Buddha und tatsächlich sagt Buddha, er kann ihr
  133. helfen. Sie muss aber als Gegenleistung ihm zuvor drei Reiskörner bringen. Äh und zwar aus drei Haushalten ihres Dorfes und zwar aus Haushalten, in denen
  134. selbst noch kein großes Unglück passiert ist." Und sie klopft jetzt an den ganzen Türen in den Häusern ihres Dorfes und äh alle wollen ja natürlich gerne so paar
  135. Reiskörner geben, ist ja kein Ding, aber alle müssen zugeben, dass in ihrem Haus schon schlimmes Leid geschehen ist. Ja, und manche weinen sogar, als sie sich
  136. erinnern, was alles schon über Generationen hinweg schlimm ist in ihrem Haus passiert ist. Ja, und am Ende hat sie kein einziges Reiskorn nach zwei
  137. Tagen. Aber sie weiß jetzt, dass der Tod ihres Kindes nicht nur so ein persönliche Strafe oder Schicksal für sie war, sondern dass es ein
  138. Daseinsfaktor ist, dass es alles im Leben ein ständiges Werden und Vergehen ist. und dann kann sie ihr Kind loslassen äh und beisetzen. Sie schließt
  139. sich dann Buddha an und zieht mit Buddha jahrelang äh weiter durchs Land. Und das ist es. Es geht oft um den Umgang mit den Daseinsfaktoren. Altern haben wir
  140. gehört ist auch ein Daseinsfaktor, mit dem wir auch immer ein sehr verkrampften Umgang haben. Sie wissen, es gibt Anti-Aging Industrie ohne Ende. In
  141. Silicon Valley da gehen sogar junge Programmierer, junge IT-Exerten, junge Unternehmer von Startups etc., Ja,
  142. obwohl sie schon sehr jung sind, gehen da zu gewissen Instituten und machen Frischzellenkuren, lassen sich Zellen oder Teile von Zellen spritzen, welche
  143. den Alterungsprozess aufhalten oder teilweise sogar angeblich ein Stück zurücksetzen. Ja, und da sehen Sie
  144. schon, wie wir das Bedürfnis haben, nicht zu altern, aber wir müssen gar nicht nach Amerika gehen. Im Europa Wahlkampf gehe ich runter, sehe ich doch
  145. glatt diese Plakate, gell? Unbegrenzt langes Leben für alle. Partei der schulmedizinischen Verjüngungsforschung. Ja. Ja. Da sehen
  146. Sie mal, wie stark dieses Bedürfnis bei uns sein muss, dass sogar eine Partei gibt, die diesen Wählerwunsch erfüllt. Oder hier
  147. altern, das heißt altern Krankheit, aber die heilen wir. Ja. oder hier, da werden wir direkt gefragt nach unserem Bedürfnis. Wie alt willst du werden? 80
  148. 100 500? Wähle jetzt. Und Buddha sagt hier nur ganz trocken: "Besser als 100 Jahre zu leben ist ein einziger Tag des
  149. Erkennens." Aber dass es das alles gibt, ja, ähm zeigt uns, wie stark unser Bedürfnis, unser Begehren ist.
  150. sozusagen nicht zu altern. Ja, und deshalb kann er eben sagen, welches Leid auch immer entsteht und in Erscheinung tritt, das hat stets als Wurzel das
  151. Begehren. Und das beste Beispiel für die zweite edle Wahrheit, dass das Begehren die Ursache von unserem Leiden ist. Oder das beste Beispiel stimmt nicht, das ist
  152. eines von Millionen Beispielen, aber ich habe es mal mitgebracht. Das sind die Rolling Stones. Schauen Sie mal. I can't get no satisfaction. I try and I try and
  153. try. Also da singt der Micker, ich bekomme keine Befriedigung, obwohl ich es versuche, ich versuch's, ich versuch's. Ja. Und dieses Lied übrigens,
  154. nur nebenbei bemerkt ist auf der ganzen Welt das in allen Ländern das bekannteste Lied der Rolling Stones, obwohl es ein früh sehr frühes Lied ist.
  155. Aber ich glaube, das ist phänomenologisch so zu erklären, weil es etwas anspricht, was uns alle betrifft. Wir alle sind oft frustriert, weil wir
  156. was nicht bekommen, was wir begehren. Und im Text lautet geht's da dann weiter. Da singt er dann eben, also er fährt im Auto und das der Radio macht ih
  157. fertig, weil es befriedigt ihn überhaupt nicht, was der Sprecher sagt, die Waschmittelwerbung und so weiter. Und dann sieht er wahrscheinlich in der
  158. Raststätte ein sehr schönes sympathisches Mädchen und er will es im Text heißt aufreisen. Er spricht sie an, will mit ihr flirten
  159. und sie antwortet dann sie antwortet, hier habe ich's äh komm vielleicht mal nächste Woche wieder ja und da ist er natürlich völlig frustriert und sagt
  160. what I say das ist was ich sage und äh ich kann keine Befriedigung bekommen. Und da würde der Buddha jetzt sagen, der Mick, also der Mick Jagger, das ist ein
  161. junger Mann, der hat starke Bedürfnisse und leidet daher umso stärker an der nicht äh Befriedigung äh seiner Bedürfnisse. Ja, und deswegen noch mal
  162. das Zitat: "Welches Leid auch immer entsteht, das hat die Wurzel oder hat als Wurzel das Begehren." Und jetzt kommen wir zur dritten edlen Wahrheit.
  163. Und jetzt wird's interessant oder spannend, weil Buddha jetzt sagt, dieses Begehren, diese Triebe, ja, diese Bedürfnis, die können wir überwinden.
  164. Wir können sie überwinden und hinter uns lassen. Und als erstes stellt Buddha eine wissenschaftliche Frage. Er stellt nämlich die Frage, was ist die Bedingung
  165. dafür, dass wir überhaupt äh begehren? Was ist die Bedingung dafür? Was sind die Grundlagen, aus denen das Begehren erwächst? Und er hat auch gleich die
  166. Antwort parat. Die Grundlage dafür, dass aus denen des Begehren erwächst, sind unsere fünf Sinne, die durch das Auge wahrzunehmenden Formen, die durch das
  167. Ohr zu hörenden Töne, die durch die Nase zu riechenden Düfte, die durch die Zunge zu kostenden Geschmacksarten, die durch den Körper zu ertastenden Berührungen.
  168. Also, wir begehren das, was wir sehen, was wir riechen, was wir hören, was wir schmecken, was wir ertasten. Was begehren wir? Erst wenn der Reiz da ist,
  169. begehren wir etwas. Also beispielsweise, sie gehen spazieren, riechen was süßes, leckeres, dann sehen sie mit den Augen so kleine runde Kugeln und so ein Markt
  170. standen, dann wissen sie, ah, gebrannte Mandeln und begehren sie. Ja, und so muss man sich das vorstellen. Und jetzt äh macht er weiter und äh sagt, wie
  171. geht's weiter? Wodurch werden wiederum die Sinneswahrnehmungen bedingt? Was ist die Bedingung der Möglichkeit, dass wir mit den Sinnen mit Nase, Ohr, Augen
  172. etwas wahrnehmen können? Und da sagt er, durch Namen und Gestalt bedingt ist die Sechsheit der Sinne. Warum Sechsheit? Wir haben ja nur fünf Sinne. Buddha sagt
  173. ja, Augen, Ohren, Nase, Mund, Tasten, aber er hat ein sechsten Sinn. Er sagt noch: "Der Geist, der frühere Dinge erinnert, die wir gesehen, getastet und
  174. so weiter haben, die spielt auch noch Rolle. ist für uns jetzt nicht so wichtig. Wichtiger ist für uns, dass er sagt, durch Namen und Gestalt bedingt
  175. äh können die Sinne überhaupt wahrgenommen werden. Sie müssen sich vorstellen, wir nehmen ständig tausende Sachen wahr mit Ohren, Augen und so
  176. weiter und die können wir überhaupt nur verarbeiten, indem wir diesen Reizen Namen geben. Ich habe Ihnen da mal ein Beispiel mitgebracht. Wenn sie im Kino
  177. sind und Sie sehen im Kino m dieses Bild hier ganz links oben, ja, diese da sehen Sie äh wir würden natürlich jetzt sofort sagen, klar, Sonnenuntergang, aber die
  178. Retina, ihre Netzhaut bildet erstmal nur so einen hellen Punkt ab und so ein dunkelroten Hintergrund. Ja. Und erst in ihrem Gehirn, im äh synthetisierenden
  179. Ichbewusstsein wird dann da draus ein Sonnenuntergang, weil erst im Gehirn geben wir diesen dieser Netzhaut diese dieser Netzhautimpression einen Namen.
  180. Wir bringen die Reize auf den Begriff oder auch direkt darunter. M die Töne. Also, wenn im Kino lauft, läuft ja immer eine Filmmusik und da läuft, sagen wir
  181. mal, eine tolle romantische Filmmusik. Ihr Ohr, ihr Trommelfäll gibt nur einzelne Töne weiter, die da einschlagen zu den Gehörknöchelchen und den Nerven.
  182. Und äh erst im Gehirn, im transzendierend, im im synthetisierenden Ichbewusstsein wird es zusammengesetzt und sie können sagen: "Ah, klar,
  183. romantische Melodie, genauso weiter unten des Meeres rauschen, die atmo die Atmosphäre. Äh, da hören sie erst nur so und dann erst im Gehirn können sie das
  184. zuordnen, geben dem einen Namen, nämlich äh Brandung. Und ganz am Schluss bringen sie diese Eindrücke dann in ihrem Gehirn noch zu auf die Gestalt romantischer
  185. Sonnenuntergang K und äh was übrigens Sy sy S synthetisieren Ichbewusstsein synthetisieren Synthesis griechisch Synthesis äh die
  186. Zusammenschau oder m Verknüpfung. Also, wir verknüpfen erst im Gehirn diese Sinneseindrücke miteinander und machen da draus Begriffe. Immanuel Kant hat
  187. 2000 Jahre später das genauso gesehen. Er sagt, die Bedingung der Möglichkeit, dass wir überhaupt, dass wir nicht überflutet werden von den Sinnesreizen
  188. ist, dass wir mit den z Kategorien des Verstandes die Dinge ordnen und auf den Begriff bringen. Ja, gut. Und äh Buddha sagt jetzt macht jetzt eine tolle
  189. Schlussfolgerung, das ist eigentlich jetzt radikal. Er sagt: "Gut, wie kommen wir aus dem Leiden raus?" indem die Sinneseindrücke, wenn wir die
  190. ausschalten wollen, müssen wir einfach nur die Bedingung der Sinneseindrücke ausschalten, nämlich das Ichbewusstsein. Wenn das synthetisierende Ichbewusstsein
  191. weg ist, können wir keinen Namen und keine Gestalt mehr verleihen. Wir können keine Begriffe mehr bilden und dann können uns die Sinnesreize egal sein,
  192. weil sie uns nichts mehr tun können. Ich zitiere das mal. ist die berühmte Lehre der Buddhisten vom Bedingten entstehen. Schwindet das Bewusstsein, so
  193. vergehen Name und Gestalt. Durch das Aufhören von Namen und Gestalt wird der Bereich der sechs Sinne ausgelöscht. Durch dessen Verschwinden tritt das
  194. Vergehen der Berührung ein, kommt das Werden zur Ruhe. Und wenn kein Werden mehr ist, vergehen Alter und Tod. Es schwinden Leid und Ruhelosigkeit.
  195. Das ist jetzt so ein ganz wichtiger Punkt. Es geht also darum, das Bewusstsein hinter sich zu lassen. Und das ist natürlich nicht
  196. leicht, dieses Ichbewusstsein, äh, dass wir das hinter uns lassen. Also z.B. wir hier im Saal, wir sind jetzt alle mittendrin in unserem
  197. synthetisierenden Ichbewusstsein. Ja, also ich z.B. Überleg mir immer schon, während ich jetzt so ein Satz sage, was ich vielleicht als nächstes sagen will
  198. und natürlich auch, wenn ich so ein Satz beginne, wie ich den einigermaßen grammatikalisch und inhaltlich richtig auch zu einem Ende führe. Und für Sie
  199. ist es noch viel schlimmer, weil ich erzeuge ja nur Kehlkopflaute, wissen Sie? Also für ihr Ohr, ihr Trommelfell hört erstmal nur Kehlkopflaute und im
  200. synthetisierten im synthetisierenden Bewusstsein setzen die diese Kehlkopflaute erst zu Wörtern zusammen, dann zu ganzen Sätzen und am Ende zu
  201. Gedanken. Und diese Gedanken gleichen sie noch mit ihren Gedanken ab, ob sie sinnvoll sind. Ja, also wir sind voll und ganz in unserem Ichbewusstsein. Und
  202. jetzt sagt dieser Buddha, da müssen wir raus. Wie geht das? Es geht durch die Meditation. Er, der Meditierende erlangt das Vergehen des
  203. Bewusstseins. Darum geht's. Buddha ist äh dies gelungen und er sagt dann wahrlich, ich habe die Lehre gefunden, die schwer zu begreifen ist, die nicht
  204. durch das logische Denken erlangt werden kann. Und das ist jetzt natürlich spannend. M er sagt dieses Überschreiten des Ichbewusstseins in die Ichlosigkeit.
  205. Darum geht's ihm. Wir brauchen einen Zustand der Ichlosigkeit. Aber wie kommen wir in einen Zustand der
  206. Ichlosigkeit? Das logische Denken hilft uns dann nicht. Wir müssen über das logische Denken hinaus. Übrigens, wir Europäer haben da natürlich alle
  207. Schwierigkeiten, weil sie wissen, René DCart, der große Rationalist hat ja gesagt, klar, die Sinneswahrnehmungen, die können trügerisch sein hier im Saal,
  208. das könnte eine Vater Magana sein. Wir glauben nur, wir sind jetzt im Saal in der Vorlesung oder wir träumen. Es kann auch sein, wir träumen das alles nur,
  209. aber in dem Moment, wo wir nachdenken und zweifeln, ist es jetzt ein Traum oder ist es Wirklichkeit? In dem Moment, wo wir zweifeln oder denken, sind wir
  210. Kogito Ergo sind. Ich denke, also bin ich. Also für Dekart äh ist es die letzte Gewissheit, dass wir denken. Und jetzt kommt dieser Buddha und sagt: "Ja,
  211. und da müssen wir drüber hinaus. Es gibt noch eine tiefere Erfahrung als dieses Denken. Und Buddha ist es gelungen, sich vom Denken zu verabschieden, in die
  212. Ichlosigkeit zu gehen und das in die Objektivität des Universums und die zu erfahren. Und ich lese Ihnen jetzt mal vor, was Buddha da gesehen hat. Ich
  213. erinnerte mich an viele frühere Leben. Das heißt an eine Geburt, zwei Geburten, vier Geburten, 1000 Geburten, 100ta000 Geburten. Viele Regionen, in denen sich
  214. das Weltall zusammenzog, viele Eronen, in denen sich das Weltall ausdehnte, viele Eronen, in denen sich das Weltall zusammenzog und
  215. ausdehnte. Eonen sind Zeitalter, griechisch Zeitalter. Und Buddha erinnert sich an viele Zeitalter, in denen sich das Weltall ausdehnte und
  216. wieder zusammenzog. Äh Buddhisten sagen da, dass das ganz nah an die moderne Astrophysik herankommt. Sie kennen alle die Big Bang Theorie, wonach äh die das
  217. Weltall entstanden ist, indem sich ein gegen unendlich äh gehende Verdichtung ereignet hat. In einem kleinen Punkt, in einem Massekern hat sich eine gegen
  218. unendlich gehende Verdichtung ereignet. Die explodiert, dehnt sich aus. Und die Big Crunch Theorie, unter anderem von dem Physiker Steven Hawkins auch
  219. vertreten, sagt dann ja, ist wie ein Ballon, der sich aufbläst, aber dann cruncht er. Also er knittert irgendwann und zieht sich wieder zusammen. Beides
  220. ist natürlich schwierig, weil eine gegen unendlich gehende Verdichtung kann man ebenso wenig beweisen wie diese Vision von Buddha. Spannender ist für uns jetzt
  221. der obere Teil. Ja, erinnert sich an Menschen, die geboren werden, die sterben auch vielleicht an sein an eigene Leben und so weiter. Und äh
  222. erinnert sich an tausende, an Generationen von Menschen an dieses ganze Werden und Vergehen. Und dann sagt er, so sah ich die Wesen sterben und
  223. wiedererscheinen. Niedrige, hohe, schöne und hässliche in Glück und Elend. Und ich verstand, wie die Wesen weiterwandeln. Und hier geht's jetzt um
  224. die Wiedergeburt. Also, ihm ist klar geworden, wie diese Wiedergeburt sich ereignet, wie die Wesen weiterwandern. Äh, aber jetzt kommt das Radikale. Ich
  225. meine, der der Buddha gelebt hat, der in einer Zeit, da gab es schon sehr lange den Hinduismus. Und sie wissen vielleicht im Hinduismus gibt's Atmann,
  226. so eine Seele oder man kann sagen eine Substanz, eine geistige Substanz. Und wenn ein Hindu stirbt, geht diese geistige Substanz je nach seinem Karma
  227. äh in ein anderes Wesen über, in eine Kaste höher, Kaste niedriger oder sogar in ein Tier. Aber dieses, diese geistige Substanz, der Atmant, der stirbt nie.
  228. Ja. Und Buddha sagt jetzt aber, das ist nämlich sehr radikal, er sagt jetzt und Buddha hat erstmal die Wiedergeburt stehen lassen, weil alle da dran
  229. geglaubt haben. Ob Buddha selbst wirklich an die Wiedergeburt geglaubt hat, ist würde ich sagen, ist nicht tausendprozentig sicher. Ja, er sagt
  230. dann jedenfalls, selbst wenn es diese Wiedergeburt gibt, da müssen alle raus. Ich verkündige euch ein nicht kommen und gehen, die Freiheit von der
  231. Wiedergeburt. Also darum geht's ihm um die Freiheit von der Wiedergeburt. Und ihm ist es eben in der Nirvana ihm ist es in der Nirvana Erfahrung gelungen, äh
  232. sich völlig frei zu machen. Und er selbst berichtet dann, als er wieder zurückgekehrt ist, forschend erlangte ich das Ungeborene nicht alternde von
  233. krankheit freie, von schmerzen befreite, fleckenlose, unvergleichliche, das Nirvana, die Ruhe vom Tun, mir ward wahrlich die Erkenntnis zu Teil. Sicher
  234. ist mir die Erlösung, dies ist meine letzte Geburt. Nicht gibt es hier ein Wiedersehen für mich. Also, es geht ihm um das totale
  235. Erlöschen und äh interessanterweise sagt er eben auch, den Atmann gibt's nicht und er würde auch hat er lange vor dem Christentum gelebt, aber er würde auch
  236. sagen, was die Christen glauben, diese Unsterblichkeit der Seele, da hält er nichts davon, erhält es sogar für Töricht. Ich zitiere es
  237. mal. Nach dem Tode werde ich so lange wie die Ewigkeit überdauern. Wäre das nicht ganz und gar eine törichte Lehre. Ja, also
  238. bezweifelt auch die Unsterblichkeit der Seele. Und was hier auch noch wichtig ist, er glaubt zwar, also er die Wiedergeburt die nimmt dahin, aber die
  239. Wiedergeburt bei Buddha ist ohnehin eine andere als im Hinduismus. Buddha sagt, es gibt auch keine individuelle Psyche, kein individuelles Bewusstsein oder eine
  240. individuelle Seele, die in einem anderen Wesen wiedergeboren wird. Das gibt's nicht. Nur die Energie, die Karmaenergie, die kann unter Umständen
  241. weitergegeben werden. Wenn beispielsweise ein Diktator ein Volk in den fürchterlichen Krieg stürzt, dann kann dieses Trauma als Energie auch an
  242. die nächsten Generationen weitergegeben werden. Das schon. Ja. Aber eben nur die Energie, nicht das persönliche. Also niemand kommt dann
  243. plötzlich äh mit der dem Bewusstsein des Diktators noch mal auf die Welt, ne? Das nicht. Es werden nur Energien weitergegeben im Buddhismus. Die
  244. vergleichen das auch mit Kerzen, eine dicke blaue Kerze, eine dünne rote Kerze und das Licht wird rüber gebracht. Da bleiben dann ist zwar dieselbe Flamme,
  245. aber die Kerzen bleiben unterschiedlich. Also, so muss man sich es vorstellen, aber und das ist jetzt wichtig, das Ziel, das Ziel muss, das Ziel muss immer
  246. bleiben, dass man am Ende seines Lebens, wenn man stirbt, überhaupt keine Energie mehr hinterlässt. Keine positive und keine negative.
  247. Das zur Ruhe kommen der karmagestaltenden Triebkräfte, das frei werden von der Leidenschaft, das Vergehen und Verlöschen. Also das Ziel
  248. ist das zur Ruhe kommen der karma gestaltenden Triebkräfte, das Freiwerden von der Leidenschaft, das Vergehen und Verlöschen. Fazit Buddha glaubt nicht an
  249. Gott und an die Unsterblichkeit der Seele. geht ihm tatsächlich radikal um ein finales Verlöschen. Drum kann er sagen, das heilige Leben ist gelebt. Es
  250. ist getan, was getan werden musste. Darüber hinaus gibt es nichts mehr. Ja, das ist schon radikal. Und interessant ist auch, es ist ja eigentlich jetzt,
  251. wenn man so überlegt mal nicht wirklich attraktiv, gell, dass wir hier final verlöschen. Und da hat mir eine Freundin erzählt, die wohnt in der WG mit einem
  252. Krankenpfleg mit einem alten Pfleger und der war bei so einem Gespräch dabei von älteren Menschen, die auch über den Tod gesprochen haben und die Unsterblichkeit
  253. der Seele. Also nicht über Buddha, sondern nur über die Unsterblichkeit der Seele. Und eine Dame auch schon über 90 hat dann gesagt, na ja, also sie, wenn
  254. jetzt da irgendwas weiterlebt, ihre Seele oder irgendeer geistige Substanz von ihr, sie sieht es eigentlich eher negativ, weil dann muss sie sich ja
  255. wieder kümmern und machen und tun und ihr w lieber, dass da nichts mehr ist. Sie will ihre Ruhe. Ja, also das gibt schon so eine Einstellung. Gut, aber
  256. wenn wir uns jetzt das mal anschauen, dass Buddha nicht an Gott glaubt, nicht an die Unsterblichkeit der Seele, äh wieso ist das eine Weltreligion
  257. geworden? Ich habe Ihnen das mal mitgebracht. 500 Jahre nach Buddha, da äh haben dann im Maayana Buddhismus äh gab es eine ganz neue Entwicklung.
  258. Maha heißt groß und Jana heißt Fahrzeug. Ja. das große Fahrzeug der Mahaiana Buddhismus und da werden plötzlich Tempel gebaut und Buddha wird nicht mehr
  259. gesehen als ein Mensch äh sondern als eine transzendentale äh als transzendentaler Geist. Man kann in gewisser Hinsicht sagen als göttlich.
  260. Ja, er wird auch verehrt. Und Buddha als historische Figur gibt's für die Mahaianer Buddhisten nicht. Da war Buddha hat nur, der war schon ewig
  261. da, ja, als Transzendenz hat dann eine Projektion auf die Erde gesendet, einen Scheinleib, ja, um seine Lehre zu verkünden. Und dann aber in Wirklichkeit
  262. war er bereits transzendental lange vorher da und auf der Erde, das war kein Mensch, sondern nur ein Scheinleib, den er angenommen hat, um die Lehre zu
  263. erklären. Außerdem gibt's im Marianer Buddhismus noch die Bodisatwas. Das sind mehrfach wiedergeborene, weise äh Menschen, die mehrfach wiedergeboren
  264. sind und die helfen den anderen selbst, den Weg zur Erlösung zu finden. Dann als zweites gibt's den Waher Buddhismus, das sogenannte diamantene Fahrzeug oder auch
  265. der tibetanische Buddhismus. Ich gehe mal zur Seite, dass sie sehen können. Da ist dieser berühmte Dalai Lama und der Dalai Lama wird ja auch als
  266. Heiligkeit angesprochen, weil er ist äh in dieser Ausformung des Buddhismus die Inkarnation Buddha. Ja, gut. Aber äh wir befassen uns nur mit dem ursprünglichen
  267. Buddhismus. M Hayana, also die Mahayaner Buddhisten 500 Jahre später, die haben dann dem ursprünglichen Buddhismus den Namen Hinajana gegeben. Kleines
  268. Fahrzeug, weil sie gesagt haben, na ja, die denen ging es nur um ihre eigene Erlösung. Ja, das ist ein bisschen ein herablassende Bezeichnung, aber wir
  269. bleiben bei diesem ursprünglichen Buddhismus und damit äh und bei der reinen ursprünglichen Lehre. Und damit sind wir jetzt bei der vierten edlen und
  270. letzten Wahrheit, dem achtfachen Pfad, der uns zeigt, wie wir äh zur Erlösung kommen können und aus diesem ganzen Kreislauf der Wiedergeburt
  271. rauskommen. Und äh hier, sie sehen diese acht Punkte, Erkenntnis, Gesinnung, Rede, Tat, Lebensführung, Anstrengung, Achtsamkeit, Sammlung. Da werden uns
  272. sozusagen Hinweise gegeben, wie wir auf der jeweiligen Stufe das richtig machen. Die bauen aufeinander auf, aber in der Endform sollten wir alle diese Bereiche
  273. entschlossen leben. Ich gebe ihn jetzt nur mal ein Beispiel. äh wenn sie die rechte Gesinnung haben, da gehört bei Buddha dazu, dass wir andere Wesen
  274. respektieren und dass wir achtsam sind gegenüber anderen Menschen und auch gegenüber den Tieren. Also ist ähnlich wie bei Buddha, wenn der auf die rechte
  275. schlägt, halte auch die linke hin. Und wer dann diese rechte Gesinnung entwickelt, das wirkt sich dann aus auf die rechte Tat und die rechte
  276. Lebensführung. Da zitiere ich Ihnen das mal. Also, wer die rechte Gesinnung hat, äh enthält sich davon Lebewesen zu töten.
  277. Stock und Waffen beiseite gelegt, sanft und freundlich lebt er voll Mitgefühl für alle Lebewesen. Ja, gut, wir befassen uns jetzt, ich zeig's Ihnen
  278. noch mal hier mit der rechten Sammlung. Hier geht's dann im Endeffekt auch um die Meditation, weil sie wissen, erst die Meditation erlaubt uns dann wirklich
  279. diesen Schritt, unser Ichbewusstsein loszuwerden und in die Ichlosigkeit zu gehen, in einen Zustand objektiver Erfahrung des Universums. Ja, und das
  280. geht über die Meditation. M und sie sehen hier den bekannten Lotusblütensitz, der einer Lotusblüte nachempfunden ist, die ungefähr so
  281. aussieht. Äh und man sitzt einerseits sehr geerdet und andererseits trotzdem entspannt mit einer gewissen entspannten Körperhaltung, aber
  282. trotzdem konzentriert. Und das entscheidende ist jetzt, sagt Buddha, ist unsere Atmung, deswegen zitiere ich es noch, wenn er lang einatmet, also der
  283. Meditierende, wenn der Meditierende langatmet, versteht er? Ich atme lang ein. Oder wenn er lang ausatmet, versteht er? Ich atme lang aus. Wenn er
  284. kurz einatmet, versteht er? Ich atme kurz aus. Oder wenn er kurz ausatmet, versteht er? Ich atme kurz aus. Die Atmung ist für Buddha von zentraler
  285. Wichtigkeit, weil wenn wir zu Meditieren beginnen, sollten wir in unseren eigenen Arten hineinhören. Also, wenn wir da sitzen, sollten wir ganz unseren Atten
  286. beobachten. Und warum ist überhaupt die Atmung so wichtig? Da gibt's in Indien so eine alte Geschichte, da streiten die ganzen
  287. Organe oder Sinnesorgane, wer am wichtigsten ist, g äh die Sexualität, das Denken, äh die des Seeorgan oder was war noch dabei? Ja,
  288. Gehörsinn war dabei und eben der Arten und dann können sie sie nicht einigen und dann beschließen sie das auszuprobieren und jeder diese
  289. Sinnesorgane setzt für ein Jahr aus und als der Seesinn ausgesetzt hat nach dem Jahr, sind sie völlig zerbeult und verletzt, weil sie ständig gestolpert
  290. sind und äh im nächsten Jahr setzt es Denken aus und sie machen fürchterliche Fehler. Sie versterben fast, aber sie überleben es. Und auch die Sexualität
  291. wird schmerzlich vermisst ein Jahr lang, aber dann ist der Atem an der Reihe und schon nach wenigen Sekunden sagen alle: "Oh, na hör auf, mach weiter." Ja, weil
  292. sie wissen, der Atem, wenn aussetzt, dann ist einfach zu Ende. Ja, und das ist tatsächlich so, wir atmen jede Sekunde. Wir wir machen es uns nicht
  293. klar, auch wenn wir schlafen. Ständig atmen wir. Und Buddha sagt, der Aten hat was objektives und was subjektives, was passives und was aktives gleichzeitig,
  294. weil wir müssen ja atmen, das ist objektiv, das sind Daseinsfaktor. Ja, und das Subjektive ist, wir können schnell oder langsam atmen. Und in der
  295. Meditation sollten wir uns ganz in die objektive Sphäre begeben, irgendwann so entspannt werden, dass wir nur noch passiv unser Atem sind, bis wir in diese
  296. Dimension kommen. atmet und äh der Atem ist also sehr sehr wichtig. Äh ich muss sagen, ich habe da schon Probleme gekriegt. Ich habe mal
  297. zwei Wochen meditiert mit einem vietnamesischen Mönch und ich bin bisschen Kopfmensch, gell? Jetzt habe ich schon sehr viel Energie aufwenden
  298. müssen, mich auf den Atem zu konzentrieren und die Gedanken wegzudrücken. Und dann sagt mir der Mensch völlig falsch und ich soll äh
  299. wenn Gedanken kommen, soll ich den Gedanken einfach denken und dann soll ich ihn ziehen lassen? Habe ich gesagt, ja, ja, aber da kommt der nächste. Dann
  300. sagt er, ja, ja, den soll ich auch wieder denken und soll ihn wieder ziehen lassen und irgendwann wird der Fluss, der Strom der Gedanken immer schwächer
  301. und versiegt. Und tatsächlich ist es war schon so nach einer bestimmten, nach längeren Meditationen bin ich das Denken Stück weit los geworden. Und äh wir
  302. haben in der Natur meditiert, würde ich auch Ihnen empfehlen. Also auf keinen Fall in der Nasszele. Und wenn sie in der Natur meditieren, wissen Sie, sie
  303. kriegen dann den leicht gesenkten Blick von ganz allein. Wenn man auf die Augen nicht mehr achtet, dann schauen die nicht mehr gerade aus, auch nicht
  304. runter, sondern halb gesenkt. Da habe ich dann so das Gras gesehen, sogar mit einem Wurm und die Halme und mit der Zeit nur noch das Gras, dann nur noch
  305. Grün und dann war das Grün in mir und ich war irgendwie in dem Grün. Aber das war schon meine höchste Stufe und es geht bei Buddha aber erheblich weiter,
  306. gell? Da geht's dann so weiter, nachdem der Meditierende den Bereich des Bewusstseins überschritten hat, erlangt er den Bereich, in dem nicht irgendetwas
  307. mehr ist. Und den Bereich der Grenzscheide von Wahrnehmen und nichtwahrnehmen überschritten habend, erlangt der Meditierende das Vergehen
  308. des Bewusstseins und des Gefühls. Entronnen ist er dem Hängen an der Welt. entronnen ist da dem Hängen an der Welt. Also wir sind weder wir haben also das
  309. Bewusstsein ist vergangen, das ist weg und auch das Gefühl, ja, entronnen sind wir dem hängen an der Welt. Also diesen Zustand der völligen Ichlosigkeit
  310. äh den habe ich d nie erreicht, aber der sagt gar nichts. Ich denke mal, es ist schon es ist wahrscheinlich schon möglich, wissen Sie, im Senbuddhismus in
  311. Japan hat man genau das in das Zentrum dieser Technik gerückt, dieser Meditationstechnik, dieses ständige subjektive Wahrnehmen der Welt und das
  312. auf sich selbst bezogene, das logische Denken und alles zu überwinden und in einen wie auch immer geatmeten objektiven Zustand auf eine eins mit dem
  313. ganzen äh zu kommen. Ja. Und äh auch die Buddhisten, die ich kenne, muss ich ehrlich sagen, nicht nur der vietnamesische Mönch, der sowieso,
  314. aber bei mir im Haus wohnt auch ein Buddhist, der mir sehr geholfen hat bei diesem Buddhabuch. Äh und der die nehmen da auch was mit in den Alltag. Der hat
  315. tatsächlich immer so eine gewisse sehr freundliche, gelöste und gelassene Ausstrahlung. Apropos Gelassenheit, bei der Ankündigung äh
  316. wurde es ja schon angesprochen, äh diese Buddha, sie kennen das bestimmt auch in vielen Wellnessbereichen äh von
  317. Thermalbädern oder auch von Spars, von Hotels. liberal sieht man jetzt diese Buddhastatuen und auch gestresste Großstädter, die tagsüber stressige
  318. Berufe haben, wenn die heimen, dann steht auf dem Bücherregal und machen wir mal auch neben dem Fernseher oder auf dem Fernseher ein Buddha und äh wenn man
  319. sie dann fragt, warum steht da der Buddha, dann sagen sie, na ja, äh der strahlt so eine wunderbare Gelassenheit aus. Und das stimmt, es ist tatsächlich
  320. im Kern richtig, aber die wenigsten wissen, warum äh Buddha diese Gelassenheit ausstrahlt, aus welcher radikalen Haltung heraus? Nämlich aus
  321. dem sicheren Wissen um das baldige verlöschen. Ja, das ist diese radikale Konsequenz. Und interessanterweise, ja, äh ich denke mal, der Buddha, was will
  322. uns der Buddha eigentlich sagen? Ein Kernstück, was uns Buddha sagen will, ist besteht darin, dass nicht wir mit unserem Ichbewusstsein auf der einen
  323. Seite stehen und auf der anderen Seite die Natur und des Universum, sondern alles ist ein großer gewaltiger Zusammenhang, in den wir eingebunden
  324. sind. Und eigentlich ahnen wir das. Wir spüren das und wissen es auch. Ja. Und Buddha will uns nur noch die Erfahrung dazu liefern in der Meditation, dass es
  325. so ist. Und wir wissen es ja auch, äh z.B. wie jedes kleine Kind, na ja, ganz kleine noch nicht, aber bisschen älter, wenn sie sind, wissen die
  326. äh die Erde, die die Pflanzen, die Tiere, die Wälder, die Luft, des CO2, die Ozonschicht, die Atmosphäre, dass das unter Mensch, dass das alles ein
  327. großer Kreislauf ist, der unweigerlich zusammengehört. Ja, und äh Buddha will uns das noch mal zeigen. Und wenn wir jetzt fragen, was können wir mitnehmen
  328. von Buddha? Also, mir sind zwei Dinge aufgefallen. Zum einen die Achtsamkeit und zum anderen die Bescheidenheit. Äh, die Achtsamkeit, die ist einfach und
  329. die können Sie auch tatsächlich selbst trainieren. Da braucht man keine Nirvana Erfahrung, wenn man tatsächlich nur einige Zeit sich zurückzieht ohne Handy,
  330. ohne Laptop, keine SMS, WhatsApp, keine E-Mails, nichts und keine Medien und kommt dann nach einer längeren Zeit wieder zurück, dann nimmt man die Dinge
  331. intensiver wahr, viel achtsamer. Man geht auch mit den anderen Menschen wieder sorgfältiger um, wenn man mal raus ist aus der ganzen Reizüberflutung.
  332. Die Bescheidenheit ist fast noch wichtiger. Sie wissen ja, die alten Griechen hatten ja schon die Bescheidenheit als
  333. Tugend. Bei Buddha ist sie noch mal intensiver eigentlich. Und Buddha selbst wollte ich Ihnen auch noch kurz erzählen, äh war hat ja immer sehr
  334. bescheiden gelebt, ja, als Ramane, als Bettler. Und auf seinem Sterbebett haben ihn dann seine Schüler gefragt: "Ja, welcher große Würdenträger
  335. soll dein Nachfolger werden?" Und er hat gemeint, ich selbst war auch kein großer Würdenträger. Ich war nur ein Mensch und bin ein Lehrer und einen Mensch für euch
  336. gewesen. Und die Lehre, die bleibt und die muss und kann euch genügen. Und er gibt ihn zumindest sinngemäß den Rat. Jetzt müsst ihr alle oder jetzt seid ihr
  337. alle euer eigenes Licht. Also auch da war er bescheiden. Und wem es gelingt mit Buddha sich diese dieses große ganze dieses gewaltige Universum, in das wir
  338. ja unweigerlich eingebunden sind mit dem ganzen Werden und Vergehen zu vergegenwärtigen, ja, der wird von allein bescheiden und nimmt sich selber
  339. nicht mehr so wichtig. Ja. und stellt sich schon gar nicht über andere. Und die Bescheidenheit ist äh wie soll ich sagen, eine Tugend, die heute mehr und
  340. mehr verloren geht. Ich darf gar nicht dran denken an die ganzen Politiker, Präsidenten und Konzernchefs und aber ist jetzt nicht
  341. unser Thema. Äh Buddha äh hat uns auch äh noch eine zum Schluss eine ein schönes Gleichnis gegeben. Sie wissen ja, wir sollen den mittleren Weg gehen
  342. zwischen völlig Überfluss und totaler Askese und er vergleicht den mittleren Weg auch noch mit einem
  343. Seiteninstrument. Also, wenn Sie eine Seite nehmen von dem Musikinstrument, dann klingt die nur dann schön, wenn sie nicht zu sehr
  344. gespannt ist. und wenn sie auf der anderen Seite auch nicht durchhängt. Und so sollen wir unser Leben gestalten. Ja, wie eine Seite, die nicht zu sehr
  345. angespannt ist, aber auch nicht durchhängt. Und das bedeutet, sagt er, dass wir zwar einerseits die Gelassenheit und den Gleichmut brauchen,
  346. angesichts des Verlöschen, können wir durchaus einen gewissen Gleichmut und eine Gelassenheit zeigen. Andererseits sollten wir aber trotzdem achtsam sein,
  347. Achtsamkeit ausüben gegenüber unserem eigenen Leben und den anderen Wesen. Denn so Buddha, wir brauchen im Grunde immer
  348. beides. Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist. Vielen Dank. [Applaus]
  349. [Musik] [Applaus] [Musik]

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