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Erinnern an die Geschichte: Ja, aber wie?

AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt1:00:21 4.075 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 376 Zeilen
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  1. Liebe Zuschauer, wir haben uns hier an diesem Grunden Tisch versammelt, während parallel und nebenan der Bildungsausschuss des Landtags von
  2. Sachsenanhalt t wir, das sind Gordon Köhler, Mitglied des Landtags von Sachsenanhalt, Mitglied AfD Fraktion, Christian Hecht Mitglied des Landtags
  3. von Sax [musik] AfD Fraktion meine Person Has Tilchneider unser Gast kurz Kubek und Christian Mertens ebenfalls Mitglieder 4 Fraktion und Mitglied des
  4. Bildungsausschusses. Eigentlich sollten wir jetzt im Bildungsausschuss sitzen, dass wir dort nicht sind und uns hier versammelt haben. Hat folgenden Grund.
  5. [musik] Die Fraktion Die Linke hat im Landtag beantragt, Gedenkstättenfahrten, also
  6. Schülerfahrten zu den Städten des Gedenkens an nationalsozialistisches Unrecht zur Pflicht zu machen und dieser Antrag wurde in den Bildungsausschuss
  7. überwiesen und dort wurde beschlossen, eine Anhörung durchzuführen, also ein Expertengespräch und es ist üblich und parlamentarischer Brauch, dass jede
  8. Fraktion ihren Experten benennen kann für dieses Gespräch. Wir haben GZ Kubitsek benannt, weil GZ Kubitsek sich in seinem Leben intensiv mit
  9. Geschichtspolitik befasst hat, äh durch viele Publikationen hervorgetreten ist und wir unsere Perspektive von ihm eingebracht gesehen hätten. Ich spreche
  10. im Konjunktiv, denn der Ausschuss hat mit Mehrheitsentscheidung beschlossen, uns diese Beninnung zu verweigern, sodass wir keinen Experten hatten für
  11. dieses Gespräch. Wir sind heute noch mal in den Ausschuss gegangen und haben nachgefragt, ob es den anderen ernst damit sei und sie haben festgehalten an
  12. ihr Entscheidung und deshalb haben wir den Ausschuss verlassen aus Protest, denn äh wenn man uns dieses demokratische Beteiligungsrecht nimmt,
  13. werden wir nicht als Statisten dabei sitzen und dem ganzen den Schein demokratischer Legitimation verleihen. Wir haben aber beschlossen
  14. stattdessen uns über dieses Thema zu unterhalten mit unserem Sachverständigen GZKubitcheck. Worum geht's? Es geht um das Thema
  15. Vergangenheitsbewältigung. Wie wollen wir uns aus patriotischer Perspektive der Zeit zwischen 33 und 45 nähern? dieser Unrechtszeit
  16. der deutschen Geschichte und wie wollen wir anders damit umgehen, als was die Altparteien machen und wie denken wir uns den Umgang damit an der Schule, denn
  17. wir wollen es anders machen. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass äh so wie es zur Zeit läuft, es schlecht läuft, weil
  18. die Schüler so herangeführt werden an die Schreckenszeit des Nationalsozialismus, als heißt sie noch ständig gegenwärtig,
  19. weil sie lernen ihre Zeit, ihr hier und heute die politischen Auseinandersetzung im Jahr 2025 zu interpretieren mit Begriffen und Schablonen aus der Zeit.
  20. Das ist auch ein Missbrauch der Erinnerungen und äh wir wollen es anders machen und dazu will ich jetzt das Gespräch eröffnen. Ähm und als Einstieg
  21. will ich vielleicht eingehen auf Gaulandz. Alexander Gaulandz berüchtigte Äußerung. Diese Zeit sei nicht mehr als ein Vogelschiss.
  22. Diese Äußerung sehe ich kritisch. Sie war zu ihrer Zeit sicherlich verständlich als Zurückweisung dieser Zumutung, die verbunden ist mit der
  23. sogenannten Vergangenheitsbewältigung, wie die Altparteien sie praktizieren. Aber wir können da nicht stehen bleiben, denn diese dieser Begriff Vogelschiss,
  24. das ist ein Achselzucken. Wir müssen sagen, wie wir als demokratische Patrioten ernsthaft uns mit dieser Zeit befassen wollen. Und dazu würde ich
  25. jetzt ganes Sprich eröffnen und ja, ich schaue in die Runde, wer sich äußern will, vielleicht her Kubicheck. Äh, bittte schön.
  26. Ja, vielen Dank äh Dr. Bildschneider erstmal auch an Sie alle für diese Einladung dafür, dass Sie mir die Ehre zu Teil haben kommen lassen, mich als
  27. Sachverständigen ernst zu nehmen und einzuladen und dann auch die Konsequenz äh zu tragen, dass es eben nicht zu zu diesem Äußerungsrecht im Ausschuss kam
  28. und sie da jetzt geschlossen äh diese sehr spannende Diskussion, die da jetzt sicher gerade parallel äh abläuft, also äh würd sagen fast einmütig einer
  29. Meinung dort. ähm sie als diejenigen, die nicht derselben Meinung gewesen wären, ausgeschlossen. Ähm weil sie jetzt ironisch, ich denke,
  30. dass es interessanter wird ähm wenn wir uns hier jetzt über dieses Thema unterhalten. Es ist ein sehr schwieriges Thema und ähm man sieht an der
  31. Fragestellung auch an dieser ähm Aufgeheiztheit, in der ähm sie gegangen sind, ausgeladen wurden quasi ähm dass Geschichtserzählung Erinnerungspolitik,
  32. Geschichtspolitik eben Politik bedeutet. Also jemand, der die Geschichte erzählt, hat mit der Art und Weise, in der er sie erzählt, immer für die Gegenwart etwas
  33. vor. Ja, also er will eine Generation, er will das kollektive Gedächtnis auf eine bestimmte Art und Weise dadurch prägen,
  34. dass er die Geschichte erzählt. Und ähm der Schlüsselbegriff, wenn wir über unsere Geschichte sprechen oder die Schlüssselfrage ist ja, sprechen wir
  35. über eine Vergangenheit, die vergangen ist, die also auf eine bestimmte Art und Weise historisiert ist und die wir sozusagen äh aus unserer Perspektive von
  36. oben betrachten, erst einmal erzählen und dann meinethalben auch in ihrer Bedeutung für den weiteren Verlauf unsere Geschichte bewerten können oder
  37. ist es eine Vergangenheit, die nicht vergehen will oder die nicht vergehen darf? Und das ist ja äh eine unmittelbare verbale Anknüpfung
  38. an den Historikerstreit, den Ernst Nolte äh als der wichtigste Vertreter einer Historiker Quadriga damals, müssen die
  39. anderen Namen jetzt nicht nennen, äh ausfechten musste, also ein Streit in der in den er hineingezerrt wurde, ähm weil eben das sich ähm so so nach und
  40. nach aufbauen Historikernetzwerk rund um Jürgen Habermaß und andere ähm den den kann man sagen den Korken in die
  41. Flasche zurückdrücken wollte und sagen wollte, diese Art von Geschichtsbetrachtung, diese historisierende Art von
  42. Geschichtsbetrachtung, die Ernst Nolte vorschlug und die er für ähm viel gedeilicher für den weiteren Gang unserer Art der Geschichtsbetrachtung
  43. oder überhaupt des Gemeinwesens hielt ähm nicht zur Geltung kommen lassen wollten. Also damit sind wir jetzt Medias in Rs.
  44. Es geht um den Historikerstreit und die Abbegung, die Weggabelung äh die damals sozusagen gesetzt wurde. Und ich will deshalb zum Einstieg
  45. aus dem Schlüsseltext dieses Streits zitieren und zwar ein Artikel, der erschienen ist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 6. Juni 1986
  46. undter dem Titel Vergangenheit nicht vergehen will. Eine Rede, die geschrieben aber nicht gehalten werden konnte. Ernst Nolte war da eingeladen
  47. bei einer Vortragsveranstaltung, wurde dann ausgeladen, nachdem man das Manuskript eingereicht hat und hat es dann in der FAZ veröffentlicht. Und
  48. dieser Text beginnt wie folgt. Ich zitiere: "Mit der Vergangenheit, die nicht vergehen will, kann nur die nationalsozialistische Vergangenheit der
  49. Deutschen oder Deutschlands gemeint sein. Das Thema impliziert die These, dass normalerweise jede Vergangenheit vergeht und dass es sich bei diesem
  50. nicht vergehen um etwas ganz exceptionelles handelt. Andererseits kann das normale Vergehen der Vergangenheit nicht als ein Verschwinden
  51. gefasst werden. Das Zeitalter des ersten Napoleon etwa wird in historischen Arbeiten immer wieder vergegenwärtigt und ebenso die augustische Klassik. Aber
  52. diese Vergangenheiten haben offenbar das Bedrängende verloren, dass sie für die Zeit genossen hatten. Eben deshalb können sie den Historikern überlassen
  53. werden. die nationalsozialistische Vergangenheit dagegen unterliegt, anscheinend diesem Hinschwinden, diesem Entkräftigungsvorgang nicht, sondern sie
  54. scheint immer noch lebendiger und kraftvoller zu werden, aber nicht als Vorbild, sondern als Schreckbild, als eine Vergangenheit, die sich geradezu
  55. als Gegenwart etabliert oder wie ein Richtschwert über der Gegenwart aufgehängt ist. Und damit ist die Diagnose
  56. unseres Übelstandes ausgesprochen, dass ähm diese Vergangenheit auch mit Mitteln der Bildungspolitik
  57. künstlich gegenwärtig gehalten wird. Und die Frage, die wir uns jetzt stellen müssen, ist, wie sorgen wir dafür, dass diese
  58. Vergangenheit vergeht, was nicht heißt, sie verschwinden zu machen, was nicht heißt, sie verschwinden zu machen, aber sie
  59. wie Vergangenheit zu behandeln und als Vergangenes zu behandeln, denn zurzeit wird sie behandelt wie eine Heilszeit unter negativen Vorzeichen. äh ja, die
  60. einen neuen Glauben begründet und die gewissermaßen kanonisiert, ewig das soll und ähm das wollen wir nicht und wie kommen wir davon weg?
  61. Also, ich bin dann auch gleich ruhig ähm nur ganz kurz vielleicht zu Nolte, weil das weil das sehr interessant sein kann. Ich habe ihn selber noch sehr sehr gut
  62. kennengelernt, weil ich ja ähm eigent sein letzter Verleger war. Also er hat bei uns Bücher veröffentlicht. ähm und ähm die Präzision, mit der er diesen die
  63. die diese Fragestellung aufreißt und und sofort mit den richtigen Begriffen ähm benennt, die ist die ist äh immer großartig. Also Nee ist ein großartiger
  64. ähm historischer äh Analyst und Erzähler. Er kommt aus der Philosophie auch. Und die entscheidenden, genau, die entscheidenden Begriffe sind eben ähm,
  65. dass Vergangenheit, wenn sie vergeht, nicht verschwindet, sondern dass sie eben nur die diesen Hitzegrad verliert und und das ist doch
  66. großartig ausgedrückt. Also die Frage ähm ähm ist ist sie etwas, an der wir uns ständig die Finger verbrennen müssen, wenn wir sie anfassen? Oder
  67. kühlt sie aus und wir können sie in die Hand nehmen, darüber berichten, aber sie in der Hand wenden und drehen und in ihrer Ganzheit so als plastisches Stück
  68. Geschichte beschreiben und wahrnehmen. Ja. Ähm, also das heißt, wird unsere Erinnerung auf eine Art kanalisiert, die man und das ist auch außer einem
  69. Gespräch mit Nolte, diese Wendung, die ein Missbrauch der Geschichte zu aktuellen politischen Zwecken ist oder ist sie es nicht? Und das ist die
  70. Schlüsselfrage. Tja, ich würde es vielleicht noch mal in einer anderen Art und Weise formulieren.
  71. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, woher ich das habe, aber ist schon seit Jahren bekannt. Vielleicht kann mich ja noch mal einer drauf hinweisen. Ähm je weiter
  72. sozusagen oder je länger die NSzeit her ist, desto stärker muss man sie verarbeiten oder desto desto heftiger und desto intensiver muss die
  73. Beschäftigung damit sein. Und das ist ja in gewisser Weise das Paradoxe daran, je weniger Leute es gibt, die das tatsächlich erlebt haben oder die sogar
  74. deren Kinder ja sind und also quasi die Kinder derjenigen, die das damals aktiv erlebt und mitgestaltet haben, sind ja nun beinah auch schon wieder tot. ähm
  75. desto stärker muss man anscheinend darauf eingehen und das in das jetzt und das heute tragen und so wird es sozusagen diese Art der
  76. Vergangenheitsbewältigung auch eine also eine dauernde Gegenwart. Das ist quasi das zweite Bild, was ich sag mal jeder Deutsche in gewisser
  77. Weise immer so in Reflexion auf das was jetzt ist mitträgt oder mittragen soll zumindest. Das ist von Arno Plack. Das ist ein
  78. psychoanalytisch gebilderter Historiker aus Heidelberg, der das Schlüsselwerk geschrieben hat. Also Schlüsselwerk gesetzt der falsche Ausdruck, der der
  79. aus meiner Sicht ein ein sehr wichtiges Werk geschrieben hat mit dem Titel: "Wie oft wird Hitler noch besiegt?" Und äh und in diesem Berg äh beschreibt er eben
  80. diesen sozusagen wachsenden Widerstand. Je länger diese Epoche vorbei ist, je länger Hitler tot ist. Ja, also sowas wie äh dieses Bedürfnis ähm sich im
  81. Nachgang auf die Widerstandsseite zu schlagen und im Grunde die ähm den eigentlichen Widerstand, den es im Dritten Reich ja durchaus gegen diese
  82. Tyrannei gab, äh zu übertreffen, also im Bekenntnis und auch in der in der in der Selbstzuschreibung, also, dass man derjenige gewesen wäre, der ganz sicher
  83. nicht äh damals ähürlich natürlich nicht, also diese diese diese äh fast billige moralische Abfrage. Ja, wer von euch wäre so viel Scholl gewesen
  84. und wer nicht? Wäre wer wäre Staufenberg gewesen, wer nicht? Ja, ne Frage, die man die man nicht stellen darf, ja, weil man nicht in dieser Zeit lebt und nicht
  85. aus dieser Zeit antworten kann. So, also das nur als Plack, das ist ein ein wirklich sehr sehr starkes Buch. Gibt's nur noch Antiquarisch.
  86. Ja, also ich äh denke, man sollte den äh Artikel von Leute auch in diesem historischen äh Zusammenhang sehen, der als er geschrieben wurde, äh
  87. da war die Zeit des Nationalsozialismus ja im Verhältnis zu heute gerade mal 40 Jahre äh hinter uns. Und jetzt sind wir schon
  88. wieder 40 Jahre weiter, sind wir schon 80 Jahre weiter. Und die Frage ist, inwiefern sich äh die Projektion von damals verändert hat. Ähm, wenn ich mir
  89. die äh deutsche Medienlandschaft so ansehe, dann habe ich das Gefühl, dass ähm es politisch, weil es Opportun ist, in einer zunehmenden Form genutzt wird.
  90. die deutschen Fernsehzuschauer und Medienrezipienten permanent in dieser ähm Erinnerungsschleife
  91. über die NS Verbrechen zu halten, so dass eine ähm äh eine Erinnerung gar nicht in der Lage ist, langsam zu vergehen zur Zeit zumindest, äh weil sie
  92. permanent gespielt wird. Und das führt natürlich auch zu einer Abnutzung äh mit den eigentlichen Fakten, die wir aus der Zeit 33 bis 45 äh ähm als historische
  93. Erkenntnis für uns als Volk äh mitnehmen müssen. Und da sehe ich eine große Gefahr. Äh und äh ich gehe aber davon aus, weil äh das, was du gerade gesagt
  94. hast, Christian, ähm das ist tatsächlich ganz wichtig, nämlich die Generation der Leute, die das unmittelbar miterlebt haben, die stirbt
  95. jetzt vollkommen aus. Wir werden jetzt die ersten Generationen haben, die alles samt nach Kriegsende geboren sind, das quasi nur aus Geschichtsbüchern oder aus
  96. der Wahrnehmung äh äh erleben, wie sie damit konfrontiert werden. Und das ist eben die Aufgabe, vor der wir jetzt stehen, wofür eben auch dieser Antrag,
  97. der da heute im Bildungsausschuss behandelt wird, meines erchtens eine wichtige Rolle spielt. Wie gehen wir mit der Vergangenheit um? Und da muss man
  98. tatsächlich mit ähm Bedacht zu Werke gehen, weil wir eine Position auf jeden Fall alle haben. Die Zeit 33 bis 45, die Zeit des Nationalsozialismus darf sich
  99. nie wiederholen. Aber Entschuldigung, da muss ich kurz einhacken. Den Satz halte ich für, Entschuldigung, für Unsinn, weil den ich
  100. wirklich für Unsinn. Das ist einer sag, das ist uns in der häufig gesprochen wird, nachgesprochen wird, weil die Geschichte sich nie wiederholt und wenn
  101. man würde ich so doch doch doch und deshalb ist so deshalb hat nämlich auch so verstehe ich auch den Titel von Höckes Buch nicht zweimal inselben Fluss
  102. her Zitat Geschichte wiederholt sich nicht das heißt wer heute sagt es darf nie wieder geschehen, der kämpft gegen ein Gespenst der versucht etwas zu
  103. verhindern was unmöglich ist. Aber du hast etwas angesprochen, was ein sehr wichtiger Aspekt ist. Der Zeitablauf und die 40 Jahre und die 80 Jahre ist
  104. nämlich interessant. Ähm Jan Assmann, das kulturelle Gedächtnis, der hat ja dazu geforscht, wie religiöse Kanones entstehen, wie
  105. Religionen entstehen, wie heilsbedeutsame Ereignisse zu dem werden, was sie sind in im kulturellen Gedächtnis. Und er hat so eine Schwelle
  106. äh entdeckt, 40 Jahre nach den Ereignissen und 80 Jahre nach den Ereignissen, durchaus auch an der Genese des Christentums. Und er hat das jetzt
  107. angewandt auf die Erinnerungskultur der Bundesrepublik. Und wenn du nach 40 Jahren guckst, da war Ernst Neute, aber es war auch die Rede von Weizekäcker im
  108. Bundestag und 40 Jahre ist eine wichtige Schwelle, weil da treten die, die zu den äh zur Zeit der Ereignisse so zwischen 20 und 30 waren so im am Anfang ihres
  109. Lebens voll entwickelt, die treten dann in die Rente. Die die treten sozusagen ab, leben aber noch und nach 80 Jahren ist niemand mehr am Leben. So, das sind
  110. die zwei Schwellen. Und jetzt wird sich zeigen, es ist jetzt wirklich eine heißumkämpfende Zeit deshalb, weil es zeigt sich nach 80 Jahren, ob wir hier
  111. tatsächlich so etwas erleben wie eine Kanonisierung, das also der NS unter negativen Vorzeichen die der Gründungsmythos
  112. unseres States ist oder ob es sich normalisiert, ob Vergangenheit vergeht, äh der natürliche Prozess eintritt mit dem Absterben. Also mit der Zeit sterben
  113. die Leute, damit stirbt auch Schuld. Die, die schuldig gewesen sind, sind nicht mehr da. Damit gibt es keine Schuld mehr. Ja, das ist der normale
  114. Prozess. Und dieser Prozess ist gehemmt. Und äh jetzt noch mal, die Frage ist tatsächlich, wie gehen wir damit um? Solche Sätze wie es darf nicht mehr
  115. geschehen, glaube ich, helfen nicht, sondern wir müssen Bewusstsein dafür wecken, dass es nicht geschehen kann, dass aber Unrecht immer wieder
  116. geschieht. und immer wieder möglich ist. Und ähm gegen Unrecht erhebt man ja nicht die Stimme im Namen der Vergangenheit, im Namen
  117. irgendwelcher Prinzipien, sondern einfach, weil es Unrecht ist. Also, wenn man was daraus ableiten kann, dann vielleicht eine abstrakte Wachheit
  118. dafür, dass das Unrecht immer wieder die Masken wechselt. Ja, Kü. Ja, ich ich könnte was dazu sagen, aber sie waren noch gar nicht
  119. dran. Ja. Ja, korrekt. Genau. Also Schuld und Verantwortung ist da so ein Stück weit mein Stichwort und dazu fühlt mein Zitat
  120. von Churchill ein. Die Deutschen hat man entweder an seiner Kehle oder zu seinen Füßen. Also, wir haben so diesen Hang zum Extrem und dazu passt natürlich auch
  121. die Art und Weise, wie wir mit Geschichte umgehen. Ähm, du hattest es angesprochen, dass auf einmal alle deutschen Widerstandskämpfer sein
  122. wollen. Also ein Stück weit diese Normalität, dieses dazwischen, das fiel mir ein Stück weit. Das heißt, der normale Umgang damit äh dass die
  123. Vorgangenheit eben auch ein Stück weit vorgeht. Passend dazu, ähm gab es einmal im Interview dann so diese Salop Frage von dem Journalisten ähm nach
  124. Verantwortung, nach meiner persönlichen Verantwortung für die Zeit. Das habe ich zurückgewiesen, weil ich eigentlich keine fa
  125. irgendeinem Zusammenhang äh die Geschichte zu verändern oder wie auch immer gelagert zu beeinflussen. Vor dem Hintergrund äh muss ich doch
  126. feststellen, dass wir Deutsche von heute keinerlei Einflussmöglichkeiten und demzufolge auch keine kollektive Verantwortung mehr dafür zu tragen
  127. haben. Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung und ähm vor dem Hintergrund sollten wir doch dahinkommen, wo Ernst 1986 dann so fast
  128. den Schlusspunkt setzte mit dieser ungehaltenen Rede, nämlich, dass dieses kollektivistische, die Russen, die Deutschen und so weiter, dass wir damit
  129. wirklich den Bruch machen und es geschichtlich so einsortieren, wie es ist. Es ist Geschichte, die vergangen ist. Es ist eine Geschichte, wo Unrecht
  130. passierte und wir Deutschen müssen einfach den normalen Umgang damit erlernen und damit sind wir auch eigentlich wieder beim Thema bei dem
  131. Aufhänger unserer unseres heutigen Gesprächs. Vielleicht dazu ganz kurz ähm anknüpfend an das, was Sie sagten und was Sie jetzt
  132. sagten, Herr ähm Dr. Wirtschneider, die Sie haben sie haben äh schon den Begriff der Religion und den Begriff des Gründungsmythos,
  133. also Mythos verwendet. Und das sind beides äh Begriffe, die eben tatsächlich aus der religiösen Sphäre kommen. Und das ist, glaube ich, ähm was ganz
  134. Wichtiges, äh dass diese 12 Jahre, auf die wir so fixiert sind, ähm äh in in den Bereich der der politischen Theologie ähm transportiert worden sind.
  135. Ähm ein bisschen auch als Religionsersatz. Genau. Also aufgeladen im Grunde wie eine
  136. religiöse Sache, an die man zu glauben hat und ähm deren in Fragestellung oder die Art des Glaubens daran in Frage zu stellen, dadurch abgewährt wird, dass
  137. sie mit Tabous umgeben wird. Ja, und das ist ja etwas, was wir alle im Geschichtsunterricht oder im Gespräch auch vielleicht mit politischen Gegnern
  138. immer wieder erleben, dass es äh in in diesem Zusammenhang nicht so sehr darum geht, das klassische Geschäft der Geschichtswissenschaft oder
  139. überhaupt der geschichtlichen Auseinandersetzung zu betreiben, nämlich Revision äh des Erzählten zu betreiben und sich
  140. zu überlegen, stimmt das? Stimmt das? Äh kann man das noch aus anderer Perspektive sehen? Muss man das ein wenig anders erzählen? können wir etwas
  141. Neues beitragen, was vielleicht jetzt erst erforscht wurde und so weiter und so fort, sondern dass das Sprechen darüber auf diese Art und Weise
  142. unmöglich sein soll, weil weil man so etwas wie das Allerheiligste berühren würde. Ja, und das ist ja das tabubewährte ist immer das
  143. Allerheiligste und das ist im Blick auf diese Geschichtserzählung und die Erinnerungspolitik ganz klar. Wir haben es mit der Art, in der unsere
  144. Gegner über die Geschichte 1933 bis 45 und über die sogenannte deutsche Schuld sprechen mit einer geschichtspolitischen Waffe zu tun, die sie sich nicht aus der
  145. Hand nehmen lassen wollen. Ja, weil sie damit Diskussionen verhindern, Diskussionen gewinnen oder Diskussionen in ihre Richtung äh drehen können. ähm
  146. ohne dass man sozusagen wie als Ungläubiger dagegen wirklich etwas in der Hand hätte, aber gerade
  147. moralisch quasi verboten äh über diese Würde hinauszugehen, aber gerade indem das entlauft, also indem man solche Zusammenhänge aufdeckt,
  148. ähm nehmen wir ihn ja schon diese Waffe. Da überschätzen sie den Intellekt. Na ja, also absolut. Ich glaube, dass das Entschuldigung, wie ich ganz kurz
  149. sage, das glaube ich nicht. Ähm das wissen wir jetzt. Ja, aber aber genau das ist ja der Gegenstand äh der heute im Ausschuss
  150. verhandelt wird. Was ist das Wissen um diese Zusammenhänge gegen den tatsächlichen Eindruck, der bildmächtig vorort
  151. ähm in in junge Köpfe gehämmert wird? Der verpasst. Also was wir hier diskutieren macht sie auf einem gewissen Niveau bewegen, aber genauso wird es am
  152. Stammtisch diskutiert. Da hört sich es anders an. Aber auch da ähm regn sich die, die sich mit dieser Taboisierung nicht mehr abfinden wollen. Aber tabu
  153. finde ich genau der richtige Begriff und das führt noch mal zu dem zurück, was du gesagt hast. Also erstmal danke dafür, auch wenn ich es kritisiere, weil es auf
  154. Diskussion zwar geht's um die um die Blindheit. Wir haben, wir erleben zurzeit eine Vergangenheitsbewältigung, die indem sie sich ein Abgleitende
  155. Diktatur nur als Wiederholung von 33 denken kann, ähm darauf wartet, dass 33 sich wiederholt, äh versucht 33 zu verhindern und in diesem Paradigma denkt
  156. und damit aber blind wird, blind für andere Möglichkeiten. Also ähäh man wird, man lernt es auf der Schule rauf und runter. Bei den
  157. Gedenkstättenfahrten wird's besprochen, es ist so gefährlich, wenn eine Partei aufkommt, eine neue Partei und die ist irgendwie rechts und vielleicht zchts
  158. und die wird dann stärker und dann erobert die den Staat, das ist das Paradigma, das Haus abgeleitet wird und das wird auf die AfD angewendet und
  159. damit aber sieht man nicht, dass ähm die Demokratie auch dadurch in Gefahr kommen kann, der Staat sich von innen heraus langsam schleichend einstdemokratischer
  160. Staat sich durch Verhärtungen und durch ungünstige Entwicklungen aller Art von innen heraus in Demokratie in eine Diktatur entwickelt und dafür wird man
  161. blind. Ja, genau. Aber wir wir aber dafür wird man blind. Dafür wird man blind, wenn man zu sehr starrt auf die Zeit zwischen 33 45 und wenn man mit
  162. dieser Zeit im hier und heute argumentiert. Deshalb würde ich jetzt mal zurückkommt auf deinen Satz Geschichte wiederholt sich nicht würde
  163. ich eine Regel aufstellen wollen, die wir befolgen sollen, um unser Ziel zu erreichen. Und zwar gewöhnen auch wir uns ab mit Vergleichen aus der Zeit zu
  164. argumentieren. Während der Coronazeit gab's äh Sopi Scholz und Staufenberg, die sie im Widerstand gesehen haben, äh natürlich völlig überzogen, denn auch
  165. das Impfregime, also wenn wir jetzt mal einmal ehrlich und vernünftig sind, äh kann man nicht vergleichen mit ein erschreckensherrschaft. Ja, und diesen
  166. Blödsinn sollte man vielleicht bleiben lassen und ein Sinn dafür wecken, dass man so niemals argumentieren kann, weil weder die Impfbefürworter der
  167. Bundesregierung, noch wir als AfD, noch sonst jemand heute äh treffen beschrieben ist als Nationalsozialist. So und und das dort muss man sich mal
  168. abgewöhnen und damit von uns aus mal ein Schritt tun hin zu einer Historisierung dieser Zeit. Mhm. Daher würde ich gerne dahingehen
  169. vielleicht anknüpfen, weil weil wir jetzt die Coronadebatte hatten. Das bewegen wir uns ja eben jetzt und dann am vielleicht auch darauf hinaus, dass
  170. es die Art und Weise, wie jetzt auf die NSzeit geschaut wird und wie damit umgegangen wird, ja, nicht nur unsere Vergangenheit, also die gesamte deutsche
  171. Vergangenheit im Grunde ja kontaminiert, sondern auch ähm den Blick in die Zukunft ja verbaut, weil alles eben unter diesen Blickwinkel nur zu
  172. betrachten ist. Und also davon bin ich zutiefst überzeugt, dass daran auch ähm das große Staatsversagen unserer Zeit krankt, weil die Parteien eben nicht in
  173. der Lage sind, für uns vielleicht offensichtliche Lösung zu erörtern, zu diskutieren, weil man schlicht und ergreifend diesen blinden Fleck hat,
  174. einen riesigen blinden Fleck und den auch überhaupt nicht, also es es zerstört quasi auch die Zukunft dieses Staates, dieser
  175. Gesellschaft. Wenn wir da nicht einen anderen vernünftigen Umgang mitfinden, dann ist dieser Staat auch dadurch irgendwann mit am Ende.
  176. Also das sehen Sie ja an, wenn man jetzt mal nur die letzten 25 Jahre nimmt, ja, an politischen Entscheidungen, die unterfüttert waren mit Vokabeln und
  177. Augmentationsmustern aus dieser geschichtspolitischen Erzählung. Ähm, daran erinnern sich die Jüngeren nicht, aber wir älteren
  178. erinnern sie uns daran, dass Joschka Fischer, die Grüne Partei, äh beim NATOriff auf Serbien eingeschworen hat mit dem Argument, es handlich sich hier
  179. um die moralische Pflicht ein zweites Auschwitz zu verhindern. Also, er hat er hat sich hingestellt und hat behauptet, dass die Serben im Kosovo äh ein zweites
  180. Auschwitz äh installieren würden, wenn man jetzt nicht äh einschreitet und mit mit Bombenangriffen und dann einem Einmarsch nach Südserbien und so weiter
  181. ähm dafür sorgt ähm dass es dazu nicht kommen könne. Das nächste war äh als es mit der mit der ähm Flüchtlingswelle losging, äh
  182. immer wieder dieses Argument, dass wir aufgrund unserer historischen Schuld die historische Verpflichtung hätten, ähm äh grenzenlos Menschen aufzunehmen, die in
  183. ihrer Heimat im Grunde äh vor sowas ähnlichem stten wie äh vor der vor der Ausmordung aufgrund ethnischer Unterschiede oder oder keine Ahnung
  184. sonstige Kriterien. ähm also implizit unterstellt äh dass in Syrien sowas wie ein ein zweiter dritter Vierter Holocaust oder in Afghanistan oder oder
  185. wo woher sie auch immer kamen. Ja und also vollkommen den Maßstab verloren. Ähm wer flieht da? In welcher Masse fliehen die? Wo muss eigentlich mit der
  186. Flucht ein Ende erreicht sein, weil man bereits in der Türkei eigentlich in Sicherheit war oder in Griechenland spätestens oder in Bulgarien und so
  187. weiter und so fort. Und das sind sind ja genau solche solche Beispiele dafür, wie ähm äh eine Fixierung auf ein historisches Ereignis, das rationale
  188. auch vernünftige maßvolle äh Verhalten, politische Verhalten und Argumentieren unserer Zeit verhindert, ja? und zwar eben immer
  189. äh angestrebt von von Leuten, von Kräften, die sich von dieser Art Politikverhinderung durch historische Erzählung etwas
  190. versprechen. Ja, wollen wir den Begriff der der Holocaust Industrie in diesem Moment in die Diskussion mit einbringen, der von dem amerikanischen
  191. Winkelstein, ja, Publizisten stammt und der eben sagte, das ist aus seiner Sicht so eine ganz besonders miese Form der der
  192. geschichtspolitischen Vergangenheitsbewirtschaftung, ja, die man anfängt Kapital zu schlagen aus einer bestimmten Form Erinnerungser.
  193. Es wird halt Schindluter. Es wird halt Schindluder getrieben damit. Und ähm jetzt ist aber jetzt noch aber jetzt noch mal die Frage zurück,
  194. wie wollen wir dagegen angehen auf kluge und vernünftige Weise und noch mal zurück zu den Gedenkstättenfahrten, die unser Thema sind. Also, wir haben jetzt
  195. den abgeklärt äh hoch theoretisch, wie die Lage ist und wie wir sie sehen. Und äh was sollten wir jetzt tun? Sind
  196. wir für diese Gedenkstättenfahrten? sind wir dagegen? Wie sollten die Gedenkständenfahrten aufgezogen werden? Was ist da eure Meinung? Ihre Meinung?
  197. Also, meine Meinung dazu ist äh ganz klar, ich halte die Gedenksteckenfahrten an den Schulen für absolut wichtig.
  198. Mhm. und zwar, weil sie ermöglichen, einen unmittelbaren Eindruck zu bekommen, was sich in den Konzentrationslagern tatsächlich
  199. abgespielt hat. Und das ist etwas ganz anderes äh als wenn man beispielsweise in einem Lichtbildvortrag in einem Klassenraum sitzt und äh wird das Thema
  200. behandelt. wenn man vor Ort ist äh und äh die die Räumlichkeit äh wahrnimmt, äh die Gedenkstätten selbst sind ja entsprechend informatorisch äh äh gut
  201. strukturiert, sodass man da ein äh Eindruck bekommt. Das halte ich für wichtig, aber bzw. Also und das kann aber nicht
  202. das einzige sein, weil wir dürfen die Betrachtung, die Vergangenheitsbewältigung, das muss man ja trennen, also wenn es um
  203. Vergangenheitsbewältigung geht, dann reden wir eigentlich immer nur über diese Zeit 33 bis 45, weil eine andere Vergangenheit gilt es ja nicht zu
  204. bewältigen als äh ähm als Bürde, als Last, die das äh äh deutsche Volk in dieser Zeit äh auf sich geladen hat. So. Und äh insofern ist das ein wichtiger
  205. Teil. Ich halte das äh für notwendig, dass diese äh Fahrten stattfinden, aber es muss darüber hinaus eine meineschens neue
  206. Behandlung mit der deutschen Geschichte an den Schulen stattfinden, die auch darauf reflektiert, welche Leistungen dieses
  207. Volk in den vergangenen 1000 Jahren äh erbracht hat. welche geschichtlichen äh Ereignisse stattgefunden haben, stattfinden mussten, damit wir uns als
  208. Volk in unserem äh Gebiet überhaupt erst ähm formieren konnten bis zur Staatsgründung. Ja, also das sind Sachen, die meines erchtens jetzt in der
  209. schulen Behandlung äh immer weiter in den Hintergrund gedrängt werden für eine Beschäftigung mit dieser Schuldkomplexfrage
  210. Drittes Reich. Das die Geschichte des deutschen Volkes besteht eben nicht nur aus der Zeit zwischen 33 und 45. Na ja, aber die Frage ist eben, wollen
  211. wir verpflichtend machen diese Gedenkstätte? Du bist dafür. Ja, ich wäre ich wäre dafür, dass man das äh entsprechend dem äh Geschichtsunterricht
  212. in den jeweiligen Klassenstufen zumindest äh in äh wenn die Kinder oder wenn die Schüler soweit sind, dass sie äh das auch bewusst wahrnehmen. Also man
  213. braucht nicht mit einer fünften Klasse in Konzentrationslager zu fahren, aber ist das keine, also ist das nicht die Exklusivität, also wenn man
  214. Gedenkstüf fahren, ja wir wollen keine Geschichtsglitterung, es ist Teil unserer Geschichte, es gehört dazu, aber wenn man jetzt z.B. Also nur Fahrten zu
  215. KZ Gedenkstätten verpflichten macht und zu sonst nichts. Dann ist dann ist es wieder dann ist es wieder also man müsste es dann schon einbetten. Man
  216. müsste es dann schon einbetten in ein Pfichtxkursionsprogramm, wo dann auch wo dann auch anderes dabei wä und zwar in halbwegs ausgewogener
  217. Gewichtung oder ja so vielleicht in der Form. Ja, das super Idee, weil wir suchen ja quasi nach wegen, wie wir damit umgehen oder
  218. wie wir quasi eine andere Art des der geschichtlichen Wahrnehmung in die Schulen bringen und da wäre das z.B. ein Teil, also es geht mir nicht darum, dass
  219. man nur diese Fahrten verpflichtend macht und ansonsten alles andere fakultativ ist. Nein, man muss das einbetten in eine andere Art des
  220. Geschichtsunterrichts. Verstanden? Ja. Ja, korrekt. Also keine Verengerung in dem Fall. Das heißt, äh die
  221. ausschließliche Fokussierung eben auf dieses Thema ist wichtig und natürlich auch die Botschaft, die sich damit verknüpft, damit eben keine
  222. Instrumentalisierung letztlich stattfindet. Und ähm vor dem Hintergrund sollten die Schüler sehr wohl die Möglichkeit haben, natürlich auch nicht
  223. nur dort vor Ort zu sein, sondern auch ganz viele andere Wirkungsstätten aus unserer Kulturgeschichte kennenzulernen. Ähm damit am Ende die jungen Menschen
  224. eben auch einfach die Botschaft mitnehmen, wie vielleicht auch politischer Missbrauch erfolgt, denn das lässt sich aus vielen
  225. Gedenkstätten bzw. eben auch ähm vielen Kulturstätten dann durchaus vermitteln. Und ich denke, diese Botschaft ist auch wichtig, ähm damit die Kinder nicht
  226. überladen werden mitweigen Schuldkomplexen, sondern dass das wirklich ausgewogen und mit Maß vermittelt wird.
  227. Ja. Ja. Also, wir haben ja im Vorfeld äh bevor ich hierher fuhr, telefoniert gesprochen uns überlegt ähm
  228. was denn eine Position wäre, die ihre Fraktion auch vertreten kann. Und ähm also äh mein Vorschlag ist ja der zu sagen, also gibt ja diesen diesen dummen
  229. sarkastischen Spruch, dass die Schüler heute aus der Schule gehen, äh gebildet durch den Dreiklang äh Dinosaurier Pyramiden Hitler
  230. ähm und ähm und dass das natürlich äh mit mit etlichen Stufen zwischen Pyramiden und Hitler ergänzt äh erfolg
  231. Sachsen Anhalt und gerade hier mit der frühen deutschen Geschichte äh die Größe die dieses Volkes äh sehr anschaulich bereisen kann, äh beschauen kann. Und
  232. ähm ich habe Ihnen den Vorschlag gemacht, äh dass man ja als AfD Fraktion, die ja auch die künftige Regierung dann stellen wird,
  233. ähm äh sehr konstruktiv äh auf diesen Ausschuss antworten kann und sagen kann, wir machen jetzt hier mal einen Granz von keine Ahnung 15
  234. Orten, die besucht werden äh müssen von jedem Schüler in Sachsen-Aanhalt, damit er nicht nur sein Bundesland bereist und kennenlernt, sondern eben tatsächlich
  235. auch etwas von der von der Größe ähm und man kann auch sagen von der von der äh Durchhalte und Kampf und Leidensgeschichte ähm die
  236. dieses dieses Volkes kennenlernt. Ja, bis hin dann aber auch zu Naturdenkmälern, die es ja genauso in ihrem Bundesland oder in unserem
  237. Bundesland gibt. Kann ja nach 25 Jahren Leben in diesem Bundesland sagen, dass ich einigermaßen assimiliert bin. Ähm ja und das beginnt im Süden und endet im
  238. Norden. Und ähm ich habe ich habe ein Buch mitgebracht, eins von mehreren Büchern über Sachsenanhalt, dass ich besitze
  239. und habe auch mal eine Liste aufgemacht und wenn Sie es plastisch wollen, kann ich ein paar Sachen vagen. Ähm
  240. damit äh damit damit wir uns wirklich überlegen können, ob wir das nicht umsetzen. Also bis hin zu einer Bildertafel Ausstellung in den Fluren
  241. ihrer Fraktion in der dann einfach sichtbar wird, wie sie auf die Geschichte blicken. Ja, fangen wir im Süden an. Wir haben dort mehr Leben als
  242. als das Hausgut der Onen. Das ist also eine extreme Geschichte, dass der ganze Süden und dann hat sich das ja so ausgebreitet Richtung Petlinburg,
  243. Magdeburg und so weiter otonisch geprägt mit diesem Heldenkampf gegen die einfallenden Ungarn und so weiter. Wissen die die Schlacht an der Riade
  244. muss ich nicht sagen. Naumburg Freiburg memleben, das wä mal so ein Kranz, ne? Naumburg mittlerweile glaube ich auch eines dieser Welt dieser Weltkultur
  245. Städten, also Freiburg wegen wegen Wein und Freiburg natürlich wegen, weil das äh uralter Weinbau ist ähm überhaupt so
  246. eine und der Zufluchtsort von Turnvater Jahen als der in Preußen verfolgt war, ist er nach Sachsen abgedampft. Da gibt's ein
  247. wunderbares Museum. Es gibt die Turnvaterjan Gedächtnis Sporthalle. Es gibt das Tornvaterjahn Sportfest. jedes Jahr, wo die ganzen Turner
  248. zusammenkommen. Ich sehe, wir müssen unseren deutschen denkenantrag überarbeiten. Muss was rein. Muss was rein [gelächter]
  249. Potenzial. So, dann dann wäre das nächste diese ganz frühe Geschichte natürlich Nebra, also mit der Himmelsscheibe natürlich GI dieses
  250. dieses dieses Sonnenobservatorium und natürlich diesen prachtvollen äh Bau äh des vor und frühgeschichtlichen Museums in Halle, der ja als Bau schon großartig
  251. ist und dort drin diese Ausstellung, das ist natürlich sensationelle Kulturaufbereitung. Das das machen die ja dort auch mit so kleinen Lehrfilmen
  252. ganz großartig. Also Gräberfund und dann mal beschreiben, wie war das Leben wirklich? Also, bin ich bin ich bin ich sehr gern. Äh gehen wir weiter äh
  253. Richtung Richtung Harz. Gernrote ist wohl einer der ältesten Kirchenbauten, die es überhaupt auf deutschen Boden gibt. Weiß nicht, ob sie je dort waren.
  254. So orthodox eigentlich, blau ausgemalt. Ähm ganz großartig. Und dann geht's weiter in diese Naturdenkmäler, die Gegensteine
  255. der Brocken. Also jeder jeder Schüler aus Sachsenanhalt muss natürlich auf den Brocken hochgelaufen sein und zwar hochgelaufen, nicht hochgefahren. Inburg
  256. weerweg. Genau, den hab ich auch mit den Kindern gemacht. Das ist das ist was. Also, man hat's echt anstrengend, aber man kommt
  257. durch unterschiedliche Vegetationszonen. Man kommt auf diesen Plattenweg der äh den den DDR Militärfahrzeugen den Kritzruppen, weil es ja oben eine
  258. Horchstation war und man kommt auf diesen letztlich unspektakulären Buckel. Ja, aber aber und man sieht beispielsweise auch, was es bedeutet,
  259. wenn wenn billiger Wald in der Trockenheit verreckt und durch besseren Wald, der nachdrückt jetzt zum Glück ersetzt wird.
  260. Also das ist das sind das sind alles ganz tolle Dinge, die man da oben sehen und machen kann und man muss hochlaufen, man muss es machen. Gohe hat's gemacht,
  261. Heine hat's gemacht, andere haben es gemacht. Wenn ich das ganz kurz einwerfen darf, das haben wir mit der alten Jugendorganisation unserer Partei
  262. jedes Jahr mindestens einmal gemacht. Grüße gehen raus an alle Wandervögel. An Wandervögel. [gelächter] So und dann haben wir dort gleich
  263. Quettlinburg liegen. Nur ein Beispiel von eine prachtvolle Fachwerkstatt mit natürlich dem entscheidenden Dom ähm mit der mit der Grablege und einer einer
  264. wunderbaren romanischen Architektur. überhaupt ist die Romanik hier ja sowas Wichtiges. Ja, das ist einfach otonisch. So, wir gehen weiter. Ähm, der Sau,
  265. Uranienbaum, Würiter Gartenreich, das sind nur Vorschläge, ja, oder dann natürlich im Süden im Norden des Kloster Jerichro oder Havelberg diese Backstein
  266. äh G Backsteinbau, wo man dann auch wieder geologisch sagen kann, im Süden haben wir Bunzandstein, der war so gut bei Nebra, dass daraus der Reichstag
  267. gebaut wurde in Berlin, ne? Ja, den hat man von dort geholt, dann den Kalkstein und dann geht's hoch dort, wo es keine äh abbaubare
  268. Steinbruch äh Möglichkeit gab. Backstein und Findlinge. Ja, und das ist ja dann auch geologisch sehr interessant für jeder für die Schüler, ne? So, und jetzt
  269. komme ich vielleicht zuletzt noch äh zur Halberstadt. Ja. äh durchaus mein herkommen. Genau. So. Und wenn wir jetzt über
  270. Gedenkstättenfahrt sprechen, die ich übrigens nie verpflichtend machen würde, sondern obligatorisch, also im ganzen Granze, aber nie
  271. verpflichtend, dann immer im Verbund zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, die aber beide eben zeigen,
  272. wie es ist, wenn schreckliches passiert. Halberstadt ist am 8. April 45 in einem großelegten Flächenbombardement
  273. zerstört worden, drei Tage bevor die Amerikaner, die das selbst gemacht haben, dann in diese qualmende Stadt eingerückt sind und sie in Besitz
  274. genommen haben. Also, die mussten sie auch gar nicht erobern. Die hätten sie auch vorher nicht mehr erobern müssen. Der Krieg war im Grunde vorbei Anfang
  275. April. zwischen 2 und 3000 Tote ähm glaube ich ein Viertel bis ein Drittel der der Wohnungen zerstört, die äh
  276. Fachwerkalstadt abgebrannt, Fluchtversuche dadurch verhindert, dass man auf äh fliehende Leute mit Tiefliegern schoss und so
  277. weiter und so fort. Das ganze wie gesagt Anfang April, das ist das eine. Und das andere ist dann ein paar
  278. Kilometer weiter in Langenstein heißt glaube ich Langstein wo es glaube ich auch diese Höhlenberge gibt Höhlenwohnungen gibt.
  279. Interessante Sache. 3 km Luftlinie von der Stadtgrenze. Genau. Aber davon sprechen wir jetzt nicht, sondern wir sprechen dann dort
  280. von einem Außenlager, ein KZ Außenlager, in dem eben Häftlinge in den Berg Stollen treiben mussten, weil man versucht hat, Rüstungsproduktion
  281. äh so ähnlich wie in Mittelbaudora oder im Thüringer Wald äh noch noch und unters Gestein zu bringen und im Grunde äh durch die Luftangriffe unzerstörbar
  282. äh weiter produzieren zu können. Und da sind ähm Hunderte äh dann dann äh gestorben an Entkräftung und und eben unter diesen miserablen Bedingungen, in
  283. denen sie dort arbeiten mussten. Und diese das wäre jetzt auch so beispielsweise so eine Möglichkeit zu sagen, man schaut sich an einem Tag
  284. beides an. Man stellt nicht diesen komischen Nexus her, dass das eine die Strafe für das andere gewesen sei. Ja, das ist nämlich nicht richtig. Ähm, man
  285. zeigt aber äh was eben in extremer Situation der Mensch den Menschen antun kann. Ja. Ähm und und überträgt es so, wie sie es sagten Dr. Tilschneider
  286. eben nicht historisch exakt und sagt genau den Weg dorthin und diesen Vorgang müssen wir zu verhindern versuchen und Klammer auf nennen die AfD die neue
  287. Nazisklammer zu. Ja, sondern verstehen, wie dünn dieser dieser zivilisatorische
  288. Schutzfirnis eigentlich ist über über Ereignissen oder oder Taten, die dann eben geschehen können, wenn er durchbricht. Und das kann man dann auf
  289. sehr, sehr viele Völker historische Situationen, auch gegenwärtige Situationen übertragen und sagen, warum passiert es hier auf diese
  290. und dort auf eine andere und warum passiert es passierte es bei uns auf folgende Art und Weise und das wäre vermutlich viel lehrreicher
  291. als zu behaupten, dass es sowas wie eine kollektive Schuld und vor allem ein durch die Jahrhunderte irgendwie weiter transportiertes kollektives
  292. Schuldgehen der Deutschen gibt, die also immer wieder kurz davor sind, Auschwitz zu bauen oder eben in Langenstein äh von entkräfteten Leuten Stollen graben zu
  293. lassen. Also vielleicht reicht mich das kurz. Also, wenn wir ähm bei dieser Nebeneinanderstellung
  294. bombardierte Stadt und KZ sich einfach vergegenwärtigt, wenn man erstmal es reicht ja schon, wenn man weiß, was man nicht tun soll, wenn man sich klar
  295. macht, dass zwei Argumente falsch sind. Und zwar das eine Argument äh die Bombardierung war die Strafe fürs KZ und das andere Entlastungsargument, die
  296. anderen haben ja auch dieses dumme altrecht der Gerede vom Bombenholocaust und dieser Blödsinn. Ja, die beiden Dinge gehen nicht. Das geht nicht. Also
  297. zu sagen, ähm die Bombardierung der Zivilisten war gerechtfertigt, weil alles Nazis, weil sie das Kassett verbrochen haben. Das geht nicht. Und es
  298. geht auch nicht zu sagen äh ja ähm war ja alles nicht so schlimm mit dem Kanzel, weil die anderen haben ja auch so das sind zwei falsche Rangehensweisen
  299. und wenn man sich davon schon mal freihält, dann den ich wird offen schon mal viel gewonnen ist viel gewonnen und man wird offen für
  300. echtes Nachdenken und man gewinnt vielleicht eine Wachheit eine Wachheit dafür, dass der Mensch nie dagegen gefeit ist, grausam zu werden und
  301. Unrecht zu üben. Und ich denke mehr als diese Wachheit kann man aus den aus der Unrechtsgeschichte und aus den Unrechtsgeschichten
  302. der menschlichen Historie nicht entnehmen. Ja. Und und ich will es jetzt ergänzen, der Geschichtsunterricht
  303. muss aber jetzt jenseits dessen, was sie sagten und was richtig ist, ja vor allem eines vermitteln, nämlich zu welcher Größe der Menschen der Lage ist. Wenn
  304. man sich überlegt, was er in Sachsenanhalt alles geschaffen hat, ja, warum es so ist, wie es ist. Es hat etwas mit dem so
  305. sein der Deutschen zu tun. Das hat etwas mit diesem Volkscharakter zu tun. Das hat etwas mit dieser Art zu tun, mit der unsere Leute äh in die Substanz gehen,
  306. ja, und bauen und glauben und erfinden und schaffen und durchhalten und so weiter und so fort. Und das ist ja das eigentliche
  307. Ziel, dessen Geschichtsunterricht haben muss, dass junge Leute mit Freude den Weg dieses Volkes weitergehen wollen und nicht sagen ähm auf aufgrund äh eines in
  308. uns wohnenden äh in jeder Hinsicht destruktiven zerstörerischen Gens äh ist es besser, wenn mit uns die Geschichte endet. Ja, weil das wäre ja definitiv
  309. auch falsch und und Ja, genau, aber das das ist ja können Sie ja auf auf ein Kind übertragen, wenn sie ihm ununterbrochen
  310. sagen äh dass es dass es einen extrem schlechten Charakter hat, dann dann dann wird dann wird's eine sehr komische ungesunde Entwicklung nehmen und das ist
  311. doch äh also mindestens das, was ihre Fraktion, wenn sie denn äh die Geschicke auch die die Unterrichtsinhalte in in Zukunft mit mit bestimmen darf
  312. ganz Staut machen müsste. Ja, also man muss Lust haben in diesem Land zu leben und das weiterzutragen, mindestens zu erhalten, wenn nicht äh weiterzubauen,
  313. was hier äh Zickgenerationen vor uns geleistet haben. Kann ich da ganz kurz noch, weil das äh das Beispiel oder die Idee äh
  314. am Beispiel Halberstadt, die Sie da entwickelt haben, äh die bietet sich ja tatsächlich an. Ähm, ich würde allerdings nicht so weit gehen zu sagen,
  315. dass die beiden Ereignisse nichts miteinander zu tun haben. Ich würde es genau aus einem anderen Gesichtspunkt formulieren, nämlich beide Ereignisse
  316. sind durch eine gemeinsame Klammer miteinander verbunden. Äh, sie zeigen aber auf, wie ohnmächtig der Mensch gegen bestimmte
  317. Entwicklungen und Ereignisse ist, wenn er nicht Sorge dafür trägt, dass bestimmte Ereignisse und Entwicklungen quasi gar nicht erst stattfinden. So,
  318. und da haben wir in äh Bezug auf diesen äh Angriff auf Halberstadt am 8. April 45, ja, die Situation, dass das Konzentrationslager am 11. in April 45
  319. äh von den Amerikanern befreit wurde, wie man so sagt. Ja, also die Amerikaner sind am 11. April 3 Tage nach dem Angriff äh da eingerückt. Da brannte die
  320. Stadt noch. Äh, die Stadt hat nach diesem äh zerstörerischen oder verherenden Bombenangriff 5 Tage lang gebrannt und äh die Rauchwolke, die war
  321. äh bis nach Magdeburg zu sehen. Äh und dann passiert etwas Interessantes. Am 8. April findet die Zerstörung statt. Am 9. April werden die
  322. Konzentrationslagerhäftlinge in diese Todesmärche geschickt. Da sterben über 3000 Menschen auf diesen Todesmärchen. Äh in der beim Angriff sind mindestens
  323. auch ca. zweieinhalb bis 3000 Leute, was man weiß. Aber die Stadt war als Lazarettstadt voll mit äh nicht registrierten Menschen. Da werden
  324. wahrscheinlich viel mehr umgekommen sein. Ähm und am 11. April rückt äh die amerikanische Armee in das Konzerationslager ein und befreit. Also
  325. diese äh diese beiden schrecklichen Ereignisse sind durch den Krieg, durch die Zeit, in der das Ganze stattfindet, schon miteinander verknüpft. Aber sie
  326. zeigen eben zwei Seiten der Medaille. Sie zeigen, dass auf allen Ebenen in allen auf allen äh Lagern gelitten wurde, gestorben wurde. Und das ist das,
  327. was ich übrigens vorhin äh meinte, wenn ich sage, dass ich das nicht wiederholen darf. Da meine ich nicht, dass die Geschichte sich wiederholt. Da mein
  328. damit meine ich, dass es eine Hauptaufgabe sein muss, eine humanistische
  329. Erziehung zu gewährleisten, die dafür sorgt, aufgeklärt, zurückblickend auf die eigene Geschichte, die wir haben, in der Erkenntnis, was alles passiert ist,
  330. wo große Leistungen, aber eben auch Verbrechen, äh dass wir dafür Sorge tragen, dass die junge Generation äh sich dessen bewusst ist und äh davon
  331. Abstand nimmt schon von der Art und Weise, wie wir sie aufs Leben vorbereiten. Also auch durch den Geschichtsunterricht. Der
  332. Geschichtsunterricht soll ja einen Sinn vermitteln für die Eigenart jeder Epoche. Genau.
  333. Und äh damit vor Voreil, also je besser jemand die Geschichte kennt, desto weniger Analogien wird er ziehen, weil er die Unterschiede kennt. Und das
  334. 20. Jahrhundert war natürlich die Zeit, in der Mensch angefangen hat, die Möglichkeiten, die ihm die Industrialisierung an die Hand gegeben
  335. hat, zu nutzen, um sich zu ermorden. Ja, das ist sozusagen das das sieht man das sieht man bei Stalin ähm, dass der
  336. übrigens von Hitler dazu inspiriert wurde von der Nacht der langen Messer. Da hat äh geht aus den Biographien hervor, dass der Hitler bewundert hat,
  337. ein ganzer Kerl, der bringt seine Gegner einfach um. Danach hat er weitergemacht damit. ähm die industriellen Methoden genutzt, um Menschen zu vernichten. So,
  338. aber das wird natürlich nicht wiederkommen. Die Grausamkeit des 21. Jahres, die uns bevorsteht, ist eine andere. Und ähm wer historisch gebildet
  339. ist, der weiß das und ähm weiß im Grunde, dass er aus der Geschichte letztenendes kaum leen ziehen kann, bis auf die eine, die wir vorhin, die wir
  340. vorhin verdeutlicht haben, dass es eine angesichts der Endlichkeit des menschlichen Lebens und der Kostbarkeit des menschlichen Lebens eine Wachheit
  341. dafür braucht, dass ähm der Mensch auch immer fähig ist, grausamkeiten zu begehen und dass dem wieder verstanden werden muss, egal egal wie sie sich
  342. zeigen oder Unfreiheit, ja, wie wir sie heute erlebt haben. Ähm Einschränkung von Freiheitsrechten. Ja. Ja. Und das ist mir auch fast zu
  343. pastoral, ne? Also das ist was für ältere Semester ähm zu begreifen, dass die Geschichte ähm eben eben auch auch äh diese äh also, dass dieser Firnis
  344. platzen kann. Ja, junge Menschen und das das will ich wirklich betonen, die müssen begeistert werden für die Geschichte des eigenen Volkes. Das ist
  345. das A und O. Ja, alles andere. Man kann aus der man muss aus der man wird aus der Du kannst doch keine Zukunft gestalten, wenn du deine Geschichte
  346. nicht kennst. Insofern ist die Geschichte der Geschichte noch die Vorausset die Begeisterung ist das erste und dann dann kommt in bei den mein
  347. halben der ältesten Jahrgangsstufe noch dazu ähm dass es dass es dass es Epochen geben kann in denen in denen die große Knochenmühle angeworfen wird und in der
  348. das Verhängnis über die Leute kommt und man kann das an Magdeburg kann man die die zweimalige komplette Zerstörung der Stadt veranschaulichen. Das war im die
  349. Magdeburger Bluthochzeit im 30jährigen Krieg. Ja, und das war die völlige Zerstörung der Stadt durch angloamerikanisches Bombardement. Ähm
  350. fast genau 300 Jahre später noch mal. Ja. Und was äh ähm was kann jetzt hier äh Lieschen Müller und was kann Dr. Lieschen Müller dafür, die in Magdeburg
  351. eben groß werden und der eine eben 300 Jahre vorher und der andere 300 Jahre später in in diese Mühle gerät. Ja, so das kann man dann auch erzählen, aber
  352. aber klar muss erst einmal sein, ähm es gibt ein Volk, das hier seine Wohnstätdte hat, ja, in Sachsenanhalt, das sind andere Leute als
  353. die Schwaben und andere Leute als die Friesen, die sind hier und die haben dieser Kulturlandschaft ein Gepräge und ein Gesicht gegeben, das so großartig
  354. ist in selbst in Dörfern die Bausubstanz zum Teil uralt und und in die Landschaft eingepasst. Großartig. Ähm äh und so muss es weitergehen. So muss es
  355. weitergehen. Und wenn diese Begeisterung da ist, dann kann man auch über die ähm über diese Risse sprechen und darüber sprechen, dass man wahnsinnig aufpassen
  356. muss. Manchmal wahnsinnig aufpassen, dass man nicht wegrutscht. Das ist klar. Meine was wir jetzt eben besprochen haben, war nicht der
  357. Hauptzweck des Geschichtsunterrichts. Das ist vielleicht zwel oder zehntel machen wir sowas und den Rest den Rest machen was anderes. Aber es geht bei
  358. Geschichte, es geht um Identität. Also Geschichte ist äh ich glaube nicht, dass ich aus Geschichte so einfache Handlungsanweisung für hier und heute
  359. ableiten lassen. Äh ich habe mich immer diesen Spruch Historier Magistra Vitrin wenig geärgert. Äh also die Geschichte ist die Lehrmeisterin des Lebens. Äh die
  360. Geschichte ist eben hat uns zu denen gemacht, die wir sind. Wir sind durch diese Erfahrung hindurchgegangen. Äh ohne unsere Geschichte wären wir nicht
  361. die, die wir heute sitzen. Aber es geht um uns um darum, wer wir sind, nicht so sehr darum, was wir tun sollen. Und wenn wir ehrlich sind, verstehen wir die
  362. vergangenen Zeiten nicht. Meine Großmutter schon kann ich nicht verstehen. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Die sind verschleppt worden
  363. nach dem Krieg nach Russland. Mussten die Kohlengruben im Donjsbecken aufbeleisten, dass die Hälfte sind gestorben an Mangelernährung. Äh, dann
  364. sind sie zwei Jahre später zurückgekommen, äh waren krank und abgemagert. dieses Leid, diese ich, also wenn ich ehrlich bin, ich bin ganz
  365. anderen Umständen auf, ich kann mich da gar nicht mehr einfühlen. Wir haben, wenn wir ehrlich sind überhaupt keinen blassen Schimmer davon, wie das damals
  366. war, weil genau na ja und ja, aber auch wenn drüber gesprochen wurde, wenn du es nicht aus eigener Erfahrung kennst, das heißt, die Zeiten der Vergangenheit sind
  367. in seinem Buch mit sieben Siegeln. Und ähm in diesem Sinne äh tun wir gut daran, demütig zu sein und nicht zu verurteilen, äh nicht schnell in unseren
  368. Urteilen zu sein. Und genau das so eine gewisse Bedächtigkeit und nicht die Hysterie, die heute beigebracht, sonder gewisse Bedächtigkeit und Langsamkeit im
  369. Urteil, das sollte auch Geschichtsunterricht Geschichtsunterricht beibringen bei aller Begeisterung für die eigene
  370. Geschichte. Ja, die Geschichte wird nicht enden, aber unser Gespräch, wir schreiben sie ständig neu, die Geschichten. Deshalb würde ich jetzt äh
  371. wir sind jetzt auch am Schluss äh denke ich an schönen ähm Ergebnissen angekommen. Also, wir haben angefangen damit uns recht theoretisch
  372. abzumühen an dem Thema Vergangenheitsbewältigung, sind dann aber auch und das fand ich sehr gut äh gekommen zu äh diesem schönen äh Exkurs
  373. durch Sachsanal, dieser Wanderung durch Sachsanhalt. äh weil darauf wollen wir auch hinaus. Wir wollen ja dieses sich abmühen an der Vergangenheit ein wenig
  374. hinter uns lassen und äh uns diesen Aspekten zuwenden. [musik] Und ja, in dem Sinne hoffe ich, dass wir Vision 26
  375. neue positive Botschaft für unser Spitzenkandidat immer zusammenpflegt, dass wir die ab September 26 ins Werk setzen können. Vielen Dank fürs
  376. Zuschauen. Ja, vielen Dank noch mal für die vielen Dank.