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Höherer Mindestlohn: Der Motor für den Wirtschaftsboom - Reaction auf Marc Friedrich - JmA #35

MMT mit Jan36:44 1.375 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 263 Zeilen
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  1. Liebe Grüße aus Glasgow, dem Herzen des Kapitalismus und auch dem Herzen der Ökonomik. Der erste Ökonom Adam Smith war tatsächlich Dozent an der University
  2. of Glasgow. Ja, wir machen weiter. Heute gibt es eine Reaction zum Thema Mindestlohn. Der Mindestlohn muss unbedingt drauf und ich werde mal
  3. erklären, warum das der Fall ist. Äh vorweg vielleicht ein paar Informationen dazu und eine kleine Bitte. helften wir gerne auf dem Weg zu den 1000
  4. Abonnenten. In Zentrum des heutigen Videos ähm werde ich heute stellen, warum ähm
  5. wenn wir die Nominallöhne steigern durch den Mindestlohn, auch die Real Löhne, also das, was wir davon kaufen können, ähm steigen. Warum beide steigt, warum
  6. wir uns am Ende insgesamt mehr kaufen können. Wir haben auf diesem Kanal schon häufig darüber gesprochen, dass Lohnniveau und Preisniveau sehr eng
  7. miteinander verknüpft sind, weil die Löhne der wichtigste Kostenfaktor sind makroonisch. Heute werden wir darüber sprechen, warum
  8. trotzdem, wenn wir die Löhne erhöhen, äh auch die Real Löhne als also das, was wir davon kaufen können, äh steigen. Ja, wir können also tatsächlich den Realohn
  9. steigern durch eine gute Lohnpolitik und das ist ganz ganz wichtig zu wissen, denn dann können wir das Nachfrageproblem, was wir schon im
  10. letzten Video diagnostiziert haben, auch teilweise durch die Lohnpolitik schließen. Also, wir brauchen jetzt ein großes Konjunkturpaket, ein großes
  11. Staatsdefizit und das können wir super kombinieren mit Lohnpolitik und dann haben wir die Nachfragelücke auch schon geschlossen und ich glaube höhere Löhne
  12. sind auch insgesamt aktuell was Gutes für die Stimmung in Deutschland, für die Stimmung am Gütermarkt und die gesamtwirtschaftliche Stimmung. Also
  13. darüber werden wir also heute sprechen. Wir gehen rein in die Materie. War ein Zuschauerwunsch. Ich hatte mich gerade hingesetzt und wollte ein Video
  14. aufnehmen und dann sehe ich diesen Wunsch da, der vor einer Stunde oder so eingedodelt ist. Ja, äh los geht's. Dann 982,
  15. dann 12 € und jetzt 12,82 € pro Stunde. Ja, von das rede ich vom Mindestlohn und ab 2026 sogar 13,90 €. Der Mindestlohn in Deutschland steigt und steigt und
  16. steigt und steigt, genauso wie das Bürgergeld und die Schulden. Klingt ja erstmal gut, denn schließlich will ja jeder, dass jeder Mensch mit seiner
  17. Händearbeit leben kann und mehr verdient. Aber Moment mal, wenn der Mindestlohn tatsächlich Armut bekämpft, warum dann
  18. nicht gleich 20 € oder 30 oder 50? Warum nicht einfach reicht durch Mindestlohn? Das kann ich euch auch erklären, warum das nicht geht. Das war sogar meine
  19. Zuschauerfrage äh extra provokant formuliert. Ich muss vielleicht dazu sagen. Ähm vielleicht ja vielleicht gehe ich da
  20. schon mal ein bisschen drauf ein ohne und jetzt die gesamte Situation schon zu erklären, weil darauf wir sicherlich auch noch eingehen.
  21. Wir haben zwei Komponenten, aus denen das Volkseinkommen besteht, also wie viel in Deutschland sozusagen jährlich verdient wird. Das ist der Teil, den die
  22. Arbeitnehmer verdienen, ne, der sich natürlich aus den Löhen zusammensetzt und der Teil, den die Unternehmer verdienen, Unternehmerlöhne, ja, das
  23. sind natürlich Gewinne drinne und so weiter. Und der Teil, den die ähm Arbeitnehmer verdienen, liegt ungefähr bei 70%. Ja,
  24. und jetzt können wir mit einer sehr, sehr klugen Lohnpolitik, ja, indem wir jetzt politisch die äh Löhne anheben, äh dafür sorgen, dass du 71 72 73% vom
  25. Volkseinkommen zu den Löhnen fließt. Ja, dann können die sich ein bisschen mehr kaufen, sofort ein bisschen mehr kaufen. Ähm und ähm was passiert dann als
  26. nächstes? Was wie reagieren die Unternehmer darauf? tauziehen. Sie wollen wieder auf ihre 70%, also heben sie ihre Preise an. Aber
  27. die Wirtschaft spielt sich in echter Zeit ab, in real Zeit, in Tagen. Die Preise steigen nicht gleich gleichzeitig. Wir heben die Löhne sofort
  28. an und die Preise werden die nächsten Monate langsam angehoben. Sofort steigen also die Rallöhne und das Tauziehen quasi findet mit größerer Bemühung
  29. erstmal auf der anderen Seite statt. Jetzt sind die Lohnenfänger erstmal zufrieden. Sie haben mehr in der Tasche, sie können mehr kaufen und jetzt legen
  30. die Unternehmen wieder los und ziehen und ziehen und ziehen und heben die Preise an, damit sie wieder auf ihre wieder auf ihre 30 % vom Volkseinkommen,
  31. 31 32 % und dann sind die Lohnempfinger wieder an der Reihe. Ja, das bedeutet durch eine kluge Lohnpolitik sorgen wir dafür, dass ein bisschen mehr vom
  32. Volkseinkommen zu den Arbeitnehmern fließt. Dann können sie sich tatsächlich auch mehr kaufen. Dann sind die Unternehmen wieder dranne, heben die
  33. nächsten Monate die Preise an. Ja, das passiert natürlich. Natürlich sind Löhne und Preise eng miteinander ver äh verbunden, aber die Wirtschaft spielt
  34. sich halt in echter Zeit ab. Äh die Preise steigen nicht gleichzeitig mit den Löhnen und deswegen haben wir sofort mehr in der Tasche. Deswegen ähm fließt
  35. bei dem Volksinkommen erstmal etwas mehr zu den Arbeitnehmern und etwas weniger zu den Arbeitgebern. So, genau diese 2 3 % brauchen wir beim
  36. Volkeseinkommen, die dann mehr zu den Arbeitnehmern fließt. 2 3%chen vom Volksinkommen. Ja, mehr geht auch gar nicht. Mehr können die Unternehmen geht
  37. für die Unternehmen gar nicht. Das heißt, mit einem Mindestlohn von 50 € hätten wir maximal den gleichen Effekt, weil mehr ist ja überhaupt gar nicht da.
  38. Mehr kann die Wirtschaft nicht bieten, mehr können die Unternehmen nicht bieten. Das führt einfach nur zu einem riesigen Chaos. Einem riesigen Chaos.
  39. Natürlich wird es zu einem riesigen Chaos. Wenn wir den Mindestlohn jetzt auf 50 € stellen, dann weiß keiner mehr, was der richtige Preis ist und alle sind
  40. komplett überfordert. Das sind keine kleinen Anpassung, es ist kein kleines Tauziehen mehr, dann reißt das Seil und alles ist in einem Riesenchaos. Das
  41. funktioniert natürlich nicht. Also Lohnpolitik äh geht natürlich in kleinen Schritten äh um wieder ein bisschen den Vorteil zu den Arbeitnehmern äh zu
  42. bringen, damit die Löhne äh die Geherlöhne auch ein bisschen steigen, ein bisschen mehr in der Tasche ist und dann wie gesagt, dann sind die
  43. Unternehmen wieder an der Reihe. Hilft der Mindestlohn wirklich den Armen oder ist er in Wahrheit eine gefährliche Illusion der Politik? Eine, die uns
  44. Wohlstand kostet, eine, die sogar die Politik wieder refinanziert? Und damit herzlich willkommen zu einer neuen spannenden, investigativen Folge
  45. finanziell Intelligenz. Mein Name ist Mark Friedrich von der Honorarberatung Friedrich und Partnervermögenssicherung. Für viele ist der Mindestlohn ein
  46. Symbol, ein Symbol für Fairness, Respekt und vor allen Dingen Gerechtigkeit. Genau deshalb fordern viele linke Parteien immer wieder eines: mehr
  47. Mindestlohn. 15 € Mindestlohn, stabile Renten, die Verlängerung der Mietpreisbremse und sichere Arbeitsplätze. Alles das gibt es
  48. nur mit einer starken SPD. Wo ist die starke SPD? Ja, so ein paar Minispäße müssen wir manchmal erlauben. Ich versuche ja
  49. wirklich ähm sachlichen Content zu machen, aber das passt ja aktuell überhaupt nicht überhaupt nicht zu dem, wie sich die SPD verhält.
  50. Ähm ja, an die Unternehmenssteuer möchte man auf gar keinen Fall ran, ne? Auf gar keinen Fall. Meiner Ansicht nach brauchen wir ganz
  51. dringend diesen Mindestlohn von 15 €. Der Mindest muss vor Armut schützen. Es kann doch nicht sein. Und vielleicht dazu, ähm, also
  52. wirtschaftspolitisch finde ich bei den Grünen wirklich so gut wie nichts Linkes. Ähm die Wirtschaftspolitische Ausrichtung von Harbeck ähm hing
  53. wirklich nur an der Angebotsseite ganz star und den Unternehmen Geld hinterherwerfen, die s so gerade nicht investieren, die Nachfrageproblem haben
  54. und ihre Kapazitäten gar nicht vergrößern wollen. Das hat ein wirtschaftlichen Effekt von null. würde ich gar nicht bei den linken
  55. Parteien nennen, also wirtschaftspolitisch nicht. Ja, alles andere könnt ihr gerne diskutieren und das ist links und das ist vollkommen in
  56. Ordnung. Äh, aber hier machen wir ja eine wirtschaftspolitische Einordnung und da finde ich nun wirklich nichts Linkes bei den Grünen.
  57. Nein, dass Menschen Vollzeit arbeiten und trotzdem noch ausstocken müssen und ihr damit eurem Steuergeld auch noch Lohndumping subventioniert.
  58. Aber wir müssen ehrlich hinschauen, was passiert wirklich, wenn wir Löhne per Gesetz erhöhen, unabhängig von Produktivität, Wirtschaftslage oder
  59. Wettbewerbsfähigkeit? Kurze Frage, ist das nicht Sozialismus und Planwirtschaft? Aber kurze Antwort.
  60. Nein. Lasst uns gemeinsam kurz in den Rückspiegel der Geschichte schauen. Was ist die Geschichte des Mindestlohn? Den
  61. flächendeckenden Mindestlohn gibt's bei uns erst seit 2015 und seitdem ging es jedes Jahr mit dem Mindestlohn immer weiter nach oben. Aktuell stehen wir bei
  62. 12,82 €. Doch die Debatte bleibt zu niedrig, zu hoch oder einfach Fehlerplatz. Und vor allem gibt's ein Konkurrenzprodukt, das Bürgergeld. Viele
  63. müssen ja gar nicht wollen gar nicht mehr arbeiten, weil es ja nicht mal in diesem Pseudoartikel steht das natürlich drinne. Äh natürlich
  64. wollen die Leute arbeiten. Äh ja, die Arbeitslosigkeit steigt jeden Monat aktuell in Deutschland. Was bedeutet Arbeitslosigkeit? Das sind Leute, die
  65. sich gerade arbeitssuchend melden. Was wollen Arbeitssuchende? arbeiten. Ja, schon falsifiziert, Unsinn. Ja, und vor allen Ding geht er
  66. ja hier noch mit dem Versprecher rein Euro82. Doch die Debatte bleibt zu niedrig, zu hoch oder einfach Fehlern Platz und vor allem gibt's ein
  67. Konkurrenzprodukt das Bürgergeld. Viele müssen ja gar nicht oder wollen gar nicht mehr arbeiten, weil es sich schlichtwg nicht lohnt. Bis zum Jahr
  68. 2015 gab es in Deutschland eigentlich überhaupt gar keinen flächenden gesetzlichen Mindestlohn. Stattdessen regelten Tarifverträge die Löhne in
  69. vielen Branchen, doch Millionen Menschen fielen durch dieses Raste. Ja, also ihr hat's ja eigentlich ihr hat ja das Bürgergeld
  70. Konkurrenz genannt. Ja. Und warum kann man auch mit dem Bürgergeld einen implizierten Mindestlohn setzen? Ähm ja, natürlich sollten die Löhne über
  71. dem Bürgergeld legen, das ist logisch. Ähm und äh wenn die Löhne unter dem Bürgergeld legen würden, dann gt's einen riesigen Aufschrei zurecht.
  72. Äh deswegen äh schafft man mit dem Bürgergeld halt eben auch einen implizierten Mindestlohn, den man nicht mit Zahlen so gut ausdrücken kann, wie
  73. einen äh expliziten Mindestlohn. Ähm, das äh war trotzdem ein implizierter Mindestlohn auch schon vorher. Die Debatte um einen gesetzlichen
  74. Mindestlohn spaltete lange die Politik und auch die Gesellschaft. Während Gewerkschaften und Sozialverbände ihn als überfälligen Schutz für Arbeiter
  75. forderten, waren Wirtschaftsverbände vor Arbeitsplatzverlusten und steigender Bürokratie. Erst durch den Druck der SPD und die Kompromissbereitschaft in der
  76. großen Koalition wurde er 2015 unter Merkel schließlich eingeführt mit der steigenden Bürokratie. Vielleicht bin ich heute wieder ein
  77. bisschen zu zu penibel. Ja, aber da hat jetzt ja nur Mark Friedrich einfach nur Argumente wiedergegeben. Manchmal frage ich mich wie das so läuft
  78. so von neoklassischer liberaler Seite. So, jetzt haben sie irgendwo ein Argument gefunden. Oh, Wettbewerbsfähigkeit haben wir eine
  79. Riesenangst vor. werden wir gleich auch noch mal drüber sprechen. Äh, aber wir brauchen irwie noch ein Argument. Es ist steht noch gar nicht so
  80. viel hier an gegen Argumenten. Ah, Bürokratie. Bürokratie, das geht immer seit 100 Jahren. Bürokratie, bestes Argument der Liberalen.
  81. Äh ganz ganz gruselig, ne? Das ist natürlich wirklich wirklich eine Luftnummer. Steigender Bürokratie. Erst durch den
  82. Druck der SPD und die Kompromissbereitschaft in der großen Koalition wurde er 2015 unter Merkel schließlich eingeführt mit einem
  83. Startwert von damals 8,50 € pro Stunde. Seitdem wurde er schrittweise immer weiter erhöht und bis 2027 soll er sogar auf 14,60 € angerufen werden. Viele
  84. Befürwörder des Mindestlohns sagen: "Hey, hat doch funktioniert, die Jobs sind trotzdem geblieben. Aber wo ist das Problem? Die Wahrheit ist
  85. übrigens, das ist kein Kensiana, ne? Das ist kein Postkänsaner. So ist es fair. So ist es fair. Ja, also er ist er gehört nicht zu
  86. meiner zu meiner Denkschule. Das hat nichts damit zu tun. Wir hatten in den letzten Jahren Rückenwind. Die Wirtschaft lief stark,
  87. der Arbeitsmarkt war stabil. Doch da stellt sich natürlich die Frage, wären ohne Mindestlohn noch mehr Jobs eigentlich de facto entstanden? Das weiß
  88. niemand. Und heute ist die Lage eine ganz andere. Die Deutsche Wirtschaft steckt im dritten Jahr in der Flaude. Die Produktivität tritt auf der Stelle.
  89. In so einem Umfeld könnte ein steigender Mindestlohn der nächste Schlag für Unternehmen sein und eine Krise auslösen. Die
  90. So, also gehen wir hier mal in die Analyse rein. Ähm welche Bedeutung hat Lohnpolitik in der Krise? Ja, die allgemeine Sache habe ich ja gerade eben
  91. schon erklärt. Da geht's irgendwie um ein um ein Konflikt, um das Volkseinkommen. Okay. Und da kann man die Arbeitnehmerseite natürlich
  92. unterstützen mit dem Mindestlohn. So, jetzt haben wirskrise. Ja. Äh, was hat die Bank of England z.B. Mitte des Jahres veröffentlicht?
  93. Wirtschaftswachstum stärker als erwartet. Lohnwachstum stärker als erwartet. H gleichzeitig. Preise stiegen auch etwas stärker als erwartet. Hm.
  94. Okay. Ähm, wie hängt das Ganze zusammen? Wir haben im letzten Video eine Nachfrageelücke analysiert. Ja, die
  95. Unternehmen verkaufen zu wenig, das ist das große Problem. Zu wenig Aufträge, zu wenig Absatz. Und in dieser Situation äh sind höhere Löhne natürlich
  96. hervorragend, weil ich es gerade eben schon erklärt habe. Zunächst einmal steigt der Reallohn. Die Preise ziehen langsamer hinterher. Zunächst einmal ist
  97. der Vorteil auf der Arbeitnehmerseite und wir können das Problem des Nachfragemangels teilweise durch äh die Lohnmaßnahmen schließen. Die Leute
  98. kaufen etwas mehr, wenn sie einen höheren Reallohn haben. Die Unternehmen verkaufen jeder etwas mehr. Die Stimmung am Gütermarkt verbessert sich äh und
  99. insgesamt wirken sich die Maßnahmen also positiv auf die gesamtwirtschaftliche Stimmung aus, weil dieses Abseitsproblem einfach kleiner wird. Es ist also eine
  100. geeignete Maßnahme ähm in einer Wirtschaftskrise. Jetzt müssen wir noch über Wettbewerbsfähigkeit sprechen. Deutschland ist aktuell immer noch viel
  101. zu wettbewerbsfähig. Wir haben einen riesigen Leistungsbilanzüberschuss. Das heißt, wir verkaufen viel mehr an das Ausland, als wir vom Ausland kaufen. Per
  102. Definition sind wir zu wettbewersfähig. ist ja auch klar, wenn wir, wenn unser Kram so billig ist, dass das Ausland ganz viel kauft, äh und wir weniger vom
  103. Ausland kaufen. Was passiert, wenn wir jetzt also im Inland die Löhne erhöhen? Ja, das Preisniveau dann auch etwas nachzieht natürlich, das hat erstmal gar
  104. keine Auswirkung auf das Preisniveau äh im Ausland. Die machen eine andere Politik. Ja, das heißt, wir erhöhen hier unsere Löhne. Die Preise im Ausland
  105. steigen aber nicht gar nicht. Ja, die haben erstmal damit nichts zu tun. Die steigen aus anderen Gründen, aber nicht aus unserer nicht aufgrund von unserer
  106. Politik. Das heißt, die Realöhne steigen auch teilweise, weil sich das nicht auf die Importe auswirkt und die Importe ja auch ein Teil von dem ausmachen, was wir
  107. uns kaufen, von unserem Warenkorb. Ja, auch deswegen steigen die Real Löhne also etwas. Was ist jetzt mit den Exporten? Ja, okay, natürlich wird die
  108. Exportwirtschaft ein bisschen davon getroffen. Das ist ja ganz klar. ähm weil äh die Innlandsäh Löhne steigen, weil das Innlandspreisniveau da
  109. natürlich nachzieht und das natürlich äh für den internationalen Wettbewerb ähm ein Problem ist. Das Gute ist natürlich, wie
  110. gesagt, die Binnennachfrage, die steigt, hier ist wieder mehr abzusetzen in Deutschland und das Ziel muss natürlich langfristig eine ausgeglichene
  111. Leistungsbilanz sein, dass die Deutschen sich ihren eigenen Kram äh quasi wieder kaufen können, dass sie wieder insgesamt quasi eine ausgeglichene
  112. Leistungsbalance da ist. Klar, wir kaufen auch immer noch vom Ausland ein, wir verkaufen immer noch an das Ausland, aber insgesamt gleich viel eine
  113. ausgeglichene Wettwerbsfähigkeit, weil jetzt kommt der letzte Punkt, die letzten 20 Jahre sind die Löhne zu langsam gestiegen. Die Löhne sind
  114. langsamer gestiegen als unsere Arbeitsproduktivität. bedeutet, wir wurden immer produktiver, wir haben immer mehr hergestellt pro
  115. Stunde, unsere Löhne sind aber nicht gleichermaßen gestiegen. Wir konnten uns unsere eigene Mehrproduktion nicht leisten, weil die Löhne nicht gestiegen
  116. sind. Wir konnten unseren eigenen Kram nicht leisten. Ja, wer hat's gekauft? Wisst ihr jetzt ist Ausland? Ja, so ist das Leistungs so ist der
  117. Leistungsfüberschuss entstanden. Äh Löhne in Deutschland niedrig gehalten. Die Leute werden aber produktiver. kauft aus dann den Kram halt. Ja, kauft's aus
  118. den Kram halt. Genau. Das ist im Grunde genommen die Zusammenfassung. Insgesamt wird die gesamtwirtschaftliche Lage verbessert.
  119. Das Nachfrage Problem wird gelöst. Das ist das größte Problem der deutschen Wirtschaft. Die Binnennachfrage wird gesteigert. Die Real Löhne steiger
  120. steigen aus zwei Gründen. Einmal aufgrund Zeitversatz, einmal natürlich aufgrund des äh Effekts äh auf Löhne und Importe. auf diesen Link. Ja, die
  121. deutsche Exportindustrie ähm die hat auch einen Nachteil. Ja, Wettbewerbsfähigkeit schrumpft sowieso schon unter anderem wegen hoher
  122. Energiepreise und Löhnen und immer mehr Sozialkosten und Bürokratie, die sich immer weiter der Produktivität abkoppeln. Um das Ganze mal greifbar zu
  123. machen, schauen wir doch auf ein Beispiel aus der Praxis. Sagen wir z.B. ich hätte eine Bäckerei, die Bäckerei Friedrich. Handwerksbäckerei irgendwo in
  124. Süddeutschland. Natürlich, wie gesagt, im schönen Schwabenländle und wir machen Priegel, Seelen, Pretzeln und ja, wie gesagt, der Inhaber ein Mann mit besten
  125. wirtschaftlichen Instinkten und im großartigsten Humor aller Zeiten. Ihr kennt ihn vielleicht. Ja, das bin ich, der Bäckermeister Mark Friedrich. Keine
  126. Angst, das bin natürlich nicht ich, sondern ein Namensf, der statt Charts zu analysieren lieber Teig knetet. In seiner Bäckerei arbeiten fünf
  127. Teilzeitverkäuferinnen, alle extrem hot natürlich, die alle den Mindestlohn verdienen. Wenn der nun wie geplant weitersteigt, sagen wir auf
  128. 13,90 € dann hat das für unseren Bäckermeister Friedrich sehr reale Konsequenzen, denn plötzlich muss er für jede gearbeitete Stunde deutlich mehr
  129. zahlen. Nicht nur den Lohn an sich, sondern auch natürlich die höheren Sozialabgaben und Nebenkosten, die bringen den Verkäuferinnen gar nichts.
  130. macht sich der Start die Taschen voll und das sumiert sich schnell zu mehreren 1000 € pro Jahr. War
  131. natürlich jetzt schon mehrere Fehler drinne. Ähm, also der Stadt macht sich niemals die Taschen voll. Wir leben in einem staatlichen Geldsystem. Wenn der
  132. Stadt Schulden macht, dann schöpft er Geld. Ähm und dadurch ist jegliches staatliches Geld entstanden. Staatliches Geld entsteht immer, wenn der Staat mehr
  133. ausgibt, als er einnimmt. Also genau dann, wenn der Staat sich nicht die Taschen voll macht. Das ergibt überhaupt gar keinen Sinn, was er da gerade gesagt
  134. hat. Ähm und das zweite ist natürlich in einigen Bereichen, die also sehr lohnintensiv äh äh sind, ist es
  135. natürlich vollkommen legitim, wenn dann sehr sehr schnell auch die Preise anziehen. Ja, also Bäckereien, Friseure, die können also sehr sehr schnell dann
  136. auch zurecht die Preise anziehen. gesamtwirtschaftlich ist, aber wie gesagt diese gesamtwirtschaftliche Dynamik in echte Zeit in einen
  137. historischen Prozess eingebettet und die Preise ziehen langsamer nach. Bedeutet einige Preise ziehen schnell nach, andere Preise ziehen langsamer
  138. nach und wir haben erstmal mehr in der Tasche. Für eine gesamtwirtschaftliche Analyse sind Einzelbeispiele natürlich vollkommen uns zu reichen. Gerade hier
  139. diese lohnintensiven äh Einzelbereiche sind also vollkommen äh unzureichend. ähm in Bereichen auch, wo man natürlich die Produktivität überhaupt gar nicht
  140. steigern kann, äh das äh ist äh ganz ganz ganz schwach. Ähm ja äh in der Industrie äh die Industrie
  141. ähm zieht die Preise halt eben nicht ganz so schnell nach. Die Industrie reagiert dann auf äh die Mehrnachfrage, die entsteht durch die höheren Realöhne
  142. auch mit höherer Produktion. Äh, da wird also angeregt die ganze Industrie. Äh, und äh wenn wir das Ganze kombinieren ähm mit einem staatlichen
  143. Konjunkturprogramm, äh dann können wir Investition in die Produktivität triggern. Ähm dann können wir dafür sorgen, äh, dass insgesamt
  144. mehr da ist. Ähm ja, steigende Produktivität wirkt immer deflationär, äh weil wir mehr herstellen. Insgesamt werden also mehr Löhne gezahlt, aber
  145. auch mehr hergestellt. Ähm ja, insofern ganz ganz schlechtes Beispiel. Eine ordentliche Stange Geld für ein
  146. kleines Unternehmen, das ohnehin schon mit den gestiegenen Energie und Rohstoffpreisen kämpfen muss, als auch mit immer mehr überbordernden
  147. Bürokratieanforderungen. 2026 soll der Mindest dann auch 13,90 € die Stunde steigen. Das bedeutet für den Backrich, der Stundenlohn steigt damit
  148. um 1,8 € für eine Teilzeitkraft mit 30 Stunden pro Woche. Bedeutet das 32,40 € mehr Lohn pro Woche. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt das zusätzliche
  149. Bruttolohnkosten von rund 1685 €. Doch dabei bleibt es natürlich nicht. Der Arbeitgeber muss ja zusätzlich noch Sozialabgaben wie Kranken, Pflege und
  150. Renten und Arbeitslosenversicherung zahlen und diese liegen zusammen bei etwa 20% des Bruttlohns. Das macht noch mal on top rund 337
  151. € extra aus und unterm Strich kostet die Anhebung des Mindestlohn von rund 1 € für eine Teilzeitkraft den Betrieb also gut 2020 € mehr pro Jahr. Die Bäckerei
  152. Friedrich hat insgesamt fünf Verkäuferinnen. Ergo zahlt Mark rund 10.000 1000 € zusätzlich pro Jahr. Bei mehreren Mitarbeitern vervielfacht sich
  153. also dieser Betrag, ohne dass die Produktivität irgendwie steigt oder automatisch mehr verkauft wird. Und leider backt auch der Umsatz keine
  154. größeren Brötchen. Die Produktivität seiner Mitarbeiter bleibt nämlich gleich. Niemand verkauft plötzlich doppelt so viele Pretzel nur weil der
  155. Lohn steigt. Als hat Mark nur eine Lösung. Er steht vor der Entscheidung. Preise erhöhen für den Endverbrauch, also für dich und für mich oder
  156. Personalabbauen. Heißt konkret, das Brötchen kostet nicht mehr 40, sondern vielleicht 55 Cent, verbunden mit der Gefahr, dass Kunden zum Discounter
  157. abwandern oder erstreicht eine Verkäuferin, was dann wiederum zu mehr Stress für die übrigen Mitarbeiter führt und natürlich mehr Belastungen, weil
  158. dann wir als Allgemeinheit dann eventuell mehr Bürgergeld zahlen müssen für die Dame, die dann ausgeschieden ist. Genauso sieht das Dilemma momentan
  159. in vielen kleinen Betrieben in Deutschland aus. Nicht nur in der Bäckerei Friedrich. Ich spreche in der Honorarberatung mit vielen Unternehmern,
  160. die genau sich diese Frage momentan stellen. Entlasse ich einfach ein paar aus der Belegschaft oder muss ich die Preise erhöhen? Fakt ist
  161. ja äh gehen wir hier also noch mal rein. Ähm wir müssen jetzt durch unsere Politik eine gesamtwirtschaftlich gute Situation schaffen. Wir haben ein großes
  162. Nachfrageproblem in der Wirtschaft. Das haben wir im letzten Video ganz genau analysiert. Schaut euch das gerne mal an. Und dieses müssen wir jetzt also
  163. schließen. Wir erhöhen die Löhne. Ich habe schon erklärt, warum auch die Real Löhne steigen, ne? Weil die Preise würden langsamer nachziehen und wir
  164. machen ein großes Konjunkturprogramm und erhöhen die gesamtwirtschaftliche Stimmung. Und wenn wir die gesamtwirtschaftliche Stimmung erhöhen,
  165. ja, wenn die Stimmung am Güter macht, wenn wir dafür sorgen, dass wieder alles verkauft wird, die Arbeitslosigkeit wieder fällt, äh dann sind wir in einem
  166. Umfeld, wo natürlich genau diese Bereiche äh die Preise ohne Probleme anheben können. Ja, das heißt, diese Makropolitik müssen wir fahren.
  167. Lohnpolitik kombiniert mit einem großen Konjunkturprogramm. Äh, lohnintensive Bereiche ziehen die Preise stelle an natürlich als weniger
  168. lohnintensive Bereiche, das ist vollkommen klar. Äh, aber insgesamt äh kann natürlich in so einem Unfeld können in ein können in einem solchen Umfeld
  169. die Preise dann in solchen Bereichen halt eben leicht angepasst werden. Wenn die gesamtwirtschaftliche Stimmung gut ist, dafür müssen wir sorgen. Dafür
  170. müssen wir sorgen. Und in einer Wirtschaftskrise, da wechseln die Leute natürlich von der Bäckerei zum Discounter. Wir sind jetzt in einer
  171. Wirtschaftskrise. Wir müssen raus aus dieser Wirtschaftskrise schaffen wir, indem wir diesen Nachfragemangel schließen durch
  172. Lohnpolitik und äh durch ein großes Konjunkturprogramm. Und wenn dann die gesamtwirtschaftliche Stimmung wieder gut ist, dann kaufen die Leute
  173. sicherlich auch äh wieder in der Bäckerei ein. Die Zeche zahlen immer wir und aber nicht bei Mark Friedrich, ne? würde
  174. ich nicht machen. Jede Einmischung der Politik in den Arbeitsmarkt oder generell in die Wirtschaftswelt ist immer verbunden mit
  175. mehr Bürokratie, mehr Kosten und Kollateralschäden. Denn wenn die Löhne gesetzlich steigen, ohne dass die Leistung oder die wirtschaftlichen
  176. Rahmenbedingungen mithalten, gerät das gesamte System aus dem Gleichgewicht. Am Ende zahlen wir alle drauf, entweder an der Kasse.
  177. Und das ist halt so ein dummes Argument. Ähm, die letzten 20 Jahre sind die Löhne zu langsam gestiegen. Auch für
  178. Neoklassiker, für Liberale, egal in welche Theorie man schaut, Löhne sollten immer mit der Produktivität äh steigen. Ja, mit der Produktivität.
  179. Und die letzten 20 Jahre sind die Löhne langsamer gestiegen. Ja, wir haben also dieses Problem. Die letzten 20 Jahre ging lief es genau umgekehrt. Ja.
  180. Äh und jetzt müssen die Löhne endlich mal wieder steigen, damit wir uns unseren eigenen Kram kaufen können. Durch teurere Produkte oder durch
  181. weniger Jobs. Und unser fiktiver Bäckermeister Mark, der denkt sich wohl möglich irgendwann, hätte ich doch lieber YouTube Videos gemacht oder
  182. NASA. Ich gehe einfach ins ausenb größere Brötchen. An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Blick auf die österreichische Schule der
  183. Nationalökonomie. Eine Denkrichtung, die oft übersehen wird, aber gerade bei solchen Fragen erstaunlich klare Antworten liefert und auch immer mehr
  184. durch die Realität eigentlich untermauert wird. Was sagen die Ökonomen wie Ludwig von Mes oder Friedrich? Also meine ist irgendwie jetzt schon zum
  185. Scheid verurteilt, was Ökonomen sagen, das bring uns erstmal gar nichts. Wir müssen das in irgin Kontext setzen und dann noch historischen Prozess
  186. einbetten. Aber okay, wie gesagt, die beiden Kollegen kenne ich kenne ich gut sogar. August von Hayek zum Mintestlohn. Sie
  187. würden sagen, Löhne sind Preise und wie alle Preise entstehen sie nicht durch Gesetze, durch Politiker, sondern durch Angebot und Nachfrage. Wenn der Staat
  188. künstlich einen Mindestpreis, also ein Mindestlohn festlegt, der über dem liegt, was der Markt eigentlich hergibt, dann entsteht ein gigantisches Problem,
  189. nämlich ein Überangebot an Arbeitskraft. Sprich, mehr Menschen wollen arbeiten, aber weniger Unternehmen können oder wollen sie einstellen. Das Ergebnis
  190. Arbeitslosigkeit. Nicht weil die Unternehmer böse sind, sondern weil sich gewisse Jobs schlicht nicht mehr rechnen. Die österreichische Schule
  191. warnt genau davor und ich kann nur jedem ans Herz legen, die Bücher von Hayek und von Mises zu lesen. Ich werde sie dir unten verlinken, wenn man
  192. so was sagen die beiden Kollegen makroökonomisch im Kern? Äh, die Löhne müssen mit der Produktivität äh steigen. Also die Produktivität ist das, was die
  193. Wirtschaft hergibt. Wie gesagt, die letzten 20 Jahre sind die Löhne zu langsam gestiegen. Diese beiden Ökonomen sind also eh schon vollkommen ratlos.
  194. Die wissen nicht, was die letzten 20 Jahre da los war. Sie sind vollkommen verzweifelt. Äh für sie äh ist die Arbeit so unfassbar billig gerade. So
  195. unfassbar billig, dass eigentlich gar keine Arbeitslosigkeit da sein kann. Die Arbeit ist ja seit 20 Jahren äh steigen die Arbeitskosten langsamer als der
  196. Output der Arbeit. Die Arbeit ist unfassverbich. Die können gar keine Arbeitslosigkeit gerade erklären. Ja, die sind völlig verzweifelt. Die wissen
  197. gar nicht, was los ist. Warum wissen sie das nicht? Weil äh Löhne nicht nur Kosten sind, sondern auch Einkommen und damit Nachfrage. Und
  198. wenn man die Nachfrage nicht adäquat steigert, ja, dann kann man noch so produktiv sein. Man kann den Kram nicht verkaufen
  199. und dann hat man genau das ein Nachfrageproblem. Das hat die Wirtschaft. Die beiden Kollegen sind eh schon raus, weil für
  200. die ist die Arbeit gerade so unfassbar billig, weil seit 20 Jahren die Arbeitskosten langsamer steigen als der Output der Arbeit. Die sind eh schon
  201. weg. Ja, die übersehen, dass Löhne äh auch Einkommen sind, auch Nachfrage sind und dass diese Nachfrage gerade hat eben viel zu klein ist, weil die Löhne zu
  202. niedrig sind. Das übersehen die beiden Kollegen und ja, gut, das Markt das jetzt nicht in irgendein Kontext setzt. Äh, die
  203. beiden Kollegen sind lange tot, die haben nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Äh, lass die mal. Aber das in diesen Kontext jetzt hier setzen ähm ist
  204. natürlich völlig absurd. Man glaubt, man könne Wohlstand einfach verordnen, ohne die Produktivität zu berücksichtigen, dann ruiniert man lang.
  205. Jetzt sagt er auch noch Produktivität, hast du die beiden Indikatoren mal angeschaut oder was? Ich genau das, was man eigentlich
  206. schützen will. nämlich Arbeitsplätze. Und genau das ist ja das Problem der Politik. Nicht umsonst sage ich immer und immer wieder, der Weg in die Hölle
  207. ist gepflastert mit guten Absichten, aber sie können es nicht. Und eigentlich müssten wir aus den Geschichtsbücher lernen, dass Politik es nie besser
  208. macht. Der Staat und die Politik sind einfach ein schlechter Unternehmer. Deshalb sagen die Vertreter dieser Schule: "Der einzige Weg zu echtem
  209. Wohlstand führt über Freiheit, Eigenverantwortung und echte Marktpreise auch beim Lohn." Der Markt regelt eben fast alles. Es wird jetzt oft gerne
  210. behauptet, der deutsche Mindestlohn zeit zu niedrig. Doch ein Blick ins europäische Ausland zeigt ein ganz anderes Bild und der Vergleich lohnt
  211. sich. Dazu ein paar Beobachtungen von meiner Seite. Wenn man sich das Brutto Inlandsprodukt pro Erwerbstätigen anschaut, steht Deutschland heute ja
  212. tatsächlich hinterländern wie der Niederlanden, Belgien und Österreich. Und trotzdem ist unser Mindestlohn höher als in vielen dieser Länder. Wie
  213. erwähnt, der deutsche Mindestlohn liegt bei 12,82 € momentan. In Öland hingegen beträgt er 13,50 €. Das sind 5,3 % mehr als bei uns, obwohl das
  214. durchschnittliche Einkommen dort um rund 85% höher ist. Luxemburg liegt mit einem Mindestund von 15,25 € deutlich darüber. Das sind 19% mehr als bei uns in
  215. Deutschland. Aber das durchschnittliche Einkommen liegt dort fast doppelt so hoch, also 85% über dem deutschen Niveau. In den Niederlanden verdienen
  216. Arbeitnehmer 14,6 Oh, wie kann man eigentlich, wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, so
  217. viel Gewicht auf Luxemburg zu legen? Das ist ja herrlich. Okay, es ist ein Fachkollege, deswegen darf ich ein bisschen härter sein in
  218. Drections. Habe ich schon mal gesagt. Okay. Ähm, ihr könnt mir ja mal in die Kommentare schreiben, wie ihr das hier heute findet.
  219. Was ist der wichtigste Preis in einer Wirtschaft? Okay, das ist der Lohn. Aber welcher Lohn und in welche Relation müssen wir diesen Lohn setzen?
  220. der Lohn der pro durchschnittliche Produktivität bezahlt wird. Wie hoch ist so der
  221. durchschnittliche Output in einer Pro Arbeitsstunde in Deutschland? Das ist der entscheidende Preis in der Wirtschaft. Wie viel wird bezahlt für
  222. die durchschnittliche Produktivität in dem Land pro Stunde? entscheidende Wert und da ist Deutschland gerade unfassbar billig. Ich habe gerade eben schon
  223. erzählt, okay, die Produktivität ist seit 20 Jahren langsamer gestiegen als die Löhne. Ja, deswegen sind wir so billig. Woran sehen wir, dass wir so
  224. billig sind? Ja, Deutschland hat einen Leistungswens überschuss. Unsere Produkte sind so billig, dass der Rest der Welt ganz viel davon kauft. Wir
  225. kaufen weniger aus dem Rest der Welt, weil der Rest der Welt teurer ist. Ja, ganz einfach. Ja, das ist der wichtigste Preis. Das heißt, man muss es in einen
  226. Kontext einbetten äh und die Produktivität äh in dem Land berücksichtigen. Ähm und äh das ist einfach hier äh also
  227. eine unfassbar äh ähäh blutlose Analyse ohne irgendeinen Kontext ähm Luft pro Stunde rund 9,7 % mehr als bei uns. Und das entspricht ziemlich genau dem
  228. dort höheren Einkommensniveau. Ganz anders sieht es aber z.B. in Frankreich aus. Dort liegt der Mindestlohn bei 11,88 € also 7,3 % unter dem deutschen
  229. Wert. Und in Italien, dort gibt es weiterhin keinen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn. Stattdessen gelten spezifische Tarifverträge mit
  230. Stundenlöhnen meist zwischen 7 und 9 € und damit mindestens 30% niedriger als bei uns. Und was heißt es jetzt alles konkret? Trotz unseres vergleichweise
  231. durchschnittlichen Einkommensniveaus liegt der deutsche Mindestlohn klar im oberen Drittel Europas und ist teilweise sogar höher als in Ländern mit
  232. vergleichbarer oder besserer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Vor allem der Vergleich mit Irland und Luxemburg zeigt, dort sind die Einkommen
  233. deutlich höher, aber der Mindestlohn liegt nur moderat über dem deutschen Niveau. Wenn wir jetzt also auf 15 € gehen, wären wir fast europäische Spitze
  234. beim Mindestlohn. Wenigstens da sind wir noch Numero uno, wenn schon nirgendwo anders mehr. Viele Beförwter des Mindestlohns aus SPD, Grün und Linken
  235. hatten den letzten Monaten einen Mindestund von mindestens 15 € gefordert. Ich bin mal ehrlich, ich glaube tatsächlich, die bauen vor, falls
  236. sie dann nicht mehr ins Amt gewählt werden und in der Realwirtschaft irgendwas machen müssen. Das zäht dann nicht mehr Qualifikation, sondern dann
  237. gibt's halt Mindestlohn. Aber angenomm, wir hätten einen Mindestlund von 15 €. Dann lege nur noch Luxemburg vor uns, allerdings mit einem durchschnittlichen
  238. Einkommen, das immer noch 85% höher ist als in Deutschland. Klar ist auch, die Gewerkschaften würden versuchen, diesen Lohnabstand aufrecht zu erhalten, was
  239. den Druck auf alle Löhne erhöhen würde. Und das genau in einer Zeit, in der viele Unternehmen ohnehin schon kämpfen. Ich meine, man muss nur sich mal
  240. umschauen. Immer mehr pleiten, Insolvenzen, auch Unternehmen, die einfach abwandern. Die Industrialisierung ist im vollen Gange
  241. und nicht nur das Unternehmen abwandern, nein, es müssen auch Stellen gestrichen werden. 3000 bei Bosch, 5000 hier, 1000 dort, vor allem aus dem produzierenden
  242. energieintensiven Gewerben. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Die Aufträg Ja, und was haben die gerade für ein
  243. Problem? Ein Nachfrageproblem. Ups. Gesinken. Viele Betriebe können
  244. Preissteigerung nicht mehr an die Kunden weitergeben. Die logische Folge wäre also weniger Arbeitsplätze, mehr Geschäftsaufgaben und eine beschleunigte
  245. Abwanderung von Produktion ins Ausland. Genau das passiert. Ja, und damit kommen wir zum eigentlichen Problem. Wohlstand entsteht nicht durch staatliche
  246. verordnete Löhne, sondern durch Produktivität, Innovation und Schaffenskraft. Und die wiederum setzt Investitionen voraus in Technik, in
  247. Prozesse, in Menschen. Doch dafür braucht es günstige Rahmenbedingungen, wenig Bürokratie, niedrige Steuern, niedrige Abgaben, wettbewerbsfähige
  248. Energiekosten und eine funktionierende Infrastruktur sowie Planungssicherheit. Nicht dieses ständige Hüh und Hott der Politik, keine ideologischen Gehirnfürze
  249. von irgendwelchen dogmatischen Fanatikern. und nicht zuletzt bessere Aus und Weiterbildung. Doch genau das spielt in der aktuellen politischen
  250. Diskussion kaum noch eine Rolle. Im Gegenteil, viele dieser Themen stehen inzwischen unter Finanzierungsvorbehalt oder gelten sogar als politisches Tabu.
  251. Die Tatsache, dass der Mindestlohn derzeit das größte Streitthema ist, zeigt vor allem eins, die deutsche Politik hat sich längst von der aktiven
  252. Gestaltung von Wohlstand verabschiedet und lebt in einer Lalawelt. Es ist eigentlich nur noch Umverteilung, Sozialismus und ja, was soll ich sagen,
  253. spättrömische Dekadenz stattdessen versuch. Okay, das sind wir jetzt auch genug für heute. Ähm gehen wir noch einmal darauf
  254. ein, warum diese Angebotspolitik vollkommen nutzlos ist. Wir können jetzt die Unternehmenssteuer auf null senken. Es wird nichts passieren. Es wird
  255. absolut gar nichts passieren. Wann investieren Unternehmen? Wann investieren Sie? Ja, wenn die Kapazität ausgelastet ist,
  256. es muss überhaupt erstm genügend wirtschaftliche Nachfrage da sein, Dynamik da sein, dass die Nachfrage auch in Zukunft da ist und wächst, damit
  257. Unternehmen investieren. Äh denn sie investieren natürlich nur, wenn sie mit den vorhandenen Kapazitäten nicht auskommen und erwarten also in Zukunft
  258. auch mit größeren Kapazitäten hantieren zu können, Gewinde machen zu können. Und dafür brauchen wir die Nachfrage. Das ist der entscheidende Faktor. Daran
  259. mangelt es aktuell und deswegen müssen wir Maßnahmen einleiten, die Nachfrage zu steigern. Lohnpolitik, großes Konjunkturpaket
  260. und damit schaffen wir es auch wieder äh, dass die deutsche Wirtschaft äh läuft. Damit schaffen wir es auch wieder, dass Deutschland ein attraktiver
  261. Standort ist. Äh, das sind äh die entscheidenden Maßnahmen. Äh, ich hoffe, es hat euch gefallen. Ähm,
  262. Videovorschläge sind sehr gerne erwünscht. Ähm, schickt die mir einfach an. Meine Mail findet ihr in der Kanalbeschreibung. Ansonsten helft mir
  263. gerne auf dem Weg zu 1000 Abonnenten. Wir sehen uns eines Tages wieder. Adios meine Freunde.