Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Erzähltexte analysieren - Deutsch Oberstufe Abitur
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 117 Zeilen
- hi und schön dass du dabei bist nachdem in meinen letzten Videos der Schwerpunkt auf der Lyrik lag zeige ich dir in
- diesem Video wie du Erzähltexte analysierst dabei wird ein besonderes Augenmerk auf der erzählerischen
- Gestaltung bzw auf der Analyse der erzählerischen Gestaltung liegen los geht's der Fachbegriff für Erzähltexte
- heißt Epik die Gattung Epik umfasst insbesondere Romane Novellen Erzählungen und Kurzgeschichten das sind in der
- Regel auch die Textsorten die dir im Unterricht begegnen die Fabel und Parabel gehören tatsächlich auch noch
- dazu sind aber Sonderformen die wir deshalb hier nicht im Speziellen betrachten Achtung ganz wichtig bei
- deiner erzähltextanalyse und das schiebe ich gleich vorweg achte in der Klausur immer auf die Textsorte und auf den
- Fokus der Aufgabenstellung denn davon hängen natürlich viele viele Dinge ab und in
- der Regel ist ja ein Fokus vorgegeben worauf du bei der Analyse besonders achten sollst schauen wir uns nun den
- Aufbau der erzähltextanalyse an es beginnt wie immer mit einer ein Leitung in der du zunächst Autor Textsorte Titel
- Erscheinungsjahr und Thema des textauszugs oder des Textes nennst Textsorte ist hier wichtig du musst
- genau hinschauen welcher Textsorte dir eben vorliegt ob es ein Auszug aus einem Roman oder einer Erzählung ist oder ob
- es gar eine in sich abgeschlossene Kurzgeschichte ist solltest du einen romanauszug vorliegen haben und ihr habt
- diesen Roman bereits im Unterricht besprochen dann ist es in der Einleitung noch wichtig eine kurze
- Kontextualisierung zu geben das heißt also dass Du kurz erwähnst was zuvor geschah und an welcher Stelle sich
- ungefähr der ausgewählte Textauszug befindet das gleiche gilt auch für Novellen oder Erzählungen wichtig also
- bei Ganzschriften im Hauptteil beginnst du mit einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung welche Figuren kommen
- vor was passiert und und wo spielt die Handlung danach gehst du auf die Figurengestaltung und auf die Beziehung
- der Figuren ein das steht eigentlich immer im Mittelpunkt der Erz Textanalyse es geht darum wie Figuren dargestellt
- sind und wie sie mit anderen interagieren dabei achtest du besonders auf die sprachliche
- Gestaltung und abschließend ist ein ganz wichtiger Baustein die Erzähltechnik wie ist der Text erzählt in deinem Schluss
- gehst du noch mal auf das gesamt Gesamtbild ein z.B ob sich etwas verändert hat die Figur entwickelt hat
- oder wie die Figur insgesamt wirkt es geht also um eine vertiefte zusammenfassende Einsicht
- gegebenenfalls kannst du hier auch noch die Bedeutung der Textstelle im Gesamtwerk erläutern ist das ein
- Wendepunkt für die Figur genau auch hier ist quasi wieder der Kontext wichtig schauen wir uns jetzt
- die wesentlichen Elemente des Hauptteils noch mal an wir beginnen mit der Figurengestaltung bei der
- Figurengestaltung geht es darum was wir über die Figur erfahren und da kannst du dich zunächst fragen ist die Figur als
- Individuum ausgestaltet das ist in der Regel bei Romanen und Erzählungen der Fall oder steht sie repräsentativ für
- eine Gruppe das fällt z.B oft auf wenn die Figuren gar keinen Namen haben sondern nur als er oder sie in
- Erscheinung treten das kann bei Kurzgeschichten durchaus vorkommen wir unterscheiden bei der Charakterisierung
- einer Figur zwischen der expliziten Charakterisierung und der impliziten Charakterisierung die explizite
- Charakterisierung bedeutet dass die Figur direkt charakterisiert wird also durch Selbstaussagen oder Aussagen
- anderer Figuren sowas wie ich war immer sehr zuverlässig oder eben wenn jemand anders über die Figur sagt du bist eine
- treue Seele implizite Charakterisierung bedeutet dass die Figur indirekt
- charakterisiert wird nämlich durch Handlungen durch die Wahrnehmung der Figur oder auch durch Körpersprache in
- der Regel spielen beide Arten der Charakterisierung zusammen und es geht dann auch darum zu darauf zu achten ob
- die in Einklang miteinander stehen also steht die selbstaussage einer Figur im Gleichgewicht mit dem wie sie
- auch handelt oder gibt es eventuell einen Kontrast ein Gegensatz zwischen den Beschreibungen und den den
- Handlungen ganz zentral ist bei der Figurengestaltung auch zu schauen ob die Figur eine Entwicklung durchläuft welche
- Art ist die Entwicklung und welche Faktoren bedingen diese Entwicklung schauen wir uns nun die Beziehung der
- Figuren an die unter Umständen auch übrigens maßgeblich für die Entwicklung einer Figur sein können bei der
- Beziehung der Figuren geht es darum in welchem Verhältnis die Figuren zueinander stehen und auch darauf zu
- achten wie das sprachlich deutlich wird also in der Art wie die Figuren miteinander reden oder wie sie sich
- gegenseitig charakterisieren wie denkt also die Figur über andere
- Figuren welche zentralen Konflikte kommen vor und welche Positionen vertreten die Figuren in diesen
- Konflikten eine weitere Frage die Du beantworten solltest ist ob sich die Beziehung verändert im Laufe der M des
- textauszugs und auch welche Rollen die Figuren zueinander einnehmen also ist eine Figur vielleicht eine Art
- Vaterfigur oder eine mentorfigur ist der eine überlegen der andere unterlegen und auch hier wieder ändert sich dieses
- Rollenverhältnis dann kann man auch von einer Umkehr der Rollen sprechen schauen wir uns nun die sprachlichen
- Gestaltungsmittel an die meisten davon kennst du schon aus dem Bereich der Lyrik
- in der Epik kommen in der Regel auch die Metaphorik also die bildhafte Sprache vor und auch Vergleiche die lohnt es
- sich immer besonders zu interpretieren Wiederholungen können auftreten Wiederholungen bestimmter Formulierungen
- oder bestimmter Beschreibungen dann sollte auch hier ein besonderes Augenmerk drauf gelegt werden auch
- rhetorische Fragen oder wiederkehrende Motive sind in der Epik häufig anzutreffen diese Gestaltungsmittel
- kennst du schon aus der Lyrik es kommt aber noch eine wichtige ein wichtiger Aspekt hinzu und zwar ist
- das achte darauf wie die direkte Rede oder die indirekte Rede verteilt ist und vor allen Dingen auch wer welche Figur
- hat wie viele Redeanteile das kann nämlich auch schon einiges aussagen über die Beziehung der Figuren und über deren
- Verhältnis zueinander idealerweise lässt du diese sprachlichen Gestaltungsmittel schon direkt bei der Analyse der Figuren
- einfließen und hast nicht später noch mal einen gesonderten Blog wo du dann darauf eingehst weil du dich dann im
- Zweifel wiederholst also versuch diese Gestaltungsmittel gleich bei der figurenanalyse einfließen zu lassen so
- nun schauen wir uns die Erzähltechnik an über die Erzähltechnik kann man ja ganze Seminare besuchen aber da die wenigsten
- von euch wahrscheinlich Germanisten werden wollen habe ich es hier runtergebrochen auf das was ihr in der
- Regel in Klausuren brauchen könnt als erstes schauen wir uns den Erzähler selbst an wir unterscheiden erstmal
- zwischen der Erzählform da gibt es den er sie Erzähler der tatsächlich die Pronomen er oder sie verwendet und den
- ich Erzähler diese Unterscheidung ist relativ leicht zu treffen dann müssen wir schauen aus welcher Perspektive das
- ganze erzählt ist ist es aus der Innenperspektive erzählt also nah dran an den Figuren oder eben aus der Sicht
- der einen Figur oder aus der Außenperspektive entfernt mit einer Distanz zu den
- Figuren ganz zentral ist auch das Erzählverhalten zu unterscheiden hier haben wir die Begriffe auktorial
- Personal und neutral zwischen denen wir unterscheiden der auktoriale Erzähler wird auch der allwissende Erzähler
- genannt er hat einen Überblick und einen Einblick in alle Figuren er kann dabei zwischen der Innensicht der Innensicht
- einer Figur und der Außensicht der Beobachtung von außen Wechseln der personale Erzähler hingegen
- nimmt die Perspektive einer Figur ein und ist da damit unmittelbar dran an den Figuren das kann sowohl als ich Erzähler
- geschehen oder aber auch in der R sie Form beides fällt dann unter das Erzählverhalten des personalen Erzählers
- der neutrale Erzähler steht außerhalb der figurenwelt er erläutert nicht er kommentiert nicht er wertet nicht und er
- scheint das Geschehen unmittelbar unvermittelt wiederzugeben
- der ist sicherlich am schwierigsten zu erkennen kommt aber auch am seltensten vor wenn ich das mal so sagen darf
- Achtung ganz wichtig ist dass die Erzähltechnik auch innerhalb eines Textes wechseln kann insbesondere auch
- innerhalb eines Romans da kann es durchaus wechseln zwischen Passagen des icherzählers Passagen eines auttorialen
- Erzählers und dann gilt es auch darauf zu achten und welche Funktion erfüllt es an dieser Stelle ein weiterer
- Schwerpunkt der Erzähltechnik ist die Zeit und Raumgestaltung bei der Zeitgestaltung können wir unterscheiden
- zwischen zeitraffendem zeitdeckendem und zeitdienendem erzählen das zeitraffende Erzählen ist euch
- sicherlich auch schon aus dem Film bekannt also ein Zeitraffer bedeutet dass etwas viel schneller
- dargestellt wird zusammengefasst wird als die eigentliche Handlung bedeutet also zwei Jahre später also wenn ein
- Roman mehrere Jahre umfasst dann ist es in der Regel ein zeitraffendes erzählen zeitdeckendes erzählen bedeutet dass die
- Erzählzeit und die erzählte Zeit gleich sind das ist in der Regel bei Dialogen der Fall denn du brauchst solangee die
- Dialoge zu lesen wie sie auch gesprochen werden das zeitdehnende Erzählen bedeutet dass letzten Endes das was
- erzählt wird kürzer ist als die Zeit die du brauchst um es zu lesen das heißt es ist wie so eine Art Verlangsamung um die
- Dehnung eines Momentes darzustellen das kann beispielsweise die Schwüle eines
- sommertags sein die ganz ausgedehnt geschildert wird oder ein krisenhafter Moment in dem das Individuum eben sehr
- lange einen Augenblick wahrnimmt der in Wirklichkeit nur ganz kurz ist bei der Zeitgestaltung unterscheiden wir auch
- noch mal zwischen Rückblenden und Vorausdeutungen die immer interessant sind in den Blick zu nehmen also an
- welcher Stelle springen wir zurück in der Zeit z.B auch in Form von Erinnerungen der Figur und an welchen
- Stellen wird schon vorausgedeutet dass es hauptsächlich beim auktorialen Erzähler der Fall der schon wei we was
- kommen wird kann aber auch in Form von Ahnungen einer Figur oder Visionen vorkommen als letztes schauen wir uns
- die Raumgestaltung an die auch immer sehr wichtig ist für deine erzähltextanalyse und zwar schauen wir
- hier erstmal ganz ganz banal auf den Handlungsort also welche Umgebung in welche Umgebung ist die Figur
- eingebettet ist sie z.B in der Stadt oder auf dem Land ist sie in der Heimat oder ist sie in der Fremde ist sie in
- einer Wohnung auch wie ist die Wohnung eingerichtet dann schauen wir auf die soziale Umgebung also auf die
- gesellschaftliche Zugehörigkeit ist es eine ärmliche Wohnung ist es ein statttliches
- Herrenhaus ist es heruntergekommen in welchem Stadtteil befindet es sich all diese Aspekte spielen hier rein denn die
- Sagen in der Regel auch schon etwas aus über den Charakter der Figur oder eben über die Umstände in denen die Figur
- lebt als letztes ist es noch wichtig auf die Atmosphäre zu chten oft wird der Gemütszustand einer Figur nämlich
- unterstrichen durch atmosphärische Elemente insbesondere Wetter Tages oder Jahreszeit dabei ist es ganz wichtig
- darauf zu achten gibt es eine Korrelation oder eine Diskrepanz zwischen der Figur und der
- Raumgestaltung zwei Fachbegriffe mit denen du deinen Deutschlehrer auch gerne mal beeindrucken kannst Korrelation
- bedeutet dass die beiden im Einklang stehen also ein dunkles Gewitter und die Figur ist im gleichen Moment aufgewühlt
- und in einer düsteren Verfassung oder aber eine Diskrepanz das bedeutet wir haben einen Unterschied zwischen der
- Raumgestaltung und der Figur das könnte eben sein dass ein herrlicher Sonnenschein ist und trotzdem der Figur
- gerade etwas Furchtbares wieder fährt dann hätten wir hier eine Diskrepanz vorliegen abschließend habe ich noch
- einen letzten Tipp für dich achte bei der erzähltextanalyse immer darauf ob es wusste Lehrstellen gibt ob es etwas gibt
- was der Erzähler nicht verrät sei es etwas was er einer Figur sagen möchte und er deutet es aber nur an und wir
- wissen gar nicht was es ist oder ob das Ende offen bleibt dass es ein Spiel mit Möglichkeiten gibt dass sowohl der
- positiver Ausgang oder auch ein negativer Ausgang möglich ist also das ist auf jeden Fall wichtig zu beachten
- denn da lässt sich in der Regel noch mal deutungstechnisch viel rausholen Lehrstellen können nämlich auch zum
- Spannungsaufbau dienen das ist z be krimmis der Fall so ich hoffe das hat ja schon weitergeholfen ich plane demnächst
- auch einige Videos zu ganz spezifischen Werken Romanen oder Novellen zu machen bzw auch zu den Gattungen Kurzgeschichte
- und Novelle also schau gerne mal vorbei wenn dich das auch noch interessiert
Zum Nachlesen
Charakterisierung (Literaturwissenschaft)Als Charakterisierung wird die Darstellung meist von Personen, gelegentlich auch nicht-menschlicher, oder von Gegenständen in erzählenden Kontexten …
SchilderungDie Schilderung ist eine Form der schriftlichen oder mündlichen Darstellung. Das deutsche Verb schildern leitet sich von gemalten Schilderungen auf den …
ErzählperspektiveDie Erzählperspektive eines erzählenden Textes (Epik) ist eine Antwort auf die Frage „Wo sieht und spricht der Erzähler?“ oder auch „Was kann der Erzähler …
FokalisierungFokalisierung ist ein von Gérard Genette im Jahr 1972 geprägter Begriff aus der Erzähltheorie, der das Verhältnis zwischen dem Wissen eines Erzählers und dem …