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Relativer Deckungsbeitrag einfach erklärt | Optimales Produktionsprogramm mit Engpass berechnen BWR
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 31 Zeilen
- Hallo zusammen. Stell dir einen Bäcker vor, der sowohl Brötchen als auch Hochzeitstorten backen kann. Klar, an einer Torte verdient er viel mehr als an
- einem Brötchen. Aber heißt das jetzt, dass der Bäcker automatisch nur noch Hochzeitstorten backen sollte? Natürlich nicht, denn eine Hochzeitstorte braucht
- auch deutlich mehr Zeit. Die Arbeitszeit des Bäckers ist knapp, z.B. nur 10 Stunden am Tag. Und deshalb sollte er sich nicht fragen, womit verdiene ich am
- meisten pro Stück, sondern mit welchem Produkt verdiene ich am meisten pro Stunde, also in meiner knappen Zeit. Schauen wir uns das mal an. Eine Torte
- bringt 150 € und dauert 5 Stunden. Pro Stunde erzielt der Bäcker einen Deckungsbeitrag von 30 €. Ein Brötchen bringt zwar nur 1 € an Deckungsbeitrag,
- aber der Bäcker schafft 60 Stück pro Stunde. Das wären also in der gleichen Zeit 60 € und somit doppelt so viel. Somit wäre es aus seiner Sicht viel
- sinnvoller, seine knappe Zeit für Brötchen einzusetzen und nicht für Torten. Du siehst, einfach nur zu schauen, womit man am meisten pro Stück
- verdient, ist keine gute Strategie. Denn Deckungsbeitrag pro Stück bezeichnet man als absoluten Deckungsbeitrag. Den Deckungsbeitrag pro Stunde oder
- allgemeiner pro Engbassinheit, das kann auch ein bestimmtes Material sein, das die Produktion einschränkt, nennt man relativen Deckungsbeitrag. Beim
- Vorliegen eines Engpasses, hier ist es die Zeit, die eingeschränkt ist, sollte man seine Produktionsentscheidung nicht anhand von
- absoluten, sondern anhand von relativen Deckungsbeiträgen treffen. Schauen wir uns eine typische Aufgabe dazu an. Wir haben drei
- Produkte. die alle auf derselben Fertigungsstraße hergestellt werden. Die Fertigungsstraße hat eine monatliche Kapazität von 600 Stunden. Die
- Herstellung eines Stuhls dauert eine halbe Stunde, die eines Tisches eine Stunde und die eines Schranks 2 Stunden. Wenn wir nur wenige Anfragen haben,
- sagen wir jeweils 100 Stück pro Produkt, dann sehen wir direkt, dass wir keinen Engpass haben, also keine Einschränkung. Es werden insgesamt 350 Stunden
- benötigt. Unsere Kapazität reicht vollkommen aus. Wir brauchen nicht großartig zu überlegen, weil wir die volle Menge von jedem Produkt
- produzieren können. Aber im nächsten Monat läuft eine große Werbeaktion und die Nachfrage steigt stark an.
- Wenn wir alles herstellen würden, bräuchten wir 1300 Stunden und somit weit mehr als die verfügbaren 600 Stunden. Es liegt also
- ein Engpass vor und wir müssen uns entscheiden, was sollen wir in welcher Menge herstellen, um das Meister aus unseren 600 Stunden
- herauszuholen. Und hier kommt der entscheidende Schritt, wie beim Tortenbeispiel nicht der absolute, sondern der relative Deckungsbeitrag,
- also Deckungsbeitrag pro Stunde entscheidet. Dazu teilen wir den absoluten Deckungsbeitrag durch die Zeit, die ein Produkt
- benötigt. Wir sehen, dass wir mit Stühlen den höchsten relativen Deckungsbeitrag erzielen. Es folgen die Tische und anschließend die Schränke.
- Wie gehen wir nun konkret vor? Wir starten immer mit dem Produkt mit dem höchsten relativen Deckungsbeitrag und produzieren davon die maximal mögliche
- Menge. 500 Stühle benötigen 250 Stunden. Somit sind noch 350 Stunden übrig. Danach machen wir mit dem zweitbesten Produkt weiter und
- produzieren ebenfalls so viel wie möglich. Es bleiben nur noch 100 Stunden übrig. Auch hier merkt man den Engpass. Die 100
- Stunden reichen bei weitem nicht aus, um die komplette Menge an Schränken herzustellen. Wenn wir 100 Stunden übrig haben und jeder Schrank 2 Stunden
- Fertigungszeit benötigt, dann schaffen wir in diesen 100 Stunden 100 dur 250 Schränke
- herzustellen. Daraus ergibt sich unser optimales Produktionsprogramm. optimal deshalb, weil wir mit diesen Mengen den höchstmöglichen Deckungsbeitrag aus
- unserer verfügbaren Engpassinheit herausholen. Wenn wir stattdessen nach dem absoluten Deckungsbeitrag entschieden hätten und einfach 300
- Schränke produziert hätten, dann sehen wir sofort, das Ergebnis wird viel schlechter. Und bei gleichbleibenden Fixkosten würden wir nicht nur den
- höchsten Deckungsbeitrag, sondern auch den höchsten Gewinn erzielen. Für mehr Übung findest du eine weitere Aufgabe mit Lösung in der
- Videobeschreibung. Wünsche dir noch viel Spaß beim Lernen und bis dann.