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Relativer Deckungsbeitrag einfach erklärt | Optimales Produktionsprogramm mit Engpass berechnen BWR

Berufskolleg Hückeswagen4:58 1.683 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 31 Zeilen
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  1. Hallo zusammen. Stell dir einen Bäcker vor, der sowohl Brötchen als auch Hochzeitstorten backen kann. Klar, an einer Torte verdient er viel mehr als an
  2. einem Brötchen. Aber heißt das jetzt, dass der Bäcker automatisch nur noch Hochzeitstorten backen sollte? Natürlich nicht, denn eine Hochzeitstorte braucht
  3. auch deutlich mehr Zeit. Die Arbeitszeit des Bäckers ist knapp, z.B. nur 10 Stunden am Tag. Und deshalb sollte er sich nicht fragen, womit verdiene ich am
  4. meisten pro Stück, sondern mit welchem Produkt verdiene ich am meisten pro Stunde, also in meiner knappen Zeit. Schauen wir uns das mal an. Eine Torte
  5. bringt 150 € und dauert 5 Stunden. Pro Stunde erzielt der Bäcker einen Deckungsbeitrag von 30 €. Ein Brötchen bringt zwar nur 1 € an Deckungsbeitrag,
  6. aber der Bäcker schafft 60 Stück pro Stunde. Das wären also in der gleichen Zeit 60 € und somit doppelt so viel. Somit wäre es aus seiner Sicht viel
  7. sinnvoller, seine knappe Zeit für Brötchen einzusetzen und nicht für Torten. Du siehst, einfach nur zu schauen, womit man am meisten pro Stück
  8. verdient, ist keine gute Strategie. Denn Deckungsbeitrag pro Stück bezeichnet man als absoluten Deckungsbeitrag. Den Deckungsbeitrag pro Stunde oder
  9. allgemeiner pro Engbassinheit, das kann auch ein bestimmtes Material sein, das die Produktion einschränkt, nennt man relativen Deckungsbeitrag. Beim
  10. Vorliegen eines Engpasses, hier ist es die Zeit, die eingeschränkt ist, sollte man seine Produktionsentscheidung nicht anhand von
  11. absoluten, sondern anhand von relativen Deckungsbeiträgen treffen. Schauen wir uns eine typische Aufgabe dazu an. Wir haben drei
  12. Produkte. die alle auf derselben Fertigungsstraße hergestellt werden. Die Fertigungsstraße hat eine monatliche Kapazität von 600 Stunden. Die
  13. Herstellung eines Stuhls dauert eine halbe Stunde, die eines Tisches eine Stunde und die eines Schranks 2 Stunden. Wenn wir nur wenige Anfragen haben,
  14. sagen wir jeweils 100 Stück pro Produkt, dann sehen wir direkt, dass wir keinen Engpass haben, also keine Einschränkung. Es werden insgesamt 350 Stunden
  15. benötigt. Unsere Kapazität reicht vollkommen aus. Wir brauchen nicht großartig zu überlegen, weil wir die volle Menge von jedem Produkt
  16. produzieren können. Aber im nächsten Monat läuft eine große Werbeaktion und die Nachfrage steigt stark an.
  17. Wenn wir alles herstellen würden, bräuchten wir 1300 Stunden und somit weit mehr als die verfügbaren 600 Stunden. Es liegt also
  18. ein Engpass vor und wir müssen uns entscheiden, was sollen wir in welcher Menge herstellen, um das Meister aus unseren 600 Stunden
  19. herauszuholen. Und hier kommt der entscheidende Schritt, wie beim Tortenbeispiel nicht der absolute, sondern der relative Deckungsbeitrag,
  20. also Deckungsbeitrag pro Stunde entscheidet. Dazu teilen wir den absoluten Deckungsbeitrag durch die Zeit, die ein Produkt
  21. benötigt. Wir sehen, dass wir mit Stühlen den höchsten relativen Deckungsbeitrag erzielen. Es folgen die Tische und anschließend die Schränke.
  22. Wie gehen wir nun konkret vor? Wir starten immer mit dem Produkt mit dem höchsten relativen Deckungsbeitrag und produzieren davon die maximal mögliche
  23. Menge. 500 Stühle benötigen 250 Stunden. Somit sind noch 350 Stunden übrig. Danach machen wir mit dem zweitbesten Produkt weiter und
  24. produzieren ebenfalls so viel wie möglich. Es bleiben nur noch 100 Stunden übrig. Auch hier merkt man den Engpass. Die 100
  25. Stunden reichen bei weitem nicht aus, um die komplette Menge an Schränken herzustellen. Wenn wir 100 Stunden übrig haben und jeder Schrank 2 Stunden
  26. Fertigungszeit benötigt, dann schaffen wir in diesen 100 Stunden 100 dur 250 Schränke
  27. herzustellen. Daraus ergibt sich unser optimales Produktionsprogramm. optimal deshalb, weil wir mit diesen Mengen den höchstmöglichen Deckungsbeitrag aus
  28. unserer verfügbaren Engpassinheit herausholen. Wenn wir stattdessen nach dem absoluten Deckungsbeitrag entschieden hätten und einfach 300
  29. Schränke produziert hätten, dann sehen wir sofort, das Ergebnis wird viel schlechter. Und bei gleichbleibenden Fixkosten würden wir nicht nur den
  30. höchsten Deckungsbeitrag, sondern auch den höchsten Gewinn erzielen. Für mehr Übung findest du eine weitere Aufgabe mit Lösung in der
  31. Videobeschreibung. Wünsche dir noch viel Spaß beim Lernen und bis dann.

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