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Dividenden: Kluge Strategie oder überschätzter Finanz-Mythos? 🤔 I 50k HR
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 223 Zeilen
- UNTERTITEL: Hessischer Rundfunk Stell dir vor, du kaufst ne Aktie
- und dafür gibt's jedes Jahr 5 kg Lindt-Schokolade. Klingt nach Scam? Ist es aber nicht. Lindt & Sprüngli macht das wirklich.
- Aber für die Lindt und Sprüngli-Aktie musst du über 120.000 Euro hinlegen und als Aktionär im Schweizer Aktienregister eingetragen sein.
- Ziemlich teures Süßigkeiten-Abo. Dahinter steckt ne spannende Frage:
- Kann man mit Dividenden eine gute Rendite machen? Oder ist das nur eine hübsch verpackte Illusion?
- Das klären wir heute. UNTERTITEL: Hessischer Rundfunk
- Dividende klingt kompliziert, ist aber simpel: Ein Unternehmen macht Gewinn und kann sich entscheiden,
- einen Teil an dich als Aktionär auszuschütten. Cash aufs Konto, ohne dass du die Aktie verkaufen musst.
- Dividende ist der Anteil am Gewinn, den die Aktionäre tatsächlich in Cash überwiesen bekommen.
- Das ist unser Experte für dieses Video, Christian Röhl. Er ist Chief Economist von Scalable Capital.
- Manche Firmen machen's regelmäßig, andere gar nicht. Wieder andere schicken Naturaldividenden:
- Lindt mit Schokolade, Swatch mit einer Uhr, Carnival mit Bordguthaben.
- Klingt fancy, aber am Ende geht's ums Geld. Die Naturaldividenden gibt's hauptsächlich
- in der Schweiz und den USA. In Europa gibt's Dividendenausschüttungen
- meist 1-mal pro Jahr, in den USA oft 4-mal. Die Dividendenrendite zeigt,
- wie viel "Zinsen" du im Verhältnis zum Kurs bekommst. Die Aktie kostet 100 Euro, die Dividende ist 5 Euro,
- sind 5 % Rendite. Man hat durch die Dividende eine direkte Partizipation an dem,
- was das Unternehmen realwirtschaftlich erreicht. Die Dividende ist unabhängig vom Kursverlauf an der Börse,
- sondern rein an dem orientiert, was das Unternehmen erwirtschaftet. Die Höhe ist nicht fix.
- Sie hängt ab vom Unternehmensgewinn und wird jedes Jahr neu beschlossen. Dividenden werden zunächst vorgeschlagen
- vom Vorstand mit Unterstützung des Aufsichtsrates. Der Vorschlag geht dann an die Hauptversammlung,
- also die Vollversammlung der Aktionäre. Die müssen diese Gewinnverwendung insgesamt beschließen.
- Es kann auch manchmal vorkommen, dass die Hauptversammlung eine andere Gewinnverwendung beschließt.
- In der Regel wird man dem Gewinnverwendungsvorschlag des Unternehmens folgen, dann wird die Dividende ausgezahlt.
- Dieses Prozedere wiederholt sich in Deutschland nach jedem Geschäftsjahr.
- Ein Beispiel: Die Münchener Rück-Versicherung, an der Börse als Munich Re bekannt,
- ist eine DER deutschen Dividendenaktien. Wenn du vor 20 Jahren Anteile gekauft hast,
- dann hast du heute mehr als den doppelten Einsatz pro Aktie allein durch die Dividende wieder zurückbekommen
- und besitzt die Aktie quasi gratis! 2005 kostete die Aktie ca. 85 Euro.
- An Dividenden wären bis heute 172,75 Euro zu dir zurückgekommen. Schon krass!
- Dazu kommt, dass die Aktie heute nahe Allzeithoch steht und ungefähr 575 Euro wert ist (Stand 5.8.2025).
- Es ist nicht das einzige Beispiel dieser Art. Unternehmen wie Allianz zahlen seit Jahrzehnten Dividende.
- Das ist fast Teil ihrer Identität: "Wir sind stabil, wir haben Cash und wir geben's euch."
- Für Anleger ist das ein Vertrauenssignal. Gerade in Krisenzeiten, wenn der Kurs schwankt,
- aber die Dividende trotzdem kommt. Genauso kann es ein Warnsignal für dich als Aktionär sein.
- Wenn es einen Stopp von Dividendenzahlungen gibt, kann es ein Zeichen sein, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat.
- Es gibt Unternehmen wie Amazon, die noch nie Dividende gezahlt haben. Die Philosophie ist:
- Jeder Dollar bleibt im Unternehmen und wird fürs Wachstum eingesetzt. Forschung, Innovation, Expansion.
- Davon profitieren die Aktionäre indirekt, weil der Kurs steigt. Solche Unternehmen nennt man Wachstumswerte.
- Es gibt die spannende Entwicklung: Selbst Riesen wie Alphabet oder Meta, die jahrzehntelang
- keine Dividenden ausgeschüttet haben, zahlen kleine Beträge. Unternehmen, die erfolgreich wirtschaften,
- werden zu Dividenden-Zahlern, egal, in welcher Branche sie tätig sind. Wir haben das in der Tech-Branche schon früher gesehen.
- Microsoft zahlt seit über zwei Jahrzehnten Dividende, Apple seit über einem Jahrzehnt.
- Jetzt kommen andere Unternehmen dazu, die ebenfalls kontinuierlich hohe Cashflows erwirtschaftet
- und Teile davon reinvestieren, Teile davon auch in Aktienrückkäufe stecken.
- Aber es bleibt trotzdem noch etwas übrig, was man auch an die Aktionäre in Cash weiterreichen möchte.
- Das ist auch eine gewisse Form des Erwachsenwerdens im Unternehmen. Reinvestieren, das macht man opportunistisch,
- so wie man gerade Chancen sieht. Aktienrückkäufe sind in vielen Unternehmen eher etwas,
- was etwas unverbindlicher ist. Aber gerade wenn ein großes amerikanisches Unternehmen sagt:
- "Wir wollen zum ersten Mal Dividende zahlen", dann steckt da drin das implizite Versprechen:
- "Wir gehen davon aus, dass wir diese Dividende im nächsten, übernächsten und im überübernächsten Jahr
- nicht nur zahlen können, sondern auch sukzessive steigern können." Das ist ja auch bei Meta oder bei Alphabet
- oder auch bei Booking.com genau der Fall. Dividende ist aber nicht automatisch gut oder schlecht.
- Sie ist eine strategische Entscheidung. Dividenden klingen wie "Geld fürs Nichtstun".
- Aber so einfach ist es nicht. Der Betrag der ausgezahlten Dividende
- wird am Auszahlungs-Tag vom Kurs abgezogen. 5 Euro Dividende, Kurs minus 5 Euro.
- Das wirkt wie ein Nullsummenspiel. Eine Dividende macht ja den Aktionär oder das Unternehmen nicht reicher,
- sondern es ist eher wie wenn man zum Geldautomaten geht. Geld, was vorher im Unternehmen steckt, fließt raus an den Aktionär.
- Es wird ja nicht mehr, es wechselt nur den Besitzer. Der Eigentümer war vorher auch schon der Aktionär, der Miteigentümer.
- Folglich wird es rechnerisch vom Kurswert abgezogen. Man sieht das bei Unternehmen, die signifikante Dividenden zahlen,
- von 5 Prozent des Kurswertes, Versicherer oder die Automobilwerte, dass der Kurs dann da erst mal entsprechend runtergeht.
- Deswegen: Dividende einmalig. Das ist wirklich wie Geldwechseln. Eine Strategie kann daraus erst werden, wenn kontinuierlich
- der Gewinn wieder erwirtschaftet wird und kontinuierlich der Anteil der Aktionäre auch entsprechend mit steigt.
- Eine Dividende zu zahlen kann ein Zeichen für Stärke sein. Damit können Unternehmen zeigen:
- "Wir haben Cash, selbst nach einem miesen Jahr." Vorsicht: Wenn die Kohle nicht aus echten Gewinnen kommt,
- sondern aus der Substanz, ist das wie feiern gehen auf Pump. Kurz macht's Spaß, aber langfristig killt's dich.
- Nur weil eine Aktie Dividende zahlt, heißt das lange nicht, dass sie ein gutes Investment ist.
- Bei Einzelaktien ist das Ausfallrisiko hoch, egal wie lang die Historie ist.
- Das macht die Einnahmen durch Dividenden schwer berechenbar. Das Industrieunternehmen 3M, bekannt für die Post-it-Zettel,
- hat 65 Jahre lang die Dividende jedes Jahr erhöht. Dann gabs Probleme, unter anderem durch diverse Klagen.
- Und zack, kürzte 3M 2024 plötzlich die Dividende. Damit waren die scheinbar sicheren jährlichen Einnahmen weg
- bzw. deutlich geringer als erwartet, also auch ein Minuspunkt. Die andere Seite sagt: Halt, so einfach ist es nicht.
- Historisch sind Dividenden ein massiver Renditetreiber. Im DAX stammen mehr als 60% der Gesamtrendite aus Dividenden.
- Wenn man nur die Kursentwicklung anschaut, wär die Performance deutlich schlechter.
- Über Jahre kann das Teil deiner Altersvorsorge werden. Gerade wenn Zinsen mau sind,
- sehen viele Dividenden als bessere Alternative. 3%, 4% Rendite schlagen jedes Tagesgeldkonto.
- Spannend wird's, wenn die Dividende ständig steigt. Nehmen wir Munich Re: Wer 2005 zu 85 Euro eingestiegen ist,
- bekam damals 2 Euro Dividende pro Aktie, Rendite 2,3 Prozent.
- 2025 sind es schon 20 Euro. Bezogen auf den Einstiegskurs
- bedeutet das eine persönliche Rendite von 23,5 Prozent. Fast ein Viertel des investierten Geldes pro Jahr zurück
- und das seit 31 Jahren ohne Senkung. Als Aktionär ist der Vorteil, dass man gerade mit einer Strategie,
- die auf Dividenden-Stabilität ausgerichtet ist, wirklich Qualitäts-Aktien herausfiltern kann.
- Solche Qualitätsaktien entwickeln sich über lange Zeiträume tatsächlich auch besser als der breite Markt.
- Dafür muss man ausreichend lang dabei sein. Aber Quality Investing ist einer der entscheidenden Faktoren,
- die auch Märkte treiben. Der andere Faktor ist natürlich ein psychologischer Faktor,
- denn die Dividende ist ein Rückfluss. Man bekommt eine kleine Belohnung dafür, dass man investiert hat.
- Das ist gerade in Phasen, wenn die Kurse mal sinken, Ein wichtiger Impuls, um durchzuhalten und nicht sagen:
- "Ach, nee, das mit den Aktien, das war sowieso nichts." Sondern man sieht: "Aha, ich habe investiert.
- Es ist gerade ein bisschen weniger wert an der Börse, aber ich kriege etwas zurück."
- Es ist ein Stück Souveränität. Mit dem Geld,
- das ich als mein Gewinnanteil vom Unternehmen überwiesen bekommen, kann ich überlegen: Was möchte ich damit machen?
- Ich kann entscheiden, möchte ich es sofort wieder in das Unternehmen investieren, weil ich es gut finde,
- weil ich daran glaube, dass die viel aus dem Geld machen? Möchte ich es in ein anderes Unternehmen investieren,
- was ich besser finde oder um Risiko zu verteilen? Oder möchte ich die Dividende
- oder muss ich die Dividende sogar verkonsumieren? Am Ende musst du selber entscheiden, welche Punkte für dich mehr gewichten
- und wie viel Risiko du verträgst. Okay, du bist überzeugt und willst eine Dividendenstrategie fahren.
- Wie geht's los? Du solltest nicht wahllos Dividendenaktien kaufen. Das bringt nichts. Es gibt ein paar entscheidende Faktoren:
- Zum einen die Höhe der Rendite. Hohe Renditen klingen verlockend. Firmen wie Büroeinrichter Takkt oder Schmuckhersteller Bijou Brigitte
- zahlen z.T. über 10% Dividendenrendite. Auch Banken, Versicherungen, Energie- oder Chemiekonzerne
- wie Allianz, RWE oder BASF gehören zu denen, die viel zahlen. Viel hilft nicht immer viel.
- Während manche Konzerne wegen steigender Margen Ausschüttungen erhöhen,
- kämpfen andere mit sinkenden Gewinnen und müssen die Dividendenpolitik überdenken.
- Oft ist die Dividendenrendite besonders hoch, weil der Kurs stark gefallen ist.
- Der Kurs sinkt, aber die Dividendenrendite sieht gut aus, weil sie prozentual zum Kaufpreis steigt.
- Das kann auf eine bevorstehende Dividendenkürzung hindeuten. Wenn eine Firma Dividende ausschüttet,
- obwohl sie keinen Gewinn macht, ist das pures Risiko. Eine Ausschüttung aus der Substanz hält nie lange.
- Wichtig außerdem: Stabilität und Kontinuität. Wie lange zahlt ein Unternehmen Dividende,
- wie lief's in Krisen, wurde sie über die Jahre gesteigert? Im Idealfall ist das keine Eintagsfliege,
- sondern was, auf das du dich verlassen kannst. Man kann das Prinzip anwenden, was auch bei der Schufa angewendet wird,
- um die Qualität von Schuldnern abzuschätzen. Wenn jemand in der Vergangenheit seinen Verpflichtungen
- ordentlich nachgekommen ist, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch,
- dass er auch in Zukunft alles daransetzen wird, das weiter zu tun. Wer in der Vergangenheit ab und zu
- eine Zahlung schuldig geblieben ist, der wird auch in Zukunft unzuverlässig sein.
- Ähnlich ist es bei Unternehmen. Es ist ein Hinweis darauf, dass Dividenden stabil
- und kontinuierlich sind, wenn ein Unternehmen in der Vergangenheit kontinuierlich gezahlt hat,
- also die Dividende meistens erhöht und häufig stabil gehalten hat. Aber gleichwohl auch das ist, ganz wichtig, keine Garantie.
- Denn es können sich geschäftliche Parameter ändern. Auch die Strategie des Unternehmens kann sich ändern.
- Vielleicht möchte ein Unternehmen mehr investieren vom Gewinn, sodass man mehr Geld in der Firma hält
- und weniger an die Aktionäre ausreichen möchte. Wer nur auf hohe Rendite aus ist, muss bei Stabilität
- und Kontinuität meistens Abstriche machen. Coca-Cola hat seine Dividende 63 Jahre in Folge erhöht.
- Deshalb werden sie "Dividendenaristokraten" genannt, ab 25 Jahren spricht man davon.
- Ab 50 Jahren spricht man vom "Dividendenkönig". Dazu später mehr. Die Ausschüttungsquote, wie viel Prozent des Gewinns
- ausgeschüttet wird, sollte im Idealfall moderat sein. Unter 50% gilt als gesund, bei reifen Konzernen auch mal 70 bis 80%.
- Alles nahe 100% ist ein Warnsignal, weil nichts fürs Wachstum bleibt. Was die Basis ist für Dividendenzahlungen.
- Das ist auf der Bilanzseite der Gewinn. Das ist auf der Liquiditäts-Seite der Cashflow.
- Sprich: Wird das, was das Unternehmen ausschüttet, auch bilanziell und operativ immer erwirtschaftet,
- bleibt ein Puffer, das das Unternehmen reinvestieren kann. Ganz wichtig: Wie sieht es auf der Verschuldungs-Seite aus?
- Muss das Unternehmen seine Verschuldung etwas runternehmen, gerade in Zeiten steigender Zinsen, dann wäre es sinnvoll,
- eine Dividende nicht zu ausufernd steigen zu lassen. Denn Zinskosten lasten ja irgendwann auch auf dem Gewinn.
- Auch ohne Dividende zählt, ob das Geschäftsmodell trägt, die Schulden im Rahmen bleiben und genug Kapital fürs Wachstum da ist.
- Wenn du die Faktoren beachtet hast, gibt es verschiedene Wege, um dein Dividenden-Portfolio aufzubauen.
- Ein Weg: einzelne Dividenden-Aktien, nicht alles auf ein Pferd setzen! Nicht nur Auto-Aktien.
- Wenn die Branche crasht, fallen die Kurse und auch die Dividenden. Beispiel Mercedes:
- 2020 kürzte die Firma ihre Dividende von 3,25 Euro auf nur 90 Cent. Zwei Jahre später gab's wieder 5 Euro, 2025 dann 4,30 Euro.
- Hoch und runter und keine Verlässlichkeit. Vergangenheitswerte helfen als Orientierung,
- sind aber keine Garantie. Bei Einzelaktien hast du mehr Risiko, musst Zeit und Know-how mitbringen,
- um die richtigen Titel auszuwählen. Eine Alternative: Dividenden-ETFs.
- Du bekommst Dividendenaktien für geringe Gebühren. Der einfachste Weg, eine Balance zu finden zwischen Dividenden
- und Wachstumswerten, wenn man da eine Unterscheidung treffen will: Man kauft gleich den ganzen Markt, weil da ist beides drin.
- Das einfachste Dividenden-Investment ist ein ETF auf den MSCI All Country World Index.
- Der kann ja thesaurierend sein. Da werden die Dividenden, die der Fonds bekommt,
- automatisch wieder angelegt. Oder wenn man auf den Belohnungseffekt setzen möchte,
- dann lässt man sich die Dividenden ausschütten. Dann kann man 4-mal im Jahr sich über Geld auf dem Konto freuen,
- das aggregiert. Das ist, was von über 2000 Unternehmen
- an Dividenden ausgezahlt wurde. Wie immer keine Anlageberatung.
- Vorteil ist hier die automatische Diversifikation. Du musst dir die Titel nicht zusammenstellen.
- Typisch drin sind Konsumgüter- und Pharmakonzerne wie Coca-Cola, Unilever oder Pfizer.
- Was fehlt: Tech-Werte wie Amazon oder Tesla, weil die keine oder kaum Dividenden zahlen.
- Viele ETFs schütten die Dividende aus und liefern so passives Einkommen.
- Es gibt aber auch thesaurierende Varianten. Klar ist: Ausschüttungen sind nie garantiert.
- Dann geht es noch über Dividenden-Fonds. Aktiv gemanagte Fonds funktionieren wie ETFs, sind aber teurer.
- Hier wählen Fondsmanager die Aktien aus, dafür zahlst du höhere Gebühren und oft einen Ausgabeaufschlag.
- Die sind bedingt zu empfehlen. Was willst du mit deiner Dividenden-Strategie erreichen
- und in welchem Zeitraum? Willst du schnell viel laufendes Einkommen,
- greifst du eher zu Hochdividenden-Titeln bzw. High-Dividend-ETFs.
- Geht's dir um langfristigen Vermögensaufbau, dann ist Dividendenwachstum der Schlüssel.
- Wer schnell viel Dividende kassieren will, landet oft bei Hochdividenden-Aktien oder den passenden ETFs.
- Klingt verlockend: Viel Cash zurück, teilweise nach kurzer Zeit. In einer aktuellen Analyse hat das Handelsblatt mit Daten
- der Geldanlageplattform "Extra ETF" mehr als 2000 ETFs verglichen und rechnet vor.
- In der Kombination aus Dividenden und Kursentwicklung erzielte der beste Fonds sogar in den vergangenen 5,5 Jahren
- eine Rendite von mehr als 120%. Aber eine hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch gut.
- Sie kann auf Gewinnen beruhen, aber auch auf Problemen, etwa wenn der Kurs gefallen ist
- oder das Unternehmen kaum investieren kann. Davor warnt Christian Röhl:
- Dividendenrendite ist natürlich ein wunderbarer Indikator, weil er so einfach ist, es steht ein Prozentzeichen dahinter.
- Man ist immer versucht, das Ganze zu verbinden mit dem Gedanken an Zinsen.
- Das darf man natürlich nicht. Denn Dividenden sind anders als Zinsen
- eine Beteiligung am unternehmerischen Erfolg, während es Zinsen immer gibt, solange das Unternehmen
- in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten zu bedienen. Solange es also nicht pleitegeht.
- Das ist ein ganz anderer Erwartungshorizont. Faustformel ist, alles oberhalb von 5% kann ein Warnsignal sein,
- dass die Dividende, die vielleicht im vergangenen Jahr gezahlt wurde oder die für das laufende Geschäftsjahr erwartet wird,
- nicht nachhaltig ist, sondern dass die Geschäftsentwicklung nicht so gut ist, dass man das wiederholen kann,
- Dass die nächste Dividende niedriger ist oder dass Sondereffekte drin waren.
- Da sollte man sehr gut hingucken. Bestes Beispiel:
- Der DAXplus Maximum Dividend ETF sollte die dicksten Zahler bündeln, hat aber über 10 Jahre schlechter performt als DAX, MDAX und TecDAX.
- Fette Prozente allein sind also kein Qualitätsmerkmal. High-Dividend, das fokussiert sich auf diese Unternehmen
- mit einer hohen Dividendenrendite, die dann hoffentlich so ist die Erwartung von Anlegern, die eine solche Strategie umsetzen,
- günstig bewertet sind und zumindest ihren Kurs halten können, den Dividendenertrag abwerfen oder vielleicht sogar steigen.
- Während eine Strategie, die sich auf Dividendenwachstum fokussiert, stärker diesen Qualitätsaspekt in den Vordergrund rückt.
- Typische Branchen sind Konsum, Gesundheit, Versorger und Tech. Microsoft erhöht seit 21 Jahren, Apple seit 12 Jahren.
- Orientierung geben Kategorien wie Dividenden-Aristokraten, also 25 Jahre Steigerung,
- Dividenden-Könige, 50 Jahre oder Contender, also 10 Jahre Steigerung.
- Das sind keine Garantien, aber ein starkes Zeichen für Stabilität. In Deutschland gibt's keinen Aristokraten.
- Am nächsten dran ist der Schmierstoff-Weltmarktführer Fuchs Petrolub mit 23 Jahren.
- Fresenius hat den Status 2023 nach Problemen verloren. Munich Re hat seit über 30 Jahren nie gesenkt, Allianz seit 16 Jahren.
- Du hast die besten Dividenden-Titel oder ETFs rausgesucht. Aber da ist noch was: die Steuern.
- Dividenden sind Kapitaleinkünfte und steuerpflichtig. Immerhin gibt's den Sparer-Pauschbetrag:
- 1000 Euro pro Person, 2000 Euro für Verheiratete. Bis dahin bleibt es steuerfrei,
- ob Dividenden, Zinsen oder Aktiengewinne. Aber Achtung:
- nur, wenn du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag stellst. Du kannst dir die Kohle über die Steuererklärung zurückholen,
- aber das macht's unnötig kompliziert. Alles, was drüber liegt, wird automatisch besteuert:
- 25% Abgeltungssteuer, dazu 5,5% Soli auf diese Steuer und gegebenenfalls 8 bis 9% Kirchensteuer.
- Macht unterm Strich 26—28%, je nachdem ob du in der Kirche bist und in welchem Bundesland du wohnst.
- Wenn du Aktien aus dem Ausland hältst, kommt oft Quellensteuer obendrauf.
- Da gehen wir aber nicht drauf ein. Bei ETFs gibt's noch einen Kniff:
- Liegt der Aktienanteil über 50%, sind 30% der Erträge steuerfrei. Bedeutet: Bei 100 Euro Gewinn musst du nur 70 versteuern.
- Die Abgeltungssteuer sinkt von 25 auf 17,50 Euro. Das gilt für Dividenden und auch für Kursgewinne beim Verkauf.
- Ein wichtiges Argument gegen Dividenden ist: Man wechselt mit der Dividende Geld, Geld vom Unternehmen,
- wechselt zum Aktionär, und dazwischen kriegt einer was. Das ist der Finanzminister. Da gehen also erst mal Steuern ab.
- Wenn ich sofort wieder reinvestiere, habe ich 25% zuzüglich Soli weniger.
- Insofern wäre es in dem Fall zunächst mal besser gewesen, wenn das Unternehmen keine Dividende gezahlt hätte,
- wenn man das Geld hätte drin lassen können. Viele feiern Dividenden. Unser Experte heute auch.
- Aber Kritiker sehen das anders. Sie sagen, Dividenden bremsen den Vermögensaufbau.
- Denn das ausgezahlte Geld musst du sofort wieder investieren, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
- Tust du das nicht, stehst du schlechter da als mit einem thesaurierenden ETF, der die Gewinne reinvestiert.
- Dazu sparst du dir Transaktionskosten. Kritiker betonen außerdem,
- dass Dividendenrendite die Gesamtrendite oft drückt. Geld, das an Aktionäre ausgezahlt wird,
- steht dem Unternehmen nicht mehr für Investitionen zur Verfügung. Und Dividenden sind nie garantiert.
- Unternehmen wie Mercedes, Fresenius oder 3M haben gezeigt, wie schnell gekürzt werden kann.
- Wer sich auf Ausschüttungen verlässt, kann böse überrascht werden. Der Vergleich mit Zinsen hinkt.
- Die sind für einen Zeitraum festgeschrieben, Dividenden nicht. Nach all den Fallstricken muss man sagen,
- nur auf Dividenden zu setzen ist keine gute Idee. Aber sie können Sinn machen.
- Kommt drauf an, wie du es angehst. Bestes Beispiel: Warren Buffett. Der Typ ist nicht nur der erfolgreichste Investor der Welt,
- er kassiert mit seiner Investment-Firma 2025 allein durch Dividenden, haltet euch fest:
- 4,5 Milliarden Dollar von Firmen wie Apple, American Express oder dem Öl- und Gasunternehmen Occidental Petroleum.
- Seine Lieblingsaktie ist Coca-Cola. Da ist er seit 1988 dabei, also seit 37 Jahren.
- Damals hat er, man sagt, je nach Quelle, eine Milliarde Dollar investiert.
- Heute bringt ihm diese Position jedes Jahr 776 Millionen Dollar Dividende. Weil Coca-Cola die Dividende 63 Jahre in Folge erhöht hat,
- liegt seine persönliche Rendite inzwischen bei 60%. Von jedem Dollar, den er reingesteckt hat,
- kriegt er heute jedes Jahr 60 Cent zurück. Runtergerechnet auf einen normalen Aktionär heißt das:
- Hättest du 1988 1000 Dollar investiert und die Dividenden angelegt, wären daraus heute über 36.000 geworden.
- Buffett hat nicht nur Dividenden-Titel im Depot, aber er zeigt, mit Zeit, Geduld und den richtigen Firmen
- können Dividenden mächtig werden. Sein Unternehmen zahlt keine Dividende.
- Copyright Untertitel: hr 2025
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