Physik · Klasse 6–7 · aktualisiert
Permanentmagnetismus einfach erklärt
Erkunde die Pole, Magnetisierung und das Feld eines Magneten, der ohne Strom wirkt.
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Kurz gesagt
Ein Permanentmagnet bleibt ohne angeschlossenen Strom magnetisch. Er hat einen Nordpol und einen Südpol. Gleichnamige Pole stoßen sich ab; ungleichnamige ziehen sich an. Auch nach dem Teilen hat jedes Stück beide Pole.
Ein Permanentmagnet bleibt ohne elektrischen Strom magnetisch. Er besitzt einen Nordpol und einen Südpol. Sein Magnetfeld wirkt auch ohne Berührung. Er kann Stoffe wie Eisen, Nickel und Kobalt anziehen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
An den Enden eines Stabmagneten bleiben besonders viele Eisennägel hängen. Dort ist die Anziehung am stärksten. Diese Bereiche heißen magnetische Pole. Rot und Grün kennzeichnen manchmal Pole. Die Farbe bestimmt aber nicht, welcher Pol vorliegt.
Nordpol und Nordpol stoßen sich ab. Südpol und Südpol stoßen sich ab. Nordpol und Südpol ziehen sich an. Bei einem frei drehbaren Stabmagneten weicht der Nordpol einem angenäherten Nordpol aus. Ein angenäherter Südpol zieht ihn an.
Definition
Magnetpole
Jeder Permanentmagnet besitzt einen Nordpol und einen Südpol. Die Pole sind keine positiven oder negativen elektrischen Ladungen.
Merke: Gleichartige Pole stoßen sich ab. Ungleichartige Pole ziehen sich an. Mit größerem Abstand wird die beobachtbare Kraftwirkung schwächer.
Beispiel
- 1Zwei unbeschriftete Stabmagnete haben jeweils ein rotes Ende. Du näherst diese Enden einander.
- 2Die roten Enden stoßen sich ab. Du weißt nun: Sie sind gleichnamige Pole.
- 3Ohne Vergleich mit einem bekannten Nordpol weißt du noch nicht, ob beide Nord- oder beide Südpole sind.
Teste dich
Permanentmagnete ziehen nicht jeden Stoff an. Ferromagnetisch heißt: Ein Stoff kann durch einen Magneten selbst stark magnetisch werden. Eisen, Nickel und Kobalt gehören dazu. Auch Stahl kann wegen seines Eisenanteils reagieren. Ein ferromagnetischer Gegenstand ist noch kein Permanentmagnet. Ein zunächst unmagnetischer Eisenstab kann von beiden Polen angezogen werden.
Magnetische Anziehung und elektrische Leitung sind verschiedene Eigenschaften. Ein Material kann Strom leiten, ohne stark magnetisch zu werden. Aus der Stromleitung folgt deshalb keine merkbare magnetische Anziehung.
Ein Magnet wirkt auch ohne Berührung auf andere Magnete. Diesen Wirkungsbereich nennt man Magnetfeld. Kompassnadeln oder Eisenspäne zeigen seine Ausrichtung. Feldlinien sind gedachte Linien und keine Fäden. Außerhalb eines Stabmagneten zeigen sie von Nord nach Süd. Im Inneren führen sie zurück. Sie bilden geschlossene Kurven und schneiden sich nicht. An den Polen ist die Wirkung besonders stark.
Stell dir mehrere kleine Kompasse neben einem Stabmagneten vor. Ihre Nordspitzen zeigen an verschiedenen Stellen die Feldrichtung. Zeichne einen Bogen entlang dieser Richtungen vom Nordpol zum Südpol. Führe ihn im Magneten zum Nordpol zurück. Weitere Bögen kreuzen sich nicht.
Auch die Erde hat ein Magnetfeld. Der Nordpol einer Kompassnadel zeigt ungefähr zum geografischen Norden. Im einfachen Erdmodell liegt dort magnetisch ein Südpol.
Definition
Magnetische Influenz
Näherst du einen Magneten einem zuvor unmagnetischen Eisenstück, ordnen sich innere magnetische Bereiche. Das Eisenstück wird dadurch selbst magnetisch. Dieser Vorgang heißt magnetische Influenz.
Beispiel
- 1Du näherst denselben Magnetpol nacheinander einer Büroklammer aus Stahl und einem Gegenstand aus Kunststoff.
- 2Die Büroklammer wird angezogen, weil ihr Material ferromagnetisch ist.
- 3Beim Kunststoff ist diese Wirkung nicht zu erwarten.
Definition
Feldlinie
Eine Feldlinie ist eine gedachte Linie zur Darstellung eines Magnetfeldes. Feldlinien sind keine materiellen Fäden.
Teste dich
Das Elementarmagnetmodell stellt sich den Stoff aus winzigen Magneten vor. Jeder hat Nord- und Südpol. Zeigen viele in dieselbe Richtung, wirkt das Stück nach außen magnetisch. In einem unmagnetischen Eisenstück können sich ihre Wirkungen ausgleichen. Ein äußeres Magnetfeld kann viele ausrichten. So wird das Eisenstück magnetisch.
In Wirklichkeit gibt es Bereiche mit ähnlich ausgerichteten magnetischen Wirkungen. Sie heißen Domänen. Das Modell mit winzigen Magneten vereinfacht ihre Erklärung. Wärme oder starke Stöße können die Ordnung stören. Dann wird ein Magnet schwächer oder verliert seine Magnetisierung.
Teilst du einen Stabmagneten, entstehen keine einzelnen Pole. Jedes ausreichend große Stück besitzt wieder Nord- und Südpol.
Beispiel
- 1Ein Stabmagnet wird in der Mitte geteilt.
- 2An der Bruchstelle entstehen bei jedem Teilstück neue Polbereiche.
- 3Aus einem Magneten werden zwei kleinere Magnete, jeweils mit Nord- und Südpol.
Teste dich
Für einen fairen Materialtest wechselst du nur den Gegenstand. Verwende denselben Magnetpol und denselben Abstand. Nutze dieselbe glatte Unterlage und leichte, bewegliche Proben. Lege die Proben einzeln bereit. Notiere Gegenstand, Material und ob du Anziehung beobachtest. Wiederhole den Versuch. Nur mit Materialangabe kannst du die Beobachtung fachlich auswerten.
Einen Stabmagneten kannst du auch mit einem gleich geformten, zunächst unmagnetischen Eisenstab vergleichen. Bringe beide T-förmig zusammen: Ein Ende berührt die Mitte des anderen. Wiederhole danach den Vergleich mit vertauschten Stäben.
Beispiel: Bringe die Stäbe T-förmig zusammen
- 1Das Ende von Stab A berührt die Mitte von Stab B.
- 2Bei starker Anziehung liegt wahrscheinlich das Polende des Magneten A an Metallstab B.
- 3Bei schwacher Anziehung ist wahrscheinlich B der Magnet: Seine äußere Polwirkung ist in der Mitte schwach.
- 4Vertausche beide Stäbe und vergleiche erneut.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Lege mehrere Gegenstände einzeln bereit.
- 2Nähere jeweils denselben Pol desselben Magneten aus derselben Entfernung.
- 3Beobachte, ob der Gegenstand angezogen wird.
- 4Notiere Material und Beobachtung getrennt.
- 5Wiederhole den Test, um zufällige Bewegungen auszuschließen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Permanentmagnetismus
Pole
Nordpol und Südpol
Polkräfte
Anziehung oder Abstoßung
Magnetfeld
Darstellung durch geschlossene Feldlinien
Ferromagnetische Stoffe
Eisen, Nickel und Kobalt
Magnetisierung
Ausrichtung innerer magnetischer Bereiche
Teilung
neue Magnete mit jeweils zwei Polen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Welcher der beiden Stäbe ist der Magnet?
- 1Zwei gleich geformte Stäbe liegen bereit: einer ist ein Magnet, der andere ein zunächst unmagnetischer Eisenstab.
- 2Du hältst Ende A an die Mitte von B. Die Anziehung ist schwach.
- 3Die schwache äußere Polwirkung an B-Mitte spricht dafür, dass B der Magnet ist.
- 4Tausche A und B. Eine stärkere Anziehung stützt die Vermutung.
Fehler finden
Was entsteht beim Teilen? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Auch das erste Stück besitzt Nord- und Südpol. Beim Teilen entsteht kein einzelner Magnetpol.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Außerhalb eines Stabmagneten verlaufen Feldlinien vom zum . Feldlinien sind und schneiden sich nicht.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback