Physik · Klasse 6–7 · aktualisiert
Magnetisches Feld: Feldlinien und Kräfte verstehen
Lerne, Magnetfelder an Wirkungen zu erkennen und Feldlinien richtig zu deuten.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein magnetisches Feld ist der Raumbereich, in dem magnetische Kräfte wirken können. Du erkennst es etwa an einer ausgelenkten Kompassnadel. Feldlinien zeigen die Richtung an und bilden geschlossene Kurven.
Ein magnetisches Feld ist der Bereich um einen Magneten, in dem magnetische Kräfte wirken können. Du siehst es nicht direkt. Eine Kompassnadel macht seine Wirkung sichtbar. Hier lernst du, Feldlinien zu deuten und die Wirkungen von Magneten und Strom zu erklären. Ein kurzer Ausblick zeigt eine weitere Kraftwirkung.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Kompassnadel dreht sich in der Nähe eines Stabmagneten. Ihre neue Richtung zeigt eine Wirkung des unsichtbaren Magnetfelds. Auch Eisenfeilspäne ordnen sich zu einem Muster. Ein Eisenstück wird angezogen. Strom in einem Draht kann unter passenden Bedingungen seitlich abgelenkt werden.
Nadel und Späne sind nicht das Feld. Sie reagieren auf das Feld und machen seine Wirkung sichtbar.
Definition
Magnetisches Feld
Ein magnetisches Feld ist der Bereich, in dem Kräfte auf Magnete oder Stoffe wie Eisen, Nickel und Kobalt wirken können. Es kann auch bewegte elektrisch geladene Teilchen beeinflussen. Das Feld kann selbst im leeren Raum bestehen.
Merke: Du erkennst ein Magnetfeld an einer Kraft, einer Ablenkung oder daran, wie sich ein kleiner Magnet ausrichtet.
Teste dich
Feldlinien sind gedachte Hilfslinien. Ihre Pfeile zeigen die Richtung des Felds. Außerhalb eines Magneten laufen sie vom Nordpol zum Südpol. Im Magneten führen sie vom Südpol zum Nordpol zurück. So bilden sie geschlossene Kurven. Sie schneiden sich nicht: An einem Ort hat das Feld nur eine Richtung.
In einer einheitlich gezeichneten Darstellung zeigen engere Linien ein stärkeres Feld. Dieser Vergleich gilt nur innerhalb derselben Zeichnung. Die Anzahl der Linien wird frei gewählt; sie ist keine Messgröße.
Zwischen nahen, ebenen Polflächen eines Hufeisenmagneten verlaufen die Linien annähernd parallel und gleich dicht. Dort ist das Feld näherungsweise homogen: Richtung und Stärke sind fast gleich.
Jeder gewöhnliche Magnet hat Nord- und Südpol. An den Polen ist die Wirkung meist stark. Gleichnamige Pole stoßen sich ab; ungleichnamige ziehen sich an. Bei zwei frei beweglichen Magneten drehen sich zugewandte Nordpole voneinander weg. Bei Nord vor Süd drehen sie sich zueinander.
Beim Teilen eines Stabmagneten entstehen zwei kleinere Magnete mit je beiden Polen. Ein magnetischer Nordpol ist keine positive elektrische Ladung. Auch ein Südpol ist keine negative elektrische Ladung.
Definition
Feldlinie
Der Pfeil einer Feldlinie zeigt an jedem Ort, wohin sich der Nordpol einer kleinen Magnetnadel ausrichten würde.
Beispiel: So zeichnest du das Feld eines Stabmagneten:
- 1Markiere Nordpol und Südpol.
- 2Zeichne außerhalb mehrere Bögen vom Nordpol zum Südpol.
- 3Setze Pfeile in diese Richtung.
- 4Denke oder zeichne die Rückwege im Inneren vom Südpol zum Nordpol.
- 5Vermeide Schnittpunkte und offene Linienenden.
- 6Zeichne die Linien in Polnähe dichter, wenn du dort das stärkere Feld darstellen willst.
Teste dich
Eine Kompassnadel ist ein frei drehbarer kleiner Magnet. Ihre Nordspitze zeigt ungefähr zum geografischen Norden. Im vereinfachten Erdmodell liegt dort magnetisch ein Südpol. Geografische und magnetische Achse stimmen nicht genau überein. Darum zeigt der Kompass nicht überall exakt zum geografischen Nordpol. Eisen in der Nähe kann die Anzeige zusätzlich stören.
Dauermagnete und bewegte elektrische Ladungen erzeugen Magnetfelder. Auch um einen stromdurchflossenen geraden Draht laufen geschlossene Feldlinien. In einer Spule überlagern sich die Felder der Windungen. Eine lange Spule besitzt innen ein annähernd homogenes Feld. Ein Eisenkern kann die Wirkung deutlich verstärken. Ohne Strom verschwindet der strombedingte Feldanteil des Elektromagneten. Ein Dauermagnet braucht dagegen keinen zugeführten Strom.
In Eisen, Nickel und Kobalt gibt es magnetische Bereiche. In einem unmagnetisierten Stück gleichen sich ihre Wirkungen weitgehend aus. Ein äußeres Feld kann Bereiche ausrichten oder vergrößern. So wird das Stück magnetisiert. Wärme oder starke Stöße können diese Ordnung schwächen.
Weichmagnetisches Material lässt sich leicht magnetisieren und wieder entmagnetisieren. Eine geschlossene Hülle daraus kann das Feld in ihrem Hohlraum stark verringern. Diese magnetische Abschirmung ist nicht vollkommen.
Merke: Die Nordspitze des Kompasses zeigt ungefähr nach geografisch Norden, weil dort magnetisch ein Südpol liegt.
Teste dich
Ein geriebener Luftballon kann Papierschnipsel elektrisch anziehen. Auch einige winzige Teilchen tragen eine elektrische Ladung. Fliegen sie quer durch ein Magnetfeld, kann dessen Kraft sie seitlich ablenken. Diese Kraft heißt Lorentzkraft. Fliegen sie genau in Feldrichtung oder genau dagegen, lenkt die magnetische Kraft sie nicht ab. Die Formel und die Berechnung lernst du auf der Seite „Lorentzkraft“.
Beispiel: Zwei Flugrichtungen vergleichen
- 1Ein elektrisch geladenes Teilchen fliegt quer durch ein Magnetfeld.
- 2Das Feld kann seinen Weg seitlich ablenken.
- 3Fliegt es genau in Richtung des Felds, bleibt diese magnetische Ablenkung aus.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Magnetisches Feld
Nachweis
Eine Kompassnadel richtet sich im Magnetfeld aus
Feldlinien
Gedachte geschlossene Kurven mit eindeutiger Richtung
Richtung
Außerhalb eines Magneten von Nord nach Süd
Stärke
Engere Feldlinien zeigen innerhalb einer Zeichnung ein stärkeres Feld
Erzeugung
Dauermagnete und bewegte Ladungen erzeugen Felder
Kraft
Bewegte Ladungen können quer zu Bewegung und Feld abgelenkt werden
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Feldlinien am Hufeisenmagneten deuten
- 1Ein Hufeisenmagnet hat zwei einander zugewandte ebene Polflächen.
- 2Zeichne zwischen ihnen annähernd parallele Pfeile von Nord nach Süd.
- 3Die ähnlichen Abstände zeigen dort ein näherungsweise homogenes Feld.
- 4Führe die Linien außerhalb weiter und im Magneten zurück: Sie bilden geschlossene Kurven.
Fehler finden
Ist das Feldlinienbild vollständig? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Im Magneten führen die Feldlinien von Süd nach Nord zurück. So entstehen geschlossene Kurven.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine Kompassnadel zeigt das Feld durch ihre . Außerhalb eines Stabmagneten zeigen Feldlinien von nach Süd. Im Inneren führen sie nach zurück.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback