Informatik · Klasse 7–10 · aktualisiert
Mikrocontroller: Aufbau, Ablauf und Anwendung
Du lernst, woraus ein Mikrocontroller besteht, wie Sensor und Aktor zusammenarbeiten und wie Fail-safe bei einem Drahtbruch Gefahr verhindert.
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Kurz gesagt
Ein Mikrocontroller ist ein kleiner Computer auf einem Chip mit Prozessor und Peripheriefunktionen, oft auch mit Speicher. Er verarbeitet Messwerte von Sensoren und steuert Aktoren an. Fail-safe heißt: Bei einem Fehler wie Drahtbruch entsteht keine Gefahr.
Waschmaschine, Auto, Fernbedienung: In vielen Geräten arbeitet unbemerkt ein winziger Computer. Er liest Messwerte und schaltet Motoren oder Lampen. Was passiert aber, wenn ein Kabel reißt? Genau das klärst du hier.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Mikrocontroller (kurz µC) ist ein kleiner Computer auf einem einzelnen Chip. Er besteht aus mehreren Teilen.
Der Prozessor führt Programme aus. Der Programmspeicher enthält das Programm. Der Arbeitsspeicher ist für die Daten da, mit denen das Programm gerade arbeitet. In vielen Fällen liegen Arbeits- und Programmspeicher teilweise oder komplett auf demselben Chip.
Dazu kommen Schnittstellen, die eine Kommunikation mit der Umgebung ermöglichen. Man nennt sie Peripheriefunktionen. Auf modernen Mikrocontrollern gibt es häufig auch komplexe Peripheriefunktionen, zum Beispiel USB- oder Ethernet-Schnittstellen.
Bei neuen Mikrocontrollern dominiert mittlerweile Flash-Speicher als Programmspeicher, wenn es um kleinere Stückzahlen geht oder um die Entwicklungsphase. Er ist direkt elektrisch löschbar und wiederbeschreibbar. Die Software auf so einem Gerät heißt Firmware. Bei Flash-Speicher kann man sie aktualisieren, ohne den Chip auszuwechseln.
Warum steckt so viel schon im Chip? Je mehr Funktionen der Mikrocontroller selbst enthält, desto weniger zusätzliche Bausteine braucht die Platine. Weniger Bausteine bedeuten weniger Platz für Leiterbahnen und kürzere Signallaufzeiten zwischen den Bausteinen.
Definition
Mikrocontroller
Ein Mikrocontroller ist ein kleiner Computer auf einem einzelnen Chip. Er enthält einen Prozessor, Schnittstellen zur Umgebung (die Peripheriefunktionen) und in vielen Fällen auch Arbeits- und Programmspeicher.
Merke: Prozessor, Speicher und Peripheriefunktionen gehören zum Mikrocontroller. Arbeits- und Programmspeicher liegen in vielen Fällen schon mit auf dem Chip.
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Viele Geräte folgen derselben Kette: messen, verarbeiten, ansteuern. Heute geschieht das meist mit elektronischen Systemen. Sensoren messen, ein Mikrocontroller verarbeitet die Messwerte, und Aktoren werden entsprechend angesteuert.
Ein Sensor ist ein Bauteil, das eine Größe wie Temperatur, Druck oder Helligkeit erfasst und in ein elektrisches Signal umformt. Der Mikrocontroller ist wie ein Gehirn: Er verarbeitet die Signale und steuert abhängig vom Programm Aktoren an.
Ein Aktor setzt ein Signal in mechanische Bewegung, Kraft, Druck oder Drehmoment um. Beispiele für Aktoren sind eine Leuchte, ein Ventil oder ein Motor. Mikrocontroller stecken zum Beispiel in Waschmaschinen, in Fernbedienungen und in Autos, wo sie unter anderem ABS und Airbag steuern.
Definition
Aktor
Ein Aktor ist eine Baueinheit, die ein Signal in mechanische Bewegung, Kraft, Druck oder Drehmoment umsetzt. Er ist das Gegenstück zum Sensor.
Beispiel: Waschmaschine
- 1Messen: Sensoren liefern Informationen, zum Beispiel über Temperatur und Wasserstand.
- 2Verarbeiten: Die Steuerung, in vielen Geräten ein Mikrocontroller, wertet sie mit dem gewählten Steuerprogramm aus.
- 3Ansteuern: Wasserzufluss, Waschmittelzugabe, Heizung und der Motor für die Trommel werden in Gang gesetzt und angehalten.
- 4Der Motor ist ein Beispiel für einen Aktor.
Merke: Der Sensor misst, der Mikrocontroller verarbeitet die Messwerte, und der Aktor wird angesteuert.
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Drei Begriffe werden oft verwechselt: Mikroprozessor, Mikrocontroller und Board.
Ein Mikroprozessor ist ein Computerprozessor als Chip. Die CPU (der Hauptprozessor) eines PCs ist ein Beispiel. Für einen kompletten Computer braucht er weitere externe Chips für Speicher und Ein-/Ausgabe.
Ein Mikrocontroller hat Prozessor und Peripheriefunktionen auf demselben Chip, oft auch Speicher. Deshalb nennt man ihn ein „Ein-Chip-Computersystem“. Die Grenze zwischen beiden ist etwa seit den 2000er Jahren teilweise fließend.
Ein Board ist etwas anderes: eine Platine, auf der ein Mikrocontroller sitzt. Beim Arduino besteht die Hardware aus einem einfachen E/A-Board (E/A heißt Ein-/Ausgabe) mit einem Mikrocontroller und analogen und digitalen Ein- und Ausgängen. Der Arduino-UNO hat den Mikrocontroller ATmega328, 14 digitale Ein-/Ausgänge und sechs analoge Eingänge. Bei den Boards Yún und Tre sitzt neben dem Mikrocontroller sogar noch ein stärkerer Mikroprozessor.
Für ein funktionstüchtiges Arduino-Programm genügt es, zwei Funktionen zu definieren. setup() wird nach dem Einschalten einmal ausgeführt. loop() läuft danach wiederholt: Ist das Ende erreicht, beginnt es wieder von vorne. Ob ein digitaler Anschluss (Pin) Eingang oder Ausgang ist, legst du im Programm fest.
| Begriff | Was ist das? |
|---|---|
| Mikroprozessor | Ein Prozessor als Chip, zum Beispiel die CPU eines PCs. Speicher und Ein-/Ausgabe kommen als weitere Chips dazu. |
| Mikrocontroller | Ein Chip mit Prozessor und Peripheriefunktionen, oft auch mit Arbeits- und Programmspeicher. |
| Board (Arduino) | Eine Platine mit einem Mikrocontroller und digitalen und analogen Ein- und Ausgängen. |
Definition
Board
Ein Board ist eine Platine, auf der ein Mikrocontroller sitzt. Das Arduino-Board hat zusätzlich digitale und analoge Ein- und Ausgänge.
Merke: Der Mikrocontroller ist der Chip. Das Arduino-Board ist die Platine, auf der er sitzt.
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Fail-safe bedeutet auf Deutsch etwa „sicher trotz Fehler“. Ein Gerät ist fail-safe, wenn es bei einem Defekt so ausfällt, dass keine gefährliche Situation entsteht. Bei einer Maschine nimmt man dafür systematisch an, dass Fehler auftreten, und macht ihre Auswirkungen so ungefährlich wie möglich.
Fail-safe ist nicht dasselbe wie „ausfallsicher“. Ein fail-safe-Gerät funktioniert nach einem Ausfall in der Regel nicht mehr, aber es entsteht keine Gefahr. Beispiel Sicherung: Bei Überlast oder Kurzschluss schaltet sie den Stromkreis ab und verhindert so gefährlich hohe Ströme.
Beispiel Zug: Während der Fahrt muss die Hauptluftleitung unter Druck stehen, damit die Bremsen lösen. Reißt eine Kupplung und damit auch die Bremsleitung, wird die Hauptluftleitung in beiden Zugteilen entlüftet (der Druck entweicht). Es kommt zur Zwangsbremsung. Störungen behindern dann den Betrieb, wirken sich aber zur sicheren Seite aus.
Beim statischen Fail-safe ist ein Sensor so angebracht, dass er im Normalzustand betätigt ist und dabei Spannung an das auswertende Gerät anlegt. Entsteht ein Drahtbruch, erkennt das auswertende Gerät den gleichen Zustand wie im Fehlerfall des Sensors und stoppt die Maschine. Der Fehler muss dabei erkennbar sein, zum Beispiel durch Stillstand der Anlage, denn weitere Bauteilfehler sind sonst unter Umständen nicht mehr sicher. Ein sicherer Zustand kann auch ein Zustand mit eingeschränkter Funktionalität sein, der als für Leib und Leben sicher erachtet wird.
Zur Funktionsüberwachung von Mikrocontroller-Steuerungen werden in der Regel sogenannte Watchdog-Schaltungen eingesetzt. Ein Watchdog sorgt bei Unregelmäßigkeiten im Ablauf für einen kontrollierten Neustart. Teilweise ist er schon im Mikrocontroller eingebaut.
Definition
Fail-safe
Fail-safe heißt: Ein Gerät fällt im Defektfall so aus, dass keine gefährliche Situation entsteht. Es funktioniert dann in der Regel nicht mehr, aber es entsteht keine Gefahr.
Beispiel: Drahtbruch an einer Steuerung (ausgedachtes Beispiel)
- 1Annahme: Der Mikrocontroller lässt die Maschine nur laufen, solange an seinem Eingang Spannung anliegt.
- 2Normalzustand: Der Sensor ist betätigt und legt Spannung an. Die Maschine läuft.
- 3Drahtbruch: Es kommt keine Spannung mehr an. Der Mikrocontroller sieht den gleichen Zustand wie bei einem Sensorfehler.
- 4Der Mikrocontroller stoppt die Maschine. Sie ist im sicheren Zustand.
- 5Die Maschine funktioniert nicht mehr, aber es entsteht keine Gefahr.
Merke: Fail-safe heißt nicht „läuft weiter“, sondern „bleibt ungefährlich“.
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Alles auf einen Blick
Mikrocontroller
Mikrocontroller
Kleiner Computer auf einem Chip mit Prozessor und Peripheriefunktionen, oft auch mit Speicher
Peripheriefunktionen
Schnittstellen zur Kommunikation mit der Umgebung
Kette
Der Sensor misst, der Mikrocontroller verarbeitet, der Aktor wird angesteuert
Abgrenzung
Ein Mikroprozessor ist ein Prozessor-Chip, ein Arduino ist eine Platine mit Mikrocontroller
Fail-safe
Bei einem Defekt entsteht keine Gefahr, das Gerät funktioniert dann in der Regel nicht mehr
Drahtbruch
Bei statischem Fail-safe erkennt das auswertende Gerät den Fehlerzustand und stoppt die Maschine
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Heizung nach der Außentemperatur (ausgedachtes Beispiel)
- 1Aufgabe: Die Temperatur der Heizkörper wird abhängig von der gemessenen Außentemperatur gesteuert. Ordne die Teile zu.
- 2Messen: Der Außentemperatur-Sensor wandelt die Temperatur in ein elektrisches Signal um.
- 3Verarbeiten: Der Mikrocontroller wertet den Messwert mit seinem Programm aus.
- 4Ansteuern: Die Temperatur der Heizkörper wird angesteuert. Der angesteuerte Teil ist der Aktor.
- 5Grenze: Beim Steuern bleiben Störungen wie Wind oder ein offenes Fenster unbeachtet. Dann weichen die gewünschte und die tatsächliche Temperatur voneinander ab.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Zugbremse In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Fail-safe heißt nicht, dass alles normal weiterläuft. Der Defekt wirkt sich zur sicheren Seite aus: Der Zug wird zwangsgebremst. Richtig: Das ist fail-safe, weil keine Gefahr entsteht, auch wenn der Zug dann nicht normal weiterfährt.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Programme führt beim Mikrocontroller der aus. Ein fail-safe-Gerät funktioniert nach einem Defekt in der Regel . Ein Bauteil, das ein Ventil öffnet oder schließt, heißt .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback