Informatik · Klasse 7–10 · aktualisiert
Aktor einfach erklärt: Funktion und Beispiele
Du lernst, was ein Aktor macht, wie er mit Sensor und Steuerung zusammenarbeitet und wie du einen Ablauf mit einer Wahrheitstabelle prüfst.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein Aktor ist ein Bauteil, das ein Signal in mechanische Bewegung, Kraft, Druck oder Drehmoment umsetzt. Der Sensor erfasst, die Steuerung verarbeitet, der Aktor wirkt. Aktoren ordnet man zum Beispiel als hydraulisch oder pneumatisch ein.
Eine Tür öffnet sich von allein, eine Waschmaschine pumpt Wasser ein, ein Roboter greift ein Teil. Immer bewegt oder bewirkt etwas etwas. Genau das macht ein Aktor. Hier lernst du, wie er arbeitet und wie du einen Ablauf prüfst.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Aktor ist ein Bauteil, das etwas bewirkt. Er bekommt ein Signal und setzt es in mechanische Bewegung, Kraft, Druck oder Drehmoment um. Mechanisch heißt: Etwas bewegt sich oder drückt. Drehmoment ist die Kraft, die etwas dreht. Ein anderes Wort für Aktor ist Aktuator.
Das Eingangssignal kann zum Beispiel hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch sein. Beispiele für Aktoren sind eine Leuchte, ein Ventil oder ein Motor. In der Robotik sagt man oft gleichbedeutend Effektor. Bei einem Roboter dient er zum Beispiel zum Ergreifen und Bearbeiten von Gegenständen.
Definition
Aktor
Ein Aktor (auch Aktuator) ist eine Baueinheit, die ein Signal in mechanische Bewegung, Kraft, Druck oder Drehmoment umsetzt.
Beispiel: Zwei Aktoren bei der Arbeit
- 1Ein Ventil öffnet und schließt einen Wasserfluss. Das Ventil ist der Aktor.
- 2Ein Roboter ergreift einen Gegenstand. Der Effektor des Roboters ist hier der Aktor.
- 3Beide setzen ein Signal in eine Wirkung um.
Teste dich
Ein Sensor erfasst zum Beispiel Temperatur, Druck oder Helligkeit. Er formt die Größe in ein elektrisches Signal um. Die Verarbeitung übernimmt eine Steuerung. Sie wertet die Signale nach einem Programm aus. Oft ist das ein Mikrocontroller, ein kleiner Computer auf einem einzelnen Chip. Der Aktor setzt das Ergebnis in eine Wirkung um.
Das passt zum EVA-Prinzip: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe. Der Sensor liefert die Eingabe, die Steuerung verarbeitet, der Aktor ist die Ausgabe. In den letzten Jahren wird die Verarbeitung zunehmend auch im Sensor selbst vorgenommen. Solche Sensoren heißen Smart-Sensoren.
Ein Waschautomat zeigt alle drei Aufgaben zusammen. Seine Steuerung bekommt Informationen über Wasserstand, Temperatur und Zeit und arbeitet ein gewähltes Programm ab.
| Baustein | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Sensor | erfasst eine Größe und formt sie in ein elektrisches Signal um | Lichtschranke |
| Verarbeitung | verarbeitet die Signale nach dem Programm | Mikrocontroller |
| Aktor | setzt das Signal in eine Wirkung um | Motor |
Beispiel: Waschautomat
- 1Die Steuerung bekommt Informationen über Wasserstand, Temperatur und Zeit.
- 2Sie setzt Wasserzufluss, Waschmittelzugabe, Heizung und den Elektromotor für die Trommel in Gang und hält sie wieder an.
- 3Der Elektromotor für die Trommel ist hier ein Aktor.
Merke: Der Sensor erfasst, die Steuerung verarbeitet, der Aktor wirkt.
Teste dich
Das Arbeitsprinzip sagt, womit ein Aktor seine Kraft erzeugt. Zwei wichtige Prinzipien sind hydraulisch und pneumatisch.
Bei der Hydraulik wird Flüssigkeit unter Druck in einen Zylinder geleitet. Dort bewegt sie den Kolben und die Kolbenstange geradeaus. Das nutzt man zum Beispiel in Gabelstaplern, Baggern und Aufzügen zum Heben von Lasten. Auch drehende Antriebe sind möglich, etwa mit dem Hydraulikmotor.
Bei der Pneumatik wirkt Druckluft auf den Kolben im Pneumatikzylinder. Pneumatik gilt als einfach und in der Anschaffung kostengünstig. Ihre Kräfte sind im Vergleich zur Hydraulik wesentlich geringer, weil der Betriebsdruck meist unter 10 bar (bar ist eine Einheit für Druck) liegt. Reichen die Kräfte der Druckluft nicht aus, nimmt man hydraulische Antriebe.
Es gibt noch mehr Prinzipien, zum Beispiel Elektromotoren, Piezoaktoren oder Bimetall-Aktoren. Aktoren mit Formgedächtnislegierungen oder Dehnstoffelementen reagieren auf Temperatur und kommen zum Beispiel in Temperaturreglern vor. Wie die anderen Prinzipien genau arbeiten, lernst du hier nicht.
Definition
Hydraulik
Hydraulik ist die Technik, Flüssigkeiten zur Signal-, Kraft- und Energieübertragung zu nutzen.
Definition
Pneumatik
Pneumatik ist der Einsatz von Druckluft, um mechanische Arbeit zu verrichten.
| Merkmal | Hydraulik | Pneumatik |
|---|---|---|
| Arbeitsmedium | Flüssigkeit | Druckluft |
| Kräfte | wesentlich höhere Kräfte möglich | wesentlich geringere Kräfte |
| Kreislauf | Ölhydraulik: immer ein Kreislauf | Abluft meist über Schalldämpfer in die Umgebung |
Teste dich
Zuerst fragst du: Was soll sich bewegen, und wie viel Kraft braucht das? Wenig Kraft und ein günstiger, einfacher Antrieb sprechen für Pneumatik. Sehr große Kräfte sprechen für Hydraulik.
Dann prüfst du den Ablauf mit einer Wahrheitstabelle. Eine Steuerung arbeitet mit binären Signalen. Sie haben nur zwei Werte, 0 und 1. Die Tabelle ordnet jeder Kombination von Eingängen (E) einen Ausgang (A) zu. Bei 2 Eingängen gibt es 4 mögliche Kombinationen. UND heißt: Nur wenn beide Eingänge 1 sind, ist A gleich 1. Bei ODER ist A auch gleich 1, wenn nur ein Eingang 1 ist. Bei Exklusiv-ODER ist A gleich 1, wenn die Eingänge verschieden sind.
Manchmal muss ein Aktor sich merken, was er zuletzt getan hat. Beispiel Ruf-Anlage: Ein Patient drückt die Ruftaste E1, und eine Leuchtanzeige meldet das. Die Meldung soll bleiben, auch wenn die Ruftaste nicht mehr gedrückt ist. Mit der Rückstelltaste E2 wird die Anzeige gelöscht. Dafür kommt der Ausgang A1 selbst als Eingang E3 dazu, und die Tabelle hat 8 Zeilen. Ist die Ruftaste gedrückt, leuchtet die Anzeige immer. Sind beide Taster 0, behält die Anzeige ihren alten Zustand (A1 = E3).
Beispiel: Presse mit zwei Tastern (ausgedachtes Beispiel)
- 1Eine Presse braucht große Kraft. Das spricht für einen Hydraulikzylinder.
- 2E1 ist der linke Taster, E2 der rechte Taster. A = 1 heißt: Die Presse fährt.
- 3Regel UND: A ist nur gleich 1, wenn E1 und E2 beide 1 sind.
- 4E1/E2 → A: 0/0 → 0, 0/1 → 0, 1/0 → 0, 1/1 → 1
Merke: Aktor nach der nötigen Kraft wählen. Den Ablauf prüfst du, indem du jede Eingangskombination in die Tabelle schreibst.
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Alles auf einen Blick
Aktor
Aktor
setzt ein Signal in mechanische Bewegung, Kraft, Druck oder Drehmoment um
Aufgaben
Der Sensor erfasst, die Steuerung verarbeitet, der Aktor wirkt
Hydraulik
Flüssigkeit, wesentlich höhere Kräfte als Pneumatik
Pneumatik
Druckluft, einfach und in der Anschaffung kostengünstig
Wahrheitstabelle
ordnet binären Eingängen (0 oder 1) einen Ausgang zu
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Lüftungsklappe auswählen und prüfen (ausgedachtes Beispiel)
- 1Aufgabe, ausgedacht: Eine leichte Lüftungsklappe soll öffnen, wenn es zu warm ist (E1 = 1) oder zu feucht (E2 = 1).
- 2Schritt Aktor: Die Klappe braucht nur wenig Kraft. Ein Pneumatikzylinder ist einfach und kostengünstig. Annahme: Druckluft ist vorhanden.
- 3Schritt Regel: Bei ODER ist A gleich 1, wenn mindestens ein Eingang 1 ist.
- 4E1/E2 → A: 0/0 → 0, 0/1 → 1, 1/0 → 1, 1/1 → 1
- 5Prüfung: Nur bei 0/0 bleibt die Klappe zu. Das passt zur Aufgabe.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Ruf-Anlage In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Hier wird das Speicherverhalten übersehen. Sind beide Taster 0, behält die Anzeige ihren alten Zustand. Richtig: Mit E3 = 1 bleibt sie an (A1 = 1).
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein erfasst zum Beispiel die Temperatur und formt sie in ein elektrisches Signal um. Reichen die Kräfte der Druckluft nicht aus, nimmt man . Bei der Verknüpfung UND ist der Ausgang A nur gleich 1, wenn E1 und E2 .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback