Informatik · Klasse 5–8 · aktualisiert
Datenauswertung: Daten prüfen und richtig deuten
Du lernst, Daten zu prüfen und zu bereinigen, Mittelwert und Median zu wählen und Korrelation von Ursache zu unterscheiden.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Verlässliche Daten haben den gleichen Datentyp, sind vollständig und haben die gleiche Einheit. Fehler bereinigst du erst, nachdem du eine Kopie gesichert hast. Der Median ist robuster gegenüber Ausreißern. Eine Korrelation beweist keine Ursache.
Jeden Tag siehst du Zahlen: Umfragen, Tabellen, Diagramme. Aber stimmen sie auch? Wenn die Daten schlecht sind, ist auch das Ergebnis schlecht. Hier lernst du, wie du Daten prüfst, aufräumst, zusammenfasst und richtig deutest.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Daten sind gesammelte Angaben, zum Beispiel Körpergrößen, Preise oder Messwerte. Bevor du damit rechnest, fragst du: Kann ich diesen Daten trauen? Hochwertige und verlässliche Daten müssen bestimmte Anforderungen erfüllen.
Dazu gehören zum Beispiel diese vier: Erstens der gleiche Datentyp (valide Daten). Der Datentyp sagt, welche Art von Wert dasteht, etwa eine Zahl oder ein Wort. Zweitens vollständige Daten: Es fehlt nichts. Drittens einheitliche Daten mit gleicher Einheit, zum Beispiel bei Währung, Gewichtsangabe oder Länge. Viertens integre Daten: Sie müssen vor absichtlicher und/oder unabsichtlicher Manipulation geschützt sein.
Zum Prüfen legst du zuerst die Anforderungen fest. Danach prüfst du die Daten zum Beispiel mit Hilfe von Checklisten. Daraus ergeben sich zum Beispiel die Fehlerquoten. Eine Fehlerquote zeigt, wie viele Fehler in den Daten stecken.
Definition
Verlässliche Daten
Verlässliche Daten erfüllen bestimmte Anforderungen. Dazu gehören zum Beispiel der gleiche Datentyp, Vollständigkeit und die gleiche Einheit.
Beispiel: Körpergrößen einer Klasse prüfen (ausgedachtes Beispiel)
- 1Anna: 148 cm
- 2Ben: 1,52 m
- 3Cem: (leer)
- 4Dana: groß
- 5Prüfung: Ben hat eine andere Einheit (Meter statt Zentimeter).
- 6Cem fehlt ganz, die Daten sind nicht vollständig.
- 7Bei Dana steht ein Wort statt einer Zahl, der Datentyp passt nicht.
Teste dich
Bei der Datenbereinigung entfernst und korrigierst du Datenfehler. Fehler können zum Beispiel falsch oder veraltet sein, doppelt vorkommen, nicht zusammenpassen oder falsch formatiert sein.
Bevor du bereinigst, speicherst du die originalen, fehlerhaften Daten als Kopie. Nach der Bereinigung löschst du sie auf keinen Fall einfach. Sonst wären die Bereinigungen nicht nachvollziehbar.
Lückenhafte Daten: Fehlende Angaben kannst du durch Zusammenführen mit anderen Daten vervollständigen. Das heißt Datenfusion. Doppelte Daten: Bei der Duplikaterkennung werden gleiche Datensätze gefunden und zu einem einzigen Datensatz zusammengelegt. Solche Dubletten (doppelte Einträge) entstehen zum Beispiel bei Anschriften, wenn Namen unterschiedlich geschrieben werden, obwohl es dieselbe Person ist.
Uneinheitliche Daten: Bei der Standardisierung bringst du die Daten in ein einheitliches Format. Ein Datum schreibst du zum Beispiel überall gleich, etwa als 01.09.2009. Fehlerhafte Werte kannst du außerdem durch andere Daten ersetzen, durch Standardwerte (Default-Werte) ersetzen oder herausfiltern. Die Methoden kannst du einzeln oder kombiniert anwenden.
Eine Grenze gibt es: Die Datenbereinigung verbessert die Datenqualität. Eigenschaften der Datenquelle wie Glaubwürdigkeit lassen sich damit nicht verbessern.
| Problem | Mögliche Lösung |
|---|---|
| Daten sind doppelt | Duplikate entfernen: zu einem einzigen Datensatz zusammenlegen |
| Fehlerhafter Wert | Durch andere Daten ersetzen, Standardwert nutzen oder entfernen |
| Verschiedene Schreibweisen | Standardisieren: in ein einheitliches Format bringen |
| Lücken in den Daten | Daten zusammenführen und vervollständigen |
Beispiel: Ein Datum vereinheitlichen (ausgedachte Einträge)
- 1Einträge: „1.9.09“, „01.09.2009“, „1. September 2009“
- 2Alle drei meinen dasselbe Datum, sehen aber verschieden aus.
- 3Nach der Standardisierung steht überall „01.09.2009“.
Merke: Erst eine Kopie der Originaldaten speichern, dann bereinigen. Die Kopie löschst du nicht einfach.
Teste dich
Der Mittelwert heißt genauer arithmetisches Mittel und wird oft Durchschnitt genannt. Du addierst alle Werte und teilst die Summe durch die Anzahl der Werte.
Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte steht, wenn du die Werte der Größe nach sortierst. So gehst du vor: Ordne alle Werte aufsteigend. Ist die Anzahl der Werte ungerade, ist die mittlere Zahl der Median. Ist die Anzahl gerade, wird der Median meist als Mittel der beiden mittleren Zahlen festgelegt.
Welchen nimmst du? Ein Ausreißer ist ein extrem abweichender Wert. Der Median ist robuster gegenüber Ausreißern. Der Mittelwert reagiert dagegen empfindlich auf Ausreißer. Beim Median geht dafür viel Information über die Daten verloren. Weicht der Median auffällig vom Mittelwert ab, solltest du die Daten auf Ausreißer überprüfen.
Bei Noten ist der Mittelwert eigentlich problematisch, weil es zwischen den Notenstufen keinen echten Abstand gibt. Der Median kann auch für Notenstufen verwendet werden.
Definition
Median
Der Median ist der Wert in der Mitte der Messwerte, wenn man sie der Größe nach sortiert. Er wird auch Zentralwert genannt.
Beispiel: Sieben Messwerte mit und ohne Fehler
- 1Werte: 4, 1, 15, 2, 4, 5, 4
- 2Sortiert: 1, 2, 4, 4, 4, 5, 15
- 3Sieben Werte: Der Wert an der mittleren Stelle ist der Median, also 4.
- 4Mittelwert: 35 : 7 = 5
- 5Durch einen Fehler wird eine 4 durch 46 ersetzt. Sortiert: 1, 2, 4, 4, 5, 15, 46
- 6Der Median bleibt 4. Der Mittelwert springt auf 77 : 7 = 11.
| Frage | Mittelwert | Median |
|---|---|---|
| Rechnung | Alle Werte addieren, durch die Anzahl teilen | Sortieren, mittleren Wert nehmen |
| Ausreißer | Reagiert empfindlich | Ist robuster |
| Noten | Eigentlich problematisch | Auch für Notenstufen nutzbar |
Teste dich
Je nach Ziel werden ganz verschiedene Diagramme eingesetzt. Ein Punktdiagramm trägt Wertepaare als Punkte in zwei Achsen ein. Ein Liniendiagramm verbindet die Punkte durch Linien. Ein Säulendiagramm eignet sich besonders, um wenige Ausprägungen (bis ca. 15) zu zeigen. Eine Ausprägung ist hier ein einzelner Wert oder eine einzelne Kategorie. Bei mehr Kategorien sind Liniendiagramme zu bevorzugen. Ein Balkendiagramm ist wie ein Säulendiagramm mit vertauschten Achsen und besser für viele Daten geeignet. Ein Kreisdiagramm zeigt, welche Anteile die Einzelwerte an einem Ganzen haben.
Vorsicht: Ein Diagramm kann auf Fakten beruhen und trotzdem einen manipulierten Eindruck machen. Wird der Nullpunkt der Achse verschoben, können kleine Unterschiede überbetont werden.
Eine Korrelation ist eine Beziehung zwischen zwei Merkmalen. Bei einer positiven Korrelation gilt: wenn mehr, dann mehr (mehr Futter, dickere Kühe). Bei einer negativen gilt: wenn mehr, dann weniger (mehr gefahrene Strecke, weniger Treibstoff im Tank). Eine Korrelation muss aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung sein. Manchmal bewirkt eine dritte Größe beides, oder der Zusammenhang ist vom Zufall beeinflusst. Eine Korrelation gilt nur als Hinweis, dass zwei Größen ursächlich zusammenhängen könnten. Mit Sicherheit lässt sich die Ursache daraus nie sagen.
| Diagramm | Wofür? |
|---|---|
| Punktdiagramm | Wertepaare als Punkte |
| Liniendiagramm | Punkte durch Linien verbunden |
| Säulendiagramm | Wenige Ausprägungen, bis ca. 15 |
| Balkendiagramm | Wie Säulen, aber waagerecht; gut für viele Daten |
| Kreisdiagramm | Anteile der Einzelwerte an einem Ganzen |
Beispiel: Eis und Sonnenbrand
- 1Beobachtung: In Sommern mit hohem Speiseeisumsatz treten viele Sonnenbrände auf.
- 2Falscher Schluss: Eisessen erzeugt Sonnenbrand.
- 3Dritte Größe: Die Sonneneinstrahlung bewirkt sowohl den Eisverkauf als auch den Sonnenbrand.
- 4Ergebnis: Die beiden Größen hängen zusammen, aber Eis ist nicht die Ursache.
Merke: Treten zwei Dinge zusammen auf, folgt daraus nicht, dass eines das andere verursacht.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Datenauswertung
Anforderungen
Verlässliche Daten haben den gleichen Datentyp, sind vollständig und haben die gleiche Einheit.
Bereinigen
Erst eine Kopie sichern, dann Duplikate zusammenlegen, Fehler ersetzen und Formate vereinheitlichen.
Mittelwert
Summe der Werte geteilt durch die Anzahl; Ausreißer beeinflussen ihn stark.
Median
Mittlerer Wert der sortierten Liste; er ist robuster gegenüber Ausreißern.
Diagramm
Die Art richtet sich nach dem Ziel; ein verschobener Nullpunkt kann täuschen.
Korrelation
Zwei Dinge treten zusammen auf. Das allein zeigt keine Ursache.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Handyzeit von fünf Schülern (ausgedachtes Beispiel)
- 1Gegeben sind ausgedachte Minuten pro Tag: 30, 45, 40, 35, 250
- 2Mittelwert: 30 + 45 + 40 + 35 + 250 = 400, dann 400 : 5 = 80 Minuten
- 3Sortiert: 30, 35, 40, 45, 250
- 4Fünf Werte sind eine ungerade Anzahl. Der mittlere Wert ist der Median, also 40 Minuten.
- 5Der Mittelwert 80 liegt weit über dem Median 40. Das ist ein Hinweis auf einen Ausreißer, hier die 250.
- 6Auswahl: Der Median mit 40 Minuten passt hier besser zu den meisten Werten.
Fehler finden
Prüfe die Schritte bei Median und Mittelwert (ausgedachtes Beispiel) In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Median wurde ohne Sortieren bestimmt. Erst sortieren: 1, 2, 7, 9, 30. Richtig: Der Median ist 7.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Vor dem Suchen des Medians sortierst du die Werte . Bei einer geraden Anzahl an Werten nimmst du meist das Mittel der beiden Zahlen. Du willst zeigen, welchen Anteil jede Eissorte an allen verkauften Kugeln hat. Dafür passt ein .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback