Zum Inhalt springen

Informatik · Klasse 10–12 · aktualisiert

Informationstheorie: Entropie, Codes und Fehler

Du rechnest mit Informationsgehalt und Entropie, prüfst Präfixcodes und erkennst mit dem Hamming-Abstand, ob ein Code Fehler bemerkt.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Informationstheorie: Entropie, Codes und Fehler

Kurz gesagt

Die Informationstheorie misst Information in Bit: Je seltener ein Zeichen, desto höher sein Informationsgehalt; die Entropie ist der Mittelwert. Quellenkodierung vermindert Redundanz, Kanalkodierung fügt sie zum Fehlerschutz hinzu. Der Hamming-Abstand zeigt, welche Fehler ein Code erkennt.

Jede Nachricht, die dein Handy sendet, besteht aus Bits. Manche Zeichen kommen oft vor, andere selten, und beim Senden können Bits kippen. Die Informationstheorie hilft dir zu rechnen, wie viel Information in einem Zeichen steckt, wie man Daten eindeutig codiert und wie man Übertragungsfehler bemerkt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

In der Informationstheorie bedeutet „Information“ etwas anderes als im Alltag. Sie sagt nichts über die Bedeutung. Zwei Nachrichten, von denen eine besonders wichtig ist und die andere nur „Unsinn“ darstellt, können genau die gleiche Menge an Information enthalten. Die Theorie geht auf Claude Shannon zurück; der informationstheoretische Begriff der Entropie existiert seit etwa 1948.

Der Informationsgehalt eines Zeichens hängt von seiner Wahrscheinlichkeit p ab: I = −log₂ p. Je kleiner p ist, desto höher ist der Informationsgehalt. Ein Zeichen, das sehr oft vorkommt, überrascht kaum und trägt wenig Information. Das Ergebnis steht in Bit. Du kannst dir das so vorstellen: Tritt ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit p ein, wird eines aus 1/p gleich wahrscheinlichen Ereignissen ausgewählt. Um sie zu unterscheiden, braucht man log₂(1/p) Bit. Bei p = 1/8 sind es 8 Ereignisse, und log₂ 8 = 3, weil 2³ = 8. Das ist eine eigene Rechnung zum Üben. Ein Ereignis mit p = 0,5, etwa „Kopf“ beim Münzwurf, hat den Informationsgehalt 1 Shannon (Sh).

Die Entropie H ist der mittlere Informationsgehalt pro Zeichen einer Datenquelle. Du gewichtest dafür den Informationsgehalt jedes Zeichens mit seiner Wahrscheinlichkeit und addierst: H = −(p₁·log₂ p₁ + p₂·log₂ p₂ + …). Diese Formel gilt für eine gedächtnislose Datenquelle, also eine, die sich nicht an frühere Zeichen „erinnert“.

Beim idealen Münzwurf sind „Kopf“ und „Zahl“ gleich wahrscheinlich. Die Ungewissheit ist dann am größten. Bei einer gezinkten Münze mit im Mittel 60 % „Kopf“ und 40 % „Zahl“ liegt die Entropie nur noch bei etwa 0,971. Wirfst du eine ideale Münze zweimal, gibt es vier Möglichkeiten mit je 0,25. Die Entropie ist dann 2 Sh, denn bei mehrfachen idealen Münzwürfen addiert sich die Entropie. Bei n gleich wahrscheinlichen Möglichkeiten gilt H = log₂ n. Ein idealer Achterwürfel hat acht Möglichkeiten: H = log₂ 8 = 3 Sh, so viel wie drei ideale Münzwürfe.

Definition

Entropie

Die Entropie ist ein Maß für den mittleren Informationsgehalt pro Zeichen einer Datenquelle. Man kann sie auch als Maß für beseitigte Unsicherheit verstehen.

Beispiel: Die Zeichenkette ABBCAADA

  1. 1A kommt 4-mal vor, B 2-mal, C und D je 1-mal: pA = 0,5; pB = 0,25; pC = pD = 0,125
  2. 2Informationsgehalt: I(A) = 1 bit, I(B) = 2 bit, I(C) = I(D) = 3 bit
  3. 3H = 0,5 · 1 + 0,25 · 2 + 2 · (0,125 · 3)
  4. 4H = 0,5 + 0,5 + 0,75 = 1,75 Sh

Merke: Seltene Zeichen tragen viel Information, häufige wenig. Die Entropie ist der Mittelwert über alle Zeichen.

Teste dich

MittelEin Zeichen kommt mit der Wahrscheinlichkeit 0,0625 vor. Wie groß ist sein Informationsgehalt?
LeichtWie groß ist die Entropie eines Wurfes mit einem idealen Achterwürfel?

Alles auf einen Blick

Informationstheorie

  • Informationsgehalt

    Je seltener ein Zeichen, desto höher sein Informationsgehalt I = −log₂ p

  • Entropie

    mittlerer Informationsgehalt pro Zeichen einer Datenquelle

  • Präfixcode

    kein Codewort ist der Anfang eines anderen, darum ist die Zerlegung eindeutig

  • Quelle und Kanal

    Quellenkodierung vermindert Redundanz, Kanalkodierung fügt sie zum Fehlerschutz hinzu

  • Hamming-Abstand

    Zahl der unterschiedlichen Stellen; beim Code das Minimum aller Abstände

  • Fehlererkennung

    Bei Abstand h werden alle (h − 1)-Bit-Fehler erkannt

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Erkennt dieser Code alle 1-Bit-Fehler? (ausgedachtes Beispiel)

  1. 1Code: 0000, 0111, 1011, 1100
  2. 2Abstände: 0000 und 0111 → 3 · 0000 und 1011 → 3 · 0000 und 1100 → 2
  3. 3Abstände: 0111 und 1011 → 2 · 0111 und 1100 → 3 · 1011 und 1100 → 3
  4. 4Kleinster Abstand: 2, also hat der Code den Hamming-Abstand 2
  5. 5Bei h = 2 werden alle (h − 1) = 1-Bit-Fehler erkannt
  6. 6Probe: Aus 0000 wird durch einen Fehler zum Beispiel 0100, und das ist kein Codewort

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zum Code mit vier Wörtern (ausgedachtes Beispiel) In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit 0,5 hat den Informationsgehalt . Im Code {0, 01, 10} ist „0“ ein Präfix von . Ein Code mit Hamming-Abstand 2 erkennt alle .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Informationstheorie

LeichtEine ideale Münze wird zweimal geworfen. Wie groß ist die Entropie?
MittelDer Code A → 0, B → 100, C → 101, D → 11 ist ein Präfixcode. Wie wird 110101100 zerlegt?
SchwerEin Sender nutzt den Code {000, 101, 110, 011}. Der Empfänger erhält 111. Was kann er sicher sagen?

Weiterlesen in Informatik