Informatik · Klasse 6–10 · aktualisiert
Bandbreite im Netzwerk einfach erklärt
Du lernst, was Bandbreite fachlich meint, wie Durchsatz und Latenz sich unterscheiden und wie du bit/s und Byte/s richtig liest.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Bandbreite heißt fachlich die Breite eines Frequenzbereichs und wird in Hertz angegeben. Die Datenrate misst dagegen bit/s. Der Durchsatz zählt nur Nutzdaten, die Latenz ist eine Verzögerungszeit. Ein Byte steht meist für 8 Bit.
Auf der Packung steht eine große Zahl, doch die Seite lädt trotzdem langsam. Und im Spiel ruckelt es, obwohl die Leitung schnell sein soll. Hier lernst du, welche Begriffe dahinterstecken und wie du die Zahlen liest.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Das Wort Bandbreite hat in der Technik eine genaue Bedeutung, die man leicht mit etwas anderem verwechselt.
In der Signalverarbeitung sagt die Bandbreite, wie breit ein Bereich von Frequenzen ist. Jeder Übertragungskanal hat – abhängig von seinen physikalischen Eigenschaften – eine untere und eine obere Grenzfrequenz. Der Unterschied zwischen beiden Werten ist die Bandbreite. Sie wird in Hertz (Hz) angegeben, einer Einheit für Frequenzen.
Die Datenübertragungsrate ist etwas anderes. Sie sagt, wie viele Bit in einer Sekunde übertragen werden, und wird deshalb in bit/s angegeben. Im Alltag nennt man die Internetgeschwindigkeit oft „Bandbreite“. Das ist sprachlich nicht exakt, denn beide Begriffe stehen für verwandte, aber eigentlich andere Größen.
Sie hängen aber zusammen: Je größer die Bandbreite eines Übertragungskanals, umso mehr Daten können pro Zeitspanne übertragen werden. Die Bandbreite ist dabei nicht der einzige Einfluss auf die höchste mögliche Datenrate.
Definition
Bandbreite
Die Bandbreite ist der Unterschied (die Differenz) zwischen der oberen und der unteren Grenzfrequenz eines Übertragungskanals. Man gibt sie in Hertz (Hz) an.
Beispiel: Telefon (in erster Näherung)
- 1Untere Grenzfrequenz: 300 Hz
- 2Obere Grenzfrequenz: 3400 Hz
- 3Bandbreite: 3400 Hz − 300 Hz = 3100 Hz
- 4Das reicht für eine verständliche Sprachübermittlung.
Merke: Hertz gehört zur Bandbreite, bit/s gehört zur Datenübertragungsrate. Im Alltag werden beide Wörter oft vermischt, fachlich ist das nicht exakt.
Teste dich
Drei Begriffe werden oft durcheinandergeworfen: Datenrate, Durchsatz und Latenz.
Die Datenübertragungsrate ist die Übertragungsgeschwindigkeit: Wie viele Daten gehen in einer Zeitspanne über einen Übertragungskanal? Bei ihr zählen auch eventuelle Steuerdaten mit. Der Durchsatz berücksichtigt dagegen nur die reinen Nutzdaten. Auch die tatsächlich erreichte Datenverarbeitungsgeschwindigkeit wird als Durchsatz bezeichnet. Begrenzt wird der Durchsatz eines Systems durch Engpässe. Das sind die Teile des Systems, die am höchsten ausgelastet sind.
Die Latenz (auch Latenzzeit oder Verzögerung, englisch Delay) ist keine Menge pro Zeit, sondern eine Zeit: die Zeit zwischen dem Auftreten eines Ereignisses und dem Auftreten eines erwarteten Folgeereignisses.
Die Bandbreite in Hertz ist wieder etwas anderes: die Breite des Frequenzbereichs eines Kanals. Die Kanalkapazität ist die höchste Datenrate, die fehlerfrei über einen Kanal übertragen werden kann. Zusammen mit der Latenz ist sie ein Maß für die Leistungsfähigkeit eines Kanals.
Definition
Durchsatz
Der Durchsatz sagt, wie viele reine Nutzdaten in einem bestimmten Zeitraum von einem Ort zu einem anderen transportiert werden. Steuerdaten zählt er nicht mit.
| Größe | Was sie angibt | Einheit |
|---|---|---|
| Bandbreite | Breite des Frequenzbereichs eines Kanals | Hertz (Hz) |
| Datenrate | Daten pro Zeit, Steuerdaten zählen mit | bit/s |
| Durchsatz | Daten pro Zeit, nur Nutzdaten | meist Bit pro Zeit |
| Latenz | Verzögerung bis zum erwarteten Ereignis | Zeit, z. B. ms |
Teste dich
Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit: Es steht für genau einen von zwei Zuständen, zum Beispiel Ein oder Aus bei einem Lichtschalter. Das Kürzel ist „bit“. Ein Byte steht meist für eine Folge aus 8 Bit. Das Kürzel ist „B“.
Das Byte nutzt man für Datenmengen, etwa für Dateigrößen oder Speicher. Übertragungsraten gibt man dagegen üblicherweise in Bit an, zum Beispiel die maximale Geschwindigkeit eines Internet-Anschlusses. Darum steht dort Mbit/s, also Megabit pro Sekunde. Vor allem beim Zugriff auf Datenspeicher wird die Rate auch häufig in Byte pro Sekunde angegeben.
Achte genau auf die Schreibweise: 1 MB/s ist exakt das Achtfache von 1 Mbit/s. Wir rechnen hier mit 1 Byte = 8 Bit. Von Mbit/s zu MB/s teilst du also durch 8. Von MB/s zu Mbit/s multiplizierst du mit 8.
Bei Datenraten bedeuten die Vorsilben dezimale Werte: 1 kbit/s sind 1.000 bit/s und nicht 1.024 bit/s.
Definition
Byte
Ein Byte ist eine Maßeinheit für Daten. Es steht meist für eine Folge aus 8 Bit: 1 Byte = 8 Bit.
Beispiel: MP3 mit 128 kbit/s
- 1k steht bei Datenraten für 1.000: 128 kbit/s = 128 · 1.000 bit/s = 128.000 bit/s
- 2In Byte pro Sekunde (mit 1 Byte = 8 Bit): 128.000 : 8 = 16.000 B/s
Merke: Kleines „bit“ steht für Bit, großes „B“ für Byte. Für Mbit/s → MB/s gilt: durch 8 teilen.
Teste dich
Auf der Packung steht oft der höchste Wert. Häufig ist unklar, an welcher Stelle diese Datenrate erreicht wird und welche Datenrate dem Benutzer tatsächlich zur Verfügung steht.
Beispiele: Bei USB 2.0 Hi-Speed mit einer nominellen Geschwindigkeit von 480 Mbit/s können nur ca. 300 Mbit/s zur Übertragung genutzt werden. Beim verbreiteten WLAN-Standard IEEE 802.11g gibt es typischerweise 20 Mbit/s „netto“ (der nutzbare Teil) und 56 Mbit/s „brutto“ (insgesamt). Die beiden Zahlen liegen also weit auseinander.
Die Datenrate ist nicht immer konstant. Sie hängt unter anderem ab vom Kommunikationsprotokoll (den Regeln, nach denen Geräte Daten austauschen), vom Mobilfunkstandard (4G oder 5G), von der Qualität der Leitung, von der Netzabdeckung, von der Netzlast, vom Endgerätetyp und von der zur Verfügung stehenden Bandbreite. Glasfaserkabel haben weit höhere Datenübertragungsraten als Kupferkabel.
Die Ping-Zeit (englisch round trip time) ist die Zeit, die ein Datenpaket zum Ziel und wieder zurück braucht. Sie ist eine gemessene Latenz. Sie umfasst die Signallaufzeit, die von der Entfernung abhängt, und die Verarbeitungszeit in den Routern. Router sind Zwischenstationen auf dem Weg. Dazu kommt die Verarbeitungszeit in den Rechnern am Anfang und am Ende. Auf Verbindungen mit hoher Auslastung werden die Zeiten länger, weil Pakete in den Routern in Warteschlangen warten.
Beispiel: Ping-Zeit zwischen Berlin und Tokio
- 1Entfernung: 8941,2 km
- 2Bei Lichtgeschwindigkeit im Vakuum (ca. 300.000 km/s) ist die minimal mögliche Paketumlaufzeit etwa 59,6 ms.
- 3Mit einer realistischeren Geschwindigkeit von etwa 150.000 km/s und direktem Leitungsweg ergibt sich eine minimale Pingzeit von etwa 120 ms.
- 4In der Praxis sind es etwa 200 bis 300 ms, weil manche Verbindungen von Europa nach Asien über die Vereinigten Staaten geleitet werden.
Merke: Die angegebene Datenrate ist häufig nur ein Höchstwert. Nutzbar ist oft weniger. Die Ping-Zeit wächst mit der Entfernung und mit der Auslastung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Bandbreite
Bandbreite
Unterschied zweier Grenzfrequenzen, angegeben in Hertz
Datenrate
Bit pro Sekunde, Steuerdaten zählen mit
Durchsatz
zählt nur die reinen Nutzdaten
Latenz
Verzögerung, die Ping-Zeit ist eine gemessene Latenz
Umrechnen
Ein Byte steht meist für 8 Bit, Mbit/s : 8 = MB/s
Nutzbar
Die angegebene Rate ist häufig höher als die nutzbare
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Download-Zeit für eine Datei (ausgedachtes Beispiel)
- 1Annahme: Eine Datei ist 50 MB groß. Die Leitung liefert gleichbleibend 16 Mbit/s, alles sind Nutzdaten. Wir rechnen mit 1 Byte = 8 Bit.
- 2Schritt 1: Datenmenge in Bit: 50 MB = 50 · 8 Mbit = 400 Mbit
- 3Schritt 2: Zeit = Datenmenge : Datenrate = 400 Mbit : 16 Mbit/s = 25 s
- 4Probe: 16 Mbit/s : 8 = 2 MB/s, und 50 MB : 2 MB/s = 25 s
- 5Wegen Steuerdaten und Auslastung dauert ein echter Download oft länger.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu einem ausgedachten Tarif mit 40 Mbit/s In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Hier wurde mit 8 multipliziert statt durch 8 geteilt. Ein Byte ist größer als ein Bit, darum ist die Zahl in MB/s kleiner. Richtig: 40 : 8 = 5, also 5 MB/s.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Differenz der beiden Grenzfrequenzen, beim Telefon in erster Näherung 3400 Hz − 300 Hz = 3100 Hz, heißt . Zählt eine Angabe nur die reinen Nutzdaten und lässt Steuerdaten weg, heißt sie . Mit 1 Byte = 8 Bit sind 8 Mbit/s genau .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback