Informatik · Klasse 6–10 · aktualisiert
Netzwerktopologie: Bus, Ring, Stern und Mesh
Du lernst Bus, Ring, Stern, Baum und Mesh kennen, sagst die Folgen eines Ausfalls voraus und wählst eine passende Topologie aus.
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Kurz gesagt
Die Topologie zeigt, wie die Geräte und Leitungen eines Netzes angeordnet sind. Die physische Topologie beschreibt die Verkabelung, die logische den Datenfluss. Bus, Ring, Stern, Baum und Mesh unterscheiden sich bei Ausfällen, Kosten und Erweiterbarkeit.
Alle Computer in eurer Schule hängen irgendwie zusammen. Aber wie? Alle an einem Kabel, alle an einem Verteiler oder jeder mit jedem? Davon hängt ab, was passiert, wenn ein Kabel oder ein Gerät kaputtgeht. Das lernst du hier.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir ein Netz als Zeichnung vor. Jedes Gerät ist ein Punkt, ein Knoten. Jede Verbindung ist eine Linie, eine Kante. Die Topologie eines Rechnernetzes beschreibt, wie die Geräte und Leitungen angeordnet sind, die das Netz bilden.
Man unterscheidet zwei Sichten. Die physische Topologie beschreibt den Aufbau der Netzverkabelung: Wie sind die Kabel verlegt? Die logische Topologie beschreibt den Datenfluss zwischen den Endgeräten: Welchen Weg nehmen die Daten?
Die beiden Sichten können verschieden sein. Ein Hub ist ein Gerät, das Netzknoten sternförmig verbindet. Er leitet Daten an alle anderen Teilnehmer weiter. Bei 100-Mbit-Ethernet (einer Netztechnik) mit Hub laufen die Kabel sternförmig zum Hub. Aus Sicht des Signalflusses ist das Netz aber ein Bus. Was ein Bus und ein Ring sind, lernst du im nächsten Abschnitt.
Ein zweites Beispiel ist der Token Ring. Er wird physisch als Stern über einen Ringleitungsverteiler gebaut. Das ist ein Gerät in der Mitte, an das jedes Gerät mit nur einem Kabel angeschlossen ist und das die Daten von einem Anschluss zum nächsten weiterreicht. Logisch ist der Token Ring ein Ring, weil der Datenfluss von Endgerät zu Endgerät läuft. In großen Netzen setzt sich die Struktur oft aus mehreren verschiedenen Topologien zusammen.
Definition
Physische und logische Topologie
Die physische Topologie beschreibt den Aufbau der Netzverkabelung. Die logische Topologie beschreibt den Datenfluss zwischen den Endgeräten.
Beispiel: Ethernet-Netz mit Hub
- 1Physisch: Die Kabel laufen sternförmig von den Endgeräten zum Hub.
- 2Logisch: Jede gesendete Information erreicht alle Teilnehmer, also ist es ein Bus.
- 3Ergebnis: Physisch ein Stern, logisch ein Bus.
Merke: Physisch heißt: Wie liegen die Kabel? Logisch heißt: Wie fließen die Daten? Die logische Topologie kann von der physischen abweichen.
Teste dich
Beim Punkt-zu-Punkt sind genau zwei Knoten direkt verbunden. Mehr als zwei Teilnehmer kann man damit nicht verbinden.
Beim Bus hängen alle Geräte direkt am selben Übertragungsmedium (zum Beispiel einem Kabel), dem Bus. Zwischen den Geräten und dem Medium gibt es keine aktiven Komponenten, also keine Geräte dazwischen. Teilen sich alle das Medium, darf immer nur ein Gerät zur selben Zeit senden.
Im Ring ist jedes Endgerät mit genau zwei anderen verbunden, so dass ein geschlossener Ring entsteht. Die Information wird von Teilnehmer zu Teilnehmer weitergeleitet, bis sie ihr Ziel erreicht. Sind der erste und der letzte Rechner nicht verbunden, spricht man von einer Linie, einem offenen Ring.
Im Stern sind alle anderen Teilnehmer mit einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung an einen zentralen Teilnehmer angeschlossen. Die Endgeräte untereinander sind nicht verbunden. In Computernetzen kann die Mitte zum Beispiel ein Switch sein, also ein Verteiler-Gerät.
Ein Baum hat eine Wurzel, den obersten Knoten. Von ihr gehen Kanten aus, die zu einem Blatt oder zu inneren Knoten von Teilbäumen führen. Ein Blatt ist ein Endgerät am Ende des Baums. Die Verbindung mehrerer Sterne ohne Maschen bildet einen Baum. Der Baum wird häufig in großen Gebäuden eingesetzt.
Im Mesh (vermaschtes Netz) ist jedes Endgerät mit einem oder mehreren anderen Endgeräten verbunden.
Definition
Vollständig vermaschtes Netz
Ein Mesh, in dem jeder Teilnehmer mit jedem anderen verbunden ist, heißt vollständig vermaschtes Netz.
| Topologie | Merkmal |
|---|---|
| Punkt-zu-Punkt | Zwei Knoten sind direkt miteinander verbunden |
| Bus | Alle Geräte hängen direkt am selben Übertragungsmedium |
| Ring | Jedes Endgerät ist mit genau zwei anderen verbunden |
| Stern | Alle hängen an einem zentralen Teilnehmer, untereinander nicht verbunden |
| Baum | Eine Wurzel, mehrere Sterne ohne Maschen verbunden |
| Mesh | Jedes Endgerät ist mit einem oder mehreren anderen verbunden |
Merke: Zähle die Nachbarn und suche die Mitte. Ring: genau zwei Nachbarn. Stern: eine Mitte, an der alle hängen. Bus: ein gemeinsames Medium.
Teste dich
Ein Netz fällt nicht immer ganz aus, wenn etwas kaputtgeht. Nur wenn es alternative Wege zwischen den Knoten gibt, bleibt das Netz bei Ausfällen einzelner Verbindungen funktionsfähig. Je mehr voneinander unabhängige Wege es gibt, desto ausfallsicherer ist das Netz.
Stern: Fällt ein Endgerät aus, hat das keine Auswirkung auf den Rest des Netzes. Fällt aber der zentrale Teilnehmer aus, fallen alle Verbindungsmöglichkeiten zugleich aus. Eine geläufige Schutzmaßnahme ist, die zentrale Komponente zu doppeln. Man nennt das Redundanz: Wichtige Teile sind doppelt vorhanden.
Bus: Eine Störung des Übertragungsmediums an einer einzigen Stelle, zum Beispiel ein defektes Kabel, blockiert den gesamten Netzstrang, also das ganze Netz an diesem Kabel.
Ring: Wird nur in eine Richtung kommuniziert und ein Teilnehmer fällt aus, wird der Ring unterbrochen. Je nach Organisation lässt sich das abfangen, oder es führt zum weitgehenden Ausfall. Wird in beide Richtungen kommuniziert, wird bei einer Unterbrechung automatisch die andere Drehrichtung gewählt. Bei einem Ring mit Protection sind alle Leitungen doppelt. Es gibt zwei Ringe, einen Arbeitsweg und einen Ersatzweg. Ist ein Ring oder sind beide an einer Stelle unterbrochen, erreicht jeder Teilnehmer noch jeden anderen. Bei der Linie spaltet der Ausfall eines mittleren Teilnehmers das Netz in zwei getrennte Teilnetze.
Baum: Der Ausfall eines Blatts hat keine Konsequenzen. Fällt ein Verteiler (innerer Knoten) aus, ist der ganze von ihm ausgehende Unterbaum nicht mehr erreichbar. Der Unterbaum ist alles, was unter diesem Verteiler hängt.
Mesh: Bei Ausfall eines Endgerätes oder einer Leitung kann im Regelfall weiter kommuniziert werden, weil die Daten umgeleitet werden (Routing).
| Topologie | Es fällt aus | Folge |
|---|---|---|
| Stern | Endgerät | Keine Auswirkung auf den Rest des Netzes |
| Stern | Zentrale | Alle Verbindungsmöglichkeiten fallen zugleich aus |
| Bus | Kabel an einer Stelle | Der gesamte Netzstrang ist blockiert |
| Linie | Mittlerer Teilnehmer | Zwei getrennte Teilnetze |
| Baum | Blatt oder Verteiler | Blatt: keine Konsequenzen. Verteiler: Unterbaum nicht erreichbar |
| Mesh | Endgerät oder Leitung | Im Regelfall wird umgeleitet, die Kommunikation geht weiter |
Merke: Nur wenn es alternative Wege zwischen den Knoten gibt, bleibt das Netz bei Ausfällen einzelner Verbindungen funktionsfähig.
Teste dich
Es gibt keine beste Topologie für alles. Du wählst nach den Anforderungen: Was soll das Netz können, und was darf es kosten? Jede Topologie hat Vorteile und Nachteile.
Sollen nur zwei Teilnehmer verbunden werden, reicht Punkt-zu-Punkt. Das ist leicht verständlich, die Fehlersuche ist leicht, und es gibt dann keine prinzipiellen Nachteile. Sollen mehr als zwei Teilnehmer verbunden werden, braucht man weitere Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Prinzipiell ergibt sich dann eine der anderen Topologien.
Der Bus hat geringe Kosten, weil nur geringe Kabelmengen nötig sind. Er braucht keine aktiven Netzwerkkomponenten, also keine Geräte zwischen den Rechnern und dem Kabel. Dafür kann zu jedem Zeitpunkt immer nur eine Station Daten senden, und Datenübertragungen können ziemlich leicht abgehört werden. Der Stern ist leicht erweiterbar, leicht verständlich und die Fehlersuche ist leicht. Sein Nachteil: Durch Ausfall des Verteilers wird Netzverkehr unmöglich. Der Stern-Stern, ein erweiterter Stern, ist heute die Standardverkabelung in lokalen Netzen.
Der Baum ist strukturell erweiterbar, und große Entfernungen sind realisierbar. Sein Nachteil: Will ein Gerät aus der einen unteren Baumhälfte ein Gerät in der anderen Hälfte erreichen, muss die Kommunikation immer über die Wurzel gehen. Darum kann es zur Wurzel hin zu Engpässen kommen.
Das Mesh ist die sicherste Variante eines Rechnernetzes. Gemeint ist ausfallsicher, nicht abhörsicher. Dafür werden viele Kabel benötigt. Je höher der Grad, also die Anzahl der Verbindungen pro Knoten, desto höher die Kosten. Vollvermaschte Netze brauchen kein Routing, weil es nur Direktverbindungen gibt.
| Topologie | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Bus | Geringe Kosten, keine aktiven Netzwerkkomponenten | Immer nur eine Station sendet; leicht abzuhören |
| Stern | Leicht erweiterbar, leichte Fehlersuche | Verteiler fällt aus: Netzverkehr unmöglich |
| Ring | Kostengünstig, gleiche Zugriffsmöglichkeiten für alle Rechner | Ohne Ringverteiler hoher Verkabelungsaufwand |
| Baum | Strukturell erweiterbar, große Entfernungen möglich | Zur Wurzel hin kann es zu Engpässen kommen |
| Mesh | Sicherste Variante (ausfallsicher), sehr leistungsfähig | Viele Kabel, sehr aufwendig |
Merke: Nenne zuerst die Anforderungen, dann prüfe Vorteile und Nachteile. Ein Nachteil kann ausschließen, was sonst gut passt.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Netzwerktopologie
Topologie
Sie beschreibt die Anordnung der Geräte und Leitungen eines Netzes.
Zwei Sichten
Physisch ist die Verkabelung, logisch ist der Datenfluss.
Merkmale
Ring hat genau zwei Nachbarn, Stern eine Mitte, Bus ein gemeinsames Medium.
Ausfälle
Nur alternative Wege halten das Netz bei Ausfällen einzelner Verbindungen am Laufen.
Auswahl
Vorteile und Nachteile gegen die Anforderungen abwägen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Netz für ein Jugendzentrum auswählen (ausgedachtes Beispiel)
- 1Ausgedachte Aufgabe: Ein Jugendzentrum will 8 Computer in einem Raum vernetzen.
- 2Anforderungen: Neue Computer sollen leicht dazukommen. Fehler sollen leicht zu finden sein. Fällt ein Computer aus, soll der Rest weiterlaufen.
- 3Ring prüfen: Der Ausfall eines Endgerätes kann dazu führen, dass die gesamte Netzkommunikation unterbrochen wird. Das erfüllt die dritte Anforderung nicht sicher.
- 4Stern prüfen: Er ist leicht erweiterbar, die Fehlersuche ist leicht, und der Ausfall eines Endgerätes hat keine Auswirkung auf den Rest. Alle drei Anforderungen sind erfüllt.
- 5Mesh prüfen: Es wäre sehr ausfallsicher, braucht aber viele Kabel und ist sehr aufwendig.
- 6Entscheidung: Ein Stern passt. Sein Nachteil ist die Zentrale. Fällt sie aus, ist der Netzverkehr unmöglich. Als Schutz kann man die Zentrale doppeln.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Ausfällen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die Zentrale wurde mit einem Endgerät verwechselt. Richtig: Der Ausfall des zentralen Teilnehmers lässt alle Verbindungsmöglichkeiten zugleich ausfallen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In einem Ring ist jedes Endgerät mit genau anderen verbunden. Fällt die Zentrale eines Sterns aus, fallen alle Verbindungen aus. Wie die Daten zwischen den Endgeräten fließen, zeigt die Topologie.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback