Informatik · Klasse 6–10 · aktualisiert
Token Ring: Funktionsweise einfach erklärt
Du lernst, wie ein umlaufendes Token Kollisionen verhindert, wie der Ring verkabelt ist und was die Monitorstation bei Fehlern tut.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Token Ring ist eine Vernetzungstechnik, bei der ein Token im Ring von Station zu Station wandert. Nur wer das Token hat, darf senden, so bleibt die Übertragung kollisionsfrei. Mit Verteiler ist die Verkabelung ein Stern, logisch ein Ring, und die Monitorstation behebt in der Regel Fehler.
Stell dir vor, mehrere Computer wollen gleichzeitig Daten über dasselbe Kabel schicken. Das gibt Chaos. Token Ring löst das mit einer Marke, die im Kreis wandert: Nur wer sie hat, darf senden. Du lernst, wie das funktioniert und warum die Technik trotzdem veraltet ist.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
In einem Netzwerk hängen mehrere Computer, die man Stationen nennt, an einer gemeinsamen Verbindung. Senden zwei Stationen gleichzeitig, entsteht eine Kollision: Zwei Signale befinden sich gleichzeitig auf derselben Leitung. Der Empfänger kann dann die einzelnen Bits (die Nullen und Einsen der Daten) nicht mehr unterscheiden.
Token Ring löst das mit einem Token (englisch für „Zeichen“ oder „Marke“). Wer das Token hat, darf auf das Netz zugreifen. Hat die Station es freigegeben, darf eine andere es nutzen. Das Token wird von Station zu Station weitergereicht, selbst im Leerlauf. Wer senden will, wartet, bis das Token ihn erreicht.
So bekommen alle angeschlossenen Computer Gelegenheit zum Senden. Ein Sender darf das Token nur eine bestimmte Zeit für sich in Anspruch nehmen (die „Token Holding Time“) und muss es dann freigeben. Dadurch ist jeder Station garantiert, dass sie nach dieser festgelegten Zeit senden darf. Das Grundprinzip von Token Ring ist die kollisionsfreie Übertragung.
Definition
Token
Ein Token ist eine Marke im Netz. Wer sie hat, darf auf das Netz zugreifen. Gibt die Station sie frei, darf eine andere sie nutzen.
Beispiel: Das Token im Eisenbahnverkehr
- 1Der Name Token Passing lehnt an das Token im Eisenbahnverkehr an.
- 2Dort regelt das Token den Verkehr auf eingleisigen Streckenabschnitten.
- 3Im Netz regelt das Token, welche Station senden darf.
Merke: Wer das Token hat, darf senden. Alle anderen warten, bis es sie erreicht.
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Die Topologie beschreibt, wie die Geräte und Leitungen eines Netzes angeordnet sind. Man betrachtet sie auf zwei Arten. Die physische Topologie beschreibt den Aufbau der Netzverkabelung. Die logische Topologie beschreibt den Datenfluss zwischen den Endgeräten, also den Computern. Beide können voneinander abweichen.
Bei einem Ring ist jedes Endgerät mit genau zwei anderen verbunden, und es entsteht ein geschlossener Ring. Die Information wird von Teilnehmer zu Teilnehmer weitergeleitet. Token Ring ist logisch so ein Ring. Eingesetzt wurde aber ein Ringleitungsverteiler (englisch MAU, Multistation Access Unit). Jedes Gerät hängt mit nur einem Kabel an diesem Verteiler. Das sieht aus wie ein Stern: Alle Geräte sind mit einem zentralen Teilnehmer verbunden.
Der Verteiler reicht die Daten von einem Anschluss (Port) zum nächsten weiter. Anschlüsse ohne Gerät und Anschlüsse mit ausgeschalteter Station schleift er durch, damit der Ring erhalten bleibt. Auch bei mehreren Verteilern bleibt die Ring-Topologie erhalten.
Definition
Logische Topologie
Die logische Topologie beschreibt den Datenfluss zwischen den Endgeräten. Die physische Topologie beschreibt dagegen den Aufbau der Netzverkabelung.
Beispiel: Ethernet mit Hub oder Switch
- 1Hub und Switch sind Verteiler, an denen die Kabel zusammenlaufen.
- 2Ethernet kann physisch als Stern aufgebaut sein: Die Kabel laufen vom Gerät zu einem Verteiler.
- 3Bei einem Hub ist die logische Topologie ein Bus. Bus heißt: Alle Geräte hängen am selben Übertragungsmedium. Der Datenfluss geht von einem Endgerät gleichzeitig zu allen anderen.
- 4Bei einem Switch ist auch die logische Topologie ein Stern. Bei Broadcast-Verkehr (Daten an alle) arbeitet aber auch der Switch logisch wie ein Bus.
Teste dich
Ein freies Token wird ständig von Station zu Station weitergeschickt. So kommt ein Datenrahmen zustande und wieder aus dem Ring heraus.
Erstens: Die Station, die senden will, wartet, bis das freie Token sie erreicht. Zweitens: Sie hängt ihre Nutzdaten (die eigentlichen Daten) an, ergänzt Steuersignale und adressiert das Ganze an den Empfänger. Das Token-Bit setzt sie von 0 (freies Token) auf 1. Aus dem freien Token wird ein Datenrahmen.
Drittens: Die Station setzt den Rahmen auf den Ring. Jede Station prüft, ob er an sie adressiert ist. Wenn nicht, setzt sie ihn zurück auf den Ring.
Viertens: Der Empfänger kopiert die Nutzdaten und quittiert den Empfang, er bestätigt ihn also. Dann schickt er den Rahmen wieder auf den Ring. Solange das Token besetzt ist, kann kein Computer Daten anhängen.
Fünftens: Der Sender erhält den Rahmen mit der Quittung zurück. War die Übertragung erfolgreich, wird der Datenrahmen entfernt und das Token wieder auf frei gesetzt. Auch wenn eine Übertragung fehlgeschlagen ist, muss der Sender nach der Quittung auf jeden Fall ein freies Token senden. So ist nach jeder Datenübertragung ein freies Token im Ring.
Beispiel: A sendet an C, B liegt dazwischen
- 1A wartet, bis das Token vorbeikommt, hängt die Daten an, adressiert sie an C und markiert das Token als besetzt.
- 2A schickt den Rahmen an B. B ist nicht der Empfänger und schickt ihn weiter an C.
- 3C kopiert die Daten und setzt die Markierung auf „empfangen“. Dann schickt C den Rahmen wieder auf den Ring.
- 4Kommt der Rahmen bei A an, prüft A, ob der Inhalt stimmt und die Empfangsmarkierung gesetzt ist. Dann entfernt A den Rahmen und setzt das Token wieder auf frei.
Merke: Der Datenrahmen läuft vom Sender über den Empfänger zurück zum Sender. Der Sender gibt dann das Token wieder frei.
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Im Ring kann einiges schiefgehen. Fehlersituationen werden in der Regel von einer Monitorstation (englisch AM, Activity Monitor) behoben. Sie muss nicht der Server sein. Es ist meist der Adapter, der das erste Token erzeugt hat. Das kann auch eine ganz normale Workstation sein, also ein normaler Arbeitsplatzcomputer.
Die Tabelle zeigt, was bei welchem Fehler geschieht. Beim endlos kreisenden Paket gilt: Fällt eine Senderstation aus, bevor sie ihr Paket vom Ring genommen hat, würde es ohne Fehlerbehandlung endlos kreisen. Deshalb setzt die Monitorstation das M-Bit im Token, wenn es bei ihr vorbeikommt. Beim doppelten Token bricht die sendende Station selbst ab. Bei Ausfall einer Netzschnittstelle überbrückt der Ringleitungsverteiler die betroffene Stelle, wenn einer eingesetzt wird.
Definition
Monitorstation
Die Monitorstation ist eine Station im Ring, die in der Regel Fehlersituationen behebt. Es kann auch ein ganz normaler Computer sein.
| Fehler | Was geschieht |
|---|---|
| Token verloren | Nach einer Kontrollzeit erzeugt die Monitorstation ein neues Frei-Token |
| Rahmen kreist endlos | M-Bit setzen; kommt er zurück, ohne dass der Empfänger ihn nahm, vernichten und Frei-Token erzeugen |
| Doppeltes Token | Die sendende Station bricht ab, sobald sie ein fremdadressiertes Token erhält |
| Monitor fällt aus | Die verbleibenden Stationen handeln untereinander einen neuen Monitor aus |
| Netzschnittstelle fällt aus | Ein Ringleitungsverteiler überbrückt die betroffene Stelle |
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Klassisches Ethernet nutzt ein gemeinsames Kabel (zum Beispiel Koaxialkabel), das sich alle Stationen teilen. Der Zugriff wird nicht zentral gesteuert. Deshalb können mehrere Stationen gleichzeitig senden wollen, und es können Kollisionen entstehen. Dagegen hilft das Verfahren CSMA/CD: Die Station horcht zuerst, ob das Medium belegt ist. Dann sendet sie und hört dabei weiter mit. Ist die Leitung belegt und das Maximum an Versuchen noch nicht erreicht, wartet sie eine zufällige Zeit (Backoff) und beginnt wieder beim Horchen.
Token Ring ist dagegen kollisionsfrei. Dort sind die Stationen aktiv am Weitergeben des Tokens beteiligt, im Ethernet nicht. Bei CSMA/CD gibt es rechnerisch keine Garantie, dass ein Paket zu einem bestimmten Zeitpunkt angekommen ist. Der Erfolg hat nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Das Verfahren ist deshalb nicht echtzeitfähig (eine Ankunft zu einem bestimmten Zeitpunkt ist nicht garantiert), bei Token Ring ist es das.
Wegen der Kollisionen lässt sich die Leistung, die auf dem Papier möglich wäre, nicht voll ausschöpfen. In der Praxis kann man im günstigsten Fall etwa 70 % davon erreichen, unter ungünstigeren Bedingungen sind es unter 30 %. Je mehr Rechner mitmachen und je höher die Auslastung, desto mehr Kollisionen treten auf.
Moderne Ethernetsysteme (zum Beispiel Fast Ethernet) nutzen überwiegend Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (eine Verbindung zwischen genau zwei Geräten) mit Switches, dort entstehen keine Kollisionen mehr. Token Ring wurde praktisch vollständig von den Ethernet-Varianten verdrängt. Die Technik wird nicht weiterentwickelt und hat in der Netztechnik keine Bedeutung mehr.
| Merkmal | Token Ring | Klassisches Ethernet |
|---|---|---|
| Wer darf senden? | Die Station mit dem Token | Eine Station nach dem Horchen (CSMA/CD) |
| Kollisionen | Grundprinzip ist kollisionsfreie Übertragung | Möglich, sie werden erkannt und behandelt |
| Zeit | Echtzeitfähig, Senden nach festgelegter Zeit | Keine rechnerische Garantie, nur Wahrscheinlichkeit |
| Anschluss | Aktiv: Stationen geben das Token weiter | Passiv |
| Heute | Veraltet, ohne Bedeutung in der Netztechnik | Ethernet-Varianten haben Token Ring verdrängt |
Merke: Token Ring vermeidet Kollisionen durch das Token. Klassisches Ethernet mit gemeinsamem Kabel erkennt Kollisionen und wartet zufällig ab.
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Alles auf einen Blick
Token Ring
Token
Wer das Token hat, darf senden. Grundprinzip ist eine kollisionsfreie Übertragung.
Topologie
Mit Verteiler ist Token Ring physisch ein Stern, logisch aber ein Ring.
Ablauf
Token abwarten, Daten anhängen, Rahmen kreist, Empfänger kopiert und quittiert, Sender gibt das Token frei.
Monitor
Die Monitorstation behebt in der Regel Fehler, zum Beispiel ein verlorenes Token.
Vergleich
Klassisches Ethernet kennt Kollisionen und zufälliges Warten. Token Ring gilt als veraltet.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Q sendet an S im Ring P, Q, R, S (ausgedachtes Beispiel)
- 1Annahme: Vier Stationen P, Q, R und S liegen in dieser Reihenfolge im Ring. Das Token wandert von P zu Q, zu R, zu S und zurück zu P.
- 2Q will Daten an S senden und wartet, bis das freie Token (Token-Bit 0) bei Q ankommt.
- 3Q hängt die Nutzdaten an, adressiert sie an S und setzt das Token-Bit auf 1. Jetzt ist es ein Datenrahmen.
- 4R prüft die Adresse: nicht für R. R setzt den Rahmen zurück auf den Ring.
- 5S erkennt sich als Empfänger, kopiert die Nutzdaten, quittiert den Empfang und schickt den Rahmen weiter.
- 6P prüft die Adresse: nicht für P. P reicht den Rahmen an Q weiter.
- 7Q erhält die Quittung, nimmt den Rahmen vom Ring und setzt ein freies Token auf den Ring.
- 8Ergebnis: R und P haben den Rahmen nur weitergereicht, S hat ihn kopiert, Q hat ihn entfernt.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Verkabelung und Datenfluss In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die Kabel zeigen nur die physische Topologie. Richtig: Der Datenfluss läuft von Endgerät zu Endgerät, also ist Token Ring logisch ein Ring und physisch ein Stern.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Physisch wird Token Ring mit Verteiler als verkabelt, logisch ist es ein Ring. Erhält der Empfänger den Rahmen, er die Nutzdaten und quittiert den Empfang. Geht das Token verloren, erzeugt nach einer Kontrollzeit die ein neues Frei-Token.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback