Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Olympische Spiele: Von der Antike bis heute
Du lernst, wie die Olympischen Spiele entstanden, wer teilnehmen durfte und warum Frieden und faire Wettkämpfe nicht selbstverständlich sind.
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Kurz gesagt
Die Olympischen Spiele der Antike waren ein religiöses Fest in Olympia. Die ersten Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt. Heute gehören Sommer- und Winterspiele dazu, bei denen Sportler aus vielen Ländern antreten.
Bei Olympischen Spielen treffen Sportler aus vielen Ländern aufeinander. Doch die Spiele sahen früher anders aus als heute. Du entdeckst, was sich verändert hat und wie gut die Wirklichkeit zu den Zielen der Spiele passt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die antiken Olympischen Spiele fanden in Olympia im alten Griechenland statt. Ihr Ursprung liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. Die Abkürzung bedeutet „vor Christus“ und bezeichnet die Zeit vor dem Beginn unserer Zeitrechnung. Siegerlisten reichen bis 776 v. Chr. zurück. Sie wurden allerdings erst im 4. Jahrhundert v. Chr. zusammengestellt. Deshalb ist 776 v. Chr. kein sicher belegtes Gründungsjahr.
Die antiken Spiele hörten nicht an einem eindeutig feststehenden Tag auf. Der römische Kaiser Theodosius I. verbot 393 religiöse Feiern für nichtchristliche Götter. Dazu gehörten auch die Spiele. Religiöse Handlungen in Olympia wurden aber wohl bis zum Anfang des 5. Jahrhunderts fortgeführt. Kaiser Theodosius II. verbot die Spiele 426 endgültig. Es gibt jedoch Anzeichen für spätere heimliche Wettkämpfe.
Pierre de Coubertin setzte sich für einen Neubeginn ein. Er wollte, dass junge Menschen verschiedener Länder sportlich gegeneinander antreten, statt im Krieg zu kämpfen. 1894 beschlossen die Teilnehmer eines Treffens in Paris die Wiederbegründung. Sie gründeten das Internationale Olympische Komitee, kurz IOC, um die Spiele zu organisieren. Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt.
Definition
Olympiade
Eine Olympiade ist ein Zeitraum von vier Jahren, der mit den Olympischen Spielen beginnt. Das Wort bezeichnet also nicht die Wettkämpfe selbst.
Merke: Unterscheide den Beschluss und seine Umsetzung: 1894 wurde der Neubeginn beschlossen, 1896 fanden die ersten Spiele der Neuzeit statt.
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In der Antike waren die Spiele vor allem ein religiöses Fest. Sie ehrten Zeus, den Göttervater im griechischen Glauben, und Pelops, einen als göttlich verehrten Helden. Der Sport stand nicht im Mittelpunkt. Die Sportler schworen am Tempel des Zeus, die Regeln einzuhalten.
Die Sieger erhielten einen Kranz und ein Stirnband. Ein zweiter oder dritter Platz galt dagegen als Schande. Heute bekommen die ersten drei Plätze Medaillen. Das war auch bei den modernen Spielen nicht von Anfang an so: 1896 und 1900 erhielt der Erste Silber und der Zweite Bronze. Erst 1904 bekam der Sieger Gold; Silber und Bronze rückten jeweils einen Platz weiter.
Die antiken Spiele waren an Olympia gebunden. Bei den modernen Spielen wechseln die Gastgeberländer. Coubertin ergänzte die Pläne für den Neubeginn um diesen Wechsel. Das IOC hielt daran fest, obwohl nach dem Erfolg von 1896 vorgeschlagen wurde, die Spiele künftig in Griechenland zu lassen.
Ein gemeinsamer Gedanke ist das Einhalten von Regeln. Auch bei der modernen Eröffnung versprechen Sportler und Schiedsrichter dies mit einem Eid, also einem feierlichen Versprechen. Coubertins Ideal setzt aber einen anderen Schwerpunkt als die antike Beschämung der Verlierer: Teilnahme und Einsatz für ein Ziel sollen wichtiger sein als der Sieg.
| Merkmal | Antike Spiele | Moderne Spiele |
|---|---|---|
| Ort | Olympia | Wechselnde Gastgeberländer |
| Auszeichnung | Kranz und Stirnband für den Sieger | Heute Medaillen für die ersten drei Plätze |
| Regeln | Versprechen am Tempel des Zeus | Versprechen bei der Eröffnung |
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Der Kreis der Teilnehmer veränderte sich schon in der Antike. Nachdem die Römer 148 v. Chr. Griechenland erobert hatten, durften auch nichtgriechische Sportler antreten. Bei den ersten Spielen der Neuzeit 1896 waren Frauen noch ausgeschlossen. 1900 durften sie teilnehmen. Früher waren auch Profis ausgeschlossen, also Sportler, die ihren Sport als Beruf ausübten. Ab Ende der 1970er-Jahre wurden diese Regeln gelockert und in den 1990er-Jahren ganz aufgehoben.
Auch das Programm wuchs. In der Anfangszeit der antiken Spiele gab es nur einen Wettlauf. Bei modernen Sommerspielen standen sogar Wintersportarten auf dem Programm: Eiskunstlauf 1908 und 1920, Eishockey 1920. Eine Wintersportveranstaltung von 1924 wurde später als erste Olympische Winterspiele anerkannt. Seit 1994 wechseln sich Sommer- und Winterspiele im Abstand von zwei Jahren ab. Jede der beiden Reihen findet weiterhin alle vier Jahre statt. Eine Ausnahme waren die Sommerspiele in Tokio: Wegen der weltweiten Ausbreitung der Krankheit COVID-19 wurden sie von 2020 auf 2021 verschoben.
Weitere Veranstaltungen eröffneten neue Möglichkeiten. 1960 fanden die ersten Paralympics statt, Sportwettkämpfe für Menschen mit körperlicher Behinderung. Seit 1988 haben sie dieselben Austragungsorte wie die Olympischen Spiele.
Die Spiele wurden zu einem großen internationalen Ereignis. 1896 nahmen rund 250 Sportler aus 14 Ländern teil. Bei den Sommerspielen 2008 in Peking waren es über 11.000 aus 204 Ländern. Die olympische Flagge mit fünf verschlungenen Ringen steht für fünf Erdteile nach einer älteren Zählweise. Zugleich vertreten Sportler ihre Länder: Bei der Ehrung eines Olympiasiegers erklingt die Nationalhymne, das offizielle Lied seines Landes.
Die Spiele haben auch wirtschaftliche Bedeutung. Unternehmen bezahlen dafür, mit ihnen werben zu dürfen. Gastgeberstädte wollen weltweit bekannt werden. Sie können aber nicht sicher sein, dass ihre Einnahmen die Kosten decken.
Merke: Mehr Teilnehmer und neue Sportarten zeigen: Das olympische Programm und die Regeln für die Teilnahme haben sich verändert.
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Ein Ideal ist ein Ziel, an dem Menschen ihr Handeln ausrichten wollen. Coubertin wollte mit den Spielen Frieden und Verständigung zwischen Ländern fördern. Die Spiele verhinderten Kriege aber nicht: Wegen des Ersten Weltkriegs entfielen die Sommerspiele 1916. Wegen des Zweiten Weltkriegs fanden die Sommer- und Winterspiele 1940 und 1944 nicht statt.
Sportler können dennoch Zeichen für Frieden setzen. Am Eröffnungstag der Sommerspiele 2008 begann ein Krieg zwischen Georgien und Russland. Die Sportschützen Natalja Paderina aus Russland und Nino Salukwadse aus Georgien gewannen Silber und Bronze. Auf dem Siegerpodest umarmten und küssten sich die beiden Frauen demonstrativ. Damit setzten sie ein Zeichen gegen den Krieg.
Zum fairen Wettkampf gehört, Regeln einzuhalten. Doping bedeutet, die eigene Leistung mit unerlaubten Mitteln zu steigern. Das widerspricht den Regeln. Seit 1967 führt auch das IOC Dopingtests durch. Trotzdem nutzten viele Sportler Doping, ohne entdeckt zu werden. Eine Kontrolle allein beweist also noch nicht, dass ein Wettkampf fair ist.
Auch Entscheidungen über die Gastgeber können unfair sein. 1998 wurde bekannt, dass mehrere IOC-Mitglieder bestochen worden waren. Sie hatten Vorteile dafür erhalten, bei der Wahl des Ortes für die Winterspiele 2002 Salt Lake City ihre Stimme zu geben. Nach einer Untersuchung traten vier Mitglieder zurück, sechs weitere wurden ausgeschlossen. Das IOC änderte unter anderem das Auswahlverfahren, um weitere Bestechungen zu vermeiden.
Für ein begründetes Urteil vergleichst du das Ziel mit einem konkreten Vorgang. Die Bestechung widersprach einer fairen Entscheidung. Die Änderungen am Verfahren waren ein Versuch, solchen Verstößen entgegenzuwirken. Daraus folgt aber nicht, dass nun jede Entscheidung fair sein musste.
Definition
Bestechung
Jemand erhält Geld oder andere Vorteile, damit er eine Entscheidung im Sinne des Gebers trifft.
Beispiel: Ein Friedenszeichen auf dem Siegerpodest
- 1Das Ziel: Menschen verschiedener Länder sollen sich durch Sport näherkommen.
- 2Der Vorgang: Paderina und Salukwadse umarmten und küssten sich trotz des Krieges zwischen ihren Ländern.
- 3Das Urteil: Ihre Geste passte zum Friedensziel. Der Krieg zeigte zugleich, dass die Spiele Frieden nicht sichern konnten.
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Alles auf einen Blick
Olympische Spiele
Ursprung
Die antiken Spiele waren ein religiöses Fest in Olympia.
Neubeginn
1894 wurde die Wiederbegründung beschlossen; 1896 fanden die ersten Spiele der Neuzeit in Athen statt.
Veränderung
Teilnehmerkreis und Sportprogramm wurden im Laufe der Zeit erweitert.
Bedeutung
Die Spiele verbinden internationalen Sport mit der Vertretung einzelner Länder und wirtschaftlichen Interessen.
Ziele und Wirklichkeit
Frieden und faire Wettkämpfe sind Ziele, die durch die Spiele nicht sicher erreicht werden.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Veränderung der Medaillen erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Gold für einen Olympiasieg keine Regel seit Beginn der modernen Spiele ist.
- 2Früheren Zustand feststellen: 1896 und 1900 erhielt der Erste Silber und der Zweite Bronze.
- 3Veränderung bestimmen: 1904 erhielt erstmals der Sieger Gold. Silber und Bronze rückten jeweils einen Platz weiter.
- 4Antwort formulieren: Die heutige Reihenfolge der Medaillen entstand erst nach den ersten Spielen der Neuzeit.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu den Winterspielen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die letzte Aussage verwechselt den Beginn der Winterspiele mit dem späteren Wechsel der Termine. Richtig: Seit 1994 wechseln sich Sommer- und Winterspiele im Abstand von zwei Jahren ab.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die antiken Olympischen Spiele wurden in ausgetragen. Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden statt. Die ersten Paralympics wurden veranstaltet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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