Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Mohammed: Leben, Wirken und Quellen erklärt
Du lernst Mohammeds Lebensweg kennen, unterscheidest seine Aufgaben und prüfst, was Berichte über ihn zeigen können.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Mohammed war der Gründer des Islams. In dieser Religion gilt er als Prophet, also als Überbringer von Gottes Botschaft. Er leitete auch eine Gemeinschaft und herrschte über ein Gebiet; viele Einzelheiten seines Lebens sind historisch unsicher.
Über Mohammed gibt es Berichte mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen. Manche verehren ihn, andere lehnen ihn ab. Du lernst wichtige Stationen seines Lebens kennen und prüfst, wie solche Sichtweisen einen Bericht prägen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Mohammed wurde zwischen 570 und 573 in Mekka geboren, einer arabischen Stadt. Sein genaues Geburtsjahr ist unsicher. Gegen 610 soll ihm nach seiner eigenen Aussage der Engel Gabriel erschienen sein.
622 wanderte Mohammed mit Anhängern nach Yathrib aus. Diese Stadt wurde später Medina genannt. Seine Anhänger waren in Mekka unterdrückt worden. Einflussreiche Bürger von Yathrib hatten ihnen Schutz zugesagt. Die Auswanderung heißt Hidschra. Muslime, also Anhänger des Islams, errichteten mit Mohammeds Anhängern aus Yathrib in Qubā', einem Vorort, eine Moschee. Das ist ein Gebetshaus des Islams.
628 schloss Mohammed bei al-Hudaibiya einen Vertrag mit Vertretern aus Mekka. 630 nahmen seine Truppen Mekka ein. Am 8. Juni 632 starb er in Medina.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| zwischen 570 und 573 | Mohammed wird in Mekka geboren. |
| gegen 610 | Nach eigener Aussage soll ihm der Engel Gabriel erschienen sein. |
| 622 | Mohammed wandert nach Yathrib, dem späteren Medina, aus. |
| 628 | Mohammed schließt den Vertrag bei al-Hudaibiya. |
| 630 | Mohammeds Truppen nehmen Mekka ein. |
| 8. Juni 632 | Mohammed stirbt in Medina. |
Beispiel: Ein Ereignis in den Lebensweg einordnen
- 1Die ausgewanderten Muslime bauten zusammen mit Anhängern aus Yathrib eine Moschee in Qubā'.
- 2Der Bau gehört zur Zeit nach der Auswanderung.
- 3Diese Moschee war wahrscheinlich die älteste Moschee des Islams.
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Mohammeds Wirken hatte verschiedene Seiten. Zur religiösen Botschaft gehört der Glaube: Im Islam gilt Mohammed als Prophet und Gesandter Gottes. Der Koran ist die heilige Schrift des Islams. Muslime verstehen ihn als Gottes Wort, das Mohammed mitgeteilt wurde. Allah ist das arabische Wort für Gott.
Politische Herrschaft bedeutet, eine Gemeinschaft und ihr Zusammenleben zu leiten. In Medina sollte eine Gemeindeordnung, also eine Vereinbarung mit Regeln, verschiedene Gruppen verbinden. Die darin namentlich genannten Vertreter des Islams und des Judentums erhielten gleiche Rechte und Pflichten. Ihre Religionen wurden anerkannt. Mohammed konnte bei Streitigkeiten zu Rat gezogen werden. Das war eine Aufgabe bei der Leitung der Gemeinschaft.
Militärische Expansion bedeutet, Herrschaft mithilfe von Truppen auf weitere Gebiete auszudehnen. 630 nahmen Mohammeds muslimische Truppen Mekka ein. Sie töteten dabei 28 Mekkaner in Kämpfen. Mohammed ließ danach Götterstatuen entfernen und zerstören. Nach seinem Tod dehnten seine Nachfolger, die Kalifen, die arabische Herrschaft über Iran, Syrien, Palästina und Ägypten aus.
Glauben verkünden, Regeln vereinbaren und Gebiete erobern sind unterschiedliche Tätigkeiten. Bei Mohammed kamen religiöse Führung und politische Herrschaft zusammen. Doch die späteren Eroberungen seiner Nachfolger waren nicht seine eigenen Taten.
Definition
Religiöse Botschaft
Eine religiöse Botschaft vermittelt Aussagen über den Glauben. Im Islam gilt Mohammed als Überbringer von Gottes Botschaft.
Merke: Unterscheide die Tätigkeit: Geht es um Glauben, um Regeln für die Gemeinschaft oder um die Ausdehnung von Herrschaft durch Truppen?
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Wenn du etwas über vergangene Zeiten herausfinden willst, brauchst du Quellen. Das können zum Beispiel alte Berichte sein. Zu Mohammeds Leben gibt es so gut wie keine unabhängigen Berichte aus seiner eigenen Zeit. Unabhängig voneinander sind Berichte, wenn sie ihre Angaben nicht voneinander übernommen haben. Ob ihre Verfasser eine Person verehren oder ablehnen, musst du zusätzlich prüfen.
Die Historikerin Patricia Crone, die über Geschichte forschte, erklärte: Schriftliche Quellen über Mohammeds Leben beginnen erst um 750 bis 800. Das ist deutlich nach seinem Tod 632. Berichte über seine Handlungen wurden zunächst weitergegeben und später aufgeschrieben. Auch der Koran wurde erst etwa zwanzig Jahre nach seinem Tod gesammelt und schriftlich festgehalten.
Ein wichtiger Lebensbericht stammt von Ibn Ishāq, einem Verfasser von Berichten über Mohammed. Dieser Lebensbericht heißt Sira. Er ist in einer Bearbeitung von Ibn Hischām erhalten, der Ergänzungen und Erklärungen hinzufügte. Die Berichte über Mohammeds erste Erlebnisse als Prophet liegen zudem in mehreren Fassungen vor.
Der zeitliche Abstand, unterschiedliche Fassungen und die Sichtweisen der Verfasser machen die Prüfung schwierig. Daraus folgt nicht, dass wir gar nichts wissen. Aber ein später aufgeschriebener Bericht ist nicht schon deshalb ein unmittelbarer Bericht eines Augenzeugen. Ein Augenzeuge hat ein Ereignis selbst gesehen.
Definition
Quelle
Eine Quelle ist etwas aus der Vergangenheit, das uns Auskunft geben kann. Bei einem alten Bericht prüfst du zum Beispiel, wer ihn wann verfasst hat.
Merke: Prüfe bei einem Bericht den zeitlichen Abstand, seine Weitergabe und die Sichtweise seines Verfassers.
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Eine Perspektive ist die Sichtweise, aus der jemand etwas betrachtet. Bei einem Bericht über Mohammed kannst du fragen: Wer spricht? Welche Wörter werden benutzt? Wird Mohammed verehrt oder abgelehnt?
Im Islam gilt Mohammed als Gesandter Gottes. Der Koran bezeichnet ihn als „das Siegel der Propheten“. Muslime deuten dies so, dass er der letzte von Gott gesandte Prophet war. Seine überlieferten Handlungen gelten Muslimen als verbindliches Vorbild. Diese Aussagen drücken eine religiöse Sichtweise aus.
Johannes von Damaskus war ein christlicher Gelehrter, der sich mit Glaubensfragen beschäftigte. Er lehnte den Islam ab und nannte Mohammed einen falschen Propheten. Dieser Vorwurf verbreitete sich über Jahrhunderte in christlichen Schriften gegen den Islam. Er drückt eine gegnerische Sichtweise aus.
Die beiden Sichtweisen bewerten Mohammed unterschiedlich. Wenn du sie untersuchst, übernimmst du keine dieser Bewertungen als bewiesene Tatsache. Du benennst, wer so urteilt, und zeigst die Sichtweise an den verwendeten Wörtern.
Definition
Perspektive
Die Perspektive ist die Sichtweise eines Menschen oder einer Gruppe. Sie kann beeinflussen, wie jemand eine Person beschreibt.
Merke: Schreibe dazu, wer eine Bewertung vertritt. So unterscheidest du eine religiöse Überzeugung oder eine Ablehnung von einer historisch belegbaren Angabe.
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Alles auf einen Blick
Mohammed
Lebensweg
Mohammed wurde zwischen 570 und 573 geboren, wanderte 622 nach Yathrib aus und starb 632.
Religiöse Rolle
Im Islam gilt Mohammed als Prophet und Gesandter Gottes.
Herrschaft
Mohammed leitete eine Gemeinschaft und setzte auch Truppen zur Eroberung ein.
Spätere Berichte
Zeitlicher Abstand, Bearbeitungen und unterschiedliche Sichtweisen erschweren die Prüfung vieler Einzelheiten.
Perspektive
Benenne, wer Mohammed verehrt oder ablehnt, statt die jeweilige Bewertung als Tatsache zu übernehmen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Den Vertrag bei al-Hudaibiya einordnen
- 1Aufgabe: Erkläre, was der Vertrag von 628 über Mohammeds politische und religiöse Stellung bei seinen Vertragspartnern zeigt.
- 2Feststellen: Vertreter aus Mekka handelten mit Mohammed einen Vertrag aus. Damit erkannten sie ihn als vollwertigen Verhandlungspartner an.
- 3Unterscheiden: Als Propheten erkannten diese Vertragspartner ihn damit nicht an.
- 4Ergebnis: Politische Anerkennung als Verhandlungspartner bedeutete hier keine Anerkennung seiner religiösen Rolle.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Weitergabe der Berichte In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt „vor“ und „nach“. Richtig: Der Koran wurde erst etwa zwanzig Jahre nach Mohammeds Tod gesammelt und schriftlich festgehalten.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Mohammeds Geburt in Mekka wird auf die Zeit zwischen eingeordnet. 622 wanderte er nach Yathrib aus, das später hieß. Den Vertrag bei al-Hudaibiya schloss er .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback