Geographie · Klasse 7–10 · aktualisiert
Anthropogener Treibhauseffekt: Ursachen und Folgen
Du lernst, wie Menschen den Treibhauseffekt verstärken, woher CO₂, Methan und Lachgas stammen und welche Folgen die Erwärmung hat.
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Kurz gesagt
Der anthropogene Treibhauseffekt ist die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts durch menschliche Aktivitäten. Verbrennung fossiler Energieträger, Landwirtschaft und Entwaldung setzen zusätzliche Treibhausgase frei, die die Erde stärker erwärmen.
Ohne den natürlichen Treibhauseffekt läge die Durchschnittstemperatur der Erde bei etwa −18 °C. Seit der Industrialisierung bringen Menschen aber zusätzliche Treibhausgase in die Luft. Die Folgen sind zum Beispiel Gletscherschmelze, ein steigender Meeresspiegel und häufigere Hitzewellen. Wie hängt das alles zusammen?
Deine Lernziele
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3 Abschnitte
Die Erde ist von einer Lufthülle umgeben, der Atmosphäre. Darin sind Treibhausgase, zum Beispiel Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid (CO₂) und Methan. Sie lassen die kurzwellige Strahlung der Sonne weitgehend durch. Einen Großteil der Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung), die von der Erde ausgeht, halten sie aber zurück. Ein Teil davon wird als „atmosphärische Gegenstrahlung“ zur Erdoberfläche zurückgestrahlt. Deshalb erwärmt sich der Boden stärker, als wenn nur die Sonne ihn wärmen würde.
Die Gase sind natürliche Bestandteile der Atmosphäre. Darum heißt diese Wirkung natürlicher Treibhauseffekt. Er führt dazu, dass die Durchschnittstemperatur der Erde bei etwa +14 °C liegt. Ohne ihn läge sie bei etwa −18 °C. Das sind rechnerisch bestimmte Werte.
Der anthropogene Treibhauseffekt ist der zusätzliche Teil, den Menschen verursachen. „Anthropogen“ heißt „durch menschliche Aktivitäten entstanden“. Menschen reichern die Atmosphäre mit weiteren Treibhausgasen an und verstärken so den natürlichen Effekt. Der Name „Treibhauseffekt“ ist nur ein Vergleich mit dem Gewächshaus: Licht kommt hinein, die Wärme kann schwerer hinaus.
Definition
Anthropogener Treibhauseffekt
Der anthropogene Treibhauseffekt ist die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts durch menschliche Aktivitäten. Er entsteht vor allem durch die Freisetzung zusätzlicher Treibhausgase.
Beispiel: Wasserdampf: natürlich ja, vom Menschen kaum
- 1Wasserdampf stammt überwiegend aus dem Wasserkreislauf (Ozean, Verdunstung, Niederschlag, Speicherung im Erdreich).
- 2Bei klarem Himmel trägt er etwa 60 % zum natürlichen Treibhauseffekt bei.
- 3Zusätzlich vom Menschen in die Luft gebrachtes Wasser kondensiert innerhalb weniger Tage wieder aus.
- 4Darum verändert menschengemachter Wasserdampf den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre nicht signifikant.
Merke: Natürlich: Treibhausgase, die von selbst in der Atmosphäre sind, heben die Temperatur auf etwa +14 °C. Anthropogen: Der Mensch verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
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Menschen setzen Treibhausgase auf verschiedenen Wegen frei. Für jedes der drei Gase gibt es typische Quellen.
Kohlenstoffdioxid (CO₂) entsteht unter anderem bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Das geschieht durch Verkehr, Heizen, Stromerzeugung und Industrie. Auch die Entwaldung ist eine bedeutende Quelle. Vulkane setzen jährlich nur etwa ein Prozent der CO₂-Menge frei, die aus fossilen Brennstoffen stammt.
Methan (CH₄) entsteht circa zur einen Hälfte in Land- und Forstwirtschaft, in der Tierproduktion (vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen), in Klärwerken und auf Mülldeponien. Zur anderen Hälfte wird es im industriellen Bereich frei, vor allem durch Lecks bei Förderung, Transport und Verarbeitung von Erdgas. Auch Reisfelder setzen Methan frei.
Lachgas (N₂O) stammt hauptsächlich aus der Landwirtschaft, zum Beispiel aus Düngemitteln und Gülle. Weniger kommt aus der Medizintechnik, aus Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen und aus dem Verkehr. Nach einem Sonderbericht von 2019 gehen 82 % der menschengemachten Lachgas-Emissionen auf die Landnutzung zurück.
| Gas | Wichtige menschliche Quellen |
|---|---|
| Kohlenstoffdioxid (CO₂) | Verbrennung fossiler Energieträger (Verkehr, Heizen, Stromerzeugung, Industrie), Entwaldung |
| Methan (CH₄) | Etwa zur Hälfte Tierhaltung, Land- und Forstwirtschaft, Klärwerke, Deponien; zur anderen Hälfte Lecks bei Erdgas |
| Lachgas (N₂O) | Hauptsächlich Landwirtschaft (Düngemittel, Gülle, Viehhaltung); weniger Kraftwerke und Verkehr |
Merke: CO₂ kommt vor allem aus fossilen Energieträgern, Methan etwa je zur Hälfte aus Land- und Tierwirtschaft samt Abfall und aus der Industrie (Erdgas), Lachgas hauptsächlich aus der Landwirtschaft.
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Emissionen sind Treibhausgase, die in die Luft gelangen. Mehr Emissionen bedeuten: Die Konzentration, also der Anteil der Gase in der Luft, steigt. Bei CO₂ ist das gemessen: Die Messstation Mauna Loa zeigt, dass die mittlere CO₂-Konzentration von etwa 280 ppm vor der Industrialisierung auf über 420 ppm stieg. „ppm“ ist eine Einheit für sehr kleine Anteile. Trotzdem wirkt CO₂ stark: Entscheidend ist die Gesamtmenge der CO₂-Moleküle, nicht der kleine Anteil.
Mehr Treibhausgase halten mehr Wärmestrahlung zurück. Satellitendaten zeigen: Die Wärmeabstrahlung von der Erdoberfläche ins Weltall geht mit steigender Konzentration zurück. Der Treibhauseffekt wird verstärkt. Die Temperatur steigt, bis sich ein Gleichgewicht einstellt. Diese Gleichgewichtstemperatur liegt höher, je mehr Treibhausgase vorhanden sind. In der Klimaforschung gilt es als Konsens, dass die gestiegene Konzentration mit hoher Wahrscheinlichkeit die wichtigste Ursache der globalen Erwärmung ist.
Nach Angaben des Weltklimarats IPCC betrug der Temperaturanstieg bis zu den 2010er Jahren etwa 1,1 °C im Vergleich zu 1850–1900. Die Ozeane haben über 90 % der zusätzlichen Wärmeenergie aufgenommen. Wärmere Luft führt außerdem zu mehr Verdunstung. Der zusätzliche Wasserdampf treibt die Erwärmung noch weiter an.
Je nach Erdregion gehören zu den Folgen: Meereis- und Gletscherschmelze, ein Anstieg des Meeresspiegels, auftauende Permafrostböden, wachsende Dürrezonen und mehr Wetter-Extreme. Hitzewellen werden häufiger, und die Verdunstung erhöht das Risiko für Starkregen und Hochwasser. Wie schwer die Folgen sind, hängt von Ausmaß und Dauer der Erwärmung ab. Der IPCC rechnet bei 1,5 Grad Erwärmung mit einem Rückgang der weltweiten Korallenriffe um 70–90 %, bei 2 Grad um mehr als 99 %.
| Schritt | Was geschieht | Beispiel |
|---|---|---|
| Emissionen | Die Konzentration der Treibhausgase in der Luft steigt. | CO₂: von etwa 280 ppm auf über 420 ppm |
| Verstärkung | Mehr Wärmestrahlung wird zurückgehalten, der Treibhauseffekt wird stärker. | Satelliten: weniger Wärmeabstrahlung ins Weltall |
| Erwärmung und Folgen | Die Temperatur steigt, Eis schmilzt, der Meeresspiegel steigt. | Hitzewellen werden häufiger |
Merke: Die Kette lautet: mehr Emissionen, höhere Konzentration, stärkerer Treibhauseffekt, Erwärmung, Folgen. Wie schwer die Folgen sind, hängt von Ausmaß und Dauer der Erwärmung ab.
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Alles auf einen Blick
Anthropogener Treibhauseffekt
Natürlich
Treibhausgase in der Atmosphäre heben die Durchschnittstemperatur der Erde auf etwa +14 °C
Anthropogen
Menschen verstärken den natürlichen Treibhauseffekt durch zusätzliche Treibhausgase
CO₂
entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger, dazu kommt Entwaldung
Methan und Lachgas
Methan aus Tierhaltung, Abfall und Erdgas-Lecks, Lachgas hauptsächlich aus der Landwirtschaft
Kette
mehr Emissionen, höhere Konzentration, stärkerer Treibhauseffekt, Erwärmung, Folgen
Folgen
Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg, mehr Hitzewellen; ihre Schwere hängt von Ausmaß und Dauer der Erwärmung ab
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Den Anstieg der CO₂-Konzentration berechnen
- 1Aufgabe: Die CO₂-Konzentration stieg von ca. 278,3 ppm (1750) auf 409,9 ppm (2019). Wie stark stieg sie?
- 2Absoluter Anstieg: 409,9 − 278,3 = 131,6 ppm.
- 3Relativer Anstieg: 131,6 : 278,3 ≈ 0,473. Das sind etwa 47,3 %.
- 4Einordnung: Das sind Werte für den Anteil des Gases in der Luft, keine Temperaturen.
- 5Ergebnis: Die Konzentration stieg um 131,6 ppm bzw. um etwa 47,3 %.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Ursache der Erwärmung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Das Ozonloch wird mit dem Treibhauseffekt verwechselt. Der Ozonabbau hat einen leicht kühlenden Effekt. Richtig: Hauptursache ist die durch menschliche Aktivitäten steigende Treibhausgaskonzentration.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Vulkane setzen jährlich nur etwa der CO₂-Menge frei, die aus fossilen Brennstoffen stammt. Methan entsteht zur einen Hälfte in Land- und Tierwirtschaft und Abfall, zur anderen Hälfte im industriellen Bereich, vor allem durch . Treibhausgase lassen die kurzwellige Strahlung der Sonne weitgehend durch, halten aber einen Großteil der der Erde zurück.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback