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Französisch · Klasse 10–13 · aktualisiert

Deutsch-französische Beziehungen einfach erklärt

Du lernst, wie aus Kriegen Zusammenarbeit wurde, was Élysée- und Aachener Vertrag regeln und wie du Aussagen zu den Beziehungen prüfst.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Deutsch-französische Beziehungen einfach erklärt

Kurz gesagt

Deutschland und Frankreich führten Kriege, arbeiten aber nach 1945 auf mehreren Ebenen zusammen. Der Élysée-Vertrag von 1963 regelt Beratungen, der Vertrag von Aachen von 2019 ergänzt ihn. Daraus folgt nicht, dass beide Länder immer einig sind.

Heute gelten Deutschland und Frankreich als enge Partner. Früher standen sie sich in Kriegen gegenüber. Wie kam es zu dem Wandel, und was bedeutet er genau? Du lernst, Entwicklungen, Verträge und aktuelle Aussagen sorgfältig einzuordnen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich waren lange durch Kriege belastet. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kämpfte Frankreich gegen die von Preußen geführten deutschen Staaten. 1916 begann bei Verdun, einer Schlacht des Ersten Weltkriegs, eine deutsche Offensive (ein großer Angriff); sie führte zu schweren Verlusten auf beiden Seiten. Im Zweiten Weltkrieg 1939–1945 besetzte das nationalsozialistische Deutschland große Teile Frankreichs. Die deutsche Militärverwaltung wurde dort nach der französischen Niederlage 1940 eingerichtet.

Krieg und Besatzung waren konkrete historische Handlungen von Staaten und Armeen. Sie sind keine angeborenen Eigenschaften von Deutschen oder Franzosen.

Nach 1945 entstand Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen. Schon unmittelbar nach dem Krieg begannen Kontakte zwischen Vereinen und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Ludwigsburg und Montbéliard vereinbarten 1950 eine Städtepartnerschaft. Sprachlernen, Austausch und wissenschaftliche Kontakte halfen, Beziehungen aufzubauen. Die Versöhnung war ein Prozess mit unterschiedlichen Beteiligten.

1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman gemeinsame Regeln für Kohle und Stahl vor. Daraus entstand die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, auch Montanunion). Achte auf den Unterschied: Sechs Staaten unterzeichneten ihren Vertrag 1951, die Gemeinschaft begann 1952. 1957 unterzeichneten die sechs Staaten die Römischen Verträge; die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) nahm 1958 ihre Arbeit auf. Deutschland und Frankreich waren beteiligt, ebenso Belgien, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Die Zusammenarbeit sollte wirtschaftliche Verflechtung (enge wirtschaftliche Verbindungen) und Frieden unterstützen. Das ist ein erklärtes Ziel, kein Beweis, dass ein Vertrag allein Frieden garantiert.

Eine Zeitlinie zeigt ausgewählte Stationen; ihre Abstände sind nicht maßstabsgetreu. Frühe Punkte wie 1870/71 oder 1916 sind Hintergrund zu „seit 1945“. Ein Pfeil von Krieg zu Partnerschaft fasst die Entwicklung zusammen. Er beweist nicht, dass Freundschaft nach einem Krieg sofort oder zwangsläufig entsteht, und auch nicht, dass die Partnerschaft unumkehrbar ist. Er garantiert keinen Schutz vor Rückschlägen.

Definition

EGKS (Montanunion)

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl: Sechs Staaten unterzeichneten ihren Vertrag 1951, die Gemeinschaft begann 1952.

Beispiel: Stationen um 1950 und danach

  1. 11950: Ludwigsburg und Montbéliard vereinbaren eine Städtepartnerschaft.
  2. 21950: Robert Schuman schlägt gemeinsame Regeln für Kohle und Stahl vor.
  3. 31951 und 1952: Vertrag unterzeichnet, dann beginnt die Gemeinschaft.
  4. 41957 und 1958: Römische Verträge unterzeichnet, dann nimmt die EWG die Arbeit auf.

Teste dich

LeichtWie ordnest du Krieg und Besatzung in der Geschichte beider Länder ein?
MittelWas schlug Robert Schuman 1950 vor?

Alles auf einen Blick

Deutsch-französische Beziehungen

  • Konflikt

    Krieg und Besatzung waren konkrete Handlungen von Staaten, keine angeborenen Eigenschaften von Völkern

  • Zeitlinie

    ausgewählte Stationen; der Pfeil beweist keine sofortige, zwangsläufige oder unumkehrbare Freundschaft

  • Verträge

    Élysée 1963 organisiert Beratungen, Aachen 2019 ergänzt ihn

  • Formen

    politische, gesellschaftliche und europäische Zusammenarbeit lassen sich unterscheiden

  • Aussagen prüfen

    Sprecher, Datum und Art der Aussage bestimmen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Erfundene Musteraufgabe: eine Aussage über den Élysée-Vertrag prüfen

  1. 1Erfundene Aussage: „Der Élysée-Vertrag sorgt dafür, dass beide Länder immer einig sind.“
  2. 2Wer und wann? Der Vertrag selbst, unterzeichnet am 22. Januar 1963.
  3. 3Art der Aussage? Ein Ziel: Im deutschen Text steht „so weit wie möglich zu einer gleichgerichteten Haltung zu gelangen“, im französischen Paralleltext „autant que possible“.
  4. 4Was bleibt offen? Der Ausschnitt verspricht keine ausnahmslose Einigkeit.
  5. 5Ergebnis: Die erfundene Aussage geht zu weit. Richtig: Der Vertrag sieht Beratung und das Ziel einer gemeinsamen Ausrichtung vor, so weit wie möglich.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zu den Daten der europäischen Gemeinschaften In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Der am 22. Januar 2019 unterzeichnete Vertrag von Aachen den Élysée-Vertrag, beide bestehen nebeneinander. Der Satz des Auswärtigen Amts vom 25. März 2026 nennt keine Messmethode für eine Rangliste, er ist also eine . Die Bezeichnung „Motor Europas“ ist ein für gemeinsame Anstöße zur europäischen Zusammenarbeit.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Deutsch-französische Beziehungen

LeichtWas darfst du aus dem Pfeil von Krieg zu Partnerschaft in einer Zeitlinie schließen?
MittelWarum ist ein deutsch-französischer Vorschlag nicht automatisch eine Entscheidung für ganz Europa?
SchwerWas sagt das Datum 1963 über den Élysée-Vertrag?

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