Französisch · Klasse 8–13 · aktualisiert
Frankophonie: Sprachraum, OIF und globale Vielfalt
Du unterscheidest den französischen Sprachraum von der OIF, lernst ihre Netzwerke kennen und prüfst Ziele, Jahreszahlen und fehlende Stimmen.
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Kurz gesagt
Frankophonie bezeichnet Menschen und Lebensbereiche, in denen Französisch als Hauptsprache oder weitere Sprache genutzt wird. Die OIF ist dagegen eine Organisation für internationale Zusammenarbeit. Sie umfasst nicht alle Französischsprechenden.
Eine Sprache verbindet Menschen, macht ihre Erfahrungen aber nicht gleich. Bei der Frankophonie begegnen dir Menschen, Staaten und Organisationen. Wenn du diese unterscheidest, kannst du auch Aussagen über ihre Zusammenarbeit genauer beurteilen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Zum französischen Sprach- und Kulturraum gehören Menschen und Lebensbereiche, in denen Französisch als Hauptsprache oder weitere Sprache verwendet wird. Eine Hauptsprache nutzt jemand im Alltag besonders häufig. Eine weitere Sprache verwendet er daneben. Französischsprechende können mehrere Sprachen sprechen und unterschiedliche Erfahrungen haben. Sie bilden keine einheitliche Kultur.
Im Französischen hilft die Schreibweise: „francophonie“ bezeichnet den Sprachraum, „Francophonie“ die institutionelle Zusammenarbeit. Eine Institution ist hier eine dauerhaft eingerichtete Stelle mit bestimmten Aufgaben. Die OIF heißt ausgeschrieben „Organisation internationale de la Francophonie“. Sie ist eine Organisation für internationale Zusammenarbeit, nicht die Gesamtheit aller Französischsprechenden. Zur institutionellen Francophonie gehören außerdem weitere Beteiligte.
Definition
Frankophonie
Der Begriff kann den französischen Sprachraum oder die Zusammenarbeit von Institutionen meinen. Prüfe deshalb, ob es um Sprachgebrauch oder um organisierte Zusammenarbeit geht.
Beispiel: Erfundenes Beispiel: Zwei Einträge zuordnen
- 1Eintrag A: Ein Mensch verwendet Französisch neben einer anderen Sprache.
- 2Eintrag B: Die OIF beschreibt ihre Aufgaben.
- 3A betrifft den Sprachraum. B betrifft eine Institution.
Teste dich
Ein OIF-Heft von 2020 nennt für 2018 etwa 300 Millionen Französischsprechende auf fünf Kontinenten. Das ist eine Schätzung: eine begründete ungefähre Angabe. Die Zahl beschreibt weder gleiche Sprachkenntnisse noch eine einheitliche Kultur. Im Titelbild gehört sie ausdrücklich zu 2018; sie ist keine aktuelle Zählung für 2026.
Auch die Zusammenarbeit reicht über Frankreich hinaus. Die AUF, ausgeschrieben „Agence Universitaire de la Francophonie“, entstand in Montréal in Québec. An ihrer Gründung wirkten Hochschulvertreter aus Québec, Europa und Afrika mit. Hochschulen sind Einrichtungen für Studium und Forschung. Die AIMF heißt ausgeschrieben „Association Internationale des Maires Francophones“. Sie wurde auf Initiative der Bürgermeister von Paris und Québec gegründet. Eine Gemeinde kann etwa eine Stadt oder ein Dorf sein. Ein Bürgermeister übernimmt dort eine Leitungsaufgabe und vertritt die Gemeinde nach außen; seine genauen Aufgaben hängen von den jeweiligen Regeln ab. Diese Beispiele zeigen Zusammenarbeit über Frankreich hinaus. Sie belegen keine einheitliche Kultur aller Beteiligten.
Die Mitgliedschaft einer Regierung beweist nicht, dass jeder Einwohner Französisch spricht oder von dieser Mitgliedschaft profitiert. Staatliche Zugehörigkeit, persönlicher Sprachgebrauch und persönlicher Nutzen sind verschiedene Dinge.
Das Titelbild zeigt Kreise und Linien mit Beschriftungen, darunter mehrfach „OIF“. Sie stehen sinnbildlich für Zusammenhänge. Das Bild ist weder Landkarte noch genaue Mitgliederliste. Die Zahl der Kreise nennt nicht die Zahl der Netzwerke. Die wiederholte Beschriftung bedeutet auch nicht, dass eine OIF eine weitere, eigenständige OIF enthält.
Merke: Eine gemeinsame Sprache bedeutet keine einheitliche Kultur. Die Mitgliedschaft einer Regierung sagt noch nicht, welche Sprache jeder Einwohner spricht oder welchen Nutzen er hat.
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Die OIF nennt vier große Aufgabenbereiche. Sie will Französisch sowie sprachliche und kulturelle Vielfalt fördern. Kulturelle Vielfalt bedeutet hier, dass unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen Platz haben. Sie will außerdem Frieden, Demokratie und Menschenrechte fördern sowie Bildung, Ausbildung, Hochschulen und Forschung unterstützen. Hinzu kommt wirtschaftliche Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung. Nachhaltig bedeutet hier: Heutige Bedürfnisse sollen erfüllt werden, ohne Menschen in der Zukunft diese Möglichkeit zu nehmen. Das sind erklärte Ziele, keine bereits nachgewiesenen Erfolge.
Der institutionelle Anfang liegt am 20. März 1970: In Niamey wurde die Agentur für kulturelle und technische Zusammenarbeit gegründet, kurz ACCT. Aus dieser Vorgängerorganisation entwickelte sich die spätere OIF. Den heutigen Namen nahm sie 2005 an. Die Gründungsangabe 1970 im Titelbild meint also den Anfang mit der ACCT, nicht den Beginn des heutigen Namens.
Netzwerke verbinden Einrichtungen für die Zusammenarbeit. Die OIF beschreibt ihre Zusammenarbeit mit AUF und AIMF als Teil ihrer internationalen Zusammenarbeit. Die AUF arbeitet im Bereich Hochschulen und Forschung. Zu ihren genannten Arbeitsfeldern gehören die Ausbildung von Lehrenden und neue Lehrmethoden. Die AIMF verbindet Bürgermeister und Städte. Diese Arbeitsfelder helfen dir, Aufgaben zuzuordnen. Sie beweisen nicht, dass ein bestimmtes Projekt stattgefunden hat oder erfolgreich war.
| Einrichtung | Genannter Bereich |
|---|---|
| OIF | Unter anderem Sprache, Vielfalt, Frieden, Bildung und nachhaltige Entwicklung fördern |
| AUF | Hochschulen und Forschung; unter anderem Lehrende ausbilden und Lehrmethoden weiterentwickeln |
| AIMF | Bürgermeister und Städte verbinden |
Merke: Ein genanntes Ziel erklärt, was eine Einrichtung erreichen will. Für einen nachgewiesenen Erfolg brauchst du zusätzliche Belege.
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Prüfe zuerst, wer spricht. Die Quellenperspektive ist der Blickwinkel des Sprechers. Wenn eine Einrichtung ihre eigene Arbeit vorstellt, zeigt sie ihre Aufgaben und Interessen. Das ist noch kein unabhängiger Beleg für Erfolg.
Die OIF nennt auf ihrer Selbstdarstellungsseite als Auftrag: „Promouvoir la paix, la démocratie et les droits de l’Homme“. Sinngemäß heißt das: Frieden, Demokratie und Menschenrechte fördern. „Promouvoir“ bedeutet hier fördern. Die Aussage nennt ein Ziel, aber keine Untersuchung, die einen konkreten Erfolg nachweist.
Die AUF nennt als Arbeitsfeld: „la formation des formateurs et l’innovation pédagogique“. Gemeint ist: Lehrende ausbilden und Lehrmethoden weiterentwickeln. Hier stellt eine Einrichtung ihre Arbeit vor. Die persönliche Erfahrung eines Studenten fehlt in diesem Ausschnitt. Das bedeutet nicht, dass Studenten in der gesamten Einrichtung nicht beteiligt wären.
Die AIMF wirbt mit: „Agir avec les villes pour changer le monde“. Sinngemäß heißt das: Mit Städten handeln, um die Welt zu verändern. „Agir“ bedeutet handeln. Der Aufruf soll gemeinsames Handeln attraktiv machen. Er beweist keinen Erfolg jedes Stadtprojekts. Erfahrungen einzelner Einwohner kommen in diesem Satz nicht vor.
Prüfe danach, welche Information fehlt: ein Erfolgsbeleg oder die Erfahrung eines Betroffenen? Erfinde weder Zustimmung noch Kritik. Bei Zahlen prüfst du zusätzlich das Jahr und die Bezugsgröße, also wer oder was gezählt wird. Das OIF-Heft erschien 2020, nennt aber eine Schätzung für 2018: etwa 300 Millionen Französischsprechende, keine Mitgliedstaaten. Ein älterer Text ist deshalb nicht automatisch falsch. Er belegt jedoch keine aktuelle Zahl für 2026.
Merke: Prüfe Sprecher, Ziel oder Ergebnis, fehlende Stimmen und Zeitstand. Sage genau, was im betrachteten Ausschnitt fehlt; übertrage diese Lücke nicht auf die gesamte Einrichtung.
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Alles auf einen Blick
Frankophonie
Sprachraum
Französisch kann Hauptsprache oder weitere Sprache sein; seine Sprecher bilden keine einheitliche Kultur.
Institution
Die OIF organisiert Zusammenarbeit und ist nicht die Gesamtheit aller Französischsprechenden.
Weltweite Vielfalt
Zusammenarbeit reicht über Frankreich hinaus; Mitgliedschaft beweist keinen Nutzen für jeden Einwohner.
Netzwerke
Die AUF arbeitet mit Hochschulen und Forschung, die AIMF verbindet Bürgermeister und Städte.
Prüfung
Unterscheide erklärte Ziele von belegten Ergebnissen und prüfe fehlende Stimmen sowie den Zeitstand.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Erfundene Musteraufgabe: Einen Austausch zu Lehrmethoden zuordnen
- 1Aufgabe: Hochschulen möchten sich über neue Lehrmethoden austauschen. Welches Netzwerk passt fachlich dazu?
- 2Prüfe den Bereich: Es geht um Hochschulen und um das Weiterentwickeln des Lehrens.
- 3Ordne zu: Die AUF arbeitet im Bereich Hochschulen und Forschung und nennt neue Lehrmethoden als Arbeitsfeld.
- 4Begrenze die Aussage: Damit ist die fachliche Zuordnung erklärt. Ein tatsächlich durchgeführtes oder erfolgreiches Projekt ist dadurch nicht belegt.
Fehler finden
Prüfe die Angaben zur Schätzung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Zeile verwechselt das Erscheinungsjahr mit dem Bezugsjahr. Richtig: Die Schätzung von etwa 300 Millionen Französischsprechenden bezieht sich auf 2018.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In der französischen Schreibweise bezeichnet Menschen und Lebensbereiche mit französischem Sprachgebrauch. Für eine Zuordnung zum Bereich Hochschulen und Forschung passt die . Der institutionelle Anfang mit der ACCT liegt 1970; den heutigen Namen OIF nahm die Organisation an.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback